Rund Lanzarote

Bei vollkommen grauem Himmel verlassen wir die achte Kanareninsel La Graciosa nach dem Hundespaziergang. Es ist viel Wind, der uns vom Steg wegdrückt, besser als umgekehrt. Draußen wird das Großsegel im ersten Reff gesetzt, vor dem Wind fahren wir nach Süden. Die Wellen schaukeln das Boot gehörig durch, auch die Genua ist nicht vollständig ausgerollt, es sind gut 24 Knoten Wind, die erste Acceleration Zone des Tages, das sind die für die Kanaren typischen Gebiete mit starken Winden. Trotzdem macht Petra uns Mädels einen schönen Kaffee, Volker bekommt Tee, das Frühstück gibt es als Selbstbedieungsbuffet. Wir sehen die Bucht von Famara, die Halbinsel mit dem Sportlerhotel und dem Ort La Santa, dann wird es einsam an der Küste. Schwarzes Lavagestein bedeckt die Berge und die Küstenregion. Im Timanfaya Nationalpark können wir ein Gebäude ausmachen, bei Recherchen auf Google scheint es sich um eine Station mit großen Antennen zu handeln, die man bei den Busfahrten durch den Nationalpark nicht zu sehen bekommt.

Der andere Segler vor unserem Bug

Wir kreuzen wieder vor dem Wind, zur Freude des Skippers wird es eine Regatta. In der Ferne sehen wir ein Segelboot, nach genauerer Betrachtung mit dem Fernglas einen Kat, eine schnelle TS42 von Masaudon. Kurz vor der zweiten Acceleration Zone im Süden haben wir den Seafox eingeholt, schließlich auch überholt. Seit 14 Uhr segeln wir in dem schönsten Sonnenschein, den man sich wünschen kann, und sooo schnell, lockere zehn Knoten, aber auch 12,5 haben wir schon gesehen.

Im Süden ist kurzfristig der Wind weg, wir sehen noch 3 Knoten auf der Anzeige, aber des Skippers Adleraugen haben schon ausgemacht, dass es vor der Marina Rubicon weiße Schaumkronen auf dem Wasser gibt, und er befürchtet, dass das Anlegen dort ziemlich katastrophal werden könnte. Also segeln wir weiter nach Puerto Calero. Das allerdings wird ein Härtetest für Boot und Crew! 20 – 27 Knoten Wind und eine ruppige Zweimeterwelle lassen die Hexe tanzen, wir fühlen uns wie auf einem Ruckelkarussell  auf dem Jahrmarkt. Die Wellen schäumen durchs Trampolin und die Gischt fliegt hoch an die Frontscheiben. Deshalb haben wir dann auch nicht in unserer Box, sondern längsseits auf der anderen Seite des Hafens gegen den Wind angelegt, und sind erst am nächsten Morgen auf unseren Liegeplatz gefahren. Ein großartiger Segeltag!

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