Mit Wind von hinten

6. Oktober 2016, Donnerstag, Baro 1009, Schleierwolken mit sonnigen Abschnitten, Wind O 5-6
Imperia 10:15 – Villeneuve 16:15, 42 sm

Wir machen uns auf zum Hafenbüro, um die Liegeplatzgebühr zu bezahlen, denn wir wollen den Ostwind ausnutzen, um zurück an die französische Küste zu segeln. Mit 20 Euro pro Nacht sind wir dabei, in einem kleinen Pförtnerhäuschen als Marinabüro sitzt die Tochter von Schweizer Eltern, und kassiert uns freundlich ab. Die Versicherungsbestätigung fotografiert sie mangels eines Kopierers mit ihrem Handy. Was moderne Technik so alles kann!

Imperia Ade!

Imperia Ade!

Wir schauen mal, ob Ben, der in Antibes neben uns lag, an Bord der “Virtue” ist, dann hätten wir sie mal besichtigen dürfen. Aber wir sind wohl zu spät, Ben ist schon unterwegs, und das Mädel, das gestern Abend auch inder großen Runde im Pub saß, sieht noch ziemlich mitgenommen aus.

Dann schnell die Leinen los, im Hafen noch das Großsegel gesetzt, draußen einen Bullenstander festgemacht und die Fock ausgebaumt, so segeln wir jetzt vor dem Wind nach Westen. Volker freut sich über gelegentliche Surfs, zwölf Knoten hat er schon geschafft.

Das Körbchen ist fast gekentert

Das Körbchen ist fast gekentert

Das geht gut bis 13:30 Uhr, wir fliegen an der Costa dei Fiori entlang, an Menton vorbei, Monaco liegt rechts querab, dann lässt der Wind nach und es wird eine ziemliche Schaukelei. Durch den vielen Ostwind, der ja, leichter zwar, jedoch beständig seit Tagen weht, hat sich eine ordentliche Welle aufgebaut, solange genug Wind ist, lässt er uns die Wellen hinunter surfen, aber wenn der Wind fehlt, sorgen die Wellen für ein ordentliches Gewackel. Nico hat sich im Cockpit in seinem Körbchen verkrochen, hier hört er das Schlagen der Fock nicht so sehr und liegt geschützt am Niedergang.

Strand wie in der Südsee

Strand wie in der Südsee

Trotzdem schaffen wir es, ohne zu motoren bis nach Villeneuve zu segeln, nach sechs Stunden liegen 40 Meilen im Kielwasser, was für ein schöner Segeltag!

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Auf und nieder

Menton in der Morgensonne

Menton in der Morgensonne

Up and Down! Nachdem in den letzten Tagen eher kein Wind war, gab es gestern, wenn auch aus der falschen Richtung kommend, reichlich davon. Falsche Richtung aus Seglers Sicht bedeutet in der Regel, dass ihm der Wind ins Gesicht bläst. Und wenn er das dann noch mit soviel Kraft wie gestern macht, wird aus so einem Segeltag gleich etwas ganz Besonderes. Nicht nur, aber auch im positiven Sinne.

Etwas verspätet, mit viel Elan und Vorfreude, sind wir um kurz vor 12 aus dem Hafen von Menton ausgelaufen, und just in dem Moment kräuselte sich das Wasser, erst in der Ferne, dann aber schnell näherkommend, dunkel. DerWind setzt ein, die Segel gehen an unserem hohen Mast nach oben, alles wird penibel getrimmt und dann geht es auch schon ab.

Nico leckt die Krümel aus der Brötchentüte

Nico leckt die Krümel aus der Brötchentüte

Unser erster Schlag führt uns weg von der Küste hinaus auf die offene See, wo irgendwo fern am Horizont, zu weit weg, um sichtbar zu sein, Korsika liegt. Nach einer halben Stunde sind wir weit genug draußen, um nach der Wende, schön und ganz hoch am Wind in Richtung Italien segeln zu können. Was für eine Freude, zumindest am Anfang. Nach zwei Stunden liegt San Remo querab, wir schwelgen in Erinnerungen an diese schöne Stadt. Kurzfristig. Denn bald darauf schickt Neptun, heftig-kurze Wellen und mehr Wind. Das Segeln wird anstrengender, die Schiffsbewegungen nehmen zu. Alles im vertretbaren Rahmen, die Hexe ist in ihrem Element und schießt durch die Wellen. Kaskaden von Wasser spritzen zur Seite, leuchten silbrig-blau-glänzend in der Sonne, wenn der Rumpf auf einer Welle landet. Ein beständiges Auf und Ab.

Imperia in Sicht!

Imperia in Sicht!

Nico liegt, was soll er auch anderes tun, eingerollt in seinem Körbchen, das Cornelia vorsorglich ins Cockpit gestellt hat. Man (und auch ein Hund) braucht in solchen Situationen, ich nenne es mal ein stoisches Gemüt und ein bisschen Leidensfähigkeit, wenn man bei viel Wind gegenan segeln will. Nach ein paar Stunden lockt der Hafen und um 17 Uhr sind wir in Imperia. Leinen fest. 30 Seemeilen liegen im Kielwasser.Ich bin immer wieder beeindruckt, wie schnell und souverän unsere Hexe gegen den Wind segelt. Stabil und agil.

Stella Maris in Imperia

Stella Maris in Imperia

Nico wartet am Kircheneingang

Nico wartet am Kircheneingang

Nach dem Anlegen ist vor dem Aufklaren. Alles wird im Hafen fein zurechtgemacht, zuerst das Schiff und nachfolgend wir. Dann geht es frohgemut, wir sind ja in Italien, zu “unserem” Italiener, den wir vom letzten Besuch her kennen. Doch die fehlende Außenbeleuchtung am Restaurant lässt schon von der Ferne her nichts Gutes ahnen. Und so ist es dann auch. Es steht angeschrieben, dass wegen eines Unglücksfalles unplanmäßig geschlossen ist. Schade für das freundliche Inhaberpaar. Wir schwenken um zum italienisch geführten Pub, das gut besucht ist und zur Einkehr einlädt. Zahlreiche bezahlte Crewmitglieder von den umliegenden Luxusyachten sorgen für gute Stimmung. Ein paar Gläser und Stunden später, tendieren wir zur heimischen Bordküche. Spaghetti Carbonara steht auf dem Speiseplan, wor sind ja schließlich in Italien!

Die Schokolade zum Krimiabend ist leer

Die Schokolade zum Krimiabend ist leer

Danach gibt es noch einen Krimi, auf DVD.

Für die nächsten Tage steht ein kompletter Wetterwandel, nicht zum positiven hin, vor der Tür. Ab morgen werden die Temperaturen in den Keller rutschen und nur noch bei der 20-Grad-Marke verharren. Zudem soll es hin und wieder Regen geben. Nachts wird es mit 13 Grad eher kühl. Unsere Dieselheizung haben wir heute deshalb schon mal für einen Probelauf gestartet. Beim ersten Versuch sprang das gute Stück an.
Wir bleiben erstmal für die nächsten Tage in Bella Italia.

 

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Ausflug ins Mittelalter und die Kochkunst

Über den Dächern von Peille

Über den Dächern von Peille

Unsere Freunde aus Villeneuve, Doro und Momo nehmen uns am Samstag mit auf einen Ausflug in Frankreichs Historie. Zuerst geht es 600 m bergauf in das mittelalterliche Städtchen Peille, das zwischen Nizza und Monaco im Hinterland liegt. Am Samstagmittag um 13:00 Uhr ist es wie ausgestorben, klar, das Wetter ist nicht so toll, es nieselt ein bisschen, aber das macht die Stimmung hier irgendwie richtig.

Die Wege sind noch nass vom Regen

Die Wege sind noch nass vom Regen

Vor allem ist es mit jedem Meter nach oben immer kälter geworden. War es an der Côte noch deutlich über 20 Grad, steigen wir in Peille bei 16 Grad aus. Da werden schnell noch lange Hosen angezogen, und die zweite Jackenschicht.

Aber der Ort lohnt die Mühe! Durch mittelalterliche Gassen steigen wir hoch und wieder runter, bewundern die Aussicht und vor allem die Ruhe, die hier herrscht. Von einem kleinen Platz aus schaut man auf eine Hängebrücke, am Felsen dahinter sind Eisen für Kletterer vorgesehen, die sich hier – eher im Sommer – an den Steinen versuchen. Die Gassen sind so gemacht, dass Autos fahren können, und in der Mitte der Straße Stufen für die Fußgänger das Auf- und Absteigen erleichtern.

Gemeinsame Waschstelle aus alten Zeiten

Waschstelle

Balkon mit Aussicht

Balkon mit Aussicht

Durchblick

Durchblick

Brunnen in Peille

Brunnen in Peille

Ganz links die Hängebrücke

Ganz links die Hängebrücke

Wolken hängen im Tal

Wolken hängen im Tal

Mittagscrèpes geben uns neue Energie für die weiteren Besichtigungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Boule-Turnier

Boule-Turnier

Gassen im alten Villeneuve-Loubet

Gassen im alten Villeneuve-Loubet

Auf dem Heimweg machen wir auf unseren Wunsch hin einen Stopp im alten Villeneuve-Loubet. Dort findet gerade auf dem Bouleplatz ein großes Turnier statt, hier ist es ja auch 23 Grad, und langsam lässt sich die Sonne wieder blicken. Hier sind die Straßen wie in Peille gebaut, mit Stufen und glatten Außenstegen für Autos, und wieder steigen wir bergauf und bergab.

Massiv gebaut

Massiv gebaut

Die Häuser sind aus solidem Stein, dicke Wände sorgen im heißen Sommer für kühle Innentemperatur und lassen im Winter die Wärme in den Räumen.

Monsieur Escoffier

Monsieur Escoffier

Berühmter Sohn der Stadt ist Auguste Escoffier, der französische Meisterkoch, der in Paris, Monaco und London seine meisterhaften Kreationen schuf. Ihm verdanken wir neben vielen anderen Rezepten die „Birne Helene“ und den “Pfirsich Melba“ . In Villeneuve-Loubet ist ihm ein ganzes Museum gewidmet.

Wir wurden abends auch meisterlich bekocht, Momo und Doro haben uns zu Tajine eingeladen, es war einfach nur köstlich!

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Langes Wochenende

Wenn man so aus dem deutschen Allltag draußen ist, vergisst man schon mal, dass dort ein langes Wochenende vor der Tür steht. Mir wurde erst nach einem deutlichen Hinweis von Larissa klar, dass am folgenden Montag Feitertag ist. Natürlich nicht so in Frankreich, die haben ihren großen Nationalfeiertag schon längst hinter sich. Seit dem 14 Juli. Trotzdem wird allabendlich in Antibes gefeiert, weniger von den Franzosen, mehr von den Engländern. Antibes ist “fest” in englischer Hand. Es gibt zahlreiche Pubs und alles ist auf das große Yachtbusiness ein- und ausgerichtet. Es gibt Trainigscenter für professionelle Crews für Superyachten, zahlreiche Zubehörhändler und alle Reparaturdienstleister, die man sich im Bootsgeschäft vorstellen kann.

img_1602Auch wir haben mal wieder einen Kunstofffachmann für zwei kleine Macken engagiert. Eine kam von einem blöden Anlegemanöver bei viel Wind, und die zweite Macke von einem fehlenden Gummifuss an unserer Badeleiter. Interessant für mich war, dass unserer französischer Spezialist (wieder ein „Gelcoat-Christoph” eine gänzliche andere Technik zur Schadensbeseitigung anwendete, als Christoph in Mallorca. Mit dem er jedoch lustiger Weise den Namen teilt.  Der hiesige Christoph spachtelte mit Polyester die beschädigten Stellen aus und sprühte dann ein Gelcoat auf, mit abschließender Politur. Christoph aus Mallorca nutzte eine Gelcoatspachtelmasse, die er mit Farbpigmenten dem Bootsgelcoat anpasst. Das Endresultat kann sich bei beiden sehen lassen.

Wie dem auch sei, wir haben, Dorothee und ihrem Auto sei Dank, unseren Getränkevorrat vor ein paar Tagen kräftig aufgestockt und bei Lidl unglaublich leckeren Champagner für kleines Geld gekauft, und soeben mit einer Flasche des sprudeldenden Rebensafts das Wochenende eingeläutet. Im Cockpit sitzend und über Gott und die Welt schnackend, lässt es sich gut aushalten. Die Gedanken schweifen in die Ferne, verharken sich im Hier und Jetzt, Pläne werden geschmiedet. Die Gedanken sind frei.

Über uns, nicht metamorphorisch gedacht, sondern real, ziehen dunkle Wolken auf, die einen Wetterumschwung ankündigen. Für morgen steht Regen auf dem Programm, und mit 22 Grad soll es deutlich kühler werden, leider. Der angekündigte Wind aus Südwest, mit dem wir eigentlich nach Korsika segeln wollten, fällt leider aus und soll genau von dort wehen.

Ein schönes Alternativprogramm wurde uns heute von Dorothee und Mohammed angeboten. Die beiden wollen uns erst zu einem schönen Ort ins Hinterland kutschieren und anschließend mit einem original marrokanischen Essen verwöhnen.

Da muss Korsika noch auf uns warten!

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Meditatives Mittelmeersegeln

mit einem Hauch von Wind aus Süd stand am Montag auf dem Programm. Zwischen 4 und 6 Knoten zeigt der Windmesser an, das entspricht gerade mal rund 7-11 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit. Nicht viel für unsere ca. 9 Tonnen schwere “Hexe”, aber glücklicherweise doch genug, um mit 3,5 bis 5 Knoten dahinzuschippern.

Genussvolles Segeln bei prallem Sonnenschein, das beste dazu, die See ist spiegelglatt. Die sonst sonntäglichen Motorbootausfahrer sind wohl zurück an ihrem Arbeitsplatz, nur einmal schickt ein motorender Großsegler unangenehme Wellen zu uns, die uns heftig rollen lassen.

Manchmal ist die Freude des Segelns, gerade bei wenig Wind, größer als bei viel Wind. Segeln wird dann filigran, die optimale Segeleinstellung immens wichtig und der perfekte Feintrimm wirkt sich entscheidend auf den Vortrieb aus.

Die Segel stehen gut getrimmt, werden dabei optimal vom Wind umströmt. Beim Spiel mit den Schoten geht es um wenige Zentimeter, Feinfühligkeit und ein gutes Auge sind gefragt. Der erfahrene Blick erkennt rechtzeitig Windböen an der Kräuselung der Meeresoberfläche und sieht auch andererseits die Stellen an denen das Meer reglos rumwabbert und kein Wind herrscht. Alles geschieht natürlich extrem langsam, nichts schnell. Doch gerade beim Schwachwindsegeln ist man nie tatenlos, weil es eben jene beschriebenen Windreher und Änderungen in der Windgeschwindigkeit gibt. Zumindest dann nicht, wenn man segelnder Weise vorankommen will. Mal ändert sich der Wind, dass plötzlich alle Segel einfallen, nur um gleich darauf wieder so zu drehen wie vorher. Oder es raumt der Wind auf einmal und man kann die Schoten fieren oder ein paar Grad mehr nach Luv rauskitzeln. Gerne wird diese Art des Segelns und der optimalen Segeleinstellung mit einem gut gestimmten Instrument verglichen. Es ist aber noch mehr, mit einem gut gstimmten Instrument kann eine Zeitlang gespielt werden, ohne nachstimmen zu müssen. Mit einem gut getrimmten Schiff hält das nicht so lange. Zu oft ändert sich die Windrichtung oder -stärke, gerade bei leichter Brise. Jedenfalls sind wir vorgestern bestens gestimmt und getrimmt nach Antibes gesegelt, und hatten während des Segelns richtig Spaß daran.

Und das ist doch wichtig!

(Man kann sich die Dinge auch schönreden!)

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Heute gehen wir braden

Nein, ich hab mich nicht vertan, und wollte es mit Rumpelstilzchen halten und morgen brauen, etc., aber gestern abend haben wir beim gemeinsamen Grillen verabredet, dass Dorothee und ich zu der Braderie nach Juan-les-Pins gehen. Und weil ich keine Lust hatte, 3 km zur Bahn zu laufen, und Volker nicht sooo lange alleine bleiben wollte, sind wir einfach mit der Hexe nach Juan-les-Pins gesegelt (zurück, hin sind wir motort), haben dort geankert und Volker hat mich mit dem Beiboot an Land gebracht.

Braderie ist der Schlussverkauf zum Ende der Saison, das haben wir letztes Jahr schon in St. Tropez gelernt, alle Läden stellen die nicht verkaufte Ware des Sommers vor die Tür und verkaufen alles zu kleinen Preisen. Wobei “klein” relativ ist, je nachdem, was das gute Stück ursprünglich mal gekostet hat. Dorothee hat schon ihren Spezialladen, zu dem sie jedes Jahr geht, und schlägt zu, hat am Ende eine ganze Tüte Klamotten für wenig Geld. Ich kann mich nicht entscheiden, bei dem einen ist der Preis zwar richtig, aber ich zweifle an der Qualität, das andere Kleid ist zu klein, das dritte trotz Reduktion noch zu teuer. Tatsächlich braucht man auf einem Segelboot auch keine große Garderobe, im Sommer tagsüber möglichst wenig Stoff, abends ein nettes Kleidchen, in der kälteren Jahreszeit ist man beim Segeln sowieso unkenntlich in Ölzeug verkleidet, abends reicht eine schicke Strumpfhose zu Rock und Longsleeve. Außerdem ist der Kleiderschrank zuhause in Darmstadt auch noch voll, und wenn auf dem Boot etwas ausgemustert werden muss, kann ein anderes Stück aus der Heimat beim nächsten Mal mit an Bord kommen.

Nur, dass ich schon wieder einen Schuh verloren habe, ärgert mich. Hatten wir doch auf Formentera meine Sandalen als Fender fürs Beiboot benutzt, und eine leider nicht richtig festgebunden, sodass sie nach dem Spaziergang nicht mehr da war. Jetzt hatte ich meine Bootsschuhe gewaschen, und zum Trocknen an die Seite ins Cockpit gestellt. Und wunderbarerweise ist ein Schuh spurlos verschwunden! Der linke ist da, der rechte musste noch etwas länger trocknen, und ist offensichtlich bei irgendeiner Aktion über Bord gegangen. Blöd! Besonders, wenn man als Frau Schuhgröße 44 hat, da macht nämlich Schuhekaufen nicht so viel Spaß. Das fiel mir wieder ein, als ich mit Dorothee im Schuhladen nach zierlichen Sandalen für sie schaute, und sie meinte, diese würden mir bestimmt auch stehen. Da brauche ich gar nicht nach zu fragen, bei 41 hören Damenschuhe einfach auf.
Aber es hat doch Spaß gemacht, durch die Läden zu ziehen, die zum Teil echt abgefahrenen Hemdchen und Kleidchen und Täschchen und Armbändchen, etc. zu bewundern. Das teuerste Stück war ein wunderschönes bodenlanges Abendkleid mit Schleppe, aus rotem Samt und schwarzer Spitze, runtergesetzt von 6.000 auf 1.000 €. Schnäppchen!

Übrigens, heute morgen ist die Karawane mit den schönen alten Segelbooten weiter gezogen, in einer Regatta nach St. Tropez, wo ab heute die Voile de St. Tropez beginnt, eine der größten Klassikerveranstaltungen im Mittelmeer. Vielleicht schauen wir uns das nächste Woche auch mal an.

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Wer sagt, dass man immer segeln muss

Wettfahrt der Schönen

Wettfahrt der Schönen

Seit 8 Tagen sind wir in Cannes und es zieht uns so irgendwie gar nicht weiter. Selbst unser deutscher Stegnachbar aus Köln fragte uns heute morgen, ob wir nicht für eine Tagesfahrt oder ähnliches mal auslaufen wollen. Nein, wollen wir nicht. Uns gefällt diese Art zu leben und Cannes im besonderen. Eigentlich wollten wir nochmal nach Korsika und Elba segeln, nur dazu fehlt einfach der Wind und Lust auf eine lange Motorfahrt hat keiner von uns. Über 100 Motorstunden seit Mai sind mehr als genug, auch wenn viel Motorzeit beim Ankern oder der Hafenanfahrt draufgeht. Entweder es weht in den nächsten Tagen oder Wochen ein passender Wind mit der nötigen Stärke und der richtigen Richtung, oder wir schippern halt weiter hier in der Gegend rum. Alles ist gut!

Mit dem Wind ist das im Moment jedenfalls folgendermaßen – tagsüber, so ab 12 Uhr, weht ein thermischer Seewind, der gegen 16 Uhr seine größte Stärke erreicht und kurz vor Sonnenuntergang ist dann wieder Schluss mit lustig. Nachts herrscht seit einer Woche totale Flaute, bei sternenklarem Himmel. Schön zu sehen, unpraktisch zum Segeln.

Gestern war der perfekte Tag, mit dem thermischen Wind, für phantastisch schöne Photos und Filmaufnahmen, von den Régates Royales in Cannes. Wir haben die Starts von allen Wertungsgruppen angeschaut, spannende Wendeduelle an der Kreuz gesehen und zum Schluss den Vorwindgang auf der Zielgeraden verfolgt.

bisschen kurz, der Mast

bisschen kurz, der Mast

Wer denkt, dass die Boote, nur weil sie alt sind, bei der Regatta geschont werden, der irrt sich. Und manchmal wird das Material auch kräftig überstrapaziert und es gibt, wie auf dem Photo dargestellt, Bruch. Da bekommt der eigentlich gutgemeinte Leitspruch für Segler, “ich wünsche Euch Mast-und Schotbruch” gleich ‘ne ganz andere Bedeutung.

Cornelia hat vom gestrigen Ausflug auf die Regattabahn einen neuen Film zusammengeschnitten und den gibt es hier zu sehen. Erstmals hat sie in dem Film einzelne Fotos eingearbeitet.

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Ins Wasser gefallen

So schön im Sonnenschein

So schön im Sonnenschein

Bedrohlich wirkend, ziehen immer mehr dunkle Gewitterwolken über Cannes auf. Ein erstes Gewittergrollen ist in weiter Ferne zu vernehmen, der Wind frischt auf, und ein paar Regentropfen fallen vom verdunkelten Himmel. Ich bin allein unterwegs mit unserem Beiboot, Cornelia hat es vorgezogen, im trockenen Boot zu bleiben. Der Start zur zweiten Wettfahrt, der Regates Royales de Cannes ist erst vor wenigen Minuten erfolgt. Aufgereiht wie an einer unsichtbaren Perlenschnur, streben die Yachten der Luvtonne, durch den Winddruck mit ordentlich Schräglage, entgegen. Die Mannschaften sitzen sozusagen als lebendes Gewicht auf der Luvkante und wirken der Krängung entgegen. Es liegt was in der Luft an diesem zweiten Wettkampftag. Wetterbedingt. Der Wind frischt auf, der Regen wird stärker. für mich wird es Zeit, das Beiboot zu wenden und Kurs auf den sicheren Hafen zu nehmen. Zu groß ist das Risiko, bei einem möglichen Motorausfall hilflos abgetrieben zu werden. Trotz Paddel, denn die sind bei viel Wind wirkungslos. Leider gibt es von der Segelaction diesmal keine Bilder, ich hatte schlichtweg nichts zum Fotografieren dabei.

Nico ist auch hundemüde

Nico ist auch hundemüde

Kurz nachdem das Dinghy sicher vertäut am Steg liegt, öffnet der Himmel vollends seine Schleusen und der Wind heult im Mast. Draußen auf der Regattabahn wird es jetzt hoch hergehen, Segel müssen gerefft-, leichte Vorwindsegel eingeholt werden und die Segler werden sich wohl hektisch das Ölzeug überziehen, um den Elementen zu trotzen. Für uns im Hafen hat diese Wetterturbulenz diesmal keine Auswirkungen. Wir liegen lesend auf den Salonsofas und sind froh, gerade nicht unterwegs zu sein. Bis in die frühen Abendstunden hält der Wetterspuk an und gegen 7 Uhr machen wir uns auf in die Stadt. Ein letztes Abendesssen mit Annett und Patrick in einem Super-Fischrestaurant steht an, bevor die beiden nach Hause fahren.

Wie???
Volker geht ins Fischrestaurant???

Gurkensalat einmal anders

Gurkensalat einmal anders

Ja, auch das gibt es, aus Liebe zu Cornelia und aus Freundschaft zu den beiden. Aber was esse ich da? Es gibt ein Fleischgericht und ein vegetarisches Menü für die Fischverweigerer.  Als ausgewiesener Fleischesser bin ich vegetarischen Gerichten gegenüber „von Hause aus“ skeptisch eingestellt. Trotzdem liest sich die fleischlose Variante interessanter als das frankreich-übliche „Steak avec Frites“. Und ich muss sagen, das gestrige Essen im Astoux war der Knaller. Als Vorspeise gab eine Art Gurkensalat in der Mitte des Tellers, umrahmt von Kartoffel-Sahne-Schaum rundherum, und Zwiebeln mit Dill on Top, das Ganze kalt serviert. Der Hauptgang war ein Risotto mit geräucherten Tomaten, umrandet von Mozarellaschaum, krass klasse.  Immer wieder kam mir  beim Essen dieser Köstlichkeiten der Spruch von Martina in den Sinn, „Fleischlos, aber nicht reizlos“.

Ein Gruß aus der Küche, Meerschnecken und selbst gemachte Mayonnaise

Ein Gruß aus der Küche, Meerschnecken und selbst gemachte Mayonnaise

Der hat in dem Fall den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen. Abschließend bermerkt, war auch die Fisch- und Meeresgetier essende Fraktion mehr als zufrieden mit ihren ausgewählten Speisen.

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Gut Holz!

img_2891Hoch und runter, hoch und runter, unser kleines Beiboot bockt wild in den bis zu einem halben Meter hohen Wellen, in der Bucht von Cannes. Fähren, Motoryachten und nicht zuletzt der Wind selbst, verursachen eine kurze steile Welle, die uns zwischendurch am Sinn unserer heutigen Mission zweifeln lässt. Wir wollen unnedingt die Regattayachten aus nächster Nähe, bei ihrem ersten Wettkampftag im Rahmen der Regates Royales Cannes, live auf der Regatttabahn filmen. Leicht gesagt, schnell gedacht. Vom sicheren Ufer aus schien die mit großen gelben Bojen ausgelegte Wettkampfbahn ganz schön weit weg. Von unserem 2,7 Meter langen Beiboot, in dem man sitzend eine Augenhöhe von nur ungefähr einem Meter hat, sah es aus, als wären die Holzklassiker auf weit entfernter hoher See unterwegs. Egal, wir gaben unserem 6 PS Außenbordmotor die Sporen und mit Rauschefahrt ging es durch die “Wellenberge” weit raus auf die Regattabahn. Noch gerade rechtzeitig, bevor die „Elena of London” als derzeit Führende mit knappem Abstand an uns vorbeirauschte, dicht gefolgt von der zweitplazierten „Cambria”.

imgp0044Beide Schiffe lieferten sich ein packendes Wendeduell und die Crews an Bord hatten reichlich Arbeit mit den Segeln. Kurze Zeit danach griff noch als Dritte im Bumde die „Moonbeam IV“ in das Duell um die Führung ein. Eigentlich ein wenig abgeschlagen, wagte deren Skipper einen kühnen Schlag, raus aus dem Windschatten der nahen Iles des Lerins und wurden dafür reichlich entlohnt.

Wir ließen noch ein, zwei weitere hübsche klassische Yachten passieren, bevor wir uns auf den holprigen Heimweg zum Hafen machten. Immer darauf achtend, die Fotoausrüstung vor dem salzigen Nass zu schützen.

img_2957Es ist soooooo schön, diese Segelgiganten aus längst vergangenen Zeiten über das glitzernde Wasser des Mittelmeers gleiten zu sehen, dass einem ganz warm ums Herz wird, angesichts von soviel Schönheit und Anmut. Zum Teil sind diese segelnden Riesen mehr als hundert Jahre alt und muten dank engagierten Eignern an, als hätten sie gerade die Werfthalle verlassen. Viel Spaß mit unserem ersten Video von der Regates Royales de Cannes.

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Doppelt gespannt

Wiedersehen mit der Croisette in der Abendsonne

Wiedersehen mit der Croisette in der Abendsonne

Larissa und Johannes sind gestern Morgen mit dem Airlinerbus zum Flughafen gefahren und nach Frankfurt zurückgeflogen. Die 12 gemeinsamen Tage sind schnell vorbeigegangen, wir haben viel gesehen und noch mehr unternommen. Irgendwie sind Abschiede nicht so ganz mein Ding, Wiedersehen schon eher. Deswegen wechseln wir mal gamz schnell Thema.

Mehrere große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Morgen findet das große Hafenfest im hiesigen Port Pierre Canto in Cannes statt. (Es hat nicht geklappt mit dem Liegeplatz im Vieux Port, aber hier in dem anderen Hafen von Cannes ist es auch sehr schön.) Viele kleine weiße Ausstellungszelte säumen den Parkplatz, eine Bühne ist aufgebaut und ein großes Schwimmbecken mit Wasser gefüllt. Es gibt nur rudimentäre Hinweise darauf, was es so an Programm gibt. Wir sind sehr gespannt.

In der Bucht von Cannes werden die Regatten gesegelt

In der Bucht von Cannes werden die Regatten gesegelt

Die zweite Veranstaltung sind die Régates Royales Cannes vom 18. – 25. September. Eine Regatta für klassisch-traditionelle Holzyachten, die zahlreiche segelnde Schönheiten in das historische Hafenbecken von Cannes gelockt hat. Ab Dienstag wird gegeneinander gesegelt. Die Windprognosen lassen auf spannende Wettkämpfe hoffen. Titelsponsor der Veranstaltung ist die Uhrenmanufaktur Panerei. Wir wollen uns die Wettkämpfer vom Wasser aus anschauen und hoffen, einen günstigen Ankerplatz dicht bei einer Boje zu finden, die die Regattateilnehmer runden müssen.

So viele Holzschönheiten, glänzend mit Klarlack versiegelt, mit klassischem Segelplan, sieht man selten so dicht beieinander, und wir freuen uns total, dass diese Veranstaltung gerade jetzt, wenn wir in Cannes sind, stattfindet. Was für ein schöner Zufall! Dazu gibt es für die See(h)leute an Land ein Rahmenprogramm mit maritimen Verkaufsständen aller Art und Livemusik. Wir sind sehr sehr gespannt.

Palme mit Fruchtständen …

Palme mit Fruchtständen …

… und die Früchte am Boden

… und die Früchte am Boden

Ja, und gestern Abend waren wir mit Patrick und Anett so richtig lecker Essen und natürlich trinken. Ich hatte meine bis dahin leckerste Entenbrust mit Kartoffelbrei und einer dunkel glänzenden dickflüssigen Soße, superlecker.

Es war für mich auch der erste Abend mit langer Hose und langärmeligen Longsleve, seit gefühlt einer halben Ewigkeit. Während tagsüber die Sonne noch gut vom Himmel ballert, fällt nach Sonnenuntergang die Quecksilbersäule deutlich. Keine Angst, von richitg kalt ist das noch weit weg, aber 20 Grad mit Wind fühlen sich einfach kühl an.

Heute hatten wir Besuch von Mohammed und Dorothee, die wir vor ein paar Monaten in Villeneuve-Loubet kennen- und schätzengelernt haben. Zusammen sind wir ins hochgelegene Altstadt-/Künstlerviertel von Cannes marschiert und haben dort lecker Kaffee getrunken, ein Museum besucht bei heutigem freien Eintritt, einer Hochzeit in der Kirche zugeschaut, anschließend zur Happy Hour ins Pub und danach zum gemeinsamen Abendessen zurück an Bord.

Achtung Kunst: Halbmond, Kreuz, Judenstern – FRAGILE

Achtung Kunst:
Halbmond, Kreuz, Judenstern – FRAGILE

Hochzeitsdeko

Hochzeitsdeko

Dekorierter Gang im Museum

Dekorierter Gang im Museum

 

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