Lazy Sunday Afternoon

01. Juni 2015, Baro 1016, sonnig warm, Wind Ost 2

Entgegen allen Wettervorhersagen kommt der Wind nicht aus Südwest, sondern genau aus Ost. Das bedeutet, dass wir wieder einmal kreuzen müssen. Aber das kann unsere Hexe ja. Es ist nur ein bisschen kälter, weil der Wind ja von vorne kommt und sich zu dem Fahrtwind addiert. Und es ist ein bisschen länger, weil man ja quasi einen Zickzackkurs fährt. Die normale Strecke bis Porquerolles sind ca. 22 Seemeilen, aber wir werden so über 30 brauchen.

und ganz charmant, le Nord d'Embiez

und ganz charmant, le Nord d’Embiez

Gestern hatten wir einen “Lazy Sunday Afternoon”, naja, ganz so lazy war er nicht. Wir sind mit dem Beiboot rausgefahren und haben uns eine kleine Bucht gesucht, die nur von See aus zugängig war. Da sind naturgemäß weniger Menschen am Strand, und dann müssen wir nicht dauernd aufpassen, dass Nico überall nach Futter bettelt. Die Bucht nebendran, die auch sehr schön lag, war ziemlich voll, weil ein nicht ganz so steiler Pfad vom Weg herunter führte. Auf dem Wasser lagen eine Menge Boote vor Anker, viele Motorboote, aber auch ein paar kleinere Segelboote, die nicht so viel Tiefgang haben, hatten den Weg durch die von zahlreichen Felsen begrenzte Meerenge gefunden.

Der Leuchtturm auf der Île du Grand Rouveau

Der Leuchtturm auf der Île du Grand Rouveau

Nach einem Bad in dem türkisblauen Wasser, das inzwischen auch nicht mehr sooo kalt ist, machten wir uns auf, mit dem Beiboot die Insel zu umrunden. Zuerst landeten wir an der kleinen Nebeninsel “Île du Grand Rouveau” an, um zum Leuchtturm aufzusteigen. Auch hier wurden wir wieder mit großartigen Ausblicken belohnt. Die Möven begleiteten uns auf dem Weg zum Leuchtturm, neckten immer wieder den armen Hund mit ihren knäckerden Rufen und flogen im Sturzflug zu Nico hin. Der ließ sich aber davon gar nicht aus der Ruhe bringen, sondern trippelte seines Weges, roch hier und da an den wunderbaren Gerüchen, die nur ein Hund findet. Wir kamen uns ein bisschen wie Robinson Crusoe vor, ganz allein auf einer Insel, nur, dass um uns herum ziemlich viele Boote waren.

Ausblicke

Ausblicke

Wir haben die Île des Embiez tatsächlich umrundet, sind vorsichtig an den Klippen vorbei gefahren, damit wir mit unserem kleinen Außenbordmotor nicht aufsetzen. Plötzlich waren da gelbe Bojen, auf denen nicht nur Ankerverbot stand, nein, auch segeln und mit dem Motor fahren darf man hier nicht. Also wird der Motor ausgeschaltet und die Paddel in Gang gesetzt.

 

noch mehr Ausblicke

noch mehr Ausblicke

Zuerst darf Volker seine Muskeln spielen lassen und ich räkele mich, so schön es mir möglich ist, am Bug. Nach Dreiviertel des Wegs tauschen wir, jetzt kann ich die Ruder eintauchen und Volker liegt mühelos wunderschön vorne in dem kleinen Gummiboot.

das war der “Nicht-so-lazy-Teil”, geschafft von dem Tag machen wir nach dem Abendessen nur noch einen zwei-Kilometer-Rundgang, bevor wir es uns mit Staffel eins der Krimiserie “Für alle Fälle Fitz” aus unserem Jahreskalender gemütlich machen (ein großer Dank an Tinka, das macht richtig Spaß und Du hast so schöne Sachen ausgesucht und unglaublich liebevoll verpackt).

klares Wasser

klares Wasser

Inzwischen haben wir – kreuzenderweise – fast die Bucht von Toulon erreicht, vorhin war eine Fliegerstaffel mit zehn roten Düsenjägern und einem Höllenlärm über uns weg geflogen, dann zog in der Ferne ein U-Boot seine Kreise. Inzwischen ist es abgetaucht, ob es uns wohl von unten anschauen kann? Porquerolles und die daneben liegende Insel Port Cros sind schon schemenhaft zu sehen, es ist ein bisschen diesig heute, aber wunderbares Segeln.

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Von Cassis auf die Île des Embiez

IMG_4767Zwei Tage haben wir in Cassis verbracht, da, wo andere Urlaub machen. Wir haben uns auch an den Strand gelegt, Frisbee gespielt (die Bloulekugeln sind keiner zuhause liegen geblieben), sind durch die kleinen pittoresken Straßen geschlendert, haben direkt am Hafen, direkt vom Fischer, ganz frischen aber sauteuren Fisch gekauft. IMG_4765Nur in den kleinen Cafés und Restaurants waren wir nicht, wir lagen mit unserem Boot so schön, dass wir aus dem Cockpit die bessere Sicht hatten, und das Bier oder der Apéritif ist bei uns auch günstiger!

Aber wir haben es sehr genossen, den anderen beim Schlendern, Essen, Trinken, Einkaufen oder Schwimmen zuzusehen, und das eben vor dieser malerischen Kulisse bei schönstem Sonnenschein.

IMG_4777Am Freitag haben wir uns dann aber losgerissen und sind, weil der Wind aus Südost kam, wunderbar bis zur Île des Embiez, die gegenüber von Sanary-sur-mer liegt, gekreuzt. Doof dabei ist nur, dass es durch den Wind bitterkalt ist. Volker hatte wieder mal die Segelkleider an, am liebsten hätte er auch noch die dicke Mütze und Handschuhe angezogen, aber er war lieber tapfer und hat gefroren. Ich bin ja nicht so fanatisch und muss nicht immer steuern, so konnte ich es mir im Schutze der Sprayhood mit meinem Kreuzworträtsel gemütlich machen, und hatte es deutlich wärmer. Blöd, dass man zum Segeln Wind braucht, ansonsten war es nämlich ein großartiger Segeltag, mit flachem Wasser und voller Sonnenschein. Und ein paar andere Segler haben wir auch überholt, das freut des Skippers Herz.

IMG_4875Aber sobald wir am Liegeplatz in der recht großen Marina (750 Plätze) lagen, war die Kälte vergessen, windgeschützt liegen wir am Steg.

IMG_4794Die Île des Embiez wurde 1957 von Paul Ricard, dem Gründer der gleichnamigen Pastis-Firma, erworben und schnell den erholung-suchenden Touristen geöffnet. Eine große Bilderausstellung im Freien erzählt alles über das Leben und Wirken dieses hochbegabten Unternehmers, der aber auch die Entwürfe für die Werbeplakate auf seinen Lastwagen selbst zeichnete, seine Familie und seine Freunde portraitierte, und offensichtlich an vielen Stellen Gutes tat. Es gibt drei Hotels und ca. acht Restaurants, Tennis-Courts, einen Pétanque-Platz, eine Tauchschule, ein Aquarium des ozeanographischen Instituts, und viele kleine Strände, die manchmal etwas Kletterei erfordern, aber idyllisch sind. Ach ja, und es gibt inseleigene Weinberge und eine Kelterei, die Weiß-, Rosé und Rotwein herstellt, der aber relativ teuer ist, weil es ja wirklich nur eine kleine Menge gibt.

IMG_4867IMG_4871IMG_4866Die Insel ist auch berühmt für ihre Vielfalt an mediterraner Flora, jetzt ist das alles besonders schön, weil so viel in so vielen verschiedenen Farben blüht.

IMG_4791IMG_4847IMG_4790IMG_4789Die Pinien beugen sich dem Mistral, und sind ganz schön schief. Und es riecht ganz vorzüglich, nach Pinien und Waldboden und und und…

IMG_4837IMG_4844 IMG_4807Gestern sind wir am späteren Nachmittag aufgebrochen zum großen Inselrundgang, sind über sieben Kilometer gewandert, haben mehrere Hügel erstiegen, und großartige Ausblicke genossen. Nico war danach nur noch hundemüde…

IMG_4851Heute sind wir zunächst mit dem Beiboot zu den kleinen Buchten gefahren, haben uns in einer zum samstäglichen Sonnenbad niedergelassen, und ich war, zum ersten Mal in diesem Jahr, im Meer schwimmen, in einem unglaublich türkisfarbenem Wasser, sensationell. Nico fand das Sonnenbaden auch gut, er konnte, wenn es ihm zu heiß wurde, mal eben ins Wasser, sich abkühlen, und sich dann wieder in den Steinen und Blättern wälzen, so ein Hundeleben!

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Gegensätze

Zuerst mal noch ein kleiner Nachtrag zu Marseille.

IMG_4671 IMG_4670 IMG_4668IMG_4674Um die Stadt zu erkunden, sind wir einmal mehr stundenlang rumgelaufen, über fünf Stunden haben wir uns die näher gelegenen Stadtteile erschlossen. Besonders das nordfarikanische Viertel mit seinem Basar, den koscheren Metzgereien, den zahlreichen Obst- und Gemüseläden und sonstigen Haushaltswarenshops hat es uns angetan. Laut, lebendig und voll ist es dort. Unbekannte Sprachen, unbekannte Speisen und der Duft von unbekannten Gewürzen. Unsere Obstbestände haben wir aufgefüllt und können jetzt die ersten französischen Süßkirchen genießen.

IMG_4686 IMG_4682 IMG_4681IMG_4662Das komplette linksseitige Hafenviertel mit der Börse, dem Prunkbau des Intercontinental Hotel, der alten Seefahrerkirche, außerdem die monumentale Festung an der Hafeneinfahrt mit angeschlossener neu erbauter Kunsthalle und noch eine weitere gothische Kirche standen auf dem Besichtigungsprogramm. Und das beste für alle Pub- und Kneipenfreunde, diese geliebten Freizeiteinrichtumgen liegen gerade mal einen Steinwurf entfernt vom Yachthafen. Über 800.000 Menschen aus gefühlt allen Kulturen der Erde prägen das Gesicht dieser quirlig-bunten Stadt.

IMG_0170 IMG_0163 IMG_0161Und dann das krasse Gegenteil: Eine halbe Bootsfahrstunde vor Marseille beginnen die sogenannten Calanques, fjordartige Felsbuchten, die am Ende ganz eng zulaufen. Kalksandstein steigt steil vom Meeresgrund nach oben, mickrige Bäume krallen sich an den ansonsten kahlen Fels. Eine wahrhaft majestätische Landschaft, die ein Betätigungsfeld ist für Kletterer, Paraglider, Taucher, Wassersportler aller Couleur und erholungsuchende Badegäste am felsigem Badestrand, für alle zugleich.

IMG_0157Wir haben in einer der Buchten geankert, unser Beiboot klargemacht und sind mit dem Hund auf Erkundungslandgang gegangen. Der Landgang war aber nur kurz, der felsige Strand war so von Kalkfelsen umzäunt, dass es von dort nicht weiter ging. Wir sind dann noch weitergerudert, der Mensch will erkunden.

IMG_0172Am Schluss ging es zurück zum Boot, das einsam, aber fest verbunden an seiner Ankerkette, natürlich mit Anker, rumschaukelte. Beim Rollen des bauchigen Bootskörpers durch die leichte Dünung haben wir deutlichen Algen- und Muschelbewuchs gesehen und mit den Händen auch erfühlt. Deshalb segelte unsere Hexe eher verhalten langsam bei leichtem Wind, in den letzten Tagen! Dem bremsenden Umstand werde ich schnellstmöglich, tauchend und mit einer Spachtel bewaffnet, zu Leibe rücken.

IMG_4748 IMG_4747 IMG_4736Danach ging es Anker auf, jetzt liegen wir in dem malerischen Küstenort Cassis, mittendrin statt nur dabei, mit bestem Ausblick auf die ganze Schönheit und das touristische Treiben. Tagsüber ist es konstant um die 25-27 Grad warm, dazu weht ab 12 Uhr immer eine leichte Seebrise, abends schläft der Wind ein, der Himmel ist tiefblau, ganz so, wie man das vom Mittelmeer her kennt und erwartet.

Morgen gibt es mehr zu Cassis, wo der beliebte Likör aus schwarzen Johannisbeeren für Kir oder Kir Royal herkommt und wir segeln dann ein kleines Stück weiter nach La Ciotat.

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Hier waren wir schon mal mit ‘nem Boot

25. Mai 2015, Pfingstmontag, Baro 1011, sonnig, Wind NW 3-4, ab 11:00 um 5
Saintes-Maries 08:35 – 16:00 Marseille, 44 sm

Wir sind früh wach, zahlen die Hafengebühr von 39 € incl. Touristentaxe und legen gleich ab. Draußen muss nach dem Großsegelsetzen direkt der Spi hoch, das zieht gut, bis wir schiften müssen. Dabei verwickelt er sich, leider, oder Gottseidank, denn während ich noch dabei bin, den Spi zu packen, frischt der Wind auf, und wir hätten ihn sowieso runterholen müssen.
11:30 Uhr: Der Wind frischt immer weiter auf, wir reffen zunächst die Fock, ziehen die Gummihosen an, und schlussendlich binden wir noch Reff zwei ins Groß. So ausgestattet, fahren wir wunderbar in die Bucht von Marseille, Port St. Louis liegt an Backbord.
12:40 Uhr: Der Wind lässt wieder nach, wir schütten erst Reff zwei aus, zehn Minuten später auch Reff eins und die Fock, ruhiges Segeln zum Mittagessen. Danach wird es so wenig, dass Volker schon ans Motoren denkt, aber bei den anderen Seglern weiter in der Bucht sehen wir, dass da noch Wind kommen muss. Es sind erstaunlich viele Segelboote unterwegs, vielleicht segeln die eine Regatta. Wie es aussieht, führen sie keine Nationalflagge, das könnte darauf hindeuten.

IMG_0143Wir haben Besuch an Bord. Schon am Vormittag kam so ein Urviech, und ruht sich immer noch unter der Sprayhood aus, und jetzt kam ein zweites angeflogen, das sitzt allerdings noch im Wind an der Außenseite, mal sehen, wie lange es sich da hält. Auch eine große Hummel hat sich auf unsere blaue Fockschot gesetzt, ich hab dann versucht, sie von dem doch eher gefährdeten Platz wegzuscheuchen, jetzt hat sie den grünen Wasserschlauch gewählt.

Larissa rief gerade an und erzählte, dass ganz Darmstadt in blau-weiß erstrahlt, es scheint keine anderen Kleiderfarben mehr zu geben. Nun war gerade auch die Siegesfeier der Lilien am Karolinenplatz mit Autokorso, Darmstadt im Ausnahmezustand. Wahrscheinlich steigen direkt die Immobilienpreise ;-))

14:30 Uhr: wir müssen weiter abfallen, um das Verkehrstrennungsgebiet, das die großen Schiffe nach Marseille führt, regelkonform rechtwinklig zu queren. Anscheinend sind wir die einzigen, die anderen Segler nehmen das nicht so genau, aber vielleicht haben die kein AIS, und denken, sie würden nicht gesehen. Danach sind es nur noch fünf Seemeilen bis zur Hafeneinfahrt.
Und wir sind im Sommer angekommen. Angefangen haben wir heute morgen mit (ich) Strumpfhose, Rock und langärmeligem Funktionspulli. Später kamen noch die Segelhose und eine Windjacke hinzu. Vor einer Stunde haben wir bereits Segelhosen und Windjacken ausgezogen, jetzt fallen auch Strumpf- und lange Hose (bei Volker). Funktionsshirt und Longsleeve, bis wir mit T-Shirt und kurzer Hose, und Spaghettiträgern und Röckchen (jetzt dürft Ihr dreimal raten) Richtung Marseille segeln.

Dort saß auch der Graf von Monte Christo im Gefängnis

Dort saß auch der Graf von Monte Christo im Gefängnis

In der Bucht macht leider der Wind schlapp. Zuerst fragen wir uns, warum der Segler vor uns auf dem anderen Bug fährt, dann merken wir, dass der Wind verschwindet und scheinbar aus allen Richtungen kommt. Zwei Meilen vor der Hafeneinfahrt ist er wieder da und wir können bis in den Hafen segeln.

In der Société Nautique Marseille werden wir freundlich empfangen, sie haben uns nach meinem morgendlichen Anruf einen Platz reserviert. Der Hafenmeister kommt aus Guadeloupe, aber die Hitze in Marseille macht ihm zu schaffen, er zeigt mir unseren Liegeplatz und hat auch sonst noch einige nützliche Tipps parat.

Da schaut die Kirche durch die Häuserschluchten hindurch

Da schaut die Kirche durch die Häuserschluchten

Der Aufstieg ist ganz schön anstrengend, so viele Stufen und Höhenmeter sind zu überwinden…

Der Aufstieg ist ganz schön anstrengend, so viele Stufen und Höhenmeter sind zu überwinden…

… aber man wird mit einem großartigen Ausblick belohnt, 360° Rundumsicht über die Bucht und das Hinterland

… aber man wird mit einem großartigen Ausblick belohnt, 360° Rundumsicht über die Bucht und das Hinterland

Nach demAufklaren und Abwaschen unserer Hexe machen wir uns auf – zu der hoch gelegenen Kirche “Notre Dame de la Garde”. Es geht endlos nach oben, erst winden sich die Straßen hoch, dann kommen noch unzählige Stufen dazu, ich bin fertig, als ich endlich oben ankomme. Aber wir werden belohnt mit einem großartigen Blick über das gesamte Tal, das Meer, die Inseln, das Stadion, unglaublich. Und auch die Kirche selbst ist wunderschön, mit reich geschmückten Kuppeln, Mosaiken, vielen Bildern, und einem Kreuzweg im Freien. Wie immer zünden wir eine Kerze an, (diesmal sogar zwei, weil ich nur ein 2-Euro-Stück im Portemonnaie hatte, und die kleinen Kerzen jeweils einen Euro kosteten), für die sicheren Überfahrten und die gesunde Heimkehr aller Segler.

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Dann haben wir unten am Hafen noch ein Irish Pub gefunden für ein wohlverdientes Bier und einen Rosé und da hing doch wirklich so ein Schal (All the Best from Marseille to Trevor, Kay, Sarah and Ruben!)

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Doch noch Seebeine

24. Mai 2015, Pfingstsonntag, Baro 1013, sonnig, Wind NW zuerst 20 Knoten, apäter weniger
Cap d’Agde 09:35 – Saintes-Maries-de-la-Mer 16:35 42 sm

Endlich machen wir die Leinen los! Nach fünf Tagen mit Wind in Sturmstärke weht es heute angenehm und es ist auch nicht so bewölkt wie vorhergesagt, sondern die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Der Wind kam immer aus West oder Nordwest, daher hat sich draußen keine große Welle aufgebaut.

Wegen dreier Sperrgebiete müssen wir uns entscheiden, ob wir weiter raus fahren oder unter der Küste bleiben wollen. Wir nehmen den kleinen Umweg dicht unter der Küste gerne in Kauf, da kann man auch mehr vom Land sehen, unter die See bleibt flach. Schnell fährt die Hexe mit einem Fast-Amwind-Kurs bis zum Ende des Sperrgebiets, dann kann die ganze Fock raus und wir haben Halbwind, fahren 80 Grad, noch 35 Meilen bis Saintes-Maries-de-la-Mer. Dort sollen heute und morgen Prozessionen von Zigeunern zu der Kirche stattfinden und Umzüge. Angeblich liegt man auch mitten im Ort mit dem Boot. Hoffentlich hält der Wind durch.

12:00 Uhr: Der Wind wird immer schwächer und dreht auf Ost, der Motor muss mitschieben. Es scheint, als hätten wir Bewuchs unterm Boot, selbst bei Vollgas ist die Hexe zu langsam. Wir konsultieren die Wetterberichte, ab morgen soll es wieder Wind geben, Dienstag und Mittwoch richtig viel. Jetzt müssen wir uns entscheiden, ob wir die vor uns liegenden 28 Seemeilen motoren wollen, oder ob wir 17 Seemeilen nach Port Camargue motoren, da ist es aber nicht wirklich schön, Saintes-Maries hingegen lockt mit einer angeblich wunderschönen Altstadt…

13:30 Uhr: So langsam hat der Wind auf Süd gedreht und wieder aufgefrischt, ich stelle die Segel auf Halbwind ein und drehe den Motor langsamer. Das weckt natürlich den Skipper aus seinem Mittagsschlaf und wir können die letzten drei Stunden bis in den Hafen segeln.

IMG_4556 IMG_4549 IMG_4547Noch vom Wasser aus sehen wir Trauben von Menschen am Strand und auf der Mole, das hat bestimmt mit den Zigeunerprozessionen zu tun, die hier zu Pfingsten stattfinden. Richtig, im Hafenbüro erfahre ich, dass es tatsächlich eine Prozession zu Ehren der “Vierge Noir”, der “Schwarzen Maria” ist, die von den Zigeunern ans Meer und ins Wasser gebracht wird.

IMG_4557Es sind aber auch mindestens genauso viel Touristen dabei, und der kleine Ort läuft fast über von den Menschenmassen. Offensichtlich findet im Anschluss an die Prozession eine Messe in der Kirche statt, innendrin und rund um die Kirche herum singen, tanzen und beten die Gypsies, machen Musik auf uralten Geigen, Gitarren und Kontrabässen.

IMG_4563Später setzen wir uns auf einen Drink in eins der vielen Restaurants hier. Eigentlich besteht der ganze Ort nur aus der Kirche, der Arena, zahlreichen Andenkenläden und unzähligen Restaurants, die fast alle mit riesigen Paella-Pfannen locken, auch die Miesmuscheltöpfe und die Pizzen sehen lecker aus. Am Nebentisch sitzen zwei Frauen, die manchmal urplötzlich anfangen, rhythmisch zu klatschen und zu singen.

An der Rückseite von Saintes-Maries, nur zwei Straßen weg von der Uferpromenade, liegt der Etang des Launes. An dessen Ufer stehen mehrere hundert Wohnwagen, die jetzt völlig ausgestorben sind, weil ihre Bewohner alle in der Kirche oder im Ort sind. Ein Fest auch für Nico: Überall liegt etwas zu essen auf der Straße!

IMG_4653Und noch ein Fest: Dank der freundlichen Informationsversorgung durch unsere Nachbarn Gerhard und Axel (vielen Dank euch beiden hierfür) waren wir, obwohl auf See, live dabei beim 1:0-Sieg der Darmstädter Lilien über St. Pauli, und damit in der Bundesliga angekommen. Volker hat schon überlegt, ob wir die Reise abbrechen müssen, damit er bei allen Spielen in der nächsten Bundesliga-Saison dabei sein kann 😉

Heute morgen haben wir früh abgelegt und sind jetzt, bei strahlendem Sonnenschein, mit Spinnaker unterwegs nach Marseille.

(Bilder folgen)

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Das war haarscharf

Eines Geschichtenerzählers Geschichte…

Eines Geschichtenerzählers Geschichte…

In Cartagena haben wir so viele  Menschen aus der Seglergemeinschaft kennengelernt und zu einigen haben wir immer noch Telefon- oder Mail-Kontakt. So wissen wir, dass die australischen SeglerBarbie und Wayne mit ihrer Hanse im Moment auf Ibiza sind, ebenso wie das nette englische Seglerpaar Kevin und Liz. Viele von den Cartagena-Überwinterern wollen den nächsten Mittelmeerwinter in Ragusa / Sizilien verbringen. Ein anscheinend beliebter Hotspot bei Seglern mit zahlreichen Angeboten und Aktivitäten. So gibt es wohl Quizabende, Lagerfeuer am Strand, organisierte Ausflüge, einmal pro Woche wird gemeinsam gegrillt und zudem sind die Liegeplatzpreise sehr moderat.

Mit Walt und Joy an dem schönsten Aussichtspunkt bei der Kathedrale von Beziers

Mit Walt und Joy an dem schönsten Aussichtspunkt bei der Kathedrale von Beziers

Gestern waren wir mit Walt und Joy unterwegs, einem super sympathischen Seglerpaar aus Amerika, die wir ebenfalls in Cartagena getroffen haben. Die liegen zur Zeit keine 40 Kilometer von uns entfernt, und gemeinsam haben wir Beziers erkundet. Wir waren zwar schon mal in dieser tollen alten Stadt, aber die ist es auch absolut wert, mindestens zweimal besichtigt zu werden. Das Auto haben wir in einer Tiefgarage geparkt.

Endgeile Brillen nahe des Marktes in Beziers

Endgeile Brillen nahe des Marktes in Beziers

Auf dem Rückweg zum Auto lief uns eben dort ein ausgewachsener Kampfhunderüde ohne Leine und ohne Halsband über den Weg. Der war diirekt an unserem Nico interessiert und Nico hat den Kampfhund zu allem Übel auch noch angeknurrt. Ganz klar: Knurrender Nico und Kampfhundrüde werden niemals Freunde werden, bleibt nur die Flucht, oder?  Ich hatte Nico an der Leine und wollte nur noch schnell, bevor die Situation eskaliert in die Tiefgarage flüchten. Die vierbeinige Kampfmaschine wollte anscheinend auch dorthin und war die ganze Zeit dicht an Nico dran. Auch all meine Versuche, den aufdringlichen Hund mit Schreien und Tritten in dessen Magengegend zum Aufgeben zu bringen, haben nicht gefruchtet. Anscheinend kennt diese Spezies Hund keinen Schmerz. Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir den Eingang zur Tiefgarage erreicht, auch die „Killerbestie” wollte sich durch die Stahltür in die Parkebene mit reindrängen. Gott sei Dank hat Walt ihm die Stahltür geistesgegenwärtig vor der Nase zugeknallt und ich bin, mit Nico im Schlepptau bzw, an der Leine, zum Auto gerannt. Wir sind dann zur Stahltür hingefahren und haben Walt abgeholt, der bis dahin die Tür heldenhaft geschlossen hielt. Egal wie, ich hatte noch nie Bock auf diese Sch… Kampfhunde und frag mich, was die Besitzer an solchen Mistviechern haben. Meiner Meinung nach gehören die verboten!  Das war haarscharf am Unglück vorbei und sowas muss ich nicht noch mal erleben Punkt. Das musste jetzt mal raus.

So heftig sprudelt das Wasser in den neun Kammern

So heftig sprudelt das Wasser in den neun Kammern

Danach haben wir, erleichtert und geschockt zugleich, noch einen Ausflug an den nahe gelegenen Canal du Midi gemacht und dort die einzigartige Neun-Kammern-Schleuse besucht. Neun Schleusenbecken reihen sich aneinander und überwinden 37 Höhenmeter. Es ist sehr imposant zu sehen, wenn ein Schleusentor geöffnet wird, und die Wassermassen in das Becken fluten.

Der Kahn passt kaum durch die Schleusentür

Der Kahn passt kaum durch die Schleusentür

Und, als ob wir es bestellt hätten, kam eine große Péniche in die unterste Schleuse reingefahren. Das Schiff war so groß, dass zwischen Schleusentor und Bordwand fast keine Lücke mehr war. Bis es durch alle neun Kammern geschleust ist, vergeht fast ein Stunde. Absolut sehenswert.

Gemalte Häuserfassaden in Agde

Gemalte Häuserfassaden in Agde

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Halt in Agde gemacht und der Altstadt einen Besuch abgestattet. Im Gegensatz zu Beziers sind viele alte Häuser und historische Bauwerke in einem bemitleidenswerten Zustand, sodass die Stadt uns eher als ziemlich trist erschienen ist. Trotzdem haben wir an einem hübschen Platz eine kleine Brasserie gefunden und sind herausragend freundlich bedient worden.

Nachdem wir Walt und Joy verabschiedet haben, sind wir noch in eine naheliegende Kneipe gegangen, haben eine Kleinigkeit gegessen, der Livemusik zugehört und den aufregenden Tag Revue passieren lassen.

Heute hatten wir mal wieder großen Waschtag, nur das übliche Wäschetrockenen an Leine wurde zur Herausforderung.  Böen bis 7 Beaufort wirbelten die Wäsche ganz schön durcheinander und beinahe ins salzige Nass. Wir haben dann alles trickreich nach und nach im windgeschützten Cockpit getrocknet. Nachmittags ging es noch zum Supermarkt, alle Stauplätze sind jetzt mit Lebensmitteln und Getränken befüllt. Morgen geht es endlich weiter, der Mistral soll für ein paar Tage ausbleiben und das wollen wir ausnutzen.

Wir sind schon sehr gespannt, ob das AIS funktioniert und unsere zurückgelegte Strecke bei www.vesselfinder.com  mitverfolgt werden kann.

Unseren Bloglesern wünschen wir noch schöne Pfingsttage!

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Und ewig weht der Mistral

Ein Basteltag

Ein Basteltag

Schon drei Tage an Bord und immer noch nicht fort. Eigentlich war geplant, die Betontristesse von Cap d’Agde schnell achteraus zu lassen und nach Saintes-Maries-de-la-Mer zu segeln. Ein lohnenswertes Ziel, ein hübsches altes Städtchen mit kleinem Hafen, ein Treffpunkt für Künstler aus aller Welt und auch die musikalische Heimat der berühmten Gipsy Kings.

33,6 Knoten Wind, gut, dass er von vorne kommt

33,6 Knoten Wind, gut, dass er von vorne kommt, beim Segeln mögen wir das ja nicht so, aber im Hafen ist es besser

Doch wenn der Mistral mal loslegt, können schon ein paar Tage oder gar Wochen vergehen, bis dem kühlen Nordwind aus dem Rhonedelta die Puste ausgeht. So liegen wir immer noch an unserem Liegeplatz, draußen heult der Wind, fauchende Böen erzeugen ein infernalisches Staccato, immerhin bei überwiegend blauem Himmel. Da hilft nur das berühmte Abwarten und Teetrinken, bei dem Wetter und der damit einhergehenden Vorhersage verlässt keiner freiwillig den Hafen.

Alles ist wieder an seinem Platz

Alles ist wieder an seinem Platz

Nachdem wir angekommen sind, haben wir erst mal alles Mitgebrachte seefest verstaut, das Solarpanel wieder an seinem angestammten Platz befestigt. Ebenso die Seenotausrüstung, wie Mann- über- Bord- Boje, Rettungsring, Bergeleine, sind wieder am Heck montiert. Zu guter Letzt weht auch die schwarz-rot-goldene Heimatflagge, der sogenannte Adenauer, wieder stolz im Wind. Wir wären dann soweit, wenn uns die Wetterfee grünes Licht dazu gäbe.

Geschafft, die roten Dreiecke senden ihre Signale und wir können sie sehen

Geschafft, die roten Dreiecke senden ihre Signale und wir können sie sehen

Da dem eben nicht so ist, nutzen wir die Zeit im Hafen mit all seinen Annehmlichkeiten, wie Strom-, Wasser- und Internetanschluss, d.h. die Capitania erledigt noch Restarbeiten für die Firma und assistiert mir nebenher bei so wichtigen Arbeiten,wie dem Neuverlöten unserer AIS-Antenne, jetzt sind wir auch wieder bei den anderen sichtbar.

Der Motor sieht immer noch aus wie neu (ist ja auch ein Segelboot)

Der Motor sieht immer noch aus wie neu (ist ja auch ein Segelboot)

Der Wasseranschluss war auch bitter nötig, denn die vormals frisch gewachste “Außenhaut” unserer Hexe war komplett verdreckt mit rotem Saharasand, der hier bei Regen und Winden aus südlichen Richtungen seinen Niederschlag findet. Langweilig ist uns also nicht. Heute morgen kam dann noch ein freundlicher Motorenmechaniker. Jetzt hat unser kleiner 40 PS-Motor wieder frisches Motorenöl, neue Dieselfilter und für die Kühlwasserversorgung einen neuen Impeller. Der gute Volvo schnurrt wieder wie neu in seinem geräuschisoliertem Motorraum und läuft hoffentlich die nächsten Monate genau so zuverlässig und klaglos wie bisher.

Von Monika, Paul und den drei Töchtern von der “Namastee” haben wir gehört, dass sie nach zweieinhalb Wochen Überfahrt, von den Kapverden zu den Azoren, heute wohlbehalten dort angekommen sind. Da sind wir sehr, sehr froh drüber. Zog doch am 6. und 7. Mai ein schwerer Sturm durch dieses Seegebiet, bei dem ein Katamaran sank, vier weitere Segelschiffe in Seenot geraten sind, eine Crew von Seglern mit dem Helikopter geborgen werden musste und ein sechsjähriges Mädchen nach mehreren Stunden im Wasser durch Unterkühlung starb. Tragisch.

Es gehört trotz guter Planung und Vorbereitung einer Segelreise wohl auch immer ein Quentchen Glück dazu. Unglücke geschehen leider, ob an Land oder auf dem Wasser. Wir fühlen uns bisher immer sehr wohl und sicher an Bord, ein kleines Restrisiko besteht jedoch wie bei allem. Sei es die Autofahrt, der Gang über die Straße, die Bergwanderung oder vieles andere.

Der Wind heult durch den Hafen

Der Wind heult durch den Hafen

Noch eins zum Schluss. leider hat die allzu optimistische Aussage, dass wir ab jetzt keine Heizung mehr brauchen, sich schneller als verfrüht erwiesen, als uns lieb war. Nachts bei klarem Sternenhimmel kühlt es draußen auf frische 10 Grad ab. Morgens muss dann erstmal der Heizlüfter ran, bevor wir aus dem gemütlich warmen Bett steigen.

Es gibt also zumindest beim Wetter noch deutlich Luft nach oben.

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Hätte hätte…

Fahrradkette. So heißt ein relativ neues Sprichwort. Es bedeutet kurz und knapp, dass alles Rumlamentieren nichts bringt. Genau wie nach dem gestrigen Auswärtsspiel vom SV Darmstadt. Der Aufstieg in die erste Bundesliga hätte gestern beim Match gegen die Spielvereinigung Greuter Fürth perfekt gemacht werden können. Axel, Edwin, Paul, Philipp, Gerhard und ich sind gestern, sehr sehr hoffnungsvoll mit dem ( Fan)-VW Bus aufgebrochen, um das erwartete wichtige Spiel zu sehen und drei Auswärtssiegpunkte mit nach Hause zu bringen.  Aber entweder hat der Siegeswille unserer Darmstädter Lilien nicht ausgereicht oder der Fußballgott wollte die Blauweißen einfach noch nicht frühzeitig aufsteigen lassen. Jedenfalls, nach nervenaufreibenden 90 (und mehr) Spielminuten, zahlreichen Stoßgebeten und unendlich vielen Fangesängen ging das Spiel null zu eins verloren. Schade, sehr schade… Jetzt müssen wir weiterzittern und alles hängt vom letzten Spieltag am nächsten Wochenende ab. Da ist St. Pauli zu Gast beim SV Darmstadt. Wir drücken die Daumen. Denn live dabei sein, werden wir leider nicht, wir sind auf dem Weg nach Südfrankreich. Und im beinahe gleichen Maße, wie wir die Kilometer abspulen, steigt seit Lyon die Außentemperatur. Mittlerweile zeigt das Bordthermometer muggelige 30 Grad an und die Sonne brennt gnadenlos vom blauen Himmel. Hier ist der Sommer wohl schon angekommen. Da müssen wir uns erst mal drauf einstellen. In Darmstadt war es in den letzten beiden Wochen überwiegend 20 Grad. Eins scheint sicher, die Bootsheizung hat wohl erst mal Sommerpause und unser Sonnensegel wird jetzt öfter die Sonne sehen. Viele Menschen, die wir in den letzten Monaten im Süden getroffen hatten, haben uns schon vor der mediterranen Sommerhitze gewarnt. Was in der letzten Konsequenz heißt, dass viele in Spanien lebende Residenten die Sommermonate in den eher kühlen deutschen Breiten verbringen und erst im Herbst wieder in die südliche Wahlheimat zurückkehren. Wir müssen das mal ausprobieren, wie uns die Dauertemperaturen über 30 Grad bekommen werden. Hauptsache erstmal ist, dass der große blaue Pool sich aufwärmt und zum täglichem Badevergnügen einlädt. Wir sind schon sehr gespannt, unser Schiff wieder zu sehen. Noch 200 Kilomter bis zum Meer, also ein Katzensprung im Vergleich zu den bereits zurückgelegten 820 Kilomtetern. Morgen machen wir die Hexe dann wieder segelklar und montieren alles wieder dran, was wir zur Diebstahlsprävention abgebaut haben.

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Tierische Aufregung

IMG_1089Um das Ende gleich vorwegzunehmen, wir sind nicht losgefahren und somit immer noch in Darmstadt zugange. Das war nicht so geplant, aber wie das Leben eben manchmal so spielt, kommt es anders als gedacht, bzw. geplant. Diesmal hat unser samtpfotiger Kater Mikesch uns einen ziemlich großen Strich durch unsere Rechnung gemacht, wenn auch sicherlich nicht mit Absicht. Bereits seit vergangenem Sonntag war der kleine schwarze Stubentiger aushäusig unterwegs und kam auch nicht mehr für sein geliebtes Fressen. Das kennen wir aus den Sommermonaten, dass er den großen Abenteuerspielplatz Park gegen sein Zuhause eintauscht und dort wahrscheinlich all die Abenteuer erlebt, die ein echter Kater erleben muss.

Doch dann der Schreck, am Dienstagabend strich Mikesch um unser Haus herum, war abgemagert, sein Fell sah fatal schlecht aus und zudem zog er das rechte Bein nach. Alle Anlockversuche schlugen fehl und ehe wir uns versahen, war die Katze wieder verschwunden und ließ uns reichlich beunruhigt zurück. Mittwoch früh fanden wir ihn dann unter der Plane vom Grill, aber abermals suchte Mikesch sein Glück in der Flucht und stürmte humpelnd und verschüchtert von dannen. Abends haben wir eine große Suchaktion gestartet, diesmal mit Unterstützung der Nachbarn und mit Erfolg. Gestern fuhr Larissa dann mit ihm zum Tierarzt und kam bald mit der schlechten Nachricht zurück, dass der Kater ein gerissenes Kreuzband hat. Gar nicht gut, diese Diagnose.

Jetzt heißt es erstmal abwarten, Ausgangsperre für Mikesch – Wegfahrsperre für uns. Larissa ist für ein paar Tage mit Freundinnen unterwegs, wir hüten die Katze, schauen gespannt auf seinen Hinterlauf, abwarten.

IMG_1082Zwischenzeitlich hat Nico seinen Sommerfellschnitt verpasst bekommen und sieht jetzt deutlich jünger aus. Scheinbar fühlt er sich  von der haarigen Last befreit, er wirkt um ein paar Jahre jünger und deutlich agiler.

Der typische Vatertagsausflug fällt wegen fehlenden Bollerwagens aus. Dafür geht es heute Mittag ins historische Schifffahrtszentrum nach Mainz. Gemeinsam mit Allegra wollen wir unsere Geschichtskenntnisse auffrischen, in die Zeit der römischen Seefahrer eintauchen und danach am Rheinstrand einen Sundowner trinken. Hoffentlich geht die Sonne heute nicht zu spät unter!

Neuer geplanter Abfahrtstermin ist der Montag.

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Volle Kraft voraus

IMG_1076Nicht mehr lange und es heißt wieder “Leinen los” und wir freuen uns schon mächtig darauf. Am Donnerstag wollen wir aufbrechen und mit voll beladenem Auto nach Cap d’Agde fahren und unsere unterbrochene Reise fortsetzen. Mehr als drei Wochen sind wir nun schon weg vom Schiff und es wird definitiv Zeit, neue Ziele zu entdecken. Die Anspannung zu erleben, wenn man in einen fremden Hafen reinfährt und die damit verbundenen navigatorischen Schwierigkeiten zu meistern, vermissen wir beide. Ebenso der erste Landgang durch eine schöne unbekannte Stadt, oder der ausgiebige Spaziergang an einem endlos erscheinenden Strand.

IMG_1074Irgendwie schlagen da zwei Herzen in unserer Brust. Zum einem sind wir sehr froh, unsere Kinder, meine Mutter und die ganzen lieben Freunde zu sehen und alles von früher gewohnte an seinem angestammten Platz vorzufinden. Andererseits vermissen wir das Meer mit all seinen Facetten, die wir so bisher erlebt haben und die uns gut gefallen. Die ausgiebige Flaute mit der stillen, unbewegten, bleiern daliegenden See, der angenehme ablandige Wind ohne Welle, wenn man an der Küste entlang schippert, aber auch das wild bewegte Meer mit hohen Wellen, wenn es uns so richtig schnelllllll macht. Die See ist für uns so facettenreich und unsere kleine Lebenswelt, das Schiff, bietet uns ausreichend Lebens- und Freiraum.

IMG_1079Wir haben unseren Vorrat an Fertiglebensmitteln aufgestockt, die man auch mal bei Schietwetter und Schräglage schnell kochen kann. Fertigsuppen, Dosengulasch-, Rouladen und eingeweckte Wurst stapeln sich neben frisch gewaschenen Kleidern, ungelesenen Büchern und DVDs im Keller.  Die Mitbringliste zum Boot hin ist fast komplett abgearbeitet, auch die Boulekugeln zum abendlichen “ruhige Kugeln schieben” stehen auch schon parat. Kurzum, wir sind bereit aufzubrechen.

Rund 1000 Kilometer sind es bis zum Hafen, da sind wir schon mal weiter angereist und sehen der Fahrt entspannt entgegen. Wenn alles gut geht, sollten wir nach neun Stunden Fahrt den ersten Apéritif in der warmen Sonne genießen können. Dann gibt es auch wieder mehr Beiträge, schöne Bilder und interessante Videos und ihr könnt (fast) live dabei sein.

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