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  • Das …

    Foto von Jürgen Wiesner in Frankfurt/Höchst
    Foto von Jürgen Wiesner in Frankfurt/Höchst

    … lassen wir jetzt hoffentlich hinter uns. Heute morgen um Punkt acht Uhr sind wir aus der Allee weggefahren, Kurs Süd. Wir wollen nach Montpellier, unsere französischen Segelfreunde Eric und Nany besuchen.

    Auf der Düsseldorfer Bootsmesse haben wir einen Probesegeltermin ausgemacht mit dem – unserer Meinung nach – schönsten und schnellsten Katamaran, einer Ourtemer 5X. Das werden wir morgen früh ausprobieren, bei vorhergesagten drei bis vier Windstärken wird das eine Wonne werden, gut, 20 Grad mehr Lufttemperatur gingen auch! Aber man kann ja nicht alles haben.

    Unsere Mission zuhause ist erst einmal abgeschlossen, und so werden wir, nach einer gefühlten Ewigkeit, auf unsere Hexe zurückkehren. Der Wetterbericht ist nicht unfreundlich, Höchsttemperaturen von 13 – 17 Grad locken in den nächsten zwei Wochen, o.k., nachts wird es noch kalt mit 3 – 5 Grad, aber wir haben ja eine Heizung. Und dann hoffentlich auch wieder was vom Segeln zu berichten.

  • Kunst, Kultur und Karneval

    IMG_1358Seit zwei Tagen haben wir lieben Besuch in unserem Haus. Unsere englischen (Segel-) Freunde sind für ein paar Tage angereist. Diesmal mit der Kombination aus Fähre und eigenem Auto. Täglich pendeln die P&O-Fähren zwischen Hull/ Ostengland und Rotterdam hin und her. Zwölf Stunden beträgt die Fährfahrzeit, es wird nachts gefahren, während die Passagiere in den Kabinen selig schlummern. So kommt man denn auch schön ausgeruht auf der großen Insel oder in Holland an. Die Ticketpreise inkl. Fahrzeug, zwei Personen und Kabine liegen bei rund 330 Euro, hin und zurück, je nach Buchungslage. Kein schlechter Preis und, gerade für Menschen mit latenter Flugangst, sicher eine gute Alternative. Und damit eine Seefahrt  so richtig lustig und schön ist, gibt es an Bord der Fähren verschiedene Restaurants, Bars und Pubs. Damit am Ende der Nacht keiner die Straßen mit Restalkohol unsicher macht, muss jeder Fahrer vor Fahrantritt ins Röhrchen blasen. So sind dann für alle die Straßen ein wenig sicherer, egal, ob sie auf der jeweils falschen oder jeweils richtigen Straßenseite fahren müssen.

    IMG_8724Und wenn man dann schon mal in so fröhlicher Runde für ein paar Tage zusammen ist, kommt, dazu passend, die Karnevalszeit genau recht.

    Nur, da war doch noch was? Ach ja, ein Tiefdruckgebiet, das den Karnevalsumzügen, zumindest einigen, kräftig den Garaus gemacht hat. Auch unser Plan ist so nicht nur ins Wasser gefallen, sondern buchstäblich vom Winde verweht worden. Irgendwie hatte wir es in den zurückliegen Jahren nie geschafft zum Mainzer Karneval aufzubrechen.

    IMG_8741Wir waren da immer ein paar Tage segeln. Meistens dick eingehüllt, ging es raus zu den friesischen Inseln. Da gab es keine Narren, höchstens Narrenschiffe, wenn man so will. Gefeiert wird Karneval nur in Südholland.

    Aber nun wollten wir die Gelegenheit und den Besuch unserer Freunde zum Anlass nehmen, uns ins närrische Treiben zu stürzen Das geht am besten im Epizentrum des Karnevals, in Mainz. Doch wegen des Sturmtiefs Ruzica haben wir schon in weiser Voraussicht umgeplant und den gestrigen Karnevalsumzug in Heppenheim angeschaut.

    IMG_8744Schön verkleidet, wie sich das gehört, mit ein paar “kleinen Feiglingen” im Gepäck, zur Aufmunterung, hatten wir erst mal den sehenswerten historischen Innenstadtkern von Heppenheim erkundet. Ja, und dann kam er, der närrischen Zug, der sich langsam und mit viel Tamtam durch die engen Gassen schlängelt.

    IMG_8763Jeder hatte sichtlich seinen Spaß an dem Treiben, für Trevor und Kay war es die karnevalistische Taufe. Am Ende waren dieTaschen gut gefüllt mit gesammelten Süßigkeiten, Rosen für die Damen und Popcorn für die Herren. Doch irgendwann ist auch der längste Zug vorüber, die Capitania hat das Steuer in die Hand genommen und uns nach Hause kutschiert

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    Heute gibt es zu späterer Stunde ein kleines kulturelles Highlight in Darmstadt. Im Staatstheater wird das Violinkonzert von Jean Sibelius dargeboten und wir werden das karnevalistische Kostüm gegen angemessen-festliche Kleidung eintauschen. Ein Hörgenuss auch für Klassikmuffel!

    Jetzt bleibt nur noch die Kunst offen. Zumindest, was die Kunst des Segelns angeht, gibt es Licht am Ende des dunklen segelfreien Tunnels. Wenn alles weiterhin gut geht, werden wir am nächsten Sonntag gen Süden aufbrechen. Über zweieinhalb Monate sitzen wir nun schon auf dem Trockenen, dementsprechend freuen wir uns schon sehr, wenn die segelfreie Zeit bald vorüber ist. Solange waren wir in den zurückliegenden Jahren noch nie ohne Boot. Der Mittelmeerwinter war, ähnlich dem hiesigen, bisher sehr mild, und wir hoffen daher sehr, dass wir einen superschönen Frühling erleben werden.

    bundesliga.de | Liveticker Bundesliga | 20. Spieltag 2016-02-08 18-34-02Zu guter Letzt noch eine gute Nachricht für alle Freunde der Darmstädter Lilien: Nach dem gestrigen 2:0-Sieg gegen den Tabellenletzten Hoffenheim, steht die Darmstädter Equipe auf dem 11. Tabellenplatz.

  • Aufwärtstrend?

    Toys for Boys - der Größte! (Motor)
    Toys for Boys – der Größte! (Motor)

    Das soll es nun wirklich sein, die Wende, der Aufbruch, der Aufwärtstrend? Gemeint ist die Stimmung in der Yachtbranche. Nach zum Teil massiven Abschwüngen und Auftragsrückgängen soll es jetzt wieder bergauf gehen. Das zumindest suggerieren zusammenfassend die Pressestimmen, im Nachgang zur “Boot 2016”.

    Unterlegt werden soll diese (Achtung, jetzt Ironie anstellen!) Tatsachen mit harten Zahlenfakten:
    Es gab ein Besucherplus gegenüber dem Vorjahr um ganze 2,8 Prozent. Dazu gibt es – wie alle Jahre wieder – einzelne positive Stimmen von den Branchengrößen, die ihr teures Standengagement einfach nicht schlecht reden können. Klar ist die “Boot” die weltgrößte Wassersportmesse, aber gerade der Verkauf von Segelyachten ist in den letzten Jahren stark rückläufig und auch größere Werften fahren zum Teil Millionenverluste ein.

    Faltbare Carbon Gangway mit individuellem Aufdruck
    Faltbare Carbon Gangway mit individuellem Aufdruck

    Es gibt sicher Nischenanbieter, die sich über gute Absätze freuen können. Doch die guten Zeiten im konventionellen Yachtbau sind sicherlich unwiederbringlich vorbei. Das liegt auch am geänderten Freizeitverhalten der Segler selbst. Wer früher ein Schiff hatte, hatte in der Regel genau nur dieses Hobby. Es gab nichts anderes, jeder Urlaubstag wurde auf dem Boot verbracht, andere Freizeitbeschäftigungen waren tabu. Das ist nun anders. Diese Fixiertheit auf ein Hobby ist passé. Es lockt der Golfcourt, die Berggipfel, der Tennisplatz oder die komfortable Kreuzfahrt. Gesegelt wird, wenn es passt, und dazu wird einfach ein Boot gemietet. Keine lästigen Unterhaltsarbeiten, keine teuren Liegeplatzkosten fallen an, man ist nicht nur auf ein Revier fixiert und je nach Charterlocation gibt es noch eine Sonnengarantie mit Badespaß obendrauf.

    Seile, soweit das Auge reicht
    Seile, soweit das Auge reicht
    So ein schöner Falt-Propeller
    So ein schöner Falt-Propeller
    Viel Platz gibt es nicht in so einer Rettungsinsel
    Viel Platz gibt es nicht in so einer Rettungsinsel

    Anders sah die Messe sicher für die Zubehörbranche aus. Dort waren die Stände gut gefüllt. Egal, ob Yachtelektronik, Yachtausrüster, Segelmacher – wenn schon kein neues Schiff gekauft wird, so wird “die Alte” doch gut gepflegt und modernisiert.

    Zimmer mt Aussicht
    Zimmer mt Aussicht

    Nur ein Zweig des Yachtbaus kann sich entgegen dem derzeitgen Trend über kräftige Umsatzzuwächse freuen – die Katamaranbauer. Darum war der die weltgrößte Katamaranwerft gleich mit zwei Modellen vor Ort vertreten, der bereits in den letzten 5 Jahren über 500 mal gebauten Lagoon 450 und der Weltpremiere Lagoon 42. Direkt am Nebenstand präsentierte die zweitgrößte Zweirumpfwerft Fotaine Pajot ihr neues, 40 Fuß großes Einstiegsmodell, die Lucia 40. Bezeichnend für den Erfolg dieses Einstiegsmodells steht die Zahl der sozusagen frisch vom Reißbrett verkauften Katamarane: 60! Keiner der Kunden hat das Schiff vorher wirklich gesehen oder überhaupt zur Probe gefahren. Und das bei einem Invest von über 300 Tausend Euro. Ein super Erfolg für Fountaine Pajot.

    geräumige Pantry mit Naviplatz links
    geräumige Pantry mit Naviplatz links
    sehr geräumiges Eigner-Bett in der Lagoon
    Schlafzimmer!
    schickes Bad
    schickes Bad

    Wir haben uns jedenfalls alle drei Katamarane auf der Messe angesehen und waren sehr angetan von der modernen und schönen Innenarchitektur.

    Und das haben wir heute in einem Großmarkt gesehen:

    Kaum sind die Weihnachtsmänner weg, da stehen die Osterhasis bereit!
    Kaum sind die Weihnachtsmänner weg, da stehen die Osterhasis bereit!

     

  • Alle Jahre wieder

    findet Ende Januar in Düsseldorf, zwar am Rhein, aber nicht am Meer, die weltgrößte Indoor-Bootsmesse statt, kurz „Die Boot” genannt.

    IMG_0724Seit 1969 öffnet die Messe jährlich ihre Tore und zigtausend Wassersportbegeisterte stürmen täglich die Hallen. Über 1.700 Aussteller aus der ganzen Welt bieten auf über 220.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche alles erdenklich Mögliche aus dem Themenbereich “Wassersport” an. Ein Austellungsschwerpunkt sind nach wie vor Segel- und Motoryachten. Vom kleinen Boot für den Binnensee bis hin zur 25 Meter großen Luxusyacht ist alles vertreten, was das Wassersportlerherz höher schlagen lässt. Aber längst nicht nur die Yachties kommen auf ihre Kosten, sondern auch die Liebhaber relativ neuer Trendsportarten wie Kitesurfen, Standup-Paddeling, oder Flyboarding. In einer der zahlreichen Ausstellungshallen gibt es sogar vieles direkt auszuprobieren. Ein überdimensional großes Becken ist mit Wasser gefüllt, Kajaks liegen ebenso bereit für jedermann wie Paddelboards, Surfbretter und kleine Segeljollen – Wassersport zum Anfassen und Mitmachen.

    IMG_0778Wir waren am Dienstag vor allem in den Hallen 15, 16 und 17 unterwegs und haben uns die neuesten Segelyachten angeschaut. Und dazu war an dem Tag so richtig schön Zeit, während an den Hauptbesuchstagen am Wochenende die Menschen dicht an dicht durch diese Hallen ziehen, war es gefühlt relativ leer. So hatten wir im Laufe des Tages (und das war früher nicht immer so), die Möglichkeit, selbst die ganz großen Segelschiffe zwischen 50 und 74 Fuß Länge anzuschauen.

    IMG_0766Aber nicht nur die Schiffe mit ihren riesigen Abmessungen haben uns beeindruckt, sondern auch die Art des Standbaus. Es gab Schiffe auf lila gefärbtem Kies, eine Segelyacht, die mit hunderten blumenähnlichen Lichtern angeleuchtet wurde, riesige Stände mit Bar, Sitzgruppen und Empfang.

    Was für ein Aufwand für ein paar Tage Messe. Ein Verkäufer erzählte uns im Vertrauen, dass für jede Segelyacht über 10 Meter mindestens 70.000 Euro Standgebühr fällig werden. Einige Nischenanbieter kleinerer Schiffe kommen da sicher günstiger weg, aber wir wissen aus eigener „Ausstellererfahrung”), dass es nicht immer ganz leicht ist, die entstandenen Kosten reinzuholen.

    IMG_0680Die Messe selbst, also die Veranstalter, geben sich jedoch sichtbar und hörbar reichlich Mühe, möglichst viele Besucher auf die Boot zu locken. Egal, ob hier in Darmstadt im Radio, in den Nachrichtenportalen und in den Printmedien wird für die Messe geworben. Klappern gehört halt nicht nur zum Handwerk. das Konzept geht seit vielen Jahren. Wir fahren morgen für eine zweite Besuchsrunde nochmal nach Düsseldorf. Diesmal sind die Zubehörhallen dran.

    IMG_0763Im letzten Jahr sind einige neue elektronische Gadgets auf den Markt gekommen, die wir uns gerne anschauen wollen. Raymarine stellt erstmals sein neues hochauflösendes “Quantum-Radar” aus, eine Brandbekämpfungsfirma ihren neuen Feuerlöschball, den man nur noch ins Feuer werfen muss und der dann alles löschen soll und vielleicht gibt es ja noch ein paar dauerhaft wasserdichte Segelstiefel für mich. Die Capitania hat auch eine lange Liste, die sie abarbeiten will. In den letzten Wochen und Monaten ist das Interesse am Langwellenfunk, kurz SSB-Funk, bei ihr gewachsen.

    Also auf geht’s, kommt alle zur Boot und erlebt 360 Grad Wassersport, noch bis zum Sonntag 🙂
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  • Live von der Autobahn

    Winter Wonderland
    Winter Wonderland

    Heute Morgen haben wir uns früh aufgerappelt, noch im Dunkeln war ich mit dem Hund im Park spazieren, und jetzt sind wir wieder mal auf der A5, aber diesmal Richtung Norden. Je weiter wir kommen, desto tiefer sinkt das Thermometer. Nach dem Kirchheimer Dreieck, schon auf der A7, hat es rekordverdächtige -13 Grad erreicht. Dabei scheint die Sonne und verwandelt die nordhessische Landschaft in ein Winter Wonderland. Heute Abend soll es regnen, das kann man sich hier gar nicht vorstellen.

    Die Bucht von Arrecife
    Die Bucht von Arrecife

    Gestern Abend bekam ich eine Whats App von einer Freundin aus Lanzarote, sie schrieb: “Das wunderbar milde Wetter mit viel Sonne und ungewöhnlich wenig Wind verwöhnt an Leib und Seele.” So unterschiedlich kann es in Europa sein…
    Wir mussten auf jeden Fall erstmal eine Tankstelle anlaufen, weil das Wischwasser in unserem Auto wohl zu verdünnt ist und auf der Windschutzscheibe gefriert.

    Vor 14 Monaten haben wir uns in Lagos verabschiedet, die drei Mädels der Familie standen mit Mutter Monika winkend am Steg. Jetzt fahren wir nach Nordfriesland, um sie dort zu besuchen, und auch Martina und Jens von der Maje zu treffen. Wir freuen uns wie Schneekönige darauf, und hoffen nur, dass das Wetter uns nicht noch e

    Eine kalte Wintersonne hinter kahlen Bäumen…
    Eine kalte Wintersonne hinter kahlen Bäumen…

    inen Strich durch die Rechnung macht.

    Volker, der am Steuer sitzt, meint, ich solle noch darauf hinweisen, dass morgen in Düsseldorf die “Boot” eröffnet wird, vom 21. – 30. Januar wird dort in vielen Hallen sich alles um das Thema Wassersport drehen, von der Tauchausrüstung bis zu Superyacht ist dort alles zu finden. Also Sportsfreunde, auf nach Düsseldorf am Rhein!

  • Ein heikles Thema – Waffen an Bord

    © Kai Niemeyer / pixelio.de
    © Kai Niemeyer / pixelio.de

    Es werden nicht vieleThemen in der Langfahrtseglerszene so kontrovers diskutiert wie das Thema “Waffen an Bord“.

    Es gibt sie, die absoluten Befürworter, denen es wichtig ist, sich im Notfall mithilfe ihrer Schusswaffen gegenüber potenziellen Angreifern verteidigen zu können. Und da müssen wir mal ein bisschen den Bogen spannen und weiter ausholen. Es gibt Länder, wie die USA, wo es bekannterweise sehr leicht ist, eine Schusswaffe zu erstehen und wo es weiterhin unproblematisch ist, diese auf dem Schiff legal zu lagern. Die Schwierigkeit fängt an, wenn man die Landesgrenzen des schusswaffenfreundlichen Landes verlässt und ferne Lande bereist und dort einklarieren möchte. Eine Frage, die garantiert auf jedem Zollformular steht, oder die der – eventuell freundliche – Zollbeamte stellt, ist die nach Waffen an Bord. Damit ist jetzt nicht das scharfe Fleischmesser in der Besteckschublade gemeint.

    © Andrea Damm / pixelio.de
    © Andrea Damm / pixelio.de

    In den meisten Ländern dieser Erde ist die Einfuhr von Schusswaffen schlichtweg nicht oder nur unter verschärften Auflagen gestattet. D.h die Waffe muss häufig für die Dauer des Aufenthaltes abgegeben werden und wird erst beim Ausklarieren wieder ausgehändigt. Oder sie darf – wie in manchen Ländern üblich – in einem zugelassenen Waffenschrank an Bord lagern, der für die Bleibezeit versiegelt wird. Nicht deklarierte und von Behörden bei einer möglichen Durchsuchung gefundene Waffen ziehen zum Teil drakonische (Freiheits)-Strafen nach sich. Da die meisten Segler nach dem Einklarieren in der nächsten Bucht den Anker werfen, nützt ihnen die mitgebrachte und evtl. vorher bei der Behörde abgegebene Waffe auch nichts.

    © Dieter Schütz / pixelio.de
    © Dieter Schütz / pixelio.de

    Soweit zu den praktischen Überlegungen unter dem Seglervolk. Viel emotionaler und kontroverser wird es zwischen den Lagern der Befürworter und der Waffengegner, wenn es um den praktischen Gebrauch von Schusswaffen bei einem Überfall geht.

    Denn eigentlich kann, meiner Meinung nach, wenn überhaupt, nur der derjenige eine Waffe sinnvoll, benutzen der an ihr ausgebildet ist. Klar habe ich der Capitania auf dem Rummel schon mal mit dem Luftgewehr eine Rose geschossen, wenn auch Cornelias Bilanz am Schießstand deutlich besser war als meine :-). Das wars dann aber auch schon mit dem “Wissen”.

    © w.r.wagner  / pixelio.de
    © w.r.wagner / pixelio.de

    Wir gehen davon aus, dass jeder bewaffnete Angreifer besser im Umgang mit Schusswaffen, ist als wir es überhaupt sein können. Denn wenn es zum Schusswechsel kommt, muss der Segler schneller und treffsicherer zielen können als der Angreifer. Sonst hat er wohl echt ein Problem. Was noch nicht  heißt, dass Segler ohne Feuerwaffen hilflos ausgeliefert sind. Die Durchschlagskraft von Fallschirmsignalraketen, die aus nächster Nähe abgefeuert werden, steht dem von Waffenprojektilen in keinster Weise nach. Oder das anfangs beschriebene Messer aus der Schublade.

    © Julien Christ / pixelio.de
    © Julien Christ / pixelio.de

    Menschen mit Waffen an Bord müsen sich auch die Frage stellen, was sie tun, wenn fremdländisch wirkende Menschen mit friedlicher Absicht und offenem Fischerkahn auf die eigene Yacht zu tuckern. Zücke ich dann jedesmal erst die Waffe, lasse ich das Boot näherkommen, oder ballere ich lieber präventiv gleich mal los? Ein anderer Fall – wie fühlt sich ein mitsegelnder Gast, wenn, er weiß, dass Waffen an Bord mitgeführt werden?

    Die Überfälle auf Segler, auch in sicheren Gegenden, sind in den letzten Jahren leider nicht weniger geworden. Wer die Berichte zu den teilweise wirklich brutalen Übergriffen in den letzten Jahren liest, verfolgt und auswertet, wird letztendlich genau so klug sein wie zuvor. Es gibt Überfälle, bei denen passives Verhalten gegenüber den Agressoren das Mittel der Wahl war, genauso wie Berichte über in die Flucht geschlagene Kriminelle durch Schusswaffengebrauch. Deshalb wird dieses heikle Thema auch zukünftig die Gemüter von uns Seglern erhitzen und beschäftigen.

    © Silvia Koerner / pixelio.de
    © Silvia Koerner / pixelio.de

    Wir für uns haben ganz klar entschieden, keine Schusswaffen mitzuführen  Die Argumente dagegen wiegen unserer Meinung nach deutlich stärker als die vermeintlichen Vorteile.

     

  • Nach über 47 Tagen haben die beiden Renntrimarane,

    “Idec Sport” http://www.idecsport-sailing.com und “Spindrift 2” http://www.spindrift-racing.com die Welt umrundet, und die Ziellinie bei Ouessant wohlbehalten überquert. Über 29.000 nonstop gesegelte Seemeilen liegen im Kielwasser, der Rekordversuch der beiden Aspiranten ist beendet. Stürme wurden überwunden, Abenteuer erlebt, Eisberge sicher umschifft und einige kleine Rekorde ersegelt.

    Boris Herrmann, der deutsche Navigator an Bord der Idec Sport ist jetzt schnellster deutscher Weltumsegler und hat in seiner Segelprofikarriere viermal Kap Hoorn gerundet und zweimal nonstop die Erde umsegelt.

    Der Streckenrekord für die schnellste Pazifikdurchquerung wurde geknackt. Donna Bertarelli, die Eignerin der Spindrift 2, ist jetzt die schnellste Weltumseglerin.

    Der große Rekordversuch der schnellsten Weltumsegelung ist jedoch vorerst gescheitert. Dafür hätte nach 45 Tagen und 13 Stunden die Uhr stehen bleiben müssen.Doch die Bilder, Berichte  und Videos von Bord der beiden Trimarane haben uns das Rennen sozusagen hautnah miterleben lassen.

    Mittlerweile liegen die Rennmaschinen wieder sicher in ihren jeweiligen Heimathäfen. Der nahende Herbst mit seinen brutalen Stürmen im Südpolarmeer lässt keine weiteren Rekordversuche zu. Doch bin ich sicher, dass schon im November 2016 neue Mannschaften sich auf den Weg machen werden, um die bestehende Rekordzeit zu verbessern und die begehrte Jules-Verne-Trophy zu ergattern.

    Und noch ein weiterer Rekordversuch ist vor Weihnachten vorerst gescheitert. Der deutsche Segler Henrik Masekowitz war im November mit seiner 40 Fuß langen Rennyacht “Croix du Sud” gestartet, um alleine und nonstop die Erde zu umsegeln. In der Nähe von Kapstadt hat er sich unglücklicherweise bei einem Segelmanöver an Deck den Fußknöchel gebrochen. Dermaßen lädiert blieb ihm nur, im Schongang den Hafen von Kapstadt anzulaufen und dort die notwendige medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Halbwegs versorgt erfolgte dann der Rückflug zu Frau und Kind. Jahrelange Vorbereitung, Planung und Training – alles ausgerichtet auf ein Ziel – und dann ein Fehltritt, eine Unachtsamkeit mit fatalen Folgen und schon ist alles vorbei.

    Schade! Dabei wäre genau diese Segelaktion gut für (Segel-)Deutschland. Der letzte – erste und einzige – Solonostopweltumsegler ist und bleibt damit Wilfried Erdmann. Der hat es gleich zweimal getan. Einmal von West nach Ost, sozusagen klassisch mit der vorherrschenden Windrichtung, und einmal auf die, sagen wir einmal, etwas brutalere, weil härtere Art, gegen den Wind von Ost nach West im Pazifik. Nur vier Seglern überhaupt ist das vor Erdmann gelungen. Welche mentale Kraft muss ein Mensch besitzen, um monatelang und allein, gegen Sturm, Wind und Wellen anzusegeln? Wir wünschen daher Henrik Masekowitz ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen, damit wir hoffentlich einen zweiten Versuch von ihm sehen werden. Seine authentischen Berichte findet man übrigens bei www. yacht.de unter der Rubrik „Panorama”.

    Wetter Darmstadt - aktuelle Wettervorhersage von WetterOnline 2016-01-11 23-14-26So, jetzt noch ein paar Worte zu uns. Bisher haben wir temperaturmäßig wenig gelitten und fühlen uns bei der frühlingshaften Witterung in Darmstadt eigentlich ganz mollig. Doch irgendwie kriegen wir das so aus uns nicht mehr raus, die Wetterseiten der verschiedenen Onlinedienste zu durchstöbern. Und was mussten wir da heute sehen? Schnee, Frost und Eiseskälte sind im Anflug auf Hessen. Oh, Gott, steh uns bei, Kälte im Winter, uns graut davor. Selbst in Antibes soll das Quecksilber auf kühle 10 Grad fallen, obwohl es momentan noch kommode 17 Grad am Tage anzeigt. Dazu der avisierte Schnee in Rhein-Main-Gebiet mit den Folgen – massenhaft verunsicherte Autofahrer, kilometerlange Staus, durchdrehende Reifen, Streusalz gegen unschuldige einzelne Schneeflocken, ein letztes kühles Bier vorm Grog.

    Der geneigte Leser merkt schon, dass ein derartiges Wetterszenario drastische emotionale Auswirkungen auf uns hat.

  • Morgenfotos

    Momentan haben wir, sozusagen als flügellahme Segler, nichts von großen Reisen zu berichten.

    Ich fotografiere morgens beim Hundespaziergang im Park und dokumentiere die Wettersituation in Darmstadt. Weihnachten hatten wir es ja viel zu warm (geht das überhaupt, zu warm?), also schön warm. Dann kam der Nebel, der Regen, wieder mal der eine oder andere klare Morgen und momentan versinken die Wege im Matsch.

    Deshalb heute ein Bericht ohne viele Worte, aber wir warten erst auf den nächsten Schnee, dann auf den Sonnenschein.

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  • Jahresrückblickend

    Gleich kommt 2015
    Gleich kommt 2015

    Ist gar nicht so einfach, ein ganzes Jahr zusammenzufassen und auf ein paar Zeilen zu reduzieren. Aber es kribbelt in den Fingern, und die Gedanken schwirren nur so durch den Kopf. Nur wer auf dem IPad schreibt, hört nicht wie in früheren Zeiten die berühmte Schreibmaschinentastatur klappern, sondern nur den doch recht dumpfen leisen Fingeraufschlag auf dem gläsernen Bildschirm. Für mich ein beruhigendes Geräusch.

    So schön segelt unsere Hexe
    So schön segelt unsere Hexe

    Ganz kurz zusammengefasst: Viel haben wir erlebt, vor allem viel Positives.

    Das Schiff blieb heil, wir beide waren in 2015 gesund und fit, wir haben viele nette Menschen getroffen, wunderschöne Natur, Landschaften und Städte gesehen, an den schönsten Plätzen geankert und uns des Lebens erfreut. Allein das ist ja schon genug!

    Gute Sicht in den französischen Allen bei 3 Vallées
    Gute Sicht in den französischen Alpen bei Trois Vallées

    Die ersten zwei Wochen in 2015 haben wir nicht segelnd sondern skifahrend in Frankreich und abwartend in Almerimar verbracht. Letzteres war dank Ralf und Inge eine sehr harmonische Zeit.

    Fischernetze am Hafen von Cartagena
    Fischernetze am Hafen von Cartagena

    Von dort ging es flott voran, an der spanischen Küste nordwärts bis nach Catrtagena, wo wir am 28. Januar eingetroffen sind. Dort gab es – oh Glück – so wie in Lagos eine echte “Fahrtenseglercommunity”, also viele nette Menschen, die wie wir auf ihren Segelbooten leben. Mit einigen sind wir schnell in Kontakt gekommen und es haben sich Freundschaften entwickelt. Der hübsche historische Stadtkern und das pulsierende Nachtleben in der Altstadt taten ihr übriges dazu, die Zeit verging wie im Flug. Über vier Wochen waren wir in Cartagena, Anfang März hieß es dann Abschiednehmen von neuen und alten Freunden, in zwei großen Tagesetappen ging es nach Denia und von dort zu unserer ersten Baleareninsel Ibiza.

    Die Festung liegt hoch über Ibiza-Stadt
    Die Festung liegt hoch über Ibiza-Stadt

    Ibiza ist schön, und man braucht schon ein Mietauto, um das Eiland zu erkunden. Ganz anders als Formentara, die kleine Nachbarinsel, die man auch auf Schusters Rappen erlaufenund entdecken kann. Wir haben das ausführlich getan, sowohl mit Auto als auch mit dem Boot waren wir an vielen Stellen und haben die Schönheit der Insel erkundet.

    Ja, und dann war es schon soweit, Mallorca, der Deutschen liebste Insel lag vor uns. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man mit dem eigenen Boot nach monatelanger Anreise einen so schönen Fleck erreicht, anstatt wie früher mit zwei-stündigem Flug ab Frankfurt. Klasse, wir waren froh, dieses Zwischenziel erreicht zu haben. Die Insel war schön wie eh und je, nur das Wetter noch nicht ganz so frühlingshaft wie erwartet.

    Die Kathedrale in Palma de Mallorca
    Die Kathedrale in Palma de Mallorca

    Jens und Martina sowie Ralf und Inge waren in der Zwischenzeit mit ihren Schiffen zu anderen Destinationen unterwegs, ein kleiner Wermutstropfen. Dafür kamen Larissa und Johannes für einge Tage an Bord. Mallorca haben wir mit dem Leihauto für uns entdeckt, absolut lohnenswert. Wir waren an der Ostseite in kleinen Buchten, im Landesinnern, wie es ganz schön kalt wurde, und – natürlich – einmal auf dem noch leeren Ballermann. Menorca wird auf dem Rückweg, aus dem Mittelmeer raus, besucht werden.

    Sonnenuntergang auf der Überfahrt
    Sonnenuntergang auf der Überfahrt

    Unser längster Nonstoppschlag des Jahres (ok, der war nicht wirklich weit) führte uns halb motorend halb segelnd zum nächsten Highlight, Barcelona. Was für eine Stadt, was für ein schöner Hafen und das mitten in der Stadt, am Puls des Lebens. Allegra und Leonard erkundeten zu Ostern mit uns die Stadt und ihre unzählbaren Sehenswürdigkeiten.

     

     

    Barcelona - wir kommen
    Barcelona – wir kommen
    Gaudí-Wohnhaus in Barcelona
    Gaudí-Wohnhaus in Barcelona
    Die Sagrada Familia in Barcelona
    Die Sagrada Familia in Barcelona

    Mittlerweile war es April, die Tage deutlich länger, wärmer und insgesamt angenehmer. Unser vorläufiges Ende von Spanien nahte und Frankreich tauchte am Horizont auf. In Cap d’Agde lassen wir für ein paar Wochen unsere Hexe liegen und tauschen das Fahrtensegler- gegen das Arbeitsleben ein. Ab dem 18. Mai waren wir wieder an Bord und setzten unsere Reise ostwärts fort.

    Orientalischer Gemüseladen in Marseille
    Orientalischer Gemüseladen in Marseille

    Marseille ist der nächste Höhepunkt unserer Fahrt, diese quirlige multikulturelle Stadt ist ein gutes Beispiel für ein augenscheinlich gelungenes Miteinander der Kulturen. Der Frühsommer hat im Süden Einzug gehalten, die Heizung konnte seit dem für lange Zeit außer Dienst gestellt werden.

    Dafür entdeckten wir die Freuden des Ankerns – das tagelange Liegen in einsamen Buchten, der absolut barrierefreie Zugang ins Wasser über unsere praktische Badeplattform, die unverbaute weite Aussicht vom Ankerplatz. Die Wassertemperatur klettert erstmals über die 20-Grad-Marke und die Badesaison war für eine sommerlange Zeit eröffnet. Das Beiboot wurde erstmals in diesem Jahr aufgeblasen und zum unentbehrlichen Shuttle für Landausflüge, Einkaufsfahrten, abendliche Kneipentouren und natürlich für Gassigänge mit Nico.

    Das Leben fand seitdem fast nur noch draußen statt, die Anzahl der notwendigen Kleidungsstücke sank zunehmend mit den steigenden Außentemperaturen.

    geheimnisvolle Landschaften auf Port Cross
    geheimnisvolle Landschaften auf Port Cross

    Die beiden Inseln Porquerolles und Port Cros muss man entdecken und erkunden, das haben wir getan. Jede für sich ist eine Schönheit, Port Cros, die kleinere von beiden, ist heute  Nationalpark und man darf nur ausgewiesenen Stellen frei ankern, ansonsten gibt es vom Amt ausgelegt Mooringbojen. Nur 20 Menschen wohnen dort ganzjährig und auch für Landurlauber ist die Insel per Fähre zugänglich. Ein Tagesausflug, der sich lohnt.

    bizarre Steinformationen und Tauchparadies vor Porquerolles
    bizarre Steinformationen und Tauchparadies vor Porquerolles

    Porquerolles hat einen richtigen Ort mit Restaurants, Farhradverleih, Tauchschule, Segelschulen und zahlreiche Badestrände. Auch hier ist die Anbindung zum Festland durch einige Fährlinien ganzjährig sichergestellt.

    Ein paar Meilen weiter östlich liegt die eigentliche Côte d’Azur. Egal, ob St. Tropez, Cannes, Antibes, Nizza, Monacco oder Menton, alle Städte sind sehenswert und haben uns über eine lange Zeit in ihren Bann gezogen. Es gibt nur einen gravierenden Nachteil, das ist der in den Sommermonaten häufig fehlende Wind und die zahlreichen großen Motorboote mit ihren Wellen. Die höheren Hafengebühren während der Hauptsaison haben uns nicht so gestört, da wir überwiegend geankert haben. Zahlreiche geschützte Buchten machen gerade die Côte d’Azur zum idealen Sommerziel für Segler.

    großartige Buchten an Korsikas Westküste
    großartige Buchten an Korsikas Westküste

    Während der Hauptferienmonate August und September sind wir nach Korsika und Sardinien gesegelt. Ich habe es schon mal geschrieben, und kann es mit einigem zeitlichen Abstand nur wiederholen. Die Westküste von Korsika ist und bleibt für mich das absolute Highlight unserer bisherigen Reise. Diese Berge, diese imposante Landschaft und die schönen Orte sind mit Worten kaum zu beschreiben. Auch in der Hauptsaison von der Wasserseite her nicht überfüllt, der Artenreichtum im Wasser, all das rundet den positiven Eindruck ab. Zudem sorgen relativ stabile thermische Winde für eine gute Segelbrise. Zahlreiche nahezu leere Ankerbuchten gibt es im kurzen Abstand an der Westküste, doch Vorsicht ist geboten bei kräftigen Winden aus dem westlichen Quadranten. Da können einige dieser vermeintlich sicheren Buchten schnell zur Falle  werden.

    Die Tavolara - eine Insel vor Olbia
    Die Tavolara – eine Insel vor Olbia
    Durchblicke im Maddalena-Archipel zwischen Korsika und Sardinien
    Durchblicke im Maddalena-Archipel zwischen Korsika und Sardinien

    Die Capitania hat Sardinien auf dem ersten Platz ihres “Besteplätzerankings“ stehen – zweifelsohne eine gute Wahl. Mich haben abermals die zahlreichen Motoryachten gerade im Nordteil der Insel gestört, die zum Teil rücksichtslos mit Full Speed an einem vorbei rauschen. Nach sieben Segelwochen ging es zurück an die Côte d’Azur und es folgte ein fünfwöchiger geplanter Heimataufenthalt.

    Cannes - die Stadt der Reichen und Schönen
    Cannes – die Stadt der Reichen und Schönen

    Anfang Oktober war es dann schon deutlich (Menschen-) leerer an der Côte, die Nachsaison hatte Einzug gehalten. Von Hektik, überfüllten Häfen oder Restaurants keine Spur mehr. Die dicken Motoryachten wurden von ihren Crews eingewintert. Obwohl natürlich eingewintert nicht bedeutet, dass im Herbst der Winter ausgebrochen ist. Tagsüber kletterte das Thermometer immer noch über die 20-Grad-Marke,

    Die Altstadt von San Remo
    Die Altstadt von San Remo

    Passend zu den Temperaturen genossen wir das Dolce Vita an der italienischen Blumenküste. San Remo, mit seiner mittelalterlichen Altstadt haben wir dabei kurzerhand zu unserer Lieblingsstadt erklärt (es war auch die einzige!).

    Abermals ging es nach einigen Wochen ins hessische Darmstadt zurück. Exakt 950 Kilometer gilt es abzufahren. Eine überwiegend reizvolle Strecke und mit etwas Glück in knapp zehn Stunden mit dem Auto zu bewältigen.

    Heimathafen für die Hexe war und ist die sehr gut geschützte Marina Baie des Anges. Vernünftige Preise, ein ausgezeichneter Service, ein gutes Sicherheitskonzept und ausreichende Parkmöglichkeiten waren ausschlaggebend für die Wahl des Hafens.

    Auch an der Côte gibt es Hühnergötter
    Auch an der Côte gibt es Hühnergötter

    Bei unserem spätherbstlichen Segeltörn war eigentlich geplant, das Schiff nach Barcelona zu überführen. Der vorherrschende Mistralwind vereitelte jedoch unsere ehrgeizigen Pläne. Ok, mal ganz ehrlich, ganz so doll ist es mit dem Ehrgeiz auch nicht mehr. Wir scheuen das Risiko mittlerweile wie der Teufel das Weihwasser, Sind wir früher im winterlichen Holland bei allen erdenklichen Wetter- und Windlagen Winterwettkämpfe gesegelt, manchmal ohne jegliche Rücksicht auf Mensch und Material, so hegen, pflegen und hüten wir heute unser  schwimmendes Zuhause umso mehr.

    Antibes im November
    Antibes im November

    Die Bedeutung des Bootes für uns hat sich in den letzten Monaten nochmals deutlich verstärkt und verwandelt. Unser Bestreben ist es, mögliche Gefahrenquellen für uns und die Hexe schon im Vorfeld zu erkennen und, wenn es irgendwie geht, zu vermeiden. Wir segeln keine riskanten Abkürzungen mehr, nur um ein paar Meter zu sparen, wir reffen früher als vorher, riskante Anlegemanöver bei viel Wind vermeiden wir, so gut es geht, bei Starkwind, vor allem von vorne, bleiben wir entspannt im Hafen liegen. Den krisengeschüttelten afrikanischen Kontinent haben wir momentan von unserer Wunschliste gestrichen. Kurzum wir behandeln das Schiff wie unser Zuhause, was es auch ja ist!

    Was nicht heißt, dass wir vor Schäden gefeit sind, aber bis jetzt, toi, toi, toi…

    Der Dezember-Himmel über Darmstadt
    Der Dezember-Himmel über Darmstadt

    Seit Ende November liegt unser gutes Stück wieder in der Marina Baie des Anges und wartet auf unsere Wiederkehr. Hoffentlich werden wir im Frühjahr unsere Reise fortsetzen.

    In 2016 wollen wir langsam, aber sicher das Mittelmeer verlassen, auf die Kanaren segeln und bis mindestens Dezember 2016 dort bleiben. Soweit zu Plan A, aber wenn aus irgendeinem wichtigen Grund Plan A nicht klappt, macht uns das auch keine Sorgen, denn das Alphabet hat ja noch weitere 25 Buchstaben und damit fällt uns bestimmt was ein 🙂

     

    Und ganz zum Schluss noch ein paar Fakten.

    Wir haben:

    • 2185 Meilen seit Jahresbeginn zurückgelegt,
    • dabei 46 Häfen angelaufen,
    • 90 Tage gesegelt,
    • in zwölf Monaten ca. 250 Stunden motort
    • 18 Kilo Grillkohle mit unserem heißgeliebten Lotusgrill “verbruzzelt”
    • 12 Kilo Antifouling aufs Unterwasserschiff gepinselt
    • 0 Kilo und Gramm Fisch selbst gefangen und wir hatten es mehrfach  versucht
    • immer noch unendlich viel Freude am Segeln und dem Leben auf unserer Hexe
  • Happy New Year!

    IMG_6932Wir wünschen unseren Freunden und allen Besuchern unserer Website

    ein gesundes und glückliches neues Jahr!

    Cornelia und Volker