Autor: Hexymama

  • Auf den Spuren der Vergangenheit

    Am Freitag hatte ich in Frankfurt zu tun, u.a. konnte ich unsere Glasenuhr endlich beim Uhrmacher Nickel abholen, der in mühevoller Kleinarbeit die Rädchen und Schräubchen im Uhrengetriebe gesäubert und wieder gangbar gemacht hat. Dann blieb mir eine gute Stunde Zeit, bis ich Allegras Freundinnen treffen sollte, um sie nach ihrer Facharztprüfung abzuholen und ordentlich zu feiern.

    Die Baugrube wartet auch auf besseres Wetter

    Ich bin dann mal nach Rödelheim gefahren, wo ich meine Kindheit verbracht habe, und den Großteil meines beruflichen Lebens. In der Strubbergstraße war das Gebäude, das Druckerei und Verlag beheimatet hatte, bereits abgerissen, und eine große Baugrube ausgehoben. Hier sollen Eigentumswohnungen entstehen, das ist bestimmt schöner in einem so ruhigen Viertel, vor allem für die hier ansässigen Anwohner.

    Dann habe ich noch einen Abstecher in den Breidensteiner Weg gemacht, Elternhaus von den frühen 60er Jahren bis zur Jahrtausendwende. Hier war das Haus stehen geblieben, es ist schön renoviert und beherbergt eine Krabbelstube, bestimmt großartig für Kinder und Erzieher, mit dem Garten. Ich konnte leider nicht sehen, ob der große alte Kirschbaum noch steht, auf dessen Zweigen wir Kinder im Sommer so gerne gesessen haben.

    Klar, bei Sonne sah das besser aus

    Auf dem Weg Richtung Praunheim wollte ich mir die Nachbarschaft unseres ersten Rödelheimer Domizils ansehen, wo wir ab 1959 gewohnt hatten. Auch hier steht das Haus an sich unverändert, nur die Fenster sind erneuert, natürlich, und die Nachbarhäuser, in denen damals meine Freunde wohnten, haben sich – bis auf eine sehr moderne Erneuerung – nur wenig verändert. Die Straße war unser Treffpunkt, nachmittags nach den Schulaufgaben tobte das Leben, wir sprangen Seil oder hüpften Gummi-Twist; wenn genügend Kinder zusammengekommen waren, konnten wir auch Völkerball spielen. Tempi passati.

    Dortmund-Fan Mikesch
    Darmstadt-Fan Nana

    Am Samstag hingegen hat Mikesch gegen Nana verloren. Die beiden waren sich offenbar nicht einig, einer hat für Herrchens, einer für Frauchens Mannschaft die Daumen gedrückt. Und – das Wunder ist geschehen! Die Lilien haben zuhause gegen Borussia Dortmund gewonnen, Volker und tausende Darmstadt-Fans sind glücklich, endlich hat die Mannschaft ihre Form gefunden und drei Punkte geholt!

  • Nana

    Ganz viele liebe Menschen haben uns geschrieben, die unsere Trauer um Nico verstehen und teilen, habt alle vielen Dank für die lieben Worte.

    Nana im Spiegel

    Manchmal dürfen wir „Hundegroßeltern“ sein, Nana, eine Australian Shepherd Hündin, ist Larissas treue Begleiterin, neben der Stute Ladisha (und natürlich Freund Johannes), bei Spaziergängen am Löwentor und bei Ausritten mit dem Schimmel „Ladisha“. Und wenn Larissa und Johannes zum Tanzen gehen, oder abends mal auf eine Party, dürfen wir unsere „Enkelhündin“ babysitten.

    “Hunde-Opa” und “Hunde-Enkelin”, hihi

    Und Nana ist wirklich goldig. In den letzten Monaten hat sie sich von einem süßen unbeholfenen Welpen zu einem gelehrigen Hütehund-Kind entwickelt, sie läuft mit Volker beim Joggen, mit mir im Park, mit uns im Wald, und sogar nachts in der Darmstädter Albert-Schweitzer-Anlage kann man sie inzwischen ohne Leine laufen lassen, und sie interessiert sich keinen Deut für vorbeilaufende Jogger oder Herrchen mit ihren Hunden.

    Nanas erster Tag im Schnee von Sankt Anton

    Ich habe uns zunächst mal im örtlichen Einzelhandel mit zahlreichen Spieltieren ausgestattet, nicht immer zu Volkers Entzücken, eine Spielente macht beim Draufbeißen einen so lauten Quackton, dass wir sie in den Garten verbannt haben. Und Nana auch, falls sie damit spielen will. Das macht ihr aber nichts aus, denn sie hat ein so dichtes Fell, dass sie selbst bei den jetzt eher kühlen Temperaturen, auch abends, gut eine halbe Stunde im Freien verbringen kann.

    Schön dass es so süße Hunde gibt!

    Übrigens: Wer gerne per Mail informiert werden möchte, wenn es neue Beiträge gibt, kann sich unter dem auf der rechten Seite verfügbaren Punkt “Benachrichtigung bei neuem Post” eintragen lassen, einfach die Email-Adresse angeben und fertig ist die Sause!

  • Good bye

    Die Hexe ist tatsächlich am Mittwoch morgen pünktlich auf den LKW gekommen, es war zunächst ganz schön spannend, weil der Tieflader Stützen auf dem Hänger hatte, konnte das Boot nicht direkt aufgeladen werden, sondern der Kran musste eine Ehrenrunde über den Platz fahren, um sie von der anderen Seite aufzuladen. Dabei war zwar wunderschön klarer Himmel, aber es war saukalt, und auch die Jungs im Hafen hatten Kapuzenpullis unter dicken Winterjacken an.

    Wir sind gleich, nachdem das Boot sicher stand, losgefahren, die lange Strecke nach Deutschland, mit unserem kranken Hund im Körbchen und auf meinem Schoß. Er hat es überstanden, ab und an habe ich ihm mit einer Spritze ohne Nadel ein bisschen Wasser ins Mäulchen gespritzt, aber nach der Ankunft in Darmstadt mochte er nicht mehr stehen. Am Donnerstag hatten wir einen letzten Tag zusammen, haben uns verabschiedet, und am Nachmittag ist er dann über die Regenbogenbrücke in den Hundehimmel gegangen. Sehr traurig, er war uns ein guter Gefährte, der beste.

    Montag soll unsere Hexe in Holland ankommen, wir werden auf dem Weg dorthin am Sonntag einen ausgiebigen Stopp auf der „Boot“ in Düsseldorf machen, vieles gibt es noch zu organisieren. Die Videos von dem „Launch“, der Wässerung der neuen zweibeinigen Hexe sind online, eines von uns gefilmt und ein weiteres, sehr tolles, von der Drohne:

    “The Launch” gefilmt von Matthieu mit der Drohne

    “Die Wasserung” gefilmt von Volker und Cornelia mit dem Telefon

  • Im Schnee

    Die drei Skifahrer, gut eingepackt
    Neuschnee!

    Der letzte Morgen in Sankt Anton bescherte den Skifahrern Neuschnee und damit weiche Fälle. Allegra und Volker haben sich, vom Frühstück frisch gestärkt, auf den Weg gemacht, haben Christian zu den Schleppliften begleitet, an denen er heute, am letzten Skifahrtag, entspannter üben kann, weil die Schneebedingungen noch besser sind.

    Großartige Ingenieurskunst

    Die anderen beiden versuchen sich am Galzig-Lift, einer wirklich phänomenalen Konstruktion, bei der die Gondelkabine vom Einsteigeplatz mit riesigen Rädern eine Etage höher getragen wird, und erst dann nach draußen startet. So haben die Skifahrer darunter genügend Platz, weil die Gondeln aus der oberen Etage starten. Leider hatten die beiden Pech, oben fuhren wegen des Schneesturms keine anderen Lifte, und es gab nur eine absolut überfüllte Talabfahrt. Also sind sie mit der Gondel wieder in den Ort gefahren, um ihr Glück auf der anderen Seite, beim Rendl-Lift zu versuchen und wurden mit schönstem Schnee und wunderbaren, aber sehr anstrengenden Abfahrten belohnt. „Das Fallen tat halt nicht weh“, so der Kommentar, nachdem sie wohlbehalten wieder im Ort angekommen waren und wir uns ein letztes Mal im Basecamp zum Après-Ski getroffen haben.

    Larissa und ich haben derweil die Hunde gehütet, Nico geht es immer noch nicht so gut, er hat zwar keine offensichtlichen Schmerzen mehr, aber er trinkt nur mäßig und frisst absolut nichts. Nana hingegen liebt den frisch gefallenen Schnee und würde am liebsten den ganzen Tag darin rumtollen, Schneebällen hinterher rennen, sich im Neuschnee wälzen, Stöckchen suchen oder, falls sie nicht frei laufen darf, mit ihrer langen Leine spielen.

    Die schön erleuchtete Dorfstraße von St. Anton

    Abends gab es ein Abschiedsessen beim Grieswirt, zum letzten Mal haben wir uns mit österreichischen Spezialitäten verwöhnen lassen, und waren danach so satt, dass wir nicht einmal mehr zur abendlichen Partie „Wizard“ fähig waren. Nico ist brav mitgelaufen, die Strecke zum Restaurant und zurück, nur essen will er immer noch nichts, nicht einmal das Stück Tafelspitz, das ich mir von meinem leckeren Hauptgang habe einpacken lassen.

    Die Autos müssen erst einmal frei geschaufelt werden
    Der Bus ist auf dem Parkplatz noch ganz eingeschneit

    In der Nacht hat es dann noch einmal geschneit, ca. 25-30 cm Neuschnee lagen heute morgen auf den Straßen von Sankt Anton. Glücklicherweise hat Volker gestern schon einmal die Autos vom Schnee befreit, so mussten heute nur die in der Nacht gefallenen Flocken abgekehrt werden. Schon früh begannen die Schneepflüge, die Straßen frei zu räumen. Bis wir gegen neun Uhr unser Auto beladen hatten, war immerhin der Hotelparkplatz befahrbar und auch die Straße bis zum Arlbergtunnel konnte man langsam ohne Schneeketten hinunter schleichen.

    Schneefreie Straßen im Arlbergtunnel
    Draußen wieder Schneefall und langsames Fahren

    In dem Tunnel gab es – natürlich – keinen Schnee, nach den gut 12 Kilometern ging es mit Tempo 30 bei fortwährendem Schneefall weiter, aber es lief gut für uns. Die Kinder, die ca. eine Stunde später abgefahren sind, standen hier erst einmal bös im Stau, hoffentlich geht es bei ihnen gut weiter.

    Bei uns staute es lediglich noch einmal an der Schweizer Grenze, und Volker wurde ganz schön angeschnauzt, weil er nicht angehalten hat zur Grenzkontrolle, in übelstem Kasernenton. Man sollte nicht meinen, dass wir uns im Europa des 21. Jahrhunderts befinden!

  • Le Démattage

    Nach dem großen Tag gestern gab es heute wieder einen großen Tag für uns.

    Die ersten Schrauben werden gelockert

    Die „einbeinige“ Hexe soll entmastet werden. Frédéric und seine Mannen waren gestern schon an Bord, und haben vieles vorbereitet, heute kam er am Mittag zu uns, wir sind gemeinsam in den Kran gefahren. Dort wird geschafft, Kabel abgeklemmt, Klemmen gelöst, Fallen herausgezogen, kurz alles gemacht, damit der Mast gut und sicher aus dem Boot kommt. Volker hat bereits eine Holzplatte in unserem Esstisch herausgeschraubt, damit da nichts passieren kann.

    1. Suchbild:
    Was fehlt hier?

    Zuerst wird der Baum herausgehoben, das war unspektakulär.

    Präparation fürs Legen
    Beim Mastlegen

    Ausgerechnet heute ist die Wettervorhersage eher stürmisch, Böen bis 6 Windstärken sind vorhergesagt und treffen auch ein. Natürlich ausgerechnet dann, wenn es spannend wird, und gerade der Mast angehoben werden soll. Die drei Herren vom Kran sind ein bisschen nervös, und beordern mich wiederholt in die Mitte des Bootes, damit das Boot gerade steht. Als es richtig spannend wird, wird der Wind stärker, und die Hexe legt sich auf die Seite. Jetzt soll ich plötzlich doch eher auf die Seite steigen, damit das Boot möglichst gerade liegt.

    Beim Mastlegen

    Es dauert nicht lange, dann schwebt der Mast in der Luft, wird dann sanft auf den Boden gelegt und weggefahren, damit Mast und Baum für den Abtransport präpariert werden.

    2. Suchbild:
    Was fehlt hier außerdem?

    Wir fahren – mastlos – zurück in unsere Box, Volker ist ganz begeistert, wie leicht sich unser Boot ohne Mast bei viel Wind manövrieren lässt, vielleicht sollten wir die neue zweibeinige Hexe einfach ohne Mast bestellen…

  • Dem „Weiß“ entfliehen

    Da sind doch am Montagmorgen tatsächlich diese kleinen weißen Dinger vom Himmel gefallen und haben den Park in ein weißes Licht getaucht, besonders, als dann am Nachmittag auch noch die Sonne schien. Bisschen zu spät für weiße Weihnacht, aber sehr schön.

    Ansonsten sind wir busy, busy durch den Tag gerauscht, Skier rausgesucht, Kühlschrank ausgeräumt, die letzten Überweisungen gemacht, Termine ausgemacht, Telefonate geführt, Briefe aufgegeben, Koffer gepackt!

    Jetzt sind wir unterwegs zu unserer Hexe. Von Freunden dort haben wir Nachrichten, dass sie vor ein paar Tagen noch sicher im Hafen lag, und auch Detlef mit den Webcam-Erfahrungen hat uns das bestätigt.

    400 km lang hat uns der Schnee begleitet, und selbst kurz vor Lyon sind die Baumkronen immer noch mit Raureif bedeckt. Angeblich schient in LGM die Sonne, und es sind 12 Grad im Schatten. Bis wir heute Abend ankommen, wird die Sonne nicht warten, aber wir sind optimistisch, denn die Wettervorhersagen für diese Woche lassen hoffen. Das wäre auch schlecht, denn bei Regen kann man nicht so gut die Segel einpacken, und ab morgen will Frédéric, der Rigger und Chef von Agréement, genau das tun, Segel abschlagen, Baum und Mast vorbereiten, Radarmast abmontieren, damit am Ende dieser Woche unsere Hexe entmastet werden kann, und bereit für den Abtransport ist.

    Und morgen soll die neue Hexe geboren werden, sprich ins Wasser kommen.
    Wir werden berichten.

  • Schon wieder Happy New Year!

    Am Freitag haben wir uns aufgemacht, und sind den ach so vertrauten Weg nach Hoorn gefahren. Unzählige Male sind wir in unserem früheren Leben im Winterhalbjahr diese Strecke gefahren, denn von November bis März lag unsere Hexe bei der Segelvereinigung in der schönsten Stadt am Ijsselmer. Einmal im Monat sind wir mit 30 anderen Schiffen um die Wette gesegelt, solange das Ijsselmer nicht zugefroren war. Das ist aber in den letzten Jahren gar nicht mehr passiert, sehr zum Leidwesen der „Schaatser“, der Schlittschuhfahrer, die ansonsten auf flotten Kufen kilometerweit über die Kanäle gleiten würden.

    Feuerwerk: mal weiß…
    rosa…

    Wir waren mit Freunden verabredet, das neue Jahr auf der „Old Salt“ anzufangen. Am Freitag Abend haben wir uns alle ganz eng aneinander gekuschelt, um mit Kees und Gre, dem Hafenmeisterehepaar im Bootssalon Fondue zu essen. Platz ist doch wirklich in der kleinsten Hütte!

    blau
    rot
    bunt

    Für den Silvesterabend haben Kees und Gre ein Plattbodenschiff, die „Bree Sant“ gechartert, damit wir alle gemeinsam mit holländischen Freunden aus dem Hafen grillen (ja, wie denn sonst würde Volker das alte Jahr verabschieden?) und feiern konnten. Geredet wurde ein Mischmasch aus holländisch und deutsch, Nico und Kollege Timber waren froh, in dem dicken Stahlschiff geborgen zu sein, denn draußen wurde seit nachmittags heftig geballert, mit Einbruch der Dunkelheit um fünf Uhr stiegen die ersten Raketen in den Himmel, und ab Mitternacht glühte der Himmel über Hoorn.

    Nebel

    Heute Morgen sieht es so aus, als wäre der ganze Rauch über dem Land hängen geblieben, so neblig ist es. Im Radio wurde gesagt, dass an manchen Orten beim Feuerwerk die Feinstaubbelastung ultrahoch gewesen ist, das wundert mich jetzt nicht besonders bei dem, was wir heute Nacht gesehen haben. Parallel pingten den ganzen Tag die Handys mit Neujahrswünschen in Form von kleinen Videos oder Texten. Manche  Sprüche scheinen so populär gewesen zu sein, dass einige von uns mehrfach den gleichen Text erhalten haben, obwohl wir in ganz verschiedenen Freundeskreisen unterwegs sind.

    Für uns war es ein sehr gelungenes Jahresende, wenn 2017 so weitergeht, wird es ein großartiges Jahr! Wir wünschen all unseren Lesern ein ebenso wundervolles neues Jahr voller schöner Erlebnisse.

  • Merry Christmas!

    xmas_16

    Wir wünschen allen Freunden und Followern unserer “Hexe”
    fröhliche Weihnachten,
    wo auch immer Ihr Euch befindet,
    ob im Schnee, in der Stadt, am Strand oder auf den Weltmeeren.

    Cornelia und Volker

  • In der Tonne

    Wir sind wieder zurück in Darmstadt, die Routine kommt schnell, morgens Hundespaziergang, Kaffee, nicht wie früher in der gemeinsamen Küche in Erzhausen, sondern jetzt als schnell löslicher Kaffee aus der Dose, aber für Nico wird alles anders.

    Nana schläft
    Nana schläft

    Nana ist in unser Leben getreten, sozusagen als “Enkelhund”, und heute morgen kam sie wegen Terminproblemen ihres Frauchens Larissa schon um 06:30 Uhr. Glücklicherweise ist das kleine Mädchen nochmal für ein Stündchen eingeschlafen, dann bin ich mit Nico und ihr in den Park gegangen. Nana liebt unseren Park und die vielen Hunde, die dort mit ihren Herrchen oder Frauchen spazieren gehen. Nico ist erstaunlich entspannt mit dem kleinen Derwisch, sie darf ganz nah an ihn heran, nur, dass sie ihm in die Ohren beißt, hat er ihr zweimal lautstark und konsequent verboten.

    Nico auch
    Nico auch

    Nach dem Frühspaziergang zieht sich Nico nach einem kurzen Frühstück ins Dachgeschoss zurück, Nana bleibt bei mir und meinem Café im Erdgeschoss und spielt mit all ihren Knäulen und Spielzeugen. So hat Nico noch eine Verschnaufpause.

    Doch Nana lässt mir auch genug Zeit, um meine Home-Office-Aufgaben zu bearbeiten. Oft spielt sie alleine mit sich und ihren Spielzeugen, danach zieht sie sich in ihr Körbchen zum Schlafen zurück.

    melon-Kissen
    melon-Kissen

    So vergeht der Tag wider Erwarten sehr schnell, Nana ist abgeholt, am Spätnachmittag wollen wir einen Ausflug zum Einrichtungshaus Segmüller machen, um passende Kissen für unseren neuen Katamaran zu finden. Die Farbe „Melon“, die wir uns für die Cockpitpolster ausgesucht haben, ist nicht unproblematisch, denn es gibt so viele Nuancen, dass man die Farbe nicht so einfach bestimmen kann.

    Nun haben wir soviel Zeit mit Organisation etc. verbracht, dass irgendwie die leiblichen Genüssen zu kurz gekommen sind. Wir haben nicht mit rechtzeitigen Einkäufen vorgesorgt, und wollen uns die weihnachtlichen Spezialitäten der lokalen Brauerei „Grohe“ nicht entgehen lassen.

    Stiefel und Mantel sind angezogen, Portemonnaie und Hundeleine eingepackt, doch wo ist Volkers Handy?

    „Ruf mich doch mal an“, sagt er. Mache ich, klar.
    Ruhe im Schiff. Kein Handy, kein Klingeln.

    Volker geht zum Auto, überprüft, dass es nicht unter dem Sitz im Benz liegt. „Vielleicht liegt es ja doch im Bett unter der Decke vergraben“, Volker sprintet ins Dachgeschoss und wirft die Decken auf die Seite, nichts. Ich meine, ein leises Signal zu hören, draußen, aber in der Nähe vom Haus.

    „Es muss doch im Auto liegen!“. Erneuter Versuch, negativ. „Es liegt in der Nähe vom Haus“, sage ich, „ich habe es läuten hören.“ Volker ist entsetzt: „Wenn wir es nicht finden, ist es eine Katastrophe!“

    maritimer Adventskalender
    maritimer Adventskalender

    Wir starten noch eine Offensive, in der Haustür stehend rufe ich Volkers Nummer an, er rennt ins Wohnzimmer, das Signal wird schwächer, hier draußen ist es am stärksten, wir nähern uns … der Papiertonne, darinnen klingt und vibriert es, und endlich … summt es inmitten von alten Zeitungen und Butterbrotpapier, wahrscheinlich war es heute morgen beim Aufräumen in die kostenlose Stadtteilzeitung auf dem Weg in den Papiermüllcontainer eingewickelt worden. Wir finden es wieder.

    Danke, lieber Nikolaus!

  • Brückenzeiten

    Was für ein Tag!

    Mit der Old Salt unterwegs
    Mit der Old Salt unterwegs

    Pünktlich sind wir aufgestanden heute morgen in Hoorn, ich habe den Hund ausgiebig Gassi geführt, damt er bis heute spätnachmittag durchhält. Es war ein wunderschöner Sonnenaufgang über dem Ijsselmer, nachts hatte es offensichtlich Minusgrade, denn auf den Vorschiffen und auf den dünnen Ästen der kahlen Bäume sowie auf den Exponierten Rasenflächen lag Raureif. Der Wind weht frisch aus Nordost, und auf dem Weg zu meiner Lieblingsecke in Hoorn, die ich immer die “Südseeinsel” genannt habe, muss man sich gut einmummeln, denn der Wind kommt von vorne. Leider hatte ich kein Handy und somit auch keine Kamera dabei, deshalb müsst ihr euch diese Schönheit einfach selbst vorstellen.

    Gre und Kees winken
    Gre und Kees winken

    Wieder pünktlich vor halb zehn legen wir ab, Kees und Gre winken uns zum Abschied, und mit halbem Wind und später raumschots schießen wir mit weit über sieben Knoten mit der “Old Salt” Richtung Nordzeekanal.

    Der Leuchtturm von Marken
    Der Leuchtturm von Marken

    Alles passt gut, wir wissen, dass die Schellingwouderbrug zur ganzen Stunde und zwanzig Minuten NACH und zwanzig Minuten VOR der vollen Stunde öffnet. Kurz vor 12 sind wir an der Einfahrt des Kanals, noch wenige Meilen bis zur Brücke, wir rechnen uns aus, dass wir genau zwanzig nach dort sind.

    Besatzung der Old Salt
    Besatzung der Old Salt

    Schaffen wir locker, 10 nach sind wir da, gehen an den Wartesteiger, es wird 19 nach, leine Aktivität ist auf der Brücke zu erkennen, um 23 nach werden wir nervös, um 25 nach schauen wir nach den Marifoon-Kanälen, und um kurz vor halb versuche ich zuerst die Brücke und später die Schleuse zu erreichen, Die Brücke antwortet nicht, die Oranjesluizen informiert uns, dass die Brücke derzeit nur viermal am Tag bedient wird, um 09:00, um 12:00,um 16:00 und um 20:00 Uhr. Super! Um 10 Minuten haben wir diese dämliche Brückenöffnung um 12 Uhr verpasst, und jetzt müssen wir über drei Stunden warten! An einer Schleuse ohne Landzugang für Nico zum Spazierengehen! Um dann anschließend in die Dunkelheit hineinzufahren, gut drei Stunden bis Ijmuiden! Und das alles nur, weil sie das nicht im Internet publizieren, wir haben ja gestern versucht, uns über die Öffnungszeiten zu informieren.

    En rauchender Schornstein
    En rauchender Schornstein

    Wir sind frustriert und enttäuscht, aber es hilft ja nichts, also grillen wir unser Abendessen an Schleuse, machen das Boot klar und erholen uns eine halbe Stunde. Halb vier sind wir alle hellwach und alert, weil wir diese Brückenöffnung auf keinen Fall verpassen wollen.

    Amsterdam
    Amsterdam

    Amsterdam liegt noch im Abendsonnenschein, auch die Afrika-, Amerika- und Australienhäfen liegen schön im Abendrot, wir beeilen uns, dass wir nicht zu spät in Ijmuiden ankommen werden.
    Jetzt passt alles, für die 17 Seemeilen brauchen wir deutlich unter drei Stunden. Ich rufe die Zuidersluis, der Schleusenwärter antwortet eher knapp, wir hoffen, dass es klappt, und ja, es passt.
    Die Schleuse öffnet direkt, als wir kommen, um 18:45 sind wir im Salzwasser. Und fast im Hafen. Der ist schrecklich schlecht beleuchtet, aber wir finden die optimale Box längsseits am Steg, lassen endlich den Hund mal an Land.