Regattabilder

Auch der zweite Tag der Regatta war gestopft voll mit Eindrücken, Wettfahrten, einem sensationellen Mittagessen, gekocht von den Star-Köchen aus dem Restaurant “Frenchie” in Paris, und einer jetzt schon legendären Party am Abend. Zuviel zum Erzählen, deshalb hier viele Bilder:

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Wettbewerb auf allen Ebenen

Die Capitania und unsere Freundin Astrid sind gerade super beschäftigt, weil es neben den normalen Segelwettfahrten beim Outremercup auch noch einen Kochwettbewerb gibt. Jede Crew soll bei der heutigen Wettfahrt ein leckeres Essen mit Bordmitteln kochen oder zusammenstellen, das heute Abend von einer unabhängigen Jury bewertet wird, bevor es danach von der Allgemeinheit verkostet wird.

Die Wettfahrt hat zumindest uns einen riesengroßen Spaß, gemacht trotz der leichten wechselhaften Winde . Wir haben uns gut an der Startlinie platziert und sind mit als erste ins Rennen gestartet. Bei moderaten Windbedingungen ging es gut los, aber nach 30 Minuten Segelzeit fehlte dem Wind die Puste und mit 3-4 Knoten Brise ging es zur Luvtonne. So schnell wie das hier geschrieben ist, ging es natürlich nicht voran. Die 17-18 Tonnen Schiff sind dann wirklich langsam, sehr langsam unterwegs. Und entsprechend lang hat es auch gedauert, bis wir dort angekommen sind, wo wir hin sollten. Was natürlich gut ist, dass unter den 13 Mitseglern an Bord nicht nur eine super gute coole Stimmung geherrscht hat und jeder bei Bedarf bei den Manövern angepackt hat, sondern dass wir auch eine gute Taktik hatten und als viertes Schiff von 21 teilnehmenden Katamaranen schließlich die Ziellinie übersegelt haben. Gekonnt ist gekonnt und obwohl wir schon einige Jahre keine Regatta mehr gesegelt ging, klappte alles wie am buchstäblichen Schnürchen. Jetzt mach ich erst mal Nickerchen, das Küchenteam gibt richtig Gas und ab 18 Uhr präsentiert die Hexencrew die lukullischen Leckerbissen der Bordküche der Jury und den anderen Seglern.

Morgen gibt es noch Wettbewerbe um das schönste Bild, die besten Vorträge (Singen, Tanzen, etc.) und am Sonntag müssen die besten Fotos der Regattatage abgegeben werden, auch die werden prämiert und zählen wie die gesegelten Meilen.

Bilder folgen nach der Kochorgie!

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Mittendrin,

statt nur dabei, könnte das Motto seit drei Tagen hier in La Grande Motte sein. Im Mittelpunkt der Handwerker, im Mittelpunkt von Outremer und im Mittelpunkt von Menschen, die unser schönes Schiff sehen, stehen bleiben und es sich dann gerne zeigen lassen.

Jetzt mal eins nach dem Anderen. Täglich sind in den letzten Tagen bis zu 10 Handwerker an Bord und geben alles, damit die Hexe bis zum gestrigen Himmelfahrtstag fertig ist. Das ist zum einem natürlich gut, dass es voran geht und der Wille da ist, das Schiff in einen perfekten Zustand zu versetzen, andererseits fallen da, wo viel gehobelt wird, bekanntermaßen viele Späne. Entsprechend sieht das Boot abends aus und muss teils erst mal wieder in einen bewohnbaren Zustand zurückversetzt werden-halt eben so wie ein bei einer Hausrenovierung, wenn man drin wohnt.Meistens sind wir dann schlapp kaputt und gehen mit Patrick und Anett von der Pastis noch schnell was essen, um todmüde in einen tiefen Schlaf zu fallen.

Umso mehr haben wir uns gestern auf einen arbeitsfreien Tag gefreut und zudem war es der erste Tag des Outremer Cup – einer Veranstaltung von Outremer für ihre Eigner, oder einfach ausgedrückt, eine Werftregatta. Heute am ersten Tag hatten alle Werftmitarbeiter, Zulieferbetriebe und Kooperationspartner die Möglichkeit, auf den verschiedenen Outremermodellen mitzusegeln. Wir waren auch beteiligt und hatten über 13 fröhliche Menschen an Bord. Mit gut 20 Schiffen mit insgesamt 250 Menschen an Bord ging es hinaus in die Bucht von Aigues Mortes. Am gestrigen Tag gab es noch keine Wertung, es war mehr eine Geschwaderfahrt, mit tollen Bildern, wenn die bunten Vorwindsegel oben waren. Die Stimmung bei uns an Bord war ausgezeichnet und einige wollten sofort mit uns um die Welt segeln. Mittags gab es ein nordafrikanisches Gericht, ein sog Mechoin, mit sechs gegrillten Ziegen und leicht scharfer Hirse mit Rosinen. Wer wollte. konnte anschließend noch das Mittelmeer, als Rahmenprogramm, mit kleinen Hobbiekat-Katamaranen unsicher machen.

Uns knallte die Sonne zu brutal vom Himmel, sodass wir erst mal zum Boot zurück gegangen sind. Dort angekommen sind wir dem Mediateam von Outremer in die Arme gelaufen, die mit uns ein Interview über unsere zukünftigen Segelpläne mit unserer Hexe gemacht haben. Danach hatten wir mit Jörg und Astrid zukünftige Outremereigner an Bord und kurz danach lernten wir noch Carsten und Siggi kennen und saßen in fröhlicher Runde im Cockpit zusammen.

Am Freitag gibt es die ersten regulären Wettfahrten und für die Hatz um die Bojen bekommen wir vier erfahrene Regattasegeler von Outremer zugeteilt, damit wir die großen Segelflächen zügig händeln können.

Seit drei Tagen habe ich leider Zahnschmerzen, mal mehr und mal weniger stark. Gestern bin ich einfach in eine Zahnarztpraxis gegangen, denn, egal wen wir angerufen haben, entweder gesagt keine Zeit hatte, oder der Anrufbeantworter die frohe Kunde vom langen arbeitsfreien Wochenende abgespult hat. Bei “meiner Zahnärztin wurde ich ziemlich wirsch willkommen geheißen, anschließend jedoch freundlich untersucht. Sie wollte nach einer Röntgenaufnahme gleich ohne Narkose losbohren, damit sie Zeit spart, denn so eine Betäubungsprozedur braucht ja ein paar Minuten. Aber da ist bei meiner Zahnarztangst nix zu machen, jetzt habe ich heute um 18 Uhr einen neuen, regulären Termin. Fortsetzung folgt…

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Segel- und Arbeitstage

Den Samstag haben wir ausgiebig zum Testsegeln in der Bucht zwischen La Grande Motte und Sète genutzt und mal so ganz nebenbei 30 Seemeilen in weniger als drei Stunden abgesegelt. Testsegeln, warum das? Ganz einfach, zum Einen, weil eine kleineUndichtigkeit im Abteil hinter dem Motorraum seitens der Werft beseitigt wurde, und wir das ausprobieren wollten,  und um noch einmal die Bewegungen des Mastfußes in der Welle zu filmen und zu schauen, ob dort irgendwo Metall auf Metall reibt. Viel Welle war nicht, weil der Wind ablandig über die Bucht wehte. Die Wasserbewegung hat doch ausgereicht, um den Mast in Bewegung zu setzten und das störende Geräusch “provozieren” zu können. Morgen kommt der Rigger, der den Mast ein bisschen gerader stellen und die seitlichen Wanten nachspannen möchte. Wir hoffen, dass damit das Problem abgestellt ist.

Immer wieder über 23 Knoten ist die Yssabeau gesegelt!

Wind gab es reichlich am Samstag und trotz des kleinem Unterwasserpelzes (Algenbewuchs), den unser Schiff angesetzt hat, erreichten wir Spitzengeschwindigkeiten von über 14 Knoten, ganz ohne Wellen. Den Rekord muss man jedoch relativ betrachten, da Freunde von uns mit dem gleichen Katamaran heute eine Nachricht aus Südsardinien geschickt haben, dass sie häufig über 20 Knoten schnell waren bei mitlaufender Welle und achterlichem Wind und ihr Top-Speed bei fabelhaften 27,8 Knoten lag.

Achtung, nicht hinsetzen…

… und hier ist frisches Gelcoat, nicht betreten!

Die Arbeiten an Bord gehen voran und viele fleißige Outremermitarbeiter bevölkern tagsüber das Schiff und arbeiten die To-Do-Liste ab. Morgen früh sind sogar schon ab 7 Uhr die ersten Handwerker angesagt, was uns sehr recht und mit uns so abgestimmt ist, damit die Arbeiten zügig vorangehen.

Das Wasser wird wärmer, und die Quallen größer

Zudem soll der Sommer in LGM Einzug halten und für die Folgetage sind dauerhaft Temperaturen von über 30 Grad vorhergesagt, sodass wir hoffentlich bald auch mal wieder im Meer schwimmen können. Denn noch ist das Wasser mit seinen 17 Grad zu frisch für uns, aber am nächsten Wochenende, wer weiß …

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Einblicke und Ausblicke

Die Hexe

Der Lebensraum auf so einem Katamaran ist riesig, im Vergleich zum Einrumpfer, in jeder Hinsicht. Durch die große Außenfläche ist auch die Windangriffsfläche enorm groß. D.h., wenn wir mit unserem Katamaran irgendwo ankern wollen, brauchen wir einen Anker, der besonders gut hält und sich aufgrund seiner Bauform schnell und zuverlässig bei allen Untergründen eingräbt. Gibt es überhaupt so einen Allrounder, der ein 17-Tonnen-Boot mit seinen Aufbauten, die eine riesengroße Windangriffsfläche darstellen, sicher am Ankerplatz halten kann?

Wir habe uns für einen Anker der Firma Spade entschieden. Spade (gesprochen Spääd“) heißt soviel wie Spaten und in dem Wort steckt auch schon die Erklärung drin. Die Flunken, also die Haupteile des Ankers, die sich eingraben sollen, sehen den Seitenteilen des Spatens sehr ähnlich. Ähnlich wie ein Spaten gräbt sich der Spadeanker fantastisch schnell in den Untergrund ein.

Der “Spade”-Anker

Der Anker auf der alten Hexe hat schon hin und wieder mehrere Anläufe gebraucht, bis er fest im Untergrund war, beim Spade geht das zügiger. Der Anker wiegt 44 KG, wir haben uns für eine Kettenlänge von 100 Meter entschieden, plus nochmal l25 Meter Ankerleine. Heute war ich unserem Anker mal ganz nahe, ich habe alle Edelstahlteile unter dem Kat poliert, die dem direkten Einfluss des Salzwassers ausgeliefert sind. Da gibt es schnell kleine Rostspuren, die wegpoliert werden müssen.

Die Ankerwinsch

Der Anker bei unserem Kat ist in einem massiven Edelstahlgalgen solide gelagert, eine 2000-Watt-Ankerwinsch an Deck senkt den Anker ab, oder holt ihn vom nassen Meeresgrund wieder ein und nach oben. Ein Meter unserer Ankerkette wiegt gut 2,5 Kilo, der Anker wie erwähnt 44 Kilo, d.h. Insgesamt haben wir ein 300 Kilo schweres Grundgeschirr dabei, das uns sicher am Platz halten sollte – das ist beruhigend. Soweit der Einblick in ein kleines aber immens wichtiges Detail an Bord.

Die Ankerkette

Nun zum Ausblick. Wir werden noch gut zwei Wochen in LGM bleiben, bevor unsere Reise weitergehen wird. Es gibt ein paar Mängel und Probleme, die in den folgenden Arbeitstagen durch Outremer im Rahmen der Garantie behoben werden müssen und hoffentlich am Ende behoben sein werden.

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Die Jungfernfahrt der Hexe

So, das komplette Logbuch steht unter dem 28.4.2017 “Wir sind los!”. Und der Film ist fertig geschnitten, und auf Youtube hochgeladen, wer will, kann ihn hier anschauen:

Die Jungfernfahrt der Hexe

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Karla Kolumna berichtet:

Der Arbeitsponton schleppt das havarierte Motorboot in den Hafen

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist ein Motorboot auf den Wellenbrecher der Hafeneinfahrt gefahren und danach teilweise gesunken. An Bord waren drei Erwachsene und zwei Kinder. Alle fünf Bootsinsassen mussten anschließend im Krankenhaus von Montpellier behandelt werden. Der Schiffsführer trug wohl schwere Verletzungen im Thoraxbereich davon, als er beim Aufprall auf das Steuerrad knallte.

Gerätselt wird zur Zeit über die eigentliche Unfallursache. Denn zum Unglückszeitpunkt herrschten eigentlich Idealbedingungen, die Sicht war gut, das Meer spiegelglatt und die Navigationslichter der Hafeneinfahrt sind von weitem sichtbar. Ist der Schiffsführer eingeschlafen, gab es einen technischen Defekt oder schlichtweg einen Navigationsfehler?

Da liegt es nun

Gestern wurde das geflutete 10,8 Meter lange Sportboot durch einem Arbeitsponton von den Steinen gezogen und im halb versunkenen Zustand langsam in den Hafen von LGM eingeschleppt. Im Moment liegen der Arbeitsponton und das mit Leinen gesicherte Sportboot am gegenüberliegenden Ufer von uns. Umweltgefährdende Stoffe scheinen derzeit nicht auszutreten, trotzdem wurde ein Ölschlängel um das Wrack herum gelegt.

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Zurück in LGM

Skippers Ruhezeit

Nach einer ganz ruhigen langen Nacht in Embiez, wie Cornelia bereits geschrieben hat und einem wundervollen Segeltag, vorbei an Cassis und den weltberühmten Felsbuchten, den Calanques haben wir diesmal kurz vor Marseille ein richtiges Nadelöhr durchsegelt, das ihr uns mit der Dehler nie getraut haben zu besegeln, wegen deren großen Tiefgangs.

Und wo ist jetzt die Durchfahrt?

Jetzt haben wir mit dem Katamaran zum Glück ein Schiff, das bei aufgeholten Schwertern nur 1,20 Meter tiefgeht, was nicht wirklich viel ist für ein so großes Segelboot. Jedenfalls sind wir die enge Passage mit dem schönen Namen “Cap Croisette” souverän mit vollen Segeln und Wind von hinten durchsegelt. Das war schon sehr imposant, weil der Abstand zum felsigen Ufer nur ein paar Meter betragen hat und zudem die enge Durchfahrt mit Paddlern, Motorbootfahrern und einer kleinen Fähre gut frequentiert war. Cornelia hat einen kleinen Film gemacht, den sie noch bearbeiten muss. Speziell diese Gegend ist landschaftlich besonders schön und touristisch gut frequentiert.

Der Hafen von Carro

Nach dem spannenden Teil hatten wir noch 15 Seemeilen bis Carro, einem kleinen und sehr schönen Fischerort, mit zwei gut geschützten Ankerbuchten. Wir haben die größere Bucht ausgewählt und unser Beiboot für einen Landausflug vorbereitet. Trotz einigen kurzen harten Wellen, die in die Bucht reinstanden, sind wir mit unserem doch recht kleinen Beiboot “trockenen Fußes” im Fischerhafen angekommen.

Carro ist wirklich einen Besuch wert, touristisch nicht überlaufen, anscheinend dennoch sehr gefragt. Denn die aufgerufenen Immobilienpreise beim Makler hatten durchaus Côte-d’Azur-Niveau. Wer noch nicht in Carro war, kann ruhig mal den kleinen  Umweg von der Autobahn dorthin machen, der Ort ist echt eine kleine Perle.

So schön liegt sie in der Bucht

Irgendwann hingen dann unseren Mägen so tief und der heimische Kühlschrank mit leckerem Grillfleisch lockte uns an Bord zurück. Die Nacht vor Anker war geräuschmäßig total still, nur die alte Welle vom Vortag rollte unangenehm in die Bucht. Da ist man mit einem Kat mit „zwei Beinen” fein raus. Die nachbarliche Segelyacht rollte jedenfalls zum Gotterbarmen.

Boje am Verkehrstrennungsgebiet vor Carro

Am nächsten Morgen ging es früh ankerauf und bei fehlendem Wind unter Motor in Richtung LGM. Der große Windgott hatte später ein Einsehen und blies seine Backen wenigstens zum Teil auf. Unser Kat ist auch mit wenig Luftbewegung zufrieden und zog seine glitzernde Bahn durchs Mittelmeer. Mit 5-6 Knoten Fahrt näherten wir uns La Grande Motte, wo wir um 17 Uhr 30 am Gästesteg festmachten. Danach folgte ein Anlegebier dem nächsten, dann der Restaurantbesuch und schließlich ging es in die Cocktailbar. Mit ein bisschen Schlagseite erfolgte der Rückweg zum waagerecht-stabil schwimmenden Schiff.

Wer uns mal Live sehen will, kann dies dank der gut platzierten Webcam vom Hafen gerne tun. Das Bild wird alle 10 Minuten erneuert. Hier ist der Link

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Ohne Land

Sonnenuntergang auf See

Seit Dienstag Mittag waren wir sozusagen auf See, erst am Freitag um 17:00 Uhr hatten wir wieder festen Boden an den Festmacherleinen. 75 Stunden haben wir auf unserem schwimmenden Zuhause verbracht, davon zwei Nächte vor Anker. Seit wir keinen Bordhund mehr haben, müssen wir ja nicht mehr dreimal am Tag spazieren gehen, also bleiben wir einfach an Bord und joggen von Rumpf zu Rumpf.

Land: Die Ile des Embiez

Gefühlt ist das völlig in Ordnung, so sehr, dass wir gestern Abend, abgesehen von dem kurzen Besuch beim Hafenmeister und im nahe gelegenen Supermarkt, einfach an Bord geblieben sind, in der plötzlich aufgetauchten Abendsonne mit einer Flasche Champagner und den gerade erstandenen leckeren Erdbeeren die Überfahrt gefeiert haben. Und eigentlich wollten wir uns dann nur für ein Stündchen ausruhen, anschließend ein bisschen über die Insel laufen, und irgendwo nett zu Abend essen. Volker ist um Mitternacht aufgewacht, da war es selbst für französische Restaurants schon zu spät, und ich selber erst um vier Uhr früh, um gleich nochmal einzuschlafen. Keine Ahnung, wann wir das letzte Mal zwölf Stunden geschlafen haben, aber es war wohl nötig.

Als wir dann heute Morgen mit dem Sonnenaufgang wach wurden, hatten wir natürlich Hunger. Und der Casino-Supermarkt machte erst um 8:30 Uhr auf! Um fünf vor halb stand Volker schon mit Portemonnaie und Einkaufstasche vor der Tür, und 10 Minuten später lag ein frisches Baguette auf dem Frühstückstisch.

Jetzt sind wir wieder unterwegs, mit Genaker und Wind von hinten segeln wir an den Calanques entlang. Leider ist die Sicht schlecht, sodass man die schöne Küste gar nicht, und die vorgelagerten Inseln kaum erkennen kann. Wieder werden wir die Nacht irgendwo vor Anker verbringen, morgen geht es dann weiter Richtung LGM.

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Vorbei an der Tavolara

Mittwoch, 10. Mai 2017, Baro 1009, diesig, Wind NE um 3 Beaufort
Ankerplatz vor Arbatax 09:45 – Ankerplatz im Golfo di Arzachena im Maddalena-Archipel

Es war eine ruhige Nacht, der Schwell der Wellen hat sich beruhigt, Boote sind auch keine mehr durch die Bucht gefahren nach der großen Fähre “Moby Tommy”, die gestern Abend für eine halbe Stunde in Arbatax festgemacht hatte. Trotzdem war ich oft wach, das ist so bei der ersten Nacht vor Anker, da schaue ich lieber öfter nach, ob draußen alles in Ordnung ist, obwohl wir natürlich einen Ankeralarm eingestellt haben.

Sardische Steilküste

Direkt nach der kleinen Insel werden die Segel gesetzt, Vollzeug natürlich, denn es ist nur wenig Wind vorausgesagt für heute, hier an der ostsardischen Küste. Anderthalb Stunden geht das, bei ca. neun Knoten am Wind zu kreuzen, um 11:30 ist Schicht, der Wind weht nur noch mit 3-4 Knoten. Das Meer ist glatt und die Küste leider sehr diesig, sie ist wunderschön, rau und zerklüftet, am Ende der Bucht von Arbatax stand sogar ein roter Fels im Wasser, der uns an die “Lange Anna” vor Helgoland erinnerte.

The italian Gena

13:30 Uhr der Wind hat gedreht und weht nun mit 5-7 Knoten von raumschots, Zeit für den italienischen Genaker. Leider sind es mehr fünf als sieben Knoten, mit den achterlichen Wellen ist das ein ziemliches Geschaukel, eine Herausforderung für das Material, Segel, Schoten, Baum, alles schlägt stark hin und her.

Die Tavolara mit Wolke

Wie vorhergesagt frischt der Wind am späten Nachmittag auf, um 19:00 Uhr ist er in Blen deutlich über 15 Knoten, der Genaker muss weg, dafür rollen wir die Genua zum Schmetterling aus. 19:30 Uhr refft Volker die Genua ein Stück weg, wir fahren genau mit Vorwindkurs auf die nordöstliche Spitze der Tavolara zu. Hinter der Tavolara geht der Wind kurz schlafen, um danach mit noch größerer Macht wieder anzuspringen, heissa, jetzt aber schnell reffen!

Das Großsegel wird auf Reff 2 verkleinert, wieder verheddern sich die Reffleinen dabei, blöd, dass Reff 3 auf der anderen Seite liegt, sonst könnte man es besser anziehen, während man das Groß ablässt. Inzwischen ist es dunkel geworden, wir fahren durch die Einfahrt nach Olbia, da kommen immer die großen Fähren rein, so auch hier. Dank AIS können wir diese aber sehen, wissen, wie sie heißen, und ich rufe im VHF, bekomme die Antwort, dass sie hinter uns durchgehen, der eine ferner, der andere näher.

Sunset bei Olbia

Nun heißt es, sich auf die kleinen Inseln der Costa Smeralda zu konzentrieren, der eine Steinhaufen hat laut Karte ein Leuchtfeuer mit der Kennung weiß 2, 10 Sekunden, aber da leuchtet nichts mit zweimal weiß, in dem Abstand. Nur der große Leuchtturm an der Einfahrt zu Maddalena leuchtet weiß, aber mit anderer Kennung. „Da ist er“, sagt Volker, „aber der ist unbeleuchtet!“ So ein Mist, wenn da mal kein Vollmond ist, wird das wirklich schwierig.

An der Einfahrt zur Maddalena werden nicht nur die Wellen kleiner, auch der Wind scheint ein bisschen nachzulassen. Im VHF wurden mehrfach Gale-Warnungen bis Windstärke acht durchgegeben, für Sizilien, Sardinien, Korsika und die italienische Küste. „Ich bin dafür, dass wir heute Nacht in der Maddalena ankern, und morgen früh in Ruhe weiterfahren“, gebe ich dem Skipper zu bedenken. Der lässt sich – nach einer Denkpause – darauf ein, und so suchen wir uns eine Bucht, in der wir gegen Winde aus Süd und Ost geschützt sind. Das Wasser ist zwar ruhig, aber es kommen trotzdem auch hier noch fette Böen über die Berge, locker über zwanzig Knoten, doch der Anker hält fest auf acht Meter Wassertiefe, und wir fallen todmüde um ein Uhr ins Bett nach all den Manövern den ganzen Tag lang!

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