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  • Auf in den Süden Tag 7

    Ich knüpfe mal an gestern und den frommen Wunsch des ereignislosen Tagesablaufes, der nur aus Segeln besteht, an. Was die sSegelei betrifft, gibt es aus meiner Sicht nichts zu meckern, bis um 19 Uhr blieb der bunte Gennaker oben, danach schralte der Wind, er kam also weiter von vorne. So weit so gut, mit einem Reff im Großsegel und einem Reff in der Genua ging es in die Nacht.
    Dass jedoch nichts kaputt ging am gestrigen Tag, können wir leider nicht vermelden, auch wenn viele liebe Menschen dafür die Daumen drücken. Am späten Nachmittag fiel uns auf, dass die Logge, das kleine Paddelrad im Wasser, das die Geschwindigkeit durchs Wasser anzeigt, nicht mehr funktioniert. Diese Logge im Verbund mit dem Windmesser im Mast und der vom GPS gelieferten echten Geschwindigkeit, ermöglicht es, dass wir auf den Displays immer die wahre rechnerische Windgeschwindigkeit und Richtung angezeigt bekommen und nicht nur den scheinbaren Wind. Es half auch nicht, das Paddelrad, das in ein Röhrchen praktisch eingegossen ist, aus dem Rumpf zu ziehen und stattdessen das Blindrohr einzusetzten, damit wir nicht geflutet werden. Das Paddelrad, im Trockenen betrachtet, schien an sich tadellos in Ordnung zu sein, doch so sehr wir an dem Rädchen drehten, es zeigte sich nichts im Display. Damit war die Fehlersuche noch nicht beendet, wir überprüften den Anschluss am Hauptplotter, aber auch das führte zu nichts. Leider haben wir keine Reservelogge dabei, man kann auch echt nicht für alles Ersatz an Bord haben, finde ich, was sollen wir denn noch alles mit rumschippern?
    Egal, dann wurde es Zeit für das zweite Reff, weil die Wellen höher wurden, der Wind noch weiter von vorne kam und noch stärker wurde. Also beide Motoren an und ab in den Wind gedreht. Pustekuchen, der Steuerbordmotor sprang kurz an und gin sofort wieder aus. Ich sprang also flott in die Motorkammer, öffnete die Entlüftungsschraube, bis etwas Diesel aus derselbigen herauskam, drückte noch ein paarmal auf die Entlüftungspumpe und drehte die Schraube wieder dicht. Ein kurzer Druck auf den Starterknopf und schon schnurrte der Motor wieder. (Nur woher kam die Luft ins System?).
    Reff 2 kommt ins Großsegel, mittlerweile wehte es mit 20-24 Knoten, wir fliegen durch die Nacht, so werden die Meilen bis zum Ziel schnell weniger.
    Reff 2 bleibt bis 14.30 drin, jetzt hat der Wind deutlich nachgelassen. Volles Groß und volle Genua, 7-8 kn Fahrt sind noch drin, wir segeln hoch am Wind, das Leeschwert ist ein Stück abgesenkt, ca. 40 Zentimeter, denn die See ist noch relativ unruhig, wir wollen das Schwert ja nicht abbrechen, es soll nur die laterale Abdrift verhindern.
    Cornelia macht ein bisschen Statistik, damit wir wissen, wieviele Seemeilen wir pro Tag machen müssen, um Donnerstag früh anzukommen, natürlich nur rein theoretisch, und nur auf Basis der jetztigen Wetterdaten.
    Zwei fliegende Fische hatten die letzte Nacht nicht überlebt und eine Bruchlandung an Deck, bzw. auf dem Trampolin gemacht. Es ist jetzt richtiggehend warm, mit 28 Grad und in der letzten Nacht war die Luft nicht mehr feucht.
    Das gestrige Abendessen war ein Mix aus Tafelspitz und Rindersuppe, gekocht in einer Weißwein-Sahne-Soße mit Englischem Sellerie, Karotten, Fenchel und Kartoffeln, sehr lecker.
    Irgendwann in der kommenden Nacht soll der Wind auf Süd drehen, für 12 Studen, keine Ahnung, warum das so kommt, macht auch nix aus. Alle Vorhersagmoedelle sagen es voraus, wenn uns das jemand erklären kann, dann bitte her mit der Antwort.
    Die Winterkleider und Skiunterwäsche sind verstaut, die Sommerdecken sind eingezogen, die Kälte werden wir garantiert nicht vermissen, nur die lieben Menschen und Freunde in Newport, Bristol und Umgebung.
    Ahoi!
  • Auf nach Süden, Tag 6

    Freitag 118.11. 2022, Seemeilen 12:00 Uhr 131 sm, Rest bis San Juan Puerto Rico 938
    Baro 1021, bewölkt, Wind 4-8 Knoten, die See ist ruhigHeute ist es deutlich wärmer als in Rudee Inlet, aber für mich immer noch zu kalt, ich sitze mit dicker Jacke hier beim Schreiben. Wenn die Sonne allerdings durch das Fenster scheint, ist es sehr angenehm.

    Gestern haben wir uns eine kleine Mittagsruhe gegönnt, nacheinander, um den versäumten Schlaf der letzten Nacht nachzuholen, danach war die See viel ruhiger geworden. Bis dahin sind wir der kaputten Latten wegen nur mit der Genua gefahren, denn die Wellen ließen das Boot so schaukeln, dass eine vernünftige Reparatur mit Klettern aufs Dach für mich sehr heldenhaft erschienen wäre.
    Glücklicherweise segeln wir schon seit Anfang an einen Satz Segellatten spzieren, an die untere Reihe der Reling gebunden. So konnten wir zwei davon benutzen, um die völlig Zersplitterten zu ersetzen. Das Problem beim Einziehen der Latten in die Lattentaschen ist nur, dass, wenn das Segel auf dem Baum liegt, diese Lattentaschen eben nicht bis hinten hin gerade sind,. Es geht ganz gut, die Latten bis kurz vor den Mast zu schieben, aber die letzte Hürde ist der verstärkte Teil, das Futteral, denn dort gleitet die neue Latte nicht so einfach hinein. Letztlich haben wir aber gesiegt, Volker hat das Segel am Mast so gerade wie möglich gehalten, und ich habe vom Achterliek aus geschoben und gehämmert, bis die Segellatten sich wieder an ihrem Platz befanden.
    Zur Belohnung gab es am frühen Abend Schnitzel mit Kartoffelbrei und Butterkarotten, dann haben wir im Wachwechsel viele Stunden Schlaf nachgeholt.

    …

    Heute morgen mussten wir zunächst weiter motoren, aber um 10 Uhr wurde das Großsegel gesetzt, um 11:30 kam der bunte Code D dazu, und jetzt segeln wir bei vier bis neun Knoten Wind mit sechs bis neun Knoten Fahrt dahin. Laut PredictWind erwarten uns in den nächsten fünf bis sechs Tagen bis zur Ankunft auf Puerto Rico wenige schwachwindige Phasen aus allen möglichen Richtungen, aber überwiegend segelbar, als auch drei Tage mit Halb- bis Amwindkursen bei 15-20 Knoten Wind.
    Nun, es ist inzwischen fast 15 Uhr, der Code D zieht trotz leichten Winds die Hexe immer noch nach Südost, genauso schnell oder schneller als mit Motor, nur deutlich leiser. Volker hat mit dem Wasserschlauch das Boot entsalzen, den Edelstahl gepflegt und die Decks geschrubbt.

    Das Wasser ist wieder so ungaublich blau wie zuletzt auf den Bahamas, wenn wir durch das Fluchtluk unter der Treppe schauen. Es gibt wieder fliegende Fische zu beobachten, diese Künstler der Luft, sind eine echte Bereicherung. Gestern im stürmischen teil der Golfstromüberquerung kamen wie aus dem Nichts riesig große Delfine und vollführten wahrhaftige luftakrobatische Stunts. Einen dieser Stunts mit zwei zugleich fliegenden Delfinen konnte Volker mit dem Handy einfangen. Wir werden es später in die Zusammenfassung der Überfahrt nach der Ankunft posten.

    Mal sehen, was der Nachmittag und die Nacht noch so bringen werden; ereignislos wäre am besten, dann schlafen wir besser!

  • Im Golfstrom

    Am frühen Donnerstag Morgen türmen sich, parallel zu beiden Rümpfen, Welllenberge mit weißen Schaumkronenspitzen auf. Das Großsegel steht stark gerefft und mit Bullenstander gesichert an Backbord. Durch einen Winddreher kommt der Wind immer weiter von hinten, bis das Großsegel durchhalst, weil im gleichen Moment der Bullenstander bricht. Mit voller Wucht schlägt das Großsegel, laut krachend, mit den oberen Segellatten in die Wanten. Der Druck des Aufpralls ist so stark, dass die 19 Millimeter dicken Glasfaserstäbe, als ob sie aus dünnem Holz wären, sogleich brechen. Ziemlich lädiert hängt der obere Teil des ansonsten weit durch die Segellatten ausgestellten Großsegels an den Mastrutschern rum.

    Rückblick: Gestern um 12 Uhr haben wir nach einer ruhigen Nacht im bestens geschützten Lake Wesley, nahe Virginia Beach, den Anker aus dem modrig schwarzen Ankergrund gezogen. Bedingt durch den tiefschwarzen Schlamm, das ganze Vordeck eingesaut und wieder gereinigt und mit der Kraft von 150 gezähmten Motorpferden, ging es hinaus auf den spiegelglatten Atlantik. Dort waren wir nicht allein, fünf weitere Segelboote waren auf dem Weg südwärts. Die Flaute hielt wie vorhergesagt bis 23 Uhr abends an, der Tag plätscherte bei heiß ersehntem Sonnenschein, sehr angenehm und gemütlich vor sich hin. Flautenzeit, die Zeit zum Ausruhen, zum Vorkochen für die kommenden Tage, zum ausführlichen Wetterrouting, rundum mögen wir es sehr, wenn eine längere Seereise, so besinnlich beginnt.

    Spät abends kam ein leichter segelbarer Wind aus nordwestlicher Richtung, also von der Küste in Luv von uns. Die Segel wurden gesetzt und passend zur Windrichtung getrimmt und schon waren wir schneller unterwegs, als alle Segelboote in der Umgebung, unsere Outremer spielte ihre Trümpfe gekonnt aus.

    Schneller als gedacht erreichten wir das berüchtigte Cape Hatteras und von da aus segelten wir zu einem Punkt, um in den mit drei Knoten nach Nordosten fließenden Golfstrom einzubiegen, der an dieser Stelle rund 22 Seemeilen breit ist. Mit dem auffrischen Wind hatten wir schnell ein Reff ins Großsegel gebunden und die Genua komplett weggerollt, damit die Schiffsbewegungen im sehr bewegten Wasser des Golfstromes erträglich blieben. Wellenberge bildeten sich sofort beim Eintritt in den Strom, fliegende Gischt verteilte sich überall an Bord. Doch soweit so gut händelten wir das Boot, und der Autopilot bewältigte die anspruchsvolle Situation besser als erwartet. Bis zur erwähnten ungeplanten sogenannten Patenthalse (Warum die Patenthalse das Wort „Patent“ enthält, entzieht sich komplett meiner Kenntnis.)

    Jedenfalls sind die alten, massiv gesplitterten Segellatten jetzt aus den Lattentaschen rausgezogen, die Reservelatten warten auf den Einbau, doch bis dahin müssen sich die See und der Wind beruhigen. Wir segeln jetzt nur mit dem Vorsegel dahin, versuchen den Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen, bereiten eine neue Bullenstanderleine vor und schreiben diesen Blog.

  • Nach Süden Tag 2

    Montag, 14. November 2022, auf See

    Baro 1020, bewölkt, sehr kühl, Wind morgens 20 Knoten, mittags eher 10-13 

    Nach einer sehr unruhigen Nacht mit großen Wellen, und sehr böigem starken Wind bleibt das bis zum frühen Vormittag so, dann lässt der Wind ein bisschen nach, aber die Wellen müssen sich erstmal beruhigen. Die Genua wird in kleinen Schritten ausgerefft, bis gegen 12 Uhr auch das Großsegel wieder in ganzer Pracht steht.

    Zwischendurch gibt es den Rest des gestrigen Abendessens, Eintopf mit viel Gemüse und Hackbällchen, sehr lecker, den Volker in einem Topf zubereiten, und den wir aus Schüsselchen essen konnten, damit bei dem Gestampfe und Geschaukel nichts runterfält und kaputt geht.

    Die Wetterberichte, die wir von Rainer und über unsere Kurzwelle bekommen, sehen nicht so gut aus. Ab Dienstag Nachmittag soll es plötzlich für ca. 24 Stunden bis zu 35 Knoten in Böen wehen, aus Südost, das ist sowohl Leeküste als auch die Richtung, in die wir wollen.

    Wir überlegen hin und her, ob wir uns da durchquälen wollen, und vor allem , ob wir unserer Hexe noch so eine Nacht zumuten wollen, nach der gestrigen. Sie hat doch auch Gefühle! 

    Wir werden sogar von der Segelyacht „Pescatore“ über Funk angerufen, weil wir – windbedingt – vom vorherigen Kurs abgewichen sind, ob wir neuere Wetterberichte hätten und nach Norfolk ablaufen würden, um uns vor dem Sturm zu verstecken. Auch sie dächten darüber nach, ob sie die 100 Meilen Umweg in Kauf nehmen sollten. 

    Am Ende haben wir uns dazu entschlossen, irgendwann morgen Vormittag werden wir in Norfolk oder Hampton ankommen, und wenn der Sturm bei Cap Hatteras sich beruhigt hat, können wir unseren Weg fortsetzen.

    Heute gab es Bolognese zum Abendessen, so gehen wir gestärkt in die Nacht, denn hier muss man aufpassen, hier gibt es eine Menge Frachter, und vor allem Fischer, deren Kurs sich schneller ändert, als man schauen kann. Und am Eingang der Bucht sind große Militäranlagen, die haben wir schon im Frühsommer bei unserer Fahrt in die Chesapeake Bay aus Cap Hatteras gesehen.

  • Auf nach Süden, Tag 1

    Sonntag, 13. November 2022
    Wetter: Baro 1018, Regen, Regen, Regen, graue Wolken, kühl, Wind s.u.
    Wir wollen endlich raus aus der Kälte von New England, in die warmen Temperaturen der Karibik!
    Es war ein anstrengender, langwieriger Prozess, bis wir uns entschieden haben, am Sonntag dem 13. (nein, kein Freitag) zu fahren. Alle Skipper im Hafen haben darüber nachgegrübelt, denn bisher waren sie alle dazu verdammt zu warten, bis der Ausläufer des bisher letzten Hurrikans „Nicole“, der sehr viel Wind, selbst in den Hafen, gebracht hat, sich verzogen hatte.
    Pünktlich um 13 Uhr hörte der Regen auf, nicht nur wir, ein paar andere waren ebenfalls aufgebrochen, wir lösten die Leinen und machten uns auf den Weg. Wir werden zunächst mal an der amerikanischen Küste entlang bis zum Cape Hatteras fahren, eventuell bei Norfolk einen Stopp einlegen, falls der Wind, wie angekündigt, aus der falschen Richtung weht.
    13:30 werden die Segel gesetzt, Genua und Groß in Reff 1.
    14;00 nach der Ausfahrt aus der Bucht Kurs 200° Richtung Block Island, Speed konstant um die zehn Knoten.
    14;40 zwischen Block Island und dem Windmühlenpark erscheinen die „weißen Pferdchen“ auf dem Wasser, die aus den Windwellen entstehen. Die Genua soll weggedreht werden, aber leider bekomme ich einen Überläufer auf die Reffleine, so richtig schrecklich, Volker ist – zu Recht – not amused, aber mit der geballten Kraft des Käptns wird die Leine wieder frei geholt. Glück gehabt!
    Kurz darauf binden wir Reff 2 ins Großsegel, denn laut neueren Wetterberichten, die wir noch empfangen können, weil wir nahe der Küste sind, nimmt der Wind heute Nacht bis 35 Knoten zu, und das auf einen Amwindkurs. Es geht auch ganz bald los, die Wellen sind eher drei als zwei Meter hoch, mit einer unangenehm kurzen Periode. Das Laufen an Bord ist nicht so einfach, man muss sich gut festhalten, um nicht zu fallen. Außerdem erzittert der Mast in den schlagenden Wellen, das macht schreckliche Geräusche, auch da Boot ächzt in den Bewegungen. So geht das die ganze Nacht.
    Wir können es auch nicht ändern, außer die Genua immer und immer weiter zu reffen, bis nur noch ein Handtuchgroßes Stück Segel am Vorstag steht. Die Wellen kommen übers Bootm manche sind so hoch, dass sie übers Dach vom Cockpit gehen. Alles da draußen ist total versalzen, wir könnten kiloweise frisches Meersalz verkaufen! Volker hat den Wellengenerator abgesenkt, dabei muss er auf die Geckplattform, und hat dann voller Enthusiasmus die Wasserberge und die Gischt gefilmt.
    Wir, das heißt immer der Wachhabende, schlafen im Viertelstundenrhythmus, schauen dann einmal auf den Plotter, ob keine anderen Boote unseren Weg kreuzen, ob der Windeinfallswinkel stimmt, dann legen wir uns wieder hin und schlafen, bis der Wecker nach 15 Minuten wieder klingelt. AIS- und Radaralarm sind angestellt, das Radar dreht 10 Umdrehungen alle 15 Minuten, und das AIS läuft sowieso konstant mit, beide Systeme würden einen schrecklich lauten Piepton ausstoßen, wenn ein Objekt in 12 Minuten uns näher als eine Meile kommen sollte.
    So vergeht die Nacht, gegen Mitternacht erscheint der Mond, die Wolken scheinen sich verzogen zu haben, der Mond liegt auf dem Rücken, ein heller Halbkreis in dunkler Nacht.
  • Süd

    Auf geht’s, Leinen los, Kurs Süd, die Segel gesetzt und ab dafür, endlich wieder segeln. So sollte eigentlich die Gefühlsbeschreibung für die bevorstehende Atlantikreise sein. Dagegen sieht die Realität anders aus, das Gedanken-Karussell dreht sich, die Motivation ist so hoch, wie die Temperaturen niedrig, dazu strömender Regen, Tageshöchsttemperaturen um 8 Grad, nachts frostig-kühle 1 Grad. Wer hat da schon Lust auf Langstrecke zu gehen. Ich nicht und die Capitania nicht und die anderen Crews im Hafen auch nicht. Trotzdem werfen wir um 13 Uhr die Leinen los, das ist ja hier kein Wunschkonzert und kein Ponyhof.

    Rad im Regen

    Erstmal setzen wir unseren Kurs auf die Südostecke von Amerika ab, dem Cape Hatteras. Das liegt 450 Seemeilen entfernt, in südwestlicher Richtung, von dort haben wir mehrere Optionen. Wir können auf die Bahamas zuhalten, einen Zwischenstopp in Florida einlegen, oder auf eine der nördlichen karibischen Antilleninseln zu alten. Bis nach der Querung des Golfstroms bleibt es kalt, da können wir es drehen und wenden, wie wir es wollen, eine mächtige raumgreifende Kaltfront zieht über Ost- und Nordamerika hinweg.

    Wer uns auf unserer atlantischen Reise verfolgen will, wird wie üblich einige Liveberichte im Blog finden. Unsere aktuelle Position findet ihr hier:

    https://syhexe.de/wp-admin/post.php?post=3619&action=edit

    Grüße von einer schon mal im Voraus frierenden Hexencrew

  • Die Ruhe vor Nicole

    Nicole im Anzug

    Ja, das fühlt sich gut an, dieses sanfte Plätschern der Wellen am Rumpf, das leichte Wogen des Schiffes, der Hexenkat ist zurück in seinem Element, und wir fühlen uns pudelwohl. Nach der erfolgreichen Probefahrt, ganz ohne Leckage und mit einwandfrei funktionierendem Saildrive, machen wir unsere Leinen an den übergroßen, vertrauenserweckenden Klampen der Newport Shipyard fest. Nach zwei langen Wochen auf dem Trockenen sind wir zwar noch nicht dort, wo wir eigentlich hinwollen, nämlich in die Karibik, doch sind wir nun einen Riesenschritt weiter auf dem Weg dorthin, mit einem voll funktionstüchtigen Boot. Und das fühlt sich so richtig gut an, das motiviert. 

    So machen wir uns, nach einer kurzen Frühstückspause, gleich an die Verkabelung und Installation des neuen MPPT-Controllers, für die ebenso neuen flexiblen 600-Watt-Solarpaneele, die wir im Internet bestellt haben. Unser bisheriges tragbares Sonnenpaneel hat leider den Geist aufgegeben und bringt keine ausreichende Spannung mehr, um den Laderegler zum Arbeiten zu bewegen. Also haben wir ein bisschen aufgerüstet und ersetzen die bisherigen maximal-200-Watt- durch die besagten 600-Watt-Paneele.

    Der MMPT-Controller wird angeschlossen

    Die Arbeit geht zugig voran, und nach einem kurzen Moment leuchtet die Lampe am MPPT-Laderegler in einem freundlichen Blauton, was nichts anderes bedeutet, als dass der Regler einwandfrei funktioniert und die Paneele die Batterien laden. Mit dem Handy kann ich mich zudem über die App mit dem Laderegler verbinden, moderne Welt. Jetzt stehen uns, zusammen mit den Sonnenzellen auf den Davits, insgesamt beachtliche 1400 Watt Solarenergie zur Verfügung. 

    Da noch ein paar Tages- bzw. Arbeitsstunden übrig sind, starten wir gleich mit dem nächsten Job auf der To-Do-Liste, der da heißt, „Silikonnaht der Rumpf-Deck-Verbindung“ auf der Steuerbordseite erneuern.

    Das alte Silikon ist schnell aus der Fuge ausgekratzt, Cornelia reinigt die Fugenoberfläche mit Aceton, während ich schon alles mit Malertape abklebe. Die 18 Meter Silikonnaht ist flott mit frischen Silikon gezogen, wir hatten in den letzten Wochen ja ausreichend Erfahrungen sammeln können. Kurz vor Sonnenuntergang ist auch dieser Job erledigt, damit sind alle Silikonfugen an Bord des Kats erneuert, wir sind ein bisschen stolz drauf!

    Gestern haben wir, oder war es nur ich, den ganzen lieben langen Tag lang nur rumgefaulenzt, mit ausgiebigem Mittagsschlaf und Fernsehprogramm.

    Flaggentausch mit Pat vom International Yacht&Athletic Club, Newport Rhode Island

    Am Abend haben wir uns dann pünktlich, wie verabredet, beim „International Yacht & Athletic Club“ kurz IYAC, eingefunden um einmal mehr die Vereinsflaggen zu tauschen. Der Verein unterhält Kontakte in die ganze Welt und alle Profiskipper, die Newport anlaufen, werden zuvorkommend in der liebevoll gestalteten Vereinskneipe aufgenommen. Pat und Mick haben den Yachtclub gegründet und sind, als gute Seelen des Vereins, fast täglich anwesend.

    Cornelia fotografiert den Flaggenaustausch und danach stoßen wir auf diese traditionelle Zeremonie mit einem Glas Bier an. Es blieb dann nicht nur bei einem Bier an diesem Abend, wir waren in Feierstimmung und hungrig und sind in unsere Stammkneipe, das „Buskers“ umgezogen. Es wurde ein feucht-fröhlicher Abend, wir haben wieder sehr nette Menschen an der Theke kennengelernt. Außerdem gab noch einen weiteren Grund zum Feiern,  wenn auch in der Ferne, der Lebensgefährte meiner Mutter ist Urgroßvater geworden, herzlichen Glückwunsch, lieber Willi!

    Die Hexe-mit vielen Leinen, fest vertäut, zwischen zwei Stegen

    Heute war früh am Morgen ein bisschen Katerstimmung angesagt, doch es war an der Zeit, unser Boot auf die Ankunft des Ex-Hurrikans Nicole vorzubereiten. Wir sind jetzt mit insgesamt acht Festmacherleinen zwischen zwei Stegen vertäut und warten nun, was diese Wetterfront ab heute Abend im Gepäck hat. Auch der Dockmaster, der für die Sicherheit der Yachten zuständig ist, hat unser Leinenarrangement, wie bei allen anderen Yachten im Hafen auch, genauestens inspiziert und für gut befunden.

    Die Segelpersenning istb fest verzurrt, damit sie nicht rumflattert

    Ab heute 19 Uhr bis morgen Mittag soll es heftig aus südlichen Richtungen wehen. Es erwarten uns Windböen bis zu 45 Knoten und tropische Regenfälle – Nicole hat noch reichlich Kraft.

  • High and Dry Teil 2

    Die Werft

    Noch immer stehen wir, auf Styroporblöcken aufgepallt, bei der Newport Shipyard an Land. Aber die gute Neuigkeit ist, dass es nur noch ein paar Stunden dauern wird, bis uns der 100-Tonnen-Travellift sanft anheben und unsere Hexe in ihr Element ablassen wird.

    Glänzt wie neu, das Gelcoat, die Arbeit hat sich gelohnt

    Seit wir an Land stehen, haben wir geschuftet wie die Wahnsinnigen, den kompletten Rumpf habe ich geschliffen, Cornelia hat dann schon mal die Ränder zum Gelcoat abgeklebt, drei komplette Lagen Anitfouling haben wir, meistens zusammen, gestrichen. Ingesamt 18 Liter Unterwasserfarbe, verdünnt mit 5 Liter Terpentin – damit lässt sich das Antifouling besser und randlos auftragen – sorgen ab jetzt für einen guten Bewuchsschutz.

    Eine Macke am Bug ist mit Gelcoat aufgefüllt und plan geschliffen. Beide Rumpfseiten habe ich auf Hochglanz poliert. Mühsam haben wir die Ruderoberkanten vom Bewuchs befreit und mit einem dünnen Pinsel ebenfalls mit Antifouling versehen. Auch die Propeller haben eine Hochglanzpolitur erhalten. Beide Saildriveschenkel sind mindestens dreimal mit einem Haftgrund und fünfmal mit einer kupferfreien Antifoulingfarbe eingesprüht. Von einem Teil der geleisteten Arbeit hat Cornelia ja schon im letzten Blogbeitrag berichtet, ich habe es nur nochmal zur besseren Übersicht zusammengefasst.

    Gestern kam endlich die erlösende Nachricht, dass der ersehnte Propellerkonus, der in England bestellt wurde, endlich vor Ort eingetroffen ist. Seit heute früh hängt der komplettierte Propeller, an dem ebenfalls mit frischem Öl aufgefüllten, komplettierten Saildrive. Normalerweise wäre das Boot schon heute wieder gewässert worden, aber ein starker bis stürmischer Wind hat diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn zu so einem Saildrivetausch gehört natürlich eine ausgiebige Testfahrt. Und wäre da ein Fehler, der die weitere Benutzung des Saildrives nicht zulässt, aufgetreten, hätten wir bei 27 Knoten Wind keine Chance gehabt, wieder sicher zum Kran zurück zu motoren. Wir müssen jetzt, da wir am Ende eines langen (Reparatur)-Weges angekommen sind, nicht unnötig etwas riskieren. So stehen bzw. schlafen wir eine weitere Nacht auf unserem hoch und trocken stehenden Boot.

    Tropensturm Nicole, auf dem Weg zu uns

    Unsere Reisepläne stehen, wir haben ab Anfang Dezember bis über die Weihnachtsfeiertage, einen Liegeplatz in der inneren Lagune von Sint Maarten reserviert. Die Dieseltanks sind bis oben hin gefüllt, die Essensvorräte aufgefüllt, wir sind abreisebereit. Wäre da nicht ein tropischer Sturm, der auf den Namen Nicole hört und auf dem Weg von Florida voraussichtlich seinen Weg nach Newport findet, wären wir schon in 1-2 Tagen unterwegs. So heißt es abermals Abzuwarten, Tee zu trinken, Geduld zu haben und die weitere Wetterentwicklung mehrmals täglich zu checken.

    Es scheint um ein vielfaches schwieriger zu sein, von der Ostküste Amerikas in die Karibik zurückzukehren, als von den Kanareninseln. Der Golfstrom strömt gegen uns, tropische Wettersysteme entwickeln sich zu dieser Jahreszeit vornehmlich zwischen der nördlichen Karibik und den Bermudas, oder starke südliche Winde stören unsere Abfahrtspläne.

    Zum Glück haben wir mittlerweile einen sehr netten Freundeskreis, Menschen, die uns auch schon mal zu sich nach Hause einladen. Wären das nicht unsere Freunde, dann hätten wir beim letzten Treffen gedacht, dass sie uns einen Bären aufbinden wollen. Denn, und das haben wir echt nicht gewusst, es gibt hier in ländlichen Gegenden, noch keine Autostunde von Newport entfernt, jede Menge wilde Tiere. Ich zähle die jetzt mal auf und wer mir, bzw. uns nicht glauben will, dem kann ich auch nicht weiterhelfen. Koyoten, die unglaublich gefährliche und bedrohliche Fisher Cat (die kann ich leider nicht übersetzen, Google Suche hilft), Wölfe, Schwarzbären, Berglöwen und ein Koyote-Wolf-Mix. Einen Teil der possierlichen Tierchen haben wir auf alten Aufnahmen der Gartenkamera gezeigt bekommen. Unsere Projektmanagerin hier in der Werft hat uns gestern glaubhaft versichert, dass selbst in der städtischen Umgebung von Newport immer mal wieder ein Koyoterudel auf Nahrungssuche ist, und dass dabei schon mal der geliebte Gassi geführte Hund verspeist wird.

    Überlegt mal, wenn wir solch wilde Tiere in Darmstadt hätten, da wäre was los.

    Apropos los, am letzten Freitag war ein kleiner Umtrunk, zu dem das Hafenmanagement eingeladen hat. Dabei haben wir die Bekanntschaft von einem professionellen Skipperpaar gemacht, die auf einem 100-Fuß-Motorsegler arbeiten und die in diesem Jahr auf Wunsch des Eigners in Grönland rum gesegelt sind. Was für ein fantastische Reise mit eindrucksvollen Bildern in einer einziartigen Gegend. Sie hatten übrigens dann auch jemanden an Bord, der bei Landexkursionen mit einer Schusswaffe bestückt war, falls ein hungriger Bär auftauchen sollte. Sehr spannend.

    Letzter Abend vorm Splash!

    Also, es sind jetzt noch ziemlich genau 12 Stunden bis zum Krantermin, die Uhr tickt, die Spannung steigt und mein Nervositätslevel auch. Hoffentlich funktioniert der neue Saildrive fehlerfrei und ist wasserdicht. Und alle Drücken die Daumen, bitte! 🙂

  • High and Dry

    Am Donnerstag, 27. Oktober, war es dann endlich soweit: „after lunch“ kamen zwei Schlauchboote, um unsere Hexe mit Unterstützung, bedeutet Schieben an den Seiten, sicher vor die Kranbox zu bringen. Das klappte wunderbar, der Skipper manövrierte die Hexe gekonnt in die enge Box, dann wurde sie angehoben mit dem „kleinen“ Kran der Werft im Safe Harbour Newport Ship Yard, und an Land auf großen Styroporblöcken, immer noch hängend im Kran abgestellt.

    Sehr zum Unwillen des Skippers wusch der Mitarbeiter, der unser Unterwasserschiff mit dem Hochdruckreiniger vom wesentlichen Dreck befreien sollte, nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Was bedeutet, dass die schwarze Farbe des Antifoulings an die frisch poliertenRümpfe und auf unser schönes weißes Deck spritzte. Volker is not amused, um es vorsichtig auszudrücken, Überall sind kleine schwarze Punkte,  wir brauchten zu zweit über drei Stunden, bis das Boot von dem ersten Dreck befreit war.

    Muschelreste

    Danach fingen wir direkt an, die letzten Muschel- und Schleimreste vom Unterwasserschiff zu entfernen, denn am Donnerstag konnten wir noch an dem Platz in der Sonne stehen bleiben, am Freitag sollte die Hexe auf die Nordseite des Gebäudes transportiert werden, dort ist leider den ganzen Tag Schatten. 

    im Schatten ist es ganz schön kalt

    Für den nächsten Tag stellten wir den Wecker auf 06:30 Uhr, denn ab kurz vor 7 wird es ganz leicht hell, und wir wollten möglichst viel des Anstrichs ganz unten vom Runpf gemacht haben, ehe wir auf andere Blöcke umgesetzt wurden, dann haben wir diese Stellen wenigstens schon ein- bis zweimal gestrichen. Kurz nach neun Uhr mussten wir aufhören, danach wurde das Boot auf den neuen Platz auf der Schattenseite gefahren. Das Umsetzen auf die neuen Blöcke geschah wieder professionell, der Kran fuhr mit dem breiten Katamaran elegant an den anderen Booten und dem Gebäude vorbei.

    Seitdem hängt die Hexe in den Gurten und steht gleichzeitig auf vier Styroporblöcken. Volker hat sie komplett abgeschliffen, wir haben zwei bis drei Anstriche mit der schwarzen Anitfoulingfarbe gestrichen, in eleganten weißen Schutzanzügen, aber manchmal ist auch ein bisschen des Farbnebels auf dem Gesicht und in den Haaren geblieben. 

    Glücklicherweise gibt es hier einen Sanitärtrakt mit Duschen und Waschmaschinen, sodass wir in den Pubs, in denen wir abends leckeres Essen und Bier bekommen, ordentlich aussehen können.

    Ein Highlight nach der Arbeit sind die Kneipen hier! Newport hat so viele Irish Pubs, in allen Preisklassen, manche mit Life-Music, alle mit schönen Theken, an denen man sitzen, essen und trinken kann. Wir haben viele ausprobiert, und natürlich wieder eines zur Lieblingskneipe erkoren, „Busker’s Pub“. Dort haben wir so viele nette Menschen getroffen, mit denen wir immer wieder in Kontakt stehen, wie wir auch immer noch die neu gewonnenen Freunde sehen, mit ihnen telefonieren oder auch per Mail in Kontakt stehen.

    Überhaupt, in Kontakt stehen: Die wenigsten Menschen in Amerika haben WhatsApp, sie kommunizieren über SMS miteinander, und viele schreiben Berichte oder Nachrichten über Instagram oder über FaceBook, aber WhatsApp und die anderen Social Media werden nur von ca 27 Prozent der Amerikaner genutzt

    Zurück zu unserem Getriebeproblem: Nachdem wir also am Donnerstag an Land gehievt worden sind, kam am Freitag, nachdem die Hexe am neuen Platz stand, Danny, der Monteur. Er hat den kaputten Saildrive ausgebaut, anschließend mit Volkers Hilfe einen neuen eingesetzt, und heute, am Montag ist er wieder da, und verbindet den Motor mit dem Getriebe.

    Sean, der von Pantaenius beautragte Gutachter, ist extra von Boston hierher gekommen, um sich ein Bild von dem Schaden zu machen und ein paar Details unserer Reise abzufragen.

    Das neue Antifouling ist fertig gestrichen, der „Skipper und sin Fru“ sind glücklich darüber, der Job ist geschafft! Nun muss nur noch der Konus für den Propeller bestellt werden, dann eingebaut werden und dann geht es zurück ins Wasser, Dann gibt es eine gemeinsame Probefahrt mit dem Monteur, um zu schauen, ob alles zur allgemeinen Zufriedenheit funktioniert. Wenn dann die Götter des Windes uns wohl gesonnen sind, werden wir unseren Bug nach Süden ausrichten, die Segel hissen und der Wärme entgegen segeln.

    Feierabend
  • Abwarten und Tee trinken …

    Während ein paar hundert Seemeilen weiter nördlich die ersten Schneefälle der heranziehenden Wintersaison zu verzeichnen sind, weht in Newport ein gefühlt eisiger Wind, bei stahlblauem Himmel. Die Nachttemperaturen pendeln zwischen 3 und 6 Grad. Die Dieselheizung schaufelt nun fast rund um die Uhr, mit vertraut-leichtem Gebrumme, warme Luft ins Schiffsinnere. Die warmen Wollsocken und die Fleecehosen lassen eine winterliche Gemütlichkeit aufkommen, die wir uns so nicht erdacht haben. Wir machen das Beste draus, kochen passend dazu winterliche Gerichte. Gestern gab es Sauerkraut, mit Dürrfleischeinlage und Würstchen , komplettiert mit einem cremigen Kartoffel-Karottenpüree. Das ist lecker, nahrhaft und wärmt so schön von innen.

    Regionales Gericht „Reuben“: Sauerkraut und Corned Beef im Toastbrot, mit Püree und dunkler Sauce, mmmmhhh

    Vorgestern war ein VolvoPenta-Monteur am kaputten Saildrive zugange, ich war abermals tauchend  im Wasser für einen Test. Damit hatte ich den letzten zehn Tagen vier Taucheinsätze im kühlen Atlantikwasser. Ich bin noch nicht mit allen Wassern gewaschen in meiner Segelkarriere, aber ausreichend mit atlantischem Meerwasser.

    Der Fachmann kam zu der Schlussfolgerung, dass kein Weg daran vorbei führt, die Hexe aus dem Wasser zu kranen. 

    Der Krantermin wurde auf nächste Woche Donnerstag gelegt. Die Werft hat früher keine freien Stellplatz-Kapazitäten an Land. Einen Tag später soll dann der defekte Saildrive ausgebaut werden. Die Motorenfirma hat wohl einen Ersatz irgendwo in Amerika gefunden. Wir hoffen, dass alles nach Plan abläuft. Verhalten optimistisch, ist die zutreffendste Beschreibung für unsere momentane Gemütslage.

    Die restliche To-Do-Liste für unser Boot schrumpft während unseres Zwangsaufenthalts, im Hafen gibt es genügend Zeit für kleine Arbeiten an Bord.

    Ansonsten üben wir uns in Geduld und planen schon mal unsere Abfahrt in Richtung Süden, ins Warme. Die Aussicht darauf stimmt uns froh. Cornelia kuriert eine undefinierte Erkältung aus und lutscht fleißig Halsbonbons und trinkt, obwohl sie es nicht ausstehen kann, warmen Thymiantee.

    Abendstimmung vom Boot aus

    Zur abendlichen Unterhaltung, gab es gestern den aktuellen Marilyn Monroe-Spielfilm „Blonde“, ich fand den todlangweilig.

    Viel mehr gibt es im Moment nicht zu berichten und deswegen endet der Bloqbeitrag auch an dieser Stelle