Baro 1022, wolkig, später sonnig, Wind SO um 3 Beaufort, die See 1 m, Etmal bis 08:40 = 132,3 sm

Der Sonnenaufgang kurz nach sechs Uhr ist wunderschön, eine rot glühende Sonne taucht aus dem Atlantik auf. Sofort fühlt alles sich wärmer an. Wenn es richtig hell ist, kann auch die Dreifarbenlaterne kann ausgeschaltet werden, ebenso das Radar und die kleine rote Lampe am Kartentisch. Die Displays werden vom abgedunkelten Nachtmodus auf Tageshelligkeit umgestellt. Abwechselnd schlafen wir noch ein bisschen, die Nächte hier an Bord sind doch eher kurz.
Wir segeln mit Genua, Kurs um 35º, Speed ca. 5 Knoten. Um halb acht wird auf den Code Zero gewechselt, das macht einen guten Knoten mehr Geschwindigkeit aus. Bis hierher sind wir insgesamt 15 Stunden unter Motor gefahren, das ist viel für zwei Tage unterwegs.

Aber seitdem segeln wir mit dem Code Zero, bei leichtem Wind zwischen sechs und acht Knoten und 120º zum Wind. Das ist wunderschön, überhaupt ist heute eigentlich Feiertagssegeln, das Meer ist ruhig, es gibt nur eine atlantische Dünung, es ist leise im Schiff, total entspannend.
Der Code Zero ist ein Laminatsegel aus Kevlar und Mylarfoile mit Taffetta beschichtet, das ist ein glänzender knitterarmer Stoff. Dieses Segel ist größer als die Genua, aber der Stoff ist schwerer als zum Beispiel das dünne Polyamid oder Polyester des Spinnakers. Es schließt sozusagen die Lücke zwischen Genua und den großen Leichtwindsegeln wie Gennaker und Spinnaker.
Doch am Abend muss das goldene Segel weg, es ist kein Wind mehr, aber ein wunderschöner Sonnenuntergang. So motoren wir durch die Nacht.
