Dass jedoch nichts kaputt ging am gestrigen Tag, können wir leider nicht vermelden, auch wenn viele liebe Menschen dafür die Daumen drücken. Am späten Nachmittag fiel uns auf, dass die Logge, das kleine Paddelrad im Wasser, das die Geschwindigkeit durchs Wasser anzeigt, nicht mehr funktioniert. Diese Logge im Verbund mit dem Windmesser im Mast und der vom GPS gelieferten echten Geschwindigkeit, ermöglicht es, dass wir auf den Displays immer die wahre rechnerische Windgeschwindigkeit und Richtung angezeigt bekommen und nicht nur den scheinbaren Wind. Es half auch nicht, das Paddelrad, das in ein Röhrchen praktisch eingegossen ist, aus dem Rumpf zu ziehen und stattdessen das Blindrohr einzusetzten, damit wir nicht geflutet werden. Das Paddelrad, im Trockenen betrachtet, schien an sich tadellos in Ordnung zu sein, doch so sehr wir an dem Rädchen drehten, es zeigte sich nichts im Display. Damit war die Fehlersuche noch nicht beendet, wir überprüften den Anschluss am Hauptplotter, aber auch das führte zu nichts. Leider haben wir keine Reservelogge dabei, man kann auch echt nicht für alles Ersatz an Bord haben, finde ich, was sollen wir denn noch alles mit rumschippern?
Egal, dann wurde es Zeit für das zweite Reff, weil die Wellen höher wurden, der Wind noch weiter von vorne kam und noch stärker wurde. Also beide Motoren an und ab in den Wind gedreht. Pustekuchen, der Steuerbordmotor sprang kurz an und gin sofort wieder aus. Ich sprang also flott in die Motorkammer, öffnete die Entlüftungsschraube, bis etwas Diesel aus derselbigen herauskam, drückte noch ein paarmal auf die Entlüftungspumpe und drehte die Schraube wieder dicht. Ein kurzer Druck auf den Starterknopf und schon schnurrte der Motor wieder. (Nur woher kam die Luft ins System?).
Reff 2 kommt ins Großsegel, mittlerweile wehte es mit 20-24 Knoten, wir fliegen durch die Nacht, so werden die Meilen bis zum Ziel schnell weniger.
Reff 2 bleibt bis 14.30 drin, jetzt hat der Wind deutlich nachgelassen. Volles Groß und volle Genua, 7-8 kn Fahrt sind noch drin, wir segeln hoch am Wind, das Leeschwert ist ein Stück abgesenkt, ca. 40 Zentimeter, denn die See ist noch relativ unruhig, wir wollen das Schwert ja nicht abbrechen, es soll nur die laterale Abdrift verhindern.
Cornelia macht ein bisschen Statistik, damit wir wissen, wieviele Seemeilen wir pro Tag machen müssen, um Donnerstag früh anzukommen, natürlich nur rein theoretisch, und nur auf Basis der jetztigen Wetterdaten.
Zwei fliegende Fische hatten die letzte Nacht nicht überlebt und eine Bruchlandung an Deck, bzw. auf dem Trampolin gemacht. Es ist jetzt richtiggehend warm, mit 28 Grad und in der letzten Nacht war die Luft nicht mehr feucht.
Das gestrige Abendessen war ein Mix aus Tafelspitz und Rindersuppe, gekocht in einer Weißwein-Sahne-Soße mit Englischem Sellerie, Karotten, Fenchel und Kartoffeln, sehr lecker.
Irgendwann in der kommenden Nacht soll der Wind auf Süd drehen, für 12 Studen, keine Ahnung, warum das so kommt, macht auch nix aus. Alle Vorhersagmoedelle sagen es voraus, wenn uns das jemand erklären kann, dann bitte her mit der Antwort.
Die Winterkleider und Skiunterwäsche sind verstaut, die Sommerdecken sind eingezogen, die Kälte werden wir garantiert nicht vermissen, nur die lieben Menschen und Freunde in Newport, Bristol und Umgebung.
Ahoi!


































