Unser Freund Konrad ist an Bord und bewohnt die vordere Backbordkabine auf der Steuerbordseite. Unsere Freunde Wolfgang und Ute aus Heppenheim sind mit der 14.30 Uhr Fähre auf La Gomera eingetroffen. La Gomera hat einen Flughafen, von dort geht es jedoch nur zu spanischen Flugdestinationen, weswegen fast jeder über Teneriffa fliegt und von dort die Fähre nach La Gomera nimmt. Bei uns an Bord angekommen haben sich die beiden in der Steuerbordachterkammer häuslich eingerichtet. Leben in der Bude, Leben an Bord. Lebhaft ist der Wind auch noch immer, der kennt keine Atempause. Dafür hat scheint heute die Sonne von einem strahlend blauen Himmel.
Mit Konrad und auf den letzten Metern mit Cornelia haben wir alle glatten Gelcoatflächen am Aufbau poliert. Von 9.30 bis 14 Uhr haben wir die Polierlappen kreisen lassen und die glatten weißen Flächen auf Hochglanz gebracht. Abschließend habe ich noch einmal alle Flächen mit einem Wachs gegen die bösen UV-Strahlen, versiegelt. Die Oberflächen sollten jetzt für ca. drei Monate behandelt sein und nur noch hin und wieder vom Salz oder Wüstenstaub befreit werden müssen.
Die Ladies und Herren der Segelschule, die wir die ganze Woche bei den Anlegemanövern beobachtet haben, hatten heute ihren großen Tag, die Prüfung zum SKS-Schein stand an. Ein Prüfer vom deutschen Seglerverband nahm die Prüfung ab. Zur Freude aller, haben die sieben Segelnovizen die Prüfung mit Bravour bestanden, trotz sehr böiger Winde und 2-3 Meter hoher Wellen vor der Hafenausfahrt.
Wir wollen am Sonntag mal ein paar Meilen mit der Hexe rumschippern und auf der Südseite von La Gomera in einer hübschen Bucht ankern. Soweit zumindest der Plan, denn für Samstag soll ein heftiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern die Kanaren heimsuchen und die See wild aufwühlen.
Das Wetter hat sich verändert, nur der Wind ist gleich stark geblieben, in Böen erreicht der Wind im Hafen bis zu 45 Knoten. Seit gestern Morgen gibt es immer wieder ergiebige Regenschauer und für Teneriffa wurde eine Schneewarnung ab 1700 Meter Höhe herausgegeben. Wir sehen Teneriffa von hier aus, nur die Bergspitze des Teide ist unsichtbar, weil in Wolken gehüllt. La Gomera, bzw. San Sebastian ist ein sehr beliebter Anlaufpunkt für Chartercrews. Täglich, von Montag bis Donnerstag, füllt sich der Hafen zum Nachmittag hin mit Mietbooten. Der Hafenmeister erzählte mir, dass seit ein bis zwei Jahren immer mehr Charterschiffe nach La Gomera kommen, weil viele Crews keine Lust auf Griechenland oder die Türkei haben, wegen der politischen Situation und den Flüchtlingsschiffen. Bootscharter auf den Kanaren ist anscheinend bei unseren östlichen Nachbarn sehr beliebt. Man sieht und hört u.a. viele polnische und russische Crews.
Beim Vorglühen auf der Florentine
Wir haben seit zwei Tagen Verstärkung bei uns an Bord, Konrad, der Sohn von unseren Damstädter Freunden Thomas und Steffi hat bei uns für ein paar Tage Quartier bezogen. Er liebt es, stundenlang über die Insel zu wandern und nutzt die Hexe als Basisstation. Eigentlich wollte er La Gomera überqueren, und auch draußen nächtigen, aber bei den im Moment herrschenden Temperaturen und Winden ist es angemessen, nur Tagestouren zu machen und momentan fallen diese Wanderungen nicht zu lang aus…
Samtpfoten
Es gibt auch tierische Momente bei uns an Bord, jede Nacht schleicht sich eine Katze ins Cockpit ein und schläft auf der gepolsterten Bank. Morgens sieht man kleine Katzenpfotenabdrücke auf dem Cockpitboden. Sogar oben auf dem Baum, in der Segelpersenning, war der Samttiger schon. Nur gesehen haben wir den heimlichen Bootsbesucher noch nicht. Gestern Abend haben wir mit der Florentinecrew zusammen wild gefeiert, und hatten, unabhängig von der nächtlichen Bordkatze, heute morgen einen kräftigen Kater.
Bis hinüber nach Teneriffa trägt das Meer Schaumkrönchen
Draußen singt der Sturmwind weiter sein Lied, ich sitze am Naviplatz und übersetze mir so nach und nach „Onkel Toms Hütte” aus dem Spanischen ins Deutsche. Die Betonung muss dabei schlichtweg auf „nach und nach” liegen, denn viele unbekannte spanische Vokabeln stellen sich mir in den Weg. Während es für eine einfache Konversation beim Einkauf im Supermarkt langt und es für meine Spanischbemühungen schon mal hin und wieder ein Lob gibt, fehlt mir bei dem Buch doch einiges an Vokabular. So lass ich jedes fehlende Wort von Google übersetzen und übertrage es dann ins Vokabelheft, das ist der beste Lernweg für mich.
Überblick…über die Marina……von San Sebastian
Gleichzeitig fährt draußen immer wieder eine deutsche Segelschule Anlegemanöver, jeder Schüler legt zweimal an und wieder ab. Bei sieben Schülerlnnen, die sich reihum abwechseln, vergeht ganz schön viel Zeit. Mittlerweile übt die Crew seit über drei Stunden, hin und wieder muss der Segellehrer korrigierend ins Steuer eingreifen, damit es keine „feindlichen Berührungen” mit anderen Yachten gibt. Die SegelschülerInnen haben es bei dem Wind auch nicht wirklich leicht. Das Geschehen vor dem Fenster erinnert mich mal wieder an meine Segellehrerzeit in Kroatien und die mehreren hundert Anlegemanöver, die wir im Lauf der Jahre an der Stadtpier von Rovinji geübt haben. Jetzt hör ich mal schnell auf mit dem Blogschreiben, denn sonst schimpft die Capitania, dass ich nicht lang genug spanisch übe.
Cornelia hat gerade ein kleines Video von meinen “Wakeboardversuchen” auf dem Surfbrett bei 14 Stundenkilometern im Hafenbecken geschnitten , das ihr hier sehen könnt.
Zwei Outremer 5x im Hafen von La Gomera eine kleine Sensation!
Die fast kreisrunde Insel La Gomera ist die zweitkleinste der sieben kanarischen Inseln und liegt etwa 21 Kilometer östlich von Teneriffa, zu der täglich mehrere Fährverbindungen bestehen. Die Gesamtfläche beträgt ca. 369 Quadratkilometer und gerade einmal 24.000 Menschen besiedeln das Eiland. Der höchste Berggipfel von La Gomera ragt immerhin beachtliche 1.487 Meter hoch und befindet sich im Nationalpark Garajonay, der Park ist UNESCO Weltkulturerbe. Das besondere an diesem Park, oder besser gesagt am immergrünem Lorbeerwald, ist die große Artenvielfalt an Bäumen und Pflanzen, die dank der hohen Luftfeuchtigkeit bestens gedeihen können. An den meisten Tagen ist der Wald in eine Nebelwolke gehüllt, was ihm, wie könnte es anders sein, auch den Beinamen “Nebelwald” verleiht.
Die Inselhauptstadt ist San Sebastian, in deren geschütztem Yachthafen wir jetzt liegen. Die Stadt selbst besteht aus zwei Teilen, dem eigentlichen Ortskern direkt hinterm Strand, mit allen erdenklichen Versorgungsmöglichkeiten und einem hochgelegenen Ortsteil, der in die angrenzenden Klippen hineingebaut ist. Christoph Kolumbus soll bei seiner historischen Schifffahrt, Amerika entdeckend, von San Sebastian aus gestartet sein. weil El Hierro, die letzte Insel zu klein war, um Vorräte aufzustocken, legte Kolumbus hier an. Die angebliche Affäre mit der damaligen Herrin der Insel, Beatriz de Bobadilla scheint eher Mär als Wahrheit zusein.
Volker, standing upright on the board
Abends ist San Sebastian ein nettes lebhaftes Städtchen und bietet eine angenehme Vielfalt an Restaurants mit landestypischer Küche und einige Kneipen bzw. Bars. Bekannt ist La Gomera für sein ausgeprrägtes Netz an Wanderwegen, mit unterschiedlichen Längen-.und Schwierigkeitsgraden, die zum Teil schon einige Jahrhunderte Bestand haben und das ganze Inselinnere durchziehen. Wander-, bzw. Straßenkarten gibt es gratis im Tourismusbüro.
Seit zwei Tagen weht ein kräftiger Wind und es pfeift lautstark durch den Mastenwald im Hafenbecken. Gestern haben wir mal unser Windsurfbrett ausprobiert, aber zweckentfremdet. Vom Beiboot gezogen, mit einer Zugleine verbunden, stehend auf dem Surfbrett, ging es gleitend durch das Hafenvorbecken – ein Art “Wakeboarding”. Einige Abstürze ins kühle Nass sorgten für Erfrischung, immerhin lässt sich das Surfbrett mit Kanteneinsatz bedingt steuern und es macht richtig Spaß. Erst habe ich Jakob gezogen, dann er mich, Cornelia stand am sicheren Ufer und hat gefilmt.
Zigzag auf dem Weg nach Barbados
Für eine letzte Nacht vor der großen Atlantiküberquerung, haben unsere südafrikanische Freunde, Rosemary und François von der Zigzag im Hafen festgemacht, um sich von uns zu verabschieden. Heute sind die beiden mit ihrem Katamaran, einer Maverick 440, nach Barbados aufgebrochen und wollen dort in ca. 17 Tagen ankommen.
We wish you a safe crossing and fair winds from behind…, hope to see you again, some day!!!
Wer denkt, wir sind jetzt wieder auf den Hund gekommen, irrt sich. Wir gehen aber weiterhin fleißig mit den Hunden des Refugio de los Animales spazieren und tragen so mit zahlreichen anderen Freiwilligen dazu bei, dass die vierbeinigen Freunde einmal am Tag nach draußen kommen und eine große Gassigehrunde drehen können. Ist gut für den Hund, fürs Gemüt und die Kondition. Sonntag waren wir wieder im Tierheim und haben natürlich auch nach dem Hund Ausschau gehalten, der, wie auch zahlreiche Blogleser bemerkt haben, unserem verstorbenen Nico sehr ähnlich sieht und auch noch fast gleichlautend heißt. Doch Viggo wurde am Samstag in eine inselansässige Familie vermittelt und erfreut sich dort jetzt hoffentlich seines Hundelebens.
Nach drei Gassigehrunden mit insgesamt sechs Hunden haben wir uns touristisch nach Orotava aufgemacht, einem historischen Ort, der hochgelegen über der Küstenstadt Puerto de La Cruz thront. Orotava biete einige Kilometer Altstadt-Gassen mit alter Gebäudestruktur, die zum Teil aus dem 16. Jahrhundert stammt. Viele Fassaden ziert der kanarentypische Holzbalkon, der sich in vielen Fällen über die ganze Hausbreite erstreckt.
im botanischen Garten
Hinterm Rathaus gibt es einen kleinen aber feinen botanischen Garten und in der katholischen Kirche lag der Weihrauchgeruch der Sonntagsmorgenmesse noch in der Luft. Die Aussicht von Orotava über die Küste, das Meer und zum Teide ist unbeschreiblich schön, daher versuch ich es erst garnicht.
Soviel rumlaufen macht Hunger und Durst, und da bietet es sich an, dass es nahe zu den Kirchen auf Teneriffa, fast überall, kleine Plätze mit Bodegas oder Tapasbars gibt. Eine dieser urigen Bodegas haben wir ausgesucht und in der Sonne einen kleinen Mittagslunch mit Bier und Wein genossen.
BalkoneBlick über die Sadt
Zudem schien am Sonntag erstmals seit einigen Tage eine hell strahlende Sonne von einem nahezu makellos blauen Himmel, was will man mehr von so einem Tag?
Mit einem Tag Verspätung wurden gestern unsere Verbraucherbatterien ausgetauscht.
Der Ausbau der kaputten Energieträger gestaltete sich erstmal ein schwierig, weil die großen Batterien nicht durch die ausgeschnittenen Öffnungen unserer Salonbank passen wollten. Egal wie wir es versucht haben, die 70 Kilo schweren Dinger ließen sich nicht rausheben, immer blieb irgendeine Ecke irgendwo hängen.
Wir machen Platz
Bis Mark, der Technico, die rettende Idee hatte, es musste erst ein bisschen Platz zum Batterierangieren geschaffen werden. Wir bauten einen Heizungslüfter aus und räumten das Nachbarfach leer. Dann war der Ausbau schon fast erledigt. Auf genau umgekehrtem Weg kamen die neuen Batterien an ihren vorgesehenen Platz und wurden von Mark, fach- und sachgerecht angeschlossen. Um es kurz zu machen: jetzt funktioniert alles wieder tadellos. Das Ladegerät für den Landstrom pumpt ordentlich Ampère in den Energiespeicher, bei Motorbetrieb hauen die Lichtmaschinen reichlich Energie ins System und die Solarpanele lieferten bei teilbedecktem Himmel über 20 Ampère. Alle Anschlüsse wurden gecheckt, mit dem Multimeter nachgemessen und die Einstellungen für den Batterietyp überprüft. Nachdem wir insgesamt über 500 Kilogramm Batterien an und von Bord geschaffen haben, scheinen wir jetzt wieder ein perfekt funktionierendes Batteriesystem zu haben.
Kabelmurks
Anschließend ging der Schiffselektriker dem nächsten Problem auf die Spur, dem nicht arbeiten Watt&Sea-Hydrogenerator. Schnell stellten sich gleich zwei Fehler als Ursache für das Problem heraus. Zum einem war am Laderegler ein Kabel nicht korrekt in den Schnappverschluss eingerastet, und zum anderen war ein Kabel des Anschlusssteckers vom Hydrogenerator selbst lose. Bei letzterem war jetzt schon zum 2. Mal in der kurzen Besitzgeschichte eine Lötstelle gebrochen, sodass wir einvernehmlich für den Austausch dieses unzuverlässigen Steckers plädiert haben. Den neuen Stecker gibt es jedoch erst am Montag, weil Samstag Nachmittag das Fachgeschäft geschlossen hatte. Kein Problem, Hauptsache, die Ursache ist bekannt und kann beseitigt werden.
Inneneinrichtung in der “Liebe meines Lebens”, schick und phantasievoll
Kontrastprogramm: Wer jetzt noch Lust zum Weiterlesen hat, dem schreib ich gerne auf, was wir Schönes Samstagabend erlebt haben und dafür geht ein herzliches Dankeschön an Sepp und seine lieben Freunde(Innen), Hans-Joachim, Brigitte und Petra. Sepp ist auch ein passionierter Outremer-Segler, der im Winter auf Teneriffa wohnt, wir haben schon mal berichtet, dass wir ihn in seinem Haus besucht haben. Gestern kamen die vier zu uns an Bord, um uns zu einem Abendessen in ein peruanisches Restaurant abzuholen. Wir glühten ein wenig an Bord vor, da es noch viel zu früh fürs Essengehen auf den Kanaren war. Keiner geht um 6 oder 7 Uhr abends ins Restaurant. Aber selbst, als wir kurz nach 20 Uhr im nördlichen Innenstadtteil „Las Ramblas“ im Lokal aufgetaucht sind, waren wir mit Abstand die ersten Gäste, erst als wir um kurz vor 23 Uhr nach Hause aufgebrochen sind, war der Laden voll – da hab ich jetzt das Ende vorweggenommen.
Das amuse geule – Hühnerfrikassee mit Soße auf kanarische Art
Das Essen jedenfalls im “Amor de mis amores”, also der “Liebe meines Lebens“ war mit das Beste, was ich in meinem Leben gegessen habe. Es gab Tapas, also kleine Gerichte, aber die hatten es sich; u.a. ein kleines paniertesBällchen mit passiertem Hühnerfleisch (die Holländer würden sagen „Bitterballen, aber ganz anders und sehr köstlich)“, serviert auf einem halben Porzellanei, Es gab Rindercarpaccio mit Koriander und einer hausgemachten Mayonnaise rundherum, Ceviche, mit Zitronensaft marinierter Seehecht mit Gofio, einer kanarischen Spezialität aus gemahlenem Weizen und/oder Mais, gekochte Tintenfischarme mit Selleriebällchen sowie Schweinefilet mit Koriander und Getreidepüree. Anschließend füllten wir den kleinen Restplatz in unseren Mägen mit verschiedenensensationellen Süßspeisen und Cafés.
Vielen Dank für die Einladung, Sepp, was für ein toller Abend!
Noch ein kurzer Satz zum Schluss, am innenstadtnächsten Hafeneingang steht das Auditorium und das erinnert uns rein optisch an die Oper in Sydney (oder eine Mainzer Narrenkappe), da waren wir gestern Nachmittag und haben den Handy-Daten-Speicher vollfotografiert, mit tollen Aufnahmen. Ende!
Vorgestern hat der Mecanico mit dem Ausbau des leckendes Lukes begonnen, dann hat aber so starker Regen eingesetzt, der die Vollendung vereitelte und zudem noch unser komplettes Bett eingenässt hat. Wie das kam, muss ich wohl detaillierter erklären: Es fing an zu regnen, die Dichtmasse vom Luk war zu dem Zeitpunkt soweit schon rausgepult. Also wurde der Alurahmen mit Gewebeklebeband abgedichtet, damit es nicht ins Schiff reinregnet. Dann ging der Mecanico nach Hause und ich für einen langen Mittagsschlaf in die andere Koje. Die Capitania war in der City auf der Suche nach einem Schnittmuster für ‘ne neue Bluse, die sie selbst schneidern will. Soweit alles klar und gut verständlich?
schnelle Hilfe
Es regnete heftig, Cornelia kam irgendwann zurück, ich war im Tiefschlaf, das Luk total undicht und das ganze Bett nass. Was macht die liebe Capitania, sie lässt mich schlafen, bewaffnet sich mit Töpfen und Pfannen und stellt die unter das leckende Fenster,legt Folie oben drauf, denn im strömenden Regen kann man nix festkleben, und stellt einen Regenschirm drüber. Nach gut zwei Stunden Schönheitsschlaf war ich wieder munter, der Regen vorüber.Wir haben das Bettchen trockengelegt und ‘ne Plane über die Luke geklebt – danach war alles dicht!
Gestern war echtes Schietwetter mit Sturm, Regen und kalt, okay, relativ kalt.
Heute kam unser Mecanico wieder und hat sein Werk vollendet, fast jedenfalls. Den letzten Feinschliff mach ich morgen selber, die Schrauben ganz fest eindrehen und die überstehende Dichtmasse mit dem Teppichmesser abschneiden, dann kommt der Dichtheitstest mit dem Wasserschlauch.
Es gibt auch eine Zwischenmeldung vom Schiffselektriker, dass die neuen AGM-Batterien bald eintreffen sollen und, wenn alles gut geht, am Freitag in unser Schiff eingebaut werden. Das sind doch mal positive Neuigkeiten!!! Und damit noch nicht gut genug – ab dem kommenden Sonntag wird es wieder wärmer auf Teneriffa und im Langfristtrend sollen die Temperaturen auf über 20 Grad liegen und die Sonne vom wolkenfreien Himmel lachen – muy fantastico!
So langsam leert sich der Hafen, jeden Tag brechen Segelboote zur Atlantiküberquerung auf, aber auch einzelne Nachzügler kommen noch aus Portugal oder dem Mittelmeer in Santa Cruz an. Gestern haben wir unsere neugewonnen Freunde von der Liloe, einer Bavaria 40 verabschiedet, die nicht mit Kind und Kegel, dafür jedoch mit ihrem Hund Mason, einem 32 Kilo schweren verschmusten Vierbeiner in die neue Welt aufgebrochen sind. Am Vorabend haben wir noch ein bisschen bei uns an Bord gefeiert, gestern morgen hieß es dann „Leinen los“. Am Steg herrschte ein wenig Gedränge zum Abschied, gute Wünsche für die Reise wurden ausgesprochen und viel gewunken. Kurz nach der Liloe verließ noch die Saphir mit ihrem deutsch-schweizerischen Eignerpaar den Hafen. Wie gesagt, die Stegreihen lichten sich…
Die Alexander von Humboldt II
Heute hatten wir erwarteten und lieben Besuch an Bord. Unsere Freundin Christiane, Cornelias Trauzeugin bei unserer Hochzeit, und engagierte “Altsegelverwerterin” kam mit ihrem Lebensgefährten Branko zu uns an Bord (mehr Infos zu Christiane und ihrem Wirken unter www.sailartfashion.de). Wir hatten uns lange nicht gesehen und entsprechend herzlich war das Wiedersehen, es gab natürlich viel zu erzählen, wir haben gegrillt, dann ’ne Hafenrundfahrt mit dem Beiboot gemacht und einer wichtigen deutschen Botschafterin “Hallo” gesagt.
Das grüne Segel wird aufgetucht
Das bekannte Ausbildungs- und Traditionsschiff, die Bark “Alexander von Homboldt 2” hat im Hafen von Santa Cruz die Leinen fest gemacht. Leider bleibt das Schiff nur einen Tag für einen Crew-Wechsel liegen und kann daher nicht besichtigt werden. Ein ausführlicher Schnack mit dem Maschinisten war trotzdem möglich.
Es gibt leider nicht nur gute Nachrichten. Das Segelboot unserer Freunde Sabine und Joachim, die “Atanga” wurde vom Blitz getroffen. Die gesamte Bordelektronik ist zerstört und muss jetzt in Panama ersetzt werden (mehr auf www.atanga.de). Der Katamaran von unseren Freunden Angela und Franz wurde kurz vorm Losfahren zu den Kapverden von einem anderen Katamaran im Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria gerammt und trug einige Schäden davon, die deren Atlantiküberquerung auf unbestimmte Zeit verzögert.
Die Bohrinsel gehört auch zur Hafenrundfahrt
Beide Vorfälle sind für mich gedanklich der Horror, weil ich auch immer latent Angst um unser schwimmendes zweibeiniges Zuhause habe und weil man auf solches Missgeschick keinen Einfluss hat. Wir drücken beiden Eignerpaaren ganz fest die Daumen, dass die Schäden bald behoben sind, und dass die Reise – wie geplant – weitergeht.
Die Stadt in der Hochebene im Inselnorden hat es uns angetan, die gesamte historische Innenstadt, die der Vollständigkeit halber San Cristobal de La Laguna heißt, ist Weltkulturerbe, Universitätsstadt mit 25.000 Studenten und zudem Bischofssitz. Trotz Besucherandrangs strahlt die Innenstadt Charme und Gelassenheit aus.
weite Straßen
Vielleicht ist es, weil die Innenstadtstraßen nicht so eng sind, wie man es von mittelalterlichen Altstadtkernen her kennt, vielleicht ist es die Farbenvielfalt der alten Häuserfassaden, sicherlich spielt auch eine Rolle, dass der bereits im 16. Jahrhundert angelegte Stadtkern von dem italienischen Architekten Leonardo Torriania stammt und daher mediterran leicht wirkt. Die Bürger wurden von Anfang an verpflichtet, keine leicht brennbaren aber durable Baumaterialien für den Bau der Häuser zu verwenden. Uns zieht es zuerst in ein kleines Café in der Fußgängerzone, wir genießen eine Art Schwarzwälderkirschtorte und heiße Schokolade, die von der Konsistenz eher an flüssigen Pudding erinnert, dabei supersüß ist.
5 Stockwerke geht es hinaufLa Immaculata ganz in Silber
Danach besteigen wir kurz vor der 3-stündigen Mittagspause den Kirchturm von Nuestra Señora de la Immaculata Concepción und erfreuten uns an dem Ausblick über die gesamte Innenstadt und das in Wolken gehüllte Aranaga-Gebirge. Anschließend erkunden wir alle Altstadtstraßen und sind sicher, dass wir in den nächsten Tagen noch ein Mal in diese rundum hübsche Stadt zurück kommen werden.
Chocolata, heiß und dickflüssig
Bedingt durch den länger andauernden Regen hat sich eine neue undichte Stelle an unserem Boot gebildet, es regnet durch den Lukenrand über unserem Bett und beim morgendlichen Erwachen war unser Laken und meine Schulter klitschnass, die Capitania hatte mehr Glück, ihre Betthälfte blieb trocken. Wir hoffen, dass sich jemand findet, der die Luke komplett neu eindichtet. Ich trau mich da mit meinem mäßigen Geschick eher nicht ran, weil ich den dünnen Alurahmen beim Loslösen nicht verbiegen will. Die Batterien brauchen mindestens eine Woche nach Zahlungseingang, bis sie von Spanien auf die Kanaren transportiert werden. Es kann also noch einige Zeit dauern, bis wir mal wieder die Segel hissen können…
Der Regen prasselt auf unser Salondach, heute ist Ruhetag, bei der Sonne und bei uns, keine 100 Schritte sind wir gelaufen, noch nicht mal vom Schiff auf den Steg sind wir runtergestiegen. Akuter Bewegungsmangel muss heute die Diagnose lauten, wenn man unser Bewegungsprofil anschaut. Dafür waren wir gestern recht fleißig, zumindest wenn man der Schrittzählerapp des Handys glauben will.
Aras fliegen
Kein Wunder, bei der schieren Größe des Loroparks, dem Tierpark im Norden Teneriffas, der 1970 erstmals seine Pforten für die Besucher öffnete und anfänglich über 150 Papageienarten aus der ganzen Welt dem Publikum präsentierte. Von den Papageien hat der Loropark auch seinen Namen, den Loro ist das spanische Wort für Papagei.
In der Aufzuchtstation
Mittlerweile bemisst die Gesamtfläche des Tierparks stattliche 13 Hektar. Der Loropark beherbergt heute die größte Vielfalt der Welt an Papageien, insgesamt leben hier 350 Papageienarten, Cornelia hätte am liebsten ein paar mit aufs Boot genommen). Eine eigene Aufzuchtstation kümmert sich um den Nachwuchs der bunt gefiederten Vögel und eine Pageienshow (die wir dann nicht mehr gesehen haben) unterhält das Publikum.
Der Schwarm
Wir sind gestern erstmal zu den Pinguinen gepilgert, die in einem riesigen Innengehege bei kalten Temperaturen in einer nett gestalteten Eislandschaft leben. Fische in verschiedenen Lebenszonen kann man auch beobachten, Rochen, Haie, man kann in einem Tunnel unter diesen Raubtieren durchgehen, und diese schweben oben drüber, ein bisschen gespenstig ist das schon.
klatschen wir malOrca in voller Größean Land
Danach ging es zur Orcashow, wir waren tief beeindruckt von diesen gewaltigen Meeresbewohnern. Die Tiere folgen ihren Trainern auf Handzeichen, vollführen Sprünge, spritzen mit ihrer Fluke das Publikum in den vorderen Sitzreihen nass, tanzen ballettartig im Wasser, nicken mit dem Kopf im Takt zur Musik. Wir wussten nicht, dass diese Jäger der Meere so gut zu trainieren sind.
Da ham mer gelacht!gestrandetJump
Nach der Show ist vor der Show und so ging es direkt danach zur Seelöwen-Show und im Anschluss folgten wir den Kunststückchen der Delfine. Beide Veranstaltungen waren ebenso so gut wie die Orcashow und das nahe Verhältnis zwischen Trainer und Tier war beeindruckend.
Einfach mal abhängen!
Wir haben noch die Löwen bestaunt, waren im Aquarium mit den verschiedenen Themenbecken und haben lange stillstehend die Bewegungslosigkeit der Krokodile bestaunt. Irgendwann hat uns der Hunger übermannt und wir haben in einem der kleinen schönen Parkrestaurant eine Pizza vertilgt, die Cornelia und Andy nach langem Anstehen käuflich erstanden haben. Nach 5-stündigem Parkbummel sind wir noch für einen Drink an den nahen Strand und haben dort die brechenden Wellen bewundert. Die rote Flagge zeigte verständlicherweise das Badeverbot an.
Zum Abendessen fuhren Andy und Christiane mit zu unserer Hexe und kurz nach der Ankunft schmorten leckere Hamburger und Bratwürste auf dem Lotusgrill.
Nach dem Essen ging es nochmals raus aus dem Hafen und rein in die Altstadt, denn es war Weihnachtsumzug. Hier ist das heilige Fest noch nicht vorbei und die Kinder erhalten erst am heutigen Tag, also dem 6. Januar, die lang ersehnten Weihnachtsgeschenke. Die Motivwagen sind richtig groß, so wie bei uns zum Karneval, bevölkert mit Weihnachtsmännern, Engeln, Fanatasie- und Filmfiguren. Leider waren wir diesmal ohne Fotoapparat oder Handy unterwegs.
Zu dem Umzug gibt es Weihnachtslieder aus laut aufgedrehten Lautsprechern, viele lachende Gesichter und auf dem Marktplatz einen Kunsthandwerkermarkt. Wenn die Weihnachtsumzüge hier schon so groß sind, wie überwältigend sind dann erst die folgenden Karnevalsprozessionen?