Baro 1025, wolkig, Wind aus 130º 8-1 Knoten, die See um 1 m
Nach Studium der Wetterberichte gehen wir um 08:40 Azorenzeit Ankerauf und nehmen Kurs auf Brest, 1.085 Seemeilen direkter Weg liegen mindestens vor uns, denn direkten Kurs werden wir bei den herrschenden Windverhältnissen nicht segeln können.

Das Großsegel wird gleich gesetzt, ab der Ponta do Castelo, der südöstlichsten Ecke von Portugal, wäre 53º der Idealkurs Richtung Brest, wir fahren eher ein bisschen nördlicher, weil dort ab morgen mittag mehr Wind sein soll. Bisher ist er hier eher variabel, bis nach 12 Uhr gar kein Wind mehr, unter Motor konnten wir in Ruhe draußen frühstücken.
Unter Motorfahrt hatten wir damit begonnen, ein loses Band an dem Lazy Bag wieder anzunähen, das ist der Sack, in den das Großsegel beim Bergen fällt. Dazu müssen wir oben auf das Dach über dem Cockpit, als plötzlich der Wind auffrischt. Und es war doch sowieso schon ein nerviges Unterfangen, weil die Nähnadel durch dickes festes Material durchgeschoben und mit der Zange auf der anderen Seite herausgezogen werden musste. Drei Nadeln haben wir dabei geköpft, dann war der Wind so aufgefrischt, dass der Faden erst einmal vernäht werden musste, und die Genua konnte ausgerollt werden.


Klar, dann fängt die Hexe an zu joggen, wunderbar. Das hält aber leider nicht lange an, der Wind wird schwächer. Volker holt den Code Zero raus und bereitet alles vor zum Ausrollen, als 13 Knoten Wind kommen, und wir lieber mit der Genua fahren. Dann aber hatte Äolus, der Gott des Windes, genug gestöhnt, und der Motor muss mitarbeiten bei drei bis acht Knoten Wind. So geht das den ganzen Tag. Erst wird die Genua ausgerollt, dann endlich der Code Zero, der bleibt stehen bis 23 Uhr. Durch die Nacht wird mit Motor gefahren, es ist zu wenig Wind.


Mittags fahren wir in gebührender Entfernung an den Islas Formigas vorbei. Auf der Seekarte sehen die auch wirklich wie Ameisen, Formigas, aus. Es sind unbewohnte Felsen, die aus dem Meer aufragen. Sie sollen ein Paradies für Taucher sein, und glücklicherweise steht dort ein Leuchtturm und warnt die Schiffer vor der Gefahr.
Einmal kommen Delfine vorbei und spielen eine Weile um die Rümpfe. Den ganzen Tag haben wir nur einen Frachter gesehen, und beim Vorbeifahren konnten wir auch Sao Miguel, die zu Santa Maria nächstgelegene Azoreninsel in der Ferne ausmachen.



Für die Nacht bereite ich das Ipad so vor, dass Volker den gespiegelten Bildschirm des Axiom darauf sehen kann. Dann muss er nicht am Kartentisch sitzen, sondern kann bequem auf der Couch rumliegen, den Bildschirm vor Augen und die Fernbedienung in der Hand.
Zum Abendessen gibt es ganz zartes Steak mit einer Unmenge Zwiebeln, die sollen gut gegen Skorbut sein, und Kartoffelbrei. Extrem lecker!