Irgendwie

 

ist es gut sein, auf Formentera. Man ist entspannt, egal, ob Tourist oder Einheimischer, keine Verbotsschilder, beispielsweise an den Stränden, schränkt die gefühlte und erlebte Freiheit ein.
Die Küste bietet dank der vielen Einschnitte zahlreiche Ankermöglichkeiten, und, wer länger sucht, fiindet auch die vielleicht ersehnte Einsamkeit, im Inselinnern zumindest. Leere Ankerplätze gibt es hingegen nicht so viele, aber mit ein bisschen Glück und Geduld hatten wir gestern so ein einsames Postkartenidyll gefunden. Als einziges Schiff lagen wir vor der Cala Es Ram. Von Land aus ist diese kleine Bucht schwer zugänglich und bis zum Einsetzen der nächtlichen Finsternis haben wir nur 4 sonnenhungrige Menschen am kleinen ” Strand” entdeckt. Das mit dem Strand ist in Anführungszeichen gesetzt, weil das kleine Buchtenende mit seinen aufgestapelten sichtbaren Felsschichten eher ein offenes Fenster in die Erdentstehungsgeschichte ist, als das, was man gemeinhin umter einem Strand versteht. Bildlich gesehen, ist es so vielschichtig wie beim Blätterteig. Sehr interessant!
Kurz vor Mitternacht war es dann mit der Ruhe am einsamen Ankerplatz leider vorbei, als sich ein historisches Dampfschiff mit dröhnendem Dieselgenerator in unsere Nähe vor Anker gelegt hat. Laut wummernd zerstörte das weit hörbare Motorengeräusch die Magie der dunklen ruhigen Nacht.
Doch so leicht lassen wir uns diese Ruhe nicht rauben und gehen unsererseits ankerauf, um kurz darauf, eine Seemeile weiter, erneut einsam und ohne Fremdgeräusch zu liegen. Am nächsten Morgen ist dann endgültig Schluss mit lustig und ruhig. Der Wind und das Meer haben Fahrt aufgenommen und unsere Hexe schlingert und stampft heftig an ihrer Ankerkette. Nach ein paar Minuten sind wir und das Schiff seeklar und es geht wieder ankerauf.
Bei soviel Wind und Welle genügt das ausgerollte Vorsegel, um flott voranzukommen. Zwischen 5 und 6 Knoten zeigt die Logge an. Nach 12 gesegelten Seemeillen kommt uns eine “neue” gut geschützte Bucht in den Weg und gut zu Pass, die Cala Saona. Der Anker fällt und hält dort, das Beiboot wird klargemacht, Nico fordert sein Landrecht ein. Cornelia macht einen ausgiebigen Landgang mit unserem vierbeinigen Seehund, während ich das Schiff aufklare. Die Sonne wandert am Himmel, der Tag geht seinen Gang, eher wolkenverhangen, nicht ganz so heiß, mit angenehmen 25 Grad. Am frühen Abend kommt es uns in den Sinn, die Hexe ins Buchteninnere zu verlegen, aber der Anker klemmt scheinbar wie festgewurzelt am Ankergrund. Unsere elektrische Ankerwinsch erscheint machtlos, das Grundeisen in eigentlich gewohnter Manier nach oben zu ziehen. Ein Blick, der Ratlosigkeit ausstrahlt, wechselt zwischen uns beiden hin und her.
Warum – und vor allem was – hält den Anker auf dem Meeresgrund fest? Da hilft nur noch der Sprung ins kühle Nass mit Maske und Schnorchel. Schnell ist im superklarem Wasser erkennbar, dass unser Pflugscharanker unter einem Unterwasserkabel liegt, und nahezu zeitgleich erkennt die Capitania beim Blick auf den Kartenplotter dass das vermaledeite Kabel in der Seekarte eingetragen ist. Doch alle Erkennitnis kommt erst Mal zu spät, es gilt den Anker durch geschicktes Manövrieren freizubekommen. Der erste Anlauf misslingt, aber mit mehr Gas, mehr Entschlossenheit und höherer Geschwindigekit kommt der Anker endlich klar und unter dem Unterwasserkabel heraus. Erleichterung macht sich breit, der neue Ankerplatz wird daraufhin mit Bedacht und Kennerblick ausgesucht. Falls wir es vergessen haben zu erwähnen, wir sind nicht das einzige Schiff in der kleinen, gegen die vorherrschenden Winde, gut geschützten halbrunden Bucht. Nach Sonnenuntergang leuchten mehr als 60 langsam hin- und umhertanzende Lichter, im Rhytmus der Meeresdünung. Eins davon ist unseres!
Für die nächsten Tage, sind für hiesige Verhältnisse kühlere Lufttemperaturen angesagt und es soll mit 24 Grad relativ kühl bleiben.

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… blau, so blau

12. Juli 2016, Dienstag, Baro 1008, sonnig, warm, Wind Ost um 3
Es Pujols 11:20 – Es Ram 16:00 ca. 16 sm

Nach zwei wunderschönen Tagen in der Ankerbucht vor Es Pujols zieht es uns wieder hinaus. Für morgen ist Nordostwind mit Böen bis sechs Beaufort angesagt, da wollen wir lieber in eine Bucht, die gen Norden geschützt ist, also im Süden der Insel liegt.

Puppenstuben-Bar

Puppenstuben-Bar

Lounge-Bar

Lounge-Bar

Regenschirm-Bar

Regenschirm-Bar

Kerzen-Bar

Kerzen-Bar

Es Pujols hat uns sehr gut gefallen. Klar, es ist ein Touriort, und am eher kleinen Strand direkt vor dem Dorf liegen die Sonnenhungrigen in Zweierreihen dicht an dicht. Aber man kann auch ein bisschen weiter laufen, da wird es schon deutlich leerer, und das Wasser ist blau, so blau. Es gibt unendlich viele nette Restaurants, Strandbars, Tapasbars, und unglaublich viele Italiener, nicht nur als Pizzerien und Ristaurantes, nein, auch unter den Touristen spricht jeder zweite Italienisch. Der deutsche Tierarzt hat in Mailand studiert, wie man dem Internet entnehmen kann. Passt alles.

La Vaca 1/2 loca: Die halbverrückte Kuh

La Vaca 1/2 loca: Die halbverrückte Kuh

El Torro Loco - Der verrückte Stier

El Torro Loco – Der verrückte Stier

Das Leben im Ort, außer am Strand, beginnt frühestens um acht Uhr abends. Dann füllen sich die Bars, die Läden und die Straßen. Einige Läden bieten handgemalte T-Shirts an, manche richtig kunstvoll, andere sogar zum Selbermalen, oder man gibt eines in Auftrag mit eigenen Sprüchen. Der Clou sind handgemalte Espadrilles, mit Kuhmuster oder anderen sinnigen Motiven, sogar für die allerkleinsten Strandläufer. Also ein Ort, in dem man durchaus länger verweilen könnte. Formentera ist auch bekannt für seine Hippie-Szene, mittwochs und samstags gibt es in San Francesc einen Hippiemarkt. Auf jeden Fall bekommt Es Pujols den Preis für die am schönsten eingerichteten Bars, fantasievoll, wie ein Puppenzimmer, orientalisch, alles, was den Betreibern so einfällt. Wir entdecken in einem Schaufenster sogar eine Armbanduhr mit der Silhouette der Insel sowie in einem Stück Glas eingelassenen Muschelchen.

In den Bootsschuppern wird sonntags mittags gespeist

In den Bootsschuppern wird sonntags mittags gespeist

Am Abend, ab 19-20 Uhr werden an der Uferpromenade kleine Verkaufsstände aufgebaut, dort gibt es Schmuck, Kleider und allerlei Tand zu bestaunen und zu kaufen. Wir beobachten einen der Händler beim Aufbau, kaum hängt das Schild “Made in Formentera”, belagern Leute den Stand. Er verkauft kleine Glasbilder mit verschiedenen Flüssigkeiten und Sand, die man schütteln muss, dann sieht es aus, als würden sich Wellen am Strand brechen. Und Ringe und Kettenanhänger aus Glas, in denen kleine Muscheln und Schneckenhäuser gefangen sind. Nicht schön, aber anscheinend begehrenswert, wie wir beobachten können.

Auch Nico genießt das Bad

Auch Nico genießt das Bad

Heute dagegen segeln wir mal wieder mit ein wenig Wind, natürlich von vorne, aber das ist in Ordnung, das kühlt ein bisschen, zur anderen, der Südseite der Insel. Wenn morgen der angesagte Wind aus Nordwest kommt, sind wir hier vor den Wellen gut geschützt. Auffallend ist die Farbe des Wassers, dort, wo der Untergrund Sand ist, hat das Meer eine türkise Farbe wie auf Karibik-Bildern. Wir lassen uns bei fast Flaute vom Boot nachziehen, das macht Spaß und bringt auch ein wenig Kühlung, nur wenn die Hexe schneller wird, ist es gar nicht mehr so einfach, an der Badeleiter hochzukrabbeln. Leider gibt es auch hier wenig Fische zu sehen. Wir finden eine wunderschöne Bucht, weitab von jeglichem Trubel, klettern mit Nico über die Felsen, und gönnen auch ihm ein Bad im kühlenden Wasser. Nur wenige finden mit dem Motorrad oder dem Roller den Weg hierhin. Wir genießen die Stille und den Blick.

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Zwei Tage vor Formentera

09. Juli 2016, Samstag, Baro 1013, sonnig, warm, Wind NNO um 3
Cala Salada, 09:30 – Sa Torreta 14:00 ca. 26 sm

Sollen wir noch nach Sant Antoni zum Wassertanken oder Einkaufen? Nein, wir segeln Richtung Formentera, für zwei Tage reicht das Wasser noch. Vorbei an der Punta des Cavall, der Pferdespitze von der Haseninsel, geht es auf Vorwindkurs vorbei an S’Espartar und Sa Galera, Ruchtung Süden. Hier sind wir vor 15 Monaten schon mal entlang gesegelt.
Und natürlich gibt es wiede wieder eine Flaute ;-). Direkt an den Felsen von Es Vedranell, der kleineren der beiden vorgelagerten Inseln an der Süd-Ostspitze von Ibiza hört der Wind einfach auf. Auch die große Hanse, die bis dahin mitgesegelt ist, und die Volker trotz erheblicher Größenunterschiede einholen konnte, hihi, dreht sich im nicht vorhandenen Wind um sich selbst. Nach mehreren Halsen und nicht druckbaren Aussprüchen des Skippers kommt der Wind wieder – mit 18-20 Knoten von vorne!

Amwindkurs ist angesagt, ein kleines Mütze-über-Bord-Mannöver wird auch noch erfolgreich gefahren, die ausgeblichene, aber sehr geliebte rote Kappe einer Supermarktkette aus Frankreich wird nicht aufgegeben!
Mit 16-17 Knoten am Wind segeln wir auf S’Espalmador zu, die Insel zwischen Ibiza und Formentea, wo wir heute Nacht ankern wollen. Auf dem Wasser sind unglaublich viele Yachten, Motor- und Segelboote, Katamarane, ein Renntrimaran. Und vor der langgezogenen Insel ankern sie – alle. Vor allem natürlich in der großzügigen Bucht, die auch wir anpeilten, sieht Volker durchs Fernglas Hunderte!

Strandblumen

Strandblumen

Das wollen wir nicht, wir suchen eine etwas ruhigere Bucht, die gibt es auch direkt nebenan, nur muss die Hexe da am Eingang, vor der natürlichen Barre liegen bleiben, die Bucht ist an der tiefsten Stelle nur 1,29 m tief, und meistens unter einem halben Meter. Daher liegen hier nur Motorboote, davon aber viele hinter der Barre, die die Bucht vor dem schwelligen Wasser schützt. Egal, der Anker scheint zu halten, es ist zwar sehr schwellig von den Wellen der vielen vorbeifahrenden Schiffe, aber hier hat man Aussicht und Ruhe gleichermaßen.

Nach einem großartigen Hundespaziergang am Strand, durch verlassene Dünenlandschaft mit unendlich vielen Rosmarinbüschen – Nico gefällt das, er läuft immmer weiter und weiter von uns weg, auf Erkundungsgang, aber dann geht er doch mit uns zurück zum Strand, legt sich in das türkise Wasser zum Abkühlen – motoren wir mit einem kleinen Umweg zurück zum Liegeplatz.
Beim anschließenden Bade schaue ich nach dem Anker, und sehe, dass er an einer Steinkante liegt. Volker ist erst noch der Meinung, dass ich mich irre, und es weißer Sand ist, aber, nachdem er selbst hinab getaucht ist, ist auch er überzeugt. Außerdem schabt dieAnkerkette über eine Steinspitze, das ist nicht gut, wir müssen den einsamen Platz verlassen.

Sonnenuntergang an Europas schönstem Strand

Sonnenuntergang an Europas schönstem Strand

Okay, dann gehen wir halt doch in die große Ankerbucht, in der alle anderen Yachten auch liegen, aber gegen Abend fahren die meisten davon weg. Nach zwei Anläufen finden wir einen sehr schönen Platz, machen einen weiten Spaziergang am Strand bis zu der kleinen Durchfahrt. Überall am Strand haben die Menschen Steine zu kleinen Steintürmen aufgeschichtet, tausende davon stehen wie Zwergensiedlungen, es sieht großartig aus, leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei.

10. Juli 2016, Sonntag, Baro 1011, sonnig, warm, Wind O 2-3
Playa Trocados 12:00 – Bucht vor Es Pujol 13:15, 8,5 sm

Beim Hundespaziergang kann ich die Mission”Müll entsorgen” erfolgreich hinter mich bringen, Brot gibt es erst ab 09:30 Uhr. Volker fährt mit dem Dingy zu dem großen englischen Motorboot, das neben uns ankert, und bittet um ein bisschen Wasser. Den großen Einer hat er dabei, die Gießkanne und den Schnellkochtopf, da gehen schließlich auch fünf Liter rein. Mit einem selbstgebastelten Trichter aus einer großen Plastik-Wasserflasche füllen wir das kostbare Nass ein, noch viermal fährt Volker, der Engländer hat ihm versichert, dass sein Wassermacher schneller aus Salzwasser Trinkwasser macht, als Volker es per Beiboot abholen kann. Jetzt haben wir wieder einen halbvollen Tank, das reicht für ein paar Tage. Und gute Tipps hatte des Engländer auch parat. Wir sollen um die Landzunge herum, zur Ankerbucht vor Es Pujol segeln, das sei ein wunderschöner Ort und eine gute Bucht.

Ehe all die Sonntagsausflügler in die Bucht kommen, gehen wir Anker auf und segeln die acht Seemeilen. Die Bucht ist großartig und nicht so voll, die Schönheit des Ortes werden wir gegen Abend erkunden.

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Who let the sea in?

08. Juli 2016, Freitag, Baro 1013, leicht bewölkt, warm Wind W 4-5
Cala Xucla 12:00 Cala Salada 16:00, ca. 20 sm

Nach morgendlichem Spaziergang, Kaffee, Schwimmen kommt nach elf Uhr langsam der Wind, wir machen uns fertig. Und als wir um 12 Uhr aus der Bucht segeln, hat der Wind auf WNW gedreht und weht mit bis zu 20 Knoten. Das hat kein Wetterbericht vorhergesagt, aber im Mittelmeer kann man sich halt auch auf die Wetterberichte nicht  verlassen.

Zuerst bringt das etwas Hektik ins Schiff, denn eigentlich wollten wir bei achterlichem Wind langsam in eine der nächsten Buchten zockeln und hatten das Beiboot mit Benzinkanister nur hinten angebunden. Bei soviel Wind und der entsprechenden Richtung ist das aber nicht gut, wir rollen die Fock weg, ich halte die Hexe im Wind, und Volker zieht mit aller Kraft das wegen des vollen Benzinkanisters jetzt noch schwerere Boot an Deck. Wir kreuzen einfach schön entspannt bei leichter Bewölkung, später auch Sonnenschein. Nach 14 Uhr lässt der Wind etwas nach, die Richtung bleibt, dem Hund wird es schon wieder zu warm.

Die Nordwestküste von Ibiza ist rau, sie erinnert eher an Korsika, es gibt nur wenige Buchten, die einen kleinen Sandstrand haben, aber beeindruckende Felsformationen.

Wir hatten  viel zu sehen in unserer Cala Xuclà. Ein Boot nach dem anderen kam, um dort zu ankern.  Zuerst waren es zwei große Motorboote, eins schön, eins hässlich. Kaum war der Anker im Grund, wurden aus der Heckgarage der “CD2” die Spielzeuge herausgeholt, Motorboot, Jetski, ein Schwan und ein Einhorn, eine Tube, aber nur der Jetski wurde bewegt. Und Volker fährt mit unserem Beiboot hin, und fragt, ob man ihm vielleicht ein paar Liter Benzin verkaufe? Klar, das machen sie gerne und füllen unseren roten Kanister randvoll. Wir konnten zuschauen, als der Koch auf dem Oberdeck das Mittagessen grillte, es roch lecker bis zu uns hinüber. Neben vielen “kleinen” Segelbooten wie unserem kam gestern nachmittag eine wunderschöne Superyacht in die Bucht,  wie uns das Internet nach Recherchen verriet, steht sie zum Kauf. Der Preis ist gerade um 100.000 € gesenkt worden, auf schlappe 7,9 Mio.

Der Wetterbericht bei Windfinder gibt Entwarnung, es soll am späteren Abend doch keine 7 Windstärken mehr sein, trotzdem wollen wir zum Fußball schauen in das kleine Restaurant in unserer Ankerbucht, anstatt mit unserem kleinen Beiboot die anderthalb Seemeilen in die nächste Bucht zu motoren. Aber Pustekuchen! Dort darf der Hund nicht einmal auf der Terrasse sein!

Also machen wir uns doch auf nach Portinatx, finden einen Platz in einer von Franzosen und Deutschen gleichermaßen frequentierten Bar,  das sorgt für gute Stimmung zu jeder Gelegenheit, nee, ehrlich! Auch am Ende klatschen die Deutschen den Franzosen, genauso wie es in Palma die Italiener für die Deutschen getan haben.

Und dann kommt die Rückfahrt! Kaum sind wir bei unserem kleinen Beiboot angekommen, schon legt der Wind zu, aber es geht noch ganz gut, weil wir im Windschatten der Felsen fahren. Nur, als wir dann in die Cala Xuclà hineindrehen, kommen ordentliche Böen von vorne, ich verstecke die Handtasche mit den Handys unter dem Sitz, hinter unseren Beinen, und wir sind alle drei klatschnass, als wir endlich auf unserer Hexe ankommen. Und das alles mur, weil die in dem Restaurant in unserer Bucht den Hund nicht auf die Terrasse lassen wollten!

Heute ist es schönes Segeln, zwar müssen wir mal wieder kreuzen, aber es ist angenehm warm, die Sonne scheint, und beim Kreuzen wird es nicht so heiß. Man muss nur dran denken, sich gut mit Sonnenschutz einzucremen, damit man nicht verbrennt. Nach 16 Uhr sind wir in der Cala Salada, zwar nicht allein, aber es gibt viel zu schauen. Ein Ausflugskatamaran fährt durch, mit knapp einem Meter Abstand zu den ankernden Booten, das Wassertaxi kommt, Stand-up-Padler und Schwimmer kommen am Ankerplatz vorbei, und ganz viele Ausflugs-Motorboote zieht es in die schöne Bucht. Eines liegt ganz in unserer Nähe mit sechs englischen Girls, so zwischen Mitte Zwanzig und Mitte Dreißig, die für ein langes Wochenende hergekommen sind, und sich ein Motorboot mit attraktivem Fahrer gemietet haben. Eine von ihnen kommt vorbeigeschwommen, um unseren Hund zu begrüßen, sie alle haben viel Spaß, und am frühen Abend, als der Alkohol wirkt, springt die erste unter lautem Jubel nackt ins Wasser, drei weitere folgen, den spanischen Fahrer wollen sie auch animieren, aber der bleibt standhaft. Die Krönung bringt Blondie mit dem Spruch: “I let the sea in!”

Nach 20 Uhr aber sind alle weg, nur noch ein paar ankernde Segler sind geblieben, und es kehrt Ruhe ein. (Bilder folgen)

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Cala Xuclà, meine Bucht

Die Hexe vor Anker

Die Hexe vor Anker

Die Überfahrt von Mallorca nach Ibiza haben wir schon fast verdaut, zumal wir jetzt gefühlt in einer der schönsten Buchten liegen, seit Beginn unserer Reise, vor 23 Monaten. Ich versuche mich mal an einer Umgebungsbeschreibung. Sanfte Hügel aus Vulkangestein umschließen die Bucht von Nord-Nordost bis West-Nordnordwest. Die höchsten Hügel sind ca. 80 Meter hoch und mit einem dichten Plateaukieferwald bewachsen. Von der Ferne wirkt die Umgebung fast wie ein heimischer Wald, sehr grün. Bei näherem Hinschauen entdeckt man aber, dass unter dem Baumbestand nur  nackter Fels liegt. Kein Pflänzlein sprießt.

Sonnenschein über der Bucht Xuclà

Sonnenschein über der Bucht Xuclà

An drei Stellen über die Bucht verteilt gibt es tiefere Einschnitte, an deren Ende Sandstrände liegen. Zwei davon mit ganz einfachen Holzhütten, die tagsüber als Snackbar bewirtet werden und eine mit einem Restaurant. Man erreicht diese Orte der Erfrischung per Pedes oder halbwegs robustem Auto, oder eben mit dem Beiboot von See aus.

Volker kommt mit Beiboot

Volker kommt mit Beiboot

Die Bucht selbst ist vielleicht einen halben Kilometer tief und einen Kilometer breit. Die Wassertiefen variieren zwischen 35 und 4 Metern, der Ankergrund ist ist teilweise sandig, stellenweise felsig oder mit Seegras bewachsenem Untergrund. Wir liegen auf acht Meter Wassertiefe mit ca. 38 Meter Ankerkette draußen. Super schön ist an unserer Bucht, dass es so viele Fische zahlreicher im Mittelmeer vertretener Arten gibt, die sich beim Schnorcheln gut beobachten lassen und dass die ganze Cala ein Ort der Ruhe ist, der wenig frequentiert wird. Ich habe ganz viele Fischschulen gesehen, oder Fischkindergärten, jedenfalls Schwärme mit minderjährigen kleinen Fischen, total süß!

Die gut gefüllte Bucht vo Portinatx

Die gut gefüllte Bucht vor Portinatx

Letzte Nacht haben neben uns nur noch zwei weitere Segelschiffe die Nacht über dort geankert. Anders als in dem nahen Portinax mit seinen Ferienanlagen. In Portinax liegen die Schiffe dicht an dicht und die überwiegend englischen Touristen sonnenverbrannt am Stand. Wir nutzen die guten Einkaufsmöglichkeiten von Portinax  und die öffentlich aufgestellten Mülltonnen, um unseren Bordmüll loszuwerden, oder die Halbfinalspiele im Pub zu schauen. Mit dem Beibbot sind es knapp 3 Kilometer oder 15 Minuten, immer am Ufer lang zwischen der Cala Xuclà und Portinax.

Die Tage in so einer Ankerbucht sind sehr geruhsam und wir verbringen sie meistens mit lesen, schwimmen, kochen, Hund ausführen und ein wenig Sport. Letzteres tut jeder auf seine Art, Cornelia macht gerne Yogaübungen und ich schwimme täglich 600 Meter im Kraulstil.

Naturgewalten auf dem Weg

Naturgewalten auf dem Weg

Wie lange wir hier liegen bleiben, ist noch nicht abschließend entschieden. Der limitierende Faktor bei einem längeren Aufenthalt  vor Anker ist für uns das Trinkwasser. Wenn wir gut haushalten, ohne uns allzusehr zu beschränken, könnte es bis zum kommenden Sonntag reichen. Dann hätten wir in acht Tagen, seit dem Ablegen in Palma, rund 300 Liter verbraucht.

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we ‘re going to Ibiza

4. Juli 2016, Montag, Baro , sonnig, warm, Wind s.u. 
Paguera 09:30 – Cala Xucla 19:30 ca. 53 sm

Die Bucht von Paguera

Die Bucht von Paguera

Heute wollen wir den letzten vorhergesagten Nordost-Wind ausnutzen und nach Ibiza segeln. Direkt nach dem Hundespaziergang an der Promenade gehen wir Anker auf und setzen Segel.

Der Wind kommt genau von hinten, also wie vorhergesagt aus Nordost, mit 10-12 Knoten ist das angenehm. Aber er dreht dauernd, wir halsen, setzen die Fock, baumen sie aus, kaum sind wir aus der Bucht heraus, dreht der Wind wieder anders herum. Nach einer weiteren halben Stunde dreht der Wind um 180 Grad, kommt genau aus Südwest, daher, wo wir hinwollen, in eine kleine geschützte Ankerbucht an der Nordostseite von Ibiza. Der Bullenstander muss weg, die Fock wird auch erstmal weggerollt, der Spibaum verstaut, dann segeln wir halt am Wind 😉

Nico hat sich ein Leinenbettchen gerichtet

Nico hat sich ein Leinenbettchen gerichtet

Das geht 45 Minuten gut, dann lässt der Wind auf 2-3 Knoten nach, der Motor muss her. Der Wind kommt aus allen möglichen Richtungen, dabei sind die Wellen hoch und kurz, es ist ein Geschaukel und Geschlage in den Segeln, das ist nicht mehr lustig.

Um 11:45 Uhr stabilisiert sich ein leichter Ostwind, wir können wieder segeln, aber die Wellen sind immer noch unangenehm.

Ab 13:00 Uhr versuchen wir, so viel wie möglich, drinnen zu sein, und nur alle zehn Minuten mal Ausschau zu halten, weil es soooooo heiß ist und die Sonne prall in unser Cockpit scheint.

Um 14:00 Uhr ist der Wind wieder weg, der Hund wird kalt abgeduscht, der Motor wieder angemacht. Und die Wellen bleiben und bleiben und bleiben… unangenehm.

Und der Wind dreht mal wieder auf West, bleibt aber schwach, und die Wellen bleiben hoch, als ob im Nordosten irgendwo ein Sturm gewesen wäre. Ich hab ja normalerweise – im Gegensatz zum Skipper – auch nichts gegen eine kleine Motorfahrt einzuwenden, aber bitte auf flacher See!

Die Hexe in der Abendsonne

Die Hexe in der Abendsonne

Es bleibt bei der Motorfahrt bis zur Cala Portinatx, aber das ist wirklich eine kleine Bucht und es sind schon so viele Boot vor Anker, und Volker meint, dass in der nächsten Bucht die Wellen eventuell noch ein bisschen weniger sein werden. Also motoren wir noch eine Bucht weiter zur Cala Xuclà, da sind nur ein Motorboot, zwei Yacht und ein Katamaran in einer mehr als doppelt so großen Bucht.

coole Slip-Bahn

coole Slip-Bahn

19:30 Uhr: Wir finden eine schöne Sandstelle in der Nähe des Motorboots und eines kleinen Strands, der Anker hält, auch als nachts die Wellen wieder stärker werden und das ganze Boot rollt, und wir immer wieder aufstehen, um nachzuschauen, ob wir wirklich noch am gleichen Platz liegen, und um herumrollende Gegenstände in den Schapps, den Regalen zu befestigen.

Aber die Stille abseits der großen Städte ist schon gigantisch, hier hört man nur die Wellen und die Grillen, ganz selten mal ein Motorboot.

Im Wald riecht es nach Pinien, Thymian und Rosmarin

Im Wald riecht es nach Pinien, Thymian und Rosmarin

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Operette vs. Elfmeterschießen

3. Juli 2016, Sonntag, Baro 1014, sonnig, warm, wolkenlos, Wind NNO 11 – 3 Knoten
Palma de Mallorca 12:00 – Bucht von Peguero 17:00, ca. 18 sm

Schloss Bellver mit feierlich gekleideten Gästen

Schloss Bellver mit feierlich gekleideten Gästen

Und es wurde ein schöner Geburtstag! Mittags habe ich voller Freude die gerettete Festplatte mit al unseren Photos bei Tony abgeholt, und um viertel vor neun machen wir uns auf den Weg zum Schlosskonzert. Es ist immer noch fast 30 Grad, und da wir nicht ganz verschwitzt oben ankommen wollten, leisten wir uns ein Taxi. Die Taxifahrerin verlangt auch nur 6€, und fährt uns bis vor den Eingang von Schloss Bellver. Volker wettet schon, dass das eine trockene Feier wird, wird aber angenehm überrascht von einem kleinen, aber feinen, wohlsortierten Getränkestand, und wir genießen einen Drink mit dem sensationellen Blick über die Bucht von Palma, schauen auch schon mal auf dem Handy nach dem Spielstand des Viertelfinal-Spiels, des Klassikers Italien-Deutschland. 0:0

Orchester mit Sängerin in historischer Kulisse

Orchester mit Sängerin in historischer Kulisse

Das Konzert ist sehr schön, es beginnt mit Jacques Offenbachs Ouvertüre zu Pariser Leben, dann folgen einige Arien mit der attraktiven jungen Sopranistin María Bayo von eher unbekannten (Operetten-)Komponisten wie Oscar Strauß, (kein Schreibfehler, er gehört weder zu Johanns noch zu Richards Familie), André Messager und Reynaldo Hahn, alles ungefähr Zeitgenossen von Sibelius. Manchmal hört man es.

Eine Dreiviertelstunde Operettenarien, wenngleich sie musikalisch und optisch schön dargeboten waren, reichte mir, und Volker war ganz erstaunt, als ich in der Pause sagte, wir können jetzt auch gerne Fußball schauen gehen. Wir laufen im Dunkeln die vielen Stufen, die wir noch eine Woche zuvor im Schweiße unseres Angesichtes hochgestiegen sind, so schnell es geht hinunter, immer in der Hoffnung, dass das Tor unten geöffnet bleibt. Kurz bevor wir ganz unten sind, sagt Volker leise: „Oh nein“. Ich erstarre, und denke, ich muss wieder alles im Dunkeln emporsteigen, aber er hat es nur nicht gesehen, die Tore waren offen.

Schnell sind wir auf der Straße, und schnell haben wir „El Pueblo“ gefunden, dort laufen mehrere Fernseher, wir stellen uns an eine improvisierte Bar. Beide Lager sind vertreten, italienische Fans mit blauen Perücken, deutsche Fans mit Hunden auf dem Schoß, wir sind in eine Schwulen- und Lesben-Kneipe geraten, die Stimmung ist grandios! Wir unterstützen stimmkräftig natürlich die deutsche Fraktion, und dann kommt das Elf-Meter-Schießen. Die Nerven liegen blank, am Schluss versagt Volkers Stimme, aber es ist geschafft. Die Fraktion der Italienerfans ist tiefen-entspannt, sie gratulieren uns per Handschlag, und wir holen Nico ab zum späten Gassigang.

Was für ein toller Tag!

Adeo Palma

Adeo Palma

Heute Morgen, bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Palma haben wir noch angenehme 11 Knoten raumen Wind. Leider lässt er immer weiter nach, sodass wir um 13 Uhr baden. Wir klappen die Badeplattform auf, hängen die Badeleiter ein, nicht ohne sie mit einem Gurt zu sichern, und benutzen die Achterleine, um uns daran festzuhalten, während die Hexe mit ca. zwei Knoten Fahrt dahin segelt. Das ist fast wie eine Ganzkörpermassage, es tut gut, in dem angenehm kühlen Wasser zu sein. Aber der Skipper, zuerst angenehm abgekühlt, ist schließlich doch genervt. “Dieses Sch…-Mittelmeer, kein Wind und Wellen von den Motorbooten!”

Der Leuchtturm von Cap de la Cala Figuera

Der Leuchtturm von Cap de la Cala Figuera

Punkt 14:00 kommt der Wind, wie jeden Mittag, von Südwest, wir kreuzen freudig auf das Cap de Cala Figuera hin, dort allerdings verlässt uns die freundliche Brise wieder und wird zu einem lauen Lüftchen. Ich würde mal darauf wetten, dass tatsächlich unsere Tage im Mittelmeer gezählt sind 😉

Um 17 Uhr haben wir die Bucht von Paguera erreicht, und freuen uns auf ein Bad im blauen Meer und das Spiel Island – Frankreich heute Abend.

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Grund zum Feiern

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

Mittlerweile haben nicht nur die Balearenkinder Schulferien, sondern weite Teile von (Nord-)Europa und das macht sich auch in der Balearen-Landeshauptstadt bemerkbar. Wo wir abends vor zwei Wochen noch durch leere beschauliche Altstadtgassen gebummelt sind, drängen sich nun dicht an dicht die Besuchermassen. Urlaubszeit –Touristenzeit. Über zwei Millionen Touristen pro Monat verbringen ihren Urlaub auf Mallorca in der Hauptferienzeit.

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Das schafft, wie man der Inselzeitung entnehmen darf, neben den gewünschten Einnahmen einige logistische und verkehrstechnische Schwierigkeiten. Die Zufahrten zu beliebten Buchten sind schon frühmorgens blockiert, teilweise werden dort aber zur Entlastung ab diesem Jahr Shuttlebusse eingesetzt. Wochentags staut sich der Verkehr in Palma mehr als er fließt und beim sehr beliebten Wochenmarkt in Sineu hätte man am besten ein Auto zum zusammenfalten, bei der Parkplatzsuche.

IMG_1235Ein paar Kritiker würden den Besucherandrang auf der Ferieninsel am liebsten limitieren. Probleme bereiten wohl die Wasserver- und die Müllentsorgung bei so vielen Menschenmassen. Andererseits freut man sich über die sprudelnden Einnahmequellen und auch in diesem Jahr soll die Gesamttouristenanzahl die vorjährige übertreffen. Was wohl auch unter anderem auf die schwierigen Situationen in Griechenland und in der Türkei zurückzuführen ist.

Oh Schreck, oh Schreck, gestern waren Cornelias Daten auf unserer externen Festplatte weg umd wir mussten zum Datenretten bei einem lokalen PC-Doktor vorbeischauen. Tony residiert im 7. Stock auf einer der beliebten Straßen, in einem Kämmerchen voller Technik, ist irgendwann mal aus den USA hierher gekommen und hier geblieben. Auffällig blass, sitzt er wahrscheinlich den ganzen Tag hier und kümmert sich um die Technik. Unsere Probleme konnte er jedenfalls innerhalb von 24 Stunden lösen, ein voller Erfolg!

Heute gibt es dann noch mehr Grund zum Freuen und feiern, die Capitania hat Geburtstag.

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Als Höhepunkt ihres heutigen Jubeltages geht es zum Klassik-Openair-Concert ins Schloss Belver. Das Symphonieorchester der Balearen spielt leichtverdauliche Klassik mit stimmlicher Sopranunterstützung. Hingegen das Viertelfinalspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft muss deshalb ohne unser Zusehen stattfinden. Vielleicht kann ja mal jemand ‘ne Kurznachricht mit dem Spielstand schicken und uns so auf dem Laufenden halten, wäre nett 🙂

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Geänderter Lebensrhythmus

Lieber im Schatten warten

Lieber im Schatten warten

Tagsüber klettert die Quecksilbersäule regelmäßig über 33 Grad. So wie heute, ist es schon ab 11 Uhr mit über 30 Grad im Schatten im Cockpit, viel zu heiß. Am kühlsten ist es tagsüber unter Deck. Unsere Sonnenrollos verdunkeln die sonnenzugewandten Fenster und durch die Dachluken fächelt meist ein kühler Wind. Scheißtreibende Tätigkeiten werden während den heißesten Stunden des Tages tunlichst vermieden. Mit Nico war ich heute beispielsweise schon vor 7 Uhr unterwegs. Frühstück entfällt, meistens gibt es tagsüber Obst oder irgendeinen Snack. Wo wir früher schon mal gerne mittags etwas deftig-leckeres gekocht haben, bleibt jetzt die Küche regelmäßig kalt, weil es viel zu warm zum Essen ist. Und auch für die nächsten sieben Tage ist keine Abkühlung in Sicht, im Gegenteil. Die Temperaturen sollen tagsüber bis auf 36 Grad steigen. Wir wollen nicht klagen, nur unser Aktivitätsdrang, mit dem wir sonst gerne und häufig unterwegs sind, sinkt mit den steigenden Sommerwerten. Das richtige Leben findet abends statt

Am Hundestrand

Am Hundestrand

Dazu passend hat uns Nico gestern Abend nochmal auf Trab gebracht. Sein rechtes Auge tränte sehr stark und die Bindehaut war stark gerötet. Wir haben erst überlegt ob wir das mit unserer reichhaltig ausgestatteten Bordapotheke selbst behandeln können, oder ob wir uns auf den Weg zum Tierarzt machen sollen. Glücklicherweise haben wir uns für Letzteres entschieden, denn die Tierärztin fand einen kleinen Dorn im durch eitrige Tränenflüssigkeit verzottelten Fell, dicht unter dem rechten Auge. Der Übeltäter hatte nicht nur für die Augenrötung gesorgt, sondern, von uns unbemerkt, auch für eine kleine offene Wunde. Jetzt bekommt Nico drei mal täglich, unter entsprechendem Protest Augentropfen eingeträufelt und eine antibiotische Salbe auf die Wunde gestrichen. Kein Spaß für ihn und auch nicht für uns, diese notwendige Prozedur.

Auf den Balearen sind seit einer Woche Schulferien. Nicht wie in Deutschland üblich für 6 Wochen, sondern für volle 3 Monate. Das stellt wohl viele Eltern erstmal vor ein „Betreuungsproblem”, da der normale Arbeitnehmer in der Ferien-/ Hauptsaison keinen Urlaub nehmen kann. Angeblich gäbe es aber genug Feriencamps und Institutionen auf der Ferieninsel, die für ausreichende Betreuung von den lieben Kleinen sorgen. Olé

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Viel passiert

Zuviel Mädels?

Zuviele Mädels?

Nach dem missglückten Anlegemanöver stand am nächsten Morgen die Rettung in Form von Christoph auf der besagten Betonpier. Christoph ist der lokale Spezialist für alle Kunstoff-, Carbon- und sonstigen Kompositmaterialien an beschädigten Schiffen und auch für Neubauten. Gelernter Bootsbauer, von der Pike auf, war unser kleiner Gelcoatschaden für ihn nur eine Sache von wenigen Stunden.

Für mich waren es aber sehr lehrreiche Stunden, verbunden mit einer praxisnahen Einführung in die fachgerechte Beseitigung von Oberflächenschäden bei Kunststoffyachten. Jedenfalls haben wir jetzt ein Set mit Gelcoatmasse, Härter und Farbpigmenten zum Anmischen an Bord, in der Hoffnung, dass natürlich keine weiteren Schäden auftreten.

Vorgestern Abend, beim zweiten Exit der Engländer innerhalb weniger Tage, und dem glorreichen Spiel der Isländer, wurde Cornelias Handy geklaut. Einfach so, unterm Tisch. Wir hatten zur Straße hin gesessen, und die kleine Handtasche war unterm Tisch, nahe bei Nico. Trotzdem war jemand so dreist und hat die Tasche, von uns unbemerkt, geöffnet und das gute Stück entwendet. Cornelia war ziemlich sauer, da sie gerne mit dem Telefon über die verschiedenen Nachrichtendienste Kontakt zu unseren Freunden hält. Auch Rückfragen am nächsten Tag im Pub ließen das Handy nicht mehr auftauchen. Da das Gerät ausgeschaltet war, ließ es sich auch nicht orten, andererseits sind damit, Gott sei Dank auch die Missbrauchsmöglichkeiten beschränkt. Weg ist weg, Leben geht weiter…

IMG_1378Gestern hatten wir dann einen deutschen Tag. Mit einer Freundin aus dem Hafen ist die Capitania morgens zum deutschen Inselsupermarkt gefahren und hat nach Herzenslust eingekauft. Soßenpulver, Laugenbrezel, Senf, Müsli und Schwarzbrot fanden ihren Weg in den Einkaufstüte und später aufs Boot. Damit noch nicht genug, abends sind wir dann zu dritt nach Paguera gefahren und haben ganz ganz lecker badisch-deutsche Spezialitäten im “El Paradiso” verspeist. Cornelia hatte Maultaschen mit Pilzsauce, und ich eine schöne große Rinderroulade mit Rotkraut und Semmelknödeln auf dem Teller, unsere Freundin Spargel mit Kartoffeln und Butter pur.

IMG_1379Heute morgen hat es dann zum ersten Mal seit sechs Wochen für ein paar Stunden so richtig geregnet und mit 24 Grad war es angenehm kühl. Doch seit heute Mittag knallt wieder die Sonne vom Himmel und beim abendlichen Lotusgrillen um 21 Uhr waren es noch superwarme 28 Grad.

Wir haben die letzten Tage genutzt und einige anstehende Arbeiten an Bord ausgeführt, bzw. an Dienstleister vergeben Unser Großsegel ist wieder frisch repariert an Bord. Bedingt durch die vielen Vorwindkurse hat sich das Segel im oberen Bereich an den Wanten durchgescheuert und zwei Segellatten waren zudem gebrochen.

Der Motor hat frisches Öl, einen neuen Impeller und neue Filter erhalten und schnurrt wieder wie das berühmte Kätzchen unter der Niedergangstreppe. Der verbogene Ankerbeschlag wurde ausgebaut und irgendwo mit einer Metallpresse wieder in seine Ursprungsform zurückgebracht.

IMG_1366Mit anderen Worten, unsere Hexe ist in Topp-Kondition und die To-Do-Liste ein leeres Blatt, nur bestimmt nicht für lange. Es bietet sich halt auch an, in Palma allles Anstehende machen zu lassen. Wir kennen keinen anderen Hafen, in dem sich so viele Yachtdienstleister rund ums Boot und für alle möglichen Gewerke niedergelassen haben. Zudem gibt es allein im Umkreis von 500 Metern zu unserem Liegeplatz fünf Yachtzubehörhändler, mit allem, was das Seglerherz, bzw. das Boot benötigt. Für modebewusste Segler haben zudem alle bekannten Labels, wie Musto, Slam, Dubarry, Gaastra und andere Bekleidungsmarken, ihre Läden in der Nähe des Yachthafens.

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