Autor: Hexymama

  • Und sie segelt doch!

    Die schneebedeckten Seealpen
    Die schneebedeckten Seealpen

    Tatsächlich, es geht noch! Bzw. sie segelt noch! Zwar zeigt die Logge nichts an, da scheinen sich Muschelchen angesiedelt zu haben, aber die Segel stehen und wir gleiten bei ganz zartem Wind Richtung Osten. Die Sonne scheint, und es ist so warm wie in der Nordsee an Ostern nicht oft.

    Im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Gipfel der französischen Seealpen. Noch zwei Segel- und ein paar Motorboote sind mit uns auf dem Wasser. Schaumermal, wohin der Wind uns heute noch trägt!

    Menton im Abendsonnenschein
    Menton im Abendsonnenschein

    14:45 an der Pointe du colombier (die Landspitze der Taube) schwimmt ein totes Wildschein an uns vorbei, schrecklich! Es war schon ganz dick und aufgequollen, gut, dass wir das nicht gerammt haben, das hätte fürchterlich gestunken. Das arme Schwein!

    Der Wind frischt immer weiter auf, bis zu 18 Knoten, wir lassen das mit dem Spinnacker, und sind trotzdem schnell. Noch bei Sonnenschein machen wir die Leinen in Menton fest.

     

  • Zurück am Meer

    Der idyllische Landsitz
    Der idyllische Landsitz in der “Drôme”

    Am Sonntag haben wir auf dem Weg nach Montpellier einen Stop mit einem kleinen Umweg durch das Land eingelegt, um unsere Segelfreunde schon mal auf ihrem Landsitz in “la Drôme” zu treffen. Das ist wunderschön dort, das riesige Grundstück liegt direkt an einem Fluss, die Obstbäume blühen schon und es ist unglaublich grün. Am späten Nachmittag fahren wir gemeinsam nach Montpellier, bewundern die mit Stuckdecken reichlich ausgestattete Altbauwohnung im historischen Zentrum der Stadt, und verbringen einen wunderschönen Abend zu viert.

    Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf zum Probesegeln in La Grande Motte, davon wird der Skipper separat berichten. Nach einem langen Tag fahren wir abends zu unserer Hexe, schaffen es gerade noch, um kurz vor zehn in die Pizzeria, um, bevor die Küche schließt, zwei Pizzen zu ergattern und fallen todmüde ins Bett.

    Wellenbrecher
    Wellenbrecher
    Karwenzmänner 1
    Karwenzmänner 1
    bis Karwenzmänner 2
    bis Karwenzmänner 2

    Am Dienstag überrascht uns das Mittelmeer mit einer gewaltigen Dünung, schon am Morgen. als ich mit dem Hund gehe, wundere ich mich über den Lärm am Strand, der von den großen Wellen verursacht wird, die auf die unzähligen Kieselsteine treffen. Mittags laufen wir an der Strandpromenade entlang und staunen über die Karwenzmänner, die da ankommen. Allein die Möwen, die auf dem Wasser sitzen, zeigen sich davon unbeeindruckt. Gut, dass wir heute, bei dem fehlenden Wind, nicht hinausgefahren sind, das wäre ein reines Gewackel geworden, kein Wind, aber Wellen wie auf dem großen Meer.

    von weiß bis dunkelrot blühen die Alpenveilchen in der Marina
    von weiß bis dunkelrot blühen die Alpenveilchen
    Idyllischer Flusslauf
    Idyllischer Flusslauf

    Heute haben wir mit dem Auto einen Ausflug gemacht. Nach so langer Zeit am Land muss man sich wohl erst langsam an das Bootsleben gewöhnend Nur der Verkehr und die Umleitung in Nizza wegen des dort noch herrschenden Karnevals haben genervt, das wäre auf dem Seeweg nicht vorgekommen, da haben wir nur mal eine Stunde vor Nizza hin- und hergekreuzt, weil wir nicht in den Hafen einlaufen durften wegen der herannahenden Fähre.

    Wolkenverhangen präsentiert sich das Tal
    Wolkenverhangen präsentiert sich das Tal
    Wer kennt diesen Baum?
    Wer kennt diesen Baum?
    Kaktusfeigen
    Kaktusfeigen

    Wie auch immer es sei, wir sind mit dem Auto nach Eze gefahren, da kommt man mit dem Boot auch nicht hin, es liegt auf 470 m Höhe, in – heute – wolkenverhangenen Bergen. Warum auch immer, hier sind wieder die großen Parfümerien angesiedelt, vielleicht wegen der vielen Kräuter und Blumen? Eze ist eine kleine mittelalterliche Stadt, wo man – mal wieder – zahlreiche Steintreppen hoch- und wieder runterstiefeln kann. Mit der fehlenden Sonne war es kalt und feucht, und man fühlte sich schon ein bisschen ins finstere Mittelalter zurückversetzt.

    Ein Seitenaltar
    Ein Seitenaltar der sehr schönen Kirche
    Glaskunst…
    Glaskunst…
    Hippokunst…
    Hippokunst…

    Allein die übermächtigen Andenken- und Kunsthandwerksläden waren Zeugen, dass wir uns in der Gegenwart befanden. Die für die kleine Gemeinde relativ große Kirche ist außen neoklassizistisch, innen aber sehr schön mit den seitlichen Erkern, die verschiedenen Heiligen gewidmet sind.

    Nietzsches steiniger Weg zu Zarathustra
    Nietzsches steiniger Weg zu Zarathustra

    Der Weg zum Auto zurück war besonders steinig. Wir haben den Friedrich-Nietzsche-Pfad genommen, der Hund fand es gut, wir  mussten aufpassen, dass wir nicht auf den ganz unregelmäßigen Treppenstufen, die auch schon einigermaßen verwittert waren, ausrutschten und uns die Haxen brachen. Diesen Pfad ist Nietzsche häufig gewandelt (hoffentlich war der Weg damals ein bisschen besser in Schuss) und lobte dessen landschaftliche Schönheit. Hier hat er auch große Teile seines bedeutenden philosophischen Werks „Also sprach Zarathustra“ geschrieben, das vielen heute eher durch die Vertonung als symphonische Dichtung von Richard Strauss und seine Verwendung in zahlreichen Filmen bekannt ist, die erste und wichtigste in Stanley Kubrick’s „Odyssee im Weltraum“, aber auch „Werner Beinhart!“ oder “Scott and Huutsch“ oder bei den Simpsons.

    Auf dem Rückweg wollten wir lieber an der Côte entlangfahren, als die Autobahn zu nehmen, das war auch sehr schön bis Nizza, wo immer noch der Karneval tobt, die Jecken mit Masken herumlaufen, und die Straßen wegen Umzügen gesperrt werden. Vielleicht schauen wir uns das in den nächsten Tagen mal per Boot an, falls wir uns doch entschließen können, die Leinen loszumachen…

  • Das …

    Foto von Jürgen Wiesner in Frankfurt/Höchst
    Foto von Jürgen Wiesner in Frankfurt/Höchst

    … lassen wir jetzt hoffentlich hinter uns. Heute morgen um Punkt acht Uhr sind wir aus der Allee weggefahren, Kurs Süd. Wir wollen nach Montpellier, unsere französischen Segelfreunde Eric und Nany besuchen.

    Auf der Düsseldorfer Bootsmesse haben wir einen Probesegeltermin ausgemacht mit dem – unserer Meinung nach – schönsten und schnellsten Katamaran, einer Ourtemer 5X. Das werden wir morgen früh ausprobieren, bei vorhergesagten drei bis vier Windstärken wird das eine Wonne werden, gut, 20 Grad mehr Lufttemperatur gingen auch! Aber man kann ja nicht alles haben.

    Unsere Mission zuhause ist erst einmal abgeschlossen, und so werden wir, nach einer gefühlten Ewigkeit, auf unsere Hexe zurückkehren. Der Wetterbericht ist nicht unfreundlich, Höchsttemperaturen von 13 – 17 Grad locken in den nächsten zwei Wochen, o.k., nachts wird es noch kalt mit 3 – 5 Grad, aber wir haben ja eine Heizung. Und dann hoffentlich auch wieder was vom Segeln zu berichten.

  • Live von der Autobahn

    Winter Wonderland
    Winter Wonderland

    Heute Morgen haben wir uns früh aufgerappelt, noch im Dunkeln war ich mit dem Hund im Park spazieren, und jetzt sind wir wieder mal auf der A5, aber diesmal Richtung Norden. Je weiter wir kommen, desto tiefer sinkt das Thermometer. Nach dem Kirchheimer Dreieck, schon auf der A7, hat es rekordverdächtige -13 Grad erreicht. Dabei scheint die Sonne und verwandelt die nordhessische Landschaft in ein Winter Wonderland. Heute Abend soll es regnen, das kann man sich hier gar nicht vorstellen.

    Die Bucht von Arrecife
    Die Bucht von Arrecife

    Gestern Abend bekam ich eine Whats App von einer Freundin aus Lanzarote, sie schrieb: “Das wunderbar milde Wetter mit viel Sonne und ungewöhnlich wenig Wind verwöhnt an Leib und Seele.” So unterschiedlich kann es in Europa sein…
    Wir mussten auf jeden Fall erstmal eine Tankstelle anlaufen, weil das Wischwasser in unserem Auto wohl zu verdünnt ist und auf der Windschutzscheibe gefriert.

    Vor 14 Monaten haben wir uns in Lagos verabschiedet, die drei Mädels der Familie standen mit Mutter Monika winkend am Steg. Jetzt fahren wir nach Nordfriesland, um sie dort zu besuchen, und auch Martina und Jens von der Maje zu treffen. Wir freuen uns wie Schneekönige darauf, und hoffen nur, dass das Wetter uns nicht noch e

    Eine kalte Wintersonne hinter kahlen Bäumen…
    Eine kalte Wintersonne hinter kahlen Bäumen…

    inen Strich durch die Rechnung macht.

    Volker, der am Steuer sitzt, meint, ich solle noch darauf hinweisen, dass morgen in Düsseldorf die “Boot” eröffnet wird, vom 21. – 30. Januar wird dort in vielen Hallen sich alles um das Thema Wassersport drehen, von der Tauchausrüstung bis zu Superyacht ist dort alles zu finden. Also Sportsfreunde, auf nach Düsseldorf am Rhein!

  • Morgenfotos

    Momentan haben wir, sozusagen als flügellahme Segler, nichts von großen Reisen zu berichten.

    Ich fotografiere morgens beim Hundespaziergang im Park und dokumentiere die Wettersituation in Darmstadt. Weihnachten hatten wir es ja viel zu warm (geht das überhaupt, zu warm?), also schön warm. Dann kam der Nebel, der Regen, wieder mal der eine oder andere klare Morgen und momentan versinken die Wege im Matsch.

    Deshalb heute ein Bericht ohne viele Worte, aber wir warten erst auf den nächsten Schnee, dann auf den Sonnenschein.

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  • Happy New Year!

    IMG_6932Wir wünschen unseren Freunden und allen Besuchern unserer Website

    ein gesundes und glückliches neues Jahr!

    Cornelia und Volker

  • Frohe Weihnachten!

    Noch verpackt, aber schon passend
    Noch verpackt, aber schon passend

    In diesem Jahr kam wieder mal ein richtiger Tannenbaum zu uns, der Mini-Plastik-Weihnachtsbaum aus dem Chinaladen in Spanien ist in einem Schapp auf der Hexe geblieben.

    Wie immer holt Volker das gute Stück schon acht Tage vor Heiligabend, und jedes Mal das gleiche Theater: Beim Odenwälder Tannenzüchter sieht der Baum gut aus, genau passend für die Ecke im Wohnzimmer, die er schmücken soll. Auf das Autodach passt er auch, dann wird er heimtransportiert und in die Wohnung getragen. Und siehe da: Die Tanne ist viel zu groß! Also wird die Spitze ein bisschen gekappt, unten eine Scheibe abgeschnitten, wieder in den Baumständer gezwängt, immer noch zu groß, noch eine Scheibe am Fuß abgesägt…

    Geschmückt, mit Krippe
    Geschmückt, mit Krippe

    Und dann steht er, der Baum. Und wird mit Lichterketten geschmückt. Und der Egel darf schon mal ganz nach oben.

    So leuchtet es bei uns im Wohnzimmer bis zum 23. Dezember. Erst dann kommt auch der Schmuck dran, die roten und silbernen Kugeln vom Opa, die roten Baumkerzen vom Weihnachtsmarkt, und dieses Jahr sogar die Krippe darunter. Hund und Katze sind inzwischen zu alt, um mit den Hirtenfiguren oder gar den Schafen zu spielen. Also liegt heute das Jesuskind in seiner Krippe, gut bewacht von Maria und Joseph, Esel und Ochs. Auch die Heiligen Drei Könige sind schon mal in Position. Und wer genau hinschaut, wird die dieses Jahr immer noch blühende rosa Rose vor dem Fenster erkennen können.

    Wir wünschen Euch allen ein frohes Weihnachtsfest!

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  • Wilhelm-Petersen-Konzert in Darmstadt

    Am Donnerstag Abend fand in der Darmstädter Akademie für Tonkunst ein Konzert mit Werken des Darmstädter Komponisten Wilhelm Petersen statt, und gleichzeitig wurde der eher prosaische Name des großen Konzertsaals, nämlich “Großer Konzertsaal” in “Wilhelm-Petersen-Saal” geändert. Nein, es ist keine Bildungslücke, wenn man den Namen nicht kennt, leider ist Petersen nicht sehr bekannt. Wir haben ihn kennengelert, weil es in Darmstadt eine sehr aktive Petersengesellschaft gibt, von der wir die Notenwerke übernommen haben.

    Das Relief von Detlef Kraft, links Jürgen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, rechts Cord Meijering, Direktor der Akademie für Tonkunst und Wolfgang Mechsner von der Wilhelm-Petersen-Gesellschaft e.V.
    Das Relief von Detlef Kraft, links Jürgen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, rechts Cord Meijering, Direktor der Akademie für Tonkunst und Wolfgang Mechsner von der Wilhelm-Petersen-Gesellschaft e.V.

    Wilhelm Petersen wurde am 1890 in Athen geboren, lebte aber seit 1891 mit einigen Unterbrechungen in Darmstadt. Ein eher ernster und vergeistigter Mensch ist er wohl gewesen, das hat der Bildhauer Manfred Kraft sehr schön umgesetzt in seinem Relief, das der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch, anlässlich des Festaktes enthüllte. Bis in die dreißiger Jahre hat Petersen sich eher mit expressionistischen Stilen der Komposition beschäftigt, ohne jedoch die Tonalität zu verlassen, das hörte man sehr schön in den Morgensternliedern für gemischten Chor a cappella (also ohne Instrumente). Ab 1934 änderte er seine Kompositionsweise und fand zu einer sehr viel klassischeren Tonsprache. Das konnte man gut in dem ersten Werk „Von alten Weisen“, eine Kantate für gemischten Chor und kleines Orchester hören. Ein großes Lob gebührt dem Chor und Orchester der Akademie für Tonkunst unter der Leitung von Linda Horowitz für ihre wunderbar präzise und engagierte musikalische Darbietungen.

    Lucas Blondeel und der Hammerflügel
    Lucas Blondeel und der Hammerflügel

    Ganz überraschend stand als zweites Stück inmitten all der Petersen-Werke Beethovens Klaviersonate “Pathétique” auf dem Programm. Und zwar deswegen, weil hiermit der von der Petersengesellschaft gestiftete Hammerflügel vorgestellt wurde, ein Flügel aus der Zeit der Entstehung eben dieser Sonate. Der belgische Pianist Lucas Blondeel überraschte mit einer großartigen Interpretation dieser Sonate, und brachte dem Publikum den andersartigen Klang des Hammerklaviers nah. Es gab tosenden Beifall dafür.

    Nun also, wenn unsere geneigten Leser mal die Möglichkeit haben, so ein Stück von Wilhelm Petersen anzuhören, ich kann es nur empfehlen. Hier ist ein kleiner unprofessioneller Mitschnitt aus dem Konzert zu hören.

  • GEGENSÄTZE

    Früh sind wir losgefahren im sonnigen Villeneuve-Lobet, nachdem das Boot gut vertäut und hoffentlich sicher in seiner Box liegt. François, der im Hafen auf seinem Boot lebt und sich um vereinsamte Boote kümmert, wird drauf aufpassen. Und Sonia und Mika von der Marina bestimmt ebenfalls.

    IMG_8095Auf der „Aurelia“, der italienischen Küstenautobahn, geht es bis kurz vor Genova immer am Wasser entlang, schöne kleine Orte auf der linken Seite, Weinberge, Obstplantagen. Dann verlassen wir das Meer und wenden uns den Bergen zu. In der Ferne sind sie schneebedeckt. Sofort halbiert sich die Temperatur von bis zu 12 Grad bei Genua, zunächst auf 6 Grad, dann auf 1°! Hinter Mailand steigt sie allerdings wieder und es ist eigentlich ganz schönes Wetter.

    IMG_8096Im Gotthard-Tunnel dann – wie immer – in der Mitte 31°.

    IMG_8100Und nach den 17 Kilometern Tunnel sind wir plötzlich im Winter Wonderland! Zwanzig Zentimeter Schnee und -2°!

    IMG_8105Überm Vierwaldstättersee hängen tiefe Wolken, auch hier hat es geschneit. Mal sehen, wie das weitergeht, Larissa sagt, in Darmstadt scheint die Sonne.

  • Ganz frisch noch

    Selfie im Winter
    Selfie im Winter

    in Erinnerung ist der heutige Abend. Reisen oder segeln wir um des “Reisens“ willen? Sind es die Menschen, sind es die magischen Orte, ist es der Zauber des Meeres? Oder doch vielleicht ein Mix von alldem? Schwer zu sagen, was mehr gewichtet. Was den Reiz des vagabundierenden Lebens ausmacht. Mal schlägt das Pendel mehr zu den Menschen aus, die man so trifft. Manchmal sind es die Orte. Heute Abend waren es die Menschen, die uns begeistert haben. Im Hafen gibt es, passend, eine Hafenkneipe, keine klassiche Spelunke, eher das Abbild eines elsässischen Bistros. Theke, Billard, klassisch mit gelb-roten Kugeln, einem Flipper und einem gemauerten Flammkuchenofen mit Holzkohlenfeuer. Der Name des „Etablissement”, eher halb-englisch und irreleitend “Le Pitcher”.  Der Pitcher ist eigentlich ein Krug Bier mit 1,89 Liter Inhalt. Ein Größenmaß, das äußerst selten anzutreffen ist in französischen Bistros. Aber egal, hier vor Ort werden solche Henkelkrüge serviert und ausgeschenkt, dazu gibt es gratis gute Musik und einen deutschsprechenden Wirt aus dem Elsass. Gute Stimmung, nette Gäste und alle, die an uns vorbeigehen, interessieren sich irgendwie für Nico.

    Das ist so ein bisschen Frankreich-typisch. Schweres Wort, das im Kern die Sache gut trifft. Frankreich ist, und das muss mal gesagt werden, extrem hundefreundlich, fast überall darf der Hund mit hin. Sogar in manche Supermärkte und in die Bäckereien. Heute Abend haben wir eine Landwirtin kennengelernt, die Zitronen auf drei Hektar Grund biologisch anbaut. Die meisten Früchte verkauft sie nach Paris. Dreimal im Jahr blüht der Zitronenbaum, doch nur zweimal im Jahr erntet sie. Alles Handarbeit, keine Maschinen wie beim Weinanbau. So wie früher, traditionell. Abends lebt oder wohnt die junge Frau in den Wohnanlagen der Marina Baie des Anges, erfreut sich daran und findet es nicht langweilig hier. Tagsüber ist sie von morgens an auf ihren Anbauflächen unterwegs. Krasser Gegensatz, der sich anscheinend nicht ausschließt.