Es ist Valentinstag und Faschingsamstag, das wollen wir mit den vielen Bootsfreunden feiern. Um 17 Uhr kommen Bernhard und Beate mit Sohn Alexander, Martina und Jens mit den Freunden Helga und Günther an Bord. Der Berliner Jens hat mit seinem Schärenkreuzer „Linda“ heute nachmittag im Hafen angelegt, vorher sind Ralf und Inge aus Almerimar angekommen, die die ganze Nacht durchgesegelt sind; auch sie kommen zu uns. Joey und Walt aus Amerika und Wayne und Babsi aus Australien vervollständigen die Runde auf unserer Hexe, wir trinken Cuba libre, bevor wir uns auf den Fastnachtsumzug begeben, der legendär sein soll. Ich hatte morgens bei meinem Lieblingsbäcker eine entzückende Valentinstorte gekauft, die essen wir dazu und mit einigen Schnittchen machen wir unseren Kühlschrank leer.

Die Stadt ist voller Menschen Die Straßen, in denen der Zug vorbeikommt, sind mit langen Stuhlreihen bestückt, so einen Stuhl kann man für drei € für den ganzen Abend mieten. Viele Kinder sind verkleidet, bei den kleinen Mädchen herrschen – wie wohl überall – die Prinzessinnen vor, bei den Jungs sind es eher die Schwertträger. Aber auch Gruppen von Jugendlichen in identischen Verkleidungen sehen wir, drei Minnie-Mäuschen, eine schwarzgewandete Hexe fliegt mit ihrem Besen an uns vorbei; wer verkleidet ist, hat sich sichtlich Mühe gegeben.
Es dauert noch eine ganze Zeit, bis der Zug „kütt“, wir warten geduldig an dem großen Platz, wo auch der Blumenmarkt ist; gut, dass es heute nicht kalt ist. Endlich ist es dunkel und dann hört man sie kommen. Ganz anders als bei unseren Fastnachtszügen kommen keine Themenwagen, sondern Gruppen hübsch ausstaffierter meist weiblicher Tänzer, die zu brasilianischer Musik ununterbrochen tanzen.

Es gibt eine Gruppe von der Post, bei der die Tänzerinnen in stilisierten Briefumschlägen daherkommen, aus allen Stadtvierteln Cartagenas treten sie an, leicht bekleidete, solche mit farbenfrohem Federschmuck, kleine Kinder, alte Frauen, Engelchen, etc. Meist kommt am Ende einer Gruppe ein prächtiger hell beleuchteter Wagen mit einer Art Königin in schier unglaublicher Pracht Der Zug scheint kein Ende zu haben. Noch Stunden danach ist die Stadt erleuchtet, und von dem großen Platz, auf dem im Anschluss an den Zug ein Ball stattfindet, wehen die Sambaklänge bis zum Hafen, wo wir den Abend mit einem „Schlenderbier“ auf der Maje ausklingen lassen.
Und hier ein paar Impressionen vom Karneval, zuerst die tanzenden Fußtruppen:
(wenn man die Bilder anklickt, werden sie größer angezeigt), danke an Birger für die Fotos



Und die prächtigen Königinnen zum Schluss:


















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