Ausgeflogen

Kirsten und Birger aus Potsdam zu Besuch

Kirsten und Birger aus Potsdam zu Besuch

Am Sonntag wollten wir ja eigentlich mit unseren Potsdamer Freunden in die verschiedenen Museen der Stadt Cartagena, insbesondere wollte ich in das Museum des römischen Theaters, aber es war so schönes Wetter, dass wir beschlossen haben, einen Ausflug zu machen, und zur Cala Cortina zu laufen. Kirsten und Birger aus Potsdam, unsere Freunde hier an Bord, müssen und wollen natürlich mit, Martina und Jens von der Maje kommen auch mit. Wir laufen zuerst ein längeres Stück durch Industriegebiete, aber Martina und ich haben uns ja länger nicht mehr gesehen, und so mussten wir mal locker drei Monate nachholen, so viele Wörter sind wohl selten diese Straßen entlang geströmt….

IMG_2540 IMG_2541Oben bot sich ein großartiger Blick auf das Fort San Julian, eine der beiden Festungen, die die Stadt Cartagena bewachen, und rings um die Bucht gibt es noch viel mehr davon. Noch ein Stückchen weiter über Treppen und Felsen, und wir sind in der Cala Cortina.

Cala Cortina

Cala Cortina

Rast in der Bucht

Rast in der Bucht

Die Sonne scheint aufs Meer

Die Sonne scheint aufs Meer

Da gibt es auch ein berühmtes Fischrestaurant, wir verkneifen uns das heute, Volker hat nämlich Bierdosen und Schokolade im Rucksack, Martina Weingummis, und so machen wir eine Rast auf den Felsen, Nico gefällt das auch, nachdem er sich mit den beiden anderen Hunden genügend angeschnüffelt hat.

Am Abend grillen wir mal wieder, wunderbares Iberico-Schwein, gutes Rind und dazu einen herzhaften Salat und Fladenbrot, das ich am Sonntag Abend noch bei einem arabischen Laden gefunden habe. Martina und Jens kommen auf einen Schnack und wir beschließen die Regatta „Nixen gegen Neptun“, Martina und ich ich gegen Volker und Jens, über den Atlantik, die Jungs haben schon Angst vor den Nixen, haha!

Heute, am Montag, war der Skipper krank. Mehrfach war er in der Nacht aufgewacht, hatte über Halsschmerzen, Husten und Ohrenschmerzen geklagt, und sich am Morgen mit Fieber krank und arbeitsunfähig gemeldet. Wir haben ihn umtüttelt, versucht, die Leiden zu lindern durch unsere mitfühlende Anwesenheit, aber er wollte lieber alleine sterben.

Also haben wir drei (oder vier, mit Nico) uns aufgemacht, um den beiden Potsdamern das Cabo Tiñoso zu zeigen. Der Weg aus der Stadt ist dank des Navis schnell geschehen, nach dem steinigen Weg nach oben sind wir froh, dass heute, an einem wolkenverhangenen Montag, nicht viel los ist, und uns nur wenige Autos auf der schmalen Straße entgegen kommen, denen wir ausweichen müssen.

Die Regenfront kommt aus Osten

Die Regenfront kommt aus Osten

Das Wetter wird leider immer schlechter, heute morgen zeigte Cartagena sich noch im Sonnenschein, aber jetzt wird es immer grauer, und bald fallen die ersten Regentropfen. Wir parken unseren Opel Corsa auf dem kleinen Parkplatz und schauen uns, schon auf dem Weg in die Festung, nach einem Ort um, wo wir uns vor dem annähernden Regen verstecken können. Wir finden auch einen Platz auf einem der heutigen Aussichtstürme, die früher offensichtlich für die Steuerung der beiden Kanonen zuständig waren.

So sah die Bucht heute aus

So sah die Bucht heute aus

Zwei holländische Männer und zwei englische Paare haben sich auch dort eingefunden, gemeinsam warten wir das Ende der Regenfront ab, die da aus Osten über die Bucht schwebt. Ganz anders sah das aus, als wir vor zwei Wochen mit unserem belgischen Gitarrenbauer hier oben waren!
Das gleiche Bild gibt es, mit anderem Wetter, bei:
Mal etwas ausführlicher…

Die Obstbäume fangen an zu blühen

Die Obstbäume fangen an zu blühen

Auf dem Weg nach unten fotografieren wir die ersten Obstbaumblüten, machen einen Abstecher nach Mazarrón zum Mittagessen am Hafen, essen leckere Pasta, und nach einem heißen Café con Leche wird mir auch wieder warm, nicht zuletzt von der schönen Stimmung in dem ziemlich voll besetzten Restaurant am Hafen. Das Boot von Daniel liegt wieder an seinem alten Platz, er selber ist aber nicht da, vielleicht baut er schon wieder eine neue Gitarre…

Lauter Obstbaumplantagen

Lauter Obstbaumplantagen

Blick über die Ebene mit den Terrassen

Blick über die Ebene mit den Terrassen

Noch ein kleiner Abstecher auf dem Weg nach Cartagena, ein Hügel lockt uns mit einer unvergleichlichen Aussicht. Wir schauen über eine schier endlose Ebene mit Obstbaum- und Olivenplantagen, alten terrassierten Gegenden im Westen, und unglaublich viel Müll direkt um uns herum.

Auf dem Heimweg liegt ein riesiger  Eroski-Supermarkt an der Strecke, mit ungefähr 25 verschiedenen Zauberstäben und 40 verschiedenen Föns im Angebot, daneben auch 35 verschiedene Pizzas, Butterpäckchen und Toilettenpapier. Was für eine Qual der Wahl, kein Wunder, dass wir die Hälfte der angeforderten Artikel vergessen. Wir suchen für Volker die gewünschten asiatischen Leckerbissen wie Mie-Nudeln (erfolgreich) und Ketchup Manis (leider nicht vorhanden, dafür gibt es aber bei den ausländischen Spezialitäten neben Shortbread und Kikoman-Sauce Sauerkraut und deutsches Müsli).

Unser kranker Skipper liegt danieder auf dem Sofa, als wir ankommen, Ursel’s asiatisches Spitzkohl-Rezept muntert ihn nur ein bisschen auf, und der immer wiederkehrende Regen tut sein Übriges, ab morgen wird es, angeblich, besser!

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Verdoppelt und Siedler an Bord

Eine beeindruckende Statue für die Leidenden des Bürgerkriegs

Eine beeindruckende Statue für die Leidenden des Bürgerkriegs

Nach langer Planung,  Flugpreisvergleichen, und der notwendigen Urlaubsplanung mit Kollegen und Vorgesetzten haben unsere Freunde Birger und Kirsten aus Potsdam vor einiger Zeit entschieden, uns für mehrere Tage in Spanien zu besuchen.

Wir unsererseits haben überlegt, wo wir uns treffen können, welcher Hafen gut vom Flughafen zu erreichen ist, wo es auch entsprechend schöne Dinge in der Umgebung zu finden sind zum gemeinsamen besichtigen und ob der Ankunftsflughafen auch geschickt ist für den Rückflug. Nur für den Fall, dass wir deutlich weiter segeln, während der gemeinsamen Tage an Bord. Es hat sich ergeben, dass wir in Cartagena bleiben und nicht bis Valencia segeln; da hatten sie aber schon den Flug dorthin gebucht, so sind wir eben 300 km gefahren, um sie abzuholen.

Das sind die Blätter...

Das sind die Blätter…

Das ist der Stamm...

Das ist der Stamm…

...und das ist der Baum

…und das ist der Baum

Noch ein paar Bilder zu unserem Rätsel, falls das weiter hilft, Sabine.

Aber erst noch mal ‘ne kleine zeitliche Rolle rückwärts, seit gestern weht eine deutsche Flagge mehr im Hafen, unsere Segelfreunde Jens und Martina von der Maje sind hier im Hafen mit ihrer schönen Hallberg-Rassy 31 eingetroffen. Die Wiedersehensfreude war groß, Anfang Dezember haben sich unsere Wege in Lagos getrennt. Viel haben Jens und Martina seitdem erlebt, nicht alles war schön und so gab es viel zu bereden.

Die gestrige Runde wurde von Bernhard, Beate und ihrem  Sohn Alexander komplettiert (die österreichisch-deutsche Familie besegelt schon seit sechs Jahren die sieben Weltmeere) und der frühe Abend wurde allzu schnell zur späten Nacht.

Jetzt noch mal zum heutigen Tag, um 11 Uhr haben wir uns mit unserem Leihwagen aufgemacht, um Kirsten und Birger in Valencia vom Flughafen abzuholen, Die dreistündige Autofahrt verging fast wie im Flug, die Küstenautobahn bietet so viele schöne Aussichten auf das Meer, die Berge und endlos lange Orangenplantagen.

Der Flieger landete pünktlich und “unsere neue” Crew kam recht bald durch die Zollkontrolle. Nach einer nur kurzen Begrüßung, wir haben etwas unglücklich geparkt und ein Kontrolleur gab Cornelia deutlich zu verstehen, dass sie bald ein dickes Strafgeld “una buena multa” zahlen muss, sind wir huschwusch ins Auto eingestiegen.

und es fiel noch ein halbes Grad...

und es fiel noch ein halbes Grad…

Schnee auf der Autobahn 100 km vor Cartagena

Schnee auf der Autobahn 100 km vor Cartagena

Auf der Rückfahrt gab es viel zu berichten und noch mehr zu sehen als auf der Hinfahrt. Wir haben die deutlich weiter im Land liegende Autobahn dafür gewählt. Die Landschaft mit den wild zerklüfteten Bergen, den terrassenartigen Anbauflächen und den schier endlosen Ebenen hat uns in ihren Bann gezogen. Etwas überrascht hat uns nur das Wetter, die Straßen gehen auf und ab und plötzlich haben wir Schneefall. Die Temperatur ging in den Keller und die Außentemperaturanzeige unseres Leihwagens blinkte eindringlich. Der  Spuk war schnell vorüber, als wir uns Alicante näherten und und uns wieder auf Meeresniveau befanden.

IMG_2539Als Gastgeschenk haben unsere lieben Freunde den Siedler mitgebracht, einen guten Gin, von der Werder-Havelregion. Kurzes Fazit von heute, Crew an Bord von zwei auf vier  verdoppelt und Siedler an Bord, was will man mehr.

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Stark verwurzelt und elastisch verbunden

IMG_2445In jedem Park sieht man sie, es gibt kein Waldstück ohne, und auch in städtischen Bezirken gibt es wahrhafte Riesen. Manchmal sehen die Wurzeln aus wie märchenhafte Gestalten aus einer anderen Welt, und hin und wieder sind die Stämme so verdreht, dass man meinen könnte, ein Riese hätte mit der ganzen Kraft seiner Hände den Stamm verdreht.

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Uns faszinieren diese gigantischen Bäume, ihr Laubdach ist so dicht, dass nahezu kein Stück des Himmels sichtbar ist. Zuhause, also in Darmstadt, haben wir so ein Gewächs in herrlich klein und zierlich, mit der Bezeichnung Kirschlorbeer im Garten stehen. Wie diese wurzelnden Baumgiganten, die es auch bezüglich ihres Stammdurchmessers mit den amerikanischen Sequoias spielend aufnehmen können, heißen, wissen wir leider nicht. Kein Herkunftsschild verrät Namen oder Alter. Also, liebe Leser, wer die Bezeichnung dieser schönen Bäume kennt, möge sie uns bitte verraten! (Bei”Wikinger an Bord” gibt es einen Film, in dem man den Baum noch genauer sieht.)

 

Oben neu, unten alt: Auf die Mischung kommt es an!

Oben neu, unten alt: Auf die Mischung kommt es an!

Auf jeden Fall fühlen wir uns hier in Cartagena sehr wohl und irgendwie stark verwurzelt. Einen Drang zur schnellen Weiterreise verspüren wir im Moment nicht, was sicherlich zum einen mit den extrem kühlen Temperaturen in Barcelona (dort schneit es im Moment) oder auf den Balearen zu tun hat. Aber zum anderen haben wir hier einige Segler kennengelernt, die mit ihren Geschichten, ihrer Lebensart und ihren Sichtweisen der Dinge, unseren Aufenthalt deutlich bereichern. Und über die Vorteile der Stadt haben wir ja schon mal berichtet… Wir bleiben also noch eine Weile!

 

Hier breiten die Fischer ihre Netze zum Trocknen aus

Hier breiten die Fischer ihre Netze zum Trocknen aus

 

Die Verbindung von unserem Schiff zu dem jeweiligen Steg, Ponton oder Kai ist eine ganz andere Geschichte. Manchmal liegen wir längsseits an einem Steg und werden dann von insgesamt vier Leinen gehalten, oft liegen wir, seit wir im Mittelmeer sind, an einer sogenannten Muring. Eine Muring ist eine Leine, die an einer großen Kette in der Hafenmitte festgemacht ist und von dort aus zum Steg oder Kai führt. Die Muringleine greift man sich beim Anlegen und belegt diese dann straff gespannt auf dem Vorschiff. Zwei Achterleinen halten das Schiff zusätzlich hinten stabil zum Kai.
Uups, das war lang, aber jetzt wird es spannend. Jedenfalls gibt es zahlreiche Häfen, die bei unterschiedlichen Wellenrichtungen ganz schön schwellig bzw. schaukelig sind. Das Schiff wird von den Wellen beschleunigt und von den Leine wiederum hart abgebremst, dieses ständige Rucken spürt Man (n) deutlich. Sehr unangenehm.

IMG_2473IMG_2462Glücklicherweise gibt es in der heutigen Zeit zahlreiche Ruckdämpfer aus den unterschiedlichsten Materialien. Es gibt eiserne Federn, die effektiv, aber schwer sind, und wenn sie denn rosten, auch noch  quietschen.

IMG_2471IMG_2464Es gibt gummiartige Ruckdämpfer mit Anlehnungen ans Phallische und pfiffige MC Gyver-artige Individuallösungen wie den abgebildeten Gummireifen.

 

IMG_2461 IMG_2456Wir haben lange nachgedacht und uns für eine Gummiseillösung entschieden. Dazu wird die Gummileine mehrfach an die Festmacherleine angeknotet oder eingeflochten und fertig ist der günstige Ruckdämpfer. Gerade mal 8 Euro haben die 10 Meter Gummileine gekostet. Ein Stahlfederdämpfer schlägt hingegen mit ab 45 Euro zu Buche, der gummihaltige Ruckdämpfer mit ca. 25 Euro, nur der Altreifendämpfer ist noch billiger, dafür schwerer zu entsorgen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Unsere Seillösung funktioniert prächtig, die Bremsbewegungen der Leine sind jetzt viel sanfter, das Gummiseil erfüllt seinen Zweck.
Wer noch gute Ideen zur Ruckdämpfung bei Schiffen hat, maile die uns bitte zu, vielen Dank.

Und zum Schluss noch ein kleines Rätsel: Was sehen wir denn da?

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Seefahrerkulturen und andere

Die Industrie- und Handelskammer ist hier auch für die Seefahrt zuständig

Die Industrie- und Handelskammer ist hier auch für die Seefahrt zuständig

Der Sturm ist vorbei, der Luftdruck steig stetig, der Wind hat auf Nordwest gedreht. Kühler ist es geworden, der Wind kommt jetzt aus den Bergen, das Gebläse unsere Dieselheizung fächelt warme Luft ins Schiffsinnere. Die Schiffe liegen wieder ruhig an ihren Liegeplätzen, die Wasseroberfläche ist nur noch leicht gekräuselt, und so manchem Schiffseigner ist der Schlafmangel der letzten Nächte noch deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Ruhe nach dem Sturm ist nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm, der schon ab Dienstag wieder die spanische Küste heimsuchen soll, ebenfalls mit Windspitzen bis 100 Stundenkilometern. Wir sind gespannt!

Den heutigen ( Wind-) Ruhetag haben wir genutzt, um zwei ganz nahegelegene Ausstellungen des Nationalmuseums zu besuchen.

Eine Goldfigur, wie sie die Eroberer fanden (woher genau, konnte man nicht sehen)

Eine Goldfigur, wie sie die Eroberer fanden (woher genau, konnte man nicht sehen)

In der Ausstellung „Pacifico”, die hier noch bis zum 5. Februar zu besichtigen ist, geht es um die spanischen Entdeckungen, Eroberungen und Handel der damaligen Seemacht im pazifischen Raum. Vasco Nuñez de Balboa war der erste spanische Eroberer und damit der erste Europäer, der vom amerikanischen Kontinent aus das „mär del sur“, den pazifischen Ozean erblickte. Er und seine Mannen, unter ihnen auch Francisco Pizarro haben von Kolumbien aus den amerikanischen Kontinent durchquert, bis nahezu dorthin, wo der heutige Panamakanal in den Pazifik mündet und brachten reichlich Gold und Edelsteine von dort mit.
Ihm folgte Magellan, der Südamerika durch die später nach ihm benannte Magellanstraße durchsegelte. Seine Reise führte ihn weiter bis in die Südsee. Der Weg von Südamerika bis in die Südsee war geprägt von stetigen guten Winden und vor allem keinen Stürmen mehr, weshalb Magellan diesen Ozean Pazifik nannte, den friiedlichen Ozean. Magellan verstarb dann in der Südsee. Danach eroberten zahlreiche Seefahrer die Südsee. Die seefahrenden Nationen Portugal England und die Niederlande folgten und damit auch zahlreiche Zwistigkeiten zwischen den Mächten. Ein Gebietsverzicht von Spanien, das dafür von Portugal ein kleine Entschädigung von 350.000 Golddukaten erhielt, beendete diese nicht immer glorreiche Geschichte der Spanier im Pazifik zwischen 1515 und 1627.

Phönizische Scherben

Phönizische Scherben

Modell der phönizischen Segler

Modell der phönizischen Segler

In den nächsten Kulturräumen ging es um Unterwasserarchäologie, mit dem Schwerpunkt historischer Entdeckungen unter Wasser. Funde aus dem 7. Jahrhundert vor Christus bis zum 19. Jahrhundert werden in den modernen Ausstellungsräumen gezeigt. Die Sammlung umfasst eine große Anzahl an phönizischen, punischen und römischen Amphoren, sowie ein außergewöhnliches Ensemble an von Elefantenstoßzähnen, zum Teil mit Inschriften, aus der phönizischen Zeit.

Ein Modell zeigt, wie die Schiffe (ordentlich) gepackt werden sollten

Ein Modell zeigt, wie die Schiffe (ordentlich) gepackt werden sollten

Ob diese Schiffe jemals so ordentlich gepackt waren?

Ob diese Schiffe jemals so ordentlich gepackt waren?

Weiterhin beherbergt die Ausstellung Schiffsüberreste und damit wichtige schiffsarchitektonische Beispiele von den genannten Epochen.

 

 

 

Ein Aufgang zur Altstadt

Ein Aufgang zur Altstadt

Wer nun denkt, dass damit schon alle Ausstellungen, Museen und kulturhistorischen Beschreibungen über Cartagena abgearbeitet sind, liegt falsch. Es gibt noch soviel mehr zu sehen in dieser schönen Stadt, das Augusteum, das römische Amphitheater, die punische Mauer und abends gibt es eine ganz andere Kultur, die nicht minder reizvoll ist, die Kneipenkultur. Bedingt durch die zahlreichen Bars, Restaurants, gibt es mit Studenten aus der ganzen Welt und den fröhlichen Spaniern ein herrlich frisches Nachtleben in Cartagena.

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Schlaflos in Cartagena

Eine Erbsenschote vom Markt in Mazarron

Eine Erbsenschote vom Markt in Mazarron als Meditationsobjekt für aufgewühlte Segler?

Was vorhergesagt war, ist bis jetzt eingetroffen, der Luftdruck ist seit gestern im freien Fall, 20 Striche in 24 Stunden. Alle Schiffe im Hafen tanzen Rock’n’Roll an ihren Leinen. Ein ständiges hin und her, vor und zurück und auf und ab. Dazu gibt es die passende Geräuschkulisse, wenn der Wind um die Masten und Stage kreischt. An ruhigen und erholsamen Schlaf ist dabei nicht zu denken und so fühlen wir uns heute beinahe so wie nach einer durchfeierten Nacht. Die Vorhersagen bis Monntag sind nicht gerade brillant, wie auf einerPerlenschnur aufgereiht, ziehen mehrere Tiefdruckgebiete auf uns zu. Die Wettergötter feiern wohl zur Zeit eine ziemlich ausgiebige Party und wir sind die staunenden Statisten.

Uralte Riesenbäume säumen die großen Straßen

Uralte Riesenbäume säumen die großen Straßen

Aber nicht nur das Wetter bestimmt unser Leben, gestern Abend gab es ein Seglertreffen für alle, die hier im Hafen auf ihren Booten leben. Ort der Veranstaltung war die Gaststätte des hiesigen Segelclubs, 35 gutgelaunte Segler und Seglerinnen fanden sich für einige schöne Stunden zusammen. Wir haben die Beknntschaft von jeweils einem englischen, amerikanischen und belgischen Seglerpaar gemacht und die Zeit mit informativen und interessanten Gesprächen ging vorbei wie Flug.
Es ist schon schön zu wissen, mit wem man zusammen im Hafen liegt. Die Frage nach dem woher und wohin ist dabei in aller Regel der “Türöffner” für weitere Gespräche. Über die angelaufenen Häfen, Ankerbuchten und Sehenswürdigkeiten wird sich genau so ausgetauscht wie über Versorgungsmöglichkeiten, Bootszubehörhändler, Waschsalons und andere wichtige Dinge, die das tägliche Seglerdasein betreffen. Kurz gesagt, ein Treffen von Gleichgesinnten.

Zudem haben wir gestern Mittag die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und die komplette rechte Seite unseres Schiffsrumpfes gründlich gewaschen, gewachst und anschließend das ganze bis zum Hochglanz aufpoliert. Wer jetzt will, kann sich in unserer Bordwand spiegeln und fragen wer, der oder die Schönste im ganzen Land ist.

Mit vielen guten Wünschen zum heranahenden Wochenende an unsere Blogleser
von der Hexencrew

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Was kommt da auf uns zu?

Der Wetterbericht der Italiener (super Site)

Der Wetterbericht der Italiener (super Site)

das fragen wir uns schon seit drei Tagen. Bereits da war abzusehen, dass ein Sturmtief im Nordatlantik, ein Tiefdruckgebiet über Italien und ein stark ausgeprägtes Azorenhoch ab Freitag für stürmischen Wind im westlichen Mittelmeer sorgen werden. Seit heute können wir davon ausgehen, dass wir von Freitag bis Sonntag Winden zwischen 50 Km/h und maximal 100 Km/h ausgesetzt sein werden.

Wetter von Infomet, gewöhungsbedürftig, aber präzise

Wetter von Infomet, gewöhungsbedürftig, aber präzise

Wir haben bereits doppelte Festmacherleinen liegen und trotzdem sind wir ziemlich angespannt. Der Hafen ist sicher gut geschützt gegen Wellen aus allen Richtungen, mögliche westliche Fallwinde aus den Bergen können jedoch relativ ungebremst durch den Hafen hämmern, demgegenüber stehen aber sehr solide Steganlagen. Die Abbildungen von den Wetterkarten, mit denen wir u.a. arbeiten, veranschaulichen deutlich, was da genau auf uns zukommen wird.

Heute war nochmal ein echter Sommertag mit leichten Winden, angenehmen Temperaturen und idealen Segelbedingungen. Wir haben davon für Euch auch ein schönes Video gemacht, das Ihr hier anschauen könnt.
Die kurze Strecke von Mazarron nach Cartagena war eigentlich viel zu schnell abgesegelt und die Hafeneinfahrt von Cartagena lag viel zu früh vor unserem Bug. Nun freuen wir uns darauf, diese wunderschöne, tausend Jahre alte Stadt zu erkunden, denn auch, wenn es viel Wind und Welle geben soll, das Wetter bleibt schön, und vorausgesagt ist purer Sonnenschein.

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Mal etwas ausführlicher…

Gitarre oder Benzinkanister?

Gitarre oder Benzinkanister?

Am Samstag haben wir unsere Leinen in Mazarron festgemacht und bis heute auch noch nicht wieder gelöst. Mit anderen Worten, wir fühlen uns hier pudelwohl, haben ganz liebe Menschen getroffen und davon handelt der heutige Blogbeitrag. Vom Segeln können wir diesmal nicht berichten, nur von Seglern, aber das ist manchmal ja auch spannender.

Gitarrenformen

Gitarrenformen

Allerdings war ich nochmal mit einem Belgier auf dem Wasser, um ein 8,5 Meter langes Segelschiff mit Motorproblemen einzuschleppen und damit fängt auch die ganze Geschichte an. Der Belgier, Daniel, ist Gitarrenbauer, lebt seit einigen Jahren hier in Mazarrón und Aguilas, jeder kennt und schätzt ihn. Daniel baut hochwertige Gitarren mit einer makellosen Oberfläche und äußerst hübschen Rosetten und einem grandiosen Klang.

dDie romantische Gitarre mit einem Lächeln

dDie romantische Gitarre mit einem Lächeln

Den großartigen Klang durften wir mehrfach hören, denn Daniel hat Musik mit dem Schwerpunkt Gitarre studiert und am Brüsseler Konservatorium unterrichtet. Das mit dem Gitarrenbau kam später, mit 50 Jahren hat er das Handwerk erlernt und in 21 Jahren 64 Gitarren im Auftrag erbaut. Er baut klassische Gitarren und romantische Gitarren, beide sind Meisterstücke und sehen nicht nur wunderschön aus, sondern klingen auch ganz besonders, mit einem erstaunlich voluminösen Klang bei der viel kleineren romantischen Gitarre. Daniels Bekanntheitsgrad in Spanien steigt, berühmte Gitarrenspieler wie Sara Guerrero, Ruben Parejo und Carles Trepart setzen ihr spielerisches Talent mit den Gitarren von Daniel Bernaert um. Und jetzt kommt der Werbeblock..

Der Griff

Der Griff

Also, wer gut Gitarre spielt, eines dieser wunderschönen hölzernen Kunstwerke erstehen will und bereit ist, für hochwertiges Handwerk ein paar Euros in die Hand zu nehmen, dem seien die Gitarren von Daniel wärmstens empfohlen(danielbernaert@vajra.be).

So haben Daniel und ich erfolgreich die kleine Segelyacht zum Kai geschleppt und dadurch die Bekanntschaft einer lieben menorquinischen Familie mit 3-jähriger Tochter gemacht. Die haben, just eine Woche zuvor, das Schiff käuflich erstanden haben und waren auf dem Weg,es in Etappen nach Menorca zu segeln, Wir hatten an jenem Abend zufällig einen großen gut gefüllten Topf mit leckerem Eintopf auf dem Herd stehen und haben einfach alle auf unser Boot eingeladen.

Fleisch pur

Fleisch pur

Albert, der Familienvater arbeitet berufsmäßig als Profiskipper auf einem 60 Fuß (19 Meter) langen Katamaran und seine Frau Cristina ist ebenfalls eine professionelle Seglerin und Bootsmotormechanikerin (so haben sie sich auch kennengelernt…). Die 3-jährige Noa ist der Sonnenschein von den beiden und wir hatten alle unsere Freude an ihr. Und wie das so ist mit guten Kontakten im Hafen und der Hilfsbereitschaft unter Seglern: Am nächsten Morgen war das Motorproblem schnell gelöst, Daniel kannte natürlich den passenden Mecanico, und ein gerissener Ölfilter wurde schnell durch einen neuen ersetzt. Grund genug zum Feiern, die glückliche Familie spendierte alle Drinks und wir das Fleisch und der Lotusgrill sorgte für die nötige Hitze. Schön marmorietes Entrecote, leckeres Ibericoschwein und Kalb T-Bonesteak fanden den Weg auf unsere Teller.

Kaum hatten wir uns kennengelernt, hieß es mal wieder Abschied nehmen, die Menorquiner wollen weiter. Wir noch nicht! Ein Wiedersehen ist aber schon so gut wie klargemacht, liegt doch Menorca auf unserem Weg.

Die "Seele" einer Gitarre

Die “Seele” einer Gitarre

Die Form für eine romantische Gitarre

Die Form für eine romantische Gitarre

zwei rohe Holzstücke für den Rücken

zwei rohe Holzstücke für den Rücken

Und so haben wir heute mal in aller Ruhe die Gitarrenwerkstatt bestaunt. Viele Arbeitschritte und Spezialwerkzeuge, nahezu 200 Arbeitsstunden pro Gitarre, sind nötig um eines dieser Meisterwerke zu bauen. Für alle die es interessiert, verleimt wird der Gitarrenkörper mit einem Kleber aus ausgekochter Kaninchenhaut. Wer hat das gewusst?

Cala Serrada

Cala serrada

Daniel fährt einen alten Renault 5 und mit diesem wurden wir zu den schönsten Aussichtspunkten in der Umgebung gefahren. Endlose kleine Bergstraßen haben wir abgefahren. Vom Pass aus haben wir in die Cala Serrada und zahlreiche andere geschützte Ankerbuchten geschaut und die berühmten Festungsanlagen mit diesen Monumentalkanonen am Kap Tiñoso besichtigt. Vielen Dank dafür an Daniel!

a beautiful view over the bay

a beautiful view over the bay

Unser Schiff, bzw. dessen Oberflächen brauchten mal wieder eine fürsorgliche Hand und am Nachmittag haben wir mit viel Einsatz und Kraft das ganze Oberdeck gewachst und poliert. Jetzt glänzt die schöne HEXE wie eine Speckschwarte und Capitania und Skipper sind müde, aber sehr zufrieden.

Heute Abend geht es in ein nahegelegenesPub. Die Wetterküche ist schwer am kochen, Sturm ist im Anmarsch.

Hier noch zwei Wetterlinks (nützliche fürs Mittelmeer), einfach mal ausprobieren, damit war dann doch was für Segler dabei:

 http://www.lamma.rete.toscana.it/

http://www.infomet.am.ub.es/metoffice/mosaic.html

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Wind, mal so, mal so oder Schwein gehabt

24. Januar 2015, Samstag, Baro 1020, sonnig, Wind zunächst NW, später SO, um zwei Beaufort
Aguilas 10:30 Uhr – Mazarron 16:30 Uhr, 19 Seemeilen

IMG_0988Wir verlassen das schöne Aguilas nach lässigem Bummeln am Morgen, zu spät, um den thermischen Wind länger mitzunehmen. Die See ist still, es weht eine leichte Brise, die um 11:00 Uhr die Richtung ändert, sodass wir einen Am-Wind-Kurs segeln müssen, aber es ist so wenig Wind, dass das eigentlich der beste Kurs ist. Dabei ist alles so ruhig und angenehm, das gefällt sogar Nico, der es sich neben Volkers warmer Mütze gemütlich gemacht hat, da muss man aufpassen, wen man streichelt!

IMG_0991Und wenn er dann auch noch auf der Mütze liegt, ist er ein ganz schön großer grauer Hund. Aber er genießt die Sonne, und vor allem, dass es heute nicht so schaukelt, wie auf dem Ritt nach Aguilas.

IMG_2372Die HEXE ist wirklich ein Phänomen, sie segelt bei 3,5 Knoten Wind immer noch 2,6 Knoten schnell. Und bei 4,3 Knoten Wind ist sie 3,4 Knoten schnell, nur muss man aufpassen wie ein Luchs, dass man auf jeden Winddreher sofort reagiert. Der Wind lässt immer weiter nach, fast müssen wir motoren, ich hole schon mal die Angel ein, leider hatten wir damit kein Glück. Doch dann:

Der Angelhaken bleibt leer...

Der Angelhaken bleibt leer…

Um 15:30 Uhr, vier Seemeilen vor der Hafeneinfahrt, legt mal wieder jemand den Schalter um, wir sehen, wie der Wind langsam auf uns zukommt, einmal komplett dreht und jetzt haben wir NNW mit 12 Knoten und die Hexe rennt los. Noch ein paar Winddreher und wir machen die Leinen fest in der neuen Marina in Mazarron. Hier liegt man wunderschön geschützt, auch als in der Nacht und am frühen Morgen ordentliche Böen durchgehen, liegt das Boot ganz ruhig im Hafenbecken, das ist so geschickt konstruiert, dass keine Wellen und kein Schwell hereinkommen.

 

 

Damenunterkörper schaukeln im Wind

Damenunterkörper schaukeln im Wind

Heute, am Sonntag, ist hier Wochenmarkt, ein riesiger Markt, fast einen Kilometer lang, eine Reihe mit Obst und Gemüse, Mandarinen und Tomaten von hier für 50 Cent das Kilo. Aber es gibt auch frische Erbsen zum Auspulen und die schönsten Auberginen, selbstgebackene Kuchen, Mandelhippen, Brathähnchen, Churros, Café. Ca. zwei Drittel des Marktes wird von Klamotten und anderen Non-Food-Ständen besetzt, ich erstehe eine Thermo-Strumpfhose und ein kleines Portemonnaie, damit wir nicht immer unsere ganzen Ausweise und Karten durch die Gegend schleppen.

IMG_2381Bevor wir in den Markt hineingingen, kam uns jemand mit einem am linken Hinterlauf geschienten Pony vorbei, und als wir aus dem Markt herauskamen, trafen wir, direkt neben der Straße auf eine Sau, die uns aus zusammengekniffenen Augen anschaute, sie hatte auch so kleine Hauer an der Seite, sodass auch Volker die Lust verlor, sie zu streicheln. Nach einem letzten kritischen Blick verschwand sie, sehr geschickt, in der Hofeinfahrt. Schwein gehabt!

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Wikinger an Bord

Das Castillo de San Juan thront malerisch über dem Meer

Das Castillo de San Juan thront malerisch über dem Meer

Der Luftdruck steigt, der Himmel ist blau, der Wind hat deutlich nachgelassen und trotzdem treibt es uns nicht so früh aus den Federn. Gestern war ein anstrengender Tag gewesen. Wenn man das Optimum an Leistung aus unserer HEXE herausholen will, muss man auch ganz schön viel trimmen: Traveller nach Luv oder Lee, bei Böen die Großschot fieren (rauslassen),wenn die Böe vorbei ist, das ganz wieder dichter kurbeln, die Fock reffen, die Fockschot zum Windeinfallswinkel passend trimmen. Dabei steuern wir gerne von Hand. Oft stundenlang, weil es auch einfach Spaß macht das Beste aus dem Schiff rauszukitzeln und möglichst flott unterwegs zu sein. Für uns ist das Segelsport und nach so einem stundenlangen Sportprogramm sind wir dann auch schlag-kaputt. Die Arme sind schwer vom ständigen Trimmen, die Beine angespannt vom Abstützen bei der Schräglage, und zu alledem ist auch eine gewisse mentale Anspannung bei soviel Wind nicht von der Hand zu weisen. Kurzum, wir lassen es uns heute so richtig gut gehen, stehen spät auf und genießen ein ausgiebiges Frühstück  draußen im Cockpit.

Bunte Fischernetze liegen zum Trocknen aus

Bunte Fischernetze liegen zum Trocknen aus

Und dann steht unerwartet, aber willkommen ein norwegisches Paar vor unserem Schiff steht und erkundigt sich nach unseren Reiseplänen. Die beiden sind vor einem Jahr über Schweden, Polen, die Oder (ab da mit gelegtem Mast),den Mittellandkanal,den Rhein, die Mosel und die letzte Etappe per LKW, mit ihrem 13 Meter langen Segelschiff von Norwegen nach Marseille gereist. Jetzt geht es nahezu den gleichen Weg zurück nach Norwegen, wie wir hierher gekommen sind. Beide stammen aus dem Norden von Norwegen, in der Nähe des berühmten Geirrangerfjordes, sind damit also irgendwie auch Wikinger, oder? Wir haben uns ausgiebig ausgetauscht, leider wollen die beiden heute noch weiter in Richtung Gibraltar segeln.

Viele alte Männer beim Boule-Spiel

Viele alte Männer beim Boule-Spiel

Die Kirche von Aguilas

Die Kirche von Aguilas

Die Wurzeln des uralten riesigen Baumes auf dem Platz vor der Kirche

Die Wurzeln des uralten riesigen Baumes auf dem Platz vor der Kirche

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Nachmittags haben wir ausführlich Aguilas erkundet, vom Hafen zum Zentrum über die lange Uferpromenade bis hoch zur Festung sind wir gelaufen. Danach haben wir es uns in einer Bar an der Uferpromenade gemütlich gemacht. Wer sich Aguilas mal anschauen will, Volker hat ein Video gedreht.

Bald geht die Sonne unter und es wird kühl

Bald geht die Sonne unter und es wird kühl

Die Sonne geht zwar erst ab 18.30 unter, ab 17 Uhr wird es jedoch zu kühl, um draußen zu sitzen und es wurde Zeit für den Rückweg.

Für morgen haben alle Wetterberichte keinen Wind angekündigt, wenn wir weiter wollen, muss unser Motor für den nötigen Vortrieb sorgen.

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Heißer Ritt

22. Januar 2015, Donnerstag, Baro 1011, sonnig, Wind NW um 4 Beaufort

Heute früh war es noch kühl, und heute nachmittag eher nass

Heute früh war es noch kühl, und heute nachmittag eher nass

Ablegen 08:50, nachdem um sieben Uhr noch viel zuviel Wind war, hatten wir uns schon mit einem weiteren Tag in dem schönen San José abgefunden, aber eine halbe Stunde später ließ der Wind nach und wir sprangen aus den Federn. Schnell noch mit dem Hund spazieren, den Schlüssel für die Duschen beim Marinero abgeben, und schon sind die Leinen los. Ohne Frühstück, Kaffee oder Tee (den koche ich meist später), wie so oft, meistens gibt es dann was lecker Warmes zur Mittagszeit. Direkt nach der Hafeneinfahrt geht das Großsegel hoch und der Motor aus, ein perfekter Anfang. Bei dieser Windrichtung haben wir hier keine Welle und so segeln wir gemütlich unserem nächsten Ziel entgegen. Mal sehen, wo wir heute Abend landen werden und was der Tag noch so bringt.

Leider nimmt der Wind plötzlich drastisch ab, dreht um kurz nach zehn Uhr auf die Nase und schläft dann komplett ein. So ganz ohne Wind kann auch unsere sportliche Hexe nicht segeln, nun muss der Motor mithelfen.

So schräg kann Seglers Leben sein

So schräg kann Seglers Leben sein

Viertel nach zwölf kommt der Wind zurück, erst ganz langsam, Volker will schon Spinnaker setzen, dann flaut der Wind wieder ab. Um viertel vor eins ist der Wind richtig da, mit Böen bis zu 22 Knoten. Und um viertel nach eins steppt die Luzie, Halbwind mit konstant 20 – 25 Knoten, Böen über 30 Knoten. Wir reffen zuerst die Fock, dann zwei Reffs ins Großsegel, die Fock noch ein bisschen weiter eingerollt, das Großsegel ganz weg. Weißes Wasser, wohin man schaut, der Begriff vom kochenden Wasser kann so neu interpretiert werden, vereinzelt finden brechende Wellen ihren Weg ins Cockpit, unserem eigentlichen Refugium. Die Hexe segelt dabei schon ganz schön wild und ist dennoch gut auf Kurs zu halten. Doch hoffen wir in solchen (Grenz-) Situationen immer, dass an Bord alles hält und nichts kaputt geht, das Naturspektakel ist immer wieder faszinierend. Hier geht es zu dem Video:

In der Bucht vor Aguila lässt der Wind zum Glück ein bisschen nach; damit wir die Höhe gegen den Wind halten können, setzen wir das gereffte Großsegel dazu.  Die Rechnung, bzw. die Navigation geht auf und um 16.30 Uhr liegt die Hafeneinfahrt vom Puerto Deportivo Juan Montiel einladend vor uns. Die ursprünglich geplante Marina Aguilas ist wegen aufwändiger Bauarbeiten gesperrt. Die neue Marina liegt sehr geschützt, hat großzügige Liegemöglichkeiten, einzig die hohe umlaufende Hafenmole vermittelt ein wenig “Knastcharakter”. Wir werden vom Marinero freundlich empfangen, er hilft uns mit den Leinen und wir haben schon wieder einen Längsseits-Liegeplatz, großartig!

IMG_2340Heute sind wir immer weiter an den großartigen Mondlandschaften vorbeigesegelt, es sah alles sehr schön aus, durch den Sonnenschein wirkte auch der viele Wind nicht so unangenehm, aber wir sind ganz schön froh, dass wir jetzt hier sicher im Hafen sind, auch wenn Schiffe nicht für den Hafen, sondern für die See gemacht sind.

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