Baro 1017, bedeckt, neblig, später sonnig, Wind S um 4 Beaufort, die See 1 m, Etmal 167 sm

Heute Morgen hat sich mal wieder eine Taube auf dem Bugkorb niedergelassen, ein kleines Tier, und sie plustert sich auf, denn hier ist es wirklich noch kalt. Und der Wind, der mit 12-15 Knoten weht, macht es für den weit gereisten Vogel nicht einfacher. Als Volker nach vorne geht, fliegt sie doch lieber weg, es war eine Ringeltaube, die sind Menschen nicht so gewöhnt wie die Brieftaube, die uns so lange begleitet hat.

Halb zehn zeigt sich tatsächlich ein bisschen blauer Himmel, die Sonne hat den Nebel aufgelöst. Inzwischen scheinen wir langsam wieder in der Zivilisation anzukommen, auf dem AIS sind sieben Schiffe gleichzeitig zu sehen. Es werden immer mehr Schiffe, die um uns herum auf den verschiedensten Kursen fahren, und es macht mir viel Spaß, im AIS zu schauen, wie sie heißen, wie groß sie sind, und wohin sie fahren. Ein General Cargo Segler ist dabei, die „Artemis“ fährt unter französischer Flagge, sie möchte am 7. Juli in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe sein




Das gibt es für uns sozusagen als Vorgeschmack auf den Englischen Kanal, damit wir uns darauf vorbereiten können, immer auf der Hut zu sein vor Schiffen, die unseren Weg kreuzen. Von russischen Militärbooten werden wir uns jedenfalls fern halten.
Mit dem neuen Wetterbericht diskutieren wir erneut die richtige Strategie: Wo fahren wir an Ouessant vorbei? Zwischen der Insel und dem Festland? Oder doch lieber außen herum? Weiter hoch zur englischen Küste? Oder doch lieber an der französischen bleiben?
Im Moment fahren wir auf einen Punkt westlich von Ouessant zu, dort werden wir heute Nacht sein, dann sehen wir weiter, wie wir durch den Englischen Kanal segeln wollen.