Kategorie: Deutschland

  • Fröhliche Weihnachten!

    Wir wünschen allen Freunden und Lesern unseres Blogs

    eine wunderschöne und friedliche Weihnachtszeit,

    und ein gesundes, glückliches und spannendes neues Jahr!

     

    Die Crew der Hexe: Cornelia Großmann und Volker Mandler mit Bordhund Samy

  • 3. Advent

    Ein Traum von Weihnachtsbaum

    Cornelia hat ihre gesundheitlichen Probleme hinter sich gelassen und ist wieder vollkommen hergestellt, Weihnachten kann jetzt kommen, wie meine Mutter kommentierte. Da ich eine gewisse Leidenschaft für das ganze weihnachtliche Treiben nicht verhehlen kann, geben wir uns diesem auch ganz hin. Wir besuchen, so oft wir können, den Darmstädter Weihnachtsmarkt, wir treffen fast täglich liebe Freunde zum gemütlichen Beisammensein,. Außerdem sind wir vorbereitet, rechtzeitig wurden die Adventskalender für die Kinder verpackt und versandt oder abgeliefert, wir haben so gut wie alle Weihnachtsgeschenke für das Fest besorgt, und seit einer Woche verströmt eine Odenwälder Nordmannstanne ihren nadeltypischen Duft in unserer Wohnung. Vor vier Tagen konnten wir uns nicht mehr beherrschen und haben den Christbaum fix und fertig geschmückt. Irgendwie tue ich mir bei dem Gedanken schwer, Weihnachten in karibischen Gefilden zu verbringen. Hier, das traditionelle deutsche Weihnachten, mit den vorweihnachtlichen Wochen, der Kälte, der frühen nachmittäglichen Dunkelheit und all den gelebten Traditionen, die dazu gehören, das ist genau nach meinem Geschmack.

    Natürlich ist das Thema Segeln trotz aller vorweihnachtlicher Romantik nicht ganz vom Tisch. So erörtern wir seit Tagen, welchen Mann-über-Bord- Sender, zum Anklippen an die Schwimmweste, wir anschaffen sollen. Fest steht, dass es ein AIS-Sender werden soll, mit dem man auf dem Plotterbildschirm am Naviplatz einen Signalpunkt sehen kann, wenn der Sender durch den Wasserkontakt bei einem möglichen Überbordgehen automatisch ausgelöst wird. Ein massives Sicherheitsplus, so ein Sender, wie wir finden. Es gibt grundsätzlich zwei Typen von AiS- Sendern, Die „günstige“ Variante schickt das Signal „nur“ an bis zu acht, vorher einprogrammierte Schiffe, die andere Variante, das AIS-SART sendet zudem einen Notruf im DSC-Verfahren an alle Schiffe, so sie sich denn in der Umgebung befinden. Denn, und das muss man wissen, die Reichweite ist bei den Geräten mit ein bis zwei Watt Leistung limitiert, und wird mit 8-16 Seemeilen angegeben. Das sind Idealwerte, da die Antenne sich auf Schwimmwestenkragenhöhe, also nur ca. 25 Zentimeter über der Wasseroberfläche befindet. Bei Wellen kann man von realistischen 2-4 Seemeilen Reichweite der kleinen UKW-Sender ausgehen. Aber es ist unserer Ansicht nach tausendmal besser, einen von Bord aus ortbaren Sender an der Schwimmweste zu haben,als garnichts, wenn es denn zum Worst-Case-Szenario kommt.

    Der gravierendste Unterschied zwischen den beiden AIS-Sendertypen ist jedoch die Größe, denn der kleine Sender der nur den eigenen Plotter alarmiert, ist so klein, dass man ihn in die eigene Schwimmweste integrieren bzw. daran befestigen kann. Der Sendertyp der auch die umliegende Schifffahrt alarmieren kann, ist so dick und doppelt so schwer, dass er leider nicht in die Schwimmweste integrierbar ist, auch wenn er bessere Funktionen hat und damit mehr Sicherheit bietet.

    Wenn jemand ins Wasser fällt und situationsbedingt aus irgendeinem Grund nicht bei Bewusstsein ist, für den ist der kleine fest integrierte, automatisch auslösende Sender dem AIS-SART-Sender klar überlegen. Ist jedoch der Überbordgegangene bei Bewusstsein und er/sie trägt den AIS-SART-Sender beispielsweise in einer Segeljacke bei sich, hat er die Gewissheit, dass neben dem eigenen auch in der Nähe fahrende Schiffe im Fall der Fälle alarmiert werden. Irgendwann vor dem Rückflug nach Lanzarote müssen wir uns für eines der Systeme entscheiden. Bis dahin werden wir uns durch alle Testberichte, Youtubebeiträge und Internetforen wühlen.

  • … ein Lichtlein brennt

    Fanaktion zum 100. Jahrestages der Gründung des SVD, auf Leinwand gemalt

    Wenn ein fußballerisches Heimspiel gewonnen wird, ist es ein leichtes, der Heimmannschaft zu applaudieren. Doch wenn das Spiel verloren geht, obwohl die heimischen Fußballer jeden Angriff, jede Torchance und all ihre spielerischen Möglichkeiten genutzt haben und dann unglücklicherweise sieglos bleiben, sollte man, sprich die Fans, nicht zu kritisch sein und trotzdem den Spielern am Spielende zujubeln. Für mich als Gelegenheitsstadionbesucher war das heutige Heimspiel trotzdem ein gutes Fußballspiel, auch wenn keine erhofften drei Punkte aufs Tabellenkonto gingen, zumal wenn die Lilien gegen den momentan Tabellenführenden die Punkte verloren haben.

    Der lange Ludwig erstrahlt im Lichterglanz

    Bereits seit neun Tagen sind wir in der Heimat, also in Darmstadt. Wir haben uns akklimatisiert und die einstelligen Temperaturen können uns nicht mehr schrecken. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes haben wir live auf dem Marktplatz verfolgt und die Ansprache unseres Oberbürgermeisters, der gegen Hass und Hetze und für ein verständnisvolles Miteinander geworben hat, wissen wir als weltoffene Bürger, besonders in der heutigen Zeit sehr zu schätzen.

    Wenn wir keine anderen abendlichen Verabredungen haben, gehen wir gerne am frühen Abend für einen Glühwein auf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt vorbei, und sind dabei nicht allein. So viele junge und ältere Menschen finden sich allabendlich vor den zahlreichen Glühweinbuden und anderen Trinkständen ein, dass man sich fragt, was haben die alle gemacht bevor der Weihnachtsmarkt eröffnet wurde. Bei den anderen Verkaufsständen hingegen kann man nur hoffen, dass sie tagsüber bessere Geschäfte machen.

    Advent, Advent

    Laut Wetterbericht sollen gleich ein paar Schneeflocken vom Himmel herab fallen, die erste Kerze am Adventskranz brennt stimmungsvoll und die Capitania backt Weihnachtsplätzchen. Wenn es jetzt noch ein Meer vor der Haustür gäbe…

  • Wir ham den Vater Rhein…

    …in seinem Bett geseh’n, und das war wunderschön!

    Die Stars des Tages

    Am letzten Wochenende haben wir einen Ausflug an den Rhein unternommen, zusammen mit Freundin Petra, die dafür, vom Rhein an den Rhein, aus Düsseldorf angereist ist. Wir wollten der spätsommerlichen Hitze in der Stadt entfliehen, und ein Stück vom Rheinsteig gehen.oder auf der linksrheinischen Seite eine schöne Rundwanderung machen. Nach einigem Suchen hat Volker in Boppard ein nettes Hotel mit Schwimmbad (!) gefunden, das auch noch Platz für uns hatte, sogar ein Zimmer mit Rheinblick haben wir ergattern können. Doch vor dem Preis stand der Fleiß!

    Ach wie ist es am Rhein so schön…

    Ohne Frühstück, nur mit einem Brötchen auf die Hand, sind wir früh in Darmstadt gestartet, Samy haben wir für ein „Hundeferienwochenende“ zu Tochter Larissa gebracht, für ihn wäre unser Sportprogramm zu heftig gewesen. An Mainz vorbei ging es Richtung Hunsrück, irgendwann wurden die Wälder immer dichter und die Städte kleiner und weniger häufig, dann plötzlich der großartige Ausblick über das Rheintal.

    Der Weinlehrpfad

    Eigentlich hatte ich eine Wanderroute ab Bad Salzig durch den Wald mit „Fünfseenblick“ ausgewählt, aber nachdem Volker den Wagen in Boppard abgestellt hatte, verspürte er keine Lust mehr, diesen noch einmal zu bewegen, und machte sich statt dessen auf dem Touristenbüro schlau, welche Wanderrouten man direkt ab Boppard unternehmen kann. Ein Weinlehrpfad schien ihm passend, sind Petra und ich doch passionierte Weintrinker, da können wir beim Laufen noch etwas lernen. „So machen wir das, wir ziehen die Wanderschuhe an, und los geht’s.“

    Kampf mit der Steigung

    Etwa zwanzig Minuten mussten wir laufen, sehr schön am Rhein entlang bis zum Beginn des Rundwegs. Dann kam die erste Herausforderung, denn zunächst mussten 200 Höhenmeter überwunden werden, auf kleinen Stufen hinter dem Klärwerk des Ortes, das verständlicherweise nicht für ganz leckere Atemluft sorgt. Oben angekommen war ich bei fast dreißig Grad im Schatten einigermaßen demotiviert, tröstete mich aber damit, dass wir so (hoffentlich) das längste steile Stück hinter uns hätten.

    Wunderbare Aussichten

    Belohnt wurden wir mit einem großartigen Blick über die Rheinschleife, wie überhaupt die gesamte Wanderung mit einer großartigen Aussicht überzeugte. Natürlich ging es immer mal rauf und runter, wie das in Weinbergen so ist, und natürlich gab es dort leider keinen Schatten auf lauschigen Waldwegen. Wir sind aber trotzdem die deutlich längere Weinlagenwanderung gegangen, gut zwölf Kilometer in zweieinhalb Stunden bei 30 Grad war für uns alle eine mehr oder weniger sportliche Herausforderung, aber es hat sich gelohnt. Wir haben auch hier und da von den sehr süßen Brombeeren gekostet, und auch die eine oder andere Traube, wobei wir dabei die höheren Steillagen bevorzugt haben, die waren nämlich deutlich süßer. Gelernt haben wir auch etwas, über Trauben und Lagen usw., es war also auch für das Gehirn gesorgt.

    So viele Schritte…

    Beeindruckt haben uns die Gefälle (oder Steillagen) der Hänge, bis zu 80% Steigung soll es haben, wir sinnierten darüber, wie man da wohl mit den schweren Körben (Hotten) auf dem Rücken einen sicheren Stand haben kann, Hut ab vor allen, die das jetzt bald anfangen. Ich würde vor Schreck direkt bis hinunter zum nächsten Weg oder direkt bis zur Schnellstraße rutschen!

    Die Fähre hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel

    Alles in allem war es eine wunderschöne Wanderung, auch der späte Nachmittag mit Blick vom Balkon wie das Abendessen direkt am Rhein haben uns allen Dreien einen großartigen Tag beschert, den wir sicher in hervorragender Erinnerung behalten werden.

  • Ausflug in die Großstadt

    Am Freitag Morgen bin ich mit Freundin Steffi losgezogen, um einen Tag Großstadtluft zu schnuppern. Mit der S-Bahn sind wir nach Frankfurt bis zur Hauptwache gefahren, gemütlich, einfach, ohne Parkplatzsorgen.

    Der Eschenheimer Turm

    Steffi war ganz begeistert, denn auf der Schillerstraße waren die Stände zum Wochenmarkt aufgebaut, die Auslagen voll mit den leckersten Früchten und Gemüsen, aber auch Käse, Wurst, Oliven und andere Delikatessen werden dort feil geboten. Zum Frühstück haben wir uns einen Mohnstriezel ausgesucht, dazu einen leckeren Kaffee, wir saßen mit Sicht auf den Eschenheimer Turm, und das bei schönstem Sonnenschein.

     

    Das Maggi Kochstudio

    So gestärkt sind wir zur Zeil gelaufen, haben in dem großen Karstadt-Kaufhaus für Ulrike aus Lanzarote den Body gekauft, dank Whatsapp mit Rückfragen zu Modell und Größe. Im Erdgeschoss gibt es eine Ecke mit Kusmi-Tee, alle Sorten zum Riechen, und einen Früchte-Eistee durften wir probieren. Steffi hat sich für eine Packung weißen Tees (das sind nur die obersten Spitzen der Teepflanze, die von Hand geerntet werden) mit Mangoaroma entschieden, das wird ihr die nächsten Morgen versüßen.

    Brockhaus Brunnen auf der Zeil

    Wir schlendern noch ein bisschen über die Zeil, vorbei an dem weißen Marmorbrunnen, den Lutz Brockhaus gestaltet hat, sind uns aber einig, dass es uns mit dem Wochenmarkt in der Schillerstraße besser gefallen hat, gehen weiter Richtung Römer und Paulskirche, nicht ohne einen Einkaufsstopp in meinem Lieblingsladen, bei „Blutsgeschwister“, einzulegen.

    Steffi in der Nationalversammlung

    Danach stand Kultur auf dem Programm, das Innere der Paulskirche schauten wir uns an, dort wo die Nationalversammlung tagte, und alljährlich der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen wird. Die kürzlich renovierte Leonardskirche ist leider noch nicht für das Publikum geöfnet, wir laufen weiter zum Main, dort stehen aber so viele Buden vom Museumsuferfest, das brauchen wir jetzt nicht.

    Der Eiserne Steg

    Noch ein Blick auf den Eisernen Steg, die bekannte Brücke, die Sachsenhausen mit der Altstadt von Frankfurt verbindet, dann laufen wir zurück zur Hauptwache, stärken uns nach diesen Anstrengungen ganz klassisch im Café Hauptwache mit Frankfurter grüner Soße und Handkäse, dann bringt uns die S-Bahn wieder zurück ins beschauliche Darmstadt.

  • Samy in the sky

    Am Samstag sind wir von Lanzarote nach Frankfurt geflogen. Mit Samy in der großen Kiste im Gepäckraum, und ganz viel Bauchweh. Schon in den Tagen davor haben wir uns immer wieder Gedanken gemacht: „Wird Samy den Flug gut überstehen? Wird er bellen? Geht er problemlos am Flughafen in die Kiste?“. In der Nacht davor haben wir beide (der Hund eher nicht) schlecht geschlafen und waren schon vor der Abfahrt vom Boot nervös. Für den kurzen Trip mit dem Shuttlebus von der Autovermietung zum Flughafen musste Samy auch schon in die Box. Das hat er problemlos mitgemacht, ein besonders leckeres Leckerli hat ihn schnell überredet.

    Am Flughafen natürlich die für diese Jahreszeit typische Schlange an den Eincheck-Schaltern, obwohl wir mehr als zwei Stunden vor Flugbeginn dort waren. Nachdem wir endlich die Koffer abgegeben hatten, wurden wir von einem Airport-Mitarbeiter übers Gelände zum Security-Bereich geführt, ab dort durfte nur noch einer mit, und nach der Sicherheitskontrolle, Samy musste alleine und ohne Leine durch den Menschen-Scanner, kam er in die Box, und wir mussten ihn unter Fremden lassen.

    Dummerweise hatte unser Flug schon vor dem Start eine dreiviertel Stunde Verspätung, wir haben oben in der Lobby gewartet, Samy in der Kiste. Der Flug an sich war angenehm, kleine Turbulenzen, aber ansonsten sehr schön, mit guter Sicht über den Atlantik, Portugal, Spanien, Frankreich und schließlich Deutschland.

    In Frankfurt ging es zunächst schnell, klar waren wir auf einer Außenposition, aber wir haben gesehen, dass man zügig anfing, das Gepäck, und hoffentlich auch den Hund, auszuladen. Schließlich saßen auch wir im Bus, aber da gab es immer wieder Stau, weil die Busse über die Rollbahnen fahren, und entsprechend den ankommenden oder abfliegenden Flugzeugen die Fahrbahn freimachen mussten. Endlich waren wir bei der Gepäckausgabe, ich stehe am Sperrgepäck, schon kommt Samys Box, ich hebe ihn runter, öffne die Türe, und Samy kommt mir schwanzwedelnd entgegen als käme er aus dem Kofferraum eines Autos, und nicht von fast sieben Stunden in der Flugkiste.

    Da sind ganze Felsbrocken auf den Boden der Gepäckausgabe des Frankfurter Flughafens gestürzt!

  • Prost Neujahr!

    Bevor wir jetzt an dieser Stelle der gesamten Familie, all unseren ( Segel)-Freunden und Bloglesern einen guten Start ins neue Jahr 2019 wünschen, will ich erst noch einmal die letzten paar Tage Revue passieren lassen. Wir hatten ein sehr schönes Weihnachtsfest mit unseren Kindern, mit vielen glücklichen und unvergesslichen Momenten. Unsere Bescherung beispielsweise, das traditionelle Familienraclette und viele Stunden, die wir zusammen waren, die uns an die Zeit erinnern, in der die Kinder noch kleiner waren und das tägliche Zusammensein mit ihnen Alltag war.

    An den Tagen nach Weihnachten haben Cornelia und ich unsere neue Kameradrohne ausprobiert und erste Filme mit diesem coolen Fluggerät gemacht. Der Spagat ist jetzt am Anfang noch, die Drohne sicher zu fliegen und gleichzeitig am Handybildschirm, das an die Fernbedienung angeklemmt ist, die Kamera zu steuern und Sonderfunktionen des Quatrokopters abzurufen. Multitaskingfähigkeiten sind gefragt, das klappt mal besser und mal schlechter, wir üben weiter. Bis wir mit der Drohne vom segelnden Schiff aus filmen können, muss noch einiges an Knowhow erworben werden, auch wenn wir bis jetzt crashfrei mit dem Ding unterwegs waren.

    Vor zwei Tagen war für mich Wandertag, wir sind zu viert von Beedenkirchen zur Darmstädter Fischerhütte gewandert. Vorbei ging unser Weg an bekannten Ausflugszielen wie der Kuralpe, den beschaulichen Odenwalddörfern Neutsch und Frankenhausen hinein ins Mühltal, am Ende des Nachmittags standen über 18 gelaufene Kilometer auf dem Handydisplay. Herzlichen Dank an Jörg, Thomas und Christian, dass ich bei diesem tollen Erlebnis dabei sein durfte, auch wen ich gestern einen ordentlichen Muskelkater hatte.

    Silvester habe wir zuhause mit lieben Freunden verbracht und ab Mitternacht das Feuerwerk auf der Mathildenhöhe mit einigen Metern Sicherheitsabstand betrachtet. Jedes Jahr pilgern Menschenmassen dorthin und verpulvern, was der Feuerwerkshandel so her gibt. Das ganze Rumgeballere ist allerdings nicht mein Ding, ich bin nach ein paar Minuten zu Samy in die Wohnung zurück. Der Hund hat tatsächlich die Ruhe weg und reagiert selbst bei Megaböllern, die neben dem Haus explodieren, nicht und bleibt ruhig in seinem Körbchen liegen, oder zernagt seelenruhig das Hundeleckerli (Samy hat seine Chance gewittert und lag auf dem Bett, als Volker in die Wohnung kam!).

    Wann genau es zurück zum Schiff geht, lässt sich, Stand jetzt, nicht so genau vorhersagen, es kann vielleicht noch ein bisschen dauern. So, aber jetzt zum Schluss wünschen wir allen Freunden alles erdenklich Gute zum neuen Jahr, Glück, Gesundheit und Zufriedenheit!

  • Irrwege im Paketdienst

    Einmal, nur ein einziges Mal, habe ich unsere Adresse angegeben für eine Sendung. Ansonsten bestelle ich immer alles zu Larissas Adresse, denn in dem Haus sind nicht so viele Parteien, und immer jemand zuhause, der die Pakete für den Rest annimmt.

    Doch von vorne. Seitdem unser SSB-Gerät eingebaut ist, haben wir ein Problem damit, dass es sich manchmal, ganz plötzlich, unter Abgabe eines hässlichen lauten Tons abschaltet, und die Funkeinheit „einfriert“. Es hat eine Weile gedauert, bis herauskam, dass noch mehrere Boote diesen Fehler hatten, und Icom, der Hersteller, sich bereit erklärt hat, die fehlerhaften Teile in dem Gerät auszutauschen. Dafür muss aber die Einheit nach Hamburg geschickt werden. Von den Kanaren aus schien uns das viel zu riskant, denn auch die Wiedereinfuhr würde erhebliche Probleme beim Zoll aufwerfen. Also haben wir es so geplant, dass wir zu unserem Heimaturlaub im Sommer die Blackbox mit nach Hause nehmen, und sie von Darmstadt aus versenden, und auch dorthin zurück geliefert bekommen.

    Dumm war natürlich, dass wir bei der Abreise vom Boot vergessen haben, unsere SSB-Unit, die Blackbox, die hinter unserer Sitzbank verstaut ist, auszubauen und mitzunehmen. Und natürlich fiel uns das erst nach ein paar Tagen auf, als wir die To-Do-Liste abarbeiteten. Outremer hat sich freundlicherweise bereit erklärt, die Box auszubauen und uns zuzuschicken. Damit ich sie nicht noch mehr verwirre, habe ich nicht darum gebeten, dass es an Larissas Adresse gehen soll.

    Am 21.6. bekomme ich die Nachricht von Outremer, dass das Paket morgen verschickt werden soll. Super, denke ich, dann haben wir ja noch genug Zeit. Aber das Paket kommt und kommt nicht. Am 29. Juni frage ich bei Outremer nach, und sage, dass ich ein bisschen beunruhigt bin. Daraufhin bekomme ich den Nachweis mit der Tracking-Nummer. Bei meinen Recherchen muss ich feststellen, dass angeblich bereits zweimal versucht wurde, das Paket zuzustellen. Nur dass wir beide Male zu der genannten Uhrzeit zuhause gewesen sind. Ich rufe bei der DPD an, bekomme die Auskunft, dass das Paket am nächsten Morgen erneut zugestellt werden soll, die genaue Uhrzeit würde ich über die Paketverfolgung am Ausliefertag erfahren.

    Zwischen zehn und zwölf Uhr sitzen wir abwechselnd draußen vor der Tür, damit der Auslieferer keine Ausrede haben kann, aber es kommt kein DPD-Wagen in unsere Straße. Empört rufen wir wieder an, erst beim zweiten Anruf wird klar, dass das Paket gar nicht in den Wagen geladen wurde. Na, dann kann es ja auch nicht ausgeliefert werden. Wir bieten an, es in Raunheim abzuholen, aber das geht nicht, die Abläufe sind so mechanisiert, da kann man nicht eingreifen. Aber offensichtlich ein Paket vergessen!

    Natürlich wird uns versichert, dass es am nächsten Tag zugestellt werden soll, wieder sollen wir auf der Website die genaue Uhrzeit bekommen. Ganz früh am nächsten Morgen schaue ich nach, da steht: „Wir konnten Sie dreimal nicht erreichen, das Paket wird an den Versender Outremer zurückgeschickt. Bitte setzen Sie sich mit dem Versender in Verbindung.“ Das schlägt dem Fass doch den Boden aus!

    Nach weiteren Telefonaten wird uns versichert, dass unser Paket am nächsten Morgen kommt, „Nein, heute geht das nicht mehr, wir bekommen das nicht auf den Wagen“. Fast haben wir schon resigniert, da hält Volker das Paket pünktlich um 11:10 in der Hand und wundert sich, dass es so leicht ist. Kein Wunder, es ist das Pactor-Modem drin, und nicht die Blackbox, Schicksal. Es war auf jeden Fall gut gemeint…

  • Ein bisschen Kultur

    Die letzten zwei Tage in Darmstadt haben wir genutzt, um mal wieder ins Theater zu gehen. Unser Spanisch wird ja jeden Tag besser, aber ob das für einen ganzen Theaterabend ausreichend wäre, wage ich zu bezweifeln. Das machen wir lieber auf deutsch. So sind wir Freitag Abend ins Darmstädter Mollerhaus gezogen, ein Ein-Personen-Stück stand auf dem Programm: „Inneres Ensemble“, von und mit Anouschka Sarafzade. Um es gleich vorweg zu nehmen, ein großartiges Stück!

    Eine Schauspielerin und eine Leinwand und ganz wenige Requisiten, aber viele Kostüme.
    Bei der Generalprobe eines Stücks ist die Regisseurin vollkomen genervt: Die Schauspielerinnen machen, was sie wollen, keine Szene läuft ungestoppt durch, und sie sucht immer nach dem roten Faden des Ganzen. Am Anfang ist auf der Leinwand im Video ein Zuschauerraum zu sehen, langsam füllt er sich mit den Frauen, alles verschiedene Facetten der Autorin oder der Regisseurin, „eine Reise durch die Vielfältigkeit des eigenen Ichs“, nennt es Sarafzade. Prominent ist die lustige Figur der „Pausenfüllerin“, es gibt die Handwerkerin, die Nichtskönnerin, die Schlussdramatikerin, und und und…

    In Real und auf der Leinwand

    Immer spielt die Schauspielerin mit der Leinwand, läuft in die gefilmte Szene hinein oder die Regisseurin redet mit dem gefilmten Schauspieler-Ich, sehr spannende siebzig Minuten. Das Publikum war begeistert, wir auch, ein schöner Abend und sehr empfehlenswert, sollte das Stück auf Tournee in Eure Stadt kommen.
    Gestern Abend, nachdem die Koffer für unsere Skiwoche gepackt waren, haben wir uns noch in das Darmstädter Jazz-Institut im Achteckigen Haus aufgemacht, und uns bei der Musik der Gruppe „Don’s Bag“ mit Gast Jan Belling am Saxophon einen entspannenden Abend zu gönnen. Klassische Jazzstücke aus den sechzigern und Jazzsounds zu Prince, ebenfalls ein gelungener Abend.

    Seit sieben Uhr sind wir mit dem Auto unterwegs, durch dicke Nebelfelder in den Niederungen und sonnige Höhenlagen, die Wiesen sind noch leicht mit Schnee bedeckt, nach Österreich zum Skifahren.