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  • Pfui, Qualle

    31. August 2015, Montag, Baro 1012, sonnig, warm, Wind W um 5, nach zehn Minuten NW um 2
    Galéria 11:15 – Calvi 19:00, 15 sm

    Kühe - mit Appetit auf Pizza?
    Kühe – mit Appetit auf Pizza?

    Heute morgen war nicht nur eine Kuh auf der Straße, nein zwei Mutterkühe standen mit zwei Kälbchen direkt vor der Pizzeria. Nico hat sich die Kälbchen angeschaut: „Ob man mit denen wohl spielen kann?“ Als sich dann aber eines auf ihn zubewegt hat, ist er doch lieber abgehauen, das war ihm anscheinend zu groß (im Gegensatz zu den zu kleinen Geckos auf den Îles Sanguinaires).

    Kaum sind wir – mit einem frischen Baguette – zurück an Bord, schon heißt es wieder: „Anker auf!“, denn es weht ein frischer Westwind, und den wollen wir ja nicht verpassen. Leider ist das auch wieder nur ein thermischer Wind, der hier in die Bucht hinein weht, denn nach zehn Minuten ist der Zauber vorbei und wir fahren gerade mal noch 3,5 Knoten bei vier Knoten Wind! Das bleibt den ganzen Tag so, mal ein bisschen mehr, mal gar kein Wind, aber wir haben es heute auch nicht eilig, es sind nur 15 Meilen bis Calvi und wir haben den ganzen Tag Zeit.

    An einem wunderschönen Felsen möchte Volker schnorcheln gehen, und nach Fischen schauen, er nimmt sogar extra die GoPro mit zum Filmen (wenn ich den Film geschnitten habe, kommt hier der Link hin). Leider sind an der Kante nicht so viele Fische, wir wollen es später nochmal probieren. Das machen wir auch, zwischendurch haben wir mehrere Badestopps einlegen müssen, denn bei dem leichten Wind ist es einfach zu heiß. Es waren auch keine richtigen Stopps, einer von uns ist bei leichter Fahrt an der Treppe ins Wasser gegangen und hat sich entweder ziehen lassen, oder man konnte es schaffen, genauso schnell zu schwimmen, wie das Boot fährt. Das geht aber nur bis maximal zwei Knoten Fahrt.

    Kurz vor Calvi laden einige spektakuläre Felsen zum Schnorcheln ein, es sind auch mehrere Tauchboote da, vielleicht ein Garant, dass es eine gute Unterwasserszene gibt. Und tatsächlich gibt es hier Fische, kleine, die in großen Schwärmen herumschwimmen, und größere Barsche, die sich aber nicht so gerne filmen lassen. Leider gibt es auch ein paar Quallen, einer, die direkt vor sein Gesicht geschwommen ist, kann Volker noch ausweichen, aber die hinterhältige kleine, die an seinen Waden leckt, hat er nicht gesehen. Vom Boot aus sehe ich, dass er hektische Bewegungen macht, und dann ganz schnell verschwimmt, also motore ich in seine Richtung, um ihm den Weg zu verkürzen, ich habe mir schon gedacht, dass er mit einem unnetten Unterwasserwesen Kontakt hatte. Dank Liz’ und Keins Tipp, die Stelle mit einer Kreditkarte (wir nehmen den Schaber, mit dem wir die Muscheln vom Unterwasserschiff abschaben) an der getroffenen Stelle fest zu schaben, und dann mit Rasierschaum (wenn man den nicht hat, eben mit Seife) nachzubehandeln, wird es nicht so schlimm, es brennt noch ein wenig, ist aber abends wieder weg.

    Reich verziertes Kreuz in der wunderschönen Kirsche auf der Bastion von Calvi
    Reich verziertes Kreuz in der wunderschönen Kirsche auf der Bastion von Calvi

    Wir ankern zuerst in einer kleinen Bucht, um schön mit Nico spazieren zu gehen, und fahren abends in die Bucht von Calvi, auch an die alte Stelle, wo aber jetzt deutlich weniger Ankerlieger sind.

  • Wieder auf Korsika

    30. August 2015, Sonntag, Baro 1015, sonnig, warm, Wind N um 3
    Îles Sanguinaires 11:00 – Galéria 19:00, 30 sm
    Noch vor dem Hundespaziergang reparieren wir die Schublade, die gestern Abend, dank meiner Schusseligkeit, bei plötzlichen Wellen herausgeflogen kam. Dabei hat sich leider die eine Seite der Frontverkleidung gelöst. Aber wir kriegen das hin, d.h. Volker kriegt das hin, ich kann nur mehr oder weniger nützliche Bemerkungen machen.

    Die Geckos huschen in der Morgensonne über die Steine
    Die Geckos huschen in der Morgensonne über die Steine

    Dafür darf ich danach mit Nico spazieren gehen, bis zu dem Leuchtturm auf der großen sanguinischen Insel, von dem aus man einen großartigen Blick über die Bucht von Ajaccio und das weite Meer hat. Von hier oben aus sieht man auch deutlich die Überreste eines alten Hauses, und ganz ganz viele Geckos huschen über den Weg. Nico schaut sich die fremden Wesen erstmal an, ein bisschen skeptisch, ob er sich für diese kleinen wuseligen Tiere interessieren soll oder nicht.

    Der weiße Leuchtturm der "blutigen" Inseln
    Der weiße Leuchtturm der „blutigen“ Inseln

    Zurück an Bord schickt Volker mich ins Wasser, hier sind so viele Fische, schon ums Boot herum schwimmen einige, und an den naheliegenden Felsen sind noch andere Arten. Witzigerweise schwimmen über dem hellen Sand keine herum, sie lieben offensichtlich den dunkleren Untergrund.
    Dann noch ein bisschen Bootspflege, polieren, wachsen, solange die Sonne noch nicht zu heiß ist. Anschließend geht wieder mal der Anker hoch, wir legen ab, fahren vorsichtig unter Motor zwischen dem Land und den Sanguinischen hindurch, danach kreuzen wir nach Dorden.

    Als hätte man ein paar Steine im Meer verloren…
    Als hätte man ein paar Steine im Meer verloren…

    Denn hier legt sich der Wind immer an die Küste an, d.h. er kommt, wenn man nach Norden will, immer von vorne. Macht nix, dann ist es auch nicht so heiß, denn die Sonne scheint – wie immer in den letzten Wochen – mit aller Kraft.
    Wir fahren noch einmal an der Girolata vorbei (vielleicht halten wir ja nächstes Mal dort), und an den schönen Scandola-Felsen, aber danach ist wieder mal am Abend der Wind verschwunden, und wir motoren das letzte Stück, um den Hund nicht unnötig zu quälen. Als der Anker gefallen ist, haben wir auch schon alles fertig an Bord, die Schuhe, das dünne Jäckchen, Handtasche und Hundeleine liegen bereit, um mit dem Beiboot zu der kleinen Marina zu fahren.
    imageAuf der Straße zum Dorf steht eine Kuh, die scheinen hier frei laufen zu dürfen. Heute wollen wir noch einmal in das nette kleine Restaurant „Alivu“ (das heißt auf korsisch „Olivenbaum“) in Galéria, wo wir am 6. August den ersten Jahrestag unserer Reise gefeiert haben, und wo man günstig und gut essen kann und wunderschön, eben unter Olivenbäumen sitzt.

  • Boot weg? Nein danke!

    Samstag, 29. August 2015, Baro 1016, sonnig mit ein paar Wolken am Morgen, warm, Wind O um 4, später mehr aus NW
    Liscia-Bucht von Porto Pollo 10:00 – Îles Sanguinaires vor Ajaccio 19:45, 65 sm

    rechts Meer, links Lagune
    rechts Meer, links Lagune

    Volker hat gestern Abend beim Hundespaziergang entdeckt, dass hinter dem endlosen Sandstrand eine kleine Lagune ist, und am Morgen gehen wir mit dem Beiboot noch einmal dahin zum fotografieren. Es ist wunderschön, der Strand ist endlos (wie wir noch mit Schrecken später feststellen werden) und hintendran ist die schönste Landschaft.

    Morgendliches Bad für den Hund
    Morgendliches Bad für den Hund

    Man hört in der Ferne leise Glocken wie von Kühen, aber es ist nichts zu sehen. Zu der frühen Zeit ist auch noch niemand am Strand, aber so ab 09:30 Uhr kommen die ersten mit Sonnenschirmen und Strandtaschen.

    Die Schuhe liegen am Strand, wo ist Volker, fragt Nico sich?
    Die Schuhe liegen am Strand, wo ist Volker, fragt Nico sich?

    Als wir an den Strand zurückkommen, ist der Schreck groß: Da hinten in der Bucht treibt unser Beiboot! Das haben wir wohl nicht hoch genug an den Strand gezogen, der fällt aber auch steil ins Wasser ab!

    Der Held krabbelt ins Beiboot
    Der Held krabbelt ins Beiboot

    Volker rennt los, und der Strand ist soooo lang, man läuft nicht so schnell in dem schweren Sand hier, der aus relativ großen Sandkörnern besteht. Als er die geschätzt kürzeste Entfernung zum Boot hat, springt er ins Wasser und krault und krault und krault… und ist bei dem Boot. Ein Held! Mit Kraft zieht er sich hinein, und kommt zurück zum Strand, um Nico und mich abzuholen. So ein Schreck am frühen Morgen!

    Wir verabschieden uns von Liz und Kevin, die werden demnächst die Ostküste von Sardinien bis nach Cagliari runter segeln. Frisch den Anker aufgeholt und die Segel gesetzt und schon bläst uns ein achterlicher Wind mit gut 16 Knoten Richtung Korsika. Es ist richtig heiß, und hier ist es natürlich auch wieder leerer auf dem Wasser. Am Cap dauert es keine zehn Minuten, dann lässt der Wind nach und verschwindet erstmal ganz, die Wellen leider nicht, wir müssen tatsächlich ein Stück motoren, ehe der Wind wieder auf neun Knoten auffrischt, allerdings leider von vorne. Das macht uns aber gar nix aus, wir segeln schön erstmal hoch am Wind in die Bucht von Propriano hinein, um festzustellen, dass der Skipper hier doch nicht ankern will – dann gewendet – wieder hinaus.

    Und dann kreuzen wir und wenden und wenden und wenden… bis kurz vor Sonnenuntergang haben wir es endlich geschafft, der Anker ist gefallen auf neun Meter Tiefe direkt vor der Insel Île de la Grande Sanguinaire. Schnell das Beiboot fertig gemacht, Abendessen für den Hund und ich fahre mit ihm zum Land. Was für eine goldische Insel! Auf dem Hügel steht der Leuchtturm, überall sind Wege, Ruinen einer alten römischen (?) Befestigung, eine kleine Kapelle. Morgen werden wir das alles besichtigen, ich steige nur noch einen Pfad weiter hoch, und sehe noch, wie ein kleines rotes Rund der Sonne im Meer versinkt, während auf der anderen Seite der riesengroße Vollmond hinter den Bergen der Insel aufgeht. Kribbel, kribbel!

    Ganz viele junge Leute laufen über die Insel, ich überlege noch, wie die alle wieder wegkommen, dann fällt mir ein, dass am Hafen noch ein großes Boot lag. Als ich runtergehe, höre ich Musik, schöne, aber fremde Klänge, die Disco-Beleuchtung ist an, und ein paar junge Menschen stehen an Deck mit Drinks in der Hand. Ich wünsche noch einen schönen Abend, steige mit Hund  in mein kleines Dingi und fahre zurück zur Hexe.

  • Die letzten Tage auf Sardinien

    27. August 2015, Donnerstag, Baro 1013, sonnig, warm, leichter Ostwind
    Capo Coda Cavallo 10:30 – Olbia 12:40 – Olbia 15:30 Baro 1010 – Caprera, 35 sm

    Der Teig ist gegangen und der Ofen ist bereit
    Der Teig ist gegangen und der Ofen ist bereit

    Heute ist Larissas Abflugtag. Nachdem wir gestern Abend nicht bis Olbia gesegelt sind, sondern es vorgezogen haben, uns noch einmal bei Johannes und Co. zum Pizzaessen einzuladen (zum letzten Mal, =(( – und das war wieder so köstlich, vielen Dank, Johannes!), mussten wir heute morgen eher früh raus. Schnell noch mit dem Nico Gassi gehen, und schon gehen der Anker und die Segel hoch. Der Wind ist leicht, aber wir schaffen es, so rechtzeitig in Olbia zu sein, dass wir noch einen kleinen Imbiss nehmen und dann Larissa mit dem Taxi zum Flughafen fahren können.

    Ade, Tavolara (i una Coca Cola?)
    Ade, Tavolara (i una Coca Cola?)

    Wir legen danach gleich wieder ab, sodass wir schon auf dem Wasser sind, als Larissas Swiss-Maschine direkt über uns fliegt. Wir haben schönen Wind, das ist auch gut so, denn hier sind wieder alle großen Motorboote unterwegs und wühlen die See auf.

    Motorboot-Fuzzis
    Motorboot-Fuzzis

    Volker ist davon auch ordentlich genervt, und will nicht in einer der Buchten der Costa Smeralda bleiben, sondern hoch ins Maddalena-Archipel. Mit dem letzten Tageslicht schaffen wir es, den Anker in der Bucht vor Caprera fallen zu lassen, morgen wollen wir die Ruinen dort besichtigen.

    Freitag, 28. August 2015, Baro 1012, sonnig, warm, Wind O um 3
    Caprera 11:00 – Porto Liscia, 12:30, 9 sm

    Der jüngere Fort-Teil
    Der jüngere Fort-Teil
    Schienen führen zum Wasser
    Schienen führen zum Wasser
    Was war das wohl mal?
    Was war das wohl mal?

    Mit dem Beiboot fahren wir zu den Ruinen des Forts von Punta Rossa. Es besteht aus zwei Teilen, die aus unterschiedlichen Epochen zu stammen scheinen. Wir laufen an den verfallenen Häusern vorbei, versuchen zu deuten, was was gewesen sein könnte. Der untere Teil stammt aus neuerer Zeit, und ist wohl noch bis nach dem zweiten Weltkrieg im Einsatz gewesen. Aber jetzt fallen die Häuser ein, und die Natur überwuchert sie.

     

    Das Waschhaus
    Das Waschhaus
    Die Küche mit Backofen
    Die Küche mit Backofen
    Ein Kanonensattel
    Ein Kanonensattel

    Interessanter ist der obere Teil des Forts, der auch wesentlich älter sein muss, die Wände sind aus geschichteten Steinen, hier waren auch die Unterkünfte der Soldaten. Eine Italienerin, die mit uns entlang läuft, erklärt ein paar Sachen, sie ist schon öfter hier gewesen. Wir finden das Waschhaus, die Küche mit dem großen Herd, viele Treppen aus solidem Granit, die irgendwohin führen, und ganz vorne, an der Punta Rosa eben, müssen einst riesige Kanonen gestanden haben, man sieht noch die Verankerungen im Boden.

    Die Segelschule segelt die Freitags-Abschluss-Regatta
    Die Segelschule segelt die Freitags-Abschluss-Regatta

    Durch die Schießscharten hat man einen großartigen Blick auf die Bucht, in der die Segelschule gerade eine Regatta segelt.

    Zurück an Bord machen wir uns auf, Liz und Kevin von der „Black Velvet“ zu treffen, sie haben in einer Mail geschrieben, sie seien in der Bucht von Liscia. Das ist keine zwei Seemeilen weg, allerdings in die falsche Richtung, aber wir Motoren mal hin. Ich lasse mir die Koordinaten geben, wo sie vor Anker liegen, und bin verblüfft: Das ist ganz  woanders! Trick der Italiener: „Liscio“ heißt „glatt“ und es scheint mehrere „glatte“ Buchten zu geben. Also, umgedreht, Segel gesetzt und die neun Meilen schön hingesegelt. Die Bucht bei Porto Pollo ist entzückend, es sind auch ein paar Segler und Motoryachten da, aber sie liegt gut geschützt und ohne Schwell.

    Viele Surfschüler üben
    Viele Surfschüler üben

    Ein Nachmittagsspaziergang führt uns zum Campingplatz, dort gibt es Mohrrüben für abendliche Gulasch. Nur eine kleine Landzunge trennt die Porto-Pollo-Bucht von der Porto-Puddu-Bucht, und auf beiden Seiten ist der schönste Sandstrand. Ganz viele Windsurfer sind auf dem Wasser, das st praktisch mit den zwei Buchten, da kann man mit Anfängern immer dort surfen, wo sie im Zweifel zum Land zurück geweht werden.

  • Anker auf!

    Der Wind weht aus West, die heftigen Böen erzeugen einen sonoren Ton, wenn sie um den Mast wehen. Die Ankerkette ist gespannt, das Schiff tänzelt daran. Unsere Meinung ist schwankend – liegen bleiben oder weiter segeln. Wetterberichte werden verglichen, Seekarten auf der Suche nach der nächsten sicheren Bucht studiert. Die Reiselust siegt, wir wollen segeln, dem Wind trotzen und die vor uns liegende Rauschefahrt genießen.

    Anker auf, fast geht alles glatt. Nur der Anker kommt falsch herum gedreht, mit den Flunken nach oben. Das Schiff ist derweil schon vor dem Wind in Fahrt. Mit der Fernbedienung für die Ankerwinsch in der Hand versuche ich, den Anker zu drehen. Leider kurz nicht aufgepasst und schon wird mein linker Handballen zwischen Kette und Winsch eingeklemmt. Ich blute und fluche. Wenigstens ist der Anker jetzt richtig herum gedreht und liegt an seinem dafür vorgesehenen Platz. Wenn immer wir uns blutige Wunden zuziehen, desinfizieren wir diese gründlich, zu groß ist die Angst oder die Gefahr, je nachdem, vor einer Infektion durch das Salzwasser. Dass Salzwasser desinfiziert, ist ein Ammenmärchen, das Gegenteil ist der Fall.

    Das Segeln danach ist eine Freude, bis zu 10 Knoten zeigt die Logge an, die 26 Seemeilen bis zur Tavolara sind in 3 Stunden abgesegelt. Das Schiff rockt und bockt, die Gischt sprizt, eine wilde und dennoch tolle Fahrt. Segeln kann soooo schön sein.

    Das Schiff im Griff - die Zukunft in Sicht
    Das Schiff im Griff …

    In der Bucht unserer Wahl angekommen, hämmern noch immer die Böen durchs Rigg. Ein Anruf bei Johannes und Hardy und kurz darauf stehen diese mit ihren Kindern, reichlich Grillfleisch und  einer Palette „Ichnusa“-Bier abholbereit am Strand.

    … die Zukunft fest im Blick
    … die Zukunft fest im Blick

    Wir freuen uns wie die berühmten Schneekönige, dass wir alle zusammen noch einen Abend verbringen können. Die Kinder sind 1-2-3 im Wasser, bis die Zähne klappern. Die „Erwachsenen“ sitzen beim Sundowner auf dem Vorschiff. Was für ein Leben. Danach erkunden die Kinder im Schiffsinneren die Stauräume  und wundern sich u.a., dass wir sogar eine Nähmaschine dabei haben.

    Der Lotus ist angesteckt
    Der Lotus ist angesteckt

    Schon ist es Zeit, den Lotusgrill und die Pfanne anzuheizen. Neben zahlreichen Würstchen und Koteletts gibt es, oh Freude, auch zwei jeweils ein Kilogramm schwere Rinderkoteletts. Das passt nicht alles auf den kleinen Grill, die Rinderkoteletts garen in der großen Pfanne vor sich hin, der Grill ist maximal belegt und gibt sein Bestes.

    Was für ein Wolkenband zum Sonnenuntergang
    Was für ein Wolkenband zum Sonnenuntergang

    Das Essen ein wahres Festmahl, das Bier extra kalt, die Kinder fröhlich und der Sonnenuntergang vom Feinsten. Mit dem letzten Restlicht bringen wir die lieben Fünf zum Strand zurück und lassen danach diesen schönen Tag, ruhig, mit hochgelegten Beinen, im Cockpit ausklingen.

    Heute Morgen hat der Wind auf Ost gedreht, der viele Wind von gestern ist Geschichte, die fünf Darmstädter kommen wieder zu einem Ferientag auf der Hexe, und heute Abend soll es noch mal Pizza geben, was für köstliche Aussichten!

  • The Maltese Falcon

    Größenunterschiede 1
    Größenunterschiede 1

    Sie ist groß, ziemlich groß sogar und bis vor drei Jahren war sie die mit Abstand größte Segelyacht der Welt. Klar, manch ein Windjammer ist größer, aber eine Segelyacht, ein Lustschiff, hat auch andere Ambitionen und nicht den Anspruch, Fracht zu segeln. Höchstens menschliche. Der Malteser Falke, so der Name der Segelyacht, ist 88 Meter lang, 11 Meter breit, hat einen Tiefgang von 6 Metern und trägt an drei Masten über 2400 Quadratmeter Segelfläche. Und da gibt es wieder etwas besonderes darüber zu sagen, die Masten stehen unverstagt, d.h. sie werden nicht von Drahtseilen gehalten oder abgestützt. Jeder Mast ist 58 Meter hoch und steht drehbar in Lagern, die es ermöglichen, die Segel zum Wind auszurichten. Eine grandiose Meisterleistung der Ingenieurskunst. Erfunden wurde dieses Mastensystem in Deutschland und es erinnert ein wenig an das chinesische Dschunkenrigg.

    Größenunterschiede 2
    Größenunterschiede 2

    Der Falke wurde 2005 in der Türkei gebaut und ist seit ein paar Jahren auch zu mieten. Der stolze Mietpreis beträgt 350.000 Euro pro Woche in der Nebensaison. Wer dann Ferien machen muss, wenn jeder dran ist, zahlt nochmal 40.000 Euro extra. Aber dafür gibt es dann 15 Crewmitglieder inklusive, die den maximal 16 Passagieren wahrscheinlich jeden Wunsch von den Lippen ablesen und das Wissen, ein wirklich besonderes Schiff unter den Füßen zu haben.

    Der Blick über die Maddalena-Bucht
    Der Blick über die Maddalena-Bucht

    Gestern ist die „Maltese Falcon“ zuerst hinter uns her gesegelt, bei reichlich Wind und allen gesetzten Segeln ein stolzer Anblick. Und obwohl wir nicht langsam unterwegs waren (mit 8 bis 10 Knoten), hat sie uns irgendwann überholt. Wir konnten sie sozusagen aus allen Perspektiven bewundern. So viel Schönheit zieht natürlich an. Bald gab es einen ganzen Tross von Begleitschiffen.

    Ein elegantes Weihwasserbecken in der Kirche von La Maddalena
    Ein elegantes Weihwasserbecken in der Kirche von La Maddalena

    Nach dem Spektakel ging es für uns weiter zur größten und namensgebenden Insel des Maddalea-Archipels, La Maddalena selbst. Cornelia hat einen Liegeplatz im Stadtzentrum reserviert und bald schon schlenderten wir durch die schöne Stadt und genossen das mediterrane Flair und das geschäftige Treiben. Abends gab es Livemusik nah beim Hafen in einer netten Kneipe. Um Mitternacht waren unsere Batterien leer und der Ruf der Koje stärker, als der der Musik. Gut gelaunt und gestärkt ging es am nächsten Tag nochmal zum nahegelegenen Supermarkt und zum Metzger.

    Volker und Larissa erkunden die kleine Felsinsel
    Volker und Larissa erkunden die kleine Felsinsel

    Mit Larissa habe ich dann eine unbewohnte Insel erkundet. Das ganze Ensemble war wohl mal ein Wachtposten gewesen mit Wachturm, Unterkünften und einem Plumpsklo über einem Abhang. Steile Anstiege, schmale Wege mit Gestrüpp und Dornen und sandige Strandabschnitte haben wir erklommen und wurden mit einer herrlichen Aussicht über das Achipel belohnt.

    Wilder Dill
    Wilder Dill auf den Straßen von La Maddalena

    Danach ging es auf die Zielgerade, nur mit dem Vorsegel haben wir die letzten 2 Seemeilen zu unserer Ankerbucht zurückgelegt. Dort waren wir schon vor mehr als einer Woche, als es so heftig aus westlichen Richtungen geweht hat. Und genau das soll es auch in den nächsten zwei Tagen tun. Der Anker ist tief im Grund vergraben und hält unser Schiff hoffentlich sicher.

  • In San Teodoro

     

    Ein sehr schön dekoriertes Haus in San Teodoro
    Ein sehr schön dekoriertes Haus in San Teodoro

    Heute sind wir aus unserer schönen Ankerbucht nach einer viel ruhigeren Nacht aufgebrochen, um in der Marina von Puntaldia Benzin für den Außenborder, Diesel für windschwache Tage und Wasser für die Tage vor Anker zu bunkern, eventuell auch in dem kleinen Supermarkt, von dem Johannes erzählte, Fleisch, Gemüse und Obst einzukaufen. Die ersten drei Ziele haben wir erstklassig erreicht, der Supermarkt ist gescheitert, weil es keinen Platz im Hafen gab, wo wir mal für eine Stunde festmachen konnten. Alle freien Plätze seien Eignerplätze, sagte der freundliche Tankwart, deswegen könnten wir dort nicht festmachen. Wir sollten draußen ankern, und dann mit dem Dingi zurückkommen.

    Nee, das wollten wir nicht, da sind wir die drei Meilen nach San Teodoro gesegelt, das soll ein hübsches Städtchen sein, da gibt es auch einen Supermarkt. In der Nähe der vor zwanzig Jahren begonnenen und nie fertig gestellten Marina finden wir nach einem gescheiterten Versuch einen guten Ankerplatz im weißen Sand. Erstaunlicherweise gibt es hier ganz viele ganz rot-gelbe Quallen, so viele, dass Volker nach dem zweiten Tauchgang zu unserem Anker lieber zurück an Bord schwimmt. Mit den Medusen in diesen Farben ist nicht zu spaßen, das gibt Verbrennungen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Leuchtend gelb schillern die Tentakel.
    Volker bringt Larissa und mich an den Strand, damit wir ins Städtchen zum Einkaufen gehen können, er möchte das Dingi nicht so gerne alleine hier zurücklassen. Wenn das mal geklaut würde, hätten wir ein echtes Problem: Vom Ankerplatz aus ist es unser Kontakt mit der Außenwelt, für Nico die einzige Möglichkeit zum Gassi gehen, das darf nicht wegkommen.
    Das aufblasbare Zelt vor der Kirche
    Das aufblasbare Zelt vor der Kirche

    In der Mittagshitze machen wir uns auf den Weg, das ist aber nicht schlimm, denn der Weg ist gesäumt mit sehr schönen Häusern, hier wohnen laut Sabines Handbuch die wohlhabenderen Italiener, die ihre Ferienwohnungen auf Sardinien haben. Sehr schön, alle mit überdachten Veranden oder Loggien, schön angelegten Gärten, auch mal mit Pool. Im Supermarkt finden wir – außer Fleisch – alles, was wir brauchen, Fleisch gäbe es – laut Verkäuferin – im Ortszentrum, ca. 10 Minuten weiter. Wir bezahlen unsere Einkäufe und lassen sie in der Obhut der Angestellten, damit wir das alles nicht hin- und wieder zurücktragen müssen.

    Sehr kommoder Beichtstuhl
    Sehr kommoder Beichtstuhl

    Der Weg in die Innenstadt ist keine 10 Minuten weit, das Zentrum wirklich sehr klein, aber hübsch. Wir besichtigen die eher karge Kirche mit den sehr kommoden Beichtstühlen. Draußen wird ein aufblasbares Zelt aufgebaut, wofür auch immer, wir setzen uns auf einen Milkshake und ein Bier in die sehr schöne Bar und genießen die Atmosphäre des süditalienischen Ferienortes. Wir finden einen noch viel größeren Supermarkt, der hervorragendes Fleisch anbietet, wir kaufen Koteletts vom sardischen Landschwein, das uns abends auf dem Feuer hervorragend mundet.

    Kleiner Snack beim Lady's Ausflug
    Kleiner Snack beim Lady’s Ausflug

    Zurück am Meer rufen wir unser Wassertaxi, Volker und Hund kommen, bringen die Beute und uns zurück auf die Hexe, nach einem kleinen Snack lichten wir den Anker, und segeln zurück in die Bucht, aus der wir heute morgen aufgebrochen sind. Heute Nacht kann es sein, dass ein starker Südostwind kommt, da sollten wir hier wunderbar geschützt sein.

    Darmstadt 98 hat am heutigen Spieltag gegen Schalke 04 unentschieden 1 zu 1 gespielt.. Super Ergebnis für den Bundesliganeuling!!!
  • Das kleinste Königreich Europas

    IMG_6566liegt gerade mal ein Steinwurf von unserem jetzigen Ankerplatz entfernt. Und heute war es dann soweit, wir, Johannes, Hardy, Cornelia, Larissa, Luise (7), Lotta (8), Emil (8) und ich haben den König besucht. Jedenfalls fast, zumindest waren wir in, oder weil es eine Insel ist, auf seinem Reich. Jetzt erst mal zu den vielen neuen Namen, die bisher noch nicht in unserem Blog erwähnt wurden. Cornelias Freundin Sabine hat mit ihrem Lutz ein schönes Haus auf Sardinien. Beide kommen erst Anfang September nach Sardinien, aber glücklicherweise verbringt der älteste Sohn Johannes mit Kindern (Emil und Luise) und einem Freund (Hardy), ebenfalls mit Kind (Lotta), seine Ferien im elterlichen Ferienhaus.

    IMG_6544Nachdem wir gestern Olbia verlassen haben, hat uns ein flotter Segelwind schnell zum Strand von Porto Taverna gebracht, wo wir die fünf getroffen haben. Der Nachmittag war schnell gemeinsam auf der Hexe mit Baden, Schnacken und Planen verbracht.

    IMG_6545Für abends hat uns Johannes ins Ferienhaus eingeladen und den riesigen Pizzaofen im Garten angeheizt. Lecker, die Pizza, ganz große Klasse und die Aussicht von der Terrasse, einfach umwerfend. Die Nacht schritt schnell und fröhlich voran, bis wir wieder wohlbehalten zum Boot zurückgefahren wurden. Ein großes DANKE an Euch 5.

    IMG_6572Heute haben wir dann mit allen einen Segelausflug geplant um die Tavolara-Insel, diese ca. 6 Kilometer lange und 1 Kilometer breite Insel, die schon seit über 4.000 Jahren von Fischern bewohnt ist. Sie ist das kleinste Königreich Europas. Na,  wenn man bedenkt, wie das gekommen ist, kann man echt nur schmunzeln. Am Anfang des 19 Jahrhunderts kam der Korse Guiseppe Bertoleoni samt seiner Familie auf dieses gebirgige Eiland, die Tavolara, wurde seine Heimat.

    IMG_6562Sein Sohn Paolo war ein aufgewecktes Bürschchen und als im Jahre 1836 der König von Sardinien, Carlo Alberto auf die Insel kam und sich als König vorstellte, erwiderte Paolo, dass er als König der Tavolara den König von Sardinien begrüßt. Soweit die Geschichte, der König Carlo Alberto war darüber so amüsiert, dass er der Familie Bertoleoni die Insel schenkte. Und seitdem ist dieser große Fels im Meer im Besitz der Familie und ein Königreich mit König.und so nennen sich seit dem die Önige Paul, Tomi Guiseppe,… Könige der Tavolara. Sie verwalten ihr Reich wie echte Könige. machen gut Kasse während der Sommermonate mit den täglich einfallenden Touristenströmen, und verlangen eine Anlegegebühr am Steg. Insgesamt 20 Familienmitglieder verwalten die Tavolara,

    IMG_6565Ein kleiner Inselfriedhof ist nur dem Clan vorbehalten. Auch dorthin pilgern die Touristenmassen, wir waren auch alle dort und haben die hübschen Sarkophage bewundert. Neben Segeln stand heute mal wieder Baden, egal ob für Groß oder Klein ganz vorne als Programmpunkt. Nach einem gemeinsamen Abendessen auf unserer Hexe sind die fünf wieder zu ihrem Feriendomizil aufgebrochen.Ein Traumtag geht zu Ende, die Ruhe in der Ankerbucht himmlisch, die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist es auch.

  • Kurznachricht

    Heute gibt es nur einen kurzen Beitrag. wir liegen noch in Olbia, Larissa’s Flugzeug ist eine halbe Stunde früher angekommen als geplant, auch mal gut so rum. Wir haben den kostenlosen Shuttleservice des Hafenbetreibers gleich zweimal genutzt. Einmal haben wir uns zum Supermarkt kutschieren lassen und das zweite mal zum nur fünf Fahrminuten entfernten Flughafen. Der nahegelegene Supermarkt wird von allen passierenden Schiffen zum ausgiebigen Verproviantieren genutzt. Mit zwei gut gefüllten Einkaufswagen ging es die leicht abschüssige Straße zurück zum Hafen, wo der Inhalt seinen Weg in die verschiedensten Stauraumecken unserer Hexe fand.
    Larissa hat für Cornelia noch eine neues Terraband mitgebracht. Dieses elastische Gummiband wird gerne für gymnastische Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur eingesetzt. Das alte Band hatte den Kräften von Cornelia nicht mehr standgehalten. Außerdem hat die Capitania heute 20 Gigabyte Datenvolumen für günstige 30 Euro erworben und damit können wir jetzt das italienische Internet ausgiebig nutzen.

    Heute ist das Thermometer erstmals seit einiger Zeit wieder über die 30-Grad-Marke geklettert, dazu wehte ein stürmischer Wind aus West.  Morgen geht die Reise weiter, wir wollen weiter nach Süden und hoffen ähnlich schöne und ursprüngliche Orte zu finden wie auf Korsika.

    Die Landschaft der nördlichen Aga-Khan-Küste ist schön, die bisher gesehenen Orte und künstlisch angelegten Feriensiedlungen sind es nicht. Aber es gibt, und dies ist wirklich dem Gründer Karim Aga Khan geschuldet, keine hässlichen Hochhäuser, sondern nur viele, halt künstlich angelegte Ferienhaussiedlungen.

    Außerdem nerven hier an dieser Millionärsküste die riesigen Motoryachten, die oft und leider auch sehr zahlreich, rücksichtlos und sehr dicht mit großer Heckwelle unser Schiff passieren. Die Krönung war eine fette amerikanische Motorpratze, die im Fahrwasser kurz vor Olbia unser Schiff dermaßen zum Schaukeln und mich auf die Palme gebracht hat. Absolut rücksichtslos, über 5000 PS, aber kein Funken Verstand. Ärger…

  • Zwei verlockende Einladungen…

    imageinnerhalb von zwei Tagen, von denen wir nur eine angenommen haben. Dazu gleich mehr, jetzt erst mal ein paar Worte zum Wind, der leider immer noch heftig unablässig durch die Bucht pfeift. Genauso wie vorhergesagt, stark böig in Landnähe. Das Schiff ist ständig in Bewegung, dreht sich an der Ankerkette und krängt bei seitlichem Windeinfall.

    Die Fahrt mit dem Beiboot zu einem kleinen, 400 Meter entfernten Strand fühlt sich aufgrund der kurzen steilen Wellen an wie auf der Buckelpiste. Unser Gummiflitzer und wir werden dabei ganz schön durchgeschüttelt. Die eine oder andere Gichtfontäne findet ihren Weg zu uns.

    imageJetzt zur ersten und gestrigen Einladung. Eine Charterbootcrew, bestehend aus zwei russischen Familien mit Kindern, hatten ein Problem mit einer Leine (Spinnakerfall), die sich mehrfach und in unerreichbarer Höhe um den Mast gewickelt hatte. Mit Rat, Tat und geliehenem Bootsmannstuhl war das kleine Problem schnell behoben und der erste Whisky als Dank im Glas. Doch damit nicht genug, Cornelia und ich werden gleich zum Abendessen an Bord eingeladen.
    Alle, auch die Kinder sprechen englisch. Nach der Vorstellungsrunde, wir mussten uns sechs Namen merken, die nur zwei gab es, wie könnte es auch anders sein, erst mal ’ne Rund Wodka. Russische Tradition, wurde uns erkärt und mit dem zweiten Wodka gab es dann eine leckere Suppe. Suppe gibt es zu jedem Anlass und zur Suppe gehört natürlich Wodka dazu, ebenfalls russische Tradition. Die Hauptspeise war sehr sehr lecker. Es gab dünnes Rindfleisch in Ei gebacken, dazu Käse mit Knoblauch angemacht und matürlich ein Wodka, wegen der Tradition. Danach haben wir uns zumindest von dieser Tradition verabschiedet und sind auf Bier und Wein umgeschwenkt, war nicht ganz leicht, die Überzeugungsarbeit. Danach folgte ein gegenseitiger Informationsaustausch über das „Woher und Wohin“. Beide Familien kommen aus Moskau und segeln seit einigen Jahren immer mal wieder im Mittelmeer, an wechselnden Orten. Die Kinder, auch die 7-jährige, lernen Englisch als erste Fremdsprache in der Schule, der 10-jährige Junge lernt auch deutsch. Unsere russischen Sprachkenntinisse sind leider nicht vorhanden. Die Zeit und der Abend schreiten schnell voran, Nico muss nochmal Gassi gefahren und geführt werden, der Abschied herzlich. Ziemlich müde von Sonne, Seeluft und vielleicht auch von der russischen Tradition geht es schnell in Bett.

    Heute haben wir dann mal ganz konsequent so gut wie nichts gemacht, nur gelesen und gefaulenzt. Am Abend kam ein kleines Motorboot längseits und man lud uns ein, Diesmal nicht zum Essen oder Trinken, sondern um an einer Regatta teilzunehmen, die am Donnerstag stattfindet. 500 Segelschiffe hätten im letzten Jahr teilgenommen, eingeteilt in verschiedene Klassen, inklusive großer Feier am Abend. Diese Einladung werden wir aus- oder besser gesagt in den Wind schlagen. Erstens kommt einen Tag vorher Larissa, zweitens wiill ich mir das Gedränge an der Startlinie bei 500 Schiffen lieber nicht vorstellen. Nicht, dass noch jemand im Adrenalinregattarausch unsere HEXE beschädigt. Nee, nee, die Feier dann mal lieber ohne Meier, oder so ähnlich. Jetzt, zu später Abendstunde hat der Wind nachgelassen und wir genießen die Ruhe, ausgestreckt im Cockpit sitzend.

    Vom Ufer her wehen italienische Schlagerklänge zu uns, schade, es gibt doch so schöne Musik!