Ein bisschen Kultur

Die letzten zwei Tage in Darmstadt haben wir genutzt, um mal wieder ins Theater zu gehen. Unser Spanisch wird ja jeden Tag besser, aber ob das für einen ganzen Theaterabend ausreichend wäre, wage ich zu bezweifeln. Das machen wir lieber auf deutsch. So sind wir Freitag Abend ins Darmstädter Mollerhaus gezogen, ein Ein-Personen-Stück stand auf dem Programm: “Inneres Ensemble”, von und mit Anouschka Sarafzade. Um es gleich vorweg zu nehmen, ein großartiges Stück!

Eine Schauspielerin und eine Leinwand und ganz wenige Requisiten, aber viele Kostüme.
Bei der Generalprobe eines Stücks ist die Regisseurin vollkomen genervt: Die Schauspielerinnen machen, was sie wollen, keine Szene läuft ungestoppt durch, und sie sucht immer nach dem roten Faden des Ganzen. Am Anfang ist auf der Leinwand im Video ein Zuschauerraum zu sehen, langsam füllt er sich mit den Frauen, alles verschiedene Facetten der Autorin oder der Regisseurin, “eine Reise durch die Vielfältigkeit des eigenen Ichs”, nennt es Sarafzade. Prominent ist die lustige Figur der “Pausenfüllerin”, es gibt die Handwerkerin, die Nichtskönnerin, die Schlussdramatikerin, und und und…

In Real und auf der Leinwand

Immer spielt die Schauspielerin mit der Leinwand, läuft in die gefilmte Szene hinein oder die Regisseurin redet mit dem gefilmten Schauspieler-Ich, sehr spannende siebzig Minuten. Das Publikum war begeistert, wir auch, ein schöner Abend und sehr empfehlenswert, sollte das Stück auf Tournee in Eure Stadt kommen.
Gestern Abend, nachdem die Koffer für unsere Skiwoche gepackt waren, haben wir uns noch in das Darmstädter Jazz-Institut im Achteckigen Haus aufgemacht, und uns bei der Musik der Gruppe “Don’s Bag” mit Gast Jan Belling am Saxophon einen entspannenden Abend zu gönnen. Klassische Jazzstücke aus den sechzigern und Jazzsounds zu Prince, ebenfalls ein gelungener Abend.

Seit sieben Uhr sind wir mit dem Auto unterwegs, durch dicke Nebelfelder in den Niederungen und sonnige Höhenlagen, die Wiesen sind noch leicht mit Schnee bedeckt, nach Österreich zum Skifahren.

Skuril oder nicht?

IMG_7043Cornelia und ich kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Was da in unserem Sichtfeld stand, sprengte alles bisher Gesehene und Entdeckte. Was der Hund dazu dachte, wenn er irgendwas dazu dachte, entzieht sich leider unserer Kenntnis. An der neuangelegten Umgehungstraße bei der Odenwaldgemeinde Reinheim gibt es ein kleines Gewerbegebiet, das zur Zeit aus einem Supermarkt umd einer Autowaschstraße nebst Staubsaugeranlage besteht. Und genau dort springt mir sofort ein rotes Gerät mit dicker weißer Schrift  ins Auge. Cornelia hat noch flott ein paar Sachen im Supermarkt gekauft und ich konnte es schon garnicht mehr abwarten, sie auf dieses echt skurile Ding aufmerksam zu machen.

IMG_7044Und jetzt, Leute, aufgepasst, Trommelwirbel, Tusch und et voilà, steht da eine ritzerote Hundewaschmaschine. Aber nicht nur irgendeine mit Duschkopf und Waschbecken. nein ‘ne echte mit zig Programmen, mit Warmwäsche, Fön und Furz und Feuerstein. Cool. Das Ganze mitten im Odenwald. So eine Maschine haben wir noch absolut nirgends gesehen. Nico lässt ja viel mit sich anstellen und ist auch einiges vom früheren Agilitytrainig gewöhnt.  Deshalb ging es für ihn gleich mal die Rampe rauf, und ab ins Waschbecken.

IMG_7047Zum Fotoshooting sozusagen, denn das Waschprogramm de Luxe mit allem kostet für den Vierbeiner fast soviel wie für die vierrädrigen Blechkarossen. 5 Euro, um genau zu sein. Da fragen wir uns, wer wäscht seinen Hund für 5 Euro an der Hundewaschstraße. Und mitten im Odenwald?

Nico jedenfalls hat nicht um ‘ne Wäsche gebettelt und schaut eher unglücklich aus derselben, nachdem er versucht hat, das Wasser auszutrinken, das war aber dann wohl zu Shampoo-haltig.

Anderes Thema

IMG_7049Das wir gerne grillen, ist landaus landein wohlbekannt. Steaks, Würstchen Spieße, all das gibt es öfter und es geht ja auch relativ schnell. Nach ein paar Minuten Grillzeit über der glutheißen Kohle kann man es sich schon schmecken lassen. Doch manchmal muss es schon etwas Besonderes auf dem Grill sein, sozusagen eine Herausforderung. Heute lag in der gut gefüllten Auslage der Fleischtheke ein wirklich gut gewachsenes und mit 2,5 Kilo auch reichlich schweres Hähnchen. Geschätzte Grillzeit eindreiviertel Stunde bei 150 bis 170 Grad, indirekte Hitze, bei geschlossener Grillhaube. Nur die letzte halbe Stunde bei direkter Hitze, damit die Haut knusprig braun wird. Die Glut zur äußerst langen Grillzeit gab es durch einen Mix aus Grillkohle aus der Gastronomie und normalen Briketts. Die Marinade, aus Salz, Öl, Paprika und Pfeffer wurde immer mal zwischendurch mit Pinsel aufgetragen. Das Ergebnis war optisch und kulinarisch ein  Genuss, dazu gab es passend Pommes und Kroketten. Lecker!