
Die „Im Sommer-nach-Hause-Reisende“ sind nun alle weg, von unseren Freunden sind nur noch wenige auf der Insel (aber ganz besonders liebe Freunde). Trotzdem wird es uns nicht langweilig. Mit Roisin und Wes haben wir nette Abende bei gemeinsamen Restaurantbesuchen verbracht, als wir alle keine Lust zum Kochen hatten. Nun sind diese beiden auch noch für eine Woche im Urlaub in Maribor, da machen wir die Leinen los und legen ab.
Aber hier nun der Bericht der letzten Aktivitäten:
Zunächst habe ich mit den SD-Karten für unseren Plotter gekämpft, auf denen die Seekarten gespeichert sind und die ich gerne vor größeren Fahrten aktualisiere. Die eine Karte von „Lighthouse“, die in dem neuen Axiom-Plotter war, als wir ihn eingebaut bekommen haben, ließ sich nicht aktualisieren, weil wir keinen Voucher dazu auftreiben konnten.



Unsere „Navionics“-Karte war plötzlich nicht mehr lesbar, weder im Plotter, noch in meinem Laptop. Wahrscheinlich habe ich sie selbst zerstört, als ich sie aus dem Plotter nicht ordentlich software-mäßig ausgeworfen habe, als ich sie entfernen wollte. Glücklicherweise hat Federica von Navionics mir schnell und unkompliziert geholfen, und ich konnte das Abo auf eine ältere, abgelaufene SD-Karte übertragen. Und – noch mehr Glück im Unglück – ich hatte im November, lange nachdem wir auf Lanzarote angekommen waren, eine Sicherung der Routen, Wegpunkte und Tracks auf meinem Laptop gespeichert, und konnte ebenfalls alles auf das neue Gerät übertragen. Soviel zu meiner nervenaufreibenden Denkarbeit. Jetzt muss ich mich nur noch mit dem neuen System vertraut machen, weil ja doch wieder vieles anders ist.



Körperlich, nicht nervlich anstrengend war Volkers Vorhaben. Unter der Ankerkette liegt, zum Schutz des Decks, eine lange Leiste aus festem Kunststoff. Diese sollte, ausgetauscht werden. Zuerst mussten alle Schrauben gelöst werden, dazu stand Volker im Beiboot unter der Leiste und schraubte die Befestigungen mit der Nuss, und ich kniete oben auf Deck und hielt die Schrauben fest, dass sie nicht durchdrehten. Dann waren sechs Kunststoffteile los, sie wurden nummeriert, und ab in Wes’s Werkstatt, um neue Teile zuzuschneiden, und die Löcher an den entsprechenden Stellen zu bohren. Dann ging es für Volker wieder ins Dinghy, und für mich auf die Knie, um den umgekehrten Weg zu gehen, alles wieder fest zu schrauben. Anschließend hatte Volker Rückenschmerzen, und meine Knie waren malträtiert, ich konnte drei Tage keine Yoga-Übungen mehr auf Knien machen.
Aber es gab auch sehr schöne Momente zu berichten:



Es war so schön warm geworden – wie wohl in Deutschland auch – sodass wir gerne am Nachmittag mit dem Beiboot außerhalb der Marina zum Baden gefahren sind. Und da saßen zu meinem Entzücken viele rote und schwarze Krabben auf den warmen Steinen. Und bei einem Spaziergang rund um die Marina entdeckten wir plötzlich, ein paar Kilometerentfernt auf See, einen großen Wal, er hat geblasen, ist dann aber leider wieder schnell abgetaucht, ehe wir die Kameras bereit hatten. Soviel zu den Natur-Ereignissen.

In Puerto Calero war auch was los: Letzten Freitag haben gleich zwei Restaurants neu eröffnet, und dies mit großen Pomp gefeiert. Zunächst allerdings war Volker total aufgebracht, weil das eine, ein mexikanische Restaurant, mit richtig lauter Musik den Hafen beschallte. Aber da die Töne nur zwischenzeitlich aus der Dose kamen, und sonst ein Mexikaner im goldbesetzten Kostüm mit Sombrero life gesungen hat, waren wir wieder versöhnt, und sind nach dem Abendessen neugierig hingegangen. Das Essen an Bord hätten wir besser gelassen, es gab nicht nur alle Getränke frei, sondern es wurden auch leckere Snacks gereicht. Ich war wohl ein bisschen underdressed, die meisten Mädels hatten sich total schick gemacht. Wenn endlich mal was los ist!

Auch bei dem zweiten Restaurant, das sich als Grill-Gaststätte vorstellte, gab es freie Getränke. Volker hatte einen großartigen Cocktail mit vielen Früchten und ausreichend alkoholischenZutaten. Das Lokal ist sehr geschmackvoll eingerichtet, es wurde mit Licht gespielt, und ich war begeistert von dem Wasserhahn auf der Toilette, der kommt aus der Decke und speit warmes Wasser, sobald man die Hände darunter hält.
Und eine ganz große Veranstaltung war am Samstag: Der Ironman 2026 auf Lanzarote. Er gilt weltweit als einer der härtesten Triathlons überhaupt, bei dem eigentlich nie irgendwelche Rekorde aufgestellt werden. Das beginnt früh um sieben Uhr mit dem Schwimmen im Atlantik, Strömungen und manchmal hohe Wellen machen es den Athleten nicht leicht, die 3.850 km zurückzulegen. Und wenn sie dann auf ihren Fahrrädern sitzen, müssen sie ca. 2.400 Höhenmeter überwinden, bei starken und oft böigen Passatwinden. Dann ist wahrscheinlich der Marathon am Schluss sozusagen die Kür.



Wir haben am Sonntagmorgen abgelegt und motorsegeln jetzt bei wenig Wind, der auch noch aus der falschen Richtung, von vorne kommt, nach Madeira. Den Leuchtturm “Pechiguera”, am südwestlichen Ende von Lanzarote ,haben wir schon hnter uns gelassen. Und wir haben 274 Liter Diesel getankt, da schreckt uns der fehlende Wind ausnahmsweise nicht. Egal, wir mussten irgendwann mal los, und zur Not fahren wir eben mit Diesel statt mit Wind.

