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  • Nachtrag

     

    So gurgelt das Wasser hinter der Hexe, wenn sie schnell segelt…
    So gurgelt das Wasser hinter der Hexe, wenn sie schnell segelt…

    Bis in die späten Abendstunden hinein konnten wir mit Spinnaker und Großsegel reichlich Meilen gutmachen und das bei spiegelglattem Meer. Was für ein Unterschied zu den vorangegangenen Tagen. Bei völliger Dunkelheit und ruhiger See über 8 Knoten schnell dahin zu rauschen, war schon ein besonderes Erlebnis. Am Emde standen nach 16 gesegelten Stunden genau 99,9 gesegelte Seemeilen auf der Logge. Als wir dann um kurz vor 23 Uhr unsere Leinen im Hafen von La Grande Motte festgemacht hatten, waren wir beide über das hinter uns liegende so aufgekratzt, dass wir, trotz leichten Regens, diskutierend bis nach halbeins draußen im Cockpit sitzen geblieben sind.

    Heimweh nach der Côte?
    Heimweh nach der Côte?

    Die Côte d’Azur liegt nun hinter uns, beinahe zehn Monate war sie uns eine seglerische Heimat mit all ihren Schönheiten und den kleinen Macken. Landschaftlich unbestritten schön, kontrastreich, abwechslungsreich mit hohen, zum Teil schneebedeckten Bergen, Steilküsten und langen Stränden. Die Städte, in der Saison quirlig, bunt, ein Festival folgt auf das andere. Wo viel Licht, ist auch Schatten, wie man so schön sagt. Das Preisgefüge an der Côte ist wohl im Laufe der Touristenjahre aus den Fugen geraten. Dienst und Leistung korrelieren nicht immer miteinander. Aber soviel Schönheit darf getrost auch kleine Schönheitsfehler haben, sonst wäre es zu perfekt.

    Zugzug
    Zugzug

    Cornelia ist heute mehrfach umgestiegen, „zugzug” gefahren und hat unser Auto von Villeneuve-Loubet nach La Grande Motte geholt. Genau elf Stunden war sie dafür unterwegs. (Und beim Rausschauen aus dem Fenster ein bisschen Heimweh gehabt.)

    Zwei Seenotfälle haben, unabhängig voneinander, am späten Nachmittag für reichlich Aufregung im Hafen gesorgt. Ein Segler ist beim Segelklarieren über Bord gegangen, dabei zusätzlich an einer Relingsstütze hängengebleiben und hat sich eine Rippe gebrochen.  Ein anderer Segler mit einem kleinem Segelschiff, in grottenschlechtem Zustand, hatte Motorprobleme. Die Seenotretter hatten beide Schiffe, nach erfolgreichem Einsatz, direkt hinter uns am Steg festgemacht.

    Heute Abend hatten wir dann noch lieben Besuch von Eric und Nany, unseren Segelfreunden aus Montpellier. Zur Krönung gab es als Dessert eine von Nany selbstgemachte französiche Schokotorte. Sünde pur!!!

  • Adieu à la Côte d’Azur

    14. März 2016, Montag, Baro 1017, bedeckt, aber nicht kühl, Wind zunächst 5 Knoten Nord, später O drehend, auffrischend bis max. 17 Knoten
    Porquerolles 06:45 – La Grande Motte 22:45, 99,9 sm

    Punkt sechs Uhr stehen wir auf, ich laufe mit dem Hund ins Dorf, in der Hoffnung, dass der Bäcker vielleicht schon backt. Das tut er auch, aber auf mein Klopfen an der Tür macht er nur die Tür zur Backstube zu und verschwindet dahinter. So ein scheuer Bäcker! Na, da muss ich uns eben das Brot selber backen.

    Kurz nach dem Ablegen frischt der Wind auf 7-8 Knoten auf, wir segeln mit halbem Wind Richtung Toulon, dann geht der Wind mal wieder weg, dann kommt er wieder und raumt ein bisschen weiter, wir setzen den Spinnaker, für ungefähr zehn Minuten, dann frischt der Wind auf, und wir bergen ihn wieder.

    Dann segeln wir wieder mit Fock und gutem Wind, dann geht er wieder schlafen. Jetzt ist es 09:30 und wir Motoren, denn bis La Grande Motte sind es noch 80 Seemeilen, und es wird sowieso schon Nacht, bis wir da sind.

    Um 09:50 ging der Spi wieder hoch, zwischendurch geht der Sind weg, wir überlegen, ob wir ihn wieder bergen müssen, dann kommt wieder Wind, aber er wechselt die  Richtung, wir müssen halsen, jetzt, 11:30 ist schon wieder mehr Wind, vielleicht wird es gleich wieder zuviel…

    Nein, nicht zu glauben nach diesem Hin und Her, jetzt ist es schon vier Uhr und wir segeln immer noch auf dem gleichen Bug, mit Spi, mal ein bisschen schneller, wenn der Wind auffrischt, aber nie unter fünf Knoten.

    Wir sind an Toulon vorbeigesegelt, haben Cassis in der Ferne gesehen, die Calanques, die Inseln vor Marseille, jetzt sind wir auch durch das kleine Verkehrstrennungsgebiet an der Rhonemündung durch, und in zwei bis drei Stunden werden wir an dem Zigeuner-Wallfahrtsort „Les Saintes Maries” vorbei sein, wenn der Wind hält.

    Kein Selfie, die Kamera soll Unterwasserbilder liefern
    Kein Selfie, die Kamera soll Unterwasserbilder liefern

    Ich hab – wegen des leider scheuen Bäckers – unser Brot selbst gebacken, also eher zwei größere Brötchen, Volker hat uns gerade aus den Resten der Grilltage ein Geschnetzeltes mit allerlei Gemüse gemacht, und Nico wartet auf den Hafen.

    Kurz vor fünf sehen wir plötzlich eine Thunfischherde, die Tiere sind offensichtlich am Jagen, sofort kommen auch die Möwen. Volker versucht, mit der Unterwasserkamera, einem seltsamen Geräusch auf den Grund zu gehen.

    Und fast hat der Wind gehalten, aber ca. anderthalb Stunden vor dem Zieleinlauf, ist alles weg, wir Motoren  mal wieder, nutzen das diesmal aus, um zu duschen, und laufen um viertel vor elf in den Hafen von La Grande Motte ein.

  • Mannöver

    13. März 2016, Sonntag, Baro 1014, sonnig, warm, Wind SO um 4
    Monaco 10:10 – Porquerolles 21:20, 73 sm, Top Speed 11,7 Knoten!

    Die Wellen, die durch die kleine Hafeneinfahrt von Monaco kommen, schaukeln die Hexe dermaßen durch, dass wir ganz schnell die Hafengebühren bezahlen und die Leinen losmachen. Draußen empfängt uns eine kabbelige See, das ganze Boot wird durchgeschüttelt, wir luven auch ein bisschen mehr an, damit es nicht zu sehr schaukelt. Nach zwei Meilen und über 150 Metern Wassertiefe wird es besser, der Wind hat sich auch stabilisiert, und die Hexe rauscht mit über sieben Knoten dahin.

    Heute morgen habe ich beim Immobilienmakler die Schaufenster studiert, und mich sehr über die aufgerufenen Preise gewundert. Ein kleinesAppartement von 25 qm ohne Blick, ohne Balkon, soll 1.250.000 Euro kosten, 105 qm mit 15 qm Balkon schon 3,5 Mio und165 qm auf zwei Etagen 9,9 Mio. Da wundert es mich nicht mehr, dass wir für die eine Nacht im Hafen 67 Euro bezahlen müssen.

    Dann läuft es richtig gut, wir werden immer schneller, Volker hat aber keine Lust, bei dem vielen Wind in Cannes anzulegen. Da gehen wir lieber in die Marina Baie. Gesagt, getan, wir halsen. Nach fünf Minuten kommen die Überlegungen, ob wir nicht den Wind ausnutzen sollten, und einfach weiter fahren, nach Porquerolles zum Beispiel. Also: zurückgehalst. Der Wind legt noch ein bisschen zu, das ist nicht schlecht, denn auch die Wellen am Cap d’Antibes sind ganz schöne Karwenzmänner, das Boot windet sich nach allen Seiten und saust dann mit über 10 Knoten die Wellen wieder runter.

    Nach dem Cap können wir abfallen auf 220 Grad, da wird es ruhiger, und wir werden noch schneller, nie unter 8 Knoten, oft über 9, das macht Spaß. Volker muss sich was kochen, ich übernehme das Ruder, und, nach ein paar Minuten des Eingewöhnens, habe auch ich meinen Spaß an der schnellen Fahrt und dem aktiven Steuern. Gesättigt übernimmt Volker nach einer Stunde wieder, leider lässt jetzt schon der Wind nach, hatten wir eben moch ein Reff im Vorsegel, schaukeln wir nun wieder als Spielball der immer noch hohen und schnellen Wellen in der Gegend. Wir fangen an, vor dem Wind zu kreuzen, denn auf dem reinen Vorwindkurs schlägt alles so furchtbar, dass man Angst hat, in der nächsten Minute geht irgendetwas kaputt.

    Tatsächlich wird es so erträglicher, wir überlegen, Lavandou anzulaufen, aber, nach einem Blick auf den Wetterbericht, beschließt der Skipper, und ich lasse mich überzeugen, dass es besser ist, heute den Wind auszunutzen, soweit es geht, denn ab Dienstag Mittag dreht der Ostwind auf West, das ist dann auch nicht schön. Tatsächlich flaut der Wind gegen Abend zunächst ab, sodass wir motoren, danach dreht er einmal um 180 Grad, kommt fast von vorne, anschließend segeln wir mit halbem Wind schnell durch die frühe Nacht und legen um 21:15 in der Marina von Porquerolles an.

    Nico hat sich, nach vielen Stunden auf See, ohne Gassi-gehen,  zehn Minuten vor der Hafeneinfahrt überlegt, doch einfach mal in die Plicht zu pullern, ganz leise, und danach hat er Lob und Leckerli bekommen. Volker beschwert sich, er würde dafür kein Lob bekommen, so unfair sind an Bord die Sitten.

    Hier ist alles dunkel, ein Restaurant am Platz hat Licht, noch ist Vorsaison. Morgen wollen wir, wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, um sechs Uhr aufstehen, und  bis La Grande Motte oder jedenfalls in die Gegend von Montpellier segeln, danach sehen wir weiter.

  • Frühlingserwachen

    Mit Winterpelz
    Mit Winterpelz

    Letztes Wochenende waren wir auch in Villeneuve-Loubt und haben uns gewundert über die Anzahl der promenierenden Menschen hier in der Marina. Während der Woche war es kalt, und so war auch hier weniger los. Heute morgen bin ich noch im dicken schwarzen Mantel mit dem Hund los, denn die letzten Tage war es früh noch empfindlich kalt und man musste den Schal gut über den Nacken ziehen. Aber das war übertriebene Vorsorge, den Mantel konnte ich offen lassen, der Schal hing nur lose um den Hals, der Frühling klopft an die Tür.

    Friedlich liegt das Meer da, leider noch kein Wind
    Friedlich liegt das Meer da, leider noch kein Wind

    In den kleinen Appartements an der Strandpromenade waren schon einzelne bewohnt und die Leute saßen beim Frühstück auf der Terrasse. Die Promenade selbst war voll von Joggern, fast nur Frauen, die zum Teil sogar schon bauchfrei ihre Runden drehten. Der alte Mann, der mir morgens oft – schwer hinkend, offensichtlich aufgrund irgendwelcher Hüftprobleme – am Port public begegnet, schleppt seine Taschen mit Katzenfutter in die Ecke der Felsen, und alle wilden Katzen des Hafens folgen ihm, große Kater, kleine zierliche Kätzchen, sie alle laufen in mehr oder weniger Abstand hinter ihm her, zur Fütterung der Raubtiere…

    Die wärmenden Strahlen der Sonne
    Die wärmenden Strahlen der Sonne

    Alle möglichen Leute führten ihre Hunde aus, ob groß, ob klein, Nico hat ein paar nette Damen getroffen, sogar eine neun Monate alte Jack-Russel-Hündin von italienischen Besitzern, die ihn sehr interessierte, weil sie gerade heiß war, aber da musste er wegbleiben. In den Restaurants fing man an, die Tische einzudecken, und auf den Bänken saßen Paare und wandten das Gesicht mit geschlossenen Augen der wärmenden Sonne hin. In der Segelschule war auch schon Betrieb, drei Gummi-Motorboote der Instruktoren lagen schon fertig bestückt am Strand, und man beeilte sich, die Jollen und die kleinen Hobie-Cats fertig aufzuriggen. Frühlingserwachen halt.

    Die Villa Renoirs
    Die Villa Renoirs
    Volker im Olivenhain, er wollte sich schon ein Zimmer in der Villa mieten
    Volker im Olivenhain, er wollte sich schon ein Zimmer in der Villa mieten
    Der Blick reicht bis Antibes
    Der Blick reicht bis Antibes

    Gestern haben wir einen kleinen Ausflug nach Cannes-sur-mer gemacht, wo Auguste Renoir seine letzten Jahre verlebte, zusammen mit seiner Frau Aline und den drei Söhnen, von denen Jean Renoir, der Filmregisseur sehr bekannt geworden ist, aber auch Philippe, der Schauspieler. Wir haben die Villa und die Ateliers besucht. Ein wunderschönes Anwesen, ein bisschen über der Stadt gelegen, mit sensationellen Blicken über die eigenen Olivenhaine, hinüber bis zur mittelalterlichen Festung von Haut Cagne mit einem Grimaldi-Schloss und – nicht zu vergessen – bis hin zum Meer.

    Atelier mit Rollstuhl
    Atelier mit Rollstuhl
    schöne Details
    schöne Details
    Volker war fasziniert von den Heizungsventilen
    Volker war fasziniert von den Heizungsventilen

    In den Räumen, die zum Teil noch mit den alten Möbeln ausgestattet sind, hängen Bilder von Renoir selbst und befreundeten Malern, die es sich nicht nehmen ließen, die wunderschöne Landschaft zu malen, oder auch die Familie zu portraitieren. Renoir selbst war schon alt, als er das Grundstück kaufte, er litt auch unter Rheuma, so stand in seinem Atelier der Rollstuhl, in dem er beim Malen saß, wo ihm die schönen Mädchen gerne Modell standen. Über 6000 Werke, Bilder und Skulpturen, hat er hinterlassen, ein eifriger Mann!

    Kennt jemand diesen Baum?
    Kennt jemand diesen Baum?
  • Kulinarischer Höhepunkt

    des heutigen Tages war zweifelsohne die haus- oder besser gesagt bootsgemachte Quiche Lorraine der Capitania.

    Die Veilchen blühen schon
    Die Veilchen blühen schon

    Früh am Morgen war die Quecksilbersäule reichlich unten, kühle fünf Grad und der wolkige Himmel ließen eigentlich erstmal nicht Gutes ahnen. Nach einem fulminanten Frühstück mit reichlich Rührei und knusprigem Baguette ging es frisch gestärkt ans Werk. Trotz regelmässigen Putzens hat sich ein unansehnlicher Schmutzfilm auf das weiße Gelcoat gesetzt, der auch mit Reinigungsmittel und Schrubber nicht mehr zu entfernen war. Da hilft dann nur noch eine gute Politur und genau mit der hatten wir uns auf dem letzten Heimaturlaub reichlich eingedeckt.

    Die Wolken weichen der Sonne
    Die Wolken weichen der Sonne

    Drei Stunden später waren nicht nur die Wolken einem strahlend blauen Himmel gewichen, sondern auch der Dreck der Politur. Blendend weiß funkelt unsere Hexe mit der Sonne um die Wette. Zum Schluss kam noch der der dicke weiße Rundfender dran, dem die zahlreichen dreckigen Hafenmauern kräftig zugesetzt hatten. Es gibt spezielle Fenderreiniger, doch die helfen, meiner Meinung nach, nur dem Hersteller, eine sanfte Politur liefert beste Ergebnisse.

    Dann wurde wir auf unsere deutsche Flagge hin, in heimischer Sprache, von Dorothee angesprochen, die seit 2001 mit Kindern und Mann in Villeneuve Loubet lebt. Es entspann sich sofort ein gutes Gespräch und nach ein paar Minuten saßen wir mit Wein, Bier und Knabberzeug fröhlich schwatzend im Cockpit zusammen. Ihr Mann arbeitet als Ingenieur in der Nähe und der Sohn macht gerade den ersten Teil seines Abiturs auf dem internationalen Gymnasium und die Tochter ist zur Zeit in Berlin und studiert Jura. Die Zeit verging so schnell und irgendwann nahte der Abschied. Nicht für lange, wir wollen uns bald wiedersehen.

    Eine ganze Form voller Quiche
    Eine ganze Form voller Quiche

    Ja, und dann nähern wir uns dem Höhepunkt des Tages. Schon seit einigen Tagen hat Cornelia Werbung für ihre Quiche Lorraine gemacht. Heute war es dann endlich soweit. Die Capitania ging an ihr Werk und ich schlüpfte in die Rolle des Küchenhelfers. Lauch schneiden, Speck anbraten und Fehlendes einkaufen. Weil das Ergebnis so umwerfend gut geworden ist und sich das Gericht hervorragend nicht nur an Bord zubereiten lässt, gibt es jetzt live und hier das Rezept der Capitania:

    Für den Teig
    2 Eier, 150-200 g Butter, 12 Esslöffel Mehl
    Schön mit kühlen Händen kneten, die Butter sollte kalt sein, und den fertigen Teig für eine Weile im Kühlschrank (für Eilige: im Eisfach) ruhen lassen
    Für die Masse
    Speck knusprig braten, anderthalb Lauchstangen klein schneiden, wahlweise statt der halben Lauchstange eine Zwiebel dazufügen, ebenfalls anbraten, 5 Eier mit 250-300 g Crème fraiche, Salz, Pfeffer, Paprika edelsüss, ein paar Krauter durchrühren.
    Teig in eine Form drücken, Gemüse drauf, Eiermasse drauf, für eine halbe Stunde in 180-200 Grad heißen Backofen backen, fertisch!

    Viel Spaß beim beim Backen wünscht die Hexencrew

    Jetzt blitzt die Küche wieder
    Jetzt blitzt die Küche wieder
  • Bonnes Fêtes…

    Weltfrauentagsfahne?
    Weltfrauentagsfahne?

    … begrüßte eine Frau heute nachmittag in der Marina die Chefin an der Kasse des Supermarktes, an der ich gerade mit meinen zwei Weinflaschen stand. „Oh,” dachte ich, „das ist aber aufmerksam, sie wünscht mir eine schöne Feier, wegen der Weinflaschen.“ Nein, das dachte ich nicht wirklich, das war Volkers Kommentar, als ich mit der Geschichte zum Boot zurück kam. Ich fragte nach, wieso ein fröhliches Fest gewünscht wird. „C’est le jour des femmes“, es ist Weltfrauentag, kam die Antwort. Und die Chefin an der Kasse meinte, da sollte man nicht arbeiten, nur verwöhnt werden, Blumen und Küsse bekommen, ihre Freundin allerdings erwiderte, „Ja, aber es ist der Tag mit dem größten Abwasch, wenn der Mann das Abendessen kocht.“ Na, sie hatten jedenfalls ihren Spaß!

    Waschtag
    Waschtag

    Wir hatten auch viel Spaß. Der Waschsalon in der Marina ist gleichzeitig ein ausgesprochen gut besuchtes Restaurant, in dem es morgens Kaffe und Croissants gibt, mittags – für Frankreich – preiswerte Menüs und Gerichte. Nachdem ich gestern dort die 15-Kilo-Maschine sowohl mit Bunt- als auch mit Weißwäsche gefüllt hatte, baumelten danach zahlreiche Wäschestücke an den frisch gespannten Leinen an Bord der Hexe, glücklicherweise bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind.

    Mit weißem Stoff fachmännisch repariert
    Mit weißem Stoff fachmännisch repariert

    Nachmittags konnten wir unseren Spinnaker beim Segelmacher abholen, der hat den bösen Riss sehr schön repariert. Mich faszinieren immer die Schnürboden, auf denen die riesigen Segel ausgelegt und mit in den Boden eingelassenen Nähmaschinen fachmännisch angefertigt oder repariert werden können. Er hatte auch gerade ein sehr schönes neues Vorsegel für eine Dufour in Arbeit, aus Kevlar mit Mylar-Vertärkung und was weiß ich noch alles. Das sollte mit seiner offensichtlich neu erworbenen Maschine geklebt werden.

    wie ein Kokon
    wie ein Kokon

    Zur Stärkung hatte der Skipper mich am Vorabend ins chinesische Restaurant eingeladen, das uns schon lange in der Nase gestochen hatte. Das Sushi mit 26 Euro war mir zu teuer, die gelackte Ente für 12 Euro für den Skipper war in Ordnung, mit Frühlingsrollen als Vorspeise, auch lecker. Ich war mutig und habe mir als Vorspeise die Empfehlung des Hauses – kalte Frühlingsrollen – bestellt, ich esse ja fast alles. Das waren dann Krabbenhälften und Hühnchenhappen mit Reisnudeln und Sojasprossen, in einen Mantel aus Reismehl gewickelt. Es sah sehr seltsam aus, schmeckt alleine nach nicht viel, aber mit der kalten süßsauren Sauce dann wieder sehr fein.

    Gut sichtbar die "Treppenhäuser" der Marina Baie des Anges
    Gut sichtbar die “Treppenhäuser” der Marina Baie des Anges

    Heute morgen haben uns Regen und Kälte davon abgehalten, die Marina zu verlassen, wir haben uns mit Lesen und kleinen Arbeiten die Zeit vertrieben. Bis mittags wieder die Sonne die Oberhand gewann, und wir – nach einem ausgedehnten Spaziergang am Strand – noch mit dem Auto aufgebrochen sind nach Antibes.

    Hoch residiert das Fort auf einem Felsen über der Küste
    Hoch residiert das Fort auf einem Felsen über der Küste

    Hoch über dem Hafen thront dort das „Fort Carré“ eine militärische Festung aus dem 16. Jahrhundert, errichtet unter der Regierung von Heinrich II. Wir waren ja schon oft in Antibes, aber den Weg dorthin hatten wir bisher noch nie gefunden, zu sehr waren wir immer mit der Schönheit der Altstadt, des Marktes und der Museen beschäftigt. Jetzt musste es mal sein, leider durften wir in den Burggarten nicht mit dem Hund hinein, also sind wir nur außen herum gelaufen und haben die schöne Lage am Wasser bewundert. In der Ferne sah man die weißen Berge und vorne türmten sich dicke graue Wolken auf.

    Und zum Weltfrauentag kocht Volker mir jetzt hoffentlich bald eine leckere Hühnchen-Paella!

  • Live von der Côte

    06. März 2016, Sonntag, Baro 1008, sonnig, Wind verschieden, aber vorhanden

    Der erste Segler von heute, hinten die schneebedeckten Berge
    Der erste Segler von heute, hinten die schneebedeckten Berge

    Die Windvorhersagen differieren, aber in einem sind sie sich einig: wenn Wind, dann vormittags. Also verabschieden wir uns von dem lieb gewordenen Cannes, setzen – wie immer – in der Hafenausfahrt das Großsegel, und diesmal wollen wir zwischen den beiden Inseln Sainte Marguerite und Saint Honorat mit achterlichem Wind hindurchsegeln. Ein einsames Segelboot ist offensichtlich zum sonntäglichen “Spaßsegeln” auch unterwegs, das gibt ein schönes Bild, das Meer mit Segelboot und tiefblauem Himmel, und hinten die schneebedeckten Berge.

    Demonstration gegen das Vermummungsverbot?
    Demonstration gegen das Vermummungsverbot?

    Nach den Inseln dreht der Wind auf Ost und frischt auf, schnell muss der Bullenstander geborgen werden, der das Großsegel festgehalten hat, und die Hexe legt sich auf die Seite für eine schöne Kreuz gen Osten. Nico findet das plötzliche Anluven gar nicht lustig, denn er legt sich beim Segeln inzwischen gern aufs Bett in der Achterkajüte. Durch die plötzliche Krängung ist aber die Tür zugefallen und er war gefangen. Außerdem hat sich sein Wasserschüsseli selbständig gemacht, und den Inhalt ins Bad ergossen, jetzt liegt er schmollend mal auf der einen, mal auf der anderen Salonbank, je nachdem, auf welchem Bug wir gerade fahren.

    Es sind einige Segelboote unterwegs nach dem Motto “Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n…”, und sogar Jetskis und Kanus sind schon unterwegs, tapfer bei den Temperaturen und der kabbeligen See…

    Noch das führende Boot der Regatta, aber nicht mehr lange
    Noch das führende Boot der Regatta, aber nicht mehr lange

    Nach dem Cap d’Antibes wird der Kurs für den Hund wieder angenehmer, mit einem Schrick in den Schoten sausen wir auf unsere Marina zu. Vor Antibes findet wieder die Sonntagsregatta statt, die wir auch im Sommer oft gesehen haben, jetzt fahren wir mittendurch und versuchen, allen Booten auszuweichen, um sie nicht zu behindern in ihrem Wettkampf.

    Die Steuerbord-Hafeneinfahrt begrüßt uns im Sonnenschein
    Die Steuerbord-Hafeneinfahrt begrüßt uns im Sonnenschein

    Um halb eins laufen wir mit einem ausgekühlten, aber zufriedenen Skipper in die Marina ein, ausgekühlt vom Wind, der doch noch sehr frisch ist, und zufrieden, weil wir nach langer Zeit wieder einmal von Anfang bis Ende sehr schön segeln konnten.

    Danach Frühstück-Mittagessen mit Restesuppe im Cockpit, ohne Wind ist es unglaublich warm, soooo angenehm, ein friedlicher Sonntag-Mittag.

  • Schlecht gespielt

    Die Terrassen der Restaurants am Meer sind noch leer
    Die Terrassen der Restaurants am Meer sind noch leer

    hatten die Capitania und ich beim Pubquiz. Zumindest dem Ergebnis nach. Insgesamt 17 Mannschaften hatten um die ausgelobten 100 Euro Preisgeld mitgequizt. 5 Wissensgebiete zu je 10 Fragen wurden abgefragt. Die größeren Teams hatten am Ende die Nase vorn. (Dabei fing alles gut an, das erste Gebiet waren Musikinstrumente, da hatten wir fast alles richtig, nur der englische Name für das Becken am Schlagzeug ist uns zu spät eingefallen.) Wenn es um Kino oder lokalpolitische Fragen ging, mussten wir beide leider passen. Am Ende aind wir irgendwo abgeschlagen auf Platz 11-17 gelandet, erst ab Platz 10 wurde der Teamname genannt. Macht nix, war trotzdem ein schöner Abend im Pub und vielleicht können wir beim nächsten Anlauf ein besseres Ergenis erzielen, Versuch macht klug.

    Schlicht und doch so bequem
    Schlicht und doch so bequem

    Heute war dann Schuhkauftag für und mit der Capitania. Das ist an sich bei der großen Auswahl an Schuhgeschäften kein Problem. Nur, da meine Liebste auf großen schlanken Frauenfüßen lebt und läuft, ist das Thema “Schuhkauf” meistens nicht ganz so trivial und konnte in der Vergangenheit aich schon mal etwas länger dauern (und ist, verständlicherweise, darum auch nicht meine große Leidenschaft). Heute jedoch ging alles ganz fix vonstatten, ins Schuhgeschäft rein, zwei Paar anprobiert, eins passte davon, passte und gefiel, fertig. Glück gehabt! Danach sind wir mit dem Schuhverkäufer noch ins Gespräch gekommen, der im Auftrag der Schuhmarke “Camper” die Verkaufsfiliale in Cannes betreibt. Camper ist für Segelbegeisterte keine unbekannte Marke, der weltweit agierende Schuhhersteller aus Mallorca sponsort einge Segelteams, u.a. beim weltbekannten Volvo Ocean Race.

    Jedenfalls wissen wir jetzt, dass der kleine, 30 qm große Laden monatlich sagenhafte 15.000, in Worten fünfzehntausend Euro Miete kostet. Was ein Ding und das in der 2. Reihe! Auf der berühmten Croisette, der Edelshoppingmeile schlechthin, soll die Ladenmiete um ein Vielfaches höher sein.

    Die Mädels warten auf den Couturier
    Die Mädels warten auf den Couturier

    Da es jetzt schon nach 20 Uhr ist, können wir noch ein paar nackte Tatsachen hier im Blog einstellen, die uns in Cannes begegnet sind. Splitterfasernackte Schaufensterpuppen zeigen ganz unverblümt ihr Antlitz.

    Der 2 m große Kristallkopf schmückt den Eingang
    Der 2 m große Kristallkopf schmückt den Eingang

    Und auch ein anderes Schaufenster zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein Laden mit Edelpunkklamotten und entsprechend ansprechender Deko und mit gesalzenen Preisen.

    Wir haben auch endlich die Zeit gefunden, unser Darmstadt-Memory auszupacken und eine Runde zu spielen. Unsere Merkfähigkeit ist bestimmt noch ausbaufähig ;-)) (Ich weiß gar nicht, was er will, der Skipper hat haushoch gewonnen!)

    Ganz schön hoch sind die Wellen in der Bucht
    Ganz schön hoch sind die Wellen in der Bucht

    Morgen sollen die stürmischen Winde der letzten drei Tage endlich passé sein. Wir wollen dann eventuell zu unserem “Heimathafen” Villeneuve Llobet segeln, um am Montag  endlich mal wieder Wäsche zu waschen. In Nizza wurde das Hafengebäude umgebaut und die Waschmaschine war nicht zugänglich. Hier in Cannes ist der Waschvollautomat abgestellt, weil er angeblich Löcher in die Wäsche macht. Und nach drei Wochen quillt unser Wäschebeutel beinahe über.

  • Schön und berühmt: Die Dschäklass

    Die Treppe am Palais des Festivals, illuminiert für die Nacht
    Die Treppe am Palais des Festivals, illuminiert für die Nacht

    Cannes ist ein echter Hotspot für die Schönen, Reichen und Berühmten. Für sie bietet Cannes neben dem angenehmen Mittelmeerklima alles, was das Herz begehrt, erlesene Sterneküche, alle bekannten Modelabels der Welt haben ein Geschäft auf der Shoppingmeile, 5-Sterne-Hotels dicht an dicht, die Filmfestspiele und natürlich das blaue Meer mit endlosen Stränden.

    Doch diese Spezies wollen wir heute mal außer acht lassen und eine maritime Weltberühmheit näher betrachten, die zwar von Menschenhand geschaffen wurde, aber deren Eleganz auf dem Wasser schwerlich von den „Landmenschen” zu überbieten ist.

    Die "Shamrock" in Cannes
    Die “Shamrock” in Cannes

    Schon in den frühen Jahren des Americas Cup, der berühmtesten und ältesten Segelveranstaltung der Welt, wurde mit so eleganten Yachten um die Wette gesegelt, wie sie weder davor noch danach auf dem Wasser anzutreffen waren. Bei diesen Yachten floss das gesamte Wissen der berühmten damaligen Yachtdesignergrößen in die Konstruktion dieser segelnden Augenweiden mit ein. Die Rede ist von der sogenannten J-Class (Dschäklass, ausgesprochen).

    Von 1930–1937 segelten diese Megasegelyachten um die „Kanne”, den Pokal des Americas Cup, Unternehmerberühmtheiten wie Vanderbilt, Sopwith und Lipton, der mit dem (Eis)-Tee, waren die Treiber der Veranstaltung und die Bauherren dieser teuren Yachten.

    • Das Zahlenwerk:
      Gesamtlänge 40-42 Meter
      Breite 6,36 Meter
      Tiefgang 4,57 Meter
      Segelfläche ca. 700 Quadratmeter
      Verdrängung max 160 Tonnen
    • Die Namen der Schiffe lesen sich wie das Who-is-Who des Segelsports:
      Velsheda, Schamrock, Enterprise, Endeavour, nur um einige zu nennen.
    Bronzefarben glänzen die Beschläge in der Sonne
    Bronzefarben glänzen die Beschläge in der Sonne

    Doch dann kann der Weltkrieg und mit ihm der Untergang und Abgesang der J-Class und auch der tatsächliche physische Untergang einiger Schiffe. Bis zur Renaissance der  J-Class sollte es dann einige Jahrzehnte dauern. In den späten achtziger Jahren wurde die Multimillionärin, Unternehmerin und spätere Yachtrestaurateurin Elisabeth Meyer auf die J-Class aufmerksam. Als erstes Schiff der Klasse wurde die 1930 gebaute Endeavour, von Grund auf restauriert und später an vielen Orten der Welt präsentiert. Das Interesse von potenziellen Eignern wuchs und schon kurz danach wurde die ebenfalls in 1930 auf Kiel gelegte Shamrock komplett renoviert. Diese dann schon in der von Meyer gegründeten Yacht Restauration School, wo bis zum heutigen Tag mehr als 400 Studenten ihren Abschluss im Yachtrestaurierungsbereich erlangt haben.

    Da waren es schon zwei Schiffe und die segelten wo sie konnten gegeneinander. Das Interesse an der Klasse wuchs weiter. Alte, original erhaltene Yachten der J-Class wurden zum Teil im Schlick vergammelt gefunden und restauriert, oder gerade noch so schwimmfähig in irgendwelchen Flussläufen entdeckt und vom Kiel bis zu den Spanten, mit viel Liebe und noch mehr Geld, zu segelnden Schönheiten wiederbelebt.

    Die Shamrock segelt unter der Flagge der Isle of Man
    Die Shamrock segelt unter der Flagge der Isle of Man

    Doch neben den wiederauferstandenen Schiffen aus der damaligen Zeit gab und gibt es eine Reihe von Neubauten, die alle nach den Originalplänen und Maßen aus der damaligen Zeit entstanden sind, oder aktuell noch entstehen. Die J-Class ist daher eine zwar langsam aber stetig wachsende Klasse. Egal, wo dieses Schiffe auftauchen, sie ziehen begeisterte Zuschauer massenhaft an. Aktuell gibt es acht Yachten und drei weitere sind im Bau.

    Das Beste kommt jetzt zum Schluss, wer bis hierhin gelesen hat, schafft noch ein paar weitere Zeilen, es ist ja Wochenende.

    Das Deck, so schön und gepflegt
    Das Deck, so schön und gepflegt

    Eine dieser besonderen Schönheiten, die Shamrock V, liegt hat hier in Cannes ihren Dauerliegeplatz und wird, natürlich mit Crew, an solvente Chartergäste vermietet. Gestern, beim nachmittäglichen Nicospaziergang haben Cornelia und ich gerne mal einen kleinen Umweg gemacht und die glänzende Segelyacht (leider nur von außen) besichtigt und, wie es sich für Berühmtheiten gehört, von allen Seiten paparazzimäßig abgelichtet. Beim Hinschauen geht einem echt das Seglerherz auf, bei soviel Anmut und Eleganz.

    Wer noch mehr schöne Segelbilder sehen will, dem sei die Seite www.jclassyachts.com ans Herz gelegt.

  • Boah, wie das glänzt!

    wie ein Spiegel
    Hinterher: wie ein Spiegel

    Zwei warme Frühlingstage, die nicht nur Lust auf kommende wärmere Zeiten machen, sondern die auch die Nachlässigkeiten des zurückliegenden Winters offenbaren. An einigen Stellen spiegelt sich die Sonnen hell glänzend auf den verschiedenen Oberflächenmaterialien unseres schwimmenden Untersatzes. Wie gesagt, aber nur auf einigen.

    Es blitzt wieder
    Es blitzt wieder

    Zahlreiche Edelstahloberflächen sind so matt und an einigen wenigen Stellen auch korrodiert, dass der ARBEITSEINSATZ auch mit an den Fingern herangezogenen Gründen nicht mehr aufschiebbar war. Cornelia hat an Ihrem Laptop noch ein paar Arbeiten für den Verlag erledigt und ich habe mich mit einer  Zahnbürste, Politur und Polierlappen bewaffnet. Keine Angst, wir haben mehrere ausgediente, abgelegte Zahnbürsten für solche Jobs in Reserve.

    So schön retro
    So schön retro

    Ja, und dann ging es los, mit ganz viel Muskelkraft und meinem “Wundermittel”. Also auch ohne dass mich die Firma für diesen kleinen Werbeauftritt bezahlt: Die Metallpolitur von Autosol wirkt wahre Wunder, wenn es um Edelstahloberflächen geht. Zudem finde ich die Aufmachung der Tube ziemlich cool, so klassisch, das nur nebenbei. Ein bisschen mit dem Lappen poliert oder ein wenig mit der Zahnbürste gerubbelt und 1-2-3 glänzt der Stahl wieder Edel – genau so muss es sein.

    Der Leuchtturm von Nizza begrüßt und verabschiedet die Boote
    Der Leuchtturm von Nizza begrüßt und verabschiedet die Boote

    Was ist sonst noch so los bei uns an Bord? Gestern sind wir von Nizza nach Villeneuve-Llobet mehr getrieben als gesegelt. Zumindest am Anfang, als der Flughafen von Nizza querab und nah war, gab es noch ein bisschen Segelwind. Den wir, bzw. unsere flotte Hexe gleich in Vortrieb umgesetzt hat. Und dann gab es noch einfliegerische Einlage, der Canadères, der Feuerbekämpfungsflugzeuge. Meistens findet eine Übung mit Anflug, Sinkflug, Wassertanken, Wiederabheben und Wasserablassen mit zwei Flugzeugen gleichzeitg statt. Gestern waren gleich vier launig brummende Propellerflugzeuge der Feuerbekämpfungshelden daran beteiligt. Im Formationsflug, kurz hintereinander flogen  die Maschinen in die Bucht,  max. einen Kilometer von uns entfernt. So nah, so lärmend laut, so gewaltig das Brummen der leistungsstarken Motoren, dass alle Gräusche des nahen Flughafen nicht mehr wahrgenommen werden. Die Fliegerflotte absolviert drei Übeanflüge, perfekt getimt, so wie man es von diesen in Frankreich allseits sehr verehrten Piloten kennt.

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    Stillarbeit
    Stillarbeit

    Dann war nach dem Anlegen erst mal Kleiderwechsel angesagt und die langbeinigen Beinkleider gegen Shorts getauscht. Ja, es war so warm, blos kein Neid, nur für ein paar Stunden. Als die Sonne nachmittags hinter den Hochhäusern verschwunden war, ging mit Sonnenuntergang auch die Quecksilbersäule in den Keller.

    Wir begegnen der Aquijo, der viertgrößten Segelyacht der Welt mit deutscher Flagge an der Saling
    Wir begegnen der Aquijo, der viertgrößten Segelyacht der Welt mit deutscher Flagge an der Saling

    Heute sind wir dann relativ früh los und nach Cannes geschippert. Am Anfang mit Motorkraft und die letzen anderthalb Stunden mit Wind von hinten. Dann kam das mit dem Polieren und jetzt pfeift ein stürmischer Wind durchs Hafenbecken und wahre Wolkenberge kämpfen gegen die Sonne. Der Luftdruck ist im Freifall. Der Wetterdienst warnt vor Windboen bis 100 Stundenkilometern und bis Freitag soll es so bleiben, ehe es dann am Samstag eventuell Regen gibt. Aber bei angenehmen 14 Grad. Na Klasse, oder?