Toilettenprobleme Teil 2

Nachdem vor ein paar Wochen der Geruchsfilter gerissen ist und durch ein Rohr als Provisorium von mir ersetzt wurde, waren einige Tage später neue Probleme aufgetreten, die für noch mehr Rätselraten sorgten. Der Abwassertank lief über, und die Handpumpe der Toilette lies sich immer schwieriger bewegen, manchmal schnellte die Pumpe unter Druck stehend regelrecht nach oben. Mir schwante nichts Gutes und wir bestellten bei SVB schon mal 6 Meter Abwasserschlauch, rein vorsorglich, versteht sich.

Da müssen neue Schläuche her…

Vor drei Tagen lief dann die Toilette randvoll und lies sich weder durch gutes Zureden noch durch Gewalt leer pumpen. Ich schlief danach nachts schlecht, und meine Gedanken kreisten fast ausschliesslich um unser Toilettenproblem. Ist der Fäkalientank voll, ist der Schlauch nur an einer Stelle verstopft, welcher Schlauch ist zugesetzt, ist das Überdruckventil kaputt – Fragen über Fragen und keine Antworten. Die Anspannung in mir stieg fühlbar an. Gestern bin ich dann zu unserem Freund Kees gepilgert und habe ihn um seelischen und handwerklichen Beistand gebeten. Nachmittags um 15 Uhr gingen wir ans Werk, kurz vor 20 Uhr waren wir schlauer, auch etwas weiter, wenn auch noch nicht fertig. Der Auslassschlauch, der vom Boden des Fäkalientanks zum Seeventil hinabführt, ist komplett verkalkt, bzw. mit Urinstein zugesetzt, den haben wir als erstes ausgetauscht. Danach haben wir noch den Kunststoffbogen ausgebaut, in dem das Belüftungsventil eingeschraubt ist, auch dort war alles komplett dicht.

Der Inhalt des Schlauchs liegt auf dem Steg…

Heute früh stand ich um 7:30 Uhr wieder im Bad, und es gelang mir, die zum Fäkalientank aufsteigenden Schläuche, mit Gewalt und Ausdauer auszubauen. Das gleiche Resultat wie gestern, auch diese Schläuche sind voll mit Urinstein und Kalk. Ich folgte dem Rat von Ralf und hämmerte auf einem der Schläuche rum: Es kamen über 3 Kilo Urinstein auf anderthalb Meter Schlauch zusammen. Kein Wunder, dass die komplette Toilettenanlage verstopft war.

Kurz darauf kam Kees und half mir mit Rat und Tat beim Einbau der neuen aufsteigenden Abwasserschläuche. Die mussten zum Teil um Ecken gebogen werden, so schnell, wie es sich jetzt liest, ging es schon garnicht. Zu guter letzt haben wir noch ein paar Versuche gebraucht, bis die Handpumpe wieder dicht war. Jetzt funktioniert unsere Toilettenanlage einwandfrei und wir werden, auf Empfehlung vieler, das ganze System regelmäßig mit Essigreiniger spülen, damit es sich nicht mehr so zusetzt. Tausend Dank Kees, für Deinen Rat, Deine tatkräftige Mithilfe und Deine Geduld!!!

Gäste an Bord

Glückliche Gesichter mit sattem Bauch

Samstag sind wir bei grauem Wetter und sechs bis sieben Windstärken nach Hoorn gekreuzt, haben einen wunderschönen Abschiedsabend mit den Kindern in der Bar der Hoofdtoren, und dort gibt es endlich die allerbesten Spareribs.

Gestern war dann großer Besuchs-Sonntag. Als erstes kommen rechtzeitig zum Frühstück Allegra, Christian und Zoey an, große Premiere: Unser Enkelkind ist an Bord! Und sie fand es großartig, nur dass natürlich immer jemand hinter ihr her sein muss, damit sie nicht vor lauter Begeisterung für die quakenden Enten selber im Wasser landet!

Das Enkelkind erobert das Boot

Dann hatte es sich, auch dank des Artikels über die „Hexe“ im Hoornblazer, der Vereinszeitung unseres hiesigen Segelvereins, herumgesprochen, was es mit dem großen Katamaran im Hafen auf sich hat, und einige Mitglieder des Vereins kamen zur Besichtigung. Volker macht sehr gerne sehr informative Führungen auf unserem Boot.

Nachmittags kommen dann Petra und Axel an, die nun eine Woche mit uns segeln können, beide hatte wir ja schon – einzeln zwar – in Lanzarote zu Gast, das wird wieder eine sehr schöne Woche werden. Und dann gibt es ein Wiedersehen mit Ingrid und Detlef, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, Detlef hat uns ganz zu Anfang unserer Reise 2014 von Cherbourg bis Concarneau begleitet. Und Ingrid hatte wir noch länger nicht mehr gesehen, das gab ein großes Hallo. nach so vielen Jahren freuen wir uns natürlich alle über das Wiedersehen und es gibt unendlich viel zu erzählen! Mit Tochter Saskia und Schwiegersohn Sebastian machen Detlef und Ingrid eine Urlaubswoche auf dem Ijsselmer.

Das Highlight des Tages: Ein Künstlerbuch von Ingrid
Killepitsch für die satten Mägen

Abends grillen wir alle zusammen auf der Hexe, dazu kommen auch Kees und Gre, denn Petra wollte sie auch sehr gerne treffen, außerdem gibt es immer auch für Kees (und, sehr zur Freude des Skippers nicht nur für ihn!) eine Flasche Düsseldorfer Killepitsch.

Es wird ein sehr geselliger Abend in unserem Cockpit, auch die kleine Zoey genießt die Aufmerksamkeit von so vielen netten Menschen, bevor sie gegen zehn Uhr hundemüde in ihr Campingbusbettchen fällt.

Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von Hoorn, motoren über das flache Ijsselmer nach Norden, in Workum wollen wir eine Nacht bleiben, Allegra und Christian haben dort einen Platz auf dem Camping It Soal gefunden. Ab der Schleuse Enkhuizen kommen die Fliegen, die lästigen kleinen Ijsselmerfliegen, die nichts tun, außer rumzusitzen, rumzuschwirren und die Menschen zu nerven. Sie stechen nicht einmal, und bis kurz vor Workum sind es Milliarden geworden, da hilft nur noch der Wasserschlauch und der Staubsauger.

Wir freuen uns sehr über ein Wiedersehen mit Hafenmeister Jan, und ganz besonders mit Carl-Martin, mit dem wir schon so viele schöne Bootsurlaube verbracht haben. Und das feiern wir – mal wieder  mit einem ordentlichen Grillmenü am Abend!

Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 2: Regatta den ganzen Tag

Freitag, 11. September 2020, Baro 1017,
bedeckt, später auch mal sonnig, kühl, Wind SW um 4
Vlieland 08:40 – 16:00 Enkhuizen, 53 sm

Noch grau am Morgen: Der Abschied von Vlieland

Start in Vlieland: Direkt vor uns fährt eine Dehler 36 aus dem Hafen, setzt – wie wir – direkt nach der Hafeneinfahrt das Großsegel, und los! Obwohl ein ganz leichter achterlicher Wind weht, überholen wir sie mit Leichtigkeit, der Skipper ist zufrieden.Nach und nach stehen die anderen Matrosen auf, Larissa muss ja immer früh schon mit Hund Nana raus, sie war wach und konnte beim Ablegen helfen.

Schnell im Watt, über 11 Knoten Geschwindigkeit!

10:25 Uhr sichten wir, leider auf der falschen Sandbank, neun Robben. Alle anderen Attraktionen haben ja auch ganz gut geklappt, sogar ein Hubschrauber über Vlieland wurde gesichtet! Der Strom beschleunigt die Hexe, die aber sowieso schnell segelt, an allen anderen Seglern können wir vorbei ziehen, sehr zur Freude des Skippers.

12:40 sind wir an der Schleuse Kornwerderzand, haben Glück, denn sofort geht die Brücke auf, und wir können direkt in de Schleusenkammer einfahren. Mit zwei anderen Booten werden wir hinunter auf Ijsselmerniveau geschleust, schnell werden wieder Segel gesetzt und abermals überholen wir eine Dehler 39 und eine X-Yacht, die Regatta ist eröffnet.

14:00 Uhr sind wir an Stavoren vorbei, der veränderliche Wind macht dem Skipper zu schaffen, denn wir haben hier mindestens drei Schiffe, die heimliche Regatta segeln, eben jene Dehler 39, die X 36 (der heimliche Favorit) und noch mindestens ein anderes Einrumpferboot. Volker kämpft gegen den schwachen Wind, aber nach Stavoren frischt der auf und nun ist der Kampf eindeutig gewonnen für den Skipper der Hexe.

Mit Sicht über alles: Die Hexe

Die „Leichtmatrosen“ vertreiben sich derweil die Zeit mit Kartenspielen im Warmen, das Ijsselmer ist flach genug, dass es auch den empfindlichsten Magen schont. Und im Boot ist es deutlich wärmer als draußen gegen den Wind. Wir haben ungefähr fünf Lagen Klamotten an, einschließlich Skihose und gefütterter Weste. Doch das Segeln macht großen Spaß und sobald wir angelegt haben und aus dem Wind sind, merkt man, dass es immer noch Spätsommer ist.

Im Buitenhaven in Enkhuizen bekommen wir auch wieder einen royalen Liegeplatz, längsseits an der „Vriendshap , die Freundschaft ist ein schöner großer Boter mit einem Schweizer Skipper, der leider auch wegen Corona über zu wenig Charterfahrten klagen kann.

Fast wie ein Bühnenbild

Enkhuizen präsentiert sich von seiner besten Seite, der Himmel ist fast wolkenlos, die Menschen sitzen in den Cafés und Restaurants, es ist Freitag Spätnachmittag / Abend, ein entspanntes Einläuten eines schönen Wochenendes scheint hier gegeben.

Enkhuizen

Gerade machen Volker und ich uns noch Gedanken über das Abendessen, da kommen die Kinder zurück vom „Landgang“, und meinen, sie hätten ganz viel Lust auf holländische Spareribs. Die besten, sagt Larissa, gab es doch früher in der Mastenbar am Companieshaven in Enkhuizen. Tatsächlich kann ich noch einen Tisch für uns organisieren, heute holländisch Aus-Essen!

Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 1

Dienstag, 8. September 2020, Baro 1022, bedeckt, Wind W 4 – 5
Hoorn 14:50 – Stavoren 18:55, 23 sm

Larissa, Johannes und Nana

Gäste an Bord: Larissa, Johannes, Lucie, Jannis, Hündin Nana

Volker manövriert bravourös an dem Motorboot vorbei, das am Meldesteiger festgemacht hat. Auf beiden Seiten ist nicht mal ein  Meter Platz, aber es passiert nichts. Vor der Hafeneinfahrt wird wie immer schnell das Großsegel hochgezogen, die Genua ausgerollt, und um 15:15 segelt die Hexe bei 14 – 15 Knoten Wind von raumschots mit über sieben Knoten Fahrt durchs flache Ijsselmeer. Ein bisschen Sonne wäre jetzt gut, aber unseren Gästen gefällt es auch so, sie sitzen im Netz und erfreuen sich am Katamaran-Segeln.

Stavoren, der alte Hafen

Kurz vor 17 Ihr sind wir an der Krabbergatsluis, wir können auch direkt einfahren, der kleine Boter vorne hat in der Mitte der Schleusenkammer festgemacht, wird aber aufgefordert, sich weiter nach vorne zu verlegen, denn nach uns kommen noch zwei größere Boote. 17:12 sind wir durch, nun sind es nur noch elf Seemeilen bis Stavoren.

Hafenmeisterbüro in Stavoren

Kurz vor sieben machen wir an dem Plattbodenschiff „Vrouenzand“ fest, wie es uns die Hafenmeisterin per Telefon und Funk empfohlen hat, und tatsächlich kommt sie auch noch vorbei, um 30,90 € Liegegeld zu kassieren. Sie hatte sich auch gleich an den Katamaran Hexe erinnert.

Mittwoch, 9. September 2020, Baro 1018,
bedeckt, Sprühregen, Wind aus westlichen Richtungen  5 – 6
Stavoren 11:00 – Vlieland 16:50, 37 sm

Die Einfahrt zur Lorentzsluis

Nach reichhaltigem Frühstück und einem Schnack mit der holländischen Hexe, der Yoga-Skipperin von der Vrouenzand, die einen Hexenbesen als Windmesser im Mast hat, starten wir zur Lorentzsluis. Der Wind ist frisch, die Genua reicht aus, um uns mit 6 – 7 Knoten Fahrt zur Schleuse zu bringen. Die kleine steile Ijsselmer-Welle ist zwar unangenehm ohne Großsegel, außerdem ist es kalt und ein bisschen feucht, deswegen verstecken sich alle im Cockpitzelt, außer dem jeweiligen Steuermann und Johannes, dem es in der frischen Luft angenehmer ist als unten im geschlossenen Zelt. Lucie, die gestern dem Skipper einen Schreck eingejagt hat, als ihr beim ersten Blick aus dem Fenster des stehenden Bootes schon “ein bisschen schlecht” wurde, hält sich heute tapfer, trotz der Wellen.

Der Zweimaster

An der Schleuse dürfen wir direkt einfahren, hinter einem großen Bagger und mit zwei kleinen Segelbooten geht es einen halben Meter hoch, dann sind wir frei und haben Salzwasser unter den Rümpfen.

Auch ein russischer Zweimaster ist in dem Programm drin, dass Larissa für ihre Freunde organisiert hat, sowie zwei große Flusskreuzer, die aus Harlingen kommen.

Käpt’n Nana

Nach der Schleuse wird das Großsegel gesetzt, im Fahrwasser geht es direkt vor dem Wind, dann mit halbem Wind bis Harlingen. Dort kommen wir pünktlich kurz vor 14 Uhr an, genau zu Hochwasser, denn von da ab kippt die Gezeit, und wir haben den Strom mit uns, zunächst nur ganz leicht, später stärker.

Ab Harlingen motoren wir, denn in dem engen Fahrwasser ist nicht gut kreuzen, wie man spätestens an der Segelyacht sieht, die uns – kreuzend – die Vorfahrt nimmt. Nicht ohne dass Volker den Mannen an Bord der Atlantik zuruft, dass er gerne Nachhilfestunden in Seemannschaft geben könnte.

Super Segeln!

Leider kommen jetzt die Regenwolken immer näher, es ist nass und ungemütlich am Steuer, aber hier ist viel zu viel Verkehr, da muss der Skipper am Rad stehen. Ich mache das Radar an, damit wir nicht aus Versehen Boot oder Boje rammen, wir motorsegeln bis zur nordwestlichsten Tonne, dann können wir wieder segeln, der Regen ist vorbei, und blauer Himmel kommt heraus.

Nun allerdings geht es richtig flott voran, der Wind hat wieder aufgefrischt auf über 16 Knoten, und es steht eine ordentliche Welle aus dem Gatt. Durch den Strom und den Wind beschleunigt die Hexe auf über neun, manchmal zehn Knoten Fahrt, das macht ordentliches Gerumpel im Boot, wenn sie in die Wellentäler fällt.

Schnell sind wir bei dem letzten kleinen Stück längs des Strandes von Vlieland angekommen, nun müssen schnell im engen Fahrwasser die Segel geborgen werden. Dann haben wir beide ein bisschen Herzklopfen, denn wir kennen die Hafeneinfahrt nach Vlieland und wissen um den tückischen Vliestrom, der an der Einfahrt vorbei versetzt.

Aber Volker fährt mit Mut bravourös in die zwölf Meter breite Einfahrt, und schon sehen wir voraus einen schönen Liegeplatz am uns vom Hafenmeister telefonisch avisierten B-Steg. Ein royaler Platz für die Hexe. Und wir sind so froh, endlich wieder auf unserer westfriesischen Lieblingsinsel zu sein!

Vlieland Beach
Nana liebt den Strand
Lucie und Jannes erkunden die Insel

Schmutziges Thema

Eingeklemmt in die Backskiste, mit kleiner Zugangsluke zum Fäkalientank

Hände, so klein wie ein Kind müsste man haben, so trainiert und beweglich wie ein Yogameister müsste man sein, und die Erfahrung eines alten Handwerksmeisters müsste man haben… Seit ein paar Tagen haben wir immer mal wieder übel riechende Fäkalien in der Bilge, von denen wir nicht wissen, wo sie herkommen. Ich habe alle Inspektionsluken geöffnet, die Toilettenschläuche in den Bilgen gecheckt und die Quelle des Gestanks bzw. Austritts nicht gefunden.

Der Fäkalientank (rechts im Bild), der kaputte Geruchsfilter ist links daneben

Heute Morgen stank es wieder zum Himmel, eklige Brühe schwappte in der Bilge, mir geht  das Thema mittlerweile so richtig auf den Senkel.

Leider kam keine Wünschdirwasfee mit einem Klempner im Schlepptau, um unser Problem zu lösen. So haben wir uns entschlossen, das gesamte Fäkalientanksystem auf den Kopf zu stellen und auch kleinere Erneuerungen vorzunehmen, soweit es nötig und die entsprechenden Teile vorhanden waren

Die alte Toilettenpumpe wird zerlegt, sorgfältig gereinigt und als Ersatzteil eingelagert

Was wir schon seit längerem als Reserve mit uns rumfahren, ist eine komplette Toilettenpumpe von unserem WC. Die war nach einer Stunde installiert, aber dann bin ich auf die Idee gekommen, dort mal eine halbe Banane durchs sanitäre System zu spülen… Und siehe da, es baute sich genau so ein Druck auf, der so nicht sein soll, wie beim Toilettengang, und langsam tropfte Wasser in die Bilge. Nur diesmal waren wir direkt dabei und mit der Taschenlampe ausgestattet, konnten die lecke Stelle gleich orten, also damit schon mal einen Teilerfolg erzielen.

Der Kohlefilter mit deutlich sichtbaren Riss an der linken Seite

Beim Kohlefilter des Fäkalientanks, der als Geruchsfilter dient, klaffte an der Unterseite ein deutlich sichtbarer Riss. Da wir den Filter nicht als Ersatzteil an Bord haben, war klar, dass wir eine provisorische Reparatur durchführen müssen, bei der das leckende Teil aus der Leitung aus-und ein Ersatzrohr eingebaut werden muss, damit die Belüftungsfunktion der Leitung für den Fäkalientank erhalten bleibt. Ein Ersatzrohr war mit der Hilfe von Kees schnell gefunden.

Nur für den Ausbau des Kohlefilters und für den Einbau des Rohrstücks musste ich mich so verwinden, kleinmachen und anstrengen, dass ich nach der knapp zweistündigen Prozedur echt platt war und mir den Inhalt aus dem ersten Satz dieses Blogbeitrages schon sehr gewünscht hätte. Verborgen und schwer erreichbar für mich waren die Verbindungsstücke und Schlauchschellen. Doch was lange währte, wurde endlich gut.

Der Spaß danach

Cornelia hat mittlerweile Ersatzkohlefilter im großen weltweiten Netz (fast heimisch: in Wiesbaden!) bestellt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob ich mich darauf freuen soll, wenn der Ersatz ankommt…

Als Belohnung gab es nach einem üppigen 14-Uhr-Frühstück einen Spaziergang im Julianapark.

Sonntagsausflug

Hexen an Bord!

Freundin Ingrid hat ihren Besuch angekündigt, sie kommt heute morgen von Amsterdam, und wir haben versprochen, wenn es nicht  regnet, fahren wir zum Lunch nach Volendam, einmal Kibbeling essen, dann wieder zurück nach Hoorn. Auch Thomas und Frank von der deutschen Segelyacht Tramp schließen sich an, so ein kleiner Tages-Katamarantörn auf dem Ijsselmeer ist doch verlockend.

Bei wenig Wind legen wir in Hoorn ab, vor dem Hafen werden schnell die Segel gesetzt, los geht es. Der leichte Wind verlockt dazu, den Gennacker auszupacken, damit wir ihn einmal überprüfen können. Schließlich hat den zuletzt die Überführungscrew vor Spanien benutzt. Tatsächlich lässt er sich zunächst auch nicht ganz ausrollen, aber nach dreimaligem Ein- und Ausrollen hat sich das große bunte Segel gelöst und zieht Richtung Volendam.

Leider müssen wir schon abbiegen, also wird der Gennaker ein-, die Genua wieder ausgerollt, als der Wind weiter auffrischt, auch noch ein bisschen gerefft, bis wir kurz vor dem Hafen die Segel bergen.

Der Hafenmeister erinnert sich noch an den segelnden Katamaran und wir dürfen für ein paar Stunden am Steg festmachen. Dann gibt es lecker Kibbeling für die Damen, Heringsbrötchen für Thomas und die Fischverschmäher bekommen Frikandel speciaal met Frietjes. Super Frühstück / Lunch! Dank Ingrid haben wir auch noch ein bisschen Kuchen zum Dessert, dann geht noch ein sehr wasserhaltiger Schauer durch und schon sind wir wieder auf dem Rückweg nach Norden, nicht ohne uns vorher beim Hafenmeister ganz herzlich bedankt zu haben.

Today’s Crew

Auch der Rückweg gestaltet sich sehr schön, noch vor der Hafeneinfahrt wird die Genua ausgerollt, direkt danach das Großsegel hochgezogen, stolz segelt die Hexe aus Volendam hinaus. Zwischendurch kommen leider noch einmal ein bis zwei kleinere Schauer, aber prinzipiell ist es für alle ein sehr schöner Segeltag, den wir nach der Ankunft mit einem kleinen Drink krönen, leider im Cockpitzelt bei geschlossenen Seitenteilen, – nicht der anonymen Alkoholiker wegen – sondern um dem erneut einsetzenden Regen zu trotzen.

Leider ohne Ingrid – die zurück nach Amsterdam fahren musste – aber mit den Freunden von der Tramp lassen wir den Tag im Clubrestaurant „De Loods“ bei einem netten holländischen Essen ausklingen, das war ein wirklich sehr schöner Sonntagsausflug!

Das Salz in der Suppe

Vom Mast aus fotografiert: Bug der Tramp und der Hexe

Wir haben zwei schöne Tage mit Beate und Thomas von der SY Tramp im Gemeindehafen von Enkhuizen verbracht, zusammen gegrillt und gechillt, uns viel erzählt, Wissenswertes ausgetauscht und viel gelacht, mit dem festen Vorsatz, dass wir uns bald mal wiedersehen werden. Seglerleben eben, da gehört das als wichtiger Bestandteil mit dazu, Menschen mit ihren Lebensgeschichten kennen zu lernen, das ist doch das Salz in der Suppe, wie Segelfreund Ralf das nennen würde.

Die Hexe in der Krabbersgatsluis

Segeln bei leichtem Wind haben wir heute nach der Schleuse probiert, das kann unsere Hexe, sie wird dann oft fast so schnell wie der Wind. Aber die lästigen Ijsselmeerfliegen, die bei Leichtwind und sommerlichen Temperaturen in Myriaden angeflogen kommen, haben den Segelversuch abrupt beendet. Schnell die Segel geborgen, mit röhrenden Motoren sind wir der Mückenpest entflohen und liegen jetzt wieder auf unserem angestammten Liegeplatz beim WSV in Hoorn.

Unsere Töchter wollen nebst Partner, Enkelkind und Freunden in den nächsten Wochen an Bord kommen, dann wird es voll auf der Hexe, als stolze Eltern, bzw. Großeltern freuen wir uns natürlich sehr drauf.

Für Freitagabend habe ich ein „Engagement“ an Bord der „Brothership 2, einem Racer, um an dem  Palingrace (der Aalregatta) teilzunehmen. Die Einladung zum Mitsegeln habe ich gerne angenommen, abends um 20 Uhr erfolgt der Startschuss und um ca. 22 Uhr soll die Hatz um die Tonnen beendet sein, nur den Aal, den es danach geben mag, den muss ich nicht essen. Trotz mehrerer kulinarischer Annäherungsversuche geht Fisch noch nicht an mich (und Aal muss eh nicht sein!).

Spätsommerliches Segeln auf dem Markermeer

Heute war Spätsommerwetter angesagt, so ein Tag ist doch ganz nach unserem Geschmack, aber das Wetterglück ist launisch, leider steht für morgen Regen auf dem Programm. Wenn man das Wetter mit den Kanaren vergleicht, was man ja eigentlich seriöserweise nicht kann, müssen wir uns noch ein bisschen an das kühle und wechselhafte holländische Klima gewöhnen. Glücklicherweise soll in den nächsten Tagen der Spätsommer zurück kommen (vielleicht wird es ja  passenderweise der berühmte Altweibersommer).