Kurs Süd

Bewölkter Himmel, 25 Grad, der Wind pfeift durchs Rhonetal, die A 7 ist voll. Ferienmitte, die einen wollen nach Norden, Urlaubsende, die anderen wollen mach Süden. Wir gehören zu den Letzteren. Der Heimaturlaub ist zu Ende. Eine Woche waren wir in Darmstadt. Haben die kühlen Nächte genossen, die Sonne vermisst, dafür meinen Geburtstag im Kreise der Familie und mit vielen lieben Freunden gefeiert. Die letzten Jahre waren wir zu dem Ereignis immer segelnd unterwegs, meine erste Geburtstagsfeier seit 15 Jahren, genial. Larissa hat mit Johannes Cocktails geshaked, Spareribs haben auf dem Grill gebruzzelt. Mein Dank an die Gäste und Gratulanten, Ihr habt mir das Älterwerden versüßt 😉

Cornelia hat den ein oder anderen Job in der Firma gemacht, die Steuer wollte auch noch erledigt werden. Eine Woche geht schnell vorbei, die Zeit ist mal wieder nur so dahingeflogen.
Schneller Abschied, 1100 Kilometer lagen vor uns, Landschaft huscht flott vorbei, abgespult in 10 Stunden Fahrzeit, nahezu staufrei, Gott sei Dank.

Anspannung kurz vorm Ankommen, auf den letzten Kilometern: Der Moment, wenn man nach so einer langen Fahrt den (heimischen) Hafen und dann das Boot sieht, ist einfach magisch. Geht nicht nur uns so, da erzählen auch Segelfreunde von. Ist ja eigentlich klar, dass das Boot an seinem Platz liegt. Wo soll es sonst auch sein, aber dieser Moment, diese Anspannung, dieses Gefühl ist einfach da, immer und immer wieder. Seglers Freude – der Blick aufs schwimmende Zuhause.
Die Vorfreude war so groß, dass die Capitania beim schnellen Hundespaziergang über eine Fahrbahnschwelle gestolpert ist und lang hingeschlagen. Kniee, Schulter, Lippe und Handgelenk sind angeschlagen, so was blödes!

Jetzt mal seit langem wieder ein Wort zum Wetter. Es geht scheinbar doch noch anders als blau und heiß. Da gibt es zwei verschiedene Vorhersagen, die einen sprechen von Gewitter und Wetterturbulenzen von Freitag bis Samstag mit Starkwind. Die anderen sagen niedrigere Temperaturen vorraus, bei ansonsten stabilem Sommerwetter. Mal schauen, allein dass die Hitze weg ist, ist schon mal nicht schlecht. Fühlt sich fast an wie in Darmstadt, ein bisschen wärmer ist es schon und ganz viel Meer, rundrum.

Leider verpassen wir jetzt den baldigen Bundesligsaisonstart der Darmstädter Lilien. Es gab auch keine Dauerkarten mehr, nix mehr für das leider viel zu kleine Stadion, alles ausverkauft, und man kann halt leider nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Die Daumen werden am ersten Spieltag trotzdem kräftig gedrückt, hoffentlich von ganz vielen anderen auch.

Backwahn

Drei Tage liegen wir vor Anker, natürlich nicht vor Madagaskar, sondern vor Ste. Marguerite und haben glücklicherweise nicht die Pest, aber auch kein Brot mehr an Bord. Unser fertiges Backbrot haben wir vor ein paar Tagen im Ofen aufgebacken und aufgebraucht. Das alte Restbaguette von vorgestern ist baguettetypisch steinhart und kann allenfalls noch als Schlagstock verwendet werden (oder als Fischfutter). Der Schlagstock ist aber im Moment nicht gefragt.

Die Capitania, oder nennen wir sie in dem Falle besser die Bäckermeisterin Cornelia hat dann jedoch imageden rettenden Einfall und die glücklichen Hände. Nachdem der Vorratskeller durchforstet ist, kommen genügend Backzutaten an die Oberfläche, um daraus leckere Brötchen zu zaubern. Die Kombüse wird kurzerhand in eine Backstube umgewandelt. Schnell ist der Teig geknetet, der Ofen vorgeheizt und die Brötchen in Form gebracht. 20 Minuten später kann sich das Resultat mehr als sehen lassen. Einem feudalen Frühstück mit Spiegeleiern und frischen leckeren Brötchen steht nichts mehr im Weg. Skipper froh, Bäckermeisterin stolz, wir um eine lehrreiche Back-Erfahrung reicher. Da haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und werden in Zukunft öfter mal selbst backen und von den Ergebnissen berichten. Aber jetzt muss erstmal die Backstube vom Mehl befreit werden.

Von außen betrachtet

Das letzte Video, das wir von uns, der Umgebung oder unserem Schiff ins Netz gestellt haben, liegt schon ein paar Tage zurück. Mal war der Wind zu flau, mal der Seegang zu hoch, oder schlichtweg kein Internetz zum Einstellen da. Dabei hatten wir schon lange darüber nachgedacht, ein kleines Segelvideo, sozusagen von „Außen”, zu machen. Die Hexe in Fahrt unter vollen stolz geblähten Segeln, mit rauschender Bugwelle, dazu strahlender Sonnenschein und das Meer so blau, so blau. So schön, wie nur segeln sein kann!

Das Beiboot als Filmplattform, schnelle Szenenwechsel, den Motor kurz aufgedreht und schon wird aus einer anderen Perspektive gefilmt. Ganz so einfach war es dann doch nicht mit der Filmerei. Der Motor will bedient werden, der Wind soll stabil sein, das Beibbot schaukelt, die Kamera rutscht aus der Hand und wird von der Sicherungsleine gebremst. Mit anderen Worten, wir üben noch. Wenigstens strahlt die Sonne und das Meer ist blau, der Wind lässt leider schneller nach als gedacht. Spaß beim Filmen hatten wir reichlich und wünschen denselben auch beim Anschauen.

Schönwettersegeln mit der Hexe an der Côte d’Azur

Chez Brigitte

18. Juli 2015, Samstag, Baro 1012 – 1008, sonnig, sehr warm, Wind SW 12-18 kn
Cavalaire 12:00 – Canebiers 15:00 – St. Tropez 17:00, 18 sm

Mit dem schönsten Wind legen wir ab, kurz nachdem der Startschuss für die hiesige Regatta gefallen ist, segeln an den schönen Buchten vorbei, und versuchen, ein bisschen weiter aufs Meer hinaus zu kommen, weil nahe der Küste ein unglaublicher Verkehr herrscht. Klar, es ist einerseits Ferienzeit und auch noch Samstag, und sehr heiß, da geht alles aufs Wasser, was nur halbwegs schwimmen kann. Das Meer ist regelrecht aufgewühlt, die großen Motorboote machen auch echt hohe Wellen. Leider, in diesem Falle wirklich leider, ist es für uns ein Vorwindkurs Richtung St. Tropez, wo wir Monika und Karl und Sven von der Eos nochmal treffen wollen. Bei diesem Vorwindkurs haben die Segel und der Großbaum weniger Stabilität und wir müssen mehrfach an den Baum springen, um ihn festzuhalten, wenn die hohen Wellen kommen.

Wir lassen es uns nicht nehmen, und machen für einen kurzen Landausflug mit dem Hund und einem Badestopp in der “Brigitte-Bardot-Bucht” fest, wie dieBay des Canebiers im Volksmund heißt. Sie hat mit ihren Eltern in St. Tropez gewohnt, und war wohl oft hier am Strand und auf dem Wasser. Da sind wir zwar auch nicht allein, aber es ist genügend Platz für alle Boote da. Nico legt sich am Strand erstmal eine Viertelstunde ins Wassser, das kühlt den kleinen Hundebauch ab. Auch ich schwimme ein paar Runden um die Hexe, um mich abzukühlen.

Halb fünf holen wir den Anker hoch, um rechtzeitig um fünf Uhr an der Hafeneinfahrt zu sein, denn Monika hat uns einen Platz reserviert, den wir ab fünf Uhr besetzen können. Das klappt auch vorzüglich, ich melde mich auf Kanal 9 bei dem “Port de St. Tropez”, sage, dass ich die Hexe bin, und unsere Freunde uns einen Platz reserviert haben, und schon haben wir Steg A, Platz 61, den gleichen, wie vor sechs Wochen mit Eric und Nany.

Es folgt ein Begrüßungsbier mit Sven, der zufällig auf unseren Steg herumgeschlendert ist, eine ausgiebige Dusche für die Hexe und für uns, päter sitzen wir bei der Eos im Cockpit und schlendern, an den Megayachten vorbei zum späten Abendessen bei Bruno, leider waren in der Pizzeria draußen alle Tische besetzt, aber direkt beim Pizzaofen gab es noch einen. Da mussten wir wenigstens nicht frieren.
Monika und Karl kennen hier alles, sie entführen uns noch in eine schöne Bar, Sven verabschiedet sich früher, um ein paar Freunde zu treffen, und ist auch erst heute morgen um viertel vor sieben ins Bett gegangen, ja, wenn man jung ist…

Zurück zu den Wurzeln

Gestern war, rein seglerisch betrachtet, mal wieder nichts los. Ein leichter thermischer Wind früh am Morgen, ab 12 Uhr absolute Flaute. Dazu ballerte die Sonne gnadenlos von Himmel. Um 10 Uhr sind wir noch optimistisch und mit Spinnaker in die Richtung von St. Tropez gesegelt. Alles lief gut, wir haben uns am Wind erfreut und gefreut, doch dann, schwuppdiwupp, so als ob jemand den Gebläseschalter ausschaltet, war es vorbei mit dem Wind. Der Spinnaker hängt schlapp vorm Mast und das Großsegel schlägt hilflos hin und her. Zeit, die Segel zu bergen. Motor an. Die nächste Ankerbucht liegt keine 10 Minuten querab von Kurs, ihr wohlkilngender Name, “Pointe des deux frères”. Der Ankerplatz ist noch schöner, als der Name klingt. Die Unterwasserwelt ist sehr aufregend, es gibt viele Fische an der steil abfallenden Küste zu sehen, Seeigel zum Greifen nah und formschöne Vulkanfelsen.

Doch ein Platz für die Nacht ist dieser Ankerplatz nicht, der Abstand zu den Felsen beträgt gerade mal 20 Meter. Wenn da der Anker nicht hält, gibt es wenig Zeit zum Reagieren. Deshalb verholen wir uns, leider unter Motor, weil der Wind weiterhin streikt, in die weitläufige Bucht von Agay. Ein kurzer Landgang in den Ort und zum Supermarkt genügen, am Abend grillt der Lotusgrill, leckere Fleisch-/Wurstspieße gibt es für mich und Lammkoteletts für die Capitania. Abends setzt dann zur angenehmen Durchlüftung ein kühler Wind aus den Bergen ein, der die Hitze des Tages wohltuend vertreibt. Das ist so ein Ding, es wird jeden Tag ein bisschen heißer, wir sind jetzt bei 35 Grad im Schatten angelangt. Morgen soll sogar das Thermometer auf 38 Grad klettern. Keine Wolke bietet der glühenden Sonne Einhalt. Sommer im und am Mittelmeer.

Heute Morgen hat sich dann der Wind zurückgemeldet und das nicht nur für ein paar Stunden, den ganzen Tag durch weht ein konstanter schöner Segelwind. Segeln vom Feinsten. Nach einem Anker- und Badestopp in der Bucht von Cavalaire machen wir abends an einer Mooringboje nahe bei der Stadt fest. Der rostige Schäkel der Bojenfestmacherleine hinterlässt leider eine unschöne Schramme in unserem Gelcoat. Ärgerlich!

Nach einem Bummel durch die quirlige kleine Stadt gibt es eine Erfrischung in einer Bar. Cavalaire ist sozusagen meine “fahrtenseglerische Heimat”. Als ich vor ca. 30 Jahren mit Stefan noch aktiv Regatten im 505 (eine sportliche Segeljolle) gesegelt bin, hatten seine Eltern ein schönes Fahrtensegelschiff, eine Etap 28, in Cavalaire liegen. Mit der auch wir jungen “Wilden” dankenswerterweise häufig auf ausgedehnten Segeltouren unterwegs sein durften. Ich verbinde sehr schöne Erlebnisse mit dem Boot. Lange Zeit noch lag das Schiff in Cavalaire, vor ein paar Jahren haben meine Freunde Wolfgang und Harry die mittlerweile in die Jahre gekommene Etap 28 gekauft und segeln damit jetzt am Ijsselmeer. Ich weiß, dass das Boot bei den beiden in guten Händen ist.

Cavalaire ist ein bißchen rummeliger geworden, viele Jetskis, viele Leihmotorboote, viele Strandkats, Kirmes am Ufer, Modegeschäfte in der Innenstadt und zahlreiche Restaurants an der Uferpromenade. Aber die wirklich beste Nachricht ist, dass auch in den nächsten Tagen, trotz Hitzeperiode, ein frischer Wind wehen soll. Vorbei sind die flauen Tage, Segel hoch, der Motor hat Pause.

14. Juli 2015, Dienstag, französischer Nationalfeiertag, Baro 1009, morgens bewölkt, dann wieder sonnig und warm, Wind SO 3-2
Cannes 10:30 – Cannes 17:30 Uhr, 18 sm

Zum ersten Mal werde ich morgens ermahnt, den Hund doch bitte an die Leine zu nehmen, klar, heute ist ja der 14. Juli, und vor dem Rathaus stehen Absperrungen und Stühle und ein Mikrophon, das gibt später bestimmt einen offiziellen patriotischen Akt. Die freundliche Polizistin, die mich angesprochen hatte, gibt auch Auskunft: “Ja, um 10:30 Uhr geht es los!”

In der Stadt merkt man aber nichts vom Feiertag, der Metzger und die Bäcker und der Spar-Supermarkt haben ganz normal geöffnet und auf dem Markt herrscht – wie immer – geschäftiges Treiben. Zu dieser Jahreszeit ist es wirklich eine Augenweide, an den vielen Obst- und Gemüseständen vorbeizuschlendern. Da liegen Fenchel, Paprika, Auberginen, Zucchini, und alle Formen von Tomaten neben den ganz großen Artischoken, die leider ein schlechtes Gemüse für die Bordküche sind, weil man sie so ewig lange kochen muss, dabei das Boot aufheizt und viel Gas verbraucht. Am nächsten Stand gibt es ganz frischen Spinatsalat, davon muss ich was mitnehmen, und Koriander und Petersilie und Basilikum und Schnittlauch, alles riecht so gut. Die dicken gelb- und weißfleischigen französischen Pfirsiche liegen neben den leckeren Aprikosen, es gibt kleine Schälchen mit Brom-, Him-, Stachel- und Johannisbeeren, sündhaft teuer, und nicht zu vergessen, die fast schwarzen süßen Kirschen.

Zurück auf dem Boot hat der Skipper festgestellt, dass ausnahmsweise mal der Wind weht, also heißt es: geschwind ablegen, Segel hoch und los geht es. Beim traditionellen Segelfrühstück, das bedeutet, dass wir unten Brote zubereiten, und sie dann im Cockpit verzehren, philosophiere ich darüber, wie viel angenehmer es ist, hier, im warmen Mittelmeersommer Nutellabrote zu schmieren als in den kalten nördlichen Gefilden, wo man immer mit der Butter känpfen muss, bis sie sich gleichmäßig auf das natürlich hier auch viel leckerere Baguette streichen lässt. Sogar die Nutella muss in den Kühlschrank!

Zweieinhalb Stunden Halbwindkurs bei leichtem Wind, um 13:00 dann die Wende, und bei leider abnehmendem Wind wieder mit Halbwind zurück. Kleiner Badestopp, d.h. eigentlich kein Stopp, unter Segeln halten wir uns an der Badeleiter fest und lassen uns vom Boot nachziehen, natürlich immer nur einer, der andere bleibt an Bord.
An der Nordseite von Ste. Marguerite ankern wir für einen kleinen Landausflug, der Hund muss dringend mal spazieren gehen, das macht auf der Insel viel mehr Spaß, als in dem kleinen Park in der Stadt. Wir gehen nochmal schwimmen, halten Ausschau nach Quallen und Fischen, bevor wir gegen sechs in den Hafen zurück fahren, damit wir für das große Feuerwerk einen guten Platz ergattern können.

Die Franzosen feiern ja bekanntlich am 14. Juli einerseits den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789, sozusagen den Beginn der französischen Revolution, als die Bürger von Paris wegen der ins astronomische steigenden Brotpreise sich gegen absolute Monarchie erhoben. Der Marie Antoinette, Ehefrau von Louis XVI. und damit Königin von Frankreich zugeschrieben Spruch: “Wenn die Leute kein Brot haben, warum essen sie dann keinen Kuchen?”, stammt wohl nicht von ihr, aber die Monarchie war durch unglaubliche Prunk- und Verschwendungssucht so weit von der bürgerlichen Menge entfernt, dass die Revolution erst möglich wurde.
Auch das Föderationsfest, abgehalten am 1. Jahrestag des Sturms auf die Bastille, bei dem der König einen feierlichen Eid auf die Nation ablegte, konnte die Revolution nicht aufhalten. UndNapoleon hat diese dann sowieso wieder für seine Machtzwecke missbraucht, wie der Lauf der Geschichte halt so geht. Übrigens sind wir bei unserem kleinen Landausflug von Grasse aus auf der “Route Napoleon” gefahren, eben jener Straße, die Napoleon nahm, als er von Elba ausgerissen war, um nach Paris zurückzukehren, um dann sein “Waterloo” zu erleben…

Das Feuerwerk war von asserbeidschanischen Pyro-Experten gestaltet worden und wunderschön.

ZIVILCOURAGE

war bei meinen Eltern ein ganz großes Thema. Zivilcourage zeigte man, wenn man den Mund auch in unangenehmen Situationen aufmachte, wenn man sich traute, gegen den Strom zu schwimmen, oder einfach nur keine Ungerechtigkeiten unbeachtet ließ. Heute hat Volker genau diese Zivilcourage bewiesen, und großes Lob von ganz vielen Leuten eingeheimst, von Franzosen, Italienern und Engländern, und natürlich von mir.

Das kam so: Nach einem fleißigen Tag, Volker mit Politur und Wachs und ich am Computer, haben wir am späten Nachmittag beschlossen, uns noch eine Stunde am Strand und ein Bad im nicht mehr kühlen Mittelmeer zu gönnen. Ich springe auch immer gleich ins Wasser, sowie wir am Strand angekommen sind, und Volker spielt David (H), während er erst kurz vor dem Heimweg schwimmt und ich die Pamela gebe.

Als ich zurückkomme vom Schwimmern, hat Volker schon ein italienisches Ehepaar auf dem Kieker, das ganz unten am Wasser lag, man konnte sozusagen nicht anders, als sie beim Blick aufs blaue blaue Meer wahrzunehmen. Zuerst schrie die Mutter ziemlich hysterisch in ihr Telefon, daraufhin kam wohl die (fast erwachsene) Tochter von irgendwoher angetrabt. Als Begrüßung hat die Mutter der Tochter zunächst mal eine schallende Ohrfeige gegeben. Als sie aber dann fortfuhr, und die Tochter mit ihren Schlappen schlug und schließlich auch noch boxte, wurde es Volker zuviel.

Er stand von seinem Handtuch auf, ging zu der Familie und schrie die Mutter auf englisch an, dass sie gefälligst aufhören solle, ihre Tochter hier in der Öffentlichkeit vor allen Augen zu schlagen, das sei unerhört. Die Mutter wurde noch wütender und schrie zurück, er solle sich zum Teufel scheren, und das ginge ihn gar nichts an. „Das geht uns sehr wohl etwas an, wir müssen ja alle hier zusehen!“, erwiderte Volker, und der Vater, der bisher eher teilnahmslos dabei gestanden hatte, pflichtete Volker auch noch bei. Die Tochter wirkte, als sei sie solches durchaus gewöhnt, was die ganze Situation natürlich nicht besser machte.

Nun kamen schon Stimmen von den anderen Sonnenbadenden, die zu Volker sagten, wie Recht er habe, und dass das unmöglich sei. Schließlich waren hier auch viele Kinder am Strand, die das mit ansehen mussten. Schlussendlich hat die Mutter aufgegeben, die Familie hat ihre Sachen gepackt und ist vom Strand weggegangen. Mehrere Leute kamen daraufhin bei Volker vorbei und haben ihn ob der Aktion gelobt, wie gut er das gemacht habe. Selbst als wir nach dem Strand im Lieblingspub noch ein Bier getrunken haben, kam eine Familie vorbei, reckte die Daumen in die Höhe und meinte: „Richtig so!“

Der Werner, mein Vater, hätte es Zivilcourage genannt.

Hoch hinaus und tief hinunter – nur Grasse enttäuscht

Am Ende standen heute 285 gefahrene Kilometer bei einer Fahrzeit von 5 Stunden und 51 Minuten auf dem Tacho, der magere Durchschnitt, 49 Kilometer pro Stunde mit dem Auto.

Der Bus bringt Allegra und Leonard zum Flughafen
Der Bus bringt Allegra und Leonard zum Flughafen

Kleiner Zeitsprung – nachdem vor zwei Tagen Allegra und Leonard die Heimreise angetreten hatten, haben wir gestern einen Großwaschtag eingelegt und die Hexe innen und außen so richtig auf Vordermann gebracht. Vier Maschinen Wäsche gewaschen, das Deck gereinigt, poliert und gewachst, den Teppich grundgereinigt und kleine Reparaturen durchgeführt.

Der Mineralwasserautomat am Hafen von Cannes, ein super Service
Der Mineralwasserautomat am Hafen von Cannes, ein super Service

Das Ganze bei 34 Grad im Schatten, die Außendusche und Kaltgetränke waren heiß begehrt. Im Hafen gibt es jetzt neuerdings einen Getränkeautomat, wo man sich seine Mineralwasserflaschen mit richtig kaltem „bizzeligen” oder „platten” Wasser auffüllen kann.

Dafür stand dann heute ein Ausflug auf der Tagesordnung. War nur die Frage, ob mit dem Auto oder im  Rahmen eines Hubschrauberrundflugs. Nachdem wir die Preisliste für den Helikopterflug gesehen haben, ist das Pendel deutlich zum Auto hin ausgeschlagen.

Der Canyon schlängelt sich durch schroffe Bergketten
Der Canyon schlängelt sich durch schroffe Bergketten

Ziel waren die Gorges du Verdon, die größte, höchste, längste und steilste Schlucht, auch bekannt als der Grand Canyon von Europa. 100 Kilometer nordwestlich von Cannes liegt diese berühmte Schlucht, durch deren Mitte der Fluss Verdon strömt, mal ruhig dahinfließen und auch an machen Stellen wild reißend.

mit kleinen Booten darauf
mit kleinen Booten darauf
Großartiger Ausblick
Großartiger Ausblick
Faszinierende Landschaften
Faszinierende Landschaften
Tiefe Einschnitte trennen die zerklüfteten Höhen
Tiefe Einschnitte trennen die zerklüfteten Höhen
Steinlawinen haben tiefe Einschnitte hinterlassen
Steinlawinen haben tiefe Einschnitte hinterlassen

 

Ein idyllisches Bergdorf
Ein idyllisches Bergdorf

Spektakuläre Landschaft insgesamt, steil abfallende Felswände, Nadelbäume die sich mit ihren Wurzeln, Halt suchend, in den Fels krallen, dazwischen kleine einsame Ortschaften. Die Straße ist oft gerade nur so breit, dass zwei Autos eben so aneinander vorbeipassen, serpentinenartige Kurven, steile Steigungen und dunkle Tunnels. Es wird geklettert, mit dem Bungeeseil von Brücken gesprungen, im Wildwasser geschwommen und natürlich Rennrad gefahren.

Der Lac du Ste. Croix
Der Lac du Ste. Croix

Und dann liegt sie plötzlich da, eine Hochebene mit Landwirtschaft, das Ende der Schlucht und der kristallblau schimmernde Lac de Ste. Croix, ein riesiger Bergstausee.

Ein Bad im eiskalten Gebirgsee
Ein Bad im eiskalten Gebirgsee

Auf dem Rückweg haben wir uns den Spaß gemacht, und im 12 Grad kalten Bergbach gebadet.

Dann sollte eigentlich, zumindest für Cornelia, der Höhepunkt des Tages folgen, ein Besuch in der Stadt des Parfüms.

Die (leider verschlossene) Tür zur Kathedrale ist wunderschön verziert
Die (leider verschlossene) Tür zur Kathedrale ist wunderschön verziert
Alle Schwesterstädte sind im Parfümgarten aufgezählt, und alle fünf Minuten wird dort ein Duft ausgeströmt
Alle Schwesterstädte sind im Parfümgarten aufgezählt, und alle fünf Minuten wird dort ein Duft ausgeströmt
Martialisches Gitter am Hotel de Ville
Martialisches Gitter am Hotel de Ville

Nach gefühlt gefahrenen 1000 engen Kurven kamen wir in Grasse an. Jener Ort, in dem das fulminante Ende von „Das Parfüm“ von Patrick Süsskind spielt. Ein Bestseller als Buch und ein Erfolgsfilm in den Kinos.

… oder hinter jener?
… oder hinter jener?
Hierin hat Nico gebadet, und das Gemäuer ist auch eine Filmkulisse wert
Hierin hat Nico gebadet, und das Gemäuer ist auch eine Filmkulisse wert

(Ich habe den Platz gesucht, auf dem der fulminante Höhepunkt des Films spielt, als Grenouille, bereits zum Tode verurteilt für die Morde an den schönen Mädchen, deren Duft er in seinem Parfüm konserviert, durch eben diesen Duft eine Orgie provoziert, an die sich am nächsten Tag keiner mehr erinnern mag, so dass er begnadigt wird. Das muss der Platz vor der Kathedrale sein, aber im Film wirkt er viel weiter und mächtiger als in der Wirklichkeit…)

Hier könnte Grenouille zuschlagen…
Hier könnte Grenouille zuschlagen…

Nach einem kurzen Bummel durch Grasse waren wir uns beide einig, dass diese Stadt doch nicht so schön wie gedacht ist. Der erbarmungslose Zerfall von Gebäuden, lieblos gestaltete öffentliche Plätze und der fehlende Charme, vermitteln ein anderes Bild von dieser Stadt als „Das Parfüm“. Schade.

Die "Seifen-Rohlinge" warten auf eine liebevolle Weiterverarbeitung
Die “Seifen-Rohlinge” warten auf eine liebevolle Weiterverarbeitung
Das Parfümlabor bei Fragonard
Das Parfümlabor bei Fragonard

Umso beeindruckter waren wir von der Parfümerie Fragonard. Hier konnten wir uns in der Ausstellung und in den Produktionshallen ein Bild davon machen, wie Parfum, Cremes und Seife hergestellt werden. Kurzweilig und interessant. Und ein Erlebnis für die Nase!

So schön sehen die fertigen Produkte im Regal aus
So schön sehen die fertigen Produkte im Regal aus

Hinterher im Auto war es uns fast zuviel, was da alles noch an Geruchsstoffen auf unserer Haut herumkroch, so viel haben wir ausprobiert.

Die letzten 10 Kilometer nach Cannes verliefen unspektakulär, insgesamt waren wir neun Stunden unterwegs gewesen und kehrten um viele Eindrücke reicher zum Boot zurück.

Ein Blick ins Dach der Jurte
Ein Blick ins Dach der Jurte
Alleine schwingt die Schaukel nur halb so gut
Alleine schwingt die Schaukel nur halb so gut

Was gab es sonst noch so? In Cannes fand vor zwei Tagen, abends ein Fischerstechen statt. Im Hafen wirbt Kasachstan um Touristen und hat dazu eine original kasachische Jurte aufgestellt. Ein großes Zelt, errichtet auf einem Gerüst von unzähligen Holzstöcken, mit verzierten Fellen bedeckt. Die Jurte dient den wandernden Nomaden noch heute als Zuhause. Vor dem Zelt gibt es eine Schaukel für zwei, mit einem langen Holzbrett, das an zwei Seilen aufgehangen ist, und die nur dann in „Schwung gerät“, wenn beide Schaukelnde sich in Eintracht bewegen. Wir haben es ausprobiert und nach einer Weile hatten wir den Dreh raus, die Eintracht auf der Schaukel.

links: Bonnie, rechts, müde: Clyde
links: Bonnie, rechts, müde: Clyde

Gestern Abend haben wir im Pub dann noch Bonnie und Clyde getroffen, nicht als Gangsterduo, sondern als liebe Vierpfoter. Kleine Jack Russels, jung, verspielt und ganz süß. Nico hatte kein Interesse an dem Jungvolk und lieber demonstrativ unter dem Kneipentisch weitergeschlafen.

Rheinschnoacken

gibt es an der Côte sicher nicht. Doch auch die Stiche der hiesigen Plagegeister sind nicht von schlechten Eltern. Bei Einbruch der Dunkelheit kommt der stechende Angriff. Deshalb gibt es jetzt mal eine kleine Übersicht mit den Orten, wo es mal mehr oder wenig lästig ist, mit den Steckmücken:

– Fontvielle/Monaco ist stechmückenfrei

– Ankerbuchten um Cap-Ferrat, wenig Stechmücken, wenn überhaupt, nur bei ablandigem Wind, der die Plagen auf den Ankerplatz weht

– Ankerbuchten bei Juan-les-Pin, sehr starke Stechmückenaktivität, die kommen sogar bei Gegenwind in Massen zum Schiff geflogen. Ohne Mückennetz ist man verloren

– Nizza, wir wurden nicht gestochen

– Cannes, auch dort hat uns bis jetzt keiner dieser Blutsauger erwischt

– Antibes, dort ist ein Mückennetz mehr als nützlich.

Generell ist es bei uns so, dass alle Dachluken mit gut funktionieren Mückenrollos ausgestattet sind. Die seitlichen Aufbaufenster sind dagegen gut zum Querlüften, haben aber kein Mückenschutz. Für den Eingang/Niedergang haben wir ein großes Mückennetz angefertigt. Ohne geöffnete Seitenfenster bleibt es dennoch ziemlich warm innendrin. So gesehen bleiben nicht so viele Varianten übrig. Entweder eine gute Lüftung mit Mücken, oder das nächtliche Bad “im eigenen Saft”, dafür ohne juckende Stiche. Die diversen Mittelchen zum Einsprühen oder Einreiben wirken nur für eine begrenzte Zeit gegen die surrenden Plagen und die Nacht ist länger als deren Wirkdauer. Wenn dann nach Stich nichts anderes hilft, haben wir gegen stark juckende oder entzündete Stiche eine wirksame Cortisonsalbe in unserer gut ausgestatteten Bordapotheke.

An unserem heutigen Ankerplatz hatten wir viele kleine Feuerquallen im Wasser, Lila bis rosa schimmernd, mit Tentakeln ca. 20 Zenimenter groß, treiben diese unliebsamen Genossinnen an unserem Schiff vorbei. Bereits in der gestrigen Ankerbucht wurden wir, ob gewollt oder ungewollt sei einmal dahingestellt, Zeuge, wie zwei ältere französische Herrschaften angeschwemmte Medusen mit gezielten Steinwürfen töteten. Nicht schön, aber wer will schon den schmerzenden Kontakt damit haben.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Lärm an der Wasseroberfläche die Quallen zum Abtauchen animiert. Außerdem sind sie mit Tauchermaske und Schnorchel gut in dem klaren Meerwasser auszumachen. Wir gehen also weiterhin schwimmen, einer scannt die Wasseroberfläche von Bord aus und der im Wasser ist, passt eben so gut auf, wie es geht. Vielleicht gibt es zwischen den beiden Inseln, Iles des Lerins, aber so viele Feuerquallen, weil es dort auch eine permanente Strömung in die eine oder andere Richtung gibt.

Die letzte Nacht haben wir in Antibes verbracht, die kleine gemütliche Altstadt erkundet, die ist wirklich nicht so groß, dafür superschön, sozusagen ein Must see, (vor allem der Platz am Markt morgens früh, mit seinen schönen Gemüse-, Käse- und Olivenständen).

Wir haben lecker an einem schönen Platz gegessen und bei einem nächtlichen Bummel noch die Meggayachten am “Quai des Millardaires” bestaunt. Die dort festgemachten Yachten sind wirklich die Show und gehören mit zu den größten Privatyachten auf diesem Planeten. Über den zur Schau gestellten Reichtum kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein, die teilweise sehr schönen Linien und Designelemente dieser Meeresschönheiten finde ich jedoch ansprechend.

Soviel von der französichen Riviera, mit sonnigen Grüßen von der ganzen Hexencrew.

Glatt verwechselt

Strandleben mitten in Nizza
Strandleben mitten in Nizza
Ein schöner Blick vom Hügel aus
Ein schöner Blick vom Hügel aus
Die Ruinen einer römischen Kirche hoch auf dem Hügel über Nizza
Die Ruinen einer römischen Kirche hoch auf dem Hügel über Nizza

Zwei Tage, zwei Nächte in Nizza, das bedeutet Abwechslung mit Stadtbesichtigung und Kneipenbesuch, aber auch Verkehr- und Baustellenlärm, dazu eine bleierne Hitze, die über der Stadt und der Umgebung liegt. Zwischen 12 und 18 Uhr sind die Gassen leergefegt, die Restaurants verwaist, nur am Strand tobt das Leben. Wie die berühmten Sardinen liegen die Sonnenanbeter im Sand, nebeneinander. Kinder jauchzen im Wasser, spielend. Einzelne hängen an Gleitschirmen hoch über dem Meer, werden von PS-starken Motorbooten gezogen, andere versuchen sich im Wellenreiten. Normales Strandleben, Ferienzeit, Sommerzeit.

Nourrissante, ja aber schon unter der Dusche
Nourrissante, ja aber schon unter der Dusche

Letzte Woche waren wir beide in einem kleinen Supermarkt und haben zielsicher dank unserer guten französischen Sprachkenntnisse eine große Flasche Körperlotion erworben. Die von der Sonne strapazierte Haut will doch eingecremt und gepflegt werden. Das einzige, was uns so ein bisschen verwundert hat, war die anfänglich schaumige Struktur der Creme beim Einreiben. Aber sonst fühlte sich das Ergebnis gut an. Heute Morgen kommt mir Löwi auf dem Steg entgegen, mit besagter Creme in der Hand. Fröhlich pfeifend auf dem Weg zur Dusche. Da kam natürlich sofort mein Einwand, dass Mann mit der Körperlotion schlecht duschen kann. Was dann folgte, war eher eine kleine Schlappe für uns. Beim genaueren Studieren der Produktbeschreibung kam heraus, dass wir anstelle einer Creme PH-neutrales Duschzeug erworben haben. Gut, wenn man über sich selbst lachen kann.

Dann hat Leonard noch für einen kleinen Lacher gesorgt, als er auf dem Rückweg von der Dusche erst mal auf ein anderes Boot gegangen ist. Damit war er buchstäblich auf dem falschen Dampfer, was er sogleich bemerkte und sich, leise eine Entschuldigung murmelnd, schnell auf das richtige Schiff begab. Dass er dabei eine Bavaria mit unserer schönen Dehler verwechselt hat, sei nur nebenbei für die Seeleute gesagt.

Löwi am Ruder
Löwi am Ruder
So lässt es sich segeln
So lässt es sich segeln

Nachdem auch diese Verwechslung aufgelöst war, haben wir uns ziemlich schnell aus Nizza verabschiedet. Draußen auf dem Meer hatten wir dann glücklicherweise mal genügend Wind, um die Segel zu lüften. Schnell zeigte die Logge (der Geschwindigkeitsmesser bei Booten) bis zu sechs Knoten an, Rauschefahrt bei glatten Wasser. Kurz darauf haben wir “unsere” Ankerbucht bei St.-Jean-Cap-Ferrat erreicht, den Anker ausgebracht, die Segel aufklariert, die Solarpanele zur Sonne ausgerichtet, ein spätes Frühstück eingenommen und das kühle Nass genossen.

so kann man auch zum Strand paddeln
so kann man auch zum Strand paddeln

Mit dem kühlenden Wind und dem frischen Wasser steigt der Aktivitätspegel, Allegra und Leonard schnappen sich den Hund und rudern zum Strand, wir machen den Abwasch. Wassertemperatur 22 Grand, Lufttemperatur 33 Grad. Die langfristige Wettervorhersage für die nächsten zwei Wochen – absolut gleichbleibend, kein Regen, 15 Stunden Sonnenschein. Das Waldbrandrisiko steigt durch die langandauernde Trockenheit zunehmend.

Und noch eine Verwechselung: Als wir vor drei Tagen in der Bucht vor Anker lagen, hat Volker sich über die vielen Polen gewundert, die hier mit ihre Booten herum fahren. Dass an der Riviera viele Russen leben, war uns seit Cannes schon bewusst, aber dass diese Ecke von den Polen eingenommen ist?! Im Hafen von Monaco war dann fast jedes Boot polnisch…, nein, natürlich nicht, die monegassische Flagge ist wie die polnische, nur um 180 Grad gewendet!

Die polnische Flagge
Die polnische Flagge
und die monegassische
und die monegassische