So schnell!

Das Muschelsymbol im Boden des Weges

Das Muschelsymbol im Boden des Weges

Gestern war es endlich soweit, wir haben uns auf den langen Pilgerweg nach Santiago de Compostela gemacht, immer schön dem Symbol der Jacobsmuschel gefolgt und nach 12 Stunden beschwerlichen Wanderns waren wir dort. Nein, halt zurück das Ganze. Wir haben uns hier an der Rezeption ein Auto geliehen und nach einer Stunde Wartezeit stand ein fast neuer Golf Modell “Bluemotion” vor dem Hafentor und der brachte uns in einer Fabelzeit von 45 Minuten zu dem weltbekannten Wallfahrtsort. Und nach einer kurzen Zeit des Herumwanderns und Suchens standen wir vor der riesigen Kathedrale, in der der Apostel Jacob aufgebahrt sein soll. Santiago de Compostela stellt gleichzeitig das Ende des Jacobsweges dar, der aus vielen Teilen Europas her erwandert werden kann. Unzählige Menschen mit Wander- oder Sportbekleidung standen dann auch nach ihrer persönlichen Pilgerreise auf dem Platz vor der Kathedrale. Ein beeindruckendes Bild. Wir sind immerhin über 1200 Seemeilen bis hierhin gesegelt, da wird uns der heilige Jacob vergeben, dass wir die letzten 45 Kilometer auf einige Pferdestärken und nicht auf Schustersrappen gesetzt haben. Ansonsten ist Santiagos Altstadt ein wunderschöner mittelalterlicher Ort mit entsprechend anmutiger Architektur und kleinen verwinkelten Gassen. Wer noch nicht da war, Sanitago de Compostela hat einen Flughafen und wird aus vielen Winkeln der Welt angeflogen. Es lohnt sich wirklich!

2 Halbe für insgesamt 2,40 €

2 Halbe für insgesamt 2,40 €

Wir haben es uns dann in einer kleinen Straßenkneipe gemütlich gemacht und den vorbeiströmenden Menschenmengen entspannnt zugeschaut. Auf dem nachhauseweg haben wir noch einen kleinen Abstecher zu einem größeren Supermarkt gemacht und den Golf noch ein wenig mit Lebensmittel befüllt. Ist ja auch einfach, so mit dem Auto.
Generell haben wir auch unsere Essenszeiten den hiesigen Verhältnissen angepasst, d.h. vor 9 Uhr steht selten das Abendesssen klar. Unsere Stegnachbarn von der deutschen Segelyacht “Gegenwind”, die gerade ihre 3-jährige Weltumsegelung begonnen haben, haben uns dann noch auf einen Drink eingeladen.

So schön kann eine Bucht sein

So schön kann eine Bucht sein

Das war alles gut bis zu dem Zeitpunkt, an dem aus dem Ort heraus ein längeres Sirenengeheul eingesetzt hat. Aber auch dazu gab es eine Erklärung. Es hat schon den ganzen Tag auf dem Meer immer wieder mal geböllert und wir dachten, es gäbe ein Manöver der Marine. Aber Fakt ist, dass die gallizischen Fischer nach jedem erfolgreichen Fang Salutschüsse abfeuern und das Sirenengeheul stammt von der hiesigen Fischhalle und wenn ein Schiff erfolgreich von der Fangfahrt heimkehrt, wird es mit Sirenengehaeul begrüßt. Je größer der Fang, desto länger das Sirenengeheul. Andere Länder, andere Sitten und so wurde auch mitten inder Nacht immer wieder die Sirene in Gang gesetzt. Wir haben trotzdem gut geschlafen.
Warum fahren wir im Moment nicht weiter? Es ist so schön hier und heute Abend kommt Larissa mit dem Ryanairflieger für ein paar Tage angeflogen. Vielleicht geht es morgen oder übermorgen, oder…. weiter.
Wir werden berichten!

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Das Ende der Welt

Regentropfen, die an mein Fenster klopfen

Regentropfen, die an mein Fenster klopfen

7. September: Heute Morgen war draußen erst mal alles grau in grau, Regentropfen trommelten auf unseren Luken und war schon ein bisschen wie ein Weltuntergangsszenario, dramatisch inszeniert. Doch der wenige Wind kam aus der richtigen Richtung und so hielt uns nichts mehr im Bett, Regen hin oder her. Noch schnell mit Nico die allmorgendliche Gassirunde gehen und schon, den Motor anlassen, die

Cabo Finisterre, das Ende der Welt

Cabo Finisterre, das Ende der Welt

Beeindruckend steigen um 13:00 Uhr die Felsen von Finisterre aus dem Meer. Cabo Finisterre, das Ende der alten Welt, doch wir hatten großes Glück und fielen nicht von der Erde runter, sondern schipperten weiter auf deren blauem Ozean.
Direkt danach fällt wieder so ein typisch nordspanischer Seenebel über uns ein, binnen Minuten gibt es keine Sicht mehr, Land und Meer werden zu einer einzigen grauen Masse. Dann kommt ein bisschen Wind auf, der Nebel lichtet sich, nur die Spitzen der Berge haben noch einen Schleier.

Da kommt das schöne Wetter

Da kommt das schöne Wetter

Wir können tatsächlich mal eine Stunde segeln, dann sind die Berge und mit ihnen der Wind vorbei, und der Motor muss wieder dran glauben. Eine wunderschöne raue Küstenregion begleitet uns.An der Bucht von Muros angekommen, ging der Regen, die Sonne kam raus, Kleiderschicht für Kleiderschicht konnte abgelegt werden und mit einem zarten Rückenwind und voll gefüllten Segeln liegt Portosin, der sprichtwörtliche Sinn unseres heutigen Törns, schon vor unserem Bug. Das Ganze umgeben von hohen Bergen, steilen Felsabbrüchen, durchzogen von sanften Hügeln, der passende Sonnen-Wolkenmix, ein wirklich schönes Szenario. So darf das Ende der Welt gerne aussehen.

Des Skippers Finger wieder fadenfrei

Des Skippers Finger wieder fadenfrei

Ach und der Skipper ist jetzt wieder fadenfrei, alles sieht gut verheilt aus, nur bei der größeren Wunde wird wohl eine kleine klaffende Narbe zurückbleiben. Das mit dem Job als Handmodell ist wohl entgültig vorbei, aber davon hatten wir es ja schon mal in einem früheren Beitrag

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Olà, Wettergötter

Die Islas Sisargas

Die Islas Sisargas

Auch wir schlafen am Wochenende gerne mal länger, bzw. lümmeln einfach gerne so rum und verbringen den Morgen mit Nichtstun. Heute hat uns ein schwedischer Segler da mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich im positiven Sinne. Kurz vor halb zehn klopft es zaghaft und rythmisch ans Boot, also es wird doch Zeit zum Aufstehen. Wir schauen noch etwas verknittert in das freundliche Gesicht unseres schwedischen Bekannten. Mit ihm und seiner Lebensgefährtin haben wir vor ein paar Tagen spät abends noch ein paar Gläschen erfolgreich geleert. Die beiden wollen weiter Richtung Süden, wir werden uns sicher wiedersehen.

Jetzt sind wir auch so munter, dass wir beschließen, auch auszulaufen und mal wieder ein paar Meilen abzusegeln. Muxía wird als Tagesziel festgelegt, ca. 40 Seemeilen entfernt, die Wetterberichte der “Wettergöter” versprechen passende Winde. Doch zuerst fehlt dem Wind die Puste, wir motoren mal wieder, dann setzt ein angenehmer Segelwind ein. Aber dann spielen die Wettergötter wirklich verrückt, oder ihr Spiel mit uns, der Wind frischt immer weiter auf und erreicht Windstärke 7, natürlich genau von vorne, unangenehmer Seegang baut sich mit auf und wir suchen unser Heil dichter unter Land. Zum Schluss mit Motorunterstützung und Großsegel finden wir unseren Weg nach Luv.

Der wunderschöne Fels an der Einfahrt nach Muxía, noch im Sonnenschein

Der wunderschöne Fels an der Einfahrt nach Muxía, noch im Sonnenschein

Und als ob der Wind noch nicht genug wäre, rauscht direkt bei der Hafeneinfahrt eine kräftige Regenfront durch. Genug für heute, ein schöner Hafen mit super Ausicht auf den Ort, lässt die Unbillen der Natur schnell vergessen. Der Hafenmeister spricht ein akzentfreies Deutsch umd empfiehlt das eine oder andere Restaurant. Aber Capitania und Skipper sind zu schlapp für ausgiebige Landgänge und der heimische Herd ist bekanntlich Gold wert. Eine leckere Bolognese und ein paar kühle Bierchen runden diesen spannenden Segeltag ab. Gute Nacht!!!

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Wohin???

Nachdem das Kapitel mit der Großfallrolle ein Happy End gefunden hat, haben wir den Umsatz des nahen Carrefour-Supermarktes heute sicherlich deutlich in die höhe getrieben. Unmengen von Bier, Cola, Wasser, Hundefutter, Fleisch und Obst fanden dann den Weg in den Bauch unseres Schiffes. Es ist machmal mühselig, bepackt mit Einkaufstaschen die Sachen des täglichen Bedarfs zum Schiff zu bringen. Da ist es schon ganz schön praktisch, wenn der Einnkaufswagen durch den Hafen und über den Steg direkt bis zum Liegeplatz geschoben werden kann, und das haben wir ausgiebig ausgenutzt.

Dichter Nebel umhüllt uns

Dichter Nebel umhüllt uns

Danach haben wir Saba hinter uns gelassen und den Kurs nach Süden abgesetzt. Aber manchmal kommt es anders, als man denkt. Kurze Zeit nach dem Ablegen umhüllt uns dichter Seenebel.

Auch hinter der Stadt wabern die Nebelschwaden

Auch hinter der Stadt wabern die Nebelschwaden

Wir müssen sogar unser Radar anschalten, so schlecht ist die Sicht und so entschließen wir uns daher, dem heutigen Segeltag ein frühzeitiges Ende zu bereiten und nehmen den Kurs auf zum naheliegenden A Coruña. Kurz vorm Hafen lichtet sich der Nebel ein wenig und wir erreichen unseren vertrauten und bekannten Liegeplatz. Der Hafenmeister nimmt abermals sehr freundlich unsere Leinen entgegen.
Vom Schiff aus haben wir eine tolle Aussicht auf die halb im Sonnenschein und halb im Nebel liegende Stadt.
Da haben wir die richtige Entscheidung getroffen und genießen kurze Zeit danach ein ausgiebiges Grillmenü aus dem gut gefüllten Bordkühlschrank. Für morgen ist dann mal Regen angekündigt, aber hier ändert sich nichts schneller als der Wetterbericht.

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Ein kleiner Umweg

Diejenigen, die am heutigen Tag unsere Positon verfogt haben, werden sich sicherlich gefragt haben, warum wir wieder auf dem Weg nach Norden sind. Dafür gibt es eine relativ einfache Erklärung. Aber zunächst möchten wir euch mitteilen dass wir in Sada sind, einem kleinem Ort, ca. 20 Kilometer entfernt von La Coruna, der Teil eines weit verzweigten und sehr hübschen Buchtenlabyrinthes ist. Steile Felsküsten, mit bewaldeten Hängen und zahlreiche Höhlen auf Meeresniveau geben ein imposantes Bild ab.

Was für dicke Delphine!

Was für dicke Delphine!

Und zwischendurch gibt es auch immer wieder einladende Strände, also ideal, um mal ein paar Urlaubstage hier zu verbringen. Das Meer schimmert blau und besonders große Delfine (so große Exemplare haben wir noch nicht gesehen > 3 Meter,  http://youtu.be/gEX9kN1HAr0  haben uns nach Saba begleitet.

Jetzt wollen wir, dann mal den wirklichen Grund für unseren Abstecher verraten. Der erfolgt nämlich nicht freiwillig (auch wenn es wirklich schön hier ist). Seit 7 Tagen lässt sich das Großsegel nur noch mit Mühe setzen und die Reibung auf dem Fall ließ uns Böses erahnen. Wir haben uns schon gedacht, dass die Umlenkrolle in der Mastspitze der Grund des Übels ist. Heute hat sich diese Annahme bestätigt. Wir hatten den Eigentümer und einen Monteur von der Firma Cadenote, die sich auf Masten und andere Reparaturen spezialisiert hat, hier an Bord. Und den Monteur haben wir dann flux, sitzend im sog. Bootsmannstuhl in die Mastspitze gezogen.

imageDort hat er in mühevoller Arbeit die alte, total zerstörte Rolle demontiert. Wir haben dann in einer Diskussion mit Händen und Gesten festgelegt, die kaputte nicht gegen eine gleiche neue heile Rolle zu tauschen, sondern aus einem besseren hitzebeständigen Kunststoffvollmaterial, auf der Drehbank, eine komplett neue Rolle zu drehen.
Gesagt, getan, nach 30 Minuten standen die beiden Helden mit einer wunderbaren neuen Rolle auf unserem Schiff, den Monteur nochmals flux in den Mast gezogen und kurze Zeit später war das Werk erfolgreich beendet. Und Ende gut, alles gut. Die Bilder sagen dann sicher auch mehr als tausend Worte.

Innen gebrochen...

Innen gebrochen…

... außen geschmolzen

… außen geschmolzen wohlverdiente Feierabendbier will auch sicher keiner in Anrede stellen, oder???

Also, falls Ihr mal in Nordspanien seid: Die Leute bei Cadenote sind supernett, sie waren schnell vor Ort, sehr professionell, und unglaublich frundlich, wie die Señora schon sagt: “Wenn da Segler auf ihrem Weg vorbeikommen, werden sie umgehend bedient, denn die anderen Arbeiten können wir auch noch später machen.” Und der Hafen wird 24 Stunden am Tag überwacht, und sie kennen ihre Schweinchen am Gang….
Aber es hilft, wenn man ein bisschen Spanisch kann, denn die Menschen hier können meist nur wenig andere Sprachen, allein das Mädel heute abend im Restaurant liebte die deutsche Sprache und ging schon seit fünf Jahren einmal in der Woche zum Srachhkurs Deutsch nach A Coruña…

 

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Die Capitania in neuem Gewand

Nachdem wir hier gestern angekommen sind, haben wir erst einmal mit reichlich Süßwasser die Salzkruste von unserem Schiff entfernt und die Gelegenheit zum Wäsche waschen beim Schopfe gepackt. Am Ende waren es dann mit Bettwäsche, Kleidern, Handtüchern und Ölzeug vier volle Waschmaschinen. Das ist ca. das Gleiche, was wir auch zuhause an Wäsche zu waschen haben. Dann war es auch schon wieder Abend und Zeit, den Lotusgrill anzuwerfen. Ein wirklich einfaches Grillsystem, bei dem die Glut schon nach fünf Minuten genug Hitze zum leckeren Grillen produziert. Danach waren wir doch ziemlich müde, der Skipper aber noch zu aufgekratzt, also haben wir für ein paar schöne Stunden die Altstadt von A Coruña unsicher gemacht. Dass wir dann am Ende in einer netten Kneipe gestrandet sind, wird sicher jeder verstehen, der uns länger kennt. Danach hat uns die Müdigkeit dann doch ins Bett getrieben und wir haben erst einmal 10 Stunden lang intensiv geschlafen.

Neuer Tag, neues Glück, das könnte sicher der Wahlspruch sein, seit wir Brest passiert haben. Und so ist es hier in A Coruña auch. Die malerische Altstadt ist gerade mal drei Gehminuten weg vom Hafen und es gibt so viel zu entdecken. Eine Gasse folgt der anderen und alle Gassen scheinen sich in Puncto Schönheit überbieten zu wollen. Café reiht sich an Café und Kunstateliers wechseln sich mit
Modegeschäften ab. Genau bei so einem Modegeschäft hat die Capitania dann zugeschlagen und sich einen wirklich hübschen Rock gekauft, der ihr super steht. (Das Beste war, wie die hübsche kleine Verkäuferin den Rock eingepackt hat: Erst hat sie ihn akribisch in Seidenpapier gewickelt, eingeschlagen, ihn sorgfältig in ein hübsches Täschlein gepackt, die Rechnung in ein kleines Etui, ebenfalls in das Täschlein getan, um es dann mit einem kleinen Aufkleber zu verschließen, sensationell!)
Dann haben wir – leider erolglos – versucht, unsere “Pilgerreise nach Santiago de Compostella” zu organisieren. Zuerst durfte Nico nicht in den öffentlichen Bus. Wir sind dann drei Kilometer zum Bahnhof gewandert. Dort hatten wir an der Information die Info erhalten, dass Nico nur in einer Tasche in den spanischn Zug einsteigen darf – frustrierend. Also fährt der Zug ohne uns los und die Muttergottes muss noch ein Weilchen auf uns warten. Wirwerden ganz einfach in einem der nächsten Häfen, die dann auch näher zum Wallfahrtsort sind, ein Auto oder ein Taxi mieten. Aufgeschoben ist in diesem Fall nicht aufgehoben!
Auf dem langen Rückweg haben wir einen Umweg in Kauf genommen, um durch einen hübschem Park zu spazieren. Ingesamt war der Spaziergang gut für unsere entwöhnte Beinmuskulatur.Der Skipper ist jetzt schön müde und hat seine Beine im Cockpit ausgestreckt.
Wie geht es weiter? Für die nächsten Tage ist wenig bis kein Wind vorhergesagt, weswegen auch unsere Pläne nicht so ambitioniert sind. Wir wollen langsam an der gallizischen Küste in Richtung Portugal segeln und dabei dann auch mal in ein paar Flußmündungen, sogenannten Rias ankern und kleine romantische. Orte besichtigen.
Vielleicht leiben wir noch ein Tag, getreu dem spanischen Motto “Mañana es otro día”, morgen ist ja auch noch ein Tag.

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Für die Freunde der Details

Bei der Biskayaüberquerung haben wir

5 mal gehalst
4 mal den Spinnaker gesetzt und wieder geborgen
3 mal pro Tag Delfine gesehen
Keinen Mondfisch gesehen
2 mal das Großsegel ein- und ausgerefft
1 mal gegrillt (am ersten Abend, da war kein Wind)
0 mal gewendet
5 Stunden Tag/Person geschlafen
2 Sternschnuppen gesehen (Volker)
1-2 Sternschnuppen gesehen (Cornelia) (bei der zweiten war ich mir nicht sicher, ob es nicht das Erlöschen eines Sterns war)
imageEinen unfassbaren Sternenhimmel über dem dunklen Meer gesehen (für Joachim ein Bild der Sternen-App)
Viel Zeit für uns gehabt
Höchste Geschwindigkeit sagenhafte 12,0 Knoten
häufig Surfs mit 10 Knoten
ca. 6 Knoten war unsere Durchschnittsgeschwindigkeit
15 Motorstunden wegen Windmangel
Nico zum Oberbootshund befördert

Wir freuen uns nach diesem Seestück auf weitere längere Distanzen, es hat meistens viel Spaß gemacht und wir träumen schon mal von weiter entfernten Zielen. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten!!!

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Logbuch der Biscaya-Überquerung

Hier ist unser Logbuch, die Zahlen in Klammern sind unsere jeweilige Position.

Der Blick zurück nach Concarneau

Der Blick zurück nach Concarneau

31. August, Sonntag, Baro 1020, sonnig, kein Wind
Pünktlich um 08:30 Uhr haben wir die Leinen losgeworfen und die Bugspitze nach Spanien ausgerichtet, vorbei an den Isles de Glénan, Kurs 219 Grad.
10:15 liegen die Isles querab, wir ändern den Kurs leicht auf 221 Grad. Das Meer ist spiegelglatt, wir messen 0,9 bis 2,5 Knoten Wind, aber es ist ja genug Diesel im Tank, und momentan ist vor allem der Hund damit sehr froh, dass es nicht schief und anstrengend ist.
11:30 Uhr: In der Ferne sieht man noch schwach das Land, ein kleiner Delfin sagt uns auch “Tschüss”, und dann ist alles um uns herum, bis auf ein paar Wolken über dem Land, nur noch blau. Na gut, ein paar kleine weiße Fischerboote gibt es auch noch.
11:45 erreichen wir die Wassertiefe von 100 m bei 47-35-911/004-12-874, keine Schiffe um uns herum.
12:45 Uhr: (47-28-892/004-19-616): Der Spi ist oben und die Maschine schon seit einer halben Stunde aus, wir segeln bei Wind 7-9 Knoten über 6 Knoten schnell. Das erste Schiff, dem wir auf dem weiten Meer begegnen, ist ein Tanker namens Alia, (nicht “Aliiieee”), der genau auf uns zufährt, aber dann seinen Kurs ändert und hinter uns durchgeht.
15:18 Uhr (47-17-316/004-30-513): die “Jork Reliance”, ein Frachter, der nach Dünkirchen will, taucht am Horizont auf, der Wind ist immer noch NW, zwischen 5 und 9 Knoten. Die Wassertiefe ist auf 120 m gefallen. Und noch ehe die Jork reliance vorbei ist, taucht an Steuerbord die “Eems Stream” auf, auch ein Frachter, allerdings mit Ziel “Pasajes”. Da sag mal einer, auf dem Wasser wär nix los!
Dann kam noch einer ohne Namen, aber bis jetzt nichts mehr.
18:00 Uhr (47-05-466/004-42-155) Wassertiefe 142 m, kein Wind, wir motoren.

Nico liebt den weichen bunten Spi

Nico liebt den weichen bunten Spi

22:30 Uhr (46-43-409/005-05-204) bei ca. 1000 m Wassertiefe: Erneut Spi gesetzt, ein paar Fischer sind in der Umgebung, Baro wieder 1020, ein paar Wolken, Wind bis 10 Knoten aus Nord.
23:00 Uhr: zuwenig Wind, Spi wieder runter, Großsegel bis Reff 2, damit es nicht so schlägt. Ein Delphinschwarm schwimmt ums Boot und spielt damit, wir sehen die Fische mit ihren weißen Bäuchen im phosphorszierenden Wasser, genial!
Sonntag, 1. September, 01:15 Uhr (46-31-512/05-20-629) Tiefe 3200 m: Immer noch kein Wind, jedenfalls nicht genug, aber immer mal Fischschwärme, die aus dem Wasser springen, ich hab mich zuerst über die Laute erschrocken, dachte an die fliegenden Fische im “Life of Pi”. Erneut Segel gesetzt.
02:40 Uhr (46-26-693/005-26-757) Wind NNO, immer noch schwach, Motor wieder an.
03:40 Uhr (46-21-830/005-31-966). 4000 m Wasertiefe, Wind um 10 Knoten. Wachablösung.
05:30 Uhr (46-12-178/005-41-764), nix los, aber ein wunderschöner Sternenhimmel zeigt sich so langsam hinter den verschwindenden Wolken. Besonders warm ist es auch nicht, ich sitze mit Strumpfhose, Trainingshose, Skihemd, Fließjacke und Ölzeug. Aber schließlich ist ja heute der 1. September.
07:15 Uhr (46-03770/005-51-161). Wachwechsel, der Wind hat immer noch nicht zugenommen und kommt nach wie vor genau von hinten. Ein Segler hat uns gerade passiert, aber eher mit Kurs La Rochelle oder Gironde. Auch der Tanker “Stella Maris” kommt uns nahe, aber ich funke mit ihm, er sagt, er gehe eine Meile vor uns durch.
09:15 Uhr (45-53-016/006:00:431), Wassertiefe zwischen 4.700 und 4.800 m, Großsegel und Spi stehen wieder, der Wind weht mit 13 Knoten aus NO, die oberste Lage Kleider (Ölzeug) ist schon mal weggefallen.
10:30 Uhr (45-45-335/006-06-961): Der Wind bläst jetzt so schön und beständig mit 15-16 Knoten, in Böen auch mal über 18, dass wir gut vorankommen. Volker hat sich beim Spisetzen auch noch den Daumen der rechten Hand gestaucht, das Meer fordert seinen Tribut!
12:20 Uhr (45-45-300/006-06-740) Wir haben die Hälfte! 165 Meilen seit Concarneau liegen inunsrem Kielwasser und bis A Coruña sind es noch einmal so viele. In ca. 10 Meilen werden wir die französisch/spanische Grenze erreichen, dann kommt die Tricolore runter und die spanische Gastlandflagge (hat die auch einen Namen?) kommt hoch. Strahlender Sonnenschein, Volker schläft endlich mal, denn wir haben den Spi geborgen, jetzt war es zuviel Wind dafür. Und das neue Multifunktionsgerät verliert dauernd seine Route. Mal sehen, warum.
image13:30 Uhr (45-28-232/006-24-232) Baro 1017, das kommt bestimmt von dem Tief, das von Portugal ausstrahlt. Die spanische Flagge ist oben. Jetzt weiß ich auch warum: Ich hatte das interne GPS eingeschaltet, und wenn das die Position verloren hatte, obwohl das externe sie noch hatte, hat das Gerät aufgehört,die Route zu verfolgen. Jetzt geht es wieder. Und wir sind geduscht und sauber.
16:30 Uhr (45-11-220/006-44-421), Wind stabil bei 14-16 Knoten, Fock immer noch ausgebaumt. Barometer noch einen Strich gefallen auf 1016. heute ist es sehr angenehm, wir sitzen ohne Strümpfe und in leichtem T-Shirt in der Sonne, der Wind ist ausreichend stark und von hinten, das Meer tiefblau, allerdings heute eher unruhig, weswegen wohl auch die Delphine wegbleiben. Schade.
17:45 Uhr (45-02-505/00653112) immer noch sonnig, Wind unverändert mit ein bisschen stärkeren Böen. Wenn das die ganze Nacht so bleibt, sind wir bis 10:00 Uhr morgen früh in A Coruña. Nico wird sich freuen, denn unsere zahlreichen Versuche, ihn zum Pinkeln oder Häufchenmachen auf dem extra gekauften Kunstrasen zu bewegen – ich hätte sogar den Topf Basilikum geopfert,damit er auch ein Bäumchen hat – sind kläglich gescheitert,l ediglich gestern abend hat er einmal ein Riesenpipi gemacht, aber ohne Kunstrasen, nur so am Heck.
Und heute wird er auch plötzlich unruhig und will zum Bug, Volker nimmt ihn an die Leine, weil wir schon ziemlich viel Welle haben, und auch dort geht nochmal ein Riesenpipi. Wenigstens kein Harnverhalten!
21:00 Uhr (44-42-288/007-11-874). Der Wind wird mehr, wir haben die Genua gerefft, Volker hat Cordon bleu und Kartoffel-Blumenkohl-Brei gekocht, lecker, und jetzt schauen wir mal, was der Wind macht, ehe wir die Wachen für die Nacht. Verteilen. Noch weniger als 100 Meilen bis in den Hafen!
23:46 Uhr (44-23-315/007-30-275) Wir hatten um 21:30 dann doch noch ein Reff ins Großsegel gebunden und die Fock ein kleines Stückchen ausgerollt, weil der Wind mehrfach zu 25 Knoten ging, und die Wellen richtig wild wurden. Jetzt scheint er ein bisschen ruhiger zu werden, da kann Volker mal ein bisschen schlafen gehen. Noch 74 Meilen.
Montag, 2. September 01:50 Uhr (44-09-468/007-44-344). Ruhig war das nicht wirklich, zwischendrin immer weider 23, 24, 25 Knoten, und viel Welle. An Steuerbord kann man jetzt den Lichtschein mehrerer Städte wahrnehmen, wir nähern uns dem Land. Hier sind es auch nur noch (!) 2.000 Meter Wassertiefe und in fünf Meilen werden es weniger als 200 sein. Jetzt geh ich schlafen und Volker übernimmt. Noch 56 Meilen.
02:18 Uhr, 2. Reff ins Groß gebunden, weil der Wind auf über 27 Noten zugenommen hat. Und es wird in den nächsten Stunden bis 06:00 noch mehr, bis 35 Knoten sehen wir auf dem Display, und die Wellen sind dazu nicht mehr so angenehm, daher kommt auch sie Fock ganz weg.
06:00 Uhr (43-40-964/008-11-687), langsam kommen wir hinter die Landabdeckung, die Wellen werden ein bisschen niedriger. Der Wind steht es noch eine Weile durch, dann – wie abgestellt – nur noch 7 Knoten Wind. Wir rollen schnell die Fock aus, bringt aber nichts, also motoren wir tatsächlich die letzten 26 Meilen bis La Coruña.

Die Hafeneinfahrt vom La Coruña

Die Hafeneinfahrt vom La Coruña

09:00 Uhr: La Coruña taucht aus dem Dunst auf, und um
10:00 Uhr machen wir die Leinen fest. (Annette: Die Muttergottes hat auf uns aufgepasst, danke)

Die Waschmaschinen laufen schon, wir haben unsere letzte Dose Äppelwoi (Kerstin sei Dank) eteilt und wir gehen jetzt mal schlafen.

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Eviva España!

Wir haben die Biscaya bezwungen und sind in der Anfahrt nach La Coruña, ausführliches Logbuch folgt, hier nur die ersten Bilder vom Land.

Erster Lichtschein im Osten

Erster Lichtschein im Osten

Der erste Lichtschein über Cabo Prior

Der erste Lichtschein über Cabo Prior

Und der Sonnenaufgang über Punta Labodoira

Und der Sonnenaufgang über Punta Labodoira

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Adieu la France – Vamos muchachos!

Au revoir, Cocarneau

Au revoir, Cocarneau

31. August, Sonntag, Baro 1020, sonnig, kein Wind
Pünktlich um 08:30 Uhr haben wir die Leinen losgeworfen und die Bugspitze nach Spanien ausgerichtet, vorbei an den Isles de Glénan, Kurs 215 Grad. Wir melden uns wieder, sobald wir wieder Netz haben, jetzt könnt Ihr uns aber weiter auf Marine Traffic verfolgen. Ahoi!

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