Ab in den Norden, Teil 2

Der erste Schnee taucht nach Grenoble auf

Der erste Schnee taucht nach Grenoble auf

Jetzt geht es weiter nach Norden, es ist ganz leicht bewölkt und immerhin noch 8,5 Grad warm. Das Navi sagt, dass wir um drei Uhr in La Toussuire sein werden.

Hinter Barcelona haben ja die Laubbäume angefangen, den Kiefernwald zu durchmischen, und nach der französisch-spanischen Grenze wird die Landschaft immer weniger südlich. Palmen gibt es keine mehr, auch die Zypressen werden weniger, dafür gibt es Tannen und andere Nadelhölzer, und neben den Pappeln auch Buchen, Platanen und andere Laubbäume. Und die Berge sind voller Wälder, etwas, was wir die letzten Monate gar nicht mehr kennen, Wald.

Die Savoier Alpen versprechen mehr

Die Savoier Alpen versprechen mehr

An der Ardeche kommen wir in die mediterranen Voralpen, hier sind aber noch keine schneebeckten Berge zu sehen, die Gipfel sind grün.
12:00 Uhr, hinter Valence, 10 Grad, hier tauchen wieder schneebedeckte Gipfel auf, leider auch ein paar dunklere Wolken.
13:00 Uhr, Grenoble, 6 Grad, leicht bewölkt, diesig, Schneereste am Straßenrand.
13:40 Uhr, Saint-Jean-de-Maurienne, 6 Grad, leicht bewölkt
14:00 Uhr, La Toussuire, 6,5 Grad, angekommen.

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Auf, in den Norden!

Die Dämmerung hinter Almeria

Die Dämmerung hinter Almeria

Heute morgen sind wir, noch im ganz Dunkeln, mit unserem geliehenen Seat Ibiza losgefahren. Das Meer der Costa del Sol hat uns mit einem traumhaften Sonnenaufgang verabschiedet, wir sind auf dem Weg nach La Toussuire zum Skifahren. Schon ein bisschen verrückt, 1.580 km (one way) in die Kälte zu fahren! Aber wir haben letztes Jahr mit Kindern und Freunden beschlossen, uns doch noch ein “allerletztes Mal” im “Petit Chalet” zu treffen, wo wir seit sechzehn Jahren mit großem Vergnügen und vielen Freunden diese hessische Ferienwoche verbracht haben.

Ein Sonnenaufgang

Ein Sonnenaufgang

Hinter Almeria, nach der großartigen Dämmerung und dem anschließenden Sonnenaufgang wand sich die Straße langsam in die Berge, weg vom Meer, in eine total karge Gegend. Trotzdem gibt es hier einen Naturschutz-Park, und plötzlich war es nur noch zwei Grad kalt. Fünfzig Kilometer weiter, wieder in der Ebene, wird jeder Zentimeter Boden landwirtschaftlich genutzt, die Erde ist voll mit Mandarinenplantagen, Kohlfeldern und den hier unvermeidlichen Gewächshäusern. Diese sollen nicht etwa, so wie bei uns, die Wärme drinnen halten, davon gibt es eher genug, sondern die Feuchtigkeit, denn Regen ist Mangelware.

Vorne die Gewächshäuser, hinten schroffe Bergehöhen

Vorne die Gewächshäuser, hinten schroffe Bergehöhen

Von Murcía Richtung Alicante scheint der Boden immer fruchtbarer zu werden, das ist wohl das große Obst- und Gemüseanbaugebiet, Felder mit Gemüse gibt es, aber vor allem Zitronenplantagen, massenweise hängen die gelben Früchte in den Bäumen. Und Palmen gibt es auch, dazu Olivenbäume und lange Reihen mit Rebenstöcken für die guten spanischen Weine. Aber so fruchtbar das Tal zu sein scheint, die Berge außen herum sind karg, voller schroffer Klippen und Abhänge und ganz wenig Vegetation, einzelne Flechten und Büsche halten sich verzweifelt an den Geröllhängen fest; insgesamt eine tolle Kulisse.

Die futuristische Skyline von Benidorm

Die futuristische Skyline von Benidorm

Bei Alicante nähert sich die Autobahn wieder dem Meer, wir passieren Benidorm ganz nah, es sieht futuristisch aus mit seinen enormen Hochhäusern, wie Klein-Manhattan. Auf jeden Fall werden wir dort mal mit dem Boot anhalten, um uns den Mega-Touri-Ort aus der Nähe anzuschauen. Ab hier wird auch die Gegend insgesamt grüner, die Berge sind nicht mehr so kahl, dafür werden die Palmen weniger und machen Zypressen und Pinien Platz.

"Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg"

“Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg”

Auf unserer Fahrt weiter nach Norden werden die Berge kleiner und weniger schroff, bewachsen mit kleinen Bäumen und Sträuchern. In der Mitte der Autobahn wachsen Oleandersträucher, die allerdings nicht, wie noch in Südportugal, in der Blüte stehen. In der Ebene rechts und links der Autobahn wechseln sich Olivenbaumplantagen mit den uns seit Almeria begleitenden Orangen-, Zitronen- und Mandarinenplantagen ab. Volker hat uns von einem wildwachsenden Baum direkt an der Autobahn ein paar Früchtchen geholt, die sind aber noch ziemlich sauer, am besten werden wir sie auspressen, und, mit Zuckerzusatz versehen, lieber trinken als essen.

Da geht es in die weite Ebene Richtung Barcelona

Da geht es in die weite Ebene Richtung Barcelona

Ab Barcelona verändert sich die Landschaft noch einmal, Laubbäume mischen sich unter die Kiefernwälder und es gibt ganze Pappelplantagen in der flachen Ebene. In der Ferne sieht man schneebedeckte Berge, schon eine kleine Verheißung auf die kommenden Tage.

Übernachtet haben wir in Perpignan, in einem sehr französischen Bistro hervorragend gegessen, und in einer sehr vollen Studentenkneipe zum Abschluss des Tages eine “Ouvrette” getrunken, das hatte jemand am Tresen neben mir bestellt und gemeint, ich solle das mal probieren es sei sehr lecker. Es ist Bier mit Grenadine und Kirschlikör, schmeckt super, und der Name bedeutet, wohl zu Recht, “Büchsenöffner”!

Der Weihnachtsmarkt in Perpignan

Der Weihnachtsmarkt in Perpignan

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Leihautos…

Auf unserer Fahrt nach Norden haben wir beim Fahren gegen den Sonnenaufgang bemerkt, dass kein Wischwasser kommt, um die Scheiben sauberzumachen. Also fahren wir in der Nähe von Murcía zu einer Tankstelle, um Wasser nachzufüllen. Dabei muss Volker jedoch feststellen, dass es nicht an Wasser mangelte, sondern dass die Pumpe kaputt sein muss. Also rufe ich bei Europcar in Almería an, wo wir den Seat geliehen haben, und frage, ob wir irgendwo an der Strecke den Wagen tauschen können. Das scheint problemlos möglich, in Valencia sollen wir am Flughafen ein neues Auto bekommen. Vamos a ver!

Noch ein Exkurs: Zu Weihnachten hatten wir bei Goldcar in Malaga am Flughafen einen Citroen gemietet, damit wir die Kinder vom Flughafen abholen und sie auch wieder dorthin zurückbringen können. Da Volker ja zwei Tage so schnell und weit gesegelt ist, hatten wir das Auto am 30. Dezember in Almerimar stehen, und mussten von dort aus Larissa zum Flughafen nach Malaga zurückbringen, gute 150 km weit, das Auto dort abgeben und mit Bus und Bahn wieder zurück nach Almerimar.
Da haben wir uns ganz schlau überlegt, dass wir den Wagen doch auch gleich für die Fahrt nach Frankreich behalten könnten, und später in Almeria zurückgeben. Also habe ich mit der Zentrale von Goldcar telefoniert, ob wir das so machen könnten, und was es kosten würde. Die ansonsten sehr freundliche Señorita am Telefon konnte das nicht beantworten, das musste sie mit der Verleihstation direkt besprechen, da ging aber niemand ans Telefon. Also wollte sie mich zurückrufen. Als nach drei Stunden kein Anruf gekommen war, rief ich wieder bei Goldcar an. Ja, wir könnten das Auto behalten, und ja, wir können es in Almeria zurückgeben, aber nein, einen Preis kann sie mir nicht sagen, da müsse ich zu einer Goldcar-Filiale fahren. Ja, irgendeiner.
Larissa und ich machten uns auf den Weg zum Flughafen in Almeria, weil das wohl die nächste Filiale war, und wir ja auch dort das Auto abgeben wollten. Wieder ist dort eine sehr freundliche Señorita, die auch einen Preis machen kann, an einem anderen Ort abgeben kostet über einhundert Euro mehr, aber das Problem ist, dass wir mit dem Auto nach Frankreich wollen. Um die Auslandsversicherung abschließen zu können, müssten wir in Valencia oder Barcelona zur Zentrale fahren und die Versicherung dort abschließen. Nein, das geht nicht bei ihr und auch nicht im Internet. Na, dazu haben wir ja überhaupt keine Lust!
Es gibt auch noch zwei andere Schalter: Hertz und Europcar. Bei beiden fragen wir nach, vergleichen Priese und Leistung und entscheiden uns schließlich für Europcar, wo uns Dolores schon im Computer findet und uns den Ibiza ausleiht. Leider hat der Tausch in Valencia nicht geklappt, sie hatten dort kein Auto, das mit Diesel fuhr und einen Tempomat hatte, auch in den umliegenden Stationen nicht, so sind wir weiter mit dem Ibiza unterwegs und müssen halt ab und zu die Windschutzscheibe abwaschen.
Schade.

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Besser mal nachgeschaut

Welcher Prinz wohl hiermit sein Aschenputtel finden mag?

Welcher Prinz wohl hiermit sein Aschenputtel finden mag?

Als wir nach dem coolen Ritt vor drei Tagen das Schiff aufgeklart haben, ist uns eine abgebrochene sechs-Millimeter-Niete ins Auge gefallen. Das kleine Stück Metall lag unschuldig im allzeit mittransportierten Beiboot und dasselbige liegt normalerweise auf dem Vorschiff. Mit Ralph haben wir dann zusammen das Schiff sozusagen untenrum inspiziert. Die Verbindung Mast – Baum war tadellos, am Baumbeschlag / Niederholer gab es keine Auffälligkeiten, der Spibaumbeschlag war mit allen Nieten fest an seinem Platz, kurzum, wir haben nix gefunden. Aber nix gefunden heißt noch lange nicht, dass nicht irgendwo diese Niete herausgebrochen ist, mit der Gefahr größerer Folgeschäden. Das hat der Capitania und dem Skipper doch einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Die Tour in die Mastspitze und zwar bis ganz oben hin, war so leider unvermeidlich. Gestern war es dafür mit 13 Grad ein bisschen frisch, heute dafür von den Temperaturen her um so angenehmer.

Ralph von der „Mal wieder“, der deutlich weniger wiegt als der Skipper, hat sich für den Aufstieg angeboten. Doppelt gesichert mit zwei Leinen und, neben dem Bootsmannstuhl, noch mit Klettergurt ausgerüstet, haben wir ihn in Windeseile auf 21,6 Meter Höhe in die Mastspitze gezogen. Inge, Cornelia und ich waren dabei sozusagen die Bodenkontrollstation an den Leinen und Hebelklemmen. Der komplette Mast, die Wanten, die Salinge und alle montierten Beschläge wurden einer ausgiebigen Kontrolle unterzogen. Doch die Stelle mit der abgebrochenen Blindniete wurde partout nicht entdeckt. Wenigsten haben wir jetzt die Gewissheit, dass unser Mast in Ordnung ist. Das Beiboot lag nun schon seit einigen Wochen ungenutzt auf dem Vorschiff, vielleicht ist das kleine Stück Metall von einem anderen Mast abgefallen, oder der Klabautermann hat sie dorthin gelegt um uns zur Mastkontrolle zu ermutigen, wer weiß…

Heute hatten wir noch einen letzten Großwaschtag im alten Jahr, die 15-Kilogramm-Waschmaschine im nahegelegen Waschsalon war jedenfalls proppenvoll gefüllt. Acht Kilo gingen am Ende der Waschsession noch in den Trockner, der Rest flatterte danach, hübsch aufgereiht, an der gespannten Wäscheleine, bei frischem Wind, wild hin und her.

Üppig tragende Orangenbäume sind in den Städten keine Seltenheit

Üppig tragende Orangenbäume sind in den Städten keine Seltenheit

Ansonsten haben wir „Klar Schiff“ zur Sylvesterfeier, das Bier ist kalt gestellt, ausreichend Grillfleisch eingelegt, Salate sind vorbereitet und ein Kuchen ist gebacken ( natürlich mit Arbeitsteilung). Das neue Jahr kann kommen, wir feiern nicht allein hinein und sind schon ganz gespannt, was 2015 so bereit hält. Mit Bernd und Birgit, und Ralph und Inge wollen wir jedenfalls einen gelungenen Neujahrsstart hinlegen.

Wir wünschen Euch ebenfalls einen guten Start ins neue Jahr, Gesundheit, Glück und Wohlbefinden!

Mit herzlichen Grüßen aus Almerimar

Die Crew der HEXE
Cornelia, Volker und Bordhund Nico

12 Trauben, abgepackt für Jahreswechselmitternacht

12 Trauben, abgepackt für Jahreswechselmitternacht

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Eilmeldung, Fehler vom Amt!

Wo gehobelt wird, fallen Späne und manchmal reicht gut gemeint nicht aus. Wir haben aus Versehen das letzte Video zwar hochgeladen aber nicht veröffentlicht. Gut, dass das einigen von Euch aufgefallen ist, danke!

Hier ist nun der korrekte Link zum ultimativen HEXENFLUG, bzw. Surfvideo

Viel Spaß beim Anschauen

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Zwanzigkommaneun Knoten

20,9 Knoten war heute der absolute Topspeed, den ich jemals mit einem Segelschiff gefahren bin und ich bzw. wir segeln schon ein paar Jährchen. Heute morgen nach dem Ablegen hat es ganz flink aufgefrischt, kleine Schaumkronen färbten die Wellenspitzen weiß. Der erste Surf war mit 9,8 Knoten Bootsgeschwindigkeit schon mal nicht schlecht. Dann hatte der Wind wohl keine Puste mehr und schlief wieder ein, blöd für mich, die übriggebliebenen Wellen schaukelten das Schiff ganz schön durch. Heute hatte ich meinen Solosegeltag, d.h. ich bin allein gesegelt, Cornelia und Larissa sind mit dem Leihauto nach Almerimar gefahren.

So gegen 11 Uhr hatten die Windgötter wohl wieder genügend Kraft getankt und der Reigen ging los. Der Wind frischte auf flotte 7 Windstärken auf und die Hexe begann ihren Tanz. Bald zeigte die Logge 12 Knoten Bootsgeschwingigkeit an, schon mal ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Ich habe dann ein bisschen von der Küste weggesteuert, um in der Erwartung stabilerer Winde, die nicht von den Bergen und der Küste abgelenkt werden.
So war es auch, zeitgleich nahm der Wind weiter zu, die Anzeige zeigte bald ständig Wind über 30 Knoten an, ca. 55 km/h. Bisher hatte ich nur das volle Großsegel oben, das war jetzt trotzdem deutlich zuviel Segelfläche und der erste Sonnenschuss war dafür ein klarer Indikator. ich habe gleich das 2. Reff eingebunden, man weiß ja nie, was noch kommt. Und das war gut so, der Windmesser zeigte bald 38 Knoten, also Windstärke 8, die Wellenhöhe nahm auch zu auf ca. 3 Meter. Die Hexe dankte es mit flotter Fahrt und ausgiebigen Surfs, manchmal über 15 Knoten. Hier gibt es das Video dazu. Das muss man gesehen haben!

An einem Punkt war das zuviel für den Autopilot und das ganze Schiff legte sich, relativ stabil, auf die Seite und lies sich weder mit gutem Zureden noch kräftigem Drehen am Steuerrad dazu bewegen, sich wieder aufzurichten. Ich habe deshalb das kleine Stück Vorsegel auch noch weggedreht, daraufhin fuhr das Schiff wieder dorthin, wo ich es wollte.
Kurz darauf erreichte der Wind die 40-Knoten-Marke und überbot sogar diese noch mit bis zu 48 Knoten. Der Kahn oder besser gesagt die Hexe war in einem Dauersurfzustand, ständig über 12 Knoten, teilweise auch bei 17 Knoten, so etwas hatte ich noch nie erlebt.

Und dann kam diese Welle, ich hörte sie schon anrauschen. Deutlich höher als ihre Vorgängerinnen hob sie das Schiff an, die einfallende Windböe ließ das Schiff lossurfen, 13, 15, bis17 Knoten. dann bohrte sich der Bug tief in die vorauslaufende Welle, weiße Gicht schoss über das Vordeck, doch plötzlich hebt sich der Bug, der Surf geht weiter, 17 Knoten, 19 Knoten, dann springt die Anzeige auf über 20 Knoten! Ich steh nur staunend da, der Autopilot hat die Kontrolle, dann münden mein Adrenalinrausch und meine angestauten Emotionen in einem lauten Jubel, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Angsteinflößend, aber gleichzeitig auch faszinierend. Kurz danach war Schluss mit lustig, ein erneuter Sonnenschuss folgte und wir lagen abermals auf der Seite, eine Welle stieg dabei von der Seite ein und ergoss sich über das ganze Schiff und über mich. Das Wasser ist zum Glück noch relativ warm.

Kurze Zeit danach ließ der Wind immer weiter nach, nur die Wellen blieben, wie immer, deutlich länger noch und machten mir das Leben schwer. Ohne Wind hat ein Schiff keine so große seitliche Stabilität und rollt wie wild von einer Seite zur anderen. Da hilft nur, den Motor anzuschalten, Gas zu geben, und durch die damit verbundene Fahrt ist es ein bisschen angenehmer. Kurz vorm Hafen stand durch die abnehmende Wassertiefe noch reichlich Welle und eine davon sind wir, die Hexe und ich, mit 15,5 Knoten hinuntergerauscht, auch diese Welle hat sich vorher laut bemerkbar gemacht. Kurz darauf hatten wir die Hafeneinfahrt passiert und alles war ruhig und gut. Gott oder wem auch immer sei Dank, dass heute nichts zu Bruch ging.

Jetzt liegen wir in Almerimar, Larissa fliegt am 30. zurück nach Good Old Germany, wir werden hier Silvester feiern.
Danke an Ralf und Inge für das liebe Willkommen hier im Hafen.

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Erster Schnee

IMG_9386Den gibt es nicht nur in der Heimat, wo sicherlich der Verkehr zum Erliegen kommt und der Streudienst die weiße Pracht gleich wieder beseitigt. Auch hier hat es geschneit, die Bergspitzen der Sierra Nevada sind weiß bedeckt, zwar wirklich nur die obersten Kämme, aber immerhin. Baden im Meer, Skifahren in den Bergen, all das liegt nur eine Stunde mit dem Auto auseinander. Von Benalmádena haben wir uns losgeeist, was auch nicht wirklich schwerfiel. Der Hafen ist schwellig, sobald draußen das Wasser bewegt ist, die Hafenleitung ist schwerfällig und das Gesamtambiente muss man mögen. Der alte Ortsteil von Benalmádena liegt sieben Kilometer vom Hafen weg auf nahezu 500 Höhenmetern und bietet neben der kleinen und schönen Altstadt einen grandiosen Blick.

Cornelia hat heute Allegra und Leonard zum Flughafen gefahren, dabei mit Allegra noch die wunderschöne Altstadt von Malaga besichtigt, die ist echt lohnenswert. Es lockt u.a. das römische Amphitheater, zahlreiche Kirchen und spanisches Kunsthandwerk.

IMG_2021Wir haben das alles aber nicht besichtigt, sind nur gemütlich durch die Altstadt gelaufen, das war sehr schön, denn viele junge Leute und viele junge Familien waren unterwegs und genossen mit Freunden den Beginn des letzten Wochenendes im alten Jahr. Die Rastaurants und die Bars waren voll, und endlich mal mit ganz vielen Spaniern! Wir waren im Markt, wirklich sehenswert; haben zwei Keramik-Schüsseli in einem sehr netten Geschäft mit angeschlossener Kneipe erstanden und am Ende beim Samstagmittagsonnenscheinmarktfrühschoppen ein paar Tapas genossen.

Ich bin mit Larissa bei leichten Winden und strahlendem Sonnenschein gesegelt. Der Sonnenschein blieb länger, der Wind legte kräftig zu, 32 Knoten war die Tagesspitze. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit betrug so zwischen 18 und 20 Knoten wahr, der Windeinfallswinkel war mit 160 bis 180 Grad von hinten ganz schön herausfordernd. Aber leicht kann ja jeder und durch das geringe Gewicht unseres Boots und der großen Breite im hinteren Teil ist das Ganze relativ stabil, die HEXE und der Skipper hatten reichlich Spaß dabei, Larissa ein wenig Probleme mit dem zunehmenden Seegang, Topspeed waren gute 12, 4 Knoten über Grund – der Skipper ist stolz auf das Boot.
Jetzt geht es ins Restaurant, alle sind hungrig. Morgen soll die Reise weitergehen, Almerimar ist das Ziel, dort wird das Schiff dann auch liegenbleiben, wenn wir nach Frankreich zum Skifahren fahren…

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Heiligabend

Traditionell feiern wir, in dem Falle die ganze Familie, Weihnachten nicht am Heiligabend, sondern am 25. Dezember, dem ersten Weihnachtsfeiertag. Das hat sich einfach so ergeben umd das wird auch sicher noch länger so bleiben. Und hier in Spanien passt das gut zusammen mit der Landestradition. Weihnachten wird nicht am Heiligabend gefeiert, sondern am 25.12., so, wie auch in vielen Teilen der Erde. Löwi und Allegra sind seit gestern an Bord und seit gestern haben wir endlich auch einen besseren Liegeplatz im inneren Teil des Hafens mit deutlich weniger Schwell und Geruckel. An unserem alten Liegeplatz haben zwei unserer guten Festmacherleinen deutlich gelitten und der Mantel ist an mehreren Stellen durchgescheuert. Da müssen wir nochmal irgendwie nachbessern.
Es gibt einen anderen süßen Vorteil von dem neuen Liegeplatz, wir liegen vor zahlreichen Dattelpalmen, die reichlich Früchte tragen, diese reifen Datteln sind so lecker. Zahlreiche Kanarienvögel machen uns allerdings die süßen Früchte streitig. Auch sind die geschickten Flieger schon mit dem Nestbau beschäftigt, das Zuhause für die Jungvögel wird mit viel Akribie und Hingabe hoch oben auf der Dattelpalme gebaut und ist ein höhlenartiges Nestkonstrukt.
Wer Kanarienvögel kennt, weiß um ihre “Sprachfertigkeit” und so werden wir von morgens bis abends stimmgewaltig unterhalten. Fotos folgen!
Am gestrigen Abend waren wir zu einem Flamenco-Abend mit den belgischen Eltern und ihren vier Kids gewandert. Eine halbe Stunde ging es steil bergauf in das hochgelegene moderne Stadtzentrum von Benalmádena. Für den anstrengenden Aufstieg wurden wir mit original spanischer Flamenco-Musik entschädigt, stimmgewaltig dargebracht von acht Sängerinnen und Sängern. So viel spürbares Temperament, soviel Leidenschaft und Ausdruck. Das ganze Spektakel fand auf einer kommunalen Bühne statt und war für alle beeindruckten und mitklatschenden Zuhörer und Zuschauer kostenfrei.
Heute scheint die Sonne und es ist ziemlich warm, Löwi und Allegra überlegen, im 16 Grad kühlen oder warmen Mittelmeerwasser ein Weihnachtsschwimmen zu wagen. Cornelia und mir ist das deutlich zu kühl. Ab Mai soll die Wassertemperatur über die 20 Grad-Marke klettern und dann können wir über das Thema “Schwimmen” nochmal reden.Später wollen wir noch einen kleinen Ausflug mit unserem super Leihauto, einem Peugeot Tepee, ins hügelige Hinterland, mit seinen kahlen Bergen und urigen Dörfern machen.
Jetzt geht es erstmal in einen riesigen Carrefour-Supermarkt, um für den heutigen Abend und unser morgiges Weihnachtsfest lecker einzukaufen. Diesmal wird es wegen fehlender Gerätschaften kein traditionelles Raclette-Essen geben, wir grillen stattdessen T-Bone-Steaks und Seewolf.

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Ab jetzt geht es bergauf!

Die Tage werden wieder länger und darüber haben wir uns in den letzten Jahren so gefreut, dass wir in der längsten Nacht des Jahres eine große Wintersonnenwendfeier gefeiert haben. 30 bis 60 Freunde haben sich Jahr für Jahr in unserem Garten versammelt, ums Feuer herumgestanden, an den Stehtischen miteinander palavert, reichlich wärmende Getränke getrunken, viel miteinander gelacht und auch den Winterferienbeginn gefeiert. Witterungsmäßig war bei der Feier auch alles mit dabei, von milden plus 9 Grad bis zu eiskalten minus 15 Grad, auch Regen, Schneefall oder im besten Falle ein schöner Sternenhimmel. Diese große Feier hatten wir in diesem Jahr leider nicht. Aber die Tage werden bald auch so wieder länger und da hat ja jeder was davon, zumindest auf der Nordhalbkugel.

Gestern hatten wir, ziemlich sicher, unseren letzten Segeltag vor Weihnachten, der Wind kam zwar vorne, war aber von der Stärke her perfekt zum Kreuzen. Die 22 Seemeilen nach Benalmádena haben wir flott abgesegelt, segeln im Winter hat hier eine ganz andere Bedeutung als in den letzten Jahren in Holland, trotzdem sieht man kaum Yachten auf dem Wasser. Dafür sind hier die Häfen relativ voll mit festen Liegern, kaum jemand holt sein Schifflein aus dem Wasser, wofür auch, die Gefahr des Einfrierens geht wohl gegen null 🙂

imageHeute waren wir schon mal fleißig! Die Ankunft der Kinder steht bevor, das Schiff ist innen und außen auf Vordermann gebracht, Cornelia verpackt soeben die Weihnachtsgeschenke, der Leihwagen ist reserviert, kurzum, Weihnachten kann kommen. Und ja, wir haben einen kleinen, also einen ganz ganz kleinen Weihnachtsbaum, der auch noch in unterschiedlichen Farben leuchtet, schaut mal selbst.

Wir hatten soeben schon mal eine kleine Bescherung und haben uns beim lokalen Yachtausrüster einen neuen Fender und Bootswax gegönnt. Durch das Liegen an der Muringleine und dem direkten Kontakt zur nachbarlichen “Bootshaut” kann man gar nicht genug Fender haben und das ist eben im ganzen Mittelmeer so üblich. Das Wachs schützt ebenfalls unsere “Bootshaut”, diesmal vor den bösen UV-Strahlen und sorgt dafür, dass unser Schiff noch lange glänzt und hübsch aussieht.
Leider gibt es hier in Benalmadena kein gratis Hafen-Wifi, die wollen sich das viel zu teuer bezahlen lassen. Die Woche soll 42 Euro kosten, ein nicht ganz zeitgemäßer Phantasiepreis. Da gehn wir lieber ins Pub vorn, vertrinken die 42 Euronen und nutzen das Gratispubwifi. Deshalb danken wir auch nur erstmal ganz ganz herzlich für die vielen lieben Mailweihnachtswünsche.

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klein und fein

Bisher waren die Kneipen und Restaurants rund um den Yachthafen von Estepona ziemlich leer. Das hat sich gestern schlagartig geändert und die große Fiesta Espagnola nahm schon zum frühen Nachmittag mächtig an Fahrt auf. Es wirde gegessen, musiziert, gesungen und gelacht. Ein fröhliches Stimmengewirr. Und so haben wir uns dann am frühen/späteren (?) Abend auch in den Trubel gestürzt. Erstmal zum “warm up” in einer englischen Kneipe und dann später in einer Art Diskothek mit DJ. Wir haben viel getanzt, gelacht und gefeiert. Unsere Stimmung und die der Spanier war ausgelassen. Der Grund für den ganzen Trubel sind wohl die bevorstehenden Feiertage und für die meisten war der gestrige Tag auch der letzte Arbeitstag des Jahres, also eigentlich mehr als ein Grund…
Irgendwann waren nicht nur unsere Beine vom Tanzen müde, der neue Tag angebrochen und die Stimme etwas rau vom Mitsingen, also eindeutig Zeit zum Heimgehen. Wer feiern kann, kann auch segeln, so heißt das doch? Deshalb sind wir, nachdem wir die Hafengebühren beglichen hatten, auf einem spiegelglatten Meer unserem nächsten Ziel entgegenmotort. Sechs Seemeilen vor Marbella, unserem heutigen Tagesziel, hat es dann doch ein bisschen Wind gegeben und wir sind mit zwei bis drei Knoten Fahrt unserem Ziel entgegengezockelt. Langsam kann auch mal schön sein, zumal wenn, so wie heute, die Sonne vom Himmel lacht.
Wir liegen hier fünf Gehminuten nah zur Unferpromenade von Marbella im Ortsteil Bajadilla, ruhig und geschützt und doch ein bisschen ab vom Lärm, sehr schön.
Die Altstadt von Marbella ist klein aber wunderschön, es gibt nur ein paar eng verwinkelte Gassen, aber das lohnt sich allemal. Das hier ist mit das Schönste, was wir bisher an historischen Zentren gesehen haben. (Aber Estepona und Cádiz waren auch sehr schön)
Der Rest von Marbella entspricht in der Tat eher dem Klischee der spanischen Touristenhochburg mit zum Teil fragwürdiger Architektur. Ab dem Strand ist der Blick auf das Meer aber in jedem Fall unverbaut und Schönheit ist ja auch Ansichtssache.
Morgen segeln wir, wenn der Wind weht, nach Fuengirola oder nach Benalmádena, wo wir dann im Prizip auch zur Weihnachtszeit liegen werden. Der Flughafen von Malaga ist von dort nicht mehr weit entfernt, das ist in so fern praktisch, als der Nachwuchs zu jeweils unterschiedlichen Zeiten angeflogen kommt und wir mehrmals zum Flughafen mit dem Leihauto pendeln werden.
Am 25. Dezember sind hoffentlich alle Mann, bzw. Kinder an Bord und unser Weihnachtsfest startet dann so richtig.

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