Wer Cannes, kann

15. September 2016, Donnerstag, Baro 1008, sonnig, warm, Wind Südwest
Baie des Anges 11:10 – Cannes 13:30, 11,1 sm

Das Meer ist noch unruhig

Das Meer ist am Morgen danach noch unruhig

Das war ja ein Gewitter heute nacht! Wir sind froh, dass wir uns rechtzeitig in die Marina verkrochen haben, ab 01:30 fängt draußen das Gewitter an, es blitzt und es regnet, und der Wind kommt. Noch hält die Regenplane das aus, und wir können einige Fenster zumindest gekippt offen halten. Um 03:15 geht es dann richtig los, die Plane ist wie eine große Segelfläche, und muss ganz schnell weg, alle Fenster müssen zugemacht werden, dadurch wird es drinnen noch wärmer und draußen pfeift der Wind und die Blitze zucken, und es gibt ein paar, nicht zu viele, aber dafür heftige Donnerschläge.

Um 05:00 Uhr ist der Zauber vorbei, man kann an Schlaf denken, wie durch ein Wunder ist der Wind weg, und man hört im Boot nur noch die Wellen, die natürlich draußen immer noch sind, und hier in der gut geschützten Marina leise ans Heck plätschern.

Piniennadeln schwimmen in den Pfützen

Piniennadeln schwimmen in den Pfützen

Morgens scheint die Sonne, die ganze Marina liegt voller Kiefernnadeln und in den kleinen Vertiefungen am Boden haben sich riesige Pfützen gebildet. Nach Frühstück und einem kurzen Schnack mit Dorothee legen wir ab, Richtung Cannes. Die Wellen sind immer noch ordentlich und der Wind sehr böig, aber segelbar.

Wir quälen uns bis Cap d’Antibes, mehr motorend als segelnd, danach ist alles gut, wir können wunderbar segeln, leider nimmt der Wind zu, je weiter wir uns Cannes nähern, mit dem vielen Seitenwind wird das ein spannendes Anlegemannöver werden. Irgendwie sind die auch absolut unterbesetzt in der Marina, nicht nur ich, auch andere Boote rufen mehrfach „Cannes Port“, ohne jedoch direkt eine Antwort zu erhalten. Aber irgendwann hat der Hafenmeister ein Einsehen und antwortet über VHF, wir sollen an die Westseite des H-Stegs gehen und uns dort einen Platz suchen. Wir nehmen den Liegeplatz, der am weitesten zu der Stadt liegt und uns somit am geschütztesten erscheint, Die Anfahrt ist nicht ganz einfach, wird aber gemeistert, und bald sind die Leinen fest.

Der rote Teppich in Cannes

Der rote Teppich in Cannes

Der Besuch beim Hafenmeister lässt mich wieder einmal wütend rausgehen: Der ältere Hafenmeister hat meine Anfrage für ein paar Tage freundlich entgegengenommen und uns einen Platz zugesichert, und der jüngere, der sich schon mal als Ekel geoutet hat, will uns den Platz nur für eine einzige Nacht zugesagt haben. Vielleicht ist er ja ein Deutschenhasser, oder ein Macho, oder ich erinnere ihn an eine frühere Freundin, die ihn verlassen hat…, jedenfalls ist es schon auffällig, wie er sich uns gegenüber verhält. Vielleicht habe ich morgen früh beim Bezahlen Glück und ein anderer hat Dienst, ansonsten versuchen wir unser Glück halt anderswo. Eigentlich würden wir aber gerne ein paar Tage hier in Cannes bleiben, zumal für die nächsten zwei Tage Regen und Starkwind vorausgesagt sind, und man hier vieles machen kann, ins Museum gehen z.B. oder die Pastis überfallen, oder oder…

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Segel- und Wandertag

Sonnenaufgang über dem Flügel

Sonnenaufgang über dem Flügel

Montag war Cornelia, wie berichtet, für einen Tag in Darmstadt und ist spät abends wohlbehalten wieder zurück an Bord gewesen. Während ihrer Abwesenheit ist mir ein Badevergnügen durch Feuerquallen schmerzhaft verleitet worden. Der linke Oberarm ist betroffen und selbst noch 48 Stunden danach juckt es unangenehm.

rote Streifen am Oberarm

rote Streifen am Oberarm

Leider habe ich unwissenderweise versucht, die Nesselfäden der Qualle mit Süßwasser abzuwaschen, was, wie ich jetzt gelesen habe, grundsätzlich falsch ist und die Nesselzellen zum Platzen bringt. Das Beste ist lt. dem allwissenden Internet, die Stellen mit Salzwasser abzuwaschen oder einfach Sand oder Rasierschaum auf die roten Stellen aufzutragen, diesen trockenen zu lassen und, mit einem Rasierer oder einer Kreditkarte, die Nesseln abzuschaben.  Ich versuche also schön, meine Hände still zu halten und nicht zu kratzen.

Idylle

Idylle

St. Honorât

St. Honorât

Das Kloster

Das Kloster

Gestern sind wir gegen Mittag zu den den Lerininseln vor Cannes motort und haben den Nachmittag mit Schwimmen, Schwimmen und nochmal Schwimmen verbracht. Denn es war warm, sehr warm sogar und der Sprung ins diesmal quallenfreie Nass eine Wohltat. Abends haben wir dann bei einem kleinen gemeinsamen Rundgang mit Johannes und Larissa sowie Patrick und Annette von der Pastis die Insel umrundet. Das geht einfach und ist, bei ca. 4,5 Kilometer Gesamtweg mit bester Aussicht, ein Vergnügen für alle.

Am frühen Abend haben wir dann die “Sicherheitsgrenze” vom Lotusgrill erreicht und überschritten. Grund waren relativ fettige leckere Rinds- und Lammwürstchen, bei denen soviel Fett in die innere Schüssel getropft ist, dass sich dieses an dem heißen Kohlebehälter entzündet hat. Kurze Stichflammen waren die Folge, die aber glücklicherweise an sich folgenlos blieben. Nach dem Runterregeln der Luftzufur war dann auch Schluss dem Flammengezüngel.

Da ab heute Abend Gewitter mit Starkwind angesagt sind, haben wir heute früh den Anker gelichtet und bei frischem Segelwind, abermals unseren Kurs auf Villeneuve-Loubet abgesetzt. Nach knapp über zwei Stunden kamen wir im gut aufgeheizten Hafenbecken an, und haben erst mal ein spätes Frühstück im Cockpit eingenommen.

Madonna an der Ecke

Madonna an der Ecke

Zeichen am Haus

Zeichen am Haus

Bäckerszeichen

Bäckerszeichen

Um die Mittagszeit rum ging es frohen Mutes per Pedes in Richtung Antibes. Ein Wanderweg führt direkt am Meer und an den Stränden entlang in das historische Zentrum von Antibes. Ok, Wanderweg ist vielleicht übertrieben, Weg an einer viel befahrenen Straße trifft es eher. Aber direkt am Meer entlang bleibt stehen. Nach sieben Kilometern gab es eine kleine und wohlerwanderte Erfrischung im Irish Pub und eine anschließende Altstadtführung für die beiden Youngsters.

Leckereien

Leckereien

Fahrrad, aufgehängt

Fahrrad, aufgehängt

tschechisches Mofa

tschechisches Mofa

Da der gemeinsame Wille fehlte, den gleichen langen Weg zum Boot zurückzugehen, wurde der Zug als Transportmittel auserkoren. Mit der freundlichen Hilfe einer Bahnbediensteten konnten wir am Automat die Tickets kaufen. Nur Nico musste schwarzfahren, weil Zugtickets für Hunde am Automaten nicht verkauft werden, dafür musst man an dem Schalter mit der langen Schlange Menschen davor anstehen.

Die Bahn kam, wie sollte es anders sein, (oder ist das jetzt übertrieben?) mit bahntypischer Verspätung an. Der ganze Zug sah aus wie “bei Hempels unterm Sofa“, und war auch technisch unter aller Kanone. Der Sitz, auf dem wir saßen, war nicht fest in seiner Halterung, so hatten wir eine Art Schaukelbank. Und die Bremsen ruckelten so sehr, dass alle Fahrgäste immer misstrauisch in die Runde guckten, wenn der Zug langsamer wurde. Wir waren froh, nach zwei Stationen aussteigen zu können.

Jetzt sitzen wir mit hochgelegten Wanderfüßen wieder auf unserer Hexe, und warten auf das versprochene Gewitter. Bilanz des heutigen Tages, 12 Seemeilen gesegelt, 10 Kilometer gewandert – Seglerbiathlon!

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Hundedramen

Was für ein Schreck gestern Abend! Nach dem Abendessen waren Larissa und Johannes anlässlich ihres zweiten Jahrestages einen romantischen Cocktail trinken, in St. Tropez nicht ganz billig, na, dann halt nur einen, und sind anschließend noch auf einen Plausch zu uns in den Irish Pub gekommen.

Go-Go-Girls

Go-Go-Girls

Auf dem Heimweg schauen wir an einem der “In-Spots” drei gestylten go-Go-Girls zu, die zur Animation der Gäste durchs Lokal und davor tanzen. Der kleine Marokkaner (?) von der Trommlertruppe hat die Rhythmen allerdings noch mehr im Blut und seine Bewegungen wirken authentischer als die der Mädels. Trotzdem fotografiere und filme ich, was das Zeug hält, bis mich eine schreckensbleiche Larissa holt, “Der Nico ist gebissen worden und blutet am linken Auge!”

Mit einigen Servietten aus dem Thai-Restaurant versuchen wir zunächst, die Blutung zu stillen. Larissa nimmt angesichts der Hundesituation all ihren Mut und all ihr Schulfranzösisch zusammen und geht zu den herumstehenden Polizisten, ob sie uns einen Veterinär nennen können. Die drei Gendarmen kommen auch dazu, haben ebenfalls Tücher organisiert und Telefonnummern von Tierärzten und -kliniken, aber dort melden sich nur die jeweiligen Anrufbeantworter.

verletzt!

verletzt!

Wir schaffen es, die Blutung zu stillen, Nico verhält sich dabei erstaunlich ruhig und lässt Volker gewähren. Deswegen gehen wir anschließend zum Boot, nicht ohne uns vorher bei den freundlichen Gendarmen zu bedanken. Das obere Augenlid istverletzt, daher hat es geblutet, aber das Auge selbst ist in Ordnung, er kann auch damit sehen. An Bord werden noch die wildesten Theorien aufgestellt,was passiert ist und wie, und was wir jetzt tun – schließlich ist morgen Sonntag – bis wir alle endlich einschlafen.

Medizinauswahl

Medizinauswahl

Heute morgen haben wir mit Wolfgang, „unserem“ Tierarzt aus Formentera, der unseren Nico schon einmal hervorragend behandelt hat, Kontakt aufgenommen. Ich wusste, dass er auch sonntags für die Sorgen seiner meist vierbeinigen Patienten und deren Herrchen oder Frauchen ein offenes Ohr hat. Und es dauerte keine fünf Minuten, da bekam ich auf meine sms eine Antwort. Welche Augentropfen wir Nico geben können und dass wir auch ein Antibiotikum geben sollen. Das hat schon mal alle an Bord beruhigt, danke, Wolfgang!

Wer kann diesen Augen widerstehen?

Wer kann diesen Augen widerstehen?

Leider kratzt der Hund sich auch, nicht an den Augen, aber am ganzen Körper, und wir können nicht feststellen, warum. Er badet doch immer im Salzwasser, wir dachten, da könnten sich keine Parasiten ansiedeln, weil die bei jedem Meerbad abgetötet werden. Heute mittag, nach einem wunderschönen Badestopp zwischen den Isles des Lerins stellt Larissa fest, dass einige wohl doch überleben, jedenfalls fanden wir im Fell Tiere, die da nicht hingehören! Auch das noch! Der arme Hund, nicht nur, dass er ein lädiertes Auge hat, jetzt hat er auch noch Flöhe! Das Floh-Halsband hat er jetzt schon an, morgen wird auf ganzer Linie zurückgeschossen, da muss Exspot auch noch drauf.

In der Marina ist eine große Oldtimer-Ausstellung.img_2723 img_2722 img_2720 img_2713 img_2699

Oldtimer in der Marina, einer schöner als der andere

Oldtimer in der Marina, einer schöner als der andere

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Inselabschied und Wiedersehn mit St. Tropez

unterwegs auf staubigen Pfaden Foto: Johannes Emich

unterwegs auf staubigen Pfaden
Foto: Johannes Emich

Steilküste, erarbeitet Foto: Johannes Emich

Steilküste, erarbeitet
Foto: Johannes Emich

Nachdem wir, Larissa, Johannes, Patrick von der Pastis, und ich, nahezu die gesamte Insel Porquerolles am Donnerstag mit ausgeliehenen Fahrrädern erkundet und (fast) umrundet hatten, war gestern für die muskelverkaterten Beine der tapferen Radfahrer ein Ruhetag unter Segeln angesagt.

Agave auf Porquerolles Foto: Johannes Emich

Agave auf Porquerolles
Foto: Johannes Emich

Ausblicke

Ausblicke

Ein kurzes Fazit, Porquerolles ist nicht nur wunderschön, grün und vielseitig, sondern auch sehr hügelig. Mit steilen Anstiegen zu Aussichtspunkten wie dem Leuchtturm, dem Semaphor, der Mühle und dem Inselosten. Insgesamt, bei  30 Grad, ein anstrengend-schönes Erlebnis mit Fernsicht und einem kleinen Badestopp in einer Bucht.

Die Ankerbucht vor dem Ort

Die Ankerbucht vor dem Ort

Gestern war dann, wie eingangs erwähnt, ein Beinruhe- und dafür Segeltag. Bei leichtem Wind und ganz ruhigem Meer kreuzten wir zusammen mit einigen anderen Segelbooten  in Richtung St. Tropez. Jedenfalls für eine ganze Weile, bis der unbeständige Mittelmeerwind sich mal wieder leider entschieden hatte, eine Atempause einzulegen. So ging das dann den Rest des Weges und des Tages, Wind da – Motor aus, Wind weg – Motor an.

gestrandet :-((

gestrandet :-((

Einige Meilen vor St. Tropez hatten wir in einiger Entfernung eine große gestrandete Segelyacht entdeckt, die, halb versunken, an der steinigen Felsenküste auf ihre Bergung wartet. Kein schöner Anblick, man fragt sich, welches Drama sich dort wohl abgespielt hat, und was die Ursache war, die dazu geführt hat.

Vor acht Uhr abends sind wir, das letzte Stück des Weges komplett motorend, in St. Tropez angekommen. Trotz beginndender Nebensaison ist der Hafen gut gefüllt. Nach dem üblichen Aufklaren mit anschließendem Anlegebier brachen wir zu einem ausführlichen Altstadtbummel mit Kneipenstopp auf. Auch die pittoresken Gassen waren gut gefüllt mit See(h)leuten aus der ganzen Welt. Larissa und Johannes waren sehr von der nächtlichen Schönheit von St. Tropez angetan.

Bunte Leckereien Foto: Johannes Emich

Bunte Leckereien
Foto: Johannes Emich

Samstag ist in St. Tropez Marktag, der Veranstaltungshöhepunkt am Ende der Woche für Einheimische und Touristen. Auf dem großen Marktplatz findet man alle leckeren Dinge, aber auch Kleider, Stoffe, Hüte, Gürtel, selbst lebensgroße Hundestatuen.

Man(n) ist dort natürlich nicht alleine, dicht an dicht flaniert man an den reichhaltigen regionalen Warenangeboten vorbei.

Bilder sagen an der Stelle mehr als Worte.

Oliven … Foto: Johannes Emich

Oliven …
Foto: Johannes Emich

noch mehr Oliven… Foto: Johannes Emich

noch mehr Oliven…
Foto: Johannes Emich

Salamis in allen Variationen… Foto: Johannes Emich

Salamis in allen Variationen…
Foto: Johannes Emich

noch mehr Salamis … Foto: Johannes Emich

noch mehr Salamis …
Foto: Johannes Emich

Obst… Foto: Johannes Emich

Obst…
Foto: Johannes Emich

… und bunte Stoffe Foto: Johannes Emich

… und bunte Stoffe
Foto: Johannes Emich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Morgen geht es weiter, an der Côte d’ Azur entlang nach Villeneuve Loubet. Cornelia fliegt am Montag ab Nizza für einen Tag nach Deutschland, morgens hin und abends wieder zurück.

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Von allem etwas

6. September 2016, Dienstag, Baro 1015, sonnig, Wind N 6-4
Les-Saintes-Maries-de-la-mer 10:00 – Cassis 18:00 ca. 58 sm

Und das ist die schwarze Madonna

Und das ist die schwarze Madonna

Die Kerzen für die schwarze Madonna

Die Kerzen für die schwarze Madonna

Kurz nach acht machen Volker und ich uns auf, um neben dem obligatorischen Baguette-Einkauf der schwarzen Madonna einen Besuch abzustatten und die Seglerkerze anzuzünden. Segler sind abergläubisch, und in den Kirchen, in denen auch richtige Kerzen angezündet werden, machen wir das stets. Nur die elektrischen, die in Spanien sehr verbreitet sind, verschmähen wir total. In der Apsis der Kirche ist es richtig heiß, so viele Kerzen haben hier die ganze Nacht gebrannt. Die schwarze Madonna steht in der Ecke und schaut lächelnd zu.

Achtung, hier können Stiere und Pferde herumlaufen!

Achtung, hier können Stiere und Pferde herumlaufen!

Reis von der Camargue

Reis von der Camargue

Mit einem ausgeklügelten Ablegemannöver schaffen wir es, trotz Seitenwind unbeschadet aus der Box zu kommen. Mit zwei Reffs im Großsegel und ganz kleiner Fock fangen wir an, draußen weht der kräftige Nordwind mit Böen bis über 30 Knoten. Wir segeln zunächst neun Meilen 136 Grad, das ist Raumschotkurs, vom Kurs her schön, aber es baut sich eine recht unangenehme Welle auf. Doch wir sind schnell, ich höre Volkers kleine Freudenrufe: “10 Knoten”, später: “11,7 Knoten!” Nachher müssen wir anluven auf 108 Grad, aber da sind wir weiter unter Land und die Wellen werden kleiner.

11:20 Tatsächlich werden die Wellen kleiner, aber der Wind weht unvermindert stark, wir gehen auf 104 Grad, das ist mehr Halbwind als Raumschots, aber stabil. Die Sonne scheint, und nur der Wind kühlt so sehr, dass Larissa sich eine Jacke auf die nackten Beine legt. Volker sitzt im kompletten Ölzeug, weil ab und zu Wellen oder Spritzwasser überkommen. Im Boot ist es angenehm, der Hund schläft, bei so viel Crew muss ich nicht auch noch draußen im Weg rumsitzen, ich mache es mir hier gemütlich, prüfe ab und zu die Navigation, checke das Wetter und die Windmesswerte, scheitere allerdings hier öfter an nicht vorhandenem Netz, in der Camargueregion am Wasser ist es eher menschenleer, wahrscheinlich laufen hier nur die weißen Camarguepferde in freier Natur.

An der Rhônemündung ändert sich die Farbe der See

An der Rhônemündung ändert sich die Farbe der See

Der Wind nimmt ab, wie vorhergesagt, nach 12:00 Uhr wird er zuerst ein bisschen weniger, wir können ausreffen, und das Ölzeug ablegen. Dann wird er noch weniger und nach 13:30 motoren wir. Larissa und Johannes kochen Kartoffelsuppe zum Mittagessen. Nach dem Verkehrstrennungsgebiet an der Rhônemündung hat der Wind soweit gedreht, und ein bisschen an Stärke zugenommen, dass wir mit Spi an Marseille vorbei segeln.

Kurz danach stirbt leider der Wind, aber wir nutzen es aus, dass der Spi nicht steht, Johannes und Volker gehen mit Taucherbrillen an den serh pittoresken Felsen schnorcheln, aber es gibt keine Fische! Johannes hat einen oder zwei gesehen, und Volker klagt über das viel zu kalte Wasser. Daraufhin verzichten Larissa und ich auf den Badestopp, wir motorsegeln weiter.
Das macht allen nicht mehr so viel Spaß, wir beschließen, nach Cassis abzubiegen, und dort die Nacht zu verbringen. In der Marina ist kein Platz mehr für uns, wir sollen in die nahegelegene Calanque de Port-Miou fahren, da kann man an Bojen liegen. Das findet Volker aber zu weit weg vom Ort, wir ankern vor dem Hafen auf 10 Meter Wassertiefe. So haben wir die Möglichkeit, kleine Ausflüge in den Ort zu unternehmen, der auch jetzt, im Sommer, nichts von seinem Charme verloren hat.

Nachts um drei werden wir wach, weil die Wellen unangenehm ans Heck schlagen, so kann keiner schlafen, wir überlegen, direkt loszufahren, aber es wäre nachts genau gegenan, das macht auch keinen Spaß. So verholen wir uns in das hintere Ende der Bucht, da sind wir durch die steinernen Felsberge geschützt. Es ist viel ruhiger hier, und, wenn Wellen kommen, dann von vorne, das knallt nicht so. Zwischendurch gehen ein paar kräftige Böen durch, eine ganz ruhige Nacht wird es nicht, aber man kann immerhin immer mal wieder schlafen.

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Nochmal bei der schwarzen Madonna

5. September 2016, Montag, Baro 1012, sonnig, warm, Wind S um 3
La Grande Motte 11:45 – Les-Saintes-Maries-de-la-mer 15:00 19,5 sm

So friedlich kann es in Aigus-Mortes aussehen

So friedlich kann es in Aigus-Mortes aussehen

Nach der gestrigen Autofahrt haben wir zunächst das Boot eingeräumt, uns nach einem kühlen Bad im Meer wieder über die Wärme gefreut, und wir haben uns tatsächlich noch einmal ins Auto gesetzt, um den beiden die schöne mittelalterliche Stadt Aigues-mortes zu zeigen. Klar ist das ein Touristenort, aber uns gefällt die Ruhe, die trotzdem innerhalb der hohen Stadtmauern herrscht, und die schönen Plätze, Straßen und Häuser.

Heute morgen legen wir nach Hundespaziergang, Großeinkäufen, Besuch auf der Werft und beim Hafenmeister  ab, zunächst ohne, dann mit ganz leichtem Wind segeln wir Richtung Osten. Larissa und Johannes genießen die Sonne und die Aussicht auf die Küste, beobachten die Chemtrails am Himmel, Volker und Jo nehmen ein Bad, indem sie sich an einem Seil hinter der Hexe herschleppen lassen. Nur das Einsteigen ist ganz schön schwierig, bei 4 Knoten Fahrt bekommt man die Beine nicht so leicht auf die Sprossen der Leiter, deshalb beschließen Larissa und ich, dass unsere ins Meer gehängten Füße uns genug abkühlt haben.

Das Emblem: Anker, Herz und Kreuz, wie der Stier und das Pferd

Das Emblem: Anker, Herz und Kreuz, wie der Stier und das Pferd

Von der Pastis, die gerade auf Porquerolles ist, bekommen wir die Nachricht, dass sie sich vom Ankerplatz in den Hafen verzogen haben, weil es dort mit 35-40 Knoten weht, daraufhin checken wir noch einmal die Wetterberichte, und überstimmen den Skipper, dass wir nach Les-Saintes-Maries gehen, und nicht eine erste Sturmnacht mit den beiden riskieren wollen.

Leider sind an den Dalben im Hafen dumme Ketten angebracht, man muss höllisch aufpassen. Aber bald sind die Leinen fest, der Hund darf spazieren gehen, und danach verziehen sich Larissa und Johannes an den Strand zu einem kurzen Bad in dem kühlen Meer.

das beeindruckende Innere der Kirche

Das beeindruckende Innere der Kirche

Anschließend habe wir noch einen Ausflug in die Innenstadt von Les-Saintes-Maries gemacht, ganz kurz die Kirche besichtigt; weil sie schließen wollten, mussten wir raus, aber Volker hat es noch geschafft, einen Blick auf die in der Apsis lagernde „schwarze Madonna“ zu werfen.

Nach einem Apéritif in einer kleinen Bar mit lauter Schallplatten an der Decke und an den Wänden machen wir es uns mit einem Grillabend an Bord gemütlich, während draußen der Wind pfeift.

verrostetes Fahrrad am Kakteentisch: Zeugnis einer charmanten Stadt

verrostetes Fahrrad am Kakteentisch: Zeugnis einer charmanten Stadt

Sonnenuntergang über dem Binnensee

Sonnenuntergang über dem Binnensee

Bunte Weintöpfe

Bunte Weintöpfe

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Urlaubsende

Um kurz vor 7 Uhr klingelt uns der Wecker am heutigen Sonntag aus dem Schlaf. Die letzte Nacht in Darmstadt war kurz. Gestern Abend fand i n“unserer Allee“ das jährliche gemeinsame Hoffest statt. Die Gelegenheit, um einige schöne Stunden mit Nachbarn und guten Freunden zu verbringen. Wir haben gegrillt, gelacht und gefeiert, Neuigkeiten ausgetauscht, und alte Nachbarschaftsanekdoten wurden zum Besten gegeben. Neben uns Erwachsenen sind die zahlreichen größeren und kleineren Viertelskinder rumgewuselt. Ein lebendiges nachbarschaftliches Miteinander zeichnet unsere kleine Siedlung aus und macht per se jedes Nachhausekommen zu einem herausragenden Ereignis.

Ein bisschen eher als früher üblich haben wir uns von der Feier zurückgezogen, damit wir heute die 950 Kilometer nach La Grande Motte gut ausgeruht unter die Räder nehmen können. Diesmal fahren wir nicht allein zu unserer Hexe, Larissa und ihr Freund Johannes sind mit von der Partie. Beide bleiben 14 Tage bei uns an Bord, zusammen wollen wir die südfranzösische Küste bis nach Nizza entlang segeln. Als Larissa noch deutlich kleiner war, haben wir regelmäßig in der Gegend einmal jährlich mit guten Freunden einen Törn unternommen und sie freut sich schon sehr, altbekannte schöne Orte wiederzusehen.

Für mich ist jeder Abschied, egal ob vom Boot oder aus Darmstadt ein „klein wenig“ stimmungseintrübend. Am liebsten würde ich unsere Allee komplett einpacken und mitnehmen, Cornelia macht schon hin und wieder leicht sarkastische Bemerkungen über mein Empfinden. Aber so sind die Frauen…!?

Auf jeden Fall steigt die Außentemperatur äquivalent zu den in südlicher Richtung zurückgelegten Kilometern. Im Mittelmeerraum ist noch Hochsommer, gut, der hat ja auch dieses Jahr erst relativ spät, Ende Juni, begonnen und scheint sich dafür nach hinten hinaus auf längere Zeit zu etablieren. Uns ist das sehr recht so, jedes Grad zählt…

Das Rheinabenteuer mit unserem kleinen Motorboot ist auch schon wieder Geschichte.Die Zeit vergeht (viel zu) schnell Seit letztem Mittwoch steht das gute Stück in seinem  trockenen Unterstand und wartet dort auf die nächste Ausfahrt. Aber egal, was die anderen Segler so denken, mir persönlich macht Motorbootfahren auch viel Spaß. Und die Entscheidung von den Motorbootkollegen für so so ein kraftstoffverbrennendes Gerät kann ich gut nachvollziehen. Es ist schon faszinierend, mit einer relativ hohen Geschwindigkeit von 50-70 Stundenkilometern übers Wasser zu brettern, dabei den Achtzylindermotor im Keller brummen zu hören und schnell von A nach B zu kommen. Zumindet hin und wieder. An Eleganz ist indes eine hübsche Segelyacht mit gut eingestellten Segeln natürlich nicht zu überbieten. Ich denke, letzteres muss man nicht diskutieren.

In den nächsten Tagen gibt es dann in gewohnter Art und Weise wieder regelmäßig neue Blogbeiträge von uns. Nur, wenn man so auf Landurlaub ist, fehlen so fern ab vom Meer eben die Ideen und Anregungen, Segelblogbeiträge zu schreiben.

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Ein schönes Wochenende am Meer

Wie geplant sind wir am Freitag früh auf die Autobahn und haben es geschafft, fast ohne Stau nach Kiel zu kommen. Erstaunlicherweise war es auch an der Kieler Förde richtig heiß, 30 Grad zeigte das Autothermometer, als wir dort aussteigen, ein bisschen früher als unsere englischen Freunde Trevor und Kay, die wir hier nah langer Zeit einmal wieder treffen möchten, und die zu gleicher Zeit mit ihrer Moody 38 in Fehmarn losgesegelt sind. Wir nutzen die Stunde für einen Spaziergang mit Nico an der Förde und einen kleinen Snack, bevor wir die beiden endlich treffen.

Nachmittags nutzen wir die sommerlichen Temperaturen zu einem Bad in der Kieler Förde, an der „Seebar“, einem langen Steg voller Liegestühle und Barbetrieb gehen wir ins sehr kalte Ostseewasser. Das Mittelmeer ist doch deutlich wärmer! Die Herren nutzen das Bad folgerichtig nur zu einer kleinen Abkühlung, Kay und ich halten es deutlich länger aus, dann fühlt es sich auch nicht mehr so eisig an. Aber schließlich sind wir alle gut erfrischt lümmeln wir uns auf zwei Liegen, zum weiteren Austausch von Erlebnissen.

Die Flaggen werden eingeholt

Die Flaggen werden eingeholt

Die Fahne wird aufs Boot gebracht

Die Fahne wird aufs Boot gebracht

Die Band mit ihrer Dirigentin

Die Band mit ihrer Dirigentin

Als wir wieder zurück zum Hafen kommen, versperrt uns britisches Militär den Weg. Heute ist die offizielle Feier wegen der Schließung des britischen Marinestützpunkts in Kiel. Nach 71 Jahren verlassen die Briten Kiel, wo sie aktiv im Segel- und Tauchsport tätig waren. Der Brigadegeneral der BRD verlieh den Briten das Fahnenband, eine Hallberg Rassy legte ab mit dieser Fahne und irgendwann wird sie nach England zurück gebracht werden. Danach wurden symbolisch die Flaggen von Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland unter Abspielen der jeweiligen Hymne eingeholt, ein bisschen traurig schien die Festgesellschaft schon zu sein, ob des Endes der Stationierung, man versprach sich ewige Freundschaft, hoffen wir, dass das hält. Ein Grillabend an Bord rundet diesen Tag wunderbar ab.

Das Programm

Das Programm

Das Opernhaus

Das Opernhaus

Für Samstag haben wir außerdem Ralph und Inge von der SY „Malwieder“ eingeladen, die gerade für ein paar Wochen in der Heimat weilen. Damit haben wir zwei Stadtführer und wir bekommen einen ganz neuen Eindruck von Kiel, wir laufen durch viele Parks, alles ist so großzügig angelegt. Vor dem Rathaus steht der schöne Bau des Theaters, ein richtig großes Dreispartenhaus, das in den Saisons 2016-18 nicht nur den kompletten Ring von Richard Wagner auf die Bühne bringt, sondern auch die Uraufführung einer deutschen Oper, welches Theater macht das schon? Aber Kiel ist groß, hat 500 Mitarbeiter und einen Etat von 25 Millionen Euro steht das Theater ganz gut da.

Der mittelalterliche Altar

Der mittelalterliche Altar

moderne Kirchenfenster

moderne Kirchenfenster

Auch die Nicolaikirche hat uns sehr gut gefallen, auch wenn uns der Hahn auf dem Dach gefoppt hat, es ist keine katholische Kirche, 1526 kam die Reformation und die Kirche wurde evangelisch. Ganz moderne Kirchenfenster treffen auf einen Flügelaltar aus dem 15 Jahrhundert und andere sehr alte Kunstschätze, und vor der Kirche thront der „Geistkämpfer“ von Ernst Barlach, ein Engel mit Schwert siegt über ein wolfsähnliches Wesen.

Am Kai liegen zwei Aidas, die MSC Musica, ein riesig großes Kreuzfahrtschiff und – wie immer – die Schwedenfähren. Es gibt stets etwas zu schauen, wir freuen uns sehr über diese Perle des Nordens, wenn hier Palmen wüchsen und es im Herbst und Winter nicht so kalt wäre, könnte Kiel eine echte Alternative zu den Kanarischen Inseln sein.

Zumba am Kai

Zumba am Kai

Eine Hochzeit, wo Gersten noch das englische Militär verabschiedet wurde

Eine Hochzeit, wo gestern noch das englische Militär verabschiedet wurde

Eine alte Bekannte: Die Motor-A besucht die Segel-A im Bau, seltsamer Entwurf

Eine alte Bekannte: Die Motor-A besucht die Segel-A im Bau, seltsamer Entwurf

Und wir sind mittlerweile wieder im mittelhessischen unterwegs, haben mit Larissa, Johannes und Leonard beim Griechen gegessen, und bereiten uns auf eine ganz normale Arbeitswoche vor.

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Landluft statt Seeduft,

Oh, wie ist es am Rhein so schön…

Oh, wie ist es am Rhein so schön…

liegt in der Luft, wenn man einen Ausflug in die Rheinebene macht. Die Felder sind gedüngt, die orangen Kürbisse prall gewachsen und erntereif, und an der angrenzenden Bergstraße bereitet man die Weintraubenlese vor. Weit weg vom Meer fühlen wir uns ein bisschen wie “Fische  auf dem Trockenen”. Und da hilft nur ein ein Schiff, sei es auch noch so klein, Hauptsache, es schwimmt auf dem Wasser. Wenn wir denn nun schon mal 2-3 Wochen in der Sommerzeit zuhause sind, muss zumindest unser kleines gut gehütetes Motorboot in sein natürliches Element gewässert werden.

Einfach mal wechseln von der Segel- hin zur Motorbootfraktion. Hauptsache ab auf’s Wasser. Auch wenn das nächste Ufer keine 200 Meter entfernt ist, und Süß- statt Salzwasser an die Bordwand schwappt.

Über zwei Jahre stand die kleine Amerikanerin – Schiffe sind einfach weiblich – in einer Halle, bevor SIE gestern wieder ans Tageslicht gezogen wurde. Ein paar Startversuche hat es schon gebraucht, bevor der Motor nach zwei Jahren Stillstand wieder zum Leben erweckt werden konnte. Dann ging der Spaß los. 85 Stundenkilometer sind maximal  drin, und das fühlt sich auf dem Wasser sagenhaft schnell an.

Jeden Tag nach getaner Arbeit werden wir ‘ne kleine Auszeit auf dem Rhein nehmen und in nahe gelegenen Buchten schwimmen, einen Ausflug nach Worms machen, oder einfach irgendwo ankern.

Das Leben am und mit dem Wasser ist, irgendwie unsere Bestimmung. Da sind wir nur wenige Tage von unserer Hexe weg und schon zieht es uns wieder zum Wasser, zum Rhein hin.

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Der Duft der Frauen

 

Donnerstag hat die Capitania das Leihauto vom Flughafen Montpellier abgeholt, das uns flott und sicher nach Darmstadt bringen soll, einen beinahe neuen Peugeot 308 Diesel mit Automatikgetriebe. Larissa will uns dann am Flughafen in Metz abholen und die letzten 200 Kilometer nach Hause kutschieren. Leider hat sich an diesem Donnerstag, heimlich und heimtückisch, ein Hammervirus in mein Verdauungssystem eingeschlichen mit fiesen Folgen bis tief in die Nacht. Meine Leistungsbereitschaft am Freitag war in Folge nicht so groß und die erforderliche gründliche Außenreinigung unserer Hexe eine Qual.

 Abschiedsabend vom Boot

Abschiedsabend vom Boot

Gestern Abend fühlte ich mich schon besser und wir waren zu einem kleinen Abschiedsessen im quirlig belebten La Grande Motte unterwegs. Ein wenig eingeschüchtert von der Stauprognose für den heutigen Samstag auf den südfranzösischen Autobahnen. Endlos lange Staus ab dem frühen Morgen zwischen Südfrankreich und Lyon waren wegen Rückreiseverkehr angekündigt. Klar, alle Holländer, Deutsche, Belgier, Skandinavier, Schweizer und viele Franzosen müssen an Lyon vorbei nach Norden fahren, wenn ihr Urlaub vorbei ist.

Der Vollmond über La Grande Motte

Der Vollmond über La Grande Motte

Wir sind dann konsequenterweise heute Morgen schon um 4 Uhr aufgestanden und waren eine halbe Stunde später auf der Autobahn. Allen Unkenrufen zum Trotz war, zumindest zu dieser frühen Zeit, doch nicht ganz so viel los. Um kurz nach 11 Uhr waren wir am Flugplatz Metz-Nancy. Wirklich schwierig war es nur zum Ende der Fahrt, die obligatorische Volltankung des Wagens zu organisieren. Die Tankstellendichte in der lothringischen dörflich-ländlichen Einsamkeit ist ist eher dünn. Ein halbstündiger Umweg war vonnöten, bis die Nadel der Tankanzeige wieder auf voll stand. Die Tankstelle am Flughafen kannte unser französisches Navi nämlich leider nicht.

Nach einer herzlichen Begrüssung mit Larissa und Johannes ging es zu einem kurzen Grillzwischenstopp auf den Campingplatz in Remering, und natürlich um meine Mutter zu besuchen. Wir alle hatten einen gesegneteten Appetit und es gab Reichliches für die hungrigen Münder. Leider  war das Wetter nicht auf unserer Seite. Für uns war es mit 17 Grad, Regen und Wind richtig richtig kalt.

Um 17 Uhr waren wir nach weiteren zwei Stunden Fahrt wohlbehalten in Darmstadt angekommen. Der Regen ist uns leider auch dorthin gefolgt. Heute Abend haben wir uns dann einen ruhigen Fernsehabend gegönnt und bei ZDF Neo “Der Duft der Frauen”  mit Al Pacino angeschaut. Unser erster Fernsehabend seit langem.

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