Autor: Hexymama

  • Wer Cannes, kann

    15. September 2016, Donnerstag, Baro 1008, sonnig, warm, Wind Südwest
    Baie des Anges 11:10 – Cannes 13:30, 11,1 sm

    Das Meer ist noch unruhig
    Das Meer ist am Morgen danach noch unruhig

    Das war ja ein Gewitter heute nacht! Wir sind froh, dass wir uns rechtzeitig in die Marina verkrochen haben, ab 01:30 fängt draußen das Gewitter an, es blitzt und es regnet, und der Wind kommt. Noch hält die Regenplane das aus, und wir können einige Fenster zumindest gekippt offen halten. Um 03:15 geht es dann richtig los, die Plane ist wie eine große Segelfläche, und muss ganz schnell weg, alle Fenster müssen zugemacht werden, dadurch wird es drinnen noch wärmer und draußen pfeift der Wind und die Blitze zucken, und es gibt ein paar, nicht zu viele, aber dafür heftige Donnerschläge.

    Um 05:00 Uhr ist der Zauber vorbei, man kann an Schlaf denken, wie durch ein Wunder ist der Wind weg, und man hört im Boot nur noch die Wellen, die natürlich draußen immer noch sind, und hier in der gut geschützten Marina leise ans Heck plätschern.

    Piniennadeln schwimmen in den Pfützen
    Piniennadeln schwimmen in den Pfützen

    Morgens scheint die Sonne, die ganze Marina liegt voller Kiefernnadeln und in den kleinen Vertiefungen am Boden haben sich riesige Pfützen gebildet. Nach Frühstück und einem kurzen Schnack mit Dorothee legen wir ab, Richtung Cannes. Die Wellen sind immer noch ordentlich und der Wind sehr böig, aber segelbar.

    Wir quälen uns bis Cap d’Antibes, mehr motorend als segelnd, danach ist alles gut, wir können wunderbar segeln, leider nimmt der Wind zu, je weiter wir uns Cannes nähern, mit dem vielen Seitenwind wird das ein spannendes Anlegemannöver werden. Irgendwie sind die auch absolut unterbesetzt in der Marina, nicht nur ich, auch andere Boote rufen mehrfach „Cannes Port“, ohne jedoch direkt eine Antwort zu erhalten. Aber irgendwann hat der Hafenmeister ein Einsehen und antwortet über VHF, wir sollen an die Westseite des H-Stegs gehen und uns dort einen Platz suchen. Wir nehmen den Liegeplatz, der am weitesten zu der Stadt liegt und uns somit am geschütztesten erscheint, Die Anfahrt ist nicht ganz einfach, wird aber gemeistert, und bald sind die Leinen fest.

    Der rote Teppich in Cannes
    Der rote Teppich in Cannes

    Der Besuch beim Hafenmeister lässt mich wieder einmal wütend rausgehen: Der ältere Hafenmeister hat meine Anfrage für ein paar Tage freundlich entgegengenommen und uns einen Platz zugesichert, und der jüngere, der sich schon mal als Ekel geoutet hat, will uns den Platz nur für eine einzige Nacht zugesagt haben. Vielleicht ist er ja ein Deutschenhasser, oder ein Macho, oder ich erinnere ihn an eine frühere Freundin, die ihn verlassen hat…, jedenfalls ist es schon auffällig, wie er sich uns gegenüber verhält. Vielleicht habe ich morgen früh beim Bezahlen Glück und ein anderer hat Dienst, ansonsten versuchen wir unser Glück halt anderswo. Eigentlich würden wir aber gerne ein paar Tage hier in Cannes bleiben, zumal für die nächsten zwei Tage Regen und Starkwind vorausgesagt sind, und man hier vieles machen kann, ins Museum gehen z.B. oder die Pastis überfallen, oder oder…

  • Hundedramen

    Was für ein Schreck gestern Abend! Nach dem Abendessen waren Larissa und Johannes anlässlich ihres zweiten Jahrestages einen romantischen Cocktail trinken, in St. Tropez nicht ganz billig, na, dann halt nur einen, und sind anschließend noch auf einen Plausch zu uns in den Irish Pub gekommen.

    Go-Go-Girls
    Go-Go-Girls

    Auf dem Heimweg schauen wir an einem der “In-Spots” drei gestylten go-Go-Girls zu, die zur Animation der Gäste durchs Lokal und davor tanzen. Der kleine Marokkaner (?) von der Trommlertruppe hat die Rhythmen allerdings noch mehr im Blut und seine Bewegungen wirken authentischer als die der Mädels. Trotzdem fotografiere und filme ich, was das Zeug hält, bis mich eine schreckensbleiche Larissa holt, “Der Nico ist gebissen worden und blutet am linken Auge!”

    Mit einigen Servietten aus dem Thai-Restaurant versuchen wir zunächst, die Blutung zu stillen. Larissa nimmt angesichts der Hundesituation all ihren Mut und all ihr Schulfranzösisch zusammen und geht zu den herumstehenden Polizisten, ob sie uns einen Veterinär nennen können. Die drei Gendarmen kommen auch dazu, haben ebenfalls Tücher organisiert und Telefonnummern von Tierärzten und -kliniken, aber dort melden sich nur die jeweiligen Anrufbeantworter.

    verletzt!
    verletzt!

    Wir schaffen es, die Blutung zu stillen, Nico verhält sich dabei erstaunlich ruhig und lässt Volker gewähren. Deswegen gehen wir anschließend zum Boot, nicht ohne uns vorher bei den freundlichen Gendarmen zu bedanken. Das obere Augenlid istverletzt, daher hat es geblutet, aber das Auge selbst ist in Ordnung, er kann auch damit sehen. An Bord werden noch die wildesten Theorien aufgestellt,was passiert ist und wie, und was wir jetzt tun – schließlich ist morgen Sonntag – bis wir alle endlich einschlafen.

    Medizinauswahl
    Medizinauswahl

    Heute morgen haben wir mit Wolfgang, „unserem“ Tierarzt aus Formentera, der unseren Nico schon einmal hervorragend behandelt hat, Kontakt aufgenommen. Ich wusste, dass er auch sonntags für die Sorgen seiner meist vierbeinigen Patienten und deren Herrchen oder Frauchen ein offenes Ohr hat. Und es dauerte keine fünf Minuten, da bekam ich auf meine sms eine Antwort. Welche Augentropfen wir Nico geben können und dass wir auch ein Antibiotikum geben sollen. Das hat schon mal alle an Bord beruhigt, danke, Wolfgang!

    Wer kann diesen Augen widerstehen?
    Wer kann diesen Augen widerstehen?

    Leider kratzt der Hund sich auch, nicht an den Augen, aber am ganzen Körper, und wir können nicht feststellen, warum. Er badet doch immer im Salzwasser, wir dachten, da könnten sich keine Parasiten ansiedeln, weil die bei jedem Meerbad abgetötet werden. Heute mittag, nach einem wunderschönen Badestopp zwischen den Isles des Lerins stellt Larissa fest, dass einige wohl doch überleben, jedenfalls fanden wir im Fell Tiere, die da nicht hingehören! Auch das noch! Der arme Hund, nicht nur, dass er ein lädiertes Auge hat, jetzt hat er auch noch Flöhe! Das Floh-Halsband hat er jetzt schon an, morgen wird auf ganzer Linie zurückgeschossen, da muss Exspot auch noch drauf.

    In der Marina ist eine große Oldtimer-Ausstellung.img_2723 img_2722 img_2720 img_2713 img_2699

    Oldtimer in der Marina, einer schöner als der andere
    Oldtimer in der Marina, einer schöner als der andere
  • Von allem etwas

    6. September 2016, Dienstag, Baro 1015, sonnig, Wind N 6-4
    Les-Saintes-Maries-de-la-mer 10:00 – Cassis 18:00 ca. 58 sm

    Und das ist die schwarze Madonna
    Und das ist die schwarze Madonna
    Die Kerzen für die schwarze Madonna
    Die Kerzen für die schwarze Madonna

    Kurz nach acht machen Volker und ich uns auf, um neben dem obligatorischen Baguette-Einkauf der schwarzen Madonna einen Besuch abzustatten und die Seglerkerze anzuzünden. Segler sind abergläubisch, und in den Kirchen, in denen auch richtige Kerzen angezündet werden, machen wir das stets. Nur die elektrischen, die in Spanien sehr verbreitet sind, verschmähen wir total. In der Apsis der Kirche ist es richtig heiß, so viele Kerzen haben hier die ganze Nacht gebrannt. Die schwarze Madonna steht in der Ecke und schaut lächelnd zu.

    Achtung, hier können Stiere und Pferde herumlaufen!
    Achtung, hier können Stiere und Pferde herumlaufen!
    Reis von der Camargue
    Reis von der Camargue

    Mit einem ausgeklügelten Ablegemannöver schaffen wir es, trotz Seitenwind unbeschadet aus der Box zu kommen. Mit zwei Reffs im Großsegel und ganz kleiner Fock fangen wir an, draußen weht der kräftige Nordwind mit Böen bis über 30 Knoten. Wir segeln zunächst neun Meilen 136 Grad, das ist Raumschotkurs, vom Kurs her schön, aber es baut sich eine recht unangenehme Welle auf. Doch wir sind schnell, ich höre Volkers kleine Freudenrufe: “10 Knoten”, später: “11,7 Knoten!” Nachher müssen wir anluven auf 108 Grad, aber da sind wir weiter unter Land und die Wellen werden kleiner.

    11:20 Tatsächlich werden die Wellen kleiner, aber der Wind weht unvermindert stark, wir gehen auf 104 Grad, das ist mehr Halbwind als Raumschots, aber stabil. Die Sonne scheint, und nur der Wind kühlt so sehr, dass Larissa sich eine Jacke auf die nackten Beine legt. Volker sitzt im kompletten Ölzeug, weil ab und zu Wellen oder Spritzwasser überkommen. Im Boot ist es angenehm, der Hund schläft, bei so viel Crew muss ich nicht auch noch draußen im Weg rumsitzen, ich mache es mir hier gemütlich, prüfe ab und zu die Navigation, checke das Wetter und die Windmesswerte, scheitere allerdings hier öfter an nicht vorhandenem Netz, in der Camargueregion am Wasser ist es eher menschenleer, wahrscheinlich laufen hier nur die weißen Camarguepferde in freier Natur.

    An der Rhônemündung ändert sich die Farbe der See
    An der Rhônemündung ändert sich die Farbe der See

    Der Wind nimmt ab, wie vorhergesagt, nach 12:00 Uhr wird er zuerst ein bisschen weniger, wir können ausreffen, und das Ölzeug ablegen. Dann wird er noch weniger und nach 13:30 motoren wir. Larissa und Johannes kochen Kartoffelsuppe zum Mittagessen. Nach dem Verkehrstrennungsgebiet an der Rhônemündung hat der Wind soweit gedreht, und ein bisschen an Stärke zugenommen, dass wir mit Spi an Marseille vorbei segeln.

    Kurz danach stirbt leider der Wind, aber wir nutzen es aus, dass der Spi nicht steht, Johannes und Volker gehen mit Taucherbrillen an den serh pittoresken Felsen schnorcheln, aber es gibt keine Fische! Johannes hat einen oder zwei gesehen, und Volker klagt über das viel zu kalte Wasser. Daraufhin verzichten Larissa und ich auf den Badestopp, wir motorsegeln weiter.
    Das macht allen nicht mehr so viel Spaß, wir beschließen, nach Cassis abzubiegen, und dort die Nacht zu verbringen. In der Marina ist kein Platz mehr für uns, wir sollen in die nahegelegene Calanque de Port-Miou fahren, da kann man an Bojen liegen. Das findet Volker aber zu weit weg vom Ort, wir ankern vor dem Hafen auf 10 Meter Wassertiefe. So haben wir die Möglichkeit, kleine Ausflüge in den Ort zu unternehmen, der auch jetzt, im Sommer, nichts von seinem Charme verloren hat.

    Nachts um drei werden wir wach, weil die Wellen unangenehm ans Heck schlagen, so kann keiner schlafen, wir überlegen, direkt loszufahren, aber es wäre nachts genau gegenan, das macht auch keinen Spaß. So verholen wir uns in das hintere Ende der Bucht, da sind wir durch die steinernen Felsberge geschützt. Es ist viel ruhiger hier, und, wenn Wellen kommen, dann von vorne, das knallt nicht so. Zwischendurch gehen ein paar kräftige Böen durch, eine ganz ruhige Nacht wird es nicht, aber man kann immerhin immer mal wieder schlafen.

  • Nochmal bei der schwarzen Madonna

    5. September 2016, Montag, Baro 1012, sonnig, warm, Wind S um 3
    La Grande Motte 11:45 – Les-Saintes-Maries-de-la-mer 15:00 19,5 sm

    So friedlich kann es in Aigus-Mortes aussehen
    So friedlich kann es in Aigus-Mortes aussehen

    Nach der gestrigen Autofahrt haben wir zunächst das Boot eingeräumt, uns nach einem kühlen Bad im Meer wieder über die Wärme gefreut, und wir haben uns tatsächlich noch einmal ins Auto gesetzt, um den beiden die schöne mittelalterliche Stadt Aigues-mortes zu zeigen. Klar ist das ein Touristenort, aber uns gefällt die Ruhe, die trotzdem innerhalb der hohen Stadtmauern herrscht, und die schönen Plätze, Straßen und Häuser.

    Heute morgen legen wir nach Hundespaziergang, Großeinkäufen, Besuch auf der Werft und beim Hafenmeister  ab, zunächst ohne, dann mit ganz leichtem Wind segeln wir Richtung Osten. Larissa und Johannes genießen die Sonne und die Aussicht auf die Küste, beobachten die Chemtrails am Himmel, Volker und Jo nehmen ein Bad, indem sie sich an einem Seil hinter der Hexe herschleppen lassen. Nur das Einsteigen ist ganz schön schwierig, bei 4 Knoten Fahrt bekommt man die Beine nicht so leicht auf die Sprossen der Leiter, deshalb beschließen Larissa und ich, dass unsere ins Meer gehängten Füße uns genug abkühlt haben.

    Das Emblem: Anker, Herz und Kreuz, wie der Stier und das Pferd
    Das Emblem: Anker, Herz und Kreuz, wie der Stier und das Pferd

    Von der Pastis, die gerade auf Porquerolles ist, bekommen wir die Nachricht, dass sie sich vom Ankerplatz in den Hafen verzogen haben, weil es dort mit 35-40 Knoten weht, daraufhin checken wir noch einmal die Wetterberichte, und überstimmen den Skipper, dass wir nach Les-Saintes-Maries gehen, und nicht eine erste Sturmnacht mit den beiden riskieren wollen.

    Leider sind an den Dalben im Hafen dumme Ketten angebracht, man muss höllisch aufpassen. Aber bald sind die Leinen fest, der Hund darf spazieren gehen, und danach verziehen sich Larissa und Johannes an den Strand zu einem kurzen Bad in dem kühlen Meer.

    das beeindruckende Innere der Kirche
    Das beeindruckende Innere der Kirche

    Anschließend habe wir noch einen Ausflug in die Innenstadt von Les-Saintes-Maries gemacht, ganz kurz die Kirche besichtigt; weil sie schließen wollten, mussten wir raus, aber Volker hat es noch geschafft, einen Blick auf die in der Apsis lagernde „schwarze Madonna“ zu werfen.

    Nach einem Apéritif in einer kleinen Bar mit lauter Schallplatten an der Decke und an den Wänden machen wir es uns mit einem Grillabend an Bord gemütlich, während draußen der Wind pfeift.

    verrostetes Fahrrad am Kakteentisch: Zeugnis einer charmanten Stadt
    verrostetes Fahrrad am Kakteentisch: Zeugnis einer charmanten Stadt
    Sonnenuntergang über dem Binnensee
    Sonnenuntergang über dem Binnensee
    Bunte Weintöpfe
    Bunte Weintöpfe
  • Ein schönes Wochenende am Meer

    Wie geplant sind wir am Freitag früh auf die Autobahn und haben es geschafft, fast ohne Stau nach Kiel zu kommen. Erstaunlicherweise war es auch an der Kieler Förde richtig heiß, 30 Grad zeigte das Autothermometer, als wir dort aussteigen, ein bisschen früher als unsere englischen Freunde Trevor und Kay, die wir hier nah langer Zeit einmal wieder treffen möchten, und die zu gleicher Zeit mit ihrer Moody 38 in Fehmarn losgesegelt sind. Wir nutzen die Stunde für einen Spaziergang mit Nico an der Förde und einen kleinen Snack, bevor wir die beiden endlich treffen.

    Nachmittags nutzen wir die sommerlichen Temperaturen zu einem Bad in der Kieler Förde, an der „Seebar“, einem langen Steg voller Liegestühle und Barbetrieb gehen wir ins sehr kalte Ostseewasser. Das Mittelmeer ist doch deutlich wärmer! Die Herren nutzen das Bad folgerichtig nur zu einer kleinen Abkühlung, Kay und ich halten es deutlich länger aus, dann fühlt es sich auch nicht mehr so eisig an. Aber schließlich sind wir alle gut erfrischt lümmeln wir uns auf zwei Liegen, zum weiteren Austausch von Erlebnissen.

    Die Flaggen werden eingeholt
    Die Flaggen werden eingeholt
    Die Fahne wird aufs Boot gebracht
    Die Fahne wird aufs Boot gebracht
    Die Band mit ihrer Dirigentin
    Die Band mit ihrer Dirigentin

    Als wir wieder zurück zum Hafen kommen, versperrt uns britisches Militär den Weg. Heute ist die offizielle Feier wegen der Schließung des britischen Marinestützpunkts in Kiel. Nach 71 Jahren verlassen die Briten Kiel, wo sie aktiv im Segel- und Tauchsport tätig waren. Der Brigadegeneral der BRD verlieh den Briten das Fahnenband, eine Hallberg Rassy legte ab mit dieser Fahne und irgendwann wird sie nach England zurück gebracht werden. Danach wurden symbolisch die Flaggen von Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland unter Abspielen der jeweiligen Hymne eingeholt, ein bisschen traurig schien die Festgesellschaft schon zu sein, ob des Endes der Stationierung, man versprach sich ewige Freundschaft, hoffen wir, dass das hält. Ein Grillabend an Bord rundet diesen Tag wunderbar ab.

    Das Programm
    Das Programm
    Das Opernhaus
    Das Opernhaus

    Für Samstag haben wir außerdem Ralph und Inge von der SY „Malwieder“ eingeladen, die gerade für ein paar Wochen in der Heimat weilen. Damit haben wir zwei Stadtführer und wir bekommen einen ganz neuen Eindruck von Kiel, wir laufen durch viele Parks, alles ist so großzügig angelegt. Vor dem Rathaus steht der schöne Bau des Theaters, ein richtig großes Dreispartenhaus, das in den Saisons 2016-18 nicht nur den kompletten Ring von Richard Wagner auf die Bühne bringt, sondern auch die Uraufführung einer deutschen Oper, welches Theater macht das schon? Aber Kiel ist groß, hat 500 Mitarbeiter und einen Etat von 25 Millionen Euro steht das Theater ganz gut da.

    Der mittelalterliche Altar
    Der mittelalterliche Altar
    moderne Kirchenfenster
    moderne Kirchenfenster

    Auch die Nicolaikirche hat uns sehr gut gefallen, auch wenn uns der Hahn auf dem Dach gefoppt hat, es ist keine katholische Kirche, 1526 kam die Reformation und die Kirche wurde evangelisch. Ganz moderne Kirchenfenster treffen auf einen Flügelaltar aus dem 15 Jahrhundert und andere sehr alte Kunstschätze, und vor der Kirche thront der „Geistkämpfer“ von Ernst Barlach, ein Engel mit Schwert siegt über ein wolfsähnliches Wesen.

    Am Kai liegen zwei Aidas, die MSC Musica, ein riesig großes Kreuzfahrtschiff und – wie immer – die Schwedenfähren. Es gibt stets etwas zu schauen, wir freuen uns sehr über diese Perle des Nordens, wenn hier Palmen wüchsen und es im Herbst und Winter nicht so kalt wäre, könnte Kiel eine echte Alternative zu den Kanarischen Inseln sein.

    Zumba am Kai
    Zumba am Kai
    Eine Hochzeit, wo Gersten noch das englische Militär verabschiedet wurde
    Eine Hochzeit, wo gestern noch das englische Militär verabschiedet wurde
    Eine alte Bekannte: Die Motor-A besucht die Segel-A im Bau, seltsamer Entwurf
    Eine alte Bekannte: Die Motor-A besucht die Segel-A im Bau, seltsamer Entwurf

    Und wir sind mittlerweile wieder im mittelhessischen unterwegs, haben mit Larissa, Johannes und Leonard beim Griechen gegessen, und bereiten uns auf eine ganz normale Arbeitswoche vor.

  • Blitz- und Donner-Wetter

    Direkt vom Fischer
    Direkt vom Fischer für den Grill heute Abend

    17. August 2016, Mittwoch, Baro 1008, sonnig, aber diesig, 26 Grad, Wind SW um 3
    Cap d’Agde 08:45 – La Grande Motte 15:15, 32 sm

    Nach anderthalb Tagen in Cap d’Agde wird es Zeit für uns weiterzufahren. Der Wind hat gedreht, ist noch ein bisschen schwach auf der Brust, wir setzen den Spi und segeln entlang der Küste. 11:00 Uhr ist der Wind weg, wir motoren kurz, dann hat er auf Süd gefreht und wir können mit halbem Wind an Sète vorbei segeln.

    Viele Felsen liegen vor dem Strand von Cap d'Agde
    Viele Felsen liegen vor dem Strand von Cap d’Agde

    Gestern früh haben wir uns auf den weiten Weg zum Metzger gemacht, die Menschenmengen in den Restaurants, Bars und Cafés bewundert, sind über den kleinen Markt am äußeren Hafen, wo auch wir diesmal liegen, geschlendert, haben schließlich den Hund ins Boot gebracht und sind zum Schwimmen an den Strand. Auch da waren wir nicht alleine, aber das Wasser war angenehm, nicht zu kalt und nicht zu warm. Viele kleine Vulkanfelsstücke wechseln sich mit weichem Sand ab, und die kleinen Felsen sind übersät mit Seeigeln, da muss man schon aufpassen, dass man nicht dranstößt.

    Abends ab 21 Uhr gibt es eine musikalische Darbietung auf dem kleinen Marktplatz, von hinter der Bühne, bei uns auf dem Boot, klingt das grauenvoll, weil die Stimmen nicht mit dem Playback der Instrumente passen, aber als wir auf dem Platz sind, passt alles.

    Die zwei Mädels und ein junger Mann haben ein großes Repertoire, Volker ist zunächst etwas erschrocken, als wir mit französischen Chansons empfangen werden “Mein Genuss an Chansons dieser Art hält sich sehr in Grenzen”, aber dann gibt es Funk, Salsa, Jackson Five, Rock und vieles mehr. Und die Franzosen tanzen! Ältere und jüngere Paare versuchen sich am “Mambo No. 5”,  drehen sich im Salsa-Rhythmus und rocken das Pflaster. Den “Madison” können sie alle und alle Menschen auf dem Platz drehen sich im Gleichschritt. Wir können nur staunen!

    Nach Sonnenuntergang
    Nach Sonnenuntergang in LGM

    Bis auf eine kleine halbe Stunde können wir die 32 sm bis La Grande Motte segeln, und wir schaffen es, genau vor dem Gewitter die Leinen an der Capitainerie fest zu haben. Ich bin noch oben, um unseren Liegeplatz zu organisieren, da fängt es schon an zu regnen. Der Hafenmeister flucht leise, weil er heute morgen die Fenster offen gelassen hat, und jetzt niemand bei ihm zuhause ist. Ich bekomme den Superservice: Als ich unten aus der Tür trete, und überlege, ob ich im Trocknen abwarten soll, bis es aufhört zu regnen, oder ob ich zum Boot flitzen soll „Es ist ja nur Wasser“, da steht Volker ritterlich mit einem Regenschirm, um mich abzuholen. So viel Regen hatten wir seit Deutschland nicht mehr, und dazu noch Blitz und Donner. Ich habe vorsorglich schon mal alle elektronischen Geräte in den Backofen gelegt und den großen Computer ausgeschaltet. Nach einer dreiviertel Stunde ist der Zauber vorbei, es wird wieder warm und sonnig.

  • Nebel auf dem Mittelmeer

    15. August 2016, Montag, Baro 1015, bewölkt, Wind NO 1-2
    Gruissan 12:00 – Cap d’Agde 16:45, 23 sm

    Gestern Abend hat uns noch eine Katze besucht.
    Gestern Abend hat uns noch eine Katze besucht.

    Eigentlich wollten wir früh ablegen. Aber um acht weht es noch ziemlich stark und böig, genau aus 60 Grad, und da wollen wir hin. Um elf wird es besser der Wind dreht, ich gehe nochmal geschwind mit dem Hund zum Pipi machen, dann legen wir ab und verabschieden uns von der Capitainerie. Nur jetzt ist leider der Wind komplett eingeschlafen.

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    Pottendichter Seenebel

    Wir motoren Richtung Cap d’Agde, als es immer diesiger wird, und wir schließlich in pottendichtem Seenebel stecken. Ich sitze unten am Radar, Volker oben amSteuer. Neben dem Süd-Gefahrenzeichen sehe ich ein Signal auftauchen, das Marpa-Ziel verfolgt es bis zu uns, wir sehen nichts, bis ca. 100 m direkt rechts von uns ein 30-Fuß Bavaria auftaucht.

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    So sieht es auf dem Radarbildschirm aus

    Gut, wenn man so ein Radar hat! Auch das Gefahrenzeichne ist nur ca. 200 m entfernt, das können wir nur ganz verschwommen ausmachen, weil wir halt wissen, dass es da sein muss.

    So plötzlich, wie er gekommen ist, verschwindet der Nebel auch wieder, er reißt auf, und plötzlich ist die Sonne da. Kurz danach kommt auch der Wind, wirkönnen segeln.

    IMG_1892 IMG_1879 IMG_1854Links voraus sehen wir Fische im Wasser springen, als wir näher kommen, entpuppen sie sich tatsächlich als eine Gruppe Delfine, die offensichtlich auf der Jagd sind. Eine Weile schwimmen sie mit uns, endlich mal wieder, und wir können ein paar schöne Fotos machen.

    Sonne, vernebelt
    Sonne, vernebelt

    Noch zwei, drei Wenden, und Cap d’Agde mit dem großen Fels vor der Einfaht liegt vor uns. Das letzte Mal waren wir im Mai 2015 hier, da war es vergleichsweise leer zu dem, was sich jetzt vor und an der. Hafeneinfahrt tummelt. Wir bleiben erstmal an dem äußeren Steg liegen, da ist die Aussicht einfach besser. Obwohl, gerade als wir in den Hafen reingefahren sind, kam der Nebel wieder und hat alles in milchiges Licht getaucht, für kurze Zeit. Jetzt können wir die Aussicht wieder genießen.

  • Fast 32 Stunden übers Meer

    3. – 4. August 2016, Mittwoch und Donnerstag, Baro 1012, sonnig, warm
    Puerto Pollença 3.8. 08:30 – Argelès 4.8. 17:00, 161 sm

    Wie geplant legen wir um halb neun ab, ich war vorher noch ausgiebig mit Nico spazieren, dann ist er erstmal müde. Das Meer ist soooo flach, keine Welle kräuselt die spiegelglatte Oberfläche, nur wenn Motorboote vorbeikommen, zerstören sie kurz das Bild, und lassen die Segelboote wackeln.

    Cap Formender zum letzten Mal
    Cap Formender zum letzten Mal

    Bei Cap Formentor kommen uns vier französische Segler entgegen, deren Ferien ja jetzt ruchtig losgehen, und mit uns fahren noch zwei weitere Yachten Kurs 0 Grad. Ansonsten ist wenig Schiffsverkehr, ein langsamer Frachter zieht am Heck vorbei, ein anderer Segler kommt uns entgegen.

    14:30 Uhr ist Mallorca nur noch ein Hauch in der Ferne und rund um uns drei Boote liegt nur blaues blaues Meer. Hier sind es über 1700 Meter bis zum Meeresgrund.

    15:10 wir segeln! Der Spi steht, das Großsegel ist oben, wir fahren mit 4-5,5 Knoten. Die beiden anderen Boote motoren weiter und ziehen an uns vorbei. Hoffentlich hält der Wind durch. Jetzt heißt es, geschwind alle Energiefresser vom Strom zu nehmen, den Kühlschrank ein bisschen kleiner zu drehen, nur das Ipad darf noch laden.

    Von anfänglich 96% Tankinhalt sind wir jetzt bei 77%, das Diesel würde auch reichen, wenn wir alles motoren müssten, aber so ist das natürlich viel besser, der Wind hat ein bisschen aufgefrischt, jetzt segeln wir mit 5,5-5,8 Knoten, fast so schnell wie mit Motor, nur leiser, billiger und umweltschonender!

    Der "blaue  Kranich"
    Der “blaue Kranich”

    Wir haben den “blauen Kranich” erfunden! Ein leichtes Vorwindsegel, das wir am Heck anbrigen, und das wie ein Spi wirken soll? Nein, in Wirklichkeit ist es nur ein Sonnenschutz, weil man auf der Dehler wegen des langen Baums kein Bimini anbauen kann. Und hier im Mittelmeer ist das unabdingbar, so heiß brennt die Sonne, vor allem, wenn man vor dem Wind nach Norden fährt, gibt es sonst keinen Schatten auf dem Kahn. Deshalb haben wir jetzt den blauen Kranich.

    Sonnenuntergang auf See
    Sonnenuntergang auf See

    21:00 Uhr, Sonnenuntergang, das Barometer ist gefallen auf 1019, leider lässt der Wind, der uns bis hierher begleitet hat, jetzt nach. Aber wir konnten noch in Ruhe zu Abend essen, auch wenn wir wischendurch zweimal schiften mussten, Frikadellen mit Salzkartoffen, Gemüse und Salat haben geschmeckt, anderthalb Frikadellen sind für den kleinen Hunger in der Nacht übrig geblieben. Nico ist auch zufrieden, vorhin hat er sich einfach ins hCockpit gestellt und Pipi gemacht, da kam fast ein ganzer Liter aus dem kleinen Hund raus! Wir haben ihn gelobt und Leckerli gegeben, richtig verstanden hat er das aber nicht. Vor zehn Tagen noch wurde er aufs Übelste geschimpft, wenn er das im Boot macht, und jetzt wird das belobigt? Ich glaube, das ist zuviel für so ein kleines Hundehirn.

    22:00 Uhr Der Wind hat sich verabschiedet, wenn wir unter vier Knoten fahren, machen wir die Huddel an, dann wird das auch zu unruhig, die Segel schlagen, das ist nicht gut fürs Material. Mal sehen, ob das zu einer Nachtruhe wird bei dem Wind, oder ob er nochmal wieder kommt. Heute ist Neumond, das wird eine finstere Nacht. Aber ich habe vorhin beim Spinnaker bergen eine Sternschnuppe gesehen, und hatte genug Geistesgegenwart, um mir sofort etwas zu wünschen.

    Ich lege mich ein bisschen hin, bin aber nicht ausreichend müde, um richtig zu schlafen, sondern döse nur so, sodass ich sofort wach bin, als Volker um 00:30 Uhr das Großsegel wieder durchsetzt. Es kommt ein bisschen Wind, diesmal aus Südwest, also Raumschotkurs, mit Groß und Fock. Noch 47 sm bis Estartit.

    01:15 Uhr: Jetzt darf Volker schlafen, ich wache über das Boot. Der Wind weht munter weiter, wir segeln mit zwischen sechs und über sieben Knoten durch die Nacht. Der Lichtschein von Barcelona ist weit zu sehen, als wir näher zum Land kommen, sieht man auch andere Orte, Girona im Land, und kleineren Schein von den kleineren Orten an der Küste wie Sant Feliu und Palamos. Ansonsten ist es finster, nicht nur, dass Neumond ist, es gibt auch ein paar Wolken, die sich vor die Sterne schieben. Nur die Kassiopeia und der große Wagen begleiten uns bis zum Morgengrauen. Alle halbe Stunde werfe ich einen Blick auf den Plotter, um nach den großen Schiffen zu sehen, aber diese Nacht kommt uns keines zu nahe.

    03:30 Uhr, wir wechseln wieder, der Wind bleibt stetig, wenn auch etwas schwächer, und ich schlafe, sanft gerollt, auf dem Salonsofa ein.

    06:15 Uhr verlässt uns der Wind mal wieder, um dem Sonnenaufgang zu weichen, wir diskutieren, ob wir – wie geplant – nach Estartit wollen, oder wegen des für die ganze nächste Woche vorhergesagten Nordwinds lieber um das Cap Roses rum sein möchten, dann können wir den Rest bei weniger starken Winden kreuzen.

    08:00 Uhr: Auf jeden Fall gehe ich in Aguablavas mal mit Nico spazieren, wir haben kurz an einer Boje festgemacht, und ich rudere zum Strand. Das ist ein entzückender kleiner Ort hier, leider one Bäcker, aber mit einem wunderschönen Küstenwanderweg durch den Pinienwald. Miguel hatte uns das Chiringuito “Mar y Vent” ans Herz gelegt, aber das muss auf ein anderes Mal warten, wir probieren unser Glück mit der Weiterfahrt bis Frankreich, vielleicht kommt ja der vorhergesagte Südwestwind zurück, im Moment ist wenig Nord.

    Cap Creus
    Cap Creus

    Es wird nicht der Südwest, aber ein leichter Nordostwind trägt uns von 10:30 bis 12:30 Uhr an der Bucht von Roses vorbei, Cadaques (da war das Dalí-Haus) bleibt ebenfalls links liegen. Leider verlässt uns der Wind pünktlich zur Mittagszeit wieder, um 12:30 Uhr, ab Cap Creus motoren wir wieder, schade. Der blaue Kranich kommt wieder zum Einsatz, die Sonne brennt.

    13:15 Uhr: wir segeln wieder, allerdings nur langsam und hoch am Wind, der Skipper flucht, noch haben wir gute vier Stunden, dann soll der Wind endgültig auf die Nase drehen und zunehmen, bis heute Nacht der Sturm kommt. Das ist so, zum einen langweilig, zum anderen mit Arbeit verbunden, Vorsegel raus, Vorsegel einrollen, der Wind dreht, Segelstellung verändern. Ich glaube, das würde den Skipper garnicht so sehr stören, aber, der fehlende Wind nervt ihn. “Wir kaufen uns ein Motorboot oder eine Finca auf Mallorca”! Jetzt kommt der Wind, dann ist er wieder froh 😉

    Ich lege mich zu einemMittagsschlaf hin, es gab doch nicht sooo viel davon letzte Nacht, nicht ohne vorher noch die Gastlandflagge von Spanien gegen die französische zu tauschen, und beim Hissen derselben natürlich die Marseilleise zu summen. Eine Stunde spielt der Wind mit, dann lässt er wieder nach und der Skipper nimmt meinen Platz auf dem Salonsofa ein. Nur ser Hund behält den seinen auf den jeweiligen Beinen bei.

    Kurz vor 17:00 Uhr laufen wir in den Hafen ein, gerade rechtzeitig, bevor der Nordwind auffrischt, wir bekommen einen schönen Platz, an dem wir gut gegen den Tramontana geschützt sind, weit genug vom Gewusel des Ferienortes, und mit reichlich Grün für Nico.

  • Doppelte Einladung

    Heiß, megaheiß, ist es im Hafen, der Schweiß läuft und zahlreiche kleine und größere Jobs stehen an, wie eigentlich immer nach der Ankunft in einem Hafen. Das Großsegel auftuchen, alle Leinen klarieren, das Landstromkabel legen, Nico sofort Gassi führen, beim Hafenmeister anmelden. Bei längeren Nachdenken ließe sich sicher noch der eine oder andere Punkt hinzufügen. Doch gestern war es soooooo heiß, kein Windhauch sorgte für Abkühlung. Umso schöner ist es dann, wenn die lieben spanischen Liegeplatznachbarn direkt zu einem kühles Bierchen einladen. Wer sagt da schon nein, das kommt natürlich auch nicht jeden Tag vor, sonst würde ich das hier garnicht erwähnen.

    erschöpft mit Hund (ebenfalls erschöpft)
    erschöpft mit Hund (ebenfalls erschöpft)

    Am späten Nachmittag sind wir zum großen Eroski gepilgert, der kein Erotik-, aber dafür ein gut ausgestatteter spanischer Supermarkt ist, sogar mit gratis Lieferservice. Servicio al domicilo, also nach Hause. Aus diesem guten Grunde wurde der Einkaufswagen immer voller. An der Kasse gab es dann ein paar kleine Feinabstimmungen bezüglich der Lieferung zu regeln, was Cornelia mit Engelsgeduld und Sprachkenntnis gelang.

    Die erste Nacht im Hafen nach langen vier Wochen vor Anker war super ruhig und ganz entspannt. Am Ankerplatz schläft es sich gut, aber eine kleine Restanspannung bleibt doch immer, und zwei- bis dreimal in der Nacht erfolgt der Kontrollblick nach draußen, ob man noch am gleichen Platz liegt. Heute Morgen haben wir uns dann in die Arbeit gestürzt, Cornelia hat die Hafenwaschmaschine viermal gefüllt und geleert. Ich habe währendessen reichlich Edelstahl auf Glanz poliert.

    IMG_1676 IMG_1678 IMG_1702Dann gab es – wieder von spanischer Nachbar-Seite – ein verlockendes Angebot. Wir wurden eingeladen, mit dem gemietetn Wagen zum imposanten Cap Formentor mitzufahren.

    von See…
    von See…
    IMG_1737
    direkt dort
    IMG_1728
    …von Land

    Das Kap ist die nördlichste Spitze von Mallorca, die wir jetzt schon zweimal von der Wasser-, aber noch nie von der Landseite aus gesehen haben.

    Die Ziegen wohnen am Cap und lassen sich streicheln
    Die Ziegen wohnen am Cap und lassen sich streicheln

    Endlose (Haarnadel)-Kurven gung es mit Mietauto, uns und spanischer Familie nach oben. Dort angekommen, hatten wir so einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Berge, auf steile, zum Meer hin abfallende Felswände und auf das Meer selbst.

    im Chiringuito, der Strandbar
    im Chiringuito, der Strandbar

    Anschließend sind wir alle zu einem schönen Strand in der Cala Pi gefahren, ins kühle Nass gehüpft, um anschließend in einer Strandbar lecker zu essen.

    Am frühen Abend war der schöne Ausflug zu Ende, der Kopf voll mit zahlreichen neuen Eindrücken und mein noch kleiner spanischer Wortschatz um ein paar Worte reicher.

    Muchas Gracias, queridos vecinos – Vielen Dank, liebe Nachbarn!

  • An der Kinderstube des Meeres

    26. Juli 2016, Dienstag, Baro 1015, sonnig, warm, Wind SSW um 2
    Cala Bassa 11:10 – Cala Benirrás 15:30 ca. 12 sm

    Bei leichtem Wind verlassen wir nach ausgiebigem Spaziergang, Schwimmen und kleinem Frühstück die Cala Bassa. In der Hoffnung, dass der Wind durchhält, machen wir uns auf den Weg in die Cala Xucla, in der der Skipper gerne an seinem Geburtstag aufwachen möchte.
    Leider, leider schafft der Wind es nicht, die 15 Seemeilen durchzustehen. Wir sind noch nicht mal aus der Bucht von Sant Antoni de Portmany hinaus, da dreht er zunächst immer weiter auf die Nase, um schließlich einen frühen Mittagsschlaf anzutreten.

    IMG_1740Wir motoren ein Stück, dann kreuzen wir ein bisschen, an den beeindruckenden Felsen der beiden kleinen der Küste vorgelagerten Inseln Ses Margalides schnorcheln wir. Hier ist wieder mal eine Kinderstube des Meeres zu sehen, tausende von kleinen Feischchen schwimmen in dem klaren Wasser direkt am Felsen, der hier direkt steil in die Tiefe abfällt. Deswegen kann man hier auch nicht ankern, direkt am Felsen sind es schon über 14 m Wassertiefe, und keine fünfzig Meter weiter, sind es über 30 m. Am Felsen haben sich ganz kleine Seeigel eingenistet, Puppenstube halt.

    IMG_1744Weiter geht es mit mal segeln, mal motoren, die Buchten sind leider alle eher so, dass die Felsen direkt bis zum Meer gehen. Es Portixol hat einen kleinen Sandstrand, ist aber leider nach Nordosten offen, wo im Moment, wenn wr weht, noch der Wind herkommt. Und nachmittags wird er ja immer stärker. Außerdem liegen da schon bestimmt zehn Motorboote vor dem kleinen Strand.

    IMG_1751Wir motoren weiter, bis Xucla sind es nur noch ein paar Meilen. Doch vorher lacht uns die große Bucht der Cala Murada und der Cala Benirrás an, und wir lassen schließlich den Anker in der Benirrás fallen. Klar, voll, aber viele gehen auch noch weg, wir ankern ein paarmal um, bis wir schließlich den idealen Platz gefunden haben. Es gibt Wasser bei den Duschen, bevor es zur Nacht abgestellt wird, schaffen wir noch 32 Liter in unseren Tank, und tatsächlich fängt eine Stunde vor Sonnenuntergang eine Gruppe Hippies an zu trommeln. Wie in der Navionicskarte beschrieben! Richtig geil!

    IMG_1780Jetzt ist es nach Zwölf, Nico und ich haben dem Skipper zum Geburtstag gratuliert, die zwei sind nochmal ans Land gerudert, weil Nico so gegast hat, jetzt aber schnell “Gute Nacht!”

    Bilder folgen