
Arbeitsreiche drei Wochen in Darmstadt liegen hinter uns, aber auch schöne Ostertage und en Sonntag am Rhein, und viele Abende mit lieben Freunden, jetzt aber sind wir wieder auf dem Weg zu Hexe. Die Forsythien sind aufgeblüht in unserer Zeit in der Heimat, zartes Grün zeigt sich an den Bäumen im Wald und verschönt die Autobahnfahrt in Deutschland. Die ersten Tage waren durch „Usselwetter“ geprägt, die Wege im Park aufgeweicht von dem vielen Regen, ich traue mich nur mit dem langen Wintermantel vor die Tür. Wenn die Sonne sich mal zeigte, wurde es gleich deutlich wärmer, Ende März hat sie schon wieder Kraft. Und seit letzen Sonntag ist das Wetter immer besser geworden, die Krokusse verblühen langsam, und die Magnolien sind explodiert.

Gestern hatten wir noch ein trauriges Erlebnis: Morgens um sieben klingelt mein Handy, Aysen, die mit ihrem süßen Hund schon so früh Gassi geht, war dran. Sie hatte einen kleinen Igel gefunden, dem es offensichtlich nicht gut ging, und die Gerüchte im Park sagten, ich hätte mich doch schon mal um die Igel gekümmert.Und sie habe schon die Feuerwehr angerufen, die sei aber nicht zuständig, und im Tierheim nimmt noch keiner das Telefon ab. Die wirkliche Igelspezialistin, auch eine Hundemama aus dem Park, ist auch nicht zuhause, also schaue ich mir den Igel einmal an. Er liegt zusammengerollt und schnauft, noch klein ist er, aber er atmet und ich lasse ihn gehen.
Mittags gehe ich noch einmal hin, er liegt immer noch am gleichen Fleck, ich stelle ihm ein bisschen Katzenfutter vor die Nase, das mögen Igel normalerweise sehr gerne. Unser kleiner Freund zeigt kurz mal seine Schnauze, ich freue mich schon, denke, er will bestimmt was essen, aber dann sehe ich, dass da ganz viel Blut ist. Mit bloßen Händen kann ich das Stacheltier nicht anfassen, ich rufe Volker an, er kommt mit Handschuhen, aber als er ihn hochnimmt, rollt sich der kleine Kerl mit so viel Kraft zusammen, dass wir uns die Verletzung nicht anschauen können.
Später gehen Volker, diesmal mit der richtigen Igelspezialistin, noch einmal hin, da ist der Kleine schon ganz schwach, und man kann sehen, dass eine Krähe ihm das ganze Gesicht zerstört hat, er hat keine Chance mehr. Da erlöst Volker ihn und befördert ihn in den Igelhimmel, sehr traurig.
Gestern Abend waren wir zum Abschied mit Allegra, Larissa und Johannes in der Stadt zum Essen, eigentlich schon auf dem Heimweg, als Volker meint, er sei in all den langen Jahren in Darmstadt noch nie in der „Krone“ gewesen, das ist das Lokal, in dem alle Schüler und Studenten Darmstadts verkehren, eines der ältesten Häuser der Stadt, wo auch oft Livemusik ist, halt „Die Krone“. Also räumen wir auch dieses Versäumnis aus, Larissa bestellt ihrem Papa erst einmal einen „Mexikaner“, puhhh, da verzieht Volker aber schon das Gesicht, als er das Gemisch aus Tomatensaft, Gin und Tabasco heruntergeschluckt hat. Auf ex, denn so Larissas Spruch: „Nich schnacken, Kopf in’n Nacken!“

Jetzt sind wir also auf dem Weg zu unserem anderen Zuhause. Wir freuen uns drauf, zumal die Wetteraussichten gut sind, natürlich regnet es auch in der Löwenbucht mal im Frühjahr, aber die Temperaturen sind deutlich höher als in Südhessen und die Sonne zeigt sich häufiger. Nächste Woche findet in La Grande Motte, wo die Hexe auf uns wartet, eine große Katamaranmesse statt, deswegen müssen wir heute Abend dort sein, und unser Boot an einen anderen Platz legen, aber natürlich werden wir uns die zweibeinigen Schätzchen mal genau ansehen und vielleicht auf dem einen oder anderen auch mal abends mitsegeln. Allegra kommt für ein paar Tage mit uns, sie will in der Hängematte in der Sonne liegen, und wir werden mit ihr die Schönheiten von Montpellier, Nimes und der Camargue erkunden.

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