Cornelia hat einen Vogel,

“Mahmoud” frisst Cornelia schon fast aus der Hand

und ich bin da nicht begeistert von. Am letzten Sonntag hat der lokale Taubenreiseverein, offensichtlich in Zusammenarbeit mit einem marokkanischen Verein, eine Ladung marokkanischer Tauben,von hier aus auf die Reise zum ostafrikanischen Kontinent geschickt. Nur, ein eigentlich gut gefütterter Täuberich hatte wohl keine Lust mehr auf seine Heimat und ist hier in Puerto Calero immigriert. Seit dem sitzt das eigentlich recht hübsche Federvieh Tag für Tag vor dem Boot auf dem Steg, und weil die Capitania es nicht hungern sehen kann,  wird es mit meinem aus Deutschland mitgebrachten Müsli (der letzten Packung an Bord) gefüttert. Die Taube ist kein Kostverächter und pickt fleißig alles bis zum letzten Korn weg. Wenn der gefiederte Freund Cornelias Stimme hört, hebt er mittlerweile neugierig den Kopf und beim Landgang folgt er auf seinen zweiTaubenfüßen der Capitania auf Schritt und Tritt bis zum Stegende. Vorhin hat die (ehemalige) Reisetaube erstmals auf unserem Boot Platz genommen, bis der Hund an Deck erschienen ist, dafür gab es dann von mir ein Leckerli, nicht für die Taube , sondern für Samy, versteht sich. Um das Taubenthema vorläufig abzuschließen, die Taube ist beringt und die Aufschrift darauf besagt eindeutig, woher sie kommt und das sie zum Taubenverein Casablanca gehört.

Gestern war Reparaturtag auf der Hexe. Kurz nach sechs Uhr hörte ich hinter dem Bett ein klickendes Geräusch und dachte mir schon, dass das nichts Gutes zu bedeuten hatte, weil mein erster gedanklicher Verdacht auf die rausgeflogenen Hauptsicherung tippte. So früh am Morgen wollte ich noch keine Probleme an mich ranlassen, hab mir die Bettdecke übergezogen und mich rumgedreht.

Die Problemvermeidungsstrategie hat jedoch nur bedingt funktioniert, weil Cornelia die Waschmaschine ohne Landstrom nicht starten konnte. Eine kurzer Testlauf durch unser 220-Volt-System ergab, dass immer, wenn wir den Warmwasserboiler anschalteten, die Sicherung sofort rausflog. Ein schnelles Überprüfen der Elektroanschlüsse vom Boiler ist leider nicht möglich, da diese leider so schlecht erreichbar eingebaut sind, dass schon das Abschrauben der Schutzkappe eine Herausforderung ist, die ich nicht bewältige. Mit Wes und Danny von Catlanza hatten wir jedoch kurze Zeit später erfahrene Handwerker an Bord, die noch den ausgebildeten Sanitärspezialisten Antonio hinzuzogen. Der leerte erstmal das Heißwasser aus dem 80-Liter-Warmwasserbereiter, schraubte die Ringhalterungen ab, drehte den Boiler dann und erreichte so, erfolgreich nach einiger Zeit, den Elektro- und Heizelement-Anschluss. Der Heizstab und der Thermostat sind kurze Zeit später ausgebaut.

Heizstab

Thermostat

Bilder sagen hier mehr als Worte, so verkalkt ist der Heizstab, zudem hatte der Thermostat einen Kurzschluss, was wohl die Sicherung zum rausfliegen gebracht hat. Es war ein größerer Akt für alle Beteiligten, einen Heizstab mit exakt gleicher 1200-Watt-Leistung wie der alte auf der Insel zu organisieren, dazu obendrein noch einen passenden Thermostat. Schließlich gelang das fast Unmögliche nach endlosen Telefonaten und Fahrten. Abends ab 19 Uhr funktionierte unser Warmwassersystem dank des unermüdlichen Einsatzes aller drei Herren wieder, unseren besten Dank dafür und für die Hintergrundberatung auch an Ralf ein herzliches Dankeschön.

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Heilende Hände

Samy ist in den paar Tagen, an denen Tochter Larissa und Freund Johannes uns auf Lanzarote  besucht haben,  in den Genuss einer Hundemassage und -behandlung gekommen. Nicht nur der Sturz von der Mauer, sondern auch sein Alter und seine gesamte Physiognomie hatten ihn immer mal wieder mit Schmerzen im Bewegungsapparat geplagt. Nun war Larissa an Bord und hat Samy sowohl osteopathisch als auch physiotherapeutisch sanft behandeln können. Siehe da, am Ende scheint er schmerzfrei zu sein, und läuft wie ein junger Hund durch die Gegend. Hier der Bericht der Expertin:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2164016373889042&substory_index=0&id=2030155987275082

Außerdem ist unser Film über die Anti-Fouling-Aktion und den großen Kran in Arrecife online:

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Haltlos

Habe ich eigentlich schon geschrieben, dass wir in den letzten Tagen in den Genuss von weißem Spargel gekommen sind?

Harald und seine Söhne haben zweieinhalb Kilo besten Spargels aus der lippischen Region mitgebracht, der hat schon mal ausgezeichnet geschmeckt. Meine Tochter Larissa hatte dann noch neben einem Schlagdrehschrauber, der in meinem Werkzeugsortiment gefehlt hat, den ich brauche, wenn sich mal eine Schraube festgefressen hat oder der Schraubenkopf vermurkst ist, noch weitere zwei Kilo Weiterstädter Spargel mitgebracht.

Die letzte Stange gibt es heute Abend zum Abschiedsgrillen als Spargelsalat. Morgen segeln Martina und Jens mit ihrer Maje weiter nach Teneriffa, und Larissas und Johannes’ Zeit auf der Insel ist schon  wieder vorbei.

Doppelabschied also, so schöne Tage gehen mir persönlich immer wieder viel zu schnell vorbei, aber wir sind ja noch nicht am Ende unserer Reise und deshalb will ich keine bluesige Stimmung aufkommen lassen. Zumal wir seit heute Mittag das schönste Wetter haben, was man sich wünschen kann. 25 Grad im Schatten, dazu ein frischer Wind und ein blauer Himmel wie er blauer nicht sein kann.

Heute habe ich mit Verwunderung festgestellt, dass unsere Haltestangen für die Rückenpolster im Cockpit nur mit Spaxschrauben eingeschraubt sind anstatt mit Gewindeschrauben, Mutter und Unterlegscheiben, weil eine der Edelstahlstangen  samt Schrauben aus dem Laminat  rausgebrochen ist, haltlos…

Sonst ist das Schiff jetzt technisch und optisch auf Vordermann und bereit für die nächste Reise.

Nur der Wind, bzw. dessen Richtung macht uns noch einen Strich durch die Rechnung, denn der weht sich präzis auf die Richtung ein, in die wir hinwollen, nämlich auf Nord. Wir denken schon darüber nach, eine atlantische Schleife nach Westen zu segeln, bis wir in den Bereich der Südwinde kommen, aber dazu bei einem späteren Blogbeitrag mehr.

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LuftLoch

Seit gestern sind Larissa und Johannes an Bord, und weil es fürJohannes der erste Besuch auf Lanzarote ist, sind wir gleich heute zu viert mit unserem Leihauto zur ersten Inselrundfahrt aufgebrochen, um ihm die Sehenswürdigkeiten von der Insel zu zeigen. Die beiden bleiben nur ein paar Tage, da muss man schon jeden Tag rumfahren, um möglichst viel von den Schönheiten Lanzarotes zeigen zu können.

Der Beste!

Cornelia hatte zudem noch einen spätmorgendlichen Termin beim besten Osteopathen der Insel in Playa Blanca. Der Ausdruck vom besten Osteopath kam übrigens von dessen Sprechstundenhilfe und Ehefrau als Entschuldigung für die mehr als 7-tägige Wartezeit auf einen Termin. Jedenfalls hat der dank seines Könnens die Capitania in 45 Minuten wieder in in Form gebracht, d.h. den Beckenschiefstand gerichtet und die Wirbelkörper an ihren Platz gerückt. Und inzwischen geht es der Capitania richtig gut, nachdem sie anfänglich nach der Behandlung ganz schön geautscht hatte.

Wehrturm

Währenddessen haben wir wartenden Drei einen sehr schönen Spaziergang entlang des Mirador de las Papagayos gemacht, von wo aus man nicht nur die einmalig schönen Papageienstrände betrachten, sondern auch, ein paar hundert Meter weiter, den Wehrturm der Normannen aus dem 14. Jahrhundert besichtigen kann. Weite Teile der Wehranlage und der zugehörigen Umrandungsmauern befinden sich, gut sichtbar von oben, unter Wasser.

Nachdem wir Cornelia  wieder eingesammelt hatten, ging es zur alten Saline, über die wir vor ein paar Tagen schon mal ausführlich berichtet haben, von dort weiter nach El Golfo zu unserem direkt am Wasser gelegenen Lieblingsrestaurant Costa Azul.

Da wir nahe zu Hochwasser dort eintrafen, wurde uns ein tolles Wellenspektakel durch die nah am Ufer brechenden Wellen geboten. Am späten Nachmittag ging es durch die erstarrte, spektakuläre Lavalandschaft zurück zum Boot. Wes, der Inhaber von Catlanza, der Tagesfahrten mit Segelkatamaranen anbietet, brachte mir meine wiedergefüllte Tauchflasche zurück, das gab mir die Gelegenheit, meine Tarierweste anzuschließen und zu testen. Die hatte nämlich beim letzten Tauchgang im Hafen an einem Ventil abgeblasen. Durch diese Undichtigkeit kann die Tarierweste ihre eigentliche Aufgabe nicht erfüllen, den Taucher, in dem Fall mich, durch Lufteinpumpen, bzw. -ablassen, schwebend im Wasser zu halten. Dabei hatte ich vor noch nicht allzu langer Zeit die Weste zur Revision im Tauchgeschäft abgegeben und seitdem nicht mehr benutzt.

Egal wie, in dem Einlassventil, direkt beim Druckluftanschluss fand ich Wasser. Ergo, das Ventil war nicht richtig zusammen geschraubt und daher undicht, kleine Ursache mit großer Wirkung.

… nachher

vorher

Jens von der Maje hat mir gestern noch beim Ziehen von zwei neuen Silikonnähten geholfen. Irgendwie bekomme ich die nicht so schön hin wie er und gerade im Innenbereich sieht das ja nicht so hübsch aus, wenn das Silikon überall hin geschmiert ist. Aber wie man auf dem Beweisfoto sehen kann, haben wir jetzt wieder dank seiner Hilfe eine 1-A-Silikonnaht.

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Ostersonntagsegelei

Nicht ganz so besinnlich und ruhig, dafür aktiv, ist ja auch nicht schlecht, sind für uns die Ostertage bisher verlaufen.

Freitag hatten wir Besuch von Ulrike, Horst und Evelyn an Bord und abends kam noch Harald mit seinen beiden Söhnen sowie Jens und Martina in die fröhliche Runde und wir sind zu neunt zum Italiener lecker essen gegangen. Dach ist der Abend mit einem Absackerdrink bei uns an Bord geendet. Gestern war Fremdsegeltag, Jens und ich haben bei Horst und Evelyn an Bord angeheuert. Wir sind nach Marina Rubicon gesegelt, kein weiter, dafür ein umso schönerer Törn, in Lee der Insel mit ablandigen Wind und wellenfrei. Über zehn Knoten hat die Logge angezeigt, und das mit gerefftem Großsegel! Die Schiffbauer der ehemaligen Dübbel-und-Jesse-Werft auf Norderney haben ihr Handwerk wirklich verstanden und nicht nur 100 Prozent seegängige Schiffe gebaut, sondern zugleich auch schnelle Rümpfe entworfen.

Heute hieß es für uns Leinen los, wir sind nach Corralejo auf Fuerteventura gesegelt, haben Andy und Christiane abgeholt, Freunde aus Darmstadt, die für eine Nacht bei uns an Bord bleiben werden. Ein kräftiger Wind bis 20 Knoten drückte in die Segel, Wolkentürme türmten sich in Luv auf, die Hexe segelte gewohnt flott los. Nach einer Stunde und 20 Minuten waren 13 Seemeilen abgesegelt, der Anker fiel auf gut greifendem AGrund im bestens geschützten Vorhafen von Corralejo. Das Beiboot diente als Shuttle, eine halbe Stunden später waren die beiden schon an Bord. Zurück ging es mit einem Reff im Großsegel und teilweise eingedrehtem Vorsegel durch die recht ruppige Passage zwischen dem offenen Atlantik und Lanzarote. Andy und Christiane fanden richtig gehend Gefallen am Segeln trotz Schaukelei, mit durchschnittlich zehn Knoten Speed ging es zurück in die Abdeckung von Lanzarote. Harald nebst Söhnen jagte uns mit seinem Kat vor sich her, denn zwei Boote sind bekanntlich eine Regatta. Um kurz nach 13 Uhr und ein paar Kreuzschlägen auf dem Rückweg lagen 31 Seemeilen in unserem Kielwasser.

Christiane, Andy und ich sind dann noch nach Playa Quemada gewandert und da vom Steinstrand aus ein paar Meter geschwommen. Cornelia kam mit unserem Leihauto dorthin gefahren und wir setzten uns in unsere Lieblingsstrandbar. Jetzt geht es gleich zum Abendessen und danach zum Sonnenuntergang ins Upperdeck.

Von Lanzarote wünscht die Hexencrew frohe Ostern an alle!

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Frischer weißer Spargel

Wer findet die Krabbe?

ist auf Lanzarote nicht aufzutreiben. Ich habe nichts unversucht gelassen, das Internet durchforstet, in Restaurants nachgefragt und in den Supermärkten die Frischeregale durchsucht. Nichts zu machen, hier auf der Insel. Allenfalls halbtrockene dünne grüne Spargelbünde findet man ab und zu, die können uns nicht locken. Cornelia hat aus lauter Verzweiflung heraus weißen spanischen Spargel im Glas gekauft. Nur, der ist leider so  gnadenlos weichgekocht, dass er, wenn er auch garnicht so schlecht schmeckt, konsistenzmäßig echt abfällt.

Ein Fall für Bob den Baumeister

Wer die Zeilen jetzt liest, wer demnächst nach Lanzarote in den wohlverdienten Urlaub fliegt und noch ein bisschen Platz im Fluggepäck hat für ein bis zwei Kilo frischen deutschen Spargels, kann sich gerne jederzeit mit uns in Verbindung setzen, wir würden uns mehr als freuen. :-)))

So, das musste raus, vielleicht hilft’s ja, weil wir auch nicht wissen, ob wir in der diesjährigen Spargelernteperiode nach Deutschland fliegen werden

Die Insel La Graciosa – die Anmutige

Passend zum Thema Spargel haben sich in den letzten drei Tage frühsommerliche Temperaturen um die 25 Grad auf den Kanareninseln eingestellt und wir haben die diesjährige Badesaison eröffnet. Die Wassertemperatur ist mit 20 Grad in Verbindung mit den höheren Außentemperaturen schon als angenehm warm zu bezeichnen, heute konnte ich sogar zusammen mit Jens einen ersten längeren Schnorchelausflug unternehmen und die für Lanzarote typische, extrem vielfältige Unterwasserwelt bewundern.

Am Samstag gibt es auf einer Finca eine Vollmonddisco, zu der wir eingeladen sind. Das ist für mich schon etwas besonderes, da ich in sehr jungen Jahren regelmäßig zu einer Vollmondisco in Saarwellingen gefahren bin, die dort eine feste Institution war. Das waren noch Zeiten…

Teguise

Es kommt auch sonst keine Langeweile auf, wir fahren mit Jens und Martina über die ganze Insel und zeigen ihnen die Schönheiten, wir treffen uns mit Doris und Erik im Upperdeck und knüpfen hin und wieder neue Kontakte zu Menschen die auf Lanzarote leben, wie beispielsweise mit Ulrike, die schon seit 22 Jahren das warme Klima der Kanaren zu schätzen weiß. Wir sind noch bis Ende April sicher hier und wollen dann den ersten Winddreher des überwiegend aus nördlichen Richtungen wehenden Windes nutzen und nach Madeira oder weiter segeln. Vamos a ver!

Manrique-Schild

Legoland

 

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Spaßsegeln

Die Herren in der Konferenz

mit Martina und Jens, sowie Ulrike mit Hündin Nelly. Spaßsegeln nennen wir kleine Segeltörns mit Freunden für ein paar Stunden. Wir liegen am letzten Steg vor der Ausfahrt in der Marina, und Jens und Martina konnten sich mit ihrer Maje direkt hinter uns legen, sodass wir uns problemlos morgens zum Frühstück und abends zum Drink treffen können.

Jetzt muss Jens sein Boot aus der Box fahren, dass wir vorbei kommen, dann legt sich die Maje ganz vorne an den Steg, wir hinten dran und warten auf Ulrike. Die erscheint pünktlich um elf Uhr, Hündin Nelly bewegt sich schon ganz selbstverständlich an Bord.

Die Ladys chillen auf dem Vorschiff

An diesem Tag machen wir alle Windstärken durch. Beim Ablegen ist noch ganz wenig Wind, wir versuchen es mit Segeln, nach einer Viertelstunde resigniert der Skipper und wir motoren ein Stückchen Richtung Papagayo-Bucht. Der Wind kommt wieder, diesmal etwas raumer, gut, dass die Männer den Code D schon vorbereitet haben, jetzt darf er ausgerollt werden, wunderschön steht das bunte Segel in der Sonne. Auch dieses Vergnügen ist von kurzer Dauer, kein Wind mehr, das Leichtwindsegel wird weg gerollt, der Motor muss ran.

Volker und der Code D

Kaum sind wir in der Nähe der Punta Papagayo, schon sieht man weiße Schaumkämme, „Katzenpfoten“ nennt Martina die, und auf einmal kommt der Wind zurück, die Genua wird ausgerollt, Papagayo-Bucht ist gestrichen, wir segeln bei 14 – 15 Knoten Wind schnell nach Los Lobos.

Dort ankern wir eine Stunde, trinken Café, Martina und Ulrike hängen die Füße ins Wasser, Jens traut sich und springt ins türkisblaue Nass, aber auch nicht zu lange, trotz strahlenden Sonnenscheins ist das Wasser noch ziemlich kalt.

Ankerplatz vor Los Lobos

Auf dem Rückweg frischt der Wind auf bis über 22 Knoten, unser maximaler Speed liegt bei beeindruckenden 13,5 Knoten, so schrumpfen die zwölf Seemeilen bis zum Hafen schnell. Doch nach acht Meilen wird der Schalter umgelegt, der Wind ist weg, typisch für Puerto Calero, sehr angenehm zum Anlegen. Leider war da doch nicht so wenig Wind, aber diesmal hat Volker erst Jens und Martina abgesetzt, damit sie ihre Maje aus der Box fahren konnten, dann hat er bravurös angelegt, und die Maje kam wieder hinter uns an den Steg. Ein wunderschöner Segeltag für unsere Freunde und uns, mit vielen verschiedenen Windszenarien, alle waren begeistert.

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Weinprobe am Vormittag

Der Charco in Arrecife

Gestern Abend haben wir einen Besuch auf der SY Christina, dem wunderschönen Segelboot von unseren Freunden Elke und Uli in Arrecife gemacht, denn Uli hatte freundlicherweise für Volker ein „Scheuervlies“ besorgt, das wollte wir abholen, dann mit den beiden und Ulrike, der liebenswerten und quirligen Deutschlehrerin aus Oldenburg, die seit über 20 Jahren auf der Insel lebt, zum Abendessen an den Charco gehen. Der Charco ist ein kleiner Binnensee beim Zentrum von Arrecife, mit netten Restaurants und Tapasbars am Rand.

In dem Vulkan-Krater wird Wein angebaut

Zum Apéritif bot uns Elke an Bord ein Glas Weißwein ihres Lieblingswinzers auf Lanzarote an, ein halbtrockener Weißwein mit einem ganz besonderen Geschmack, der sogar dem Biertrinker Volker auf Anhieb gefallen hat.  So fröhlich eingestimmt, haben wir beim Abendessen verabredet, dass wir uns heute um zwölf Uhr bei der Bodega Guiguan bei Tinajo treffen sollten, um dort deren Weine zu verkosten, und unser aller Vorräte aufzufüllen.

Schön gestylte Weinflaschen mit köstlichen Tropfen

In dem kleinen Weingut wurden wir sehr freundlich empfangen (Ulrike kommt öfter mit Gästen her, ist den Winzern also bestens bekannt), und wir haben viel Interessantes über die Weinherstellung bei Guiguan erfahren. Auf Lanzarote wachsen die Reben auf vulkanischen Böden, meist werden einzelne Weinstöcke in Kuhlen angepflanzt, die Wurzeln tief in der Erde, so werden die Pflanzen vor dem Wind geschützt und das schwarze vulkanische Gestein speichert die Sonne und die Wärme auch für die kühlere Nacht, außerdem wird so die Feuchtigkeit im Boden gehalten.

Guiguan liegt im Anbaugebiet Tinajo, dort werden zum Teil andere Pflanzen kultiviert als in dem bekannteren Gebiet La Geria, Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen. So baut man bei der Bodega für den Weißwein nur die weiße Malvasia Vulcanica-Traube an, Moscatel für den Süßwein, Listán Negro für den Rosé, für den Rotwein mischt man zusätzlich etwas Syrah zum Listán Negro.

Sauber in Kisten verpackt lagern die Flaschen im Boot

Den Großteil der Trauben für 50 – 55.000 Liter, die pro Jahr gekeltert werden, stammen aus eigenen Weingütern, ca. zwanzig an der Zahl, eventuell wird noch etwas dazu gekauft. Bei den Weißweinen werden die Trauben optimal reif, geerntet, bei dem halbtrockenen sogar etwas überreif, damit sich daraus die natürliche Süße ergibt, nicht aus dem Zusatz von Zucker oder Chemie. Der Fermentationsprozess wird mit Kälte gestoppt, so sind die Weine einfach natürlich und behalten ihren sehr charakteristischen Geschmack. Bei dem edelsüßen Weißwein wird nach dem Ende der Gärung die Hälfte der Trauben für einige Zeit in die Sonne gelegt, und wieder zugefügt, vor der Filtration; so ergibt sich eine weitere Süße, ebenfalls völlig ohne Zusätze.

Die Herren verkosten mit Genuss

Wir waren jedenfalls alle überzeugt, der Chef des Weingutes, das seit 1948 von den Vätern auf die Söhne übertragen wird, schenkte auch gerne ordentliche Portionen zum Probieren in die Gläser, sodass Volker und Ulrike, die unsere Chauffeure waren, gleich zu Anfang um kleinere Portionen gebeten haben. Ab jetzt lagert in den Rümpfen der „Hexe“ eine nette Auswahl dieser herrlichen Weine, und auch der Bauch der „Christina“ ist gut gefüllt für weitere Fahrten. Die Weine der Bodega Guiguan  gibt es nämlich nicht in den Super- oder Weinmärkten der Insel, wohl in ausgewählten Restaurants und ansonsten nur bei der Bodega selbst. Prost!

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”Der traut sich was”

Ziegenkäse, paniert

nette Häppchen, appetitlich angerichtet

O-Ton Cornelia: „… dass der sich auf die Bühne traut”. Kurze Hintergrundinfo: Es ist Festivalwochenende auf Lanzarote, an zwei Orten, in Arrecife und Playa Blanca, mit kulinarischen und künstlerischen Darbietungen. Wir haben uns für das Fest, die „Feria del Queso et de la Cabra“, was soviel wie Käse- und Ziegenmesse heißt, in Playa Blanca entschieden und fanden am Plaza de Nuestra Señora del Carmen jede Menge Buden, die Köstlichkeiten aus den verschiedenen Lanzarotegemeinden feilboten, außerdem jede Menge Wein aus den heimischen Weingütern und hier gebrautes Bier.

Fisch auf heißer Asche

bunt und köstlich

Am oberen Ende des Festgeländes war eine große Bühne mit Licht und Tontechnik aufgebaut. Kaum da, schon ging es mit der Livemusik los, aber wie eingangs erwähnt, war der Sänger leider enttäuschend (das ist untertrieben, er war grottenschlecht!). Stattdessen haben wir dann äußerst lecker in einem netten Restaurant an der Uferpromenade zu Abend gegessen. Morgen früh gibt es eine Ziegenschau und eine andere Band, die aufspielen soll. Da wollen wir dann nochmal hin.

Puerto Calero im Hintergrund

Ferienwohnungen am Strand von Playa Quemada

Heute Nachmittag habe ich eine sehr schöne Wanderung entlang der Steilküste von Puerto Calero nach Quemada, unternommen. Ein schmaler, nicht immer befestigter Weg führt zu dem romantisch gelegenen Fischerort, der uns mit seinen kleinen Fischerhäuschen sehr an das nicht weit entfernte El Golfo erinnert, wo wir vor einigen Jahren mal einen Kurzurlaub verbracht haben.

Schäfchenwölkchen über der Vulkaninsel

Mit den Arbeiten rund ums Boot sind wir auch weitergekommen, der Elektrik-Anschluss des Hydrogenerators funktioniert wieder und dank der Hilfe von Erik konnten wir gestern die vermurkste Mutter austauschen, die die Propeller fixiert. Fast alle Gelcoatflächen haben wir poliert und anschließend mit Wachs von dem Hersteller 3M, gegen die “bösen” UV-Strahlen der Sonne geschützt. Das gleiche müssen wir jetzt noch mit den Rümpfen machen. Da es im Moment mal hin und wieder nieseln soll und wir am Sonntag schon ein Ausflugsprogramm haben, wollen wir am Montag und Dienstag den Job in Angriff nehmen.

Denn am Dienstag Abend werden Jens und Martina von der “Maje” hier anlegen, die beiden haben wir vor über vier Jahren in Portugal getroffen, und sind von da an immer wieder mal im gleichen Hafen gewesen, bis Frühjahr 2015 auf Ibiza und dem spanischen Festland.

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Schwimmt wieder

Riesenkran mit Riesenkräften

Viel gab es zu tun in den letzten beiden Tagen, aber das haben wir uns auch schon so gedacht. Nach dem morgendlichen Auskranen am Montag hat ein Werftmitarbeiter beide Rümpfe mit einem Monster von Hochdruckreiniger vom Algenbewuchs befreit, nur untendrunter war er nicht so gründlich, der junge Mann musste dann später an unserem Standplatz ein paar Stunden lang mit einem Exzenterschleifer nacharbeiten. dabei habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, mich mit Staubmaske und Schleifpapier bewaffnet und einmal komplett das Alt-Antifouling angeschliffen, damit der Farbauftrag nicht so dick wird.

Profi-Atemmaske

Drecksarbeit, der Schleifstaub setzt sich trotz Profi-Atemschutzmaske und -brille überall fest. Der Biozidstaub ist quasi überall, nicht schön.  Um 16 Uhr war das Schlimmste geschafft, mit einem Freund habe ich den ersten neuen Antifoulinganstrich aufgetragen. In zwei Stunden war der Job getan, wir waren zufrieden mit dem Ergebnis. Die anschließende Entstaubduschorgie versetzte mich in einen halbwegs ansehnlichen Zustand, wie die Capitania bestätigte. So konnten wir mit Uli und Elke zum leckeren Abendessen ins gemütliche Zentrum von Arrecife gehen. Die beiden hatten wir 2018 in Teneriffa kennengelernt, nun standen sie auch  mit dem Schiff an Land – ein schöner Zufall!

Interprotect

Gestern ging es in aller Früh um acht Uhr halbwegs ausgeruht ans Werk. Ich hatte in der Nacht schlecht geschlafen. Unsere Motorantriebseinheit, der sog. Saildrive musste überholt werden. Durch das Muschelabkratzen war dessen Schutzanstrich beschädigt, das kann zu Korrosion am Aluminiumgehäuse führen, nicht gut.

Nach längerem Suchen und Fragen hatten wir eine Dose Interprotect erstanden. Das ist ein Zwei-Komponenten-Anstrich, der uns von Ralf empfohlen wurde.

Polierter Propeller

Zudem hat Uli mir eine Fächerschleifscheibe für den Einhandwinkelschleifer gegeben, damit konnte ich die Bronzepropeller auf Hochglanz schleifen mit einem sehr schönen Resultat. Zuvor hatten wir ihn in mühevoller  Kleinarbeit von Muschelresten befreit, und dabei ordentlich was abgekratzt.

Die Mitarbeiter von der Werft haben ab neun Uhr die zweite Lage Antifouling gestrichen. Ich habe insgesamt drei Anstriche Interprotect aufgebracht, damit ist der Saildrive bestens geschützt.

 

 

Saildrive verkratzt

Saildrive mit Interprotect

Saildrive mit selbstpolierendem Antifouling

 

 

 

 

 

 

Selbstpolierendes Antifouling für Saildrive

Damit er nicht wieder so schnell mit Muscheln bewächst, habe ich den Saildrive mit insgesamt vier Lagen Antifouling geschützt.

Zurück zum Meer

Heute Morgen war es um neun Uhr soweit, der 820-Tonnen-Kran hob uns sanft an und setzte uns kurz danach ebenso sanft wieder ins Wasser. Der Kran ist wirklich die Schau, ein wahrhafter Gigant, dabei so beweglich. Alle vier steuerbaren Achsen mit den riesig großen Rädern sind einzeln per Fernbedienung lenkbar, ein echtes Wunder der Technik.

Segelnd ging es nach Puerto Calero zurück. Dort wurde die Hexe außen grundgereinigt, zweieinhalb Stunden lang. Der Schleifstaub, von uns, von dem Nachbarboot, überhaupt von dem ganzen Arbeitsplatz, war überall, das Schiff sah aus „wie Hund“. Jetzt sind wir fertig, auch sehr glücklich darüber und werden uns bald mit ein paar Drinks im Upperdeck, dem lokalen Pub, belohnen.

Kurzes Fazit noch zum Ende dieses Beitrages: Die Jungs von der Werft arbeiten wirklich professionell, wir können Arrecife empfehlen, um ein Schiff auszukranen, nur ein bisschen mit aufpassen muss man, so wie überall eigentlich, außerdem gibt es auch einen tollen kleineren Travellift.

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