Autor: Skipper Volker

  • Ein Tag auf der Insel

    Die korsische Gastlandflagge wird gehisst

    Backbord querab erscheint in eine Dunstglocke gehüllt Elba an der östlichen Kimm. Verheißungsvoll sind die dunklen Umrisse der italienischen Ferieninsel deutlich erkennbar, aber dennoch so weit entfernt und segelnder Weise heute nicht mehr erreichbar, denn die Tagesthermik macht schon am späten Nachmittag eine offensichtlich bis zum nächsten Tag andauernde Pause. Auch die kleinere Insel Capraia konnte man zwischendurch gut erkennen, vielleicht machen wir da einen Halt auf unserem Weg nach Elba. Ein wundervoller Segeltag liegt hinter uns, der eher verhalten und motorend begann.

    Die Hexe vor Cap Corse, danke Patrick!

    Um ca. 11 Uhr gingen wir und unsere Freunde von der Pastis ankerauf und steckten den Kurs auf  Cap  Corse, dem nordöstlichsten Zipfel von Korsika ab. Anfangs konnten wir bei leichten nördlichen Winden langsam und kreuzend segeln, doch nach einer Stunde war es mit der Segelei leider vorbei und unter Motor ging es nach Norden.

    Die Pastis mit ihrem schwarzem Code 0

    Zwei Stunden danach setzte ein segelbarer thermischer Wind ein, der schnell soweit auffrischte, dass wir schon wieder aufmerksam auf den Windmesser schielten und ans Reffen dachten. In den folgenden Segelstunden lieferten wir uns einen packenden seglerischen Schlagabtausch mit der Pastis, den wir am Ende knapp gewannen. Zwei Boote gegeneinander bzw. miteinander segelnd sind halt gleich eine Regatta. 

    Die kleine, Cap Corse vorgelagerte Insel Giraglia

    Kurz vor unserem Tagesziel Macinaggio, mit eben jenem Blick auf Elba, hatte der Wind endgültig ausgeweht und die letzten drei Seemeilen sind wir bis zur Ankerbucht motort. Dort hat Cornelia ihre ersten Geh-, bzw. Stehversuche auf einem Stand-Up-Paddleboard, zumindest kniend absolviert und ich war mit Samy eine große Runde auf dem Zöllnerpfad spazieren, den wir morgen wandernd noch weiter erkunden wollen.

    Blick von der Festung auf die Bucht von St. Florent

    Es fehlt der Vollständigkeit halber, dass wir heute am frühen Morgen schon die hochgelegene Festung in St. Florent erklommen haben, ich danach einen Propeller und einen kompletten Rumpf von jeglichem Bewuchs frei tauchend befreit habe.

    Gegrillt haben wir abends noch mit Patrick und Annett, dann war irgendwie alle Energie raus und wir sind dem Ruf des Sofas gefolgt. So ein Tag!

  • Fest geplant

    Gestern Abend haben wir einen zwar nicht so langen aber dafür intensiveren Abend mit Patrick und Annett von der Pastis verbracht, den Lotusgrill angeheizt und dazu das soooo leckere korsische Pietra-Bier getrunken, das die beiden mitgebracht hatten. Heute hieß es dann schon wieder Abschied nehmen, denn Patrick und Annett wollen nach Korsika segeln und sind heute aufgebrochen. Vielleicht werden wir uns bald wiedersehen, schön wär’s.

    Unsere Zeit im Mittelmeerraum wird länger dauern als gestern mittag gedacht. Die Planung steht und erst Anfang November wird die Hexe aus dem Wasser gekrant und in der neuen Produktionshalle/Lackierhalle von Gunboat für den neuen Antislipauftrag vorbereitet. Anfang Dezember soll das Schiff dann wieder segelklar zurück in sein Element gehen.

    Bis dahin wollen wir noch ein paar Seemeilen in unser Kielwasser bringen und den Spätsommer in mediterraner Atmosphäre genießen. Wo genau es hingeht, machen wir vom momentan pausierenden Wind abhängig. Ab heute Nacht soll es regnen und für morgen sind ein paar kleinere Gewitterfronten vorhergesagt, die über LGM hinwegziehen sollen. Wir sind noch nicht, wie gestern geschrieben, ausgelaufen und  bleiben eher noch einen Tag  hier im Hafen. Heute war für uns Putz-, Wasch- und Einkaufstag. Ein paar kleinere Bootsjobs stehen noch auf der To-Do-Liste, perfekt zu erledigen, wenn es draußen regnet.

    Ansonsten sind wir ganz entspannt und genießen das eigentlich typisch ruhige Leben an Bord.

  • Gähnende Leere

    Wenn ich mir so die Anzahl unserer Blogeinträge im Juli und August anschaue, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen gegenüber unseren treuen Bloglesern. Da kann man nur konstatieren, dass auf der Hexenseite tatsächlich eine gähnende Leere herrscht und wir beitragsmäßig stark hinterherhinken. Asche auf unser Haupt! In den letzten 14 Tagen gab es nicht einen einzigen Beitrag.

    La Grande Motte im Sonnenschein

    Wir waren (mal wieder) in Darmstadt, sozusagen dienstlich und haben ein kleines Bauprojekt angeschubst. Nach all der Zeit an Bord juckt es mich diesbezüglich irgendwie mal wieder unter den Nägeln. Und das passt auch ganz gut mit unserer Segelplanung überein, denn wir haben uns in den zurückliegenden Wochen dazu entschlossen, den Antirutschbelag von unserer Hexe, jetzt und hier in LGM erneuern zu lassen. Der verliert, wie schon mehrfach geschrieben, seit Anfang das Anitrutschgranulat, sprich die feinen Glas- oder Sandkörner, die für Rutschsicherheit an Deck sorgen. Allein, diese Intervention ist nicht mal so eben schnell gemacht, das Schiff muss raus aus dem Wasser, entmastet werden und geht dann mit dem Tieflader zurück in die Werft. Dort wird alles abgeklebt, der alte Decksbelag abgeschliffen und anschließend neu aufgespritzt. Viel Arbeit, viel Zeit, insgesamt, aber wir sind sehr froh, dass Outremer diese Arbeiten im Rahmen der Garantie ausführt. So wie es jetzt aussieht, werden wir in der Folge fast den ganzen Oktober bootslos sein. Danach können wir dann (hoffentlich) endgültig aus dem Mittelmeer raus segeln und den Winter irgendwo im atlantischen Bereich verbringen.

    Es ist also recht viel in Bewegung und wir sind insgesamt guter Dinge. Seit gestern leben wir für gut 10 Tage wieder auf unserem Kat, und ab morgen wollen wir, je nach Wind, ein bisschen in  der  Gegend rumschippern. Die große Sommerhitze ist zusammen mit den Touristenmassen verschwunden und äußerst angenehme 28 Grad zeigt das Thermometer an. Windmäßig ist es total ruhig und angesichts der ruhigen Wasseroberfläche könnte man momentan das Mittelmeer mit einem Ententeich vergleichen.

  • Reingefallen

    Hexe vor Anker

    Wir hatten eine sehr ruhige Nacht vor Anker, keine Beschallung von Stegnachbarliegern, Kneipen oder umliegenden Clubs, bzw. Diskotheken, wie man früher die Clubs nannte. Himmlische Ruhe sozusagen, inklusive kompletter Windstille. (Der Skipper hat gut geschlafen, die Diskothek hat bis 02:00 Uhr Musik gemacht, aber dann war Ruhe.)

    So schön sind die Ferienhäuser hier

    Dementsprechend fit und ausgeruht sind wir gegen 9 Uhr voller Tatendrang aufgewacht, haben das Beiboot klargemacht, den Hund eingeladen und sind damit die eine nautische Meile zum Sportboothafen von Saintes-Maries-de-la-mer getuckert. Dort angekommen ging es gleich per pedes auf die große Runde und durch alle Altstadtgassen. Obwohl es noch so früh ist, sind die kleinen Gässchen schon touristisch erstürmt und wir fliehen, nach dem wir unsere Einkäufe im lokalen Supermarkt erledigt haben, an den idyllisch gelegenen ortsumspannenden Kanal. Dort führt ein schöner kleiner Weg zum Etang, der mit den Camargue-typischen, relativ kleinen reetgedeckten Ferienhäuschen umgeben ist.

    Libelle im Abflug
    Eine schwimmende Bisamratte

    Am, im und auf dem Fluss tummelt sich einiges an maritimem Leben. Neben verschiedenen Libellenarten, die Capitania mag die nicht, ich find sie wunderschön (Ich find sie auch wunderschön, aber meine Mutter hat immer gesagt, die stechen, und das ist gefährlich!), sehen wir richtig große Fische tauchen und eine große Bisamratte, die träge an der Wasseroberfläche schwimmt. Die Zeit vergeht, die Sonne steigt höher am Horizont, wir treten den Rückweg zum Schiff an.

    Hüpfen vor dem Sturz…

    Kaum dort angekommen, kommt ein Gruppe kleiner SegelschülerInnen nebst Segellehrer, die, in Ermangelung von Wind anstatt auf Optimisten segelnd mit dem Begleitmotorboot zu uns rausgeschippert. Nach einem freundlichen Hallo und einigen neugierigen Fragen an uns ist die ganze Kinderschar zu uns an Bord eingeladen. Mit großen und neugierigen Kinderaugen wird der Kat erkundet und bestaunt. Schnell wird das Trampolin zum Lieblingsplatz erklärt und hüpfend erobert, bis ein Kind plötzlich laut losschreit.

    Das Luk

    Bei den Trampolinhüpfern ist alles ok und wir brauchen eine Zeit, bis wir realisieren, dass der Schrei vom Heck her rührt. Doch dort ist nichts zu sehen und ich denke schon, dass jemand ins Wasser gefallen ist. Doch dann realisieren wir endlich, dass eins der Mädchen in eine offen stehende Luke hineingefallen ist und sich dabei am Ellenbogen wehgetan hat. Glück im Unglück, denn die Kleine ist in die Luke über unserem Bett gefallen und dabei butterweich auf unseren Matratzen gelandet. Das war jetzt schon der dritte Lukensturz, wir erinnern uns an zwei Hunde, die schon abgestürzt sind…

    Zukünftig heißt es erstmal, alle Luken dicht, wenn Besuch an Bord kommt, egal ob zwei- oder vierbeinig! Übrigens, die Oceanair Mücken- bzw. Verdunkelungsrollos sind super robust und lassen sich nach einem Lukensturz einfach und schnell wieder reparieren.

  • Blink Blink

    Gestern und heute, haben es die Capitania und ich richtig rund gehen lassen. Von 9 Uhr in der Früh bis in die späten Nachmittagsstunden haben wir in trauter Arbeitsteilung das beschlagene Edelstahl auf Hochglanz poliert, das matt-blasse, mit einer Kalkschicht überzogene Gelcoat in ein strahlendes Weiß zurückverwandelt und am zweiten Rumpf das Unterwasserschiff von der bremsenden Algenschicht befreit.

    Zudem wurde der lose Backskistendeckelverschluss mit Industriekleber neu eingebettet. Die Elektriker  von Outremer haben währenddessen die defekten Led-Lampen an den Heckstufen ausgetauscht, die herausgebrochene 220-Volt -Steckdose wieder ordnungsgemäß angebracht, unser Merrwasserentsalzer wurde komplett gereinigt und ist jetzt wieder von Flugrost befreit, eine optische Augenweide. Es geht voran mit den Arbeiten an unserer Outremer, morgen soll der Rest des Motorraums an Steuerbord entrostet und wieder in einen nahezu Neuzustand gebracht  werden.

    Gestern Abend gab es ein gewaltiges Himmelspektakel, das, Gott sei Dank, nicht direkt über unserem Standort stattfand. Ein fünf Stunden lang andauerndes Gewitter wütete in einiger Entfernung und schien dort stationär zu verharren. Der nördliche pechschwarze Himmel wurde von Blitzen und Wetterleuchten gleißend hell erleuchtet.

    In tiefsten Tönen grollend ließ der Donner einige Male das Schiff leicht vibrieren. In LGM gab es nur ein paar heftige kurze Schauer, der Capitania ist ein super Blitzschnappschuss gelungen, auf dem die Naturgewalt gut zur Geltung kommt.

    Heute Abend bleibt unsere Küche kalt, wir gehen zu unserem Lieblingsitaliener, ins “Cosa Nostra” an der Uferpromenade essen. Für morgen wurde dem Skipper ein Ruhetag verordnet, denn es melden sich nach all dem Putzen, Schrubben und Polieren ein paar Muskeln schmerzhaft zu Wort, die wir wohl sträflicher Weise vorher nicht beansprucht,  bzw. trainiert haben.

  • Oh là là!

    Nach einer guten Autofahrt  mit ein paar kleineren Staus nach Lyon, sind wir am späten Nachmittag gut in La Grande Motte angekommen. Anstatt des zu erwartenden sommerlichen Treibens wurden wir mit einem schweren Gewitter und Regenschauern “begrüßt” . Der Hochsommer hatte wohl einen Tag Pause. Wir ließen erstmal alle mitgebrachten Sachen im Auto und wetterten im Boot den Frontendurchgang ab.

    Leider sind einige Punkte auf der To-Do-Liste seitens der Werft nicht abgearbeitet worden, und wir sind darüber ziemlich frustriert. Im Gegenteil, durch anscheinend unvorsichtiges Bootshandling, oder fehlendem Respekt vor fremdem Eigentum kamen sogar noch ein paar neue Schäden hinzu. Details erspare ich mir jetzt, weil es noch einiges zu klären gibt.

    Insgesamt müssen wir leider feststellen, dass wir voraussichtlich noch einige Zeit in LGM verbringen werden, und dass unsere geplante Azorenreise erstmal ins Wasser fallen wird. Es ist jetzt zudem noch Urlaubszeit bis Anfang September in Frankreich, die meisten Mitarbeiter der Werft sind in Ferien…

    Gestern Abend haben wir sehr nette französische Outremereigner kennengelernt und zwei Flaschen Cava zusammen geleert. Am späten Abend gab es anlässlich des 50-jährigen Bestehens von La Grande Motte ein enorm langes und eindrucksvolles Feuerwerk. Samy hat dem Lärm tapfer getrotzt und nur hin und wieder den Lichtschein der Raketen angebellt.

    Heute haben wir ein paar schöne nautische Meilen  auf dem tiefblauen Mittelmeer zurückgelegt, kurz vor Sète geankert und tauchend die Hexe vom Algen- und Muschelbewuchs befreit. Bei 26 Grad Wassertemperatur wähnt man sich schon fast in tropischen Gefilden. Sonntag ist dann Edelstahlputzgang, da der ach so rostfreie Stahl bekanntermaßen seinem Namen leider nur teilweise Ehre macht.

  • Total geschafft

    Zuhause…

    Die Zeit rast gefühlt mal wieder dahin, seit sechs Wochen sind wir schon in Darmstadt. Die Werft hat signalisiert, dass alle Garantiearbeiten an unserer Hexe ausgeführt sind und unsere Reise weitergehen kann. Am letzten Sonntag hat ein Nachbarlieger mit einem misslungenen Anlegemanöver noch einen Teil unserer Scheuerleiste beschädigt, verneint dies frech in einer dreisten Mail an Pantaenius, unterstellt eine Vorschädigung und kündigt auch an, dies notfalls gerichtlich zu untermauern. Ich weiß nur, dass wir ein tadelloses, vollkommen unbeschädigtes Schiff in LGM hinterlassen haben. Wie gesagt, wir reden hier von einem kleinen Haftpflichtschaden, der ohne Folgen von Pantaenius geregelt werden würde, da der Schädiger beim gleichen Versicherer ist wie wir. Schade, schade. Aber sogar die Scheuerleiste soll bereits wieder repariert sein, und wir warten mal, wie dieser skurrile Fall sich entwickelt.

    Keine Hooligans, nur Fans

    Heute war ich mal wieder mit meinen Freunden zu einem vorsaisonalen Testspiel der Lilienelf am Böllenfalltor. Testpielgegner war Roda-Kerkrade, ein Erstliga-Absteiger aus der südholländischen Provinz Limburg. Die 98er gewannen das Spiel souverän 4:1 und unsere Spieler überzeugten mit engagiertem Fußball.

    Völlig abgeschafft kamen vor wenigen Minuten die Capitania und Petra aus der Stadt. Beide haben eine mehrstündige Shoppingtour in der Darmstädter City hinter sich, und sitzen jetzt völlig platt mit einem Perlwasser auf dem Balkon. Zum abendlichen Boulespielen unterm Platanenhain haben beide keine Lust mehr. Relaxen steht auf dem Programm, und es wird über die abendliche Restaurantwahl diskutiert.

    Im Laufe der nächsten Woche wollen wir voraussichtlich nach LGM fahren, und den Darmstädter Topsommer gegen den südlichen Mittelmeersommer eintauschen. Die heimischen Sommertage  sind derzeit der absoluten Knaller und wir gehen jeden Tag zur Abkühlung an oder in den Rhein.

  • Halbzeit

    Gänse mit Nachwuchs im Altrheinarm

    oder wie die schnell Zeit vergeht, nicht nur bei der geliebten Segelei, sondern auch beim heimatlichen Sommeraufenthalt. Bereits zweieinhalb Wochen sind vergangen seit unserer Rückkehr nach Darmstadt, und fast jeder Tag ist vollgestopft mit Terminen.

    Fußball-WM-mäßig hält sich unser Fernsehkonsum in Grenzen, auch wenn wir das eine oder andere Spiel verfolgen. Seit dem frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft denken wir darüber nach, ob wir nicht die deutsche mit der belgischen Fahne tauschen sollten, denn das belgische Team spielt einen sehr ordentlichen und sehenswerten Fußball und der Umänderungsaufwand wäre dank Farbengleichheit ja eher gering:-))

    Der Kellerraum hat sich gut gefüllt und alle Bestellungen von der ehemals langen To-Do-Liste sind eingetroffen. 10 Dosen Seajet Platinum Antifouling à 2 Liter für den nächsten Unterwasseranstrich, 10 Flaschen Ethanol Brennpasten für den Lotusgrill sowie ein Ersatz-Kohlebehälter, Reißverschlüsse, um die Kopfkissenbezüge auf die Kopfkissengröße abzuändern, neue Antirutschbeläge für die Ablageflächen in der Küche, zwei neue Taschenlampen mit großen Leuchtweiten, Pflanzschalen für die Kakteen und Düngestäbchen für unsere geliebte Bordorchidee, sowie ein neues scharfes Filetiermesser

    Die Navigatorin hat zur besseren Planung den Kartensatz von den Azoren downgeloaded und wir sind damit schon mal virtuell unterwegs nach São Miguel. Wann wir dann wirklich von Darmstadt loskommen, steht im Moment ein bisschen in den Sternen, denn Cornelia hat’s ordentlich im Rücken und im Moment ist trotz Physiotherapie wenig Besserung zu verzeichnen. Ein Bandscheibenvorfall wurde jedoch glücklicherweise definitiv ausgeschlossen.

    Abendstimmung auf der Mathildenhöhe

    Gestern fiel der Startschuss zu Darmstadts größtem Volksfest, dem “Heinerfest“. Durch die ganze Innenstadt reihen sich Imbisstände, Losbuden, Karrussels und andere Fahrgeschäfte dicht an dicht. Gut über das ganze Heinerfest verteilt gibt es zudem verschiedene Bühnen mit abendlichen Livemusik-Darbietungen, die wir gerne besuchen. Dem alljährlichen Heinerfestmotto “Kommt alle” folgen insgesamt ca. 700.000 Besucher und mit dem traditionell am Montag Abend stattfindenden  Feuerwerk gegenüber dem Schloss endet das beliebte Volksfest.

  • Oldies but Goldies

    Schnell gehen die ersten sieben Tage in Darmstadt rum. Der vergangene Dienstag stand voll im Zeichen der Lilie, diesmal nicht im Stadion, dafür im Staatstheater. Das Team vom Theater scheint, wie der Rest von Darmstadt, fußballbegeistert zu sein und hat ein Fußballmusical erschaffen, das als Hauptthema den Aufstieg der Lilienelf in die erste Bundesliga im Jahre 1978 hat.

    Die Spieler waren  auch als “Feierabendfußballer vom Böllenfalltor” bekannt und größtenteils, entgegen der heutigen Zeit, noch in einem normalen Beruf tätig und somit keine Vollprofis. Erst im Laufe des Spieljahres wurden die Spieler an den Zuschauereinnahmen beteiligt. Leider folgte auf den Aufstieg in das Oberhaus des Fußballs der sofortige Wiederabstieg in die Zweitklassigkeit, aber die Lilienelf erwarb sich durch ihre Spielauftritte sehr viele Sympathien in der Liga.

    Das Musical “Aus Tradition anders” war musikalisch, darstellerisch und bühnentechnisch sehr gelungen und der Funke der Begeisterung sprang aufs Publikum über, das aus traditionellen Theaterbesuchern und Lilienfans zusammengesetzt war. Liebe Ute, lieber Axel, vielen Dank für die Theatereinladung!

    Erste Ausfahrt auf dem Rhein

    Trotz leicht wechselhaften Wetters haben wir dem Dieburger Biergarten einen saisonersten Besuch abgestattet und ein typisch hessisches Kochkässchnitzel vertilgt. Dieser Biergarten, mit seinem einzigartigen alten Kastanienbestand, ist einer der schönsten in Darmstadt.

    Unser kleines Motorboot schwimmt wieder im Gernsheimer Hafen und wir warten auf richtig warme Tage, damit Volker auf dem Fluss Wakeboarden kann oder wir in einem der schönen Altrheinarme baden gehen.

    Im Platanenhain auf der Mathildenhöhe

    Der Freitag stand ganz in m Zeichen von König Fußball, wir haben beim portugiesischen Restaurant um die Ecke das Spiel Portugal gegen Spanien auf der Terrasse angeschaut. Für ein Vorrundenspiel war das schon ein echter Kracher und beide Mannschaften spielten voller Elan – ein Sehgenuss. Gestern waren  wir mit Samy an dem Waldsee “Grube Prinz von Hessen” und haben anschließend mit Larissa und Johannes auf der Mathildenhöhe, den Lotusgrill angefeuert, die Ausblick in Rheinebene bis hin zu den Pfälzer Bergen genossen und den Sonnenuntergang bewundert.

    Aus Frankreich haben wir noch keine Nachricht über den Fortgang der Reparaturen erhalten und wollen am Montag mal nachfassen…

  • Samy lernt deutsch

    Zumindest deutschhündisch. Das könnte man denken, wenn wir mit ihm über die angrenzende Mathildenhöhe spazieren. Wenn es langsam geht, schaffen wir 100 Meter in fünf Minuten mit ihm. Alle paar Meter bleibt Samy stehen, schnüffelt ewig lang an den Duftspuren seiner deutschen Hundekollegen und markiert anschließend dreibeinig stehend.Schnell mal einer kurzer Spaziergang ist mit ihm nicht drin, zu interessant scheint seine neue Umgebung zu duften. Ging jetzt ja auch schnell, in 18 Tagen ist unser Bordhund von den Kanaren über Spanien nach Frankreich gereist, um jetzt seinen ersten Tage in Darmstadt zu verleben. Aber wir haben den Eindruck, dass er mit der vielen Abwechslungen gut zurecht kommt und sich rundum mit uns wohl fühlt.
    Nur der heutige Nachmittagsgang bei strömendem Gewitterregen, den hat er garnicht gemocht. Triefend nass, stand er wie ein Häufchen Elend in der Wohnung rum und schien heilfroh, dass wir ihn mit einem Frotteehandtuch halbwegs trocken gerubbelt haben.
    Der Hexenkat liegt wohlbehalten in LGM und Outremer werkelt hoffentlich fleißig daran. Heute habe ich unser kleines Motorboot zur Durchsicht zu meinem Motorenspezialisten nach Frankenthal gebracht und wenn alles gut geht, können wir ab dem Wochenende auf dem Rhein rumflitzen. Zwei Jahre hat der Mercruiser Motor jetzt geruht, da will ich, dass ein Fachmann ein Auge auf den Motor nebst Aggregaten wirft, damit wir nicht unvorhergesehener Weise antriebslos auf dem Rhein herumtreiben. Nasser Hund bedeutet natürlich nasses Wetter und der Eine oder Andere versucht, uns für den Umschwung zum schlechteren Wetter verantwortlich zu machen. So nach dem Motto, “wo ihr seid, wird’s kühl”. Ja, wir haben auch vom sommerlichen Biergartenwetter geträumt und müssen uns wohl noch ein paar Tage bis dahin gedulden, aber nein, wir haben das schlechte Wetter nicht mitgebracht…
    Zumindest nicht absichtlich!