Skuril oder nicht?

IMG_7043Cornelia und ich kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Was da in unserem Sichtfeld stand, sprengte alles bisher Gesehene und Entdeckte. Was der Hund dazu dachte, wenn er irgendwas dazu dachte, entzieht sich leider unserer Kenntnis. An der neuangelegten Umgehungstraße bei der Odenwaldgemeinde Reinheim gibt es ein kleines Gewerbegebiet, das zur Zeit aus einem Supermarkt umd einer Autowaschstraße nebst Staubsaugeranlage besteht. Und genau dort springt mir sofort ein rotes Gerät mit dicker weißer Schrift  ins Auge. Cornelia hat noch flott ein paar Sachen im Supermarkt gekauft und ich konnte es schon garnicht mehr abwarten, sie auf dieses echt skurile Ding aufmerksam zu machen.

IMG_7044Und jetzt, Leute, aufgepasst, Trommelwirbel, Tusch und et voilà, steht da eine ritzerote Hundewaschmaschine. Aber nicht nur irgendeine mit Duschkopf und Waschbecken. nein ‘ne echte mit zig Programmen, mit Warmwäsche, Fön und Furz und Feuerstein. Cool. Das Ganze mitten im Odenwald. So eine Maschine haben wir noch absolut nirgends gesehen. Nico lässt ja viel mit sich anstellen und ist auch einiges vom früheren Agilitytrainig gewöhnt.  Deshalb ging es für ihn gleich mal die Rampe rauf, und ab ins Waschbecken.

IMG_7047Zum Fotoshooting sozusagen, denn das Waschprogramm de Luxe mit allem kostet für den Vierbeiner fast soviel wie für die vierrädrigen Blechkarossen. 5 Euro, um genau zu sein. Da fragen wir uns, wer wäscht seinen Hund für 5 Euro an der Hundewaschstraße. Und mitten im Odenwald?

Nico jedenfalls hat nicht um ‘ne Wäsche gebettelt und schaut eher unglücklich aus derselben, nachdem er versucht hat, das Wasser auszutrinken, das war aber dann wohl zu Shampoo-haltig.

Anderes Thema

IMG_7049Das wir gerne grillen, ist landaus landein wohlbekannt. Steaks, Würstchen Spieße, all das gibt es öfter und es geht ja auch relativ schnell. Nach ein paar Minuten Grillzeit über der glutheißen Kohle kann man es sich schon schmecken lassen. Doch manchmal muss es schon etwas Besonderes auf dem Grill sein, sozusagen eine Herausforderung. Heute lag in der gut gefüllten Auslage der Fleischtheke ein wirklich gut gewachsenes und mit 2,5 Kilo auch reichlich schweres Hähnchen. Geschätzte Grillzeit eindreiviertel Stunde bei 150 bis 170 Grad, indirekte Hitze, bei geschlossener Grillhaube. Nur die letzte halbe Stunde bei direkter Hitze, damit die Haut knusprig braun wird. Die Glut zur äußerst langen Grillzeit gab es durch einen Mix aus Grillkohle aus der Gastronomie und normalen Briketts. Die Marinade, aus Salz, Öl, Paprika und Pfeffer wurde immer mal zwischendurch mit Pinsel aufgetragen. Das Ergebnis war optisch und kulinarisch ein  Genuss, dazu gab es passend Pommes und Kroketten. Lecker!

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Das allererste Mal…

Bengalen Feuer

Bengalen Feuer

und dann haben die auch noch gespielt wie entfesselt. Kleines Stadion, große Stadt, viel Nachfrage. Seit der SV Darmstadt 98 in der Bundesliga spielt, sind alle Heimspiele ausverkauft, hat sich die Anzahl der Mitglieder im Verein um einiges vervielfacht und maximal knapp 18.000 Zuschauer finden Platz im Stadion am Bölle.

Kurz vor dem Anpfiff versprach der Himmel den Himmel auf Erden…

Kurz vor dem Anpfiff versprach der Himmel den Himmel auf Erden…

 

Die Krux ist es, seit dem Aufstieg, an eine der begehrten Dauerkarten zu kommen. Da wurde vor den Vorverkaufsstellen gecampt, die Mitgliedschaft im Verein beantragt und sicher bei Ebay für das eine oder andere Spiel Eintrittskarten zu total überzogenen Preisen von irgendwelchen Nutznießern eingestellt. So viel mehr Menschen würden die 98er gerne spielen sehen. Egal wie, hin oder her, ich hatte das Glück, für das vorgestrige Spiel von Jantje die Eintrittskarte ausgeliehen zu bekommen. Jantje kenne ich noch nicht mal persönlich, sie ist die Freundin von Hardy und muss allem Anschein nach ein herzensguter Mensch sein, dass sie dieses Opfer eingegangen ist. Herzlichen Dank dafür!

Das Spiel gegen Bremen war große Klasse, die Atmosphäre im Stadion sensationell. Von Anfang an spielte das Darmstädter Team druckvoll auf und steckte auch den ersten Gegentreffer der Bremer prima weg. Der verdiente Ausgleich erfolgte noch vor der Pause. Spielerisch überlegen siegte Darmstadt wohlverdient nach einem erneuten Torschuss von Wagner mit 2 zu 1. Ich, und da bin ich sicherlich nicht alleine, war von der friedlich-mitreißenden Atmosphäre im Stadion total beeindruckt. So viele Menschen im friedlichen Miteinander, jubelnd und feiernd. Wenn das nur in allen Stadien dieser Republik so wäre… In fröhlicher Runde ging es danach zum Grohe, um noch weiterzufeiern und fachzusimpeln. Fazit:Ein rundum gelungener Abend und das allererste Mal, das hoffentlich nicht das letzte Mal war…

Die Hexe muss noch ein paar Tage ohne uns ausharren. Nächste Woche geht es zurück aufs Boot.

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Videowelt

HexeEhrlich gesagt, konsumiere ich gerne und oft irgendwelche Segelvideos, die ich entweder auf Seglerseiten oder bei Youtube finde. Segeln ist aber auch schön, egal, ob virtuell oder real. Und wenn man früher gesagt hat, dass Segelsport nicht so telegen wie andere Sportarten sei, konnte ich das nie verstehen. Klar, was fernab vom Ufer passiert, entzieht sich dem Betrachter. Schwimmende Tribünen, wie bei der Kieler Woche etwa, sind leider selten. So eine Bühne wackelt auch mehr als die Fußballtribüne beim FC Darmstadt. Auch, wenn dort die Fans alles geben. Aber eins ist gut, heute haben immer mehr Menschen so eine kleine Action-Kamera dabei und transportieren damit das, was auf dem Boot passiert auf den heimischen Computer So kann jeder, der will, Segelfilme vom Warmen und Trockenen aus schauen und vom nächsten Segelabenteuer träumen.

MOBSogar das Segeln selbst, egal, ob blutiger Anfänger oder für den fortgeschrittenen Crack, wird in zahlreichen Filmen anschaulich und lehrreich vermittelt. Kürzlich habe ich mir ein Video von einem “Segelpabst” angeschaut, beim dem das “Mann-über-Bord”-Manöver mit gesetztem Spinnaker gezeigt wird, und das mit 2er Crew. Nahezu eine der blödesten vorstellbaren Situationen, in denen einer oder eine über Bord gehen könnte. Dank des superlehrreichen Films hat dieses Horrorszenario zumindest einen Teil seines Schreckens verloren. Gut, wenn eine diffuse Angst durch Wissen ersetzt wird. Muss den Lehrfilm nur noch Cornelia zeigen, damit sie das auch lernt, weil ich beim Spisegeln auf dem Vorschiff rumturne. Lebenslanges Lernen, auch Mithilfe des Internetzes. Kann man hier anschauen.

Auch unsere kleinen Filme bei Youtube haben anscheinend ihre Liebhaber. Alle Videos zusammen gerechnet, wurden unsere von-Bord-Videos schon mehr als 1700 Mal angeschaut. Spitzenreiter dabei ist der coole Surf auf dem Weg nach Almería. Den Trip werde ich niemals vergessen. Dieses Gefühl von Geschwindigkeit! Auf dem Wasser nimmt man die sowieso eher wahr als auf der Straße, besonders nachts, wenn es richtig dunkel ist. Da fühlen sich schon sechs Knoten Fahrt an wie “Brettern”. Mein persönlicher Filmfavorit seglerisch der Ein Rundgang um die Hexe mit Spinaker. Und unser letzter Film mit den Fischiiis.

Das Führungstor für die Bayern .-(((

Das Führungstor für die Bayern .-(((

Und weil heute mal wieder Samstag ist, präsentiere ich, ob ihr wollt oder nicht, noch das Ergebnis des heutigen Spitzenspiels in der Topliga. Darmstadt 98 gegen Bayern München 0 : 3 Kein schöner Endstand für meinen Verein, aber es sei Euch gegönnt, Susann, Vadim und Jan, Leon, Julian, aber nur ausnahmsweise, gelle.

Wenn schon Fußball, dann gibt’s noch was zum Wetter hinterher. Das ist beinahe nicht zu ertragen. Seit letztem Samstag regnet es – bis auf wenige Ausnahmestunden – durch, dabei ist es eher kalt als warm. Deswegen fällt der traditionelle samstägliche Ausflug zur Bessunger Kerb für uns aus. Extremcouching ist angesagt. Vielleicht klappt es ja am Montag Abend zum Feuerwerk…

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Herbstliche Kapriolen

Gestern dachten wir noch, die Welt ginge unter. Sintflutartige Regenfälle sorgen für die eine oder andere Überflutung. Land unter in Rhein-Main, nur örtlich, wie das halt so ist mit Gewitterzellen. Indian Summer – was ist das. Die ersten Kastanien haben wir nicht aus dem Feuer geholt,  dafür aber unter dem Kastanienbaum gefunden. Das machen wir jedes Jahr so, kindliche Anwandlungen, die man nie ablegt. Der eine oder andere Laubbaum präsentiert sich bereits mit herbstlich-bunt gefärbten Blättern. Aber lassen wir den Herbst hinter uns und tauchen ein die Unterwasserwelt des Mittelmeeres.

Fischiiis

Fischiiis

Der Film mit Fischen, Unterwasserlandschaften und Lichtspiegelungen ist fertig. Schnorcheln ist seit ein paar Wochen mein neues Hobby. Wenn es irgendwo ein schwimmend zu erreichendes Kap, ein felsiges kleines Eiland oder fischreiche Küstenabschnitte gibt, muss ich die unbedingt schnorchelnd erkunden. Wenn kein Wind ist, erfolgen diese Ausflüge vom Boot aus. Cornelia bleibt in der Nähe und pickt mich danach wieder auf. Der Reiz ist groß und das, was geboten wird, ist soooo faszinierend. Unterwasserkino pur und dreidimensional. Das musste ich unbedingt mal filmisch festhalten, für uns und für Euch.

Das beste daran ist, dass, bedingt durch die Lichtbrechungen im Wasser, sogar die Filmaufnahmen mit der Go Pro besser und natürlicher aussehen als über Wasser. Da ist er nun, der Film, frisch (auf-) geschnitten von der Capitania. Viel Spaß beim Anschauen wünscht die Hexencrew!

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Heimaturlaub

imageGestern war Viertelsfest in unserer Straße. Einmal jährlich, genau seit 10 Jahren, trifft sich unser kleines Viertel zum Grillen, Trinken, Schnacken und natürlich aus ganz viel “Spaß an der Freud”. Eine feste Institution, ein an die hessischen Schulferien angepasster Termin, immer der erste Samstag nach dem Ferienende. Meistens  ist der Wettergott mit uns, gestern war viel Regen angesagt und ist auch eingetroffen. Abgehalten hat uns das nicht vom Wendehammerfest, ein größeres Festzelt und eine 40-qm-Plane, einmal quer gespannt, boten genug Raum für alle, um draußen und ennoch trocken zu feiern. Dafür hat gestern der Fußballgott, und die Darmstädter Elf, mehr als ordentliche Arbeit geleistet und drei Auswärtspunkte gegen Bayer 04 Leverkusen eingefahren. 4. Spieltag der Bundesliga und das Team hat noch kein Spiel verloren, wer hätte das gedacht?

Nico verschläft die Heimfahrt

Nico verschläft die Heimfahrt

Unsere Hexe liegt derweil hoffentlich wohl behalten im rundherum von Hochhäusern umbauten Hafen, der Marina Baie des Anges. Für unseren Heimaturlaub war es garnicht so leicht, einen Liegeplatz in Südfrankreich zu organisieren. Mehr als 10 Häfen hat Cornelia angefragt. Alle bis auf den einen sind voll gebucht und das am Ende der Hochsaison! Der Hauptgrund scheint aber auf Nachfrage der zu sein, dass in Monaco und Cannes größere Bootsmessen veranstaltet werden, und dass viele Eigner aus dem Urlaub zurück auf ihrem angestammten Liegeplatz sind. Es gibt aber auch Häfen, in denen eindeutig Plätze frei sind und die Bereitschaft zur Vergabe bei den Hafen betreibern fehlt, weil sie den Geldkanal so voll haben? Die Marina von Antibes ist so ein Fall. Absage trotz freier Plätze. Fast jeder, den wir treffen, kann davon etwas erzählen. Positive Eindrücke hinterlässt man so eben nicht, aber wenn Umsatz keine Rolle mehr spielt…

Sonnenblumen vom Darmstädter Samstagsmarkt

Sonnenblumen vom Darmstädter Samstagsmarkt

Wenn wir dann schon mal in good old Germany sind, werden wir die Gelegenheit nutzen, um für die seit Ewigkeiten leckende WC-Pumpe Ersatz zu bestellen. Das trügerische Pumpenteil hat irgendwo einen Mikroriss, d.h. wenn man im Hafen liegt, ist alles trocken und funktioniert einwandfrei. Bei Schräglage drückt sich irgendwo Salzwasser raus und schwappt im Bad hin und her.  Ärgert mich schon lange, das Ding, zumal es sich jedem Reparaturversuch standhaft widersetzt.

Zwei Wochen lang werden wir jetzt zu echten Landratten, erfeuen uns am komfortablen (Haus)-Leben, treffen unsere Freunde wieder, regeln ein paar Dinge und genießen die Tage in der Heimat.

Cornelia hat noch einen Fischi-Unterwasserfilm in der Pipeline, den sie nur noch schneiden und veröffentlichen muss.

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Zalandos Yacht

Und hier der fast letzte Tag der Hexe, bevor wir sie verlassen. So oder so ähnlich könnte doch leicht vorstellbar eine Überschrift in einem wohlbekannten deutschen Boulevardblatt lauten. Aber schön der Reihe nach, den Spannungsbogen ein bisschen aufgebaut, auch wenn das Ende schon mal vorweg genommen wurde.

Eigentlich wären wir auch nicht dort gewesen, wo wir heute morgen waren, sondern noch in der Werft, die wir ausgesucht hatten, um unseren Unterwasseranstrich zu erneuern. Für Montag um halbneun hatten wir einen Krantermin bei einer großen Werft in Antibes. Dann hatten wir das Pech, oder wie sich später rausstellte, das große Glück, mit anzusehen, wie eine andere Segelyacht unplanmäßig und willkürlich vor uns gekrant wurde. Uns haben sich die Nackenhaare zu Berge gestellt, als wir sahen, wie der Krangalgen mehrmals gegen die Wanten geschlagen ist. Sowenig “Feingefühl” beim Kranen hat uns den Rest gegeben und wir sind flux geflüchtet. Ein Schaden am Mast oder stehendem Gut wäre ein Fiasko.

Cornelia schlug wegen des schönen Wetters vor, zum Cap Ferrat zu fahren und die großzügige Bucht und die Aussicht auf die dahinterliegenden Berge zu genießen. Natürlich hatte sie auch einen “Spritz Aperol” im Hinterkopf, den wir gerne in unserer Lieblingskneipe in St. Jean trinken. Also volle Fahrt voraus, das meiste des Weges mit Motor, nur hin und iweder mit schwacher Windeskraft und Segeln. Die Bucht war uns wohlbekannt von früheren Besuchen, nur der Anker wollte im Seegras diesmal nicht recht halten. Anker runter, Anker rauf, neuer Anlauf 10 Meter weiter, gleiches negatives Ergebnis, der Anker pflügt durchs Seegras und gräbt sich nicht in den Grund. Sieben Versuche später dann hält das Grundeisen, was es verspricht, und wozu es gemacht ist. Noch eine Runde schwimmen mit der neuen Taucherbrille, die trotz Bart endlich dicht hält.

Alle anderen genannten Programmpunkte plus ein abendliches Pizzaessen wurden nach dem “Ankerdrama” auch noch erfüllt. Am Nachbartisch, auf der Terrasse mit Meerblick, ein nettes serbisches Ehepaar, das seit 30 Jahren in der Schweiz lebt, mit denen wir uns stundenlang über Gott und die Welt und auch die Politik angeregt unterhalten haben. Ein kleines Stück Heimweg hatten wir noch zusammen, kurzer herzlicher Abschied, Motor an und 10 Minuten mit Gummiboot zur Hexe getuckert.

Heute morgen hat dann, wie angekündigt, der Wind beständig aufgefrischt, auf Ost gedreht und fiese Wellen in die Bucht geschickt. Das war vorhergesagt und wir hatten schon die große Bucht von Villefranche im Hinterkopf. Anker auf, langsame Fahrt voraus gegenan, gegen ca. 1,5 Meter hohe Wellen. Langsam deshalb, damit das Schiff nicht so laut rumpelnd und krachend in die Wellentäler fliegt, 2-3 Knoten Fahrt sind da genug und nervenschonend. Bis zum vorgelagerten Kap und dann war es auch schon Zeit, das Vorsegel auszurollen – genug Segelfläche bei bis zu 24 Knoten Wind.
Ich mach das mit dem Segel, Cornelia ist am Ruder. Als das Segel rausgerollt ist, dreht Cornelia langsam ab und in dem Moment ertönt ein laut hupendes Horn, eine endlos erscheinende lange weiße Wand fährt mit über 10 Knoten Speed an uns vorbei. Cornelia dreht hektisch weg von dem riesigen Motorboot.

Um Haaresbreite sind wir der drohenden Kollison entkommen, uns zittern die Knie, wir bleiben zurück im Schwell, den der Plastikriese aufgeworfen hat. Ich fange wütend an zu schreien, strecke die Arme in die Luft, von oben schauen einige Crewmitglieder anscheinend erstaunt auf uns herab. (Das war besser als jedes HB-Männchen, sowas habe ich noch nie erlebt, Volker hat sich in seiner Wut echt heiser geschrien!)

Unglaublich, die hätten uns fast versenkt! Ein Regelverstoß, der durch nichts zu entschuldigen ist. Wer überholt umd von hinten aufkommt, hält sich frei. Warum drängelt sich dieses Riesenschiff zwischen uns und das Cap, während an Backbord ausreichend Seeraum ist?Ich schnapp mir unser Handfunkgerät und funke den Schiffsführer der “Odessa 2” an. Dem scheint sofort sein Fehler bewusst zu sein, und er murmelt unentwegt auf englisch Entschuldigungen. Doch so leicht ist es damit nicht getan und er muss sich eine kleine Weile lang meine Flüche anhören. Schlussendlich wünschen wir uns dann einen guten Tag und eine gute Weiterfahrt.

Nach Recherchen von Cornelia ist die “Odessa 2” bei Nobiskrug in Deutschland gebaut und gehört dem Derzeitigen Inhaber von z.B Zalando und Warner Brothers Music (und dem Nobel-Hotel “Grand Hotel St. Jean Cap Ferrat”, direkt am Ort des Unglücks. Das hätte noch gefehlt “Deutsche Superyacht versenkt deutsche Segelyacht”, so dann die Horrorüberschrift. Irgendwann ging der Schreck dann aus den Gliedern und der Anker wieder nieder.

Diesmal vor Wind und Wellen geschützt in der malerischen Bucht von Villefranche. Ein langer Spaziergang, schöne Eindrücke und anregende Gespräche sorgten dann für die notwenidge Zerstreuung. Bleibt nur zusagen: Ende gut alles gut😍

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Im Hafen fest zum Hafenfest

5. September 2015, Samstag, Baro 1008-1003, sonnig, angenehm warm, Wind SW um 3 später um 5
Marina Baie des Anges 13:00 – Nizza 14:30, 6 sm

Da liegt der Übeltäter eine große schwarze Plastiktüte

Da liegt der Übeltäter eine große schwarze Plastiktüte

Nach Ausschlafen und ausgiebigem Frühstück, ich habe vom Großen Supermarkt in der Marina frisches, dunkles, knuspriges Baguette und leckeres Schokocroissant mitgebracht, geht Volker tauchen, um zu schauen, was sich da gestern unterm Schiff getan hat, denn beim Anlegen hatte er richtige Probleme. Er findet direkt eine große schwarze Plastiktüte an der Schraube, schwuppdiwupp ist wieder alles paletti! Ich hatte im Hafenbüro mit Sonia gesprochen, die unsere Reservierung für die Heimfahrzeit bearbeitet hat, und wirklich sehr nett ist. Wir sollen dann am “Quai d’Honneur” liegen, was für eine Ehre.

Die Korsikafähre versperrt die Hafeneinfahrt

Die Korsikafähre versperrt die Hafeneinfahrt

Für den Abend habe ich in Nizza einen Platz reservieren können, das passt gut, denn Monika und Karl wollen zu Besuch kommen, nachdem sie Sven an den Flughafen von Nizza gebracht haben. Gemütlich segeln wir mit Vollzeug dorthin, am Flughafen vorbei, auf dem ganz viele Privatjets auf ihre Eigner warten. Kurz vor der Hafeneinfahrt kommt schon wieder die blöde Fähre von Korsika, dann blinken drei rote Lichter an der Hafeneinfahrt und niemand darf rein oder raus fahren. Das hatten wir schon mal, als wir mit Nany und Eric hierher gesegelt sind, nur war damals noch mehr Seegang und Wind und es war unangenehmer, warten zu müssen. Diesmal geht es auch gefühlt schneller, bis die Fähre drin ist, wir können auch in den Hafen einfahren, und stellen fest, dass alles schön geschmückt ist. Es ist Hafenfest!

Blumengeschmückte Kähne promenieren am Hafen entlang

Blumengeschmückte Kähne promenieren am Hafen entlang

Das haben wir ja gut eingefädelt. Auf den großen Bühnen ist man den ganzen Nachmittag mit dem Soundcheck beschäftigt, die Restaurants haben schon Tische und Stühle bereit stehen, damit sie, nachdem um 16:45 Uhr die letzte Fähre abgelegt hat, sich auf der Dtraße ausbreiten können. Ab 19 Uhr soll es los gehen.

Mit Luftballons geschmückte Kanus spielen Ball

Mit Luftballons geschmückte Kanus spielen Ball

Karl und Monika mussten ihr Auto auf der anderen Hafenseite abstellen, weil es hier schon keinen Parkplatz mehr gab, und leider können sie auch nicht lange bleiben, denn sie müssen bis 19 Uhr aus dem Parkhaus raus sein. In St. Tropez war morgens so viel Sturm, dass keiner aus dem Hafen raus konnte und sie auch nicht mal bis Port Grimaud segeln konnten. Also mussten sie mit dem Taxi zu ihrem Auto in Port Grimaud fahren, um Sven zum Flughafen in Nizza zu bringen, nun müssen sie wieder zurück mit dem Auto nach Port Grimaud, dann mit der Fähre nach St. Tropez, um schließlich Sonntag nach Port Grimaud zu segeln, weil sie am Montag Besuch bekommen. Ist schon fast Stress!

Der kleine Blaue gehörte zu …

Der kleine Blaue gehörte zu …

… der großen Tintenfischmama

… der großen Tintenfischmama

Brasilianische Tänzerinnen

Brasilianische Tänzerinnen

Wir zwei machen uns einen schönen Abend, spazieren ein bisschen mit dem Hund vor dem Abendessen zum Park. Zurück am Hafen fängt gerade die erste Band an, die Restaurants füllen sich und an den Essenständen riecht es verführerisch. Nun haben wir jetzt aber zuviel Essen an Bord, denn wir wollten ja Karl und Monika bewirten, also kocht Volker leckeres Hähnchenrisotto, zu den Klängen der ersten Musiker, die ganz furchtbare Schlager und Schnulzen spielen.

Akkordeon und

Akkordeon und

kleine Flöte

kleine Flöte

Die Stimmung ist ausgezeichnet

Die Stimmung ist ausgezeichnet

Danach kommen zwei Akkordeonisten und ein Flötenspieler mit Schlagzeuger, die machen schöne Musik, die Leute tanzen dazu, es ist eine großartige Stimmung.

Feuerwerk beim Hafenfest in Cannes

Feuerwerk beim Hafenfest in Cannes

Um halb elf gibt es ein wunderschönes Feuerwerk, noch eine Band, deren Klänge sich für uns an Bord vermischen mit den Klängen der Band auf der anderen Hafenseite, das wird zuviel, wir ziehen uns in unsere Koje zurück.

Heute, am 6. September,  segeln wir nur mit dem Vorsegel Richtung Antibes, weil wir morgen früh um 08:30 Uhr schon einen Krantermin haben. Wir wollen dort in der Bucht ankern. Im Hafen haben sie schon dreimal keinen Platz für uns gehabt, jetzt haben wir keine Lust mehr, wer weiß, wie lange es noch so schön warm ist, dass man ankern kann!

Die grüne Regattaboje liegt direkt vor unserem Ankerplatz

Die grüne Regattaboje liegt direkt vor unserem Ankerplatz

Und schon wieder haben wir den richtigen Zeitpunkt ausgewählt, direkt vor unserem Ankerplatz ist die Wendeboje für die Sonntagsregatta von Antibes. Es nehmen ganz schön viele Schiffe teil und wir sehen so manches gelungene, aber auch viele verpfuschte Bojen-Manöver. Und wir genießen einen wunderschönen Abend in der Bucht von Juan-les-Pins, gleich geht die Sonne unter.

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Die Hauptsaison…

Futuristische Gebäude schmücken den Hafen von der Marina "Baie des Anges" (Bucht der Engel)

Futuristische Gebäude schmücken den Hafen von der Marina “Baie des Anges” (Bucht der Engel)

ist ganz eindeutig vorbei. Seit dem vergangenen Montag drücken die französischen Schüler die Schulbank. Die großen Fabriken produzieren wieder, die Sommerferien sind Geschichte und die Grande Nation hat dafür auch, gegenüber anderen europäischen Ländern, einen eigenen Ausdruck -“La Rentrée” . Ausspannen adieu, Alltag ahoi.

Seit letztem Wochenende ist die eingeläutete Nebensaison für uns greifbar. Deutlich weniger Segelschiffe sind unterwegs, der vorher volle Hafen in Calvi nahezu verwaist, tagsüber wenig oder kaum Segel am Horizont. So weit so gut, viele sagen, dass jetzt die schönste Zeit des Jahres so langsam Einzug hält in den mediterranen Gefilden. Gemischte Gefühle bei uns, die sommerliche Hitze, der Trubel, die Veranstaltungen, hatte schon was für sich und für uns. Und nicht nur durch die Leere macht sich die fortgeschrittene Jahreszeit bemerkbar.

Heute sind wir von Korsika nach Antibes gesegelt. 99 Seemeilen mit viel Wind, Gott sei Dank aus einer guten Richtung für uns, schnelle Fahrt. Nur14,5 Stunden waren wir unterwegs, dafür zum ersten Mal seit Juni in unser Ölzeug eingepackt. Frisch war der Wind, frisch war die Temperatur. 22 Grad hat das Quecksilber angezeigt, dazu der Wind, kräftig mit bis zu 24 Knoten. Die Sonne verschwindet schon vor 20 Uhr hinterm Horizont, die Wärme des Tages weicht schnell der Kühle der Nacht. Zeit für langärmlige und langbeinige Kleidungsstücke, zumindest für die dunklen Stunden des Tages. Das Stimmengewirr in den Gassen von Calvi war häufig von deutschen Sprachfetzten dominiert. Ungewohnt. Das Straßenbild dominieren Paare und Alleinreisende, Oder junge Familien mit Kleinkindern. Familien mit schulpflichtigen Kindern sind natürlich eine Seltenheit.

Unermüdlich am Werk: Der Auto dieser Zeilen

Unermüdlich am Werk: Der Autor dieser Zeilen

Wir sind jetzt froh, nach dem ersten Fehlversuch gut an der Côte angekommen zu sein. Morgen gibt es Mistral mit bis zu 40 Knoten, das Meer dazu bewegt mit 4 Meter Wellenhöhe. Für Montag steht dann Nordostwind mit bis zu 7 Windstärken auf dem Programm. Es tut sich was, frühherbstliche Wetterkapriolen.

Es grüßt aus der Marina der Engel
die Hexencrew

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Mit soviel Wind und hohen Wellen…

Und die Wellen wären noch höher geworden im Laufe des Tages...

Und die Wellen wären noch höher geworden im Laufe des Tages…

haben wir nicht gerechnet, als wir heute morgen um 5 Uhr aus Calvi los sind, um den langen Schlag an die Côte d’Azur zu segeln. Nach dem Passieren von Cap Revelata waren wir noch nicht ganz aus der schützenden Wind- und Wellenabdeckung heraus, als schon die ersten schweren Seen die Hexe kräftig durchgerüttelt haben. Kurz darauf fand eine laut brechende Welle ihren Weg übers Deck, Wassermassen ergossen sich ins Cockpit. Gurgelnd sucht das kühle Nass seinen Weg und fließt nach einer Weile wieder dahin zurück, wo es hergekommen ist. Mit siebeneinhalb Knoten Speed springt das Schiff von Welle zu Welle, einem Rodeo gleich, der Wind heult im Rigg, noch mehr Wasser findet immer wieder den Weg aufs Deck.

Im Osten zieht langsam die Helligkeit des neuen Tages herauf, rötlich schimmernd lässt sie nicht Gutes erahnen. In einer fernen Wolke im Nordosten zucken jede Menge Blitze herum. Das ist nur der Anfang von dem, was die Wetterküche anscheinend für uns vorbereitet hat.

Bei Windfinder sah das nicht so dramatisch aus

Bei Windfinder sah das nicht so dramatisch aus

Dabei ist es irgendwie immer dasselbe. Vor so einer langen Fahrt vergleicht man alle Wetterberichte, wägt ab, ob und wann es losgehen soll, vielleicht manchmal mit der berühmten rosaroten Brille. Die müssen wohl auch wir beim Studieren der gestrigen Wetterkarten angehabt haben. Statt die schlechtmöglichste Wetterprognose von dem italienischen Anbieter Lama Rete anzunehmen, haben wir uns an den guten Prognosen verschiedener anderer Wetterdienste für unser Fahrgebiet erfreut.

Für halb fünf den Wecker gestellt, schnell noch Nico Gassi geführt und die Segel gesetzt. Der salzige Strich durch die Rechnung kam postwendend mit den hohen Wellen. Die Konsequenz ebenfalls. Was zuviel ist, ist zuviel, mit “eingekniffenem Schwanz” drehen wir um und verschieben die Überfahrt nach Frankreich bis auf Weiteres.

Was kann man daraus lernen? Bisher haben wir uns oft auf den Wetterbericht des italienischen Anbieters Lamma Räte verlassen (http://www.lamma.rete.toscana.it/mare/modelli/vento-e-mare). Bietet er doch auch, als einer der wenigen Wetterdienste, Vorhersagen auch für kleinräumige Gebiete im Mittelmeer an, inklusive Wellenprognose. Zudem sah es auch bei anderen Anbieter so aus, als würde sich für das Gebiet der Rhônemündung eine Mistrallage ankündigen. Diesen Aspekt haben wir unterschätzt. Das ist zwar relativ weit weg, würde aber die zum Wind überproportional hohen Wellen erklären. Und das am Anfang der Starkwindphase!

Die Vorhersage für Samstag (brrrr)

Die Vorhersage für Samstag (brrrr)

Wenn man beide Faktoren betrachtet, zum einen die schlechte Vorhersage für unser Seegebiet und die negative Entwicklung im Löwengolf, hätten wir besser von dem Versuch der Überfahrt Abstand genommen. So ist es halt, Versuch macht eben nicht immer klug (oder vielleicht doch) und gut, dass wir nicht erst auf halbem Weg von der negativen Wetterentwicklung überrascht worden sind, sondern am Anfang. Der Wind pfeift durch die Takelage, alles ist aufgeklart und ein paar Stunden Schlaf sind schon nachgeholt. Wir ankern in einer hübschen Bucht vor Calvi und warten ab, was wettermäßig so passiert.

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Pfui, Qualle

31. August 2015, Montag, Baro 1012, sonnig, warm, Wind W um 5, nach zehn Minuten NW um 2
Galéria 11:15 – Calvi 19:00, 15 sm

Kühe - mit Appetit auf Pizza?

Kühe – mit Appetit auf Pizza?

Heute morgen war nicht nur eine Kuh auf der Straße, nein zwei Mutterkühe standen mit zwei Kälbchen direkt vor der Pizzeria. Nico hat sich die Kälbchen angeschaut: “Ob man mit denen wohl spielen kann?” Als sich dann aber eines auf ihn zubewegt hat, ist er doch lieber abgehauen, das war ihm anscheinend zu groß (im Gegensatz zu den zu kleinen Geckos auf den Îles Sanguinaires).

Kaum sind wir – mit einem frischen Baguette – zurück an Bord, schon heißt es wieder: “Anker auf!”, denn es weht ein frischer Westwind, und den wollen wir ja nicht verpassen. Leider ist das auch wieder nur ein thermischer Wind, der hier in die Bucht hinein weht, denn nach zehn Minuten ist der Zauber vorbei und wir fahren gerade mal noch 3,5 Knoten bei vier Knoten Wind! Das bleibt den ganzen Tag so, mal ein bisschen mehr, mal gar kein Wind, aber wir haben es heute auch nicht eilig, es sind nur 15 Meilen bis Calvi und wir haben den ganzen Tag Zeit.

An einem wunderschönen Felsen möchte Volker schnorcheln gehen, und nach Fischen schauen, er nimmt sogar extra die GoPro mit zum Filmen (wenn ich den Film geschnitten habe, kommt hier der Link hin). Leider sind an der Kante nicht so viele Fische, wir wollen es später nochmal probieren. Das machen wir auch, zwischendurch haben wir mehrere Badestopps einlegen müssen, denn bei dem leichten Wind ist es einfach zu heiß. Es waren auch keine richtigen Stopps, einer von uns ist bei leichter Fahrt an der Treppe ins Wasser gegangen und hat sich entweder ziehen lassen, oder man konnte es schaffen, genauso schnell zu schwimmen, wie das Boot fährt. Das geht aber nur bis maximal zwei Knoten Fahrt.

Kurz vor Calvi laden einige spektakuläre Felsen zum Schnorcheln ein, es sind auch mehrere Tauchboote da, vielleicht ein Garant, dass es eine gute Unterwasserszene gibt. Und tatsächlich gibt es hier Fische, kleine, die in großen Schwärmen herumschwimmen, und größere Barsche, die sich aber nicht so gerne filmen lassen. Leider gibt es auch ein paar Quallen, einer, die direkt vor sein Gesicht geschwommen ist, kann Volker noch ausweichen, aber die hinterhältige kleine, die an seinen Waden leckt, hat er nicht gesehen. Vom Boot aus sehe ich, dass er hektische Bewegungen macht, und dann ganz schnell verschwimmt, also motore ich in seine Richtung, um ihm den Weg zu verkürzen, ich habe mir schon gedacht, dass er mit einem unnetten Unterwasserwesen Kontakt hatte. Dank Liz’ und Keins Tipp, die Stelle mit einer Kreditkarte (wir nehmen den Schaber, mit dem wir die Muscheln vom Unterwasserschiff abschaben) an der getroffenen Stelle fest zu schaben, und dann mit Rasierschaum (wenn man den nicht hat, eben mit Seife) nachzubehandeln, wird es nicht so schlimm, es brennt noch ein wenig, ist aber abends wieder weg.

Reich verziertes Kreuz in der wunderschönen Kirsche auf der Bastion von Calvi

Reich verziertes Kreuz in der wunderschönen Kirsche auf der Bastion von Calvi

Wir ankern zuerst in einer kleinen Bucht, um schön mit Nico spazieren zu gehen, und fahren abends in die Bucht von Calvi, auch an die alte Stelle, wo aber jetzt deutlich weniger Ankerlieger sind.

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