Kategorie: Uncategorized

  • Man(n) muss geduldig sein

    Heute morgen wurde ich gleich um 9 Uhr in der Schlosserei vorstellig. Mit maßstabsgerechtem Muster. Der Chefschlosser, ganz Fachmann, hat unser Problem und das Muster sofort verstanden und eine baldige Fertigung der Aluplatte zugesichiert, nur ganz so schnell geht es nicht, und unsere ausgeschlagene Halterung des oberen Ruderlagers muss noch bis Samstag auf ihre Reparatur warten. Eine Schwachstelle, die wir im letzten Sommer auf dem Rückweg von Korsika erstmalig bemerkt hatten. Plötzlich hatten wir so ein „schwammiges” Steuergefühl, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten. Bei genauerem Hinsehen konnte man feststellen, wie sich die obere Führungsbuchse des Ruderlagers hin und her bewegte.

    Hier muss die Platte hin
    Hier muss die Platte hin

    Beim Krantermin im Oktober wurde das Problem von den Mechanikern in Villeneuve Llobet behoben. Leider anscheinend nicht dauerhaft, denn auf dem langen Weg nach Villeneuve trat das gleiche Problem wieder auf. Ursächlich dafür ist das nicht ausreichend starke Laminat, in dem das Gleitlager eingebettet ist. Der Plan ist daher, eine Aluplatte um das Gleitlager herum zu befestigen, die dauerhaft verhindern soll, dass sich das Ding weiterhin bewegt. Das ist ziemlich wichtig, weil das ein sehr sicherheitsrelevantes Teil ist und eine sich bewegende Ruderachse im schlimmsten Fall das Schiff aufreißen kann, durch die großen auftretenden Kräfte.

    Den Umfang muss man erst einmal messen!
    Den Umfang muss man erst einmal messen!

    Auf dem Bild ist das der äußere sichtbare schwarze Flansch, nur zum besseren Verständnis. Lange haben wir darüber nachgedacht, wie eine adäquate Abhilfe aussehen muss, Ralf, Joachim und Wolfgang haben mit überlegt und die Lösung ausgearbeitet. Lösungsorientiertes Networking.

    Jetzt heißt es erst mal abwarten, bis Samstag, und dann geht es so richtig los. Bis dahin packen wir die Gelegenheit beim Schopfe und bummeln aisführlich übler die Katamaranmesse und klettern auf jedes ausgestellte Schiff.

    Messefahnen
    Messefahnen

    Allegra war heute bei leichten Winden mit der Outremer 45 zum Probesegeln, und hat das ruhige Dahinsegeln auf dem Zweirumpfer sehr genossen. Mit Gennaker, einem Leichtwindsegel, ging es trotz nur ein bis zwei Windstärken flott voran. Ich habe nachmittags das gute sonnige Wetter ausgenutzt, um den Bootskeller, die Bilge, zu reinigen und unseren Teppich mal gründlich auszuklopfen. Frühjahrsputz sozusagen.

    Morgen früh bringen wir Allegra in aller Herrgottsfrühe zum Zug. Ihre Zeit bei uns an Bord ist leider schon vorbei, und sie war sehr schön.

  • Doppelt undicht

    Nicht nur der Heißwasserschlauch war durchgescheuert, sondern auch ein Stück Schlauch vor der Abwasserpumpe. Cornelia hat es genau dort, bewaffnet mit der Taschenlampe, und in der hintersten Ecke tropfen sehen. Und das war dann auch schon des Rätels Lösung. Beinahe jedenfalls, denn bis dass wir das zweite Schlauchstück ersetzt hatten, verging noch ein bisschen Zeit. Jetzt ist alles dicht und trocken, ganz so, wie es sein soll.

    Heute haben wir mit Allegra unsere Freunde Eric und Nany in Montpellier besucht und, bis zum einsetzenden Gewitterregen, einen ausgiebigen Spaziergang durch den großen Altstadtkern unternommen. Bei einigen Gebäuden in der Stadt sind noch mittelalterliche Bausubstanzen zu erkennen. Nach einem späten nachmittäglichen Mittagessen und folgendem Klönschnack mit unseren Freunden ging es zurück zu unserer Hexe. In La Grande Motte hatte heute der “Salon de Multicoque”, eine Katamaranmesse (wörtlich übersetzt Mehrrumpfermesse) seine Toren für Besucher und Aussteller aus der ganzen Welt geöffnet. Über 50 Katamarane sind in ihrem Element ausgestellt und zu besichtigen, dazu zahlreiche Yachtzulieferer und ein umfangreiches Rahmenprogramm.

    Die Austellung geht noch bis zum 17. April und ist mit so vielen ausgestellten Katamarnen die weltweit größte Messe ihrer Art. Vom Raumwunderzweirumpfer bis zum sportlichen bewohnbaren Katamaran ist alles verteten, was Rang und Namen in der Mehrumpferwelt hat.

    Allegra und Cornelia werden morgen früh mit anderen interessierten eine brandneue Outremer 45 probesegeln. Beide sind schon sehr gespannt, auch weil es für Allegra das erste Mal ist, dass sie mit einem Zweirumpfer segelt. Ich habe morgen früh um neun ein Rendezvous mir einem Schlosser, um unser zweites großes Problem zu lösen.

  • Und jetzt ?!

    eng sind die Löcher für die Schläuche
    eng sind die Löcher für die Schläuche

    Nachdem wir am gestrigen Tag die alten wasserführenden Leitungen mühevoll extrahiert hatten, sollte am heutigen Tag eigentlich der Rückbau erfolgen. Um es kurz zu machen, ja, wir haben wieder alles eingebaut. nein, es war leider nicht erfolgreich und sobald man den Duschwasserhahn aufdreht, sammelt sich so ganz ganz langsam Wasser unter dem Waschbecken. Aber zunächst mal der Reihe nach. Heute Morgen haben wir alle Händler im Ort abgeklappert, aber anscheinend ist unser Warm-Wasserschlauch mit 10 Millimeter Innendurchmesser ein echter Exot, keiner kennt das Produkt, keiner hat das Maß. Aber völlig egal, wir haben heute eine wirkliche Sternstunde von einem perfekten Kundendienst erfahren, die wir als ein super positives Erlebnis immer in guter Erinnerung behalten werden. Und das ging so – der Heißwasserschlauchhersteller ist die Firma Trelleborg, da denkt man eigentlich an Schweden und Michel aus Löneberga. Aber der Betrieb stellt Dichtungen und industrielle Schläuche für alle möglichen Anwendungen her. So auch für uns Segler.

    Nach ein bisschen Recherche im Internet hatten wir die Zentrale in Mettmann am Telefon und wurden zu Frau Jahn verbunden. Und die hat sich so ins Zeug gelegt, dass es uns glatt die Sprache verschlagen hat. Normalerweise liefert die Firma nur an Firmenkunden und hat keinen Endkundenkontakt.Frau Jahn und ihre Vertriebskollegin haben jedoch für ganz Europa recherchiert, wer in den letzten Wochen und Monaten die von uns benötigten Schläuche bestellt hat, damit wir dort anrufen, hinfahren, oder sonstwie bestellen können. unglaublich was für ein Zeitaufwand für unser Anliegen investiert wurde. Eine Firma in Sète wurde ermittelt, leider ist der Schlauch erst ab nächster Woche Mittoch vorrätig.  Wir haben uns erst mal für eine Übergangslösung entschieden, eingekauft und das halbe Bad zerlegt. Was wir da geshen haben, hat uns die Sprache verschlagen. Kein Wunder, dass bei so einem Pfusch ein Schlauch durchscheuern muss, eher ein Wunder dass er überhaupt so lange gehalten hat. Leider leckt unser Provisorium noch immer und so langsam stellt sich Ratlosigkeit ein. Aber morgen ist ein neuer Tag, der vielleicht auch neue Ideen bringt.

    Leckere Gnocchi mit Gambas für die Capitania
    Leckere Gnocchi mit Gambas für die Capitania

    Nach einem leckeren Abendessen sieht die Welt nun schon wieder ganz anders aus.

  • Kaputt ist kaputt

    Bunte Drachen:
    Bunte Kites

    Wie man so schön sagt, und manchmal ist das auch garnicht so tragisch. Neues Teil gekauft, eingebaut und fertig ist die Lauge. Alles ganz easy, leicht erreichbar, überschaubarer Zeitaufwand, wie im Fall unseres alten Mülleimers. Stand einfach im Weg rum, ich bin draufgetreten. Plastik bricht, Skipper flucht. Das Internet hilft weiter, und kennt den Lieferanten. Bestellt und wegen Ortsnähe von Darmstadt sogar direkt beim Hersteller abgeholt, zwei Löcher für die Halterung reingebohrt, tatata: Erfolgserlebnis!

    Beim nächsten Problem sieht das, zumindest im Moment noch ein bisschen anders aus. Es handelt sich um, sagen wir mal, ein eher schleichendes Problem. So eins, das klein, kaum wahrnehmbar beginnt. Das anfänglich noch leicht zu ignorieren ist, und sich dann soweit ausbreitet bis ein Eingreifen unabdingbar ist. Leider haben wir zwei solcher “Problemzonen” gerade an Bord.

    Behelfsbecher zum Auffangen eventueller Restwasser
    Behelfsbecher zum Auffangen eventueller Restwasser

    Das eine, nennen wir es das „Sanitärproblem”, ist erstmals Ende Februar in unser Bewusstsein gerückt. Nach jedem Duschen stand unter dem Waschbecken Wasser, an einer Stelle, wo vorher keins war, und auch keins hingehört. Anfänglich wirklich nur ein paar Tröpfchen, danach für eine lange Weile ziemlich stabil ein paar Schwämme voll.

    Doch nach der heutigen Reinlichkeitsaktion stand dort soviel warmes Duschwasser, dass es über einen Rand in die Bilge geschwappt ist. Also genau der richtige Zeitpunkt zum Handeln, natürlich nicht, ohne vorher die Problematik zu analysieren. Gesagt getan, schnell stand fest dass nur eine komplette Demontage der Duscharmatur und ein herausziehen der wasserführenden Schläuche zur Lösung des Problems führen werden. Leider. Denn, was dann folgte, ist in Worte kaum zu fassen.

    Aufräumen der Baustelle
    Aufräumen der Baustelle

    Man bräuchte, um die notwendigen Stellen zu erreichen, die Statur eines kleinen Kindes, die Dehnbarkeit einer Katze und die Kraft eines Bodybuilders . So verwinkelt sind die Schläuche, Schlauchschellen und Verzweiger, dass nur mit viel Gefluche und Gesuche und nach drei Stunden rumwurschteln die Wurzel des Übels zum Vorschein kommt. Der Warmwasserschlauch hat sich an einer Stelle im Laufe der Zeit durchgescheuert, wahrscheinlich waren beim Einbau noch kein Möbelstück, kein Waschtisch oder andere Installationen vorhanden. Anders kann ich mir dieses umwegige schlauchverlegen nicht vorstellen.

    Jetzt steht für morgen erstmal Ersatzteilbeschaffung auf dem Programm, neuer Warmwasserschlauch und Ersatz für die zerbrochenen Plastik-T-Stücke. Dann wird das Ganze wieder zusammengebaut und leicht erreichbar verlegt. Über das andere Problem wollen wir noch gar nicht reden, das ist noch viel gravierender.

    Bei chönstem Wetter
    Bei schönstem Wetter
    fliegen sie
    fliegen sie

    Am späten Nachmittag ging es zum Strand. Heute war der Tag für Kitesurfer und Windsurfer. Viel Wind, nicht zuviel Welle und Sonne pur. Was für ein Spektakel auf dem Wasser und in der Luft. Einige Kitesurfkönner vollführten wahre Luftsprünge und flogen sekundenlang, von ihren Kiteschirmen sicher getragen, durch die Luft.

    Lecker, lecker…
    Lecker, lecker…

    Heute Abend haben wir mal wieder gegrillt. Cornelia hat frischen Spargel dazu besorgt, genauer gesagt, Spargel aus der Camargue. Lecker, dazu gab es zwei Doraden, einen Rinderspieß und eine heimatliche Bratwurst, frisch vom Grill. Lecker!

     

  • Von zu Hause nach Zuhause?

    Hartnäckig bemühen sich die Blüten an den Bäumen im regnerischen Park
    Hartnäckig bemühen sich die Blüten an den Bäumen im regnerischen Park

    Arbeitsreiche drei Wochen in Darmstadt liegen hinter uns, aber auch schöne Ostertage und en Sonntag am Rhein, und viele Abende mit lieben Freunden, jetzt aber sind wir wieder auf dem Weg zu Hexe. Die Forsythien sind aufgeblüht in unserer Zeit in der Heimat, zartes Grün zeigt sich an den Bäumen im Wald und verschönt die Autobahnfahrt in Deutschland. Die ersten Tage waren durch „Usselwetter“ geprägt, die Wege im Park aufgeweicht von dem vielen Regen, ich traue mich nur mit dem langen Wintermantel vor die Tür. Wenn die Sonne sich mal zeigte, wurde es gleich deutlich wärmer, Ende März hat sie schon wieder Kraft. Und seit letzen Sonntag ist das Wetter immer besser geworden, die Krokusse verblühen langsam, und die Magnolien sind explodiert.

    Nico mit Hundefreundin im Park
    Nico mit Hundefreundin im Park

    Gestern hatten wir  noch ein trauriges Erlebnis: Morgens um sieben klingelt mein Handy, Aysen, die mit ihrem süßen Hund schon so früh Gassi geht, war dran. Sie hatte einen kleinen Igel gefunden, dem es offensichtlich nicht gut ging, und die Gerüchte im Park sagten, ich hätte mich doch schon mal um die Igel gekümmert.Und sie habe schon die Feuerwehr angerufen, die sei aber nicht zuständig, und im Tierheim nimmt noch keiner das Telefon ab. Die wirkliche Igelspezialistin, auch eine Hundemama aus dem Park, ist auch nicht zuhause, also schaue ich mir den Igel einmal an. Er liegt zusammengerollt und schnauft, noch klein ist er, aber er atmet und ich lasse ihn gehen.

    Mittags gehe ich noch einmal hin, er liegt immer noch am gleichen Fleck, ich stelle ihm ein bisschen Katzenfutter vor die Nase, das mögen Igel normalerweise sehr gerne. Unser kleiner Freund zeigt kurz mal seine Schnauze, ich freue mich schon, denke, er will bestimmt was essen, aber dann sehe ich, dass da ganz viel Blut ist. Mit bloßen Händen kann ich das Stacheltier nicht anfassen, ich rufe Volker an, er kommt mit Handschuhen, aber als er ihn hochnimmt, rollt sich der kleine Kerl mit so viel Kraft zusammen, dass wir uns die Verletzung nicht anschauen können.

    Später gehen Volker, diesmal mit der richtigen Igelspezialistin, noch einmal hin, da ist der Kleine schon ganz schwach, und man kann sehen, dass eine Krähe ihm das ganze Gesicht zerstört hat, er hat keine Chance mehr. Da erlöst Volker ihn und befördert ihn in den Igelhimmel, sehr traurig.

    Gestern Abend waren wir zum Abschied mit Allegra, Larissa und Johannes in der Stadt zum Essen, eigentlich schon auf dem Heimweg, als Volker meint, er sei in all den langen Jahren in Darmstadt noch nie in der „Krone“ gewesen, das ist das Lokal, in dem alle Schüler und Studenten Darmstadts verkehren, eines der ältesten Häuser der Stadt, wo auch oft Livemusik ist, halt „Die Krone“. Also räumen wir auch dieses Versäumnis aus, Larissa bestellt ihrem Papa erst einmal einen „Mexikaner“, puhhh, da verzieht Volker aber schon das Gesicht, als er das Gemisch aus Tomatensaft, Gin und Tabasco heruntergeschluckt hat. Auf ex, denn so Larissas Spruch: „Nich schnacken, Kopf in’n Nacken!“

    Unsere Hexe aus der Vogelperspektive
    Unsere Hexe aus der Vogelperspektive

    Jetzt sind wir also auf dem Weg zu unserem anderen Zuhause. Wir freuen uns drauf, zumal die Wetteraussichten gut sind, natürlich regnet es auch in der Löwenbucht mal im Frühjahr, aber die Temperaturen sind deutlich höher als in Südhessen und die Sonne zeigt sich häufiger. Nächste Woche findet in La Grande Motte, wo die Hexe auf uns wartet, eine große Katamaranmesse statt, deswegen müssen wir heute Abend dort sein, und unser Boot an einen anderen Platz legen, aber natürlich werden wir uns die zweibeinigen Schätzchen mal genau ansehen und vielleicht auf dem einen oder anderen auch mal abends mitsegeln. Allegra kommt für ein paar Tage mit uns, sie will in der Hängematte in der Sonne liegen, und wir werden mit ihr die Schönheiten von Montpellier, Nimes und der Camargue erkunden.

  • Zurück am Rhein

    Sogar eine Fahnenstange haben wir aufgestellt
    Sogar eine Fahnenstange haben wir aufgestellt

    In früheren Zeiten haben wir gerne – wegen der eher weiten Entfernung zum Meer – einen schönen Wochenendtag in „unserer“ Bucht am Rhein verbracht. Zuerst mit Auto und den Rest zu Fuß, auch mal mit dem Fahrrad, schlussendlich mit dem Motorboot, sind wir gern dorthin gefahren, auch schon mal an Ostern, wenn es noch kalt war, und haben gechillt, gerillt und gebadet. Nun, da wir ja eigentlich auf dem Boot leben, ist uns das Meer näher gekommen, im letzten Jahr besonders das Mittelmeer. Aber in den Zeiten, in denen wir in Südhessen gestrandet sind, wird der Rheinstrand wieder attraktiv.

    und ein selbst gestalteter Esstisch
    und ein selbst gestalteter Esstisch

    Und so haben wir uns mit Thomas und Steffi verabredet, das waren die beiden, die uns vor vielen Jahren auf den Geschmack gebracht und uns diese traumhafte Bucht gezeigt haben. Am ersten schönen Tag der letzten Wochen machen wir uns auf, man fährt mit dem Auto bis Groß-Rohrheim, Außerhalb heißt die Straße, bis hinunter zum Parkplatz am Rhein führt. Dort lässt man den Wagen, packt den Rucksack, beladen mit Getränken, Brot und Würstchen, Anglerstühlchen, Handtuch (optimistisch), und einem Grillrost auf den Rücken, und macht sich auf den langen Weg zur Bucht.

    Selbst an den Füßen ist es kalt
    Sogar an den Füßen ist es kalt

    Der Rhein ist jetzt nicht mehr so hoch wie noch vor ein paar Tagen, es ist also genug Platz für unseren Sonntagmittag. Schon auf dem Weg sammeln wir trockenes Holz, kurz nach uns treffen auch Steffi und Thomas ein, dann sorgen die Jungs für ein professionelles Grillfeuer, während Steffi und ich die letzten Informationen austauschen müssen, schließlich haben wir uns schon mindestens einen Monat nicht mehr gesehen.

    wunderschöne Rheinmuscheln
    wunderschöne Rheinmuscheln

     

    Es ist was los auf dem Rhein. Viele Frachtschiffe ziehen manchmal das Wasser aus der Bucht, vereinzelt gibt es auch schon Pleasure-Motorboote, und sogar vier Kanuten ziehen an unserer Bucht vorbei. Als erstes kamen allerdings die lärmenden Jetskies, davon gab es deutlich mehr als von den anderen Vergnügungsbooten. Das langsam zurückgehende Wasser hat viele – geöffnete – Rheinmuscheln zurückgelassen, es sieht wunderschön aus, nur die Büsche sind leider noch nicht grün.

    Die Jungs am Feuer, Steffi strampelnd im Wasser
    Die Jungs am Feuer, Steffi strampelt im Wasser

    Der Strand ist noch ungeplündert, es gibt trockenes Holz in Massen. Das ist auch gut so, und nach einer Weile ist das Feuer richtig durchgeglüht, die Würstchen braten auf dem heißen Grill, auch das Brot wird angeröstet, wir genießen die Sonne und die Wärme. Steffi stürzt sich sogar für 20 Sekunden ins 10,5 Grad kalte Wasser, bei Volker und mir reicht der Mut nur bis zu den Knien. Hund Nico hat viel Spaß, er traut sich ins Wasser, und hin und wieder kommen Spaziergänger mit Hunden vorbei, diesmal waren es fast nur Hundeweibchen, und Nico liegt heute Abend völlig erschöpft auf dem Sofa.

    erstes Kennenlernen auf hündisch
    erstes Kennenlernen auf hündisch

    Zum Kaffee geht es ins Gernsheimer Fährhaus, dort steppt die Luzie, oder der Bär, wie man will, es ist voll, aber wir ergattern noch einen Tisch auf der Terrasse. Wie immer kommen ganz viele – eher ältere – Motorradfahrer mit ihren wunderschönen, meist älteren Maschinen an (Harley Davidson, NSU, und was weiß ich noch), die Gernsheimer fahren ja jeden Tag einmal zum Rhein, am Sonntag eben gerne nachmittags, wenn sie auch gesehen werden können.

    Drei Kanus fahren mit dem Strom
    Drei Kanus fahren mit dem Strom

    Was für ein wunderschöner Tag am Rhein!

  • Frohe Ostern!

    Die bunten Eier bringen Farbe in den grauen Garten
    Die bunten Eier bringen Farbe in den grauen Garten

    Nachdem es gestern tatsächlich einmal schön warm und sonnig war, hat – ausgerechnet am Ostersonntag – die Farbe Grau wieder Oberhand gewonnen, zumindest in Mittelhessen.

    Wir wünschen aber trotzdem allen unseren Lesern ein schönes Osterfest mit Familie und Freunden, gutem Essen und ein paar geruhsamen Stunden!

    Frühlingsblumen
    Frühlingsblumen

     

  • In der Manufaktur

    Osterfeuer
    Osterfeuer

    Eine Woche vergeht so schnell, kaum angefangen ist sie schon vorbei. Genau wie unsere letzten acht Tage in Darmstadt. Und doch ist die Zeit zuhause eine gänzlich andere als auf unserem Boot. Der Tagesrhythmus, die vereinbarten Termine und die sozialen Kontakte. Alles ist ein bisschen enger getaktet, und ehe man sich versieht ist man im alten Trott drin, positiv gemeint. So hatte ich in dieser Woche mit meinen lieben Skatbrüdern für Mittwochabend einen Skatabend verabredet. Unsere gelegentlichen mittwöchentlichen Spielabende finden schon seit vier Jahren, eher unregelmäßig, aber dafür umso freudiger statt. Wenn wir es denn schaffen, uns zu treffen. Jedenfalls, nach einigen Monaten Skatabstinenz war es diesen Mittwoch mal wieder so weit. Nur hatten wir soviel zu plaudern, die Probleme der Welt zu besprechen,tief in die Menschheitsgeschichte einzutauchen, ganze Völkerwanderungen nachzugehen, dass die gemeinsamen Stunden nur so dahingerauscht sind. Kurz vor Mitternacht hätten wir beinahe die Kurve gekriegt, haben wenigstens die Skartkarten schon mal gemischt, nur um kurz danach ein „neues Fass aufzumachen“. Bevor wir uns versahen, war es nach 3 Uhr, spät oder früh genug – je nach dem – um mit dem Fahrrad den Heimweg anzutreten. Der nächste Skatabend kommt aber bestimmt!

    Alles bereit!
    Alles bereit!

    Allegra und Leonard sind über Ostern bei uns und für heute Abend hat sich eine spontane Grillparty ergeben. Das Wetter spielt mit, die Spareribs sind eingelegt, die Capitania hat meinen Lieblingskartoffelsalat schon kalt gestellt und Larissa und Johannes werden in bewährter Weise die beliebten Cocktails mixen. Die Sommerzeit ist auch auf dem Weg, den Umfrageergebnissen in der Bevölkerung dazu mag ich garnicht so recht glauben. Angeblich wären 80 Prozent der Befragten dafür, die Sommerzeit und die damit verbundene Zeitumstellung abzuschaffen. Was für ein Ding, ich wäre eher für eine ganzjährige Sommerzeit, am besten mit dem passendem Wetter 🙂

    IMG_9814Ja, und dann waren wir heute noch mit Leonard in der Darmstädter Fahrradmanufaktur Cucuma. Dort werden sehr schöne Fahrräder noch liebevoll auf Kundenbestellung zusammengebaut. Farbe, Schaltung, Bereifung, alles individuell wählbar und wenn man die Qualität der Komponenten vergleicht, zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Drei Wochen dauert der Bauprozess und dann steht das Cucuma Wunschbike zur Abholung bereit. Wenn ich wüsste, wohin mit dem Teil auf unserem Boot, hätte ich mir auch so ein schönes Rad gekauft.

    Die 10-minütige Probefahrt, jedenfalls, hat mir richtig Spaß gemacht. Es ist schon ein Unterschied ob man mit so einem Leichtgewicht mit optimaler Schaltung oder einem schwereren Drahtesel rumkutschiert.

  • Der englische Segelheld

     

    Dank der langjährigenkontinuierlichen finanziellen Unterstützung seines Hauptsponsors “Hugo Boss” und einem eisernen Willen segelt der Engländer Alex Thompson ganz weit vorne mit, bei den Topsegelveranstaltungen dieser Welt. Bei der letzten Auflage der Vendée Globe 2013, einer alle vier Jahre stattfindenden Nonstoppregatta um die Welt, erreichte Alex Thopmpson mit seiner Rennyacht “Hugo Boss” das Ziel nach 80 Tagen. Neben den zahlreichen Teilnahmen an Regatten und der Segelei im Allgemeinen, findet Alex immer wieder Wege sich, sein Schiff und seinen Sponsor sehr werbewirksam durch spektakuläre Stunts und Aktionen geschickt in Szene zu setzten. Das erste Video, das für reichlich medienwirksamen Wirbel sorgte, war der „Keelwalk”. Das Schiff wurde bei dem Video so sehr in die Schräglage getrimmt, dass der Kiel in der Luft hing und Alex Thomson, modisch gekleidet im schwarzen Hugo-Boss-Zweiteiler, bei voller Fahrt auf den Kiel des segelnden Schiffes steigt. Keelwalk

    Die nächste Actionaufnahme war noch mal spannender. Das Schiff segelt wieder stark gekrängt und während es das so macht, kraxelt Alex Thomson, vermutlich adrenalinbeseelt, den 30 Meter langen und hohen Mast nach oben. Dort an der Mastspitze angekommen, springt er gekonnt und unversehrt, wie es sich für einen Helden gehört, ins Wasser und wird danach von einem Begleitboot aufgenommen. Mastwalk

    Im Herbst 2016 wird die diesjährige Auflage der Vendée Globe starten und unser Hugo-Boss-Held hat letzte Woche ein neues Video ins Netz gestellt, das alle Vorhergehenden an Tollkünheit um ein vielfaches überbietet. Ich mach da jetzt auch nicht viele Worte drum, das muss man einfach gesehen haben. Spektakulär. Skywalk und Link Making off bei YBW.com.

    Bei uns geht es gerade viel weniger spektakulär zu als im Video. Gestern haben wir uns auf den Heimweg nach Darmstadt gemacht, unsere Hexe in La Grande Motte wohlvertäut zurückgelassen. Nächste Woche hat Leonard seine Augen-OP und da will Cornelia natürlich hier sein. Wir werden uns bis Anfang April in den heimischen Gefilden aufhalten. Nach acht Stunden Autofahrt waren wir nachmittags zuhause angekommen. Gerade noch rechtzeitig, um mit unseren Freunden das Fußballspiel Wolfsburg gegen Darmstadt anzuschauen. Leider hat Wolfsburg die Führung von Darmstadt 98 noch kurz vor Schluss beendet und beim Spielstand von 1:1 erfolgte der Schlusspfiff.

    In den nächsten zwei Wochen gibt es weiterhin, nur nicht nahezu täglich, den einen oder anderen Blogbeitrag. Jetzt wünschen wir noch einen guten Wochenanfang und packt Euch schön warm ein. Der Frühling lässt noch auf sich warten!

  • Ein Wind weht aus Nord,

    seit gestern und nicht aus Süd, und es zieht uns im Moment auch nicht hinaus aufs Meer.

    Regentropfen, die an mein Fenster klopfen
    Regentropfen, die an mein Fenster klopfen

    Wintereinbruch, bitterkalt ist es geworden. Tagsüber bleibt es temperaturmäßig nur noch einstellig und nachts sackt die Quecksilbersäule auf kalte null Grad ab. Was für ein Unterschied zu den vorangegangenen Tagen. Von dem meteorologischen Frühlingsanfang, am ersten März, also seit 17 Tagen, ist absolut nichts zu spüren. Gut, bis zum normalen jahreszeitlichen Frühlingsanfang am 21. März sind es noch ein paar Tage. Also üben wir uns in meditativer umd mediterraner Geduld. Nur, was mir neu ist, ist, dass es neben den meteorologischen und den kalendarischen Jahrenszeiten noch eine 3. Jahreszeiteneinteilung gibt. (Wir alle kennen ja auch die 5. Jahreszeit, aber das hat ja gar nichts damit zu tun!)

    Das muss dann aber noch im Winter blühen
    Das muss phänologisch noch im Winter blühen

    Die Rede ist von der sogenannten phänologischen Jahreszeit, die wiederum in zehn Zeitabschnitte gegliedert ist. Da gibt es zum Beispiel den Vorfrühling, den Erstfrühling und den Vollfrühling und ebenso ist es dann mit Sommer und Herbst. Nur der Winter bleibt nach dieser Einteilung schlichtweg der Winter, ist qua dortiger Definition 113 Tage lang. Die Phänologie ist die Lehre vom Einfluss der Witterung u. des Klimas auf die jahreszeitliche Entwicklung der Pflanzen u. Tiere.

    Man spricht in dem Zusammenhang auch von sogenannten Zeigerpflanzen. So soll beispielsweise im April der Erstfrühling sein und dann zu dieser Zeit die Forsythie blühen und von der Stachelbeere solllen sich die ersten Blätter zeigen Eine Wissenschaft für sich. Egal, wie man die Jahreszeit definiert, Fakt ist, dass bei uns rund um die Uhr die Heizung läuft.

    Also nix mit Hans Albers, La Paloma: „Ein Wind weht aus Süd und zieht mich hinaus auf See“ https://www.youtube.com/watch?v=DT86KDYyzu0. Da passt schon eher Hans Hartz, Sturm:, „Ein kalter Wind weht her vom Meer…” https://www.youtube.com/watch?v=lMih6n_6dEQ, hihi.