Gegensätze

Felsformationen

Am gestrigen Freitag sind wir, Cornelia, Ute, Wolfgang und ich einmal komplett mit dem Leihwagen um und durch La Gomera kutschiert. Die Insel ist voller Gegensätze und die ziehen sich bekanntlich an, oder im Fall von La Gomera, sie ergänzen sich bestens. Die Berge so hoch, die Täler so tief, trockene karge Abschnitte grenzen an den immerfeuchten Lorbeerwald, liebliche Strände münden in schroffe und wellenbrechende Küstenabschnitte und schön warm und usselig kalt sind nur ein paar Kilometer voneinander entfernt.

Valle Gran Rey

Unser erstes Ziel, war das Tal des Königs, Valle del Rey im Südwesten der Kanareninsel. Wer aus San Sebastian mit dem Auto raus will, kann zwei Straßen nehmen und jede führt in Serpentinen steil nach oben. Am ersten Aussichtspunkt blicken wir über das böenweiße Meer, hinüber nach Teneriffa. Konrads Aussage, dass alle 100 Höhenmeter die Temperatur um 1 Grad sinkt, trifft zu. Auf dem Bergkamm, auf 1300 Metern Höhe, sind es kalte 7 Grad, Nebelschwaden rasen, vom Wind getrieben, über die Bergspitze, der dichte dunkle Wald sieht mystisch aus.

Lorbeerwald

Aussichtspunkte heißen auf spanisch “Mirador” und der nächste macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Steil fällt die Felswand nach unten, ein kleines Dorf schmiegt sich an die Flanken und am Ende mündet die Schlucht ins Meer. Die Bäume sind wegen der permanenten Feuchtigkeit mit Flechten übersät. Elche würden sich hier mehr als wohlfühlen, ist mein erster Gedanke. Nach eineinhalb Stunden Fahrzeit sind wir in Playa la Calera angekommen und genießen die Wärme, das Meer und die Betriebsamkeit auf der Uferpromenade. Es bleibt Zeit für ein Getränk und ein Mittagessen. Ich probiere erstmals die inseltypische Brunnenkressesuppe, die sehr lecker schmeckt. Wir machen noch einen kleinen Zwischenstopp zum nahe gelegenen Hafen mit der großen Ankerbucht und dann geht es auf den Rückweg.

Blick zum Meer

Diesmal wählen wir eine andere Route, fahren um, bzw. durch den östlichen Teil von La Gomera. Es folgen noch ein paar Stopps mit kleinen Spaziergängen und um kurz vor  19 Uhr sind wir wieder in San Sebastian.

Fazit – La Gomera lohnt sich, den Gegensätze ziehen sich an.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Bestanden

Unser Freund Konrad ist an Bord und bewohnt die vordere Backbordkabine auf der Steuerbordseite. Unsere Freunde Wolfgang und Ute aus Heppenheim sind mit der 14.30 Uhr Fähre auf La Gomera eingetroffen. La Gomera hat einen Flughafen, von dort geht es jedoch nur zu spanischen Flugdestinationen, weswegen fast jeder über Teneriffa fliegt und von dort die Fähre nach La Gomera nimmt. Bei uns an Bord angekommen haben sich die beiden in der Steuerbordachterkammer häuslich eingerichtet. Leben in der Bude, Leben an Bord. Lebhaft ist der Wind auch noch immer, der kennt keine Atempause. Dafür hat scheint heute die Sonne von einem strahlend blauen Himmel.

Mit Konrad und auf den letzten Metern mit Cornelia haben wir alle glatten Gelcoatflächen am Aufbau poliert. Von 9.30 bis 14 Uhr haben wir die Polierlappen kreisen lassen und die glatten weißen Flächen auf Hochglanz gebracht. Abschließend habe ich noch einmal alle Flächen mit einem Wachs gegen die bösen UV-Strahlen, versiegelt. Die Oberflächen sollten jetzt für ca. drei Monate behandelt sein und nur noch hin und wieder vom Salz oder Wüstenstaub befreit werden müssen.

Die Ladies und Herren der Segelschule, die wir die ganze Woche bei den Anlegemanövern beobachtet haben, hatten heute ihren großen Tag, die Prüfung zum SKS-Schein stand an. Ein Prüfer vom deutschen Seglerverband nahm die Prüfung ab. Zur Freude aller, haben die sieben Segelnovizen die Prüfung mit Bravour bestanden, trotz sehr böiger Winde und 2-3 Meter hoher Wellen vor der Hafenausfahrt.

Wir wollen am Sonntag mal ein paar Meilen mit der Hexe rumschippern und auf der Südseite von La Gomera in einer hübschen Bucht ankern. Soweit zumindest der Plan, denn für Samstag soll ein heftiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern die Kanaren heimsuchen und die See wild aufwühlen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Nächtliche Besuche

Dunkle Wolken hüllen auch hier die Berge ein

Das Wetter hat sich verändert, nur der Wind ist gleich stark geblieben, in Böen erreicht der Wind im Hafen bis zu 45 Knoten. Seit gestern Morgen gibt es immer wieder ergiebige Regenschauer und für Teneriffa wurde eine Schneewarnung ab 1700 Meter Höhe herausgegeben. Wir sehen Teneriffa von hier aus, nur die Bergspitze des Teide ist unsichtbar, weil in Wolken gehüllt. La Gomera, bzw. San Sebastian ist ein sehr beliebter Anlaufpunkt für Chartercrews. Täglich, von Montag bis Donnerstag, füllt sich der Hafen zum Nachmittag hin mit Mietbooten. Der Hafenmeister erzählte mir, dass seit ein bis zwei Jahren immer mehr Charterschiffe nach La Gomera kommen, weil viele Crews keine Lust auf Griechenland oder die Türkei haben, wegen der politischen Situation und den Flüchtlingsschiffen. Bootscharter auf den Kanaren ist anscheinend bei unseren östlichen Nachbarn sehr beliebt. Man sieht und hört u.a. viele polnische und russische Crews.

Beim Vorglühen auf der Florentine

Wir haben seit zwei Tagen Verstärkung bei uns an Bord, Konrad, der Sohn von unseren Damstädter Freunden Thomas und Steffi hat bei uns für ein paar Tage Quartier bezogen. Er liebt es, stundenlang über die Insel zu wandern und nutzt die Hexe als Basisstation. Eigentlich wollte er La Gomera überqueren, und auch draußen nächtigen, aber bei den im Moment herrschenden Temperaturen und Winden ist es angemessen, nur Tagestouren zu machen und momentan fallen diese Wanderungen nicht zu lang aus…

Samtpfoten

Es gibt auch tierische Momente bei uns an Bord, jede Nacht schleicht sich eine Katze ins Cockpit ein und schläft auf der gepolsterten Bank. Morgens sieht man kleine Katzenpfotenabdrücke auf dem Cockpitboden. Sogar oben auf dem Baum, in der Segelpersenning, war der Samttiger schon. Nur gesehen haben wir den heimlichen Bootsbesucher noch nicht. Gestern Abend haben wir mit der Florentinecrew zusammen wild gefeiert, und hatten, unabhängig von der nächtlichen Bordkatze, heute morgen einen kräftigen Kater.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Erinnerung

Bis hinüber nach Teneriffa
trägt das Meer Schaumkrönchen

Draußen singt der Sturmwind weiter sein Lied, ich sitze am Naviplatz und übersetze mir so nach und nach „Onkel Toms Hütte” aus dem Spanischen ins Deutsche. Die Betonung muss dabei schlichtweg auf „nach und nach” liegen, denn viele unbekannte spanische Vokabeln stellen sich mir in den Weg. Während es für eine einfache Konversation beim Einkauf im Supermarkt langt und es für meine Spanischbemühungen schon mal hin und wieder ein Lob gibt, fehlt mir bei dem Buch doch einiges an Vokabular. So lass ich jedes fehlende Wort von Google übersetzen und übertrage es dann ins Vokabelheft, das ist der beste Lernweg für mich.

Überblick…

über die Marina…

…von San Sebastian

Gleichzeitig fährt draußen immer wieder eine deutsche Segelschule Anlegemanöver, jeder Schüler legt zweimal an und wieder ab. Bei sieben Schülerlnnen, die sich reihum abwechseln, vergeht ganz schön viel Zeit. Mittlerweile übt die Crew seit über drei Stunden, hin und wieder muss der Segellehrer korrigierend ins Steuer eingreifen, damit es keine „feindlichen Berührungen” mit anderen Yachten gibt. Die SegelschülerInnen haben es bei dem Wind auch nicht wirklich leicht. Das Geschehen vor dem Fenster erinnert mich mal wieder an meine Segellehrerzeit in Kroatien und die mehreren hundert Anlegemanöver, die wir im Lauf der Jahre an der Stadtpier von Rovinji geübt haben. Jetzt hör ich mal schnell auf mit dem Blogschreiben, denn sonst schimpft die Capitania, dass ich nicht lang genug spanisch übe.

Cornelia hat gerade ein kleines Video von meinen “Wakeboardversuchen” auf dem Surfbrett bei 14 Stundenkilometern im Hafenbecken geschnitten , das ihr hier sehen könnt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Rund

Zwei Outremer 5x im Hafen von La Gomera
eine kleine Sensation!

Die fast kreisrunde Insel La Gomera ist die zweitkleinste der sieben kanarischen Inseln und liegt etwa 21 Kilometer östlich von Teneriffa, zu der täglich mehrere Fährverbindungen bestehen. Die Gesamtfläche beträgt ca. 369 Quadratkilometer und gerade einmal 24.000 Menschen besiedeln das Eiland. Der höchste Berggipfel von La Gomera ragt immerhin beachtliche 1.487 Meter hoch und befindet sich im Nationalpark Garajonay, der Park ist UNESCO Weltkulturerbe. Das besondere an diesem Park, oder besser gesagt am immergrünem Lorbeerwald, ist die große Artenvielfalt an Bäumen und Pflanzen, die dank der hohen Luftfeuchtigkeit bestens gedeihen können. An den meisten Tagen ist der Wald in eine Nebelwolke gehüllt, was ihm, wie könnte es anders sein, auch den Beinamen “Nebelwald” verleiht.

Die Inselhauptstadt ist San Sebastian, in deren geschütztem Yachthafen wir jetzt liegen. Die Stadt selbst besteht aus zwei Teilen, dem eigentlichen Ortskern direkt hinterm Strand, mit allen erdenklichen Versorgungsmöglichkeiten und einem hochgelegenen Ortsteil, der in die angrenzenden Klippen hineingebaut ist. Christoph Kolumbus soll bei seiner historischen Schifffahrt, Amerika entdeckend, von San Sebastian aus gestartet sein. weil El Hierro, die letzte Insel zu klein war, um Vorräte aufzustocken, legte Kolumbus hier an. Die angebliche Affäre mit der damaligen Herrin der Insel, Beatriz de Bobadilla scheint eher Mär als Wahrheit zusein.

Volker, standing upright on the board

Abends ist San Sebastian ein nettes lebhaftes Städtchen und bietet eine angenehme Vielfalt an Restaurants mit landestypischer Küche und einige Kneipen bzw. Bars. Bekannt ist La Gomera für sein ausgeprrägtes Netz an Wanderwegen, mit unterschiedlichen Längen-.und Schwierigkeitsgraden, die zum Teil schon einige Jahrhunderte Bestand haben und das ganze Inselinnere durchziehen. Wander-, bzw. Straßenkarten gibt es gratis im Tourismusbüro.

Seit zwei Tagen weht ein kräftiger Wind und es pfeift lautstark durch den Mastenwald im Hafenbecken. Gestern haben wir mal unser Windsurfbrett ausprobiert, aber zweckentfremdet. Vom Beiboot gezogen, mit einer Zugleine verbunden, stehend auf dem Surfbrett, ging es gleitend durch das Hafenvorbecken – ein Art “Wakeboarding”. Einige Abstürze ins kühle Nass sorgten für Erfrischung, immerhin lässt sich das Surfbrett mit Kanteneinsatz bedingt steuern und es macht richtig Spaß. Erst habe ich Jakob gezogen, dann er mich, Cornelia stand am sicheren Ufer und hat gefilmt.

Zigzag auf dem Weg nach Barbados

Für eine letzte Nacht vor der großen Atlantiküberquerung, haben unsere südafrikanische Freunde, Rosemary und François von der Zigzag im Hafen festgemacht, um sich von uns zu verabschieden. Heute sind die beiden mit ihrem Katamaran, einer Maverick 440, nach Barbados aufgebrochen und wollen dort in ca. 17 Tagen ankommen.

We wish you a safe crossing and fair winds from behind…, hope to see you again, some day!!!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Seemannsgarn?

Die Spitze des Teide winkt zum Abschied

Das Schiff schießt los, der Wind drückt mächtig in die Segel, Schaumkronen färben das blaue Meer weiß. Morgens beim Ankeraufholen herrscht noch bleierne Flaute, nur die Dieselmotoren bringen uns weiter, in Richtung La Gomera. Als ein leichter Westwind einsetzt, gehen die Segel hoch, doch die Brise ist so leicht, dass die Hexe ihrem Namen keine Ehre macht, passender wäre „schleichende Plastikente“.

Nur die Rückenflosse ist zu sehen,
wenn man genau hinschaut

Zudem wechselt das flaue Lüftchen alle paar Minuten die Richtung, ich sitze im Schalensitz und steuere mit der Pinne jede Winddrehung aus. „Es wäre schön, wenn es endlich Wind gibt!“, sage ich wiederholt zur Capitania, die mich zu mehr Geduld auffordert. Doch nochmal müssen 2 mal 75 Pferdestärken mit schieben. Dann kommt der nächste Segelversuch und einige Meter voraus zieht ein Rudel Pilotwale seine Bahn. Wir kommen uns sehr nahe, und Cornelia schießt ein paar Fotos der gemächlich dahin schwimmenden dunklen Tiere – das regelmäßige Atmen beim Auftauchen ist deutlich zu hören.

So friedlich empfängt uns der Hafen
von San Sebastian de la Gomera

So langsam zeichnet sich La Gomera immer deutlicher am Horizont ab, und dann kommt endlich Wind, erst wenig und dann immer mehr. Bald ist es zu viel Wind, die Hexe stürmt mit 12 Knoten hoch am Wind dahin und poltert über die Wellen. Weiße Gischt fliegt über den Bug und deckt das ganze Schiff ein, die Wellen passen irgendwie nicht zum Wind, zu kurz, zu abgehackt. Schnell verkleinern wir als “erste Hilfsmaßnahme” die Genua, fieren den Großsegeltraveller nach Lee und öffnen die Großschot, der Druck muss raus, noch 3,5 Seemeilen bis zum Ziel. Der Wind wird immer stärker, wir entscheiden uns, das Großsegel ganz zu bergen und mit der  gerefften Genua allein weiter zu segeln. Und dann ist plötzlich 500 Meter vor der Hafeneinfahrt der Wind komplett weg, nix mehr, nada, nicht ein Lüftchen. In unserem Heckwasser brodelt noch der Hexenkessel und wir schweben auf komplett plattem Wasser. Alle Segel weg, Fender raus, das Hafenoffice angefunkt.

So sah die Küche am nächsten Morgen aus…

Peter von der Florentine hat uns einen tollen Liegeplatz im Hafen reserviert. Längsseits geht es an den Steg, der Marinero nimmt die Leinen an, Peter steht mit Stiefsohn Jakob da, großes Empfangskomitee. Die Capitania legt das Schiff cool und souverän an den Steg. Den Rest des Tages spinnen wir Seglergarn, verdrücken das eine oder andere Bier, Grillen, was der Lotus hergibt und feiern in Kathrin’s Geburtstag rein. Weit nach Mitternacht geht’s mit ganz müden Augen endlich ins Bett.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Adieu, Santa Cruz

Dienstag, 23. Januar 2018, Baro  1022, sonnig, Wind NO um 4
Santa Cruz 09:20 – Playa de las Americas 16:00, 44 sm

Adieu, Santa Cruz

Heute haben wir Besuch an Bord, als wir endlich die Leinen in Santa Cruz loswerfen: Petra und Joachim, Freunde von Sepp wollen mit uns bis Los Cristianos segeln. Nach anderthalb Monaten, die die Hexe hier festgelegen hat, ist es die erste Fahrt im neuen Jahr, bei schönem Nordostwind und reichlich Sonne. Rosemary und François von der Zigzag winken uns zu, als wir aus dem Hafen herausfahren. Die beiden kommen vielleicht morgen oder übermorgen für eine Nacht nach San Sebastian, bevor sie zur weiten Fahrt in die Karibik aufbrechen.

das war nur ein Bruchteil der Herde

Das Ablegemanöver klappt hervorragend, trotz Seitenwind dreht die Hexe brav um die Springleine, den helfenden Marinero mit seinem Boot hätten wir eigentlich doch nicht gebraucht, aber es wer weiß das schon vorher. Direkt nach der Hafenausfahrt geht das Großsegel hoch, bei zunächst leichtem Wind und ein bisschen zickigen Wellen segeln wir nach Süden. Ich bin gerade dabei, das Frühstück vorzubereiten, die beiden haben frische Croissants und Brötchen mitgebracht, da kommt der Ruf „Delfine, Delfine, ganz viele!“. Tatsächlich sind es vielleicht hundert Tiere, die in der nächsten Stunde mit unserem Boot spielen, egal, ob wir langsamer werden oder schneller, sie spielen um die Rümpfe, kommen von hinten, seitlich, springen übers Wasser, toll! So viele Tiere auf einmal haben wir noch nie gesehen, manche sind einfarbig, andere getüpfelt, sehr lustig.

Wir frühstücken in Ruhe, fast bei Flaute, mit Rührei und frischen Coissants, pünktlich danach frischt der Wind auf, und die Hexe wird schneller.

Punta roja vor dem Teide

Um 14:00 Uhr passieren wir  Punta roja, ein roter großer Fels im Meer, der die Südostspitze von Teneriffa markiert, danach segeln wir nachWesten weiter. Um 15:15 fahren wir an Punta Salema vorbei, jetzt wird das Meer deutlich ruhiger. Hier unten sind mehr Segelboote unterwegs, allerdings viele unter Motor auf dem Weg nach Nordosten.

Auch wir müssen die letzten Meilen motoren, es ist fast kein Wind mehr und Petra muss ihr Leihauto am Flughafen zwischen 17 und 18 Uhr abholen, sonst hätten wir vielleicht das ganze ausgesessen. Der Anker fällt um q6:00 Uhr direkt vor der Playa de las Americas neben Los Cristianos, Volker fährt die beiden zum Strand und weg sind sie.

Wir liegen hier ruhig und gemütlich und freuen uns auf die Überfahrt morgen nach La Gomera.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Vermittelt

Wer denkt, wir sind jetzt wieder auf den Hund gekommen, irrt sich. Wir gehen aber weiterhin fleißig mit den Hunden des Refugio de los Animales spazieren und tragen so mit zahlreichen anderen Freiwilligen dazu bei, dass die vierbeinigen Freunde einmal am Tag nach draußen kommen und eine große Gassigehrunde drehen können. Ist gut für den Hund, fürs Gemüt und die Kondition. Sonntag waren wir wieder im Tierheim und haben natürlich auch nach dem Hund Ausschau gehalten, der, wie auch zahlreiche Blogleser bemerkt haben, unserem verstorbenen Nico sehr ähnlich sieht und auch noch fast gleichlautend heißt. Doch Viggo wurde am Samstag in eine inselansässige Familie vermittelt und erfreut sich dort jetzt hoffentlich seines Hundelebens.

Nach drei Gassigehrunden mit insgesamt sechs Hunden haben wir uns touristisch nach Orotava aufgemacht, einem historischen Ort, der hochgelegen über der Küstenstadt Puerto de La Cruz thront. Orotava biete einige Kilometer Altstadt-Gassen mit alter Gebäudestruktur, die zum Teil aus dem 16. Jahrhundert stammt. Viele Fassaden ziert der kanarentypische Holzbalkon, der sich in vielen Fällen über die ganze Hausbreite erstreckt.

im botanischen Garten

Hinterm Rathaus gibt es einen kleinen aber feinen botanischen Garten und in der katholischen Kirche lag der Weihrauchgeruch der Sonntagsmorgenmesse noch in der Luft. Die Aussicht von Orotava über die Küste, das Meer und zum Teide ist unbeschreiblich schön, daher versuch ich es erst garnicht.

Soviel rumlaufen macht Hunger und Durst, und da bietet es sich an, dass es nahe zu den Kirchen auf Teneriffa, fast überall, kleine Plätze mit Bodegas oder Tapasbars gibt. Eine dieser urigen Bodegas haben wir ausgesucht und in der Sonne einen kleinen Mittagslunch mit Bier und Wein genossen.

Balkone

Blick über die Sadt

Zudem schien am Sonntag erstmals seit einigen Tage eine hell strahlende Sonne von einem nahezu makellos blauen Himmel, was will man mehr von so einem Tag?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Danke Sepp!

Das sind die neuen Batterien

Mit einem Tag Verspätung wurden gestern unsere Verbraucherbatterien ausgetauscht.
Der Ausbau der kaputten Energieträger gestaltete sich erstmal ein schwierig, weil die großen Batterien nicht durch die ausgeschnittenen Öffnungen unserer Salonbank passen wollten. Egal wie wir es versucht haben, die 70 Kilo schweren Dinger ließen sich nicht rausheben, immer blieb irgendeine Ecke irgendwo hängen.

Wir machen Platz

Bis Mark, der Technico, die rettende Idee hatte, es musste erst ein bisschen Platz zum Batterierangieren geschaffen werden. Wir bauten einen Heizungslüfter aus und räumten das Nachbarfach leer. Dann war der Ausbau schon fast erledigt. Auf genau umgekehrtem Weg kamen die neuen Batterien an ihren vorgesehenen Platz und wurden von Mark, fach- und sachgerecht angeschlossen. Um es kurz zu machen: jetzt funktioniert alles wieder tadellos. Das Ladegerät für den Landstrom pumpt ordentlich Ampère in den Energiespeicher, bei Motorbetrieb hauen die Lichtmaschinen reichlich Energie ins System und die Solarpanele lieferten bei teilbedecktem Himmel über 20 Ampère. Alle Anschlüsse wurden gecheckt, mit dem Multimeter nachgemessen und die Einstellungen für den Batterietyp überprüft. Nachdem wir insgesamt über 500 Kilogramm Batterien an und von Bord geschaffen haben, scheinen wir jetzt wieder ein perfekt funktionierendes Batteriesystem zu haben.

Kabelmurks

Anschließend ging der Schiffselektriker dem nächsten Problem auf die Spur, dem nicht arbeiten Watt&Sea-Hydrogenerator. Schnell stellten sich gleich zwei Fehler als Ursache für das Problem heraus. Zum einem war am Laderegler ein Kabel nicht korrekt in den Schnappverschluss eingerastet, und zum anderen war ein Kabel des Anschlusssteckers vom Hydrogenerator selbst lose. Bei letzterem war jetzt schon zum 2. Mal in der kurzen Besitzgeschichte eine Lötstelle gebrochen, sodass wir einvernehmlich für den Austausch dieses unzuverlässigen Steckers plädiert haben. Den neuen Stecker gibt es jedoch erst am Montag, weil Samstag Nachmittag das Fachgeschäft geschlossen hatte. Kein Problem, Hauptsache, die Ursache ist bekannt und kann beseitigt werden.

Inneneinrichtung in der “Liebe meines Lebens”, schick und phantasievoll

Kontrastprogramm: Wer jetzt noch Lust zum Weiterlesen hat, dem schreib ich gerne auf, was wir Schönes Samstagabend erlebt haben und dafür geht ein herzliches Dankeschön an Sepp und seine lieben Freunde(Innen), Hans-Joachim, Brigitte und Petra. Sepp ist auch ein passionierter Outremer-Segler, der im Winter auf Teneriffa wohnt, wir haben schon mal berichtet, dass wir ihn in seinem Haus besucht haben. Gestern kamen die vier zu uns an Bord, um uns zu einem Abendessen in ein peruanisches Restaurant abzuholen. Wir glühten ein wenig an Bord vor, da es noch viel zu früh fürs Essengehen auf den Kanaren war. Keiner geht um 6 oder 7 Uhr abends ins Restaurant. Aber selbst, als wir kurz nach 20 Uhr im nördlichen Innenstadtteil „Las Ramblas“ im Lokal aufgetaucht sind, waren wir mit Abstand die ersten Gäste, erst als wir um kurz vor 23 Uhr nach Hause aufgebrochen sind, war der Laden voll – da hab ich jetzt das Ende vorweggenommen.

Das amuse geule – Hühnerfrikassee mit Soße auf kanarische Art

Das Essen jedenfalls im “Amor de mis amores”, also der “Liebe meines Lebens“ war mit das Beste, was ich in meinem Leben gegessen habe. Es gab Tapas, also kleine Gerichte, aber die hatten es sich; u.a. ein kleines paniertes  Bällchen mit passiertem Hühnerfleisch (die Holländer würden sagen „Bitterballen, aber ganz anders und sehr köstlich)“, serviert auf einem halben Porzellanei,  Es gab Rindercarpaccio mit Koriander und einer hausgemachten Mayonnaise rundherum, Ceviche, mit Zitronensaft marinierter Seehecht mit Gofio, einer kanarischen Spezialität aus gemahlenem Weizen und/oder Mais, gekochte Tintenfischarme mit Selleriebällchen sowie Schweinefilet mit Koriander und Getreidepüree. Anschließend füllten wir den kleinen Restplatz in unseren Mägen mit verschiedenen  sensationellen Süßspeisen und Cafés.

Vielen Dank für die Einladung, Sepp, was für ein toller Abend!

Noch ein kurzer Satz zum Schluss, am innenstadtnächsten Hafeneingang steht das Auditorium und das erinnert uns rein optisch an die Oper in Sydney (oder eine Mainzer Narrenkappe), da waren wir gestern Nachmittag und haben den Handy-Daten-Speicher vollfotografiert, mit tollen Aufnahmen. Ende!

Windanbeter

Windrose, andersrum

von vorne

Café

südlich

nach oben

silhouette

Veröffentlicht unter Uncategorized | Ein Kommentar

Viggo, Sophie, Sami und Co.

Website

Gestern haben wir es schon einmal ausprobiert, und heute ausgiebig genossen: Bei dem Hunderefugium in Teneriffa kann man mittags mit den dort lebenden Hunden Gassi gehen, Hilfe für die Hunde und die Menschen, die sich engagieren. In Los Realejos, südlich von Puerto de la Cruz, fährt man abenteuerlich steile „Straßen“ (immerhin asphaltiert) hinunter zu einem Wasserspeicher, da ist die „Hundeauffangstation“. Über 60 Tiere leben hier, die meisten glücklicherweise temporär, andere haben fast keine Chance mehr auf Vermittlung.

Wir bekamen eine Führung durch das Gelände, die Tiere sehen alle gut aus, die größeren Hunde sind zu zweit in Käfigen, manche alleine, je nach Verträglichkeit, die mittleren bis kleinen im Rudel, die sieht man auch zuerst, wenn man die Glocke läutet.

Gestern sind wir mit zwei Hunden spazieren gegangen, einem ganz ruhigen, etwas älteren Spanielmischling und einer ganz jungen bildschönen mittelgroßen Fast-noch-Baby-Hündin.

Heute waren wir pünktlich um 11:00 Uhr wieder da, mit einem großen Sack Hundefutter im Kofferraum und den Taschen voller Leckerlis. Denn heute wollten wir mit vielen der süßen Tiere eine runde um den Wasserspeicher drehen, auch wenn es dort nach dem Regen ganz schön matschig ist.

Viggo, wuschelig
und grau

Als erstes hat Volker sich gewünscht, dass wir Viggo ausführen dürfen, er ist ein süßer kleiner wuscheliger Mischling, mit einem Haufen Blödsinn im Kopf, der enorm hoch springen kann. Dazu bekamen wir Ronny, ein etwas ruhigerer freundlicher Hund, der sich aber furchtbar aufregte, sobald wir einen anderen Hund getroffen haben.

Caramelito und Ronny

Die zweite Runde gingen wir mit Caramelo und Ronny (?), beide nicht so gut bei Fuß, Caramelo kam schon mit einem gebrochenen, aber verheilten Fuß ins Tierheim, und der Tierarzt meint, es sei besser, das auch so zu lassen, er humpelt halt ein bisschen. Ronny ist schon alt und hat grauen Star, aber er ist ein sehr netter und anhänglicher Hund, weit über zehn Jahre alt, „Den holt keiner mehr“, sagt der Chef des Hundeasyls.

Sami, bildschön

Sophie, klein aber oho

Noch ‘ne Runde, diesmal mit Sami und Sophie. Sami ist ein bildschöner, halbhoher Mischling, dessen Frauchen ins Krankenhaus musste und niemand für ihn hatte; ob sie ihn je wieder holen kann, ist eher zweifelhaft. Er ist gut erzogen und läuft so brav an der Leine, zurück beim Rudel merkt man aber, dass er noch trauert. Sophie kam mit ihrer Tochter oder ihrer Schwester, so genau weiß man das nicht, von der Straße, und sie ist ein Sonnenschein, eine kleine Schönheit, auch wenn sie lustigerweise immer beim Laufen Pipi macht wie ein Rüde.

So, die letzte Runde mit Otto, schon älter und keine Schönheit, aber extrem lieb, und Eddie, der sich im Rudel als Zicke outet, aber beim Spazierengehen ein Lämmchen ist, als könne er kein Wässerchen trüben, und auch ultrazart die Leckerli aus der Hand nimmt.

Unterwegs begegnet man natürlich auch anderen Menschen, die mit weiteren Hunden ausgehen, gut, wenn es viele Menschen gibt, die dieses Projekt unterstützen. Für mehr Infos: http://www.refugiodeanimales.org/f_adopcion.php

leuchtend buntes
Gefieder
der Papageien

Auf dem Heimweg waren wir noch bei den Papageien, die dem Loropark den Namen gegeben haben, alles bezaubernde bunte Schönheiten!

weißer Schaum

Die Häuser
an der Wasserfront

Anschließend haben wir die wilden Wellen trotz wirklich leichten Winds vor Puerto de la Cruz bestaunt, und uns gefragt, wie man die Gebäude trocken bekommt, denen man außen an der Fassade deutlich die Feuchtigkeit ansieht, wahrscheinlich eher nicht…

Veröffentlicht unter Uncategorized | Ein Kommentar