Drei Ausflüge auf Madeira

Nachdem wir diese hübsche Insel wetterbedingt erst einmal nicht verlassen wollten, haben wir uns ein Auto geliehen, um Ausflüge zu machen.

Ich liebe Madeira, aber ich finde, dass es sehr „geknautscht“ ist. Auf auf der Fläche von nur 741 Quadratkilometern wechseln sich 140 km Küstenlinie, saftige Täler mit luftigen Höhen ab. Auf kurzen Strecken erhebt sich das Land vom Meer an der höchsten Stelle auf über 1.800 Meter. Es ist wunderschön, aber auch zeitraubend, sich durch endlose Haarnadelkurven zu schwingen. Deswegen haben die Madeirer Tunnelsgebaut, mehr als 150 davon mit ingesamt mehr als 80 Kilometern, beeindruckend!

Am Sonntag sind wir um den westlichsten Punkt herum gefahren, vorbei an der Stelle, wo wir vorher umgekehrt sind, und weiter auf gewundenen Straßen und durch ebendiese Tunnel. Zunächst ging es bis zum Leuchtturm von Ponta do Pargo, der am westlichsten Punkt von Madeira die Schiffer auf die Insel aufmerksam macht. Bei schönstem Wetter sind wir bis zum Leuchtturm gelaufen und schauten übers Wasser Richtung Azoren. 

Einen zweiten Stopp legten wir in Porto Moniz ein, dort. gibt es natürliche Schwimmbäder in der Vulkanlandschaft, und sie werden an diesem schönen Tag gerne von zahlreichen Menschen genutzt. Leider hatten wir keine Badesachen dabei, und das Nacktbaden ist auf dem erzkatholischen Madeira nicht so gerne gesehen, vor allem nicht an solchen Plätzen.

Wir fahren weiter, wollen durch einen großen Tunnel wieder auf die Südseite der Insel gelangen, aber davor ist ein Monsterstau, darauf haben wir keine Lust und wir fahren wieder den gleichen Weg zurück. Auf einer kleinen Straße zur Küste hinunter versperren uns einfach zwei Kühe und zwei Kälbchen den Weg. Sie wollten sich leider nicht streicheln lassen. Das war unser erster Ausflug am 3. Juni zum Westteil von Madeira.

Bei unserem ersten Versuch Madeira zu verlassen, hat Volker das Display seines Handys so geschrottet, dass man gar nichts mehr damit anfangen konnte. Oh je! Zum Glück hatten wir noch ein altes Nokia an Bord, auf das ich ihm mit stundenlanger Geduld und der Sim-Karte aus unserem IPad zumindest die Adressen und seinen WhatsApp Account wieder herstellen konnte. Aber am Montag macht der Apple Laden, den es glücklicherweise in Funchal gibt, wieder auf und wir fuhren hin. Das ist immerhin fast eine dreiviertel Stunde Fahrt bis zu einem riesigen Einkaufszentrum, in dem an diesem Montag kaum was los war.

Im Apple Laden gibt es zwar schöne neue Apfel-Spielzeuge, aber für das alte 12er IPhone leider keine Scheiben mehr. Wir bekommen allerdings den Tipp, es doch mal bei dem IServices-Laden ein paar Geschäfte weiter zu versuchen. Ja, hier kann man das Display erneuern, wir schauen erst einmal auf ein paar generalüberholte IPhones 15 oder 16 an, aber schließlich entscheidet Volker, dass es sich doch rentiert, das 12er reparieren zu lassen. In einer halben Stunde sollen wir wieder kommen, da ist die Scheibe ist drin, aber es funktioniert noch nichts. Jetzt bekommt das alte Telefon noch einen Glasschutz, wieder zehn Minuten Warten, dann können wir es mitnehmen, und es soll acht Stunden dauern, bis alles wieder da ist, sonst muss es ganz zurückgesetzt werden. Es war natürlich nix da, als Volker es in den frühen Morgenstunden zur Hand nimmt, auch mehrere Wiederbelebungsversuche meinerseits hatten keinen Erfolg. Schließlich setzte ich es ganz zurück, danach baute ich es aus der Cloud wieder auf, und siehe da: Es funktioniert wieder. Der Skipper ist glücklich und ich erleichtert!

Da wir nun schon in der Nähe der Insel-Hauptstadt sind, machen wir einen Ausflug dorthin, erfreuen uns an dem Atem einer richtigen Stadt, mit einem schönen Altstadtkern, erholsamen Parks und einer großzügigen Uferpromenade. Auf einer der großen Straßen hängen Riesen-Bananen, von Kindern angemalt, sehr schön. Wir laufen weiter, und wollen noch zu der beliebten Markthalle, aber die ist leider geschlossen, hä? Oh ja, es ist Fronleichnam, das war irgendwie an uns vorüber gegangen. So endet der Ausflug des zweiten Tages.

Am dritten Ausflugstag, wir sind schon beim 5. Juni, gibt erst erst einmal Kunst. Von der Marina aus kann man das große graue Gebäude auf dem Hausberg sehen, in dem das Museum für moderne Kunst beheimatet ist. Natürlich war erst einmal Mittagspause, als wir dort ankamen, aber dann waren wir total beeindruckt: Für nur fünf Euro Eintritt gab es eine Vielzahl von perfekt gehängten oder platzierten Werken, auf drei großzügigen Etagen. Ein Großteil der Ausstellung widmet sich dem aus Madeira stammenden aber inzwischen in den USA lebendem Künstler „Rigo 23“. Hier gibt es mehr Fotos als Text dazu:

Danach nehmen wir uns den Nordosten der Insel vor. Wir fahren wieder durch die Tunnels in der Mitte, diesmal in der anderen Richtung ohne Stau, dann an der wunderschönen Küstenstraße entlang, wieder hoch und runter und hoch und runter. In Santana wollen wir uns die kleinen Dreieckshäuser ansehen, und an dem einzigen noch gut erhaltenen Originalhaus empfängt uns ein freundlicher Besitzer, der als Kind schon mit seinen Eltern nach Venezuela ausgewandert war, weshalb die Verständigung für uns natürlich sehr viel einfacher wurde mit Spanisch statt Portugiesisch, wobei man sagen muss, dass hier fast jeder auch gut Englisch spricht.  Von diesen Hütten ist nur noch diese eine in einem schönen Zustand, die anderen, die es nur hier in diesem Dorf gibt, sind leider ganz verfallen. Bei dem Besucherzentrum gibt es Replikas, aber der Besitzer, dessen 90jährige Mutter in einem Anbau hinter dem Hüuschen lebt, ist stolz auf sein Original und will es auf jeden Fall schön erhalten.

Auf der Rückfahrt durchfahren wir gefühlte hundert Haarnadelkurven bergan, bis wir auf der luftigen Höhe von 1.376 m angekommen sind, und über nicht ganz so viele Kurven wieder ins Tal Richtung Funchal und dann nach Calheta und freuen uns auf ein Abendessen und unser Sofa zum Beine hochlegen.

Das wars von Madeira, gestern haben wir noch ein letztes Bad im Meer an der Strandpromenade genossen, seit heute morgen sind wir mit der Hexe unterwegs. Wo und wann wir anlanden werden, wird sich zeigen, aber es kommt alles in den Blog.

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