Auf und nieder

Menton in der Morgensonne

Menton in der Morgensonne

Up and Down! Nachdem in den letzten Tagen eher kein Wind war, gab es gestern, wenn auch aus der falschen Richtung kommend, reichlich davon. Falsche Richtung aus Seglers Sicht bedeutet in der Regel, dass ihm der Wind ins Gesicht bläst. Und wenn er das dann noch mit soviel Kraft wie gestern macht, wird aus so einem Segeltag gleich etwas ganz Besonderes. Nicht nur, aber auch im positiven Sinne.

Etwas verspätet, mit viel Elan und Vorfreude, sind wir um kurz vor 12 aus dem Hafen von Menton ausgelaufen, und just in dem Moment kräuselte sich das Wasser, erst in der Ferne, dann aber schnell näherkommend, dunkel. DerWind setzt ein, die Segel gehen an unserem hohen Mast nach oben, alles wird penibel getrimmt und dann geht es auch schon ab.

Nico leckt die Krümel aus der Brötchentüte

Nico leckt die Krümel aus der Brötchentüte

Unser erster Schlag führt uns weg von der Küste hinaus auf die offene See, wo irgendwo fern am Horizont, zu weit weg, um sichtbar zu sein, Korsika liegt. Nach einer halben Stunde sind wir weit genug draußen, um nach der Wende, schön und ganz hoch am Wind in Richtung Italien segeln zu können. Was für eine Freude, zumindest am Anfang. Nach zwei Stunden liegt San Remo querab, wir schwelgen in Erinnerungen an diese schöne Stadt. Kurzfristig. Denn bald darauf schickt Neptun, heftig-kurze Wellen und mehr Wind. Das Segeln wird anstrengender, die Schiffsbewegungen nehmen zu. Alles im vertretbaren Rahmen, die Hexe ist in ihrem Element und schießt durch die Wellen. Kaskaden von Wasser spritzen zur Seite, leuchten silbrig-blau-glänzend in der Sonne, wenn der Rumpf auf einer Welle landet. Ein beständiges Auf und Ab.

Imperia in Sicht!

Imperia in Sicht!

Nico liegt, was soll er auch anderes tun, eingerollt in seinem Körbchen, das Cornelia vorsorglich ins Cockpit gestellt hat. Man (und auch ein Hund) braucht in solchen Situationen, ich nenne es mal ein stoisches Gemüt und ein bisschen Leidensfähigkeit, wenn man bei viel Wind gegenan segeln will. Nach ein paar Stunden lockt der Hafen und um 17 Uhr sind wir in Imperia. Leinen fest. 30 Seemeilen liegen im Kielwasser.Ich bin immer wieder beeindruckt, wie schnell und souverän unsere Hexe gegen den Wind segelt. Stabil und agil.

Stella Maris in Imperia

Stella Maris in Imperia

Nico wartet am Kircheneingang

Nico wartet am Kircheneingang

Nach dem Anlegen ist vor dem Aufklaren. Alles wird im Hafen fein zurechtgemacht, zuerst das Schiff und nachfolgend wir. Dann geht es frohgemut, wir sind ja in Italien, zu “unserem” Italiener, den wir vom letzten Besuch her kennen. Doch die fehlende Außenbeleuchtung am Restaurant lässt schon von der Ferne her nichts Gutes ahnen. Und so ist es dann auch. Es steht angeschrieben, dass wegen eines Unglücksfalles unplanmäßig geschlossen ist. Schade für das freundliche Inhaberpaar. Wir schwenken um zum italienisch geführten Pub, das gut besucht ist und zur Einkehr einlädt. Zahlreiche bezahlte Crewmitglieder von den umliegenden Luxusyachten sorgen für gute Stimmung. Ein paar Gläser und Stunden später, tendieren wir zur heimischen Bordküche. Spaghetti Carbonara steht auf dem Speiseplan, wor sind ja schließlich in Italien!

Die Schokolade zum Krimiabend ist leer

Die Schokolade zum Krimiabend ist leer

Danach gibt es noch einen Krimi, auf DVD.

Für die nächsten Tage steht ein kompletter Wetterwandel, nicht zum positiven hin, vor der Tür. Ab morgen werden die Temperaturen in den Keller rutschen und nur noch bei der 20-Grad-Marke verharren. Zudem soll es hin und wieder Regen geben. Nachts wird es mit 13 Grad eher kühl. Unsere Dieselheizung haben wir heute deshalb schon mal für einen Probelauf gestartet. Beim ersten Versuch sprang das gute Stück an.
Wir bleiben erstmal für die nächsten Tage in Bella Italia.

 

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