
Prall stehen die roten Segel im Wind, mit mächtig Schräglage segeln wir unter einem bedeckten Himmel dahin, die Logge zeigt sportliche 5,8-6,5 Knoten an.

Wir, Lukas, Carl-Martin und ich sind mit der Sherazade, meinem ersten und ehemaligen, 6,60 Meter langen Kajütboot auf dem Ijsselmeer, von Workum nach Stavoren, unterwegs.



Einen Tag früher sind wir in Washington/Dulles mit der KLM in Richtung Amsterdam gestartet und 7 Stunden später in der bezaubernden holländischen Hauptstadt gelandet. Auf die deutschen Maskenfliegerei verzichten wir gerne, solange sich das umgehen lässt und diese sinnlose Regelung besteht.

Carl-Martin holt uns früh morgens am Flughafen ab und ein paar Stunden später, sitzen wir in fröhlicher Herrenrunde auf der 51 Jahre alten Sherazade, die die kurzen und steilen Wellen bravourös meistert. Lukas hat die schiffige Dame komplett überholt und das alte Gelcoat glänzt nun wieder fast wie neu. Am Abend feiern wir mit Lukas, Christian und Steffi in der Hafenkneipe, wie in alten Zeiten, die schon über 20 Jahre zurück liegen. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Carl-Martin, und Lukas fährt uns dankenswerter Weise nach Darmstadt zurück.

Wes und Roisin sind wieder an Bord der Hexe, die in der Jabin Yacht Yard einen wunderbar ruhigen Liegeplatz hat. Wes will noch ein paar kleine Reparaturen ausführen. Dann werden die beiden mit dem Hexenkat, bis hoch nach Maine segeln, wo wir das Boot Ende August wieder übernehmen wollen.
Endlich ist auch die neue 24-Volt-Pumpe für den Wassermacher in Annapolis angekommen, nach einem achttägigen Irrlauf bei UPS, Amerika. Weitere Ersatzteile bestellen wir hier von Darmstadt aus und werden diese dann im übervollen Gepäck auf dem Rückflug zum Boot mitnehmen.

In der nächsten Woche haben wir einen Termin zur Beantragung unseres B1/B2-Touristenvisums bei der amerikanischen Botschaft in Berlin. Dieses Visum erlaubt es, bis zu 180 Tagen am Stück in Amerika zu bleiben. Für unsere weiteren Segelpläne ist das mehr als ausreichend, am Ende der Hurrikanzeit, Ende November, geht es zurück in Karibik. Die Bermudas, die US-Virgin-Islands, die British-Virgin-Islands, Antigua und Barbuda sowie die Grenadines stehen auf dem Programm. Diese Inseln haben nun auch, vernünftiger Weise, alle Covid-Beschränkungen aufgehoben und sind wieder normal zu bereisen. Doch bevor es zurück in die immer warmen Gefilde der Karibik geht, wollen wir weitere Teile der Ostküste von Amerika besegeln. Und eventuell geht es für einen kurzen Abstecher hoch nach Kanada. Nova Scotia oder Halifax, allein die Städtenamen klingen schon verlockend!

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