Jetzt sind wir auf dem Weg nach Dominica, und werden weiter berichten, was wir dort erleben.
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Wie die Zeit vergeht!
Nun waren wir tatsächlich fast einen Monat auf Martinique, zugegeben, es war Februar, der kürzeste Monat des Jahres, aber es ist doch erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Das sagt auch unsere Freundin Susanne von der Hullu Poro. Wir haben viel zusammen unternommen, geschnorchelt, den tropischen Regenwald besucht, gemeinsam zum Abend gegessen, oder Bernds Kuchen-Variationen getestet.Susanne antwortet in einem Telefonat mit ihrer Mutter auf die Frage, ob wir denn ab und zu mal abends zusammen seien: „Ach, das ist ein bisschen anders, normalerweise essen wir abends zusammen und nur ab und zu mal nicht.“Nun muss Susanne zurück nach Deutschland ins Büro, Bernd wird wieder zum Solo Sailor. Doch unsere Segelpfade werden sich noch oft kreuzen, wir haben die gleichen Pläne für die Weiterreise, auch für die Rückfahrt zu den Kanaren.
Jetzt sind wir auf dem Weg nach Dominica, und werden weiter berichten, was wir dort erleben. -
Karibischer Karneval
Faschingssonntag war in der Anse d’Arlet, das ja ein wirklich kleines Örtchen ist, ein Karnevalsumzug angesagt. Wir standen mit Susanne und Bernd von der Hullu Poro am Straßenrand und waren sehr gespannt, was uns denn dort erwartet.
In echt karibischer „No stress“-Manier fing der Zug nicht, wie vorher verkündet, um 16 Uhr an, später hieß es zwischen 16 und 17 Uhr. Als wir um kurz vor 18 Uhr gerade zum Boot zurückkehren wollten, hörten wir in der Ferne Musik, und blieben natürlich stehen.
Es wurde ein wunderschönes Erlebnis. Zwei Motivwagen führten den Zug an, danach kam der Musikwagen mit riesigen Boxen und karibischer Musik. Dahinter und neben den Wagen liefen ganz viele Menschen, Kinder aller Altersstufen, in wirklich wunderhübsche Kostüme gekleidet, die ganz Kleinen auf den Schultern oder Armen der Eltern. Und alle schwangen im Takt die Hüften und tanzten. Wir sind natürlich auch mit gegangen, und ich habe ganz viele Fotos von den Kindern gemacht, die ich weiter unten anfüge.
Der Zug ging durch die Straße bis hin zum Friedhof, von dort am Strand zurück zu der Plaza, da wurde bis 22 Uhr getanzt. Musik und Tanz statt „Kamelle“, Bonbons, wie sie bei uns von den Wagen geworfen werden, es war ein Erlebnis! Diese Art, Karneval zu feiern, gefiel uns sehr gut, und es passte auch genau zu dem kleinen charmanten Örtchen, das, wie Susanne sagt, an einen Märklin-Eisenbahn-Aufbau erinnert.
Hier das versprochene Foto-Kaleidoskop:









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Etwas anderes war das bei der nur 16 Seemeilen entfernten Bucht von St. Pierre, wo wir ab Faschingsdienstag vor Anker gingen, nach einem ruhigen Stopp in der Bucht von Giromont, mit drei anderen Segelbooten, sehr entspannt.
Kurz nach unserer Ankunft in St. Pierre ging der hiesige Zug los, den wir aber nur vom Boot aus betrachteten, dieser führte in einer Endlosschleife durch den Ort, mit ziemlich lauter Bass-Beat-lastiger Musik bis in die späten Nachtstunden. Endlos schien er uns schon vor allem deswegen, weil es, nach einer kurzen Verschnaufpause ab ca. 2 Uhr, um 4 Uhr wieder losging, gefühlt mit noch lauterer Musik als vorher. Das weckte wahrscheinlich das ganze Ankerfeld auf (außer denen, die mit Ohrstopfen schlafen), und war auch dem Wieder-Einschlafen nicht besonders förderlich.
Nun ist es so, dass der Karneval in der Karibik, zumindest auf den französischen Inseln, erst am Aschermittwoch Abend endet, denn dann wird, mit der Verbrennung einer symbolische Strohpuppe die närrische Zeit beendet. Also ging die Musik bis zur Dunkelheit, danach kehrte in der Bucht endlich wieder Ruhe ein.
Dabei mögen wir St. Pierre sehr, es hat zwar nicht das Märklin-Eisenbahn-Feeling, ist aber sehr lebendig, mit richtig schönen Restaurants, einem großen Gemüsemarkt, und am Samstag gibt es frische Fische in der Markthalle. Ab Aschermittwoch sind wir wieder mit dieser Insel ausgesöhnt und genießen die lebendige Atmosphäre.
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Appel à tous
Auf geht es in die kleine Markhalle, in Anse d´Arlet. Gleich am Eingang rechts befindet sich ein großer Obst- und Gemüsestand mit all den Erzeugnissen, die hier auf der Insel wachsen und einigen Importprodukten, die das nicht tun. Wir haben nämlich gestern gelernt, dass es große landwirtschaftliche Nutzflächen auf Martinique gibt und, entgegen zu Saint Martin, vieles lokal angebaut wird, was unserer Haltung sehr entgegen kommt. Nur beispielsweise die gute alte südamerikanische Kartoffel lässt sich hier absolut nicht kultivieren, ebenso wie die gemeine Zwiebel, nach Auskunft unseres erzählfreudigen Taxifahrers.

Die Dorfkirche in der Anse d’Arlet Doch zurück zur Markthalle, dem Marktstand und der Marktfrau. Diese ist nämlich so engagiert, dass sie zu jedem Obst und Gemüse, das wir gerne kaufen, detailliert erzählt, ab wann es reif ist und bis wann es verzehrt sein soll. So sollen wir beispielsweise die kleinen Bananen nicht vor Sonntag, aber bis spätestens Dienstag aufessen und die Birnen müssten nun wirklich direkt vertilgt werden. Diese präzisen Erläuterungen sorgen nicht nur für eine lange Schlange vor dem Stand, sondern für eine Verbundenheit unter den Wartenden, indem man über die Einkäufe spricht und was man daraus zaubern wird. So schön kann der Vitamineinkauf sein.

Der Strand von der Anse d’Arlet Obwohl die Anse dˋArlet ein beliebtes Ferienörtchen mit schmucken Strand ist, geht das Leben doch eher beschaulich seinen gewohnten Gang. Laute Discos und Strandbars gibt es zum Glück nicht, dafür ein wunderbares kleines, künstlich angelegtes und gut gepflegtes Riff, mit allen bunten tropischen Fischarten, die man ansonsten in Dokumentationen sieht, die hier dicht vor der Schnorchelbrille seelenruhig herum schwimmen. So kann jeder für sich die Artenvielfalt des Meeres schnorchelnd entdecken, kennenlernen und hoffentlich auch den Stellenwert schätzen lernen.

Flyer von Appel à tous Schätzen gelernt haben wir die Tatkraft von einem Startup-Unternehmen „Appel à tous“, die sich im Bereich der Versorgung von Yachten mit Lebensmitteln am Ankerplatz etablieren wollen. Julian, der Sohn von Segelfreund Harald, hat mir eine kurze Nachricht geschickt, dass seine Freundin Antonia bei dem hier ansässigen und erst im Januar gegründeten Betrieb von Deutschland aus arbeitet, für ein paar Wochen den hiesigen Firmensitz kennenlernen wird. Kaum war die Nachricht eingegangen, waren Susanne, Cornelia, Bernd und ich Feuer und Flamme für diese coole Idee. Cornelia hat sich direkt die App von „Appel à tous“ heruntergeladen (Für Segler: das kommt mehrmals täglich hier in der Kurzwelle, auf Deutsch Anruf an Alle), und zusammen schickten wir eine kleine Testbestellung mit Lebensmitteln aus verschiedenen Kategorien an Appel à tous los.

Team Hullu Poro und Team Hexe mit Team Appel à tous Pünktlich, wie in der Bestätigungsmail angekündigt, kamen eine freudestrahlende Antonia und ein motivierter Mike mit seegängigem Schlauchboot am Folgetag, um unsere Lebensmittel zu liefern. Wir drücken dem Team und dem Betrieb alle Daumen, die wir haben, dass diese Geschäftsidee ein guter Erfolg wird und sich dauerhaft etabliert. Was gibt es Besseres, als nach oder vor einer langen Überfahrt, alle gewünschten Lebensmittel zu einem fairen Preis, frisch und fachmännisch gekühlt ans Boot geliefert zu bekommen, ade Shoppingfrust!
Mit „Appel à quelques voiliers français“ (Aufruf an einige französische Segler), möchte ich den nächsten Teil des jetzigen Blogbeitrags beginnen, denn das teilweise rücksichtslose Verhalten einiger französischer Segler und nur die sind hier gemeint, lässt uns staunend zurück. Und damit meine ich nicht nur zu dichtes Ankern, mit weniger als einer Bootslänge Abstand in Ankerfeldern mit umlaufenden Wind, bei dem sich alle Boote in verschiedene Richtungen ausrichten, und es nur an ein Wunder grenzt, dass keine Boote kollidieren.
Ich meine auch den Segler, der trotz eines Tampens in seiner Schraube und einer damit einhergehenden Manövriereingeschränkheit, den Anker in einer großen Bucht so fallen lässt, dass er genau über unserem Anker zu liegen kommt. Auf diesen Unsinn angesprochen sagt er, dass er eben einen Tampen in der Schraube hat und er deswegen so seltsam ankern muss. Wer die Logik von ihm versteht, kann es mir gerne erklären.
Oder der nächste Fall, wir gehen Anker auf, weil jemand zu dicht vor uns ankert und wir das wegen des angekündigten Starkwindurchzugs zu risikoreich finden. Kurz bevor der Anker oben ist, und wir schon fast am Heck des Vordermannes sind, kommt ein Franzose und fährt trotz lautstarker Bekundungen von Cornelia mit Zentimeterabstand durch die Lücke, was für ein Irrsinn!

Ankern mit Distanz Als drittes und letztes Beispiel, das jetzt zwei Wochen zurückliegt, möchte ich eine Begebenheit schildern, die sich bei der Ziegeninsel in Les Saintes zugetragen hat. Wir lagen an einer Mooringboje und kamen nach einem schönen Landgang gutgelaunt zur Hexe zurück. Doch die Laune verwehte schneller, als ich diese Zeilen schreiben kann. Denn keine zehn Meter von uns entfernt ankerte eine französische Yacht mit jungen Menschen an Bord. Ich fuhr sofort hin und erklärte, dass in dem Bojenfeld Ankern verboten ist, und dass diese unnötige Nähe zwischen zwei Booten geradezu eine Kollision herausfordert. Die Antwort war, und da muss ich immer noch den Kopf schütteln, man habe dreimal versucht, an anderer Stelle in dem 20 Meter tiefen Wasser, vergeblich, zu ankern, man hätte nur maximal 40 Meter Kette an Bord und wäre froh, dass das Boot jetzt da liegt und sie würden auch nicht mehr wegfahren. Außerdem würde man in der Nacht aufpassen und die Schiffe abhalten, wenn sie kollidieren. Uns reichte diese irrsinnige Antwort jedenfalls aus, um die Motoren zu starten, und uns und unser Schiff ein paar hundert Meter weiter, auf 23 Meter Wassertiefe ankernd, in Sicherheit zu bringen. Wie selbstverständlich, wechselte das junge „Segeldreamteam“ (Ironie) an die frei gewordene Mooringboje. War das etwa die Absicht?
Daher, Appel à Tous, haltet Abstand beim Ankern, vergewissert Euch, wo der Anker des Nachbarliegers liegt, rechnet mit Winddrehern oder Starkwind und seid bitte vorsichtig und rücksichtsvoll. Wie gesagt, das vorgenannte betrifft natürlich nicht das Gros der französischen Segler, sondern nur einige wenige, aber das musste jetzt mal raus, Appel à tous, terminer!
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Im Frühtau …
Auf der Fahrt von St. Pierre zur Grande Anse war Volker aufgefallen, dass der graue UV-Streifen an unserem Vorsegel lose herumhing. Oh, oh, das muss repariert werden, bevor der Schaden größer wird. Nun waren wir bei Dunkelheit in der Grande Anse angekommen, da hätten wir nicht genug gesehen für die Reparatur, außerdem hatten wir Hunger und Durst.

Moonbow in der Dämmerung vor St. Pierre Am nächsten Tag weckt Volker mich ganz früh um 5 Uhr 50, am morgen ist der Wind noch ganz leicht. Zunächst rollen wir die Genua aus und lassen sie dann Stück für Stück aufs Trampolin ab. Nun konnte die Näharbeit beginnen, nachdem der Schaden ausgiebig begutachtet wurde. Mit zwei Bohrmaschinen und je einer Nadel mit Segelgarn bestückt, machten wir uns an die Arbeit, von beiden Seiten aus, um die drei Meter lange offene Naht provisorisch zu reparieren. Mit dem 2 mm Bohrer ein kleines Loch in den UV-Streifen bohren, Nadel durch und festziehen. So geht das Minute um Minute und Stunde um Stunde.

Eifrig am Nähen Ein bisschen Wettbewerb ist natürlich auch dabei, wer näht schneller, macht die schöneren Stiche, zieht den Faden besser nach? Nach drei Stunden nähen waren wir gemeinsam in der Mitte angekommen, der Wind wartete freundlicherweise auch, bis wir fertig waren, und die Genua wieder hochgezogen und aufgerollt. Danach frischte er – wie erwartet – wieder auf und wir können nun ganz entspannt frühstücken.
Volker hatte dann mit Sverre von unserem Schwesterschiff, ebenfalls einer Outremer 5X, telefoniert, weil dieser die Kontaktdaten des lokalen Segelmachers von North Sails in Le Marin kennt. Und Sverre wird offensichtlich gleich aktiv, denn am nächsten Tag, also gestern, rief dieser bei Volker an, und sie machten aus, dass er am Samstag unser zwar liebevoll, aber eben doch nur per Hand geflicktes Vorsegel professionell reparieren wird. Doch dazu gleich mehr.
Jetzt wollen wir erstmal berichten, dass wir endlich unseren Freund Bernd aus Lanzarote und seine Frau Susanne von der SY Hullu Poro hier inSaint Anne wiedersehen konnten. Die beiden haben erst kürzlich den Atlantik überquert und erkunden jetzt ausgiebig die Karibik. Die (Vor-) Freude über das vorab geplante Treffen war sehr groß, es gibt unendlich viel zu erzählen, und wir können Bernd zudem den entscheidenden Hinweis geben, wo er seine defekten Verbraucherbatterien entsorgen und neue kaufen kann. Zudem hat unser neues Beiboot die entsprechende Kapazität, um 200 Kilo an Bleibatterien sicher durch die weitläufige Bucht bei kabbeliger See zu transportieren. Der Austausch der Akkus geht gemeinsam schnell vonstatten.

Batterien-Transport mit dem Beiboot Jetzt ankern wir sozusagen Boot an Boot, die Hexe und die Hullu Poro, natürlich mit ausreichendem Sicherheitsabstand. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit, die nun vor uns liegt.
Doch zurück zum Genua-Projekt:
Abermals früh, um 06:30 Uhr fahren wir mit Freund Bernd in die Grand Caye, eine geschütztere Bucht in der Nähe unseres Ankerplatzes, denn dort scheint es weniger Wind zu haben, um die Genua zu bergen, zusammenzulegen und zu verschnüren. Die Bucht ist auch wirklich sehr gut windgeschützt, schnell fällt das Vorsegel, und die beiden Herren können es problemlos zusammen legen, die 76 Quadratmeter Segelfläche sind gebändigt.
Geborgen 
gefaltet 
und Abfahrt! Auf der Rückfahrt zu unserem Ankerplatz in St. Anne gibt es für Bernd und mich einen „richtigen“ , wohlverdienten Café aus der Siebträgermaschine. Nachdem der Anker wieder fest im Grund liegt, fahren Bernd und Volker mit dem Segel, und den alten Batterien von Bernd in unserem Beiboot nach Le Marin, bringen das Segel zum Segelmacher und die Batterien zum Entsorgen in den Laden, in dem Bernd die neuen gekauft hatte. Am Montag schon soll das Segel genäht und abholbereit sein.
Das Wochenende steht nun vor der Tür, und heute soll endlich mal wieder die alte Tradition des „Champagne Friday“ aufleben, die wir so häufig mit unseren Freunden aus Lanzarote und den karibischen Segelfreunden zelebrierten, die aber, wenn wir alleine reisend unterwegs waren, natürlich ausgefallen fallen ist. In diesem Sinne wünschen wir allen Bloglesern einen perlenden Start in ein schönes Wochenende.

Generalprobe für Champagne Friday -
Hoch am Wind
Immer weiter steigert sich das Gekreische des Windes, und im gleichen Tempo schlägt die Nadel des Windmessers aus. Böen von über 40 Knoten fallen über uns her, als wir uns der Südspitze von Dominica nähern, der Sonntagsinsel, so benannt, weil sie an einem Sonntag entdeckt wurde.

Fliegende Gischt, beim wilden Ritt Das Wasser ist nur noch ein weißer Teppich, wir lassen uns von diesen Hammerböen beeindrucken, der Hexenkat nicht, der wird immer nur schneller, stoisch hält der Autopilot den vorgegebenen Kurs.
Seit heute früh sind wir wieder auf dem blauen karibischen Meer unterwegs. Nachdem noch eine massive Regenböe durchgezogen ist, lösen wir um 6 Uhr15 die Festmacherleinen von der Mooringboje und machen uns auf den 82 Seemeilen langen Weg nach Martinique.
Die Woche, die wir in der Inselgruppe, Les Saintes, verbracht hatten, war gespickt mit schönen Erlebnissen. Cornelias lang andauernde Bronchitis gehört wohl endlich der Vergangenheit an, zahlreiche kleine Ausflüge nach Terre-de-Haut, dem Hauptort, haben uns das Inselleben näher gebracht, der ausgiebige Spaziergang auf der Ilet à Caprit, dem kleinen Ziegeninselchen, bot uns ein paar tierische Erlebnisse, mit wild lebenden Ziegen, Katzen und Hühnern.

Das Zicklein im Regenwald 
Wilde schwarze Katze 
Hahn, Henne und Küken und dann gab es noch ein paar Schnorchelausflüge zu all den Schönheiten, sowohl tierischer als pflanzlicher Natur, die das karibische Gewässer zu bieten hat.

Das Mooringfeld Mit einer herausfordernden Wettervorhersage im Gepäck, haben wir, soweit es ging, uns und das Boot auf die Überfahrt vorbereitet, das Beiboot ist mit aller gebotenen Gründlichkeit fest an den Davits verzurrt, die Cockpitpolster sind weitestgehend in der Gästekabine verstaut, alles, was im Salon rumrutschen kann, steht entweder in der Spüle oder in verschlossenen Schränken und nicht zuletzt bekommt das Großsegel schon mal rein präventiv sein zweites Reff.

Squall im Anzug Und warum der ganze Budenzauber? Obwohl der Wetterbericht sich eigentlich garnicht so arg anhört, wenn man ihn positiv deuten will; durchschnittliche Windgeschwindigkeit 17,2 Knoten, maximale Böen von 25 Knoten, die Wellen moderat, bis 1,7 Meter. Klingt ja eigentlich ganz nett, aber das Teufelchen, oder eher die Hexe, steckt im Detail, der Wind soll erstmal genau aus Ost kommen, unsere Richtung zum Ziel ist präzise 162 Grad, also ein Kurs zwischen Amwind- und Halbwind, ist ja auch noch ganz nett, doch irgendwie trauen wir dem Braten nicht. Gestern hatte der Wind schon immer wieder mal eine südöstliche Komponente an den karibischen Messbojen. Dazu kommt, dass wir auf die Böen-Windgeschwindigkeit nochmal fünf Knoten Windspeed zur Vorsicht draufschlagen. Dann liest sich der Wetterbericht schon anders; Wind bis 30 Knoten, ein Kurs überwiegend Hoch am Wind und zwei Passagen zwischen den Inseln, in denen die atlantische Dünung durchgedrückt wird, bei abfallender Wassertiefe und Kapeffekten des Windes, d.h. der Wind dreht mit der topographischen Küstenformation, und wird auch von den abfallenden Steilküsten wie in unserem oben genannten Fall beschleunigt.

Die Hexe fliegt Während der Reise hatten wir also zahlreiche Wetterphänomene, Wind von vorne, Wind von Steuerbord, Wind aus der Hauptrichtung von Backbord, Wind von 3-40 Knoten, flache See im Windschatten der Inseln und brechende Seen zwischen den Inseln. Alles kein Drama, es bleibt halt nur wenig Raum für optimistische Auslegungen der Wetterberichte, so nach dem Motto, ich suche mir die am besten klingende Vorhersage aus und segel danach. Das kann schief gehen.

Die „Skyline“ von Martinique Die Daten:
Samstag, 4. Februar 2023
Ilet deCabrit vor Les Saintes Terre-de-haut 06:20 – St. Pierre auf Martinique 16:00, 79 sm
Baro 1016, heiter bis wolkig, kühl, um 22 Grad, Wind meistens Ost zwischen 5 und 40 Knoten -
Nu sinn se wech …
… und wir sind wieder allein allein.Heute, am Samstag Morgen, haben Irene und Peter abgeheuert. Ganz früh, denn ihr Flug von Guadeloupe nach Miami, wo sie ein paar Tage verbringen werden, ehe sie weiter fliegen nach Panama, um dort Familie „Wildthing“ zu treffen, und mit ihnen durch den Panama-Kanal bis zu den Galapagos-Inseln zu segeln. Es war eine sehr schöne und unterhaltsame Zeit mit den beiden, wir sind gut gesegelt und haben auf den Inseln ein paar wunderbare Ausflüge gemacht. Viel Spaß bei Euren neuen Zielen, Peter und Irene!
Am Sonntag sind wir vier, nach dem Ausflug des vorigen Tages über die Insel St. Kitts, relativ früh los gefahren, hier ein Auszug aus dem Logbuch:
Es steht eine ruppige See, wir fahren mit einem Reff im Groß und 3-6 Umdrehungen in der Genua los. Leider ist für die nächsten Tage eher mehr Wind aus der gleichen Richtung angesagt, es hilft also auch nichts zu warten. Das Ziel ändert sich mit jedem Dreher des Windes, zuerst war es Montserrat, dann lieber Guadeloupe, dann scheint es doch Montserrat zu werden, allerdings eher der südliche Ankerplatz, von dem sie uns noch letztes Jahr verjagt hatten. Doch nach dem Gespräch über Funk mit der Port Control wird uns gesagt, dass wir nur in Little Bay ankern dürfen, und nicht in der südlicheren Bucht, die vom Kurs her machbar wäre. Also ist das aktuelle Ziel doch wieder Guadeloupe.
Den ganzen Tag fahren wir einen Amwindkurs mit um die 20 Knoten Wind, immer so genau an der Windkante, möglichst nicht zu weit vom Ziel abzuweichen, aber auch so, dass die Segel gerade noch stehen. Volker spielt mit der Genua, mal zwei Umdrehungen kleiner, dann wieder ausreffen, aber nur ein Stückchen; das Groß bleibt in Reff 1. Als wir endlich durch die Passage zwischen Montserrat und Guadeloupe durch sind, es ist auch schon dunkel, werden die den ganzen Tag über eher ruppigen Wellen kleiner und weniger nervig, weil sie durch die Landabdeckung gebremst werden. Um Viertel vor neun fällt der Anker in der schönen Bucht „La Grande Anse“, das Anlegebier steht schon bereit, und mit der Aussicht, morgen das komplette Boot zu entsalzen und abzuwischen, fallen wir müde ins Bett.
Am Mittwoch sind wir von der Grande Anse 15 Meilen bis Malendure als Motorsegler gefahren, es gab fast keinen Wind, aber rechtzeitig zu einem späten Frühstück kamen wir dort an und konnten die wunderschöne Aussicht genießen. Hier waren wir auch zum ersten Mal nach St. Martin wieder in einem Restaurant. Das kannten wir noch vom letzten Jahr gut: „Le Rocher de Malendure“, dort gibt es sehr leckeres Essen, und die freundliche Bedienung „Sandra“ hat sich sogar angeboten, Peter und Volker am nächsten Morgen zum Flughafen zu fahren, damit sie dort das Leihauto abholen können.
Gut, dass wir einen Wagen zur Verfügung hatten, denn leider hatte unsere Waschmaschine wiederholt einen Fehler: Zu einem nicht näher zu bestimmenden Zeitpunkt hörte sie plötzlich auf zu waschen, und alle Lichter blinkten. Dabei war zu unserem Entsetzen wiederholt Wasser ausgetreten, nicht zu knapp, aus der Waschpulverschublade ebenso wie an nicht sichtbaren Schlauchverbindungen in der Waschmaschine selbst. Dabei ist dann die Bilge samt der darin gestauten Vorräte überflutet worden, viele von diesen Vorräten sind durch das Laugenwasser unbrauchbar geworden. Trotz der Reparaturversuche ließ sich der Fehler nicht beheben. So waren wir mehr als froh, dass Peter und Volker mit dem Leihwagen über die halbe Insel zu einem Elektromarkt fahren konnten, um eine neue Wasch-Trockner-Kombination zu kaufen.
Wir brauchen diese Möglichkeit, an Bord zu waschen, denn von den Ankerplätzen aus ist es schwieriger einen Waschsalon zu finden als im Hafen, dort gibt es fast immer Waschmaschinen für Gastlieger. Trotzdem waschen diese Maschinen meist im Schnellwaschgang, und die Wäsche riecht zwar besser, ist aber nicht sauber.
Der Ausbau der defekten Waschmaschine war fix erledigt, der Abtransport erfolgte mühelos mit dem geräumigen neuen Dinghy. Nur das Heben in und aus dem Beiboot, und über den endlos langen Dinghysteg warein Kraftakte sondergleichen. (Bilder folgen, sowie wir wieder Netz haben.) Doch Peter und Volker haben auch das heldenhaft geschafft. Ebenso schnell und fachgerecht wie der Ausbau verlief der Einbau unserer neuen Waschmaschine und der erfolgreiche Probelauf erfreute nicht nur die Damen. Kleine Randbemerkung, die neue Wäschewaschmaschine spielt am Ende eines jedes Waschganges, das Forellenquintett von Schubert, das erfreut das Klassikherz der Capitania doch sehr!
Herzlichen Dank an Peter für die großartige Hilfe!
Mit dem Leihwagen haben Irene und Peter anschließend die Insel erkundet, sie waren an den sehenswerten Wasserfällen, in der Hauptstadt Point-à-Pitre, von der sie aber, ebenso genau wie wir vor einem Jahr, eher enttäuscht waren. Und heute morgen sind sind sie noch im Dunkeln von Bord gegangen, um rechtzeitig zum Check-In am Flughafen zu sein.
Wir sind direkt aufgebrochen, nachdem Volker mit dem Dinghy wieder an Bord war, um die rund 30 Meilen bis zu den Isles des Saintes zu segeln, bei schönem Nordostwind um 18 Knoten, wenn nicht gerade ein Berg uns Windschatten bescherte. Auf der Ilet de Cabrits, dem Ziegeninselchen, lagen wir zunächst in der sehr geschützten Bucht „Anse sous le vent“, die Bucht unter dem Wind. Allerdings mussten wir auf 25 m Tiefe ankern, weil die ausgelegten Bojen besetzt, und die weniger tiefen Ankerplätze eben auch schon belegt waren. Dazu gehört es dann auch, viel Kette zu geben, sodass der Schwingkreis sehr groß ist.
Kurzentschlossen fuhren wir ein kleines Stückchen weiter nach Terre-de-Haut, eine der beiden Hauptinseln der Gruppe, und fanden hinter dem „Pain de Sucre“, einem kleinen Berg mit dem Namen Zuckerbrot, die wunderschöne kleine Bucht, „Anse de Crawen“, in der kein anderer Segler ankerte. Hier werden wir heute Nacht bleiben, mal sehen, wie es weiter geht.
Dieser Bitrag ist schon zwei Tage alt, weil wir hier keinen oder nur einen sehr schwachen Zugang zum Netz hatten und haben. Deshalb gibt es auch keine Bilder.
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Eine neue Insel
Nachdem wir am Donnerstag Nachmittag in der schönen Bucht von Christophe Harbour den Anker haben fallen lassen, sind Irene, Peter und ich am Freitag mit dem Taxi in die Hauptstadt von St. Kitts, Basseterre gefahren, um dort ein- und gleich wieder auszuklarieren. In Christophe Harbour geht das, entgegen den Informationen bei SailClear, der karibischen Einreise-Plattform für Segler, leider nicht.

links der Atlantik, rechts ein kleines Stückchen karibische See Aber natürlich waren wir auch Touristen, die die Hauptstadt, die übersetzt „Niederland“ heißt, kennenzulernen, aufgebrochen waren. Wir hatten von der Hafenmeisterin von Christophe Harbour die Telefonnummer eines Taxifahrers bekommen, der uns für 40 Dollar bis dorthin kutschierte, nicht ohne uns auf die sehenswerten Punkte aufmerksam zu machen, und sogar für Fotos der schönsten Aussicht stehen zu bleiben.

Die Fußgängerzone Angekommen in der Stadt hat Kenroy uns bis direkt vor die Zollbehörde gefahren, hat uns auch erklärt, wo die Immigration ist, denn nachher müssten wir auch noch dorthin. Außerdem versprach er, uns hier wieder abzuholen, wenn wir ihn anrufen. Ich habe tatsächlich den kompletten Preis bezahlt, inklusive der Rückfahrt, er sah so vertrauenswürdig aus. Volker sagte später noch am Telefon: „Du weißt doch, ‚Don’t pay the ferryman before he gets you to the other side’“.


Eindrücke aus Basseterre Beim Zoll ging alles reibungslos, dank des vorherigen Ausfüllens der Eckdaten bei Sailclear, auch wenn der Beamte korrekt und auch nur das war. Anschließend mussten wir noch zur Immigration. Diese aber fanden wir nach einigem Suchen am Fährhafen, wo auch die Passagierschiffe, Aida und Co. ankommen. Das Büro war bei dem Vorraum zum Hafen, durch den auch alle Kreuzschiff-Passagiere mit ihren Zugangskärtchen durch mussten. Wir sind einfach vor der langen Schlange direkt zum Büro gegangen. Dort habe ich – wie gewohnt – unsere Pässe zeigen müssen, die Dame hinter dem Schalter füllte einige Papiere aus, und am Ende waren wir offiziell auf St. Kitts einklariert.

Der Uhrturm Wir drei haben uns also aufgemacht, die Stadt zu erkunden. In der Fußgängerzone war man vor allem auf die Kreuzfahrt-Touristen eingestellt, Fotos mit den Äffchen, die die Insel bevölkern, Bootstouren oder Ausflüge zum Vulkan wurden lautstark angeboten. Wir sind aus der Tourizone raus und in die eigentliche Stadt, die dort viel interessanter ist, mit schönen Parks, verfallenen, aber auch gepflegten Häusern, und der katholischen Kirche, in deren Kühle wir uns einen Augenblick ausgeruht hatten.
Nach einem netten Smoothie auf einer schönen Terrasse riefen wir Kenroy, den Taxifahrer an, und pünktlich stand er am Platz mit dem Uhrturm. Auch auf der Rückfahrt gab es ein bisschen Sightseeing und einen Stop im amerikanischen Supermarkt.



Am Samstag sind wir dann gemeinsam mit Volker auf eine Inselrundfahrt gestartet, natürlich wieder mit Kenroy, der ganz viel über seine Insel weiß und es gerne vermittelt. Unser erster längerer Stop war bei Fairview Great House mit dem botanischen Garden, wunderschön, die Blütenpracht und die unglaublich grünen Bäume und Sträucher.
Das Fortress haben wir uns gespart, 15 Dollar pro Person war uns diese Festung nicht wert. Und den Krater des Vulkans haben wir auch ausgelassen, denn dort hätten wir vom Parkplatz aus noch ein gutes Stück hochkraxeln müssen.



Aber die Landschaft dieser schönen Insel hat uns sehr gut gefallen, der Blick vom schwarzen Strand übers Meer auf der atlantischen Seite, die grünen Hügel, die an Schottland erinnern (nur wärmer ist es hier) und die unglaublichen Aussichten an der Wespentaille der Insel, auf der einen Seite zum Atlantik, auf der anderen übers karibische Meer. Es war ein großartiger Ausflug, vielen Dank an Kenroy und seine Führung.
Sonntag, 22. Januar 2023
Christophe Harbour St. Kitts 08:45 – Guadeloupe 20:45, 84 sm, Baro 1012, leicht bewölkt, Wind ONO 20 Knoten, Welle ca. 2 m

Vulkan voraus Es steht eine ruppige See, wir fahren mit einem Reff im Groß und 3-6 Umdrehungen in der Genua los. Leider ist für die nächsten Tage eher mehr Wind aus der gleichen Richtung angesagt, es hilft also auch nichts zu warten. Das Ziel ändert sich mit dem Drehen des Windes, zuerst war es Montserrat, dann lieber Guadeloupe, dann scheint es doch Montserrat zu werden, allerdings eher der südliche Ankerplatz, von dem sie uns noch letztes Jahr verjagt hatten. Und nach dem Gespräch über Funk mit der Port Control von Plymouth, der neuen Hauptstadt, die frühere Hauptstadt wurde, wie in unserem Blog vom letzten Jahr berichtet, von dem Vulkanausbruch 1997 vernichtet, nachdem Hurrikan Hugo im Jahre 1989 der Insel schon erheblichen Schaden zugefügt hatte, wird uns gesagt, dass wir nur in Little Bay ankern dürfen, und nicht in der südlicheren Bucht, die vom Kurs her machbar wäre. Also ist das aktuelle Ziel doch wieder Guadeloupe.
Den ganzen Tag fahren wir einen Amwindkurs mit um die 20 Knoten Wind, immer so genau an der Kante, möglichst nicht zu weit vom Ziel abzuweichen, aber auch so, dass die Segel gerade noch stehen. Volker spielt mit der Genua, mal zwei Umdrehungen kleiner, dann wieder ausreffen, aber nur ein Stückchen; das Groß bleibt in Reff 1. Als wir endlich durch die Passage zwischen Montserrat und Guadeloupe durch sind, es ist auch schon dunkel, werden die den ganzen Tag über eher ruppigen Wellen kleiner und weniger nervig, weil sie durch die Landabdeckung gebremst werden. Um Viertel vor Neun fällt der Anker in der schönen Bucht „La Grande Anse“, das Anliegerbier“ steht schon bereit, und mit der Aussicht, morgen das komplette Boot zu entsalzen und abzuwischen, fallen wir müde ins Bett.
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Manöverkritik
Seit letzten Sonntag sind unsere Freunde Irene und Peter mit von der Partie. Unglücklicherweise spielt jedoch das Wetter nicht mit, eine atlantische Störung schickt hohe Wellen und massenweise Regen, am Ankerplatz wird es unangenehm, eine Segelyacht aus der Nachbarschaft macht sich, von uns unbemerkt, von ihrer Mooringboje, geht auf Drift und strandet auf den Felsen.

Erstes Frühstück mit den ersten Gästen in diesem Jahr Wir bekommen unser Beiboot zurück, es hatte tatsächlich ein kleines Loch im Luftschlauch, unterhalb der achteren Scheuerleiste. Ein kleines nahezu unsichtbares Reparaturpatch wurde von einem eigens hinzu beorderten Spezialisten fachmännisch und für mich akzeptabel aufgebracht. Jetzt haben wir das „beste Beiboot der Welt“ und mit maximal 23, 6 Knoten auch ein recht schnelles. Selbst mit vierPersonen besetzt kommen wir mit dem 15 PS Yamaha recht locker in eine zügige Gleitfahrt. Nur die Capitania weiß noch nicht, ob sie von dem flotten Beiboot begeistert ist, das bei entsprechendem Speed auch mal etwas ruppiger über die Wellen holpert. Als kleinen Dank für unsere Geduld erhielten wir von unserem Beibootverkäufer ein paar schöne T-Shirts, insgesamt lief der Verkaufsprozess fürs Dinghy samt neuem Motor sehr professionell und auch sehr freundlich ab.

Das Beiboot ist ausgeliefert Schön war es auch, dass wir unsere unsere jungen Segelfreunde Roman und Mackensie, die wir vor acht Monaten in den Turks and Caicos kennengelernt, endlich wieder getroffen haben. Die beiden 26-jährigen haben mittlerweile geheiratet und sind nun mit ihrer 40 Fuss Beneteau, wie wir in den karibischen Gewässern unterwegs. Wir waren für die beiden the first Sailingfriends, also die ersten Segelfreunde, und das wird für immer so bleiben :-).
Wiedergesehen haben wir auch Volker und Iris, die mit ihrem schönen Katamaran ebenfalls durchs blaue karibische Meer segeln. Langweilig wurde es uns in Marigot nicht, und trotzdem sind wir vor zwei Tagen bei leichtem Winden aufgebrochen. In der schönen Anse Oriental ist nach ein paar entspannten Segelstunden der Anker gefallen, und beim abendlichen Lotusgrillen haben wir die uns umgebende Stille sehr genossen.



Mövenflüge Gestern ging es dann früh ankerauf und mit Vollzeug in Richtung des 55 Seemeilen entfernten St. Kitts. Nach ein paar Seemeilen frischte es auf und das erste Reff im Großsegel wurde fällig. Wenn ich vorne am Mast stehe, fiert Cornelia das Großfall, damit ich die Reffkausch einhängen kann und gleichzeitig, ziehe ich das Lose aus den Reffleinen, damit die achtern nicht so rumschlagen. Hundertmal haben wir das so gemacht und trotzdem hat sich gestern eine Reffleine so um die 7 Meter lange Kurzwellenantenne gewickelt, sodass der obere Teil abgebrochen ist. Das wäre vermeidbar gewesen, wenn ich zum einen mehr Lose, aus den Reffleinen gezogen und die Capitania sie schneller dicht geholt hätte, und zum anderen, wenn ich mich nicht ganz so dämlich dran gestellt hätte beim Versuch, die umgewickelte Reffleine von der Antenne zu befreien. Es war so ein bisschen wie Murphys Gesetz, was schief gehen kann, geht auch schief. Jedenfalls werden wir jetzt bald um 450 Euro ärmer sein, die neue Kurzwellenantenne ist schon bestellt.



Landschaftseindrücke aus St. Kitts Der Rest des Segeltörns verlief bei schönstem Kaiserwetter, entsprechend entspannt, bis kurz vorm Ziel. Ein kurzer Knall und der obere Teil des Großsegels stand nicht mehr, wie er sollte. Die Leine samt Lasche, die die oberen Segellatten spreizt, war abgerissen. Das bescherte mir dann insgesamt drei Stunden Näh-Fleißarbeit, teilweise mit Bohrmaschine und 2 mm Bohrer, weil das Segel an der Stelle, an dem die Lasche befestigt ist, fast 5 Millimeter dicker ist. Kein Job für Dünnbrettbohrer!

In der Bucht von Christophe liegen wir vor Anker Heute werden wir in Saint Kitts einklarieren und dann mal gucken, wie unser Aufenthalt sich so entwickelt. Landschaftlich ist die Insel sehr schön, so wirkt sie vom Ankerplatz aus, auf mich.
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Neuester Stand
„Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen.“
Die Aussage stammt von Konfuzius und die lassen wir jetzt auch mal so im Raum stehen, denn grundsätzlich bestand zwischen der Capitania und mir die Einigkeit, dass wir mit unserem Katamaran den Pazifik bereisen wollen. Eine Einigkeit oder besser gesagt, die Deutlichkeit über die zurück zu legende Distanz, bis nach Australien, nämlich ingesamt knapp 10.000 Seemeilen, wurde bei aller Planungseuphorie anscheinend verdrängt, frei nach dem Motto, „je üppiger die Pläne blühen umso verzwickter wird die Tat“ (Erich Kästner) Und so bekamen wir dann doch in den letzten Tagen die berühmten „kalten Füße“, und eine Planänderung, oder um im nautischen Jargon zu bleiben, eine Kurskorrektur, war angesagt Bisher haben wir nur einige wenige karibische Inseln in der letzten Saison besucht, die Flugzeit, mit einem Zwischenstop, von Australien nach Frankfurt beträgt 36 Stunden, eine Rückkehr mit dem Boot von der Karibik nach Europa ist leicht zu handeln und so weiter. Gründe für den Kursschwenk waren schnell gefunden. Sei es wie es ist, der neueste Stand ist jetzt, dass wir mit der Hexe erstmal noch eine Saison durch das karibische Gebiet segeln wollen, zu den Traumzielen, an denen wir noch nicht waren, als da beispielhaft zu nennen wären: Dominica, Jost van Dijk, Barbuda, Bequia, die Grenadines, Jamaika, Kuba, etc.
Zeit zum Wechsel war es leider auch bei unserem Transportmittel, dem Beiboot nebst Motor, der eine lief nur noch unrund, besonders in der Startphase, das andere verlor immer mehr Luft und benötigte immer mehr Klebepatches.

Das neue Beiboot, mit einem glücklichen Skipper, leider von hinten Am Freitag war dann Übergabetag, das neue Dinghy ist jetzt 3,6 Meter lang und hat einen kräftigen 15 PS Motor, der auch für Gleitfahrt im beladenen Zustand sorgt. Einen Pferdefuß gibt es leider trotzdem, die hintere Luftkammer auf der rechten Seite verliert Luft über ein noch nicht gefundenes Loch. Wenn der Bootshändler Zicken bezüglich Umtausch macht, werden wir im nächsten Blogbeitrag en Detail berichten.

Die Urkunde zu Ehrenmitgliedschaft Einen ausgesprochenen freudigen Anlass und Grund zum Feiern, gab es am gestrigen Samstag. Wir sind beim Neujahrsempfang unseres saarländischen Segelclubs zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Dank einer bestens funktionieren Videoschaltung konnten wir an diesem festlichen Akt, trotz 7.500 Kilometer Distanz, live teilnehmen. Unser Dank geht an dieser Stelle daher nochmals an den gesamten Vorstand des Segel-Club-Saar, wir fühlen uns geehrt!
Soweit, der neueste Stand!
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Wieder da!
Am 9. Januar sind wir wieder auf Sint Maarten gelandet, nach einem angenehmen Flug von Paris aus. In Paris war es am Flughafen Charles de Gaulle wieder sehr stressig, denn man muss an diesem riesigen Flughafen die Gebäude wechseln, das geht mit Bus und Bahn, dann muss man noch über einen Parkplatz laufen. Anschließend kommt wieder diePasskontrolle, danach – und das ist manchmal ganz furchtbar – der Security Check. Alle elektronischen Geräte, einschlich der Apple Watch, kommen in separate Boxen, der Rucksack und die Computertasche werden eingehend im Scan betrachtet, die Jacken müssen ausgezogen werden, manchmal sogar die Schuhe, und in den Hosentaschen darf sich kein Gegenstand mehr befinden. Nun, das kennt man ja schon von anderen Flughäfen, aber hier werden viele Taschen noch einmal händisch durchsucht, jeder einzelne Gegenstand wird herausgenommen und natürlich auch wieder eingeräumt, das kann dauern. Diesmal hatten wir Glück und waren relativ problemlos durch, danach kamen noch ein paar endlose Gänge, und pünktlich zum Boarding waren wir am Gate.
Sint Maarten hat uns mit Sonnenschein und Temperaturen um die 29 Grad begrüßt, und unsere Hexe lag unversehrt an ihrem Platz.

Das war erst der Anfang Am nächsten Morgen haben wir unser Großsegel abgeholt und es mit viel Mühe und dem Großfall an Bord gehievt, bis es auf dem Baum lag. Aber dann fing die Arbeit erst an. Volker wird im Bootsmannstuhl ein bisschen in den Mast gezogen, dann der Kopf vom Großsegel ebenfalls leicht angehoben, mit viel Mühe beginnt Volker dann, einen nach dem anderen Mastrutscher in die Schiene einzuführen. Ich kann ja nur Hilfsarbeiten ausführen, aber auch das fand ich schon anstrengend. Ohne Café am Morgen, ohne Frühstück und in der für uns ungewohnt heißen Sonne. Am Abend waren meine Arme rot leuchtend, und am nächsten Morgen hatte ich – buchstäblich – eine dicke Lippe, unsere Körper waren noch nicht an die Sonne gewöhnt.
Am nächsten Tag wollen wir zur morgendlichen Öffnung an der Brücke sein, die uns aus der Lagune entlässt.Vorher haben wir ausklariert bei dem Polizeiposten an der Brücke. Gestern Abend hatte ich gelesen, dass bei der Ausfahrt keine Gebühr für die Brücke erhoben wird, und freute mich. Doch am nächsten Morgen wurde das jäh verändert, denn bei den Holländern ist nichts umsonst.
Ich klariere also aus, zunächst an dem Kassenschalter, glücklicherweise hatte ich alle notwendigen Papiere dabei. Am Schluss sagt die dunkelhäutige Damen hinter der dicken Panzerglasscheibe: „one sixty seven“. Oh, das ist ja günstig, denke ich, und gebe ihr zwei Dollar, überlege noch, ob ich sagen soll: „Keep the change“ oder ob Polizisten das nicht annehmen dürfen. Aber sie gibt mir meine zwei Dollar lächelnd zurück und sagt: „It is one hundred sixty seven Dollars!“. Oh, that is a lot“, meine ich, aber ich bezahle den gewünschten Betrag. Das ist die Gebühr für fünf Wochen, und es werden nur vier berechnet, toll!
Bei der Abrechnung für den Liegeplatz geht der Spaß weiter: Wir müssen ja noch fünf Tage bezahlen, und normalerweise kostet ein Stegplatz für unsere Größe 250 Dollar! Ich verhandele ein bisschen, und schließlich bekommen wir es ein bisschen günstiger. Aber so ist es und in der nächsten Zeit werden wir eher ankern, da holen wir die hohen Spesen wieder rein. Ansonsten war die Blue Pearl Marina ein guter Ort, um in der Lagune Arbeiten am Boot auszuführen oder um das Boot sicher zu parken, wenn man z.B. nach Hause fliegt, die Türen sind nachts nur mit Code zugänglich, und es ist immer ein Security Mann auf dem Gelände.

Und jetzt geht es wieder auf das richtige Meer Blue Pearl Marina, Shelter Bay 10.00 Uhr – Marigot Bay 12.33 Uhr. 3,2 sm
Pünktlich um 10 Uhr legen wir ab für die Brückenöffnung um 10:30 Uhr. Nachdem wir die Brücke passiert haben, wird bald das Großsegel gesetzt, zwanzig Minuten später sind die Motoren aus, und die Genua wird ausgerollt. Jetzt ist es Zeit für ein Frühstück! Da wir ja ich nichts eingekauft haben, gibt es französische Ravioli aus der Dose, dann ist kaum noch Zeit zu spülen, schon fällt der Anker in unserer geliebten Marigot Bay.
