Viele Rümpfe

Das Wetter hat mitgespielt, Messebesucher füllten die Stege und die ausgestellten Katamarane waren gut besucht mit potenziellen Käufern, schön war es, auf der Katamaranmesse in LGM am Samstag und Sonntag, Das Beste war, dass neben den Serienherstellern jedes Jahr auch der eine oder andere “exotische” Kat präsentiert wird. Dieses Jahr waren gleich drei Boote vertreten, die uns in ihren Bann gezogen haben.

So steuert man den Trimeran

Eines davon war ein Trimaran, als Charterschiff angeboten, der vom äußeren her als reinrassiger Renntrimaran daherkommt und im Inneren ein einfaches aber sehr wohnliches Interieur hat. Bei dem Schiff handelt es sich um einen Einzelbau, der auf einer französischen Werft an der Rhônemündung gefertigt wurde. Die 19 Meter langen seitlichen Rümpfe, die sog.Schwimmer, stammen von einem ehemaligen sehr bekannten und mittlerweile verschrotteten Renntrimaran, der Orma 60 “Banque Poulaire”. Die Mittelstreben, die sog. Beams und der 50 Fuß lange Mittelrumpf selbst wurden hingegen in 2007 komplett neu gebaut. Die ganze Konstruktion wiegt insgesamt gerade einmal 7,8 Tonnen und führt am Wind über 150 Quadratmeter Segelfläche. Doch damit nicht genug, die Seitenschwerter wurden als Tragflächen, oder wie der Segler sagt, als Foils konstruiert, und somit kann das Schiff über 60 Stundenkilometer schnell übers Wasser fliegen.

Innen ist der Tri geräumig und schön eingerichtet

Die Eignerin sagt, dass man in einem Nachmittag bei günstigen Winden bis nach Korsika segeln kann, was ja über 200 Kilometer weit weg ist. Wir bekamen eine Einzelführung über und durch das ganze Schiff und waren wirklich mehr als beeindruckt, von dem Gesamtkonzept. Das Schiff ist so ausgelegt, dass es von einer Person sicher unter allen (Wetter) Umständen zu händeln ist. Zur Sicherheit, damit der Tri nicht umkippen kann ist ein hydraulisches System mit Messdosen installiert, das die Kräfte misst, und wenn diese zu groß sind, die Großschot und das Großfall ausrauschen lässt.

Gestern Nachmittag kamen einige potenzielle Outremer-Kunden aus Amerika, Spanien und Deutschland zu uns an Bord, um hautnah zu erfahren, wie schön so eine Outremer segelt. Begleitet von Jean-Pierre und dem deutschen Outremerhändler ging es raus aufs bewegte Meer, und eine frische Brise lies uns beinahe 11 Knoten schnell werden.

Beim Genackersetzen dürfen die Gäste mithelfen

Mit soviel segelbegeisterten Menschen an Bord gab es für Cornelia und mich nicht wirklich viel zu tun. Uns gefiel es dennoch einmal, die Rolle des Zuschauers und gleichzeitig des Gastgebers auf dem eigenen Boot einzunehmen und wir hatten dafür umso mehr Zeit für gute Unterhaltungen. Im Hafen zurück wurden die Rollen wieder zurück getauscht und trotz viel Wind fuhr die Capitania ein Anlegemanöver, bei dem es an dessen Ende Applaus von den Mitfahrenden gab. (Aber das vor allem, weil man eben nicht gewohnt ist, dass Frauen größere Pleasureboote an- und ablegen oder im Hafen manövrieren können.)
Am Abend war wir dann mit Patrick von der Pastis und unserem Händler, Kapitän Klaus Tietze, ganz lecker essen, im Entre-Potes, was laut unseren französischen Freunden ein Wortspiel ist, und unter Freunden bedeutet. Das macht die Atmosphäre auch so nett, dass es “chez amis” ist.

Seit heute ist wieder die hafenübliche Ruhe in LGM eingekehrt, ein paar Katamarane sind auf dem Rückweg zu den Werften, auf einigen Schiffen wird vor Hafen noch testgesegelt, und Abbautrupps sind dabei, die Spuren der Messe nach und nach zu beseitigen.

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Zweiundzwanzig Grad

Die Sonne scheint, der Himmel einheitlich blau, die sanften Hügel der Rhoneregion liegen rechts der Autobahn. Wein wird allerorten angebaut, und ist unter dem Namen Côte du Rhône, in jedem französichen Supermarkt für vergleichsweise kleines Geld zu haben. Anders als beim Rhein, der ja sehr frequentiert ist, sieht man auf der Rhône eher selten mal ein Schiff fahren. Dafür ist sie überwiegend breiter als unser Vater Rhein.
Wir sind unterwegs in den Süden, die letzten Tage haben wir in Darmstadt verbracht, jetzt geht es wieder nach Südfrankreich. Heute morgen ging es früh ais den Federn und ich habe das hochstehende Gras in unserem kleine Garten noch mit dem Rasenmäher auf eine optisch ansprechende Höhe geschnitten. Jetzt kann es wieder ein paar Wochen wachsen. Die Capitania will auch ein schönes Schnittmaß für ihr volles Haar haben und hat schon mal von unterwegs einen Termin bei ihrer Lieblingsfriseurin in LGM organisiert. Frühjahrsschnitt(e).
20 Grad zeigt das Autothermometer, seit Lyon geht es bergauf mit den Temperaturen, die Prognosen für die nächsten Tage sind vielversprechend.
Voll wird es sein in LGM, nicht zuletzt wegen der Katamaranmesse. Bei so schönem Wetter wird der Andrang auf die ausgestellten Schiffe sicher immens sein.
Das Auto ist mal wieder vollgepackt, Cornelia hat bei ihrer Sommerkleidergaderobe aufgerüstet und einige Kleidungstücke von Darmstadt mitgebracht. Aber nicht nur Kleider füllen das Kfz, sondern auch ein neuer Bugfender für knifflige An- oder Ablegemanöver, meine Lieblingswurstdosen, neue Kopfkissen, Bettdecken und -wäsche für die Gästekabinen, der neue Besteckschubladeneinsatz, damit endlich Ordnung in das Tafelsilber kommt und schließlich haben wir noch einen Badezimmerteppich und einen kleinen Läufer für den Salonfußboden eingepackt.
Gut, dass es noch viel bisher völlig ungenutzten Stauplatz auf unserer neuen Hexe gibt.

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Die Fastenzeit,

die für uns irgendwie keine war, ist vorüber und wir sind gerade über eine Datei, bzw. einen Reisebericht von uns aus dem Jahr 2002 gestolpert. Zu der Zeit waren wir superstolze Besitzer einer schnellen Dehler 39 und sind damit fast regelmäßig zwischen England, insbesondere der Ostküste und Holland hin- und hergependelt. In 2002 sogar viermal. Unsere Lieblingsdestination war dabei, der wunderschöne Fluss “River Orwell”. Ein Fluss, der eingebettet ist in eine lieblich-hügelige Landschaft mit Feldern, großzügigen englischen Gärten und sehr alten Eichenwäldern. Für die Segler: Die berühmten Oyster-Yachten werden am River Orwell gebaut.

Jedenfalls waren wir so vernarrt in diesen Fluss, dass es für uns an längeren Wochenenden oder in den Ferien nur ein Ziel gab. Sicherlich mit dazu beigetragen hat die nordseetypische Gezeit, das ewige Zusammenspiel von Ebbe und Flut, das besonders die Landschaft am Fluss alle paar Stunden optisch sehr verändert. Mal ist der Flusslauf nur sehr schmal und flach, um sich dann mit der auflaufenden Flut, alle paar Stunden, zu einem richtig breiten Flussbett hin zu verwandeln. Bei Ebbe hingegen sieht man alte Wracks, ausrangierte Torpedos und halbversunkene Schiffe im Schlamm. Wer einmal durch den beinahe mystischen uralten Eichenbestand zum historischen  “Butt and Oyster” Pub gewandelt ist und die Szenerie, die sich einem dort, gerade bei Ebbe, bietet, gesehen hat, wird sicher von diesem sehr schönen Stück England genauso fasziniert sein wie wir. Und wer jetzt noch Lust hat weiterzulesen, kann in unserem alten Reisebricht von vor 15 Jahren nachlesen, wie es denn mit der Segelei ist, wenn man sich für ein verlängertes Wochenende nach England aufmacht. Wir hatten jedenfalls heute Morgen viel Spaß beim Durchlesen unseres “historischen” Logbuchs.

Hier gibt es das Logbuch zum Download als hochaufgelöste Datei (37 MB) und hier die Sparversion mit 3 MB.

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Messezeit

Das Motto bzw. das Thema ganz einfach gehalten, den Termin sorgfältig geplant  und den idealen Austragungsort ausgewählt, schon hat man ein Messekonzept, das sowohl die Aussteller in Scharen und die Besucher in Massen begeistert – ein Event der Toppklasse. Jedes Jahr gibt es mehr Besucher, gibt es mehr Aussteller, gibt es mehr Werbung und Promotion, gibt es mehr Aufmerksamkeit, usw. Alles Vorgenannte trifft für eine Messe oder besser gesagt einen Bootssalon ganz besonders zu.

“THE INTERNATIONAL MULTIHULL BOAT SHOW” , ist der Name der Bootsmesse, die in 2017 zum achten Mal in LGM stattfindet. Dort ausgestellt werden nur Mehrrumpfsegelyachten oder um es einfach auszudrücken, Katamarane und Trimarane, letztere jedoch nur in der Minderheit. Insgesamt werden 45 Schiffe ausgestellt, obwohl es das auch nicht ganz trifft. Denn die Boote werden alle in ihrem Element, dem blauen Mittelmeerwasser, stil- oder artgerecht, dem interessierten Publikum, präsentiert. Eine “im Wasser”-Messe ist für jeden Wassersportbegeisterten schon per se etwas Besonderes. Zum Einem gibt es nicht so viele Bootsaustellungen in Europa, auf denen Schiffe im Wasser präsentiert werden und zum anderen gibt es außer dieser keine andere Messe, auch keine „trockene“, bei der derart viele Mehrrumpfer gezeigt werden, die allesamt zu besichtigen sind.

Der größte Katamaranhersteller der Welt, “Lagoon“, ist ebenso vertreten wie der Lokalmatador aus La Grande Motte, “Outremer”. Dazu kommen noch, beispielsweise mit Leopard, ein Hersteller, der seine Schiffe in Südafrika baut, oder die noch junge Werft “Aventura”, die in Tunesien produziert und auch als einziger Katamaran-Erbauer kleinere Katamarane im 8-10-Meter-Segment in Serie herstellt. Und in Litauen werden seit einigen Jahren bei “O-Yachts”schnelle Katamarane gebaut.

Viele der Hersteller bieten abends nach den offiziellen Messezeiten Probetörns an, sodass das ins Auge gefasste Schiff  gleich auf Herz und Nieren getestet werden kann. Also, wer Mehrrumpfer mag oder an den Kauf eines solchen Bootes denkt, muss vom 19.-23. April nach La Grande Motte kommen.

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Wer sucht, der findet…

Das alles muss in die Fächer verteilt werden

Mittlerweile glauben wir, uns ganz gut auszukennen auf unserem breiten schwimmenden zweibeinigen Zuhause. Alles hat seinen Platz gefunden, Cornelia hat genug Schrankraum für ihre Kleider, mein großer Werkzeugkasten ist leicht zugänglich gestaut, das Beiboot, die Tauchausrüstung, das Leichtwindsegel, Geschirr und Pfannen, alles findet in den zahlreichen Schränken und Fächern seinen Platz. Unsere Lebensmittelvorräte sind unsichtbar verstaut genauso wie unsere breit aufgestellte Bordapotheke, die weitgefächerte Bordbibliothek steht, optisch schön, im Eignerumpf. Manches wurde in der Hitze des Einräumgefechts einfach nur weggeräumt, um dann anschließend mühevoll wieder gesucht und herausgekramt zu werden.

Das darf dekorativ draußen bleiben

Wir waren uns absolut sicher, dass wir Plastikkappen zur Entschärfung der scharfkantigen Solarpanelecken mitgenommen hatten und haben die, nach über zwei Stunden Sucherei, in den zahlreichen Staufächern endlich wiedergefunden. Cornelia war der Meinung, dass wir zwei kleine Faltstühle schon immer auf der alten Hexe mitgenommen hatten, die wir aber bis zum heutigen Tag nicht gefunden haben. In der Küche räumen wir fast jeden Tag Küchenutensilien um, weil es woanders praktischer ist und wir uns umentschieden haben. Nach wie vor schwierig zu finden waren Kleinteile wie Batterien, Sonnenbrillen, Sonnencreme oder Zutaten für eine Salatsauce. Es gibt einfach zu viele Ablagen und unser Stausystem ist noch nicht perfekt.

Alles muss katalogisiert werden

Die Capitania hat jetzt eine systematische excelbasierte Stauliste erstellt, so müssen wir nur ein Stichwort eingeben und schon wissen wir, wo was lagert. Alles ist jetzt an Bord, was wir vorher auf der Dehler hatten, zudem haben unsere 28-Zoll großen Trekkingräder in den vorderen Bugstauräumen ihren Platz gefunden. Das erhöht unsere Mobilität und den Bewegungsradius, das ist absolut sensationell, dass wir ab nun unsere Fahrräder dabei haben. Der Kat ist jetzt ein sozusagen ein komplett ausgerüsteter schwimmender Haushalt. Fertig für die großen Abenteuer rund um die Welt.

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Stürmische Begrüßung

Dolphins, Dolphins, ruft Trevor aufgeregt und zeigt mit ausgestrecktem Arm in die Ferne. Weiße Wasserfontänen spritzen in der Ferne auf, und die unverwechselbaren Rückenflossen von vielen Delfinen durchbrechen, in der Sonne glitzernd, die Wasseroberfläche. Plötzlich ändert das gesamte Delfinrudel seinen Weg und nimmt Kurs auf uns. Die lustigen Meeresbewohner springen hoch aus dem Wasser, umschwimmen unsere Rümpfe – ein ausgelassenes Spiel der Natur. Man könnte fast meinen, dass die vielgeliebten Bewohner der Meere unsere neue Hexe in ihrem Element begrüßen wollen, was für ein tolles Schauspiel, überwältigend!

Hier geht es zum Film, wir wünschen ganz viel Freude beim Anschauen.

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Beinah abfahrtsklar

Entspannung zwischen der Arbeit mit Architektur im Hintergrund

sind wir und unser Katamaran. Arbeitsreiche Tage liegen hinter uns und der Werftmannschaft von Outremer. Die endlos waschende Waschmaschine wurde durch eine neue ersetzt, die Überspannung durch den Blitz hat wohl einen unentdeckten Schaden in der Elektronik hervorgerufen und es wurde garnicht erst versucht, diesen zu beheben. Gut so, jetzt habe wir eine neue Clementine ohne Blitzschaden. Der Segelmacher hat die lange Vorderseite unseres Leichtwindsegels gekürzt und das modifizierte Segel gestern zurückgebracht. Heute haben die Elektriker formschöne Leselampen im Salon installiert, wir sehen beide noch sehr gut ohne Brille, brauchen jedoch deutlich mehr Licht beim Lesen. Die heutigen Led-Spots sind für diesen Zweck geradezu ideal, da sie mit ihrem hellen gebündelten Lichtstrahl punktgenau auf den richtigen Fleck beleuchten. Die Solarpaneele haben neue Relingshalter bekommen, die Rettungsboje ist an der Reling montiert, die alte Außenborderhalterung ebenso, Cornelia hat genau wie auf der alten Hexe die Geschirrschränke mit lackschonenden Antirutschunterlagen ausgelegt und für die Halterung von der Autopilotfernbedienung am Steuerstand haben wir ein neues Ladekabel montiert. Der Nordwind hat in den letzten Tagen kräftig durch die Straßen von LGM geweht und den Blütenstaub der Bäume gleichmäßig auf dem Boot verteilt. Egal, was man außen anfasst, alles fühlt sich leicht schmierig an, jedoch ist das Zeug glücklicherweise entgegen dem üblichen Regensaharastaub, farblos.

Abends ist der Turm angeleuchtet

Gestern Abend haben wir mit Trevor und Kay einen kleinen Ausflug ins benachbarte Palavas-les-Flots gemacht, sind dort rauf auf den Ausflugsturm, anschließend durch die engen Gassen des Fischerdörfchens gepilgert und haben im Restaunrant “Bilig”, dem lokalen Italiener, total gut zu Abend gegessen.das Restaurant heißt tatsächlich “Bilig“, ist dabei nicht billig, aber 100 Prozent preiswert.

Ja, und morgen, wollen wir dann endlich in See stechen, bei einem vorhergesagten moderaten Wind, der geradezu ideal für Katsegelanfänger ist. Nicht zu stark, nicht zu schwach, vom Land her wehend, ohne Wellen und hoffentlich mit einer gewissen Konstanz. Wir sind sehr gespannt.

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Plus oder Minus

verkabelt!

miteinander zu verbinden, Reihen-oder Parallelschaltung, das waren heute die Fragen, die uns u.a. beschäftigt haben. Worum es geht? Ganz einfach um unsere Solarpaneele, die wir von unserer alten Hexe mit gebracht haben und bei denen es sich um zwei 12-Volt-Solarpaneele zu je 100 Watt handelt. Unser Kat hat, entgegen den Vorgängerbooten, ein 24-Voltsystem an Bord, verschiedene Vorteile – und, wie das bei Vorteilen so ist, auch Nachteile hat. Wir wollen da jetzt nicht zu tief einsteigen, aber um mal ein paar Nachteile zu nennen, muss z.B der 24-Volt-Strom durch spezielle Umwandler wieder in 12-Volt umgewandelt werdenn für alle handelsüblichen Navigationsinstrumente. Es braucht also spezielle Geräte, die das tun, was das ganze System  teuer und natürlich bei Elektropannen auch anfällig macht. Ein Vorteil ist, dass nur halb so hohe Ströme fließen und Kabeldurchschnitte verwendet werden müssen wie beim 12-Volt-Sysrem und das dadurch Kabelgewicht eingespart wird.

Jetzt zurück zum Solarpaneel, wir mussten also aus den 12-Volt-Paneelen 24-Volt-Paneele machen. Wir haben also ganz einfach die beiden 12-Volt-Paneele in einer sog. Serienschaltung miteinander verbunden, weil  2 mal 12 Volt schon rein mathematisch 24 Volt ergeben (aber nur, wenn sie in Reihe geschaltet werden, nicht etwa parallel!)

Schließlich haben wir wegen der Größe des Bootes noch die Anschlusskabel mit ein paar Kabelverbindern und Solarstromkabeln auf gut 20 Meter verlängert, damit wir unsere mobile Solarpaneeleinheit immer und überall ohne irgendeine Beschattung netreiben können. Natürlich nur, wenn die Sonne scheint 😀⚓️😀.

Rollos, angebracht

Und wenn die Werkzeugkiste schon mal offen ist und wir arbeitswütig sind, haben wir gleich weitergemacht. Die Standardverdunklung der großen Panoramafenster in den Rümpfen hat uns nicht so ganz zugesagt und wir haben uns “Faltverdunklungen/Jalousien” auf Maß von der Firma Oceanair anfertigen lassen. Heute kamen die mit viel Sorgfalt und gutem Augenmaß an ihren angestammten Platz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das ganze Schiff wird nicht zu letzt dank solcher Aktivitäten immer mehr zu unserem Zuhause. Zu guter Letzt haben wir die (Hexen)-Gangway klargemacht und können nun ganz bequem über diesen Laufsteg an Bord gelangen.

Jetzt ist Feierabend mit kühlem Feierabendbier, wir senden herzliche Geburtstagsgrüße an Volkers Mama, an Bord der Mittelmeerkreuzfahrt. Morgen ist ein neuer Tag

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Schiffstaufe

Sonntag, 02.04.2017, Bart 1013, bewölkt, kalt, Wind NW um 3
La Grande Motte 11:00 – LGM 13:50 ca. 6 sm

Poisson du jour

An diesem regnerischen Sonntag geht es weiter mit dem Eingewöhnen in das neue Boot. Nachdem wir gestern Abend vorzüglich im Entre Potes gegessen haben, sind wir gestärkt und bereit, uns den neuen Aufgaben zu stellen.

Zunächst versuchen wir eine andere Art des Ablegens von unserem Platz, indem wir über die Backbord-Achterleine drehen, statt über die Steuerbord-Vorleine. Das geht, aber nicht ganz so gut wie die Alternative.

Jetzt soll Trevor die Hafenmanöver fahren, die Jean-Pierre mich hat fahren lassen, einen Vollkreis, an dem langen Gummiponton anlegen, in Sackgassen wenden. Draußen in der Bucht fährt dann erstmal Kay erst einmal einen 360-Grad-Kreis, dann versuchen wir ein Boje-über-Bord-Manöver nach dem anderen, legen später längsseits an der Capitainerie an und manövrieren das Boot im Hafenbecken. Auch das Anlegemanöver an unserem Steg , das diesmal Trevor steuert, klappt hervorragend, es ist ein gutes Gefühl, dass mehrere das Boot  einigermaßen beherrschen. Und es ist wichtig, ganz oft ganz viele verschiedene Wege des An- und Ablegens auszuprobieren, das Vorwärts- und das Rückwärtsfahren zu üben, damit irgendwann alles wie im Schlaf abgerufen werden kann.

Die Taufgesellschaft

beim Feiern

und Staunen

Endlich, der erste Gast-Hund an Bord!

Ute, Wolfgang und Aljoscha kommen uns auf ihrem Weg in die Osterferien nach Malaga besuchen und bringen dankenswerterweise noch ein paar Utensilien mit, die wir zuhause vergessen haben, und die Larissa ihnen gestern noch vorbeigebracht hat. Allen an dieser Stelle herzlichen Dank dafür.

Jetzt sind so viele Menschen an Bord, dass wir denken, es wäre ein guter Moment für die Bootstaufe, schließlich wollen wir ja nicht mit einem ungetauften Katamaran über die Meere segeln!

Wir taufen Dich …

… auf den Namen “Hexe”

Wir gönnen der Hexe ein paar Schlucke zur Feier des Tages, den Rest des Champagners trinken wir aber lieber selber aus, schließlich war das ein Geschenk von Trevor und Kay, die ja sozusagen als Schiffspaten fungieren, indem sie uns auf unseren ersten Törn begleiten. Jetzt ist unsere vierte Hexe eine offizielle „Hexe“ geworden!

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Auf eigenen zwei Beinen

Samstag, 01.04.2017, Baro 1018, bewölkt, vereinzelte Schauer, kalt, Wind NNO um 4
La Grande Motte 10:30 – La Grande Motte 15:00, ca. 35 sm

Kay, cold

Am Montag soll der Monteur für den Motorservice kommen, d.h. wir müssen noch ein paar Maschinenstunden machen, denn die Motoren sollen mindestens 25 Stunden gelaufen sein vor der ersten Revision. Kein Problem, wozu haben wir schließlich die vielen Winter- und Frühjahrstörns in Holland und auf der Nordsee gemacht? Damit wir über entsprechende Kleidung für Schlechtwetter verfügen, klar. Auch Trevor und Kay, unsere lieben englischen Freunde, die gestern Nachmittag noch bei strahlendem Sonnenschein in Montpellier gelandet sind, haben an alles gedacht und die warme und wetterfeste Segelkleidung mitgebracht.

Unter Skippern

Bevor wir starten, weist Volker unsere Gäste, vor allem Trevor in die Bedienung der elektrischen Anlage ein, und wir erklären die Navigationselektronik, wie wir unser Ablegen vorbereiten, und was beim Segelsetzen zu beachten ist.

Heute morgen bin ich schon im Geiste die diversen An- und Ablegemanöver durchgegangen, nun wird sich zeigen, ob das bei Jean-Pierre Gelernte hängen geblieben ist. Zunächst lasse ich mich von Volker verwirren, und drehe das Boot genau falsch herum, das funktioniert nicht so gut, aber tatsächlich dank krasser Ruderlage doch. Wir kommen trotz Wind von der Seite unbeschadet vom Liegeplatz weg, motoren langsam aus dem Hafen und lassen uns dann ganz viel Zeit, um in Ruhe und ohne gravierende Fehler die Segel zu setzen.

Hexe mit Stagsegel und grauem Himmel

Bei den herrschenden 16 Knoten Wind versuchen wir es mit einem Reff im Großsegel und dem eher kleinen Stagesegel, trotzdem sehen wir bei 230 Grad über Grund und halbem Wind schnell die 10 Knoten Geschwindigkeit, Volker ist zufrieden. Kurz vor Sète ist genug Seeraum, keine Sperrgebiete, der Wind hat nachgelassen, nun wird die KUtterfock eingeholt, das Reff aus dem Großsegel ausgeschüttet, und die Genua ausgerollt. Jetzt geht es bei wahren 50 – 60 Grad am Wind zurück Richtung LGM, immerhin noch mit über sieben Knoten, und dank der komplett flachen See liegt die neue Hexe total ruhig im Wasser.

Der Watt+Sea im Einsatz

Der Watt+Sea-Generator hängt am Backbordrumpf, zunächst scheint er nicht zu laden, aber das kann er auch nicht, die Batterien sind voll. Erst als wir einige Verbraucher ans Netz hängen, kann man sehen, dass er seinen Dienst tut. Wir versuchen uns mit allen Features vertraut zu machen, Volker stellt sich sogar auf den Baum, ich spiele mit der Elektronik, es gibt ja so viel zu lernen und einzustellen.

Vor LGM bereiten wir ganz in Ruhe das Manöver zum Segelbergen vor, erst wird die Genua eingerollt, das machen Kay und ich an der elektrischen Winch, dann müssen die Stopper vom Großfall geöffnet werden, Volker und Trevor gehen auf das Bimini, Kay lässt das Fall ab. Sehr erstaunlich für unsere Segelmanöver läuft das Ganze äußerst ruhig ab, hier ist aber auch genug Raum.

Wer steht denn da?

Nachdem die Segel geborgen sind, werden noch die Schwerter auf Hafenhöhe, d.h. grad so tief wie die Schwerter abgesenkt, dann übernehme ich das Rad und steuere in die Einfahrt. Ein bisschen nervös bin ich schon, ob das von Jean-Pierre gelernte Anlegemanöver klappt, aber heute habe ich Glück, außerdem hilft der Wind mit und drückt die Hexe, nachdem die rechte Vorlegen fest ist, sanft auf den Liegeplatz, uff, geschafft. Und trotzdem sind dank der Hafen- und Segelmanöver bereits 25 Seemeilen auf der Logge.

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