Mittwoch 10. Juni 2026

Praia Formosa, Santa Maria

bisschen weiter rechts ist unsere Ankerbucht

Um  00:43 Azorenzeit, da war es in Deutschland schon 02:43, lag unser Anker im sandigen Grund vor der Praia Formosa, einer großen schönen Bucht von Santa Maria, der kleinsten Azoreninsel. Noch vor dem Schlafengehen schreibt Volker die To-Do-Liste für den nächsten Tag, mit insgesamt fünf Punkten.

Zwei Aufgaben von der Liste waren erledigt, obwohl wir ja erst gegen zwei Uhr im Bett waren, ist Volker früh aufgestanden, und hat mucksmäuschenstill gearbeitet. Bis ich wach geworden bin, war das schon mal fertig:

  1. An dem Reißverschluss des Lazy Bag, das ist sozusagen die Tasche, in die das Großsegel fällt beim Bergen,  fehlte ein Stück Stoff, womit man die zwei Seiten des Reißverschlusses verbindet. Das war schon erledigt. 
  2. Im Steuerbord Motorraum war während der Fahrt immer etwas Diesel ausgelaufen?! Der Spritschlauch war  auf Lanzarote erneuert worden, und die Schlauchschellen waren offensichtlich zu weit, es lief beim Fahren ein bisschen Diesel in die Bilge. Glücklicherweise hatten wir noch passende engere Schlauchschellen und auch die hatte Volker in aller Früh schon ausgetauscht.

Jetzt standen nur noch drei Punkte auf der Liste: 

Am Lazy Bag muss ein loses Band festgenäht werden, das geht nur mit der Hand.

Am Cockpitzelt müssen zwei Klettbänder ausgetauscht werden. Das geht zum Glück mit der Nähmaschine.

Die Opferanode muss erneuert werden. Dazu muss Volker leider unters Boot tauchen. Wäre hier ganz schön, weil das Wasser sehr warm und sehr klar ist.

Aber: Unser Freund Lloyd, der früher in der Marina von Vila do Porto Hafenmeister war, hat Zeit, uns zu treffen zum Schwatzen, und er würde uns freundlicherweise auch zum Supermarkt fahren. Das ist großartig, da fahren wir sofort mit dem Dinghy in die Marina, nehmen große Taschen mit. Schade, im Hafen gab es keinen Platz mehr für uns, da lagen schon zwei Katamarane an den Kopfstegen. Vor zwei Jahren ist im Sturm ein Steg weggebrochen, der liegt leider immer noch unter Wasser. Da fehlen natürlich ein paar Liegeplätze. Aber wir genießen die Ruhe und die schöne Aussicht an unserem Ankerplatz sehr.

Lloyd ist ein echter Lebenskünstler, er arbeitet in einem Autohaus und verkauft Gebrauchtwagen, er macht Bootstouren rund um die Insel mit Touristen, und außerdem baut er sich jetzt ein Haus in einem großen Waldstück, muss Bäume schneiden und Wiesen roden, sensationell. Wir freuen uns schon darauf, nächstes Jahr den Fortschritt bestaunen zu können.

Nach der  Kaffeepause im Hafenrestaurant und der Einkaufsfahrt zum örtlichen Pingo Doce Supermarkt verabschieden wir uns von Lloyd „Bis die Tage“ und kehren auf unsere Hexe zurück.

Heute sind wir nach Norden aufgebrochen, mehr dazu gibt es morgen.

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