Autor: Hexymama

  • Addeo Formentera!

    25. Juli 2016, Montag, Baro 1012, sonnig, warm, Wind SW 2-4
    La Savina 14:15 – Cala d’Hort 16:45, ca 14 sm · 19:00 – Cala Bassa  21:00 ca. 12 sm

    Noch einen letzten Spaziergang an der Lagune, heute ist wieder der junge Mann da, vielleicht kommen die beiden Frauen mit den Möpsen nur nachmittags? Einen letzten Einkaufsgang, bzw. natürlich Einkaufsfahrt mit dem Beiboot, nochmal 32 l Wasser beim Tierarzt geschnorrt, Tomaten und Obst gekauft, eine letzte Fahrt durch die große Lagune, dann heißt es Abschied nehmen.

    Der geheimnisvolle Felsen von Islote Vedra
    Der geheimnisvolle Felsen von Islote Vedra

    Der Hüter der Bojen war auch schon ganz enttäuscht, als er heute morgen kam und fragte: „Stay or leave“, und die Antwort „Leave“ war. Aber wir müssen jetzt mal wieder neue Calas entdecken, und so machen wir uns auf den Weg zum Cabo Jueu mit der berühmten vorgelagerten Isla Vedra, von der Doc Heissenberg sagt, dass da die Kompasse verrückt spielen, wenn man dran vorbeifährt. Also, nur zur Info, unser Kompass hat keine Sperenzchen gemacht, die Kompassnadel ist nicht wild im Kreis herumgetanzt, sondern hat brav den gleichen Kurs angezeigt wie vorher.

    Aus der Ferne eher bedrohlich, die Islote Vera
    Aus der Ferne eher bedrohlich, die Islote Vera

    Kurz danach öffnet sich schon die Cala d’Hort, eine kleine Cala an schroff abfallenden Felsen aus rotem Sandstein (?) mit einer Reihe der landestypischen Fischerboothütten und vollen Sandstrand, sehr hübsch. Ich mache mich an den Gassigang mit Nico, scheitere aber an schroffen Felsen, an denen ich mich nicht traue, unser Beiboot länger als fünf Minuten liegen zu lassen. Auch der kleine Sandstrand bietet keine Rettung, er ist echt so schmal, dass ich das Boot direkt auf die Handtücher der dort liegenden Menschen absetzen müsste. Also überrede  ich Nico, doch noch einmal ins Boot zu steigen, obwohl er viel lieber weiter gehen würde, um einfach nur Pipi zu machen, aber wir fahren zurück zur Hexe, und ich bitte Volker, mich einfach mit dem Hund irgendwo abzusetzen, und auf das Beiboot aufzupassen.

    Kaum sind wir wieder an Bord und endlich auch selbst in die kühlenden Fluten gestiegen, nimmt der Wind immer weiter zu, es wird unruhig. Der Skipper: „Was wäre denn die nächste besser geschützte Bucht, in der wir ankern könnten?“ „Naja, wir könnten zwei Meilen weiter fahren, die Buchten sind weniger offen nach Südwest, aber ziemlich klein, wie voll die sind, weiß ich nicht. Aber richtig geschützt gegen Südwest wäre die Cala Bassa.“ „Das habe ich gewusst, dass Du das sagen würdest!“ Klar, von Anfang an wollte ich gerne einmal da ankern, als wir mit dem Auto im März 2015 dort waren, habe ich mir vorgestellt, wie diese Bucht wohl im Sommer aussieht.

    Sonnenuntergang in der Cala Bassa
    Sonnenuntergang in der Cala Bassa

    Nach einem eher wilden Ritt vor dem Wind mit ausgebaumter Fock und mehreren Halsen, sowie einem anschließenden Amwindkurs, liegen wir in der Cala Bassa vor Anker. Der Wind hat sich gelegt, klar sind hier viele andere Boote, aber alle sind, nett, grüßen, die Gäste der türkischen Gület werden an den Strand zum Essen gefahren, aber viele bleiben auch auf ihrem Boot und genießen einen weiteren Ferien-Abend in einer gut geschützten Cala.

    Beim Spaziergang an Land treffen wir auf einen Spanier mit drei Bordercollies, Mama und zwei Töchter, die eine Tochter macht Nico wuschig, wir müssen ihn an die Leine holen für den restlichen Spaziergang, damit die männlichen Triebe nicht durchbrechen, oh oh!

    in den Clubs des Cala Bassa Beach Clubs ist nix mehr los, und ich dachte, hier startet jetzt die Party, einzig in einem Restaurant sitzen noch ein paar Gäste, ein Zeichen für uns, den Abend auf unserem Boot mit einem Blick über die Bucht zu beschließen.

  • Bei Versace

    19. Juli 2016, Dienstag, Baro 1015, sonnig, warm, O 4-5
    Es Cubells 13:10 – Es Pujols 16:30, ca. 16 sm

    Es fiel ein bisschen schwer, heute den Skipper zum Aufbruch zu motivieren. Ich war schon sehr erstaunt, dass gestern, als der Wind gegen zehn Uhr anfing, und immer mehr auffrischte, nicht das berühmte “in fünf Minuten legen wir ab” erklang, denn es war schönstes Wetter und bester Wind, aber nach dem letzten Sonnenbrand wollte Volker nicht den ganzen Tag am Steuer in der Sonne sitzen.
    Doch so langsam brauchen wir mal einen Ort mit Einkaufsmöglichkeiten, der Kühlschrank ist öd und leer. Und dann müssen wir ja auch noch entscheiden, wohin wir segeln sollten: In die Bucht von Sant Antoni, das wären 22 sm bei achterlichem und später halben Wind, oder nach Es Pujols, das wären 13 sm gekreuzt.
    Volker meint, ich solle doch mal entscheiden, wir würden dahin segeln, wo ich hinwolle. “Mir egal”, sage ich. “Nein, Du entscheidest heute.” “Okay, dann fahren wir nach Sant Antoni!”, entscheide ich. “Und dann morgen schon wieder zurück? Du willst doch am Wochenende wieder auf Formentera sein, falls am Montag Dein Paket aus Deutschland beim Tierarzt ankommt.” Jetzt kreuzen wir gerade nach Es Pujols. Soviel zu “Du entscheidest”.

    Die erste halbe Stunde saß ich auch am Ruder, damit der Skipper im Schatten bleiben kann, und nur für Mannöver sich der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen muss, aber länger hält er das doch nicht aus, jetzt sitzt er mit Schirmmütze und T-Shirt am Ruder, abet dafür ist er wenigstens glücklich.
    Und wir haben einen Supersegeltag, sonnig, warm, genügend Wind (ja, wir müssen mal nicht über plötzlich auftauchende Flauten klagen) und eine flott segelnde Hexe trotz Dinghy im Schlepptau.

    Kurz nach vier sind die Leinen fest in der Bucht vor Es Pujols. Leider fällt mir beim Aufklaren auf, dass Nico, wohl kurz vor Schluss, auf den Teppich gepullert hat! Wir sind entsetzt, das hat er nämlich vorgestern Nacht wohl auch schon gemacht, allerdings an anderer Stelle, und es ist uns erst später aufgefallen. Diesmal aber stellt Volker ihn so richtig in den Senkel, er wird ausgeschimpft und muss rauf ins Cockpit, und da auch bleiben. Verschämt versteckt er sich in der hintersten Ecke, aber das besänftigt den Zorn des Skippers noch nicht. Der Teppich und die Anti-Rutsch-Unterlagen müssen raus und abgewaschen werden, auch der Boden wird geputzt, während Nico in seiner Ecke ausharrt.

    Ich fahre dann mal mit ihm und dem Dinghy an Land, diesmal sieht man mir wahrscheinlich die schlechte Aura an, kein Mensch hilft mir, das Dinghy an Land zu ziehen! Sonst war immer jemand zur Stelle, ein netter junger Deutscher, zwei italienische Mädels, eine Engländerin, zwei Spanier, aber heute schauen alle einfach weg! Und das gleiche auf dem Rückweg ins Wasser! Meinst Du, einer stünde mal mit seinem fetten A… aus seinem Liegestuhl auf und würde mir helfen? Keiner!
    Wieder zurück an Bord gibt es eine kleine Abkühlung im blauen Wasser, wobei man hier auf kleine böse Quallen achten muss, und dann sprüht Volker die Stellen im Teppich mit dem geschenkten Parfümpröbchen aus Barcelona ein. Jetzt riecht es bei uns nach Versace!

  • Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n

    17. Juli 2016, Sonntag, Baro 1010, sonnig, warm, Wind O 2-3

    Heute haben wir zum ersten Mal den Verband an Nicos operiertem Beinchen abgemacht, und, nachdem Volker ihn gehörig geschimpft hat, als er dran lecken wollte, lässt er jetztdie Wunde bislang in Ruhe. Und wir ihn nicht aus den Augen. Er versucht uns aber zu überlisten, verzieht sich still und leise in die Achterkajüte, gangz ganz weit nach hinten, um sich unter der Decke zu verstecken und doch an der Wunde zu lecken. Da hat er aber die Rechnung ohne mich gemacht. Höchstens zu kurzen Mannövern ist er hier unten alleine.

    Gestern sind wir um 19:00 Uhr mit unserem Beiboot in den Hafen gefahren, um die Prozession zu Ehren de la Virgen Carmen, der Heiligen der Fischer und Seefahrer anzusehen. Es war viel los, aber auch nicht mehr als sonst zu dieser Uhr- und Jahreszeit. Ich habe nochmal bei beiden Marinas nach dem Preis gefragt, tatsächlich, ohne dass ich die genauen Maße unseres Bootes nennen musste, bekam ich in beiden Fällen die Bestätigung: “Ja, der Liegeplatz für eine Nacht kostet 225€!” Ich wolltefragen, ob das inklusive Vier-Gänge-Menü und Massage ist, hab es mir dann aber doch verkniffen, und sagte nur “Das ist aber teuer!”. “Tja, es ist eben Hauptsaison”, war die Antwort. Nee, soviel zahlen wir nicht für Boot putzen, staubsaugen, Wassertank füllen und Batterien komplett aufladen, da bleiben wir lieber an unserer günstigen Boje oder vor Anker.
    Die Prozession hätten wir fast übersehen, so klein war sie. Aber der Ort hat ja auch nur wenige Einwohner, und die meisten sind um diese Uhrzeit bei der Arbeit in Restaurants und diversen Läden.

    Jedenfalls wurde die Carmen zum Fischereihafen getragen, dort auf einen Fischerkahn verladen, die mitprozessierenden Menschen ebenso. Die Jungfrau Carmen wurde aufs große weite Meer hinausgefahren, begleitet von zahlreichen Schiffen aller Größen und Gattungen, also Segel-, Motor-, Fischer- , Behörden- und Ausflugschiffen. So wurde die einstmal kleine Prozession auf dem Land zu einer großen ansehnlichen auf dem Wasser. Nach gut einer Stunde waren alle, samt der Carmen, wohlbehalten zurück im sicheren Hafen, wo dann eine kleine Gruppe, begleitet von Trommel und Flöte, volkstümliche Tänze aufführte.
    Neben ein paar Kirmesbuden stand eine Bühne, wo erst eine Salsaformation das Publikum zum Mittanzen animierte und später eine Rockband ihre Saiten und ähnliches zum Klingen brachte. Letztere war zwar text-, aber nicht tonsicher und damit nix für unsere verwöhnten Ohren.
    In der Hafenbar gab es noch einen kleinen Absacker. Der dreiviertel Mond am sternenklaren Himmel spiegelte sich im spiegelglatten Meer, mit soviel Beleuchtung fanden wir sicher unseren Weg nach Hause, äh, zum Boot.

    Am Schluss unseres heutigen Blogs wollen wir nochmals ganz ganz herzlich Herrn Dr. Heissenberg für die gelungene Nico-OP und seine umfassende Beratung danken.
    “Sie haben unsere Bedenken und Sorgen im Vorfeld der OP, sehr ernst genommen und und uns durch Ihre Professionalität überzeugt. Nico ist wieder in altgewohnter Art unterwegs und die Wundern verheilen bestens. Zur Nachuntersuchung in der nächsten Woche kommen wir gerne vorbei und die herzliche Einladung Ihrer charmanten Frau zum gemeinsamen Abendesssen am nächsten Wochenende nehmen wir natürlich sehr gerne an.
    DANKE!”

  • … blau, so blau

    12. Juli 2016, Dienstag, Baro 1008, sonnig, warm, Wind Ost um 3
    Es Pujols 11:20 – Es Ram 16:00 ca. 16 sm

    Nach zwei wunderschönen Tagen in der Ankerbucht vor Es Pujols zieht es uns wieder hinaus. Für morgen ist Nordostwind mit Böen bis sechs Beaufort angesagt, da wollen wir lieber in eine Bucht, die gen Norden geschützt ist, also im Süden der Insel liegt.

    Puppenstuben-Bar
    Puppenstuben-Bar
    Lounge-Bar
    Lounge-Bar
    Regenschirm-Bar
    Regenschirm-Bar
    Kerzen-Bar
    Kerzen-Bar

    Es Pujols hat uns sehr gut gefallen. Klar, es ist ein Touriort, und am eher kleinen Strand direkt vor dem Dorf liegen die Sonnenhungrigen in Zweierreihen dicht an dicht. Aber man kann auch ein bisschen weiter laufen, da wird es schon deutlich leerer, und das Wasser ist blau, so blau. Es gibt unendlich viele nette Restaurants, Strandbars, Tapasbars, und unglaublich viele Italiener, nicht nur als Pizzerien und Ristaurantes, nein, auch unter den Touristen spricht jeder zweite Italienisch. Der deutsche Tierarzt hat in Mailand studiert, wie man dem Internet entnehmen kann. Passt alles.

    La Vaca 1/2 loca: Die halbverrückte Kuh
    La Vaca 1/2 loca: Die halbverrückte Kuh
    El Torro Loco - Der verrückte Stier
    El Torro Loco – Der verrückte Stier

    Das Leben im Ort, außer am Strand, beginnt frühestens um acht Uhr abends. Dann füllen sich die Bars, die Läden und die Straßen. Einige Läden bieten handgemalte T-Shirts an, manche richtig kunstvoll, andere sogar zum Selbermalen, oder man gibt eines in Auftrag mit eigenen Sprüchen. Der Clou sind handgemalte Espadrilles, mit Kuhmuster oder anderen sinnigen Motiven, sogar für die allerkleinsten Strandläufer. Also ein Ort, in dem man durchaus länger verweilen könnte. Formentera ist auch bekannt für seine Hippie-Szene, mittwochs und samstags gibt es in San Francesc einen Hippiemarkt. Auf jeden Fall bekommt Es Pujols den Preis für die am schönsten eingerichteten Bars, fantasievoll, wie ein Puppenzimmer, orientalisch, alles, was den Betreibern so einfällt. Wir entdecken in einem Schaufenster sogar eine Armbanduhr mit der Silhouette der Insel sowie in einem Stück Glas eingelassenen Muschelchen.

    In den Bootsschuppern wird sonntags mittags gespeist
    In den Bootsschuppern wird sonntags mittags gespeist

    Am Abend, ab 19-20 Uhr werden an der Uferpromenade kleine Verkaufsstände aufgebaut, dort gibt es Schmuck, Kleider und allerlei Tand zu bestaunen und zu kaufen. Wir beobachten einen der Händler beim Aufbau, kaum hängt das Schild “Made in Formentera”, belagern Leute den Stand. Er verkauft kleine Glasbilder mit verschiedenen Flüssigkeiten und Sand, die man schütteln muss, dann sieht es aus, als würden sich Wellen am Strand brechen. Und Ringe und Kettenanhänger aus Glas, in denen kleine Muscheln und Schneckenhäuser gefangen sind. Nicht schön, aber anscheinend begehrenswert, wie wir beobachten können.

    Auch Nico genießt das Bad
    Auch Nico genießt das Bad

    Heute dagegen segeln wir mal wieder mit ein wenig Wind, natürlich von vorne, aber das ist in Ordnung, das kühlt ein bisschen, zur anderen, der Südseite der Insel. Wenn morgen der angesagte Wind aus Nordwest kommt, sind wir hier vor den Wellen gut geschützt. Auffallend ist die Farbe des Wassers, dort, wo der Untergrund Sand ist, hat das Meer eine türkise Farbe wie auf Karibik-Bildern. Wir lassen uns bei fast Flaute vom Boot nachziehen, das macht Spaß und bringt auch ein wenig Kühlung, nur wenn die Hexe schneller wird, ist es gar nicht mehr so einfach, an der Badeleiter hochzukrabbeln. Leider gibt es auch hier wenig Fische zu sehen. Wir finden eine wunderschöne Bucht, weitab von jeglichem Trubel, klettern mit Nico über die Felsen, und gönnen auch ihm ein Bad im kühlenden Wasser. Nur wenige finden mit dem Motorrad oder dem Roller den Weg hierhin. Wir genießen die Stille und den Blick.

  • Zwei Tage vor Formentera

    09. Juli 2016, Samstag, Baro 1013, sonnig, warm, Wind NNO um 3
    Cala Salada, 09:30 – Sa Torreta 14:00 ca. 26 sm

    Sollen wir noch nach Sant Antoni zum Wassertanken oder Einkaufen? Nein, wir segeln Richtung Formentera, für zwei Tage reicht das Wasser noch. Vorbei an der Punta des Cavall, der Pferdespitze von der Haseninsel, geht es auf Vorwindkurs vorbei an S’Espartar und Sa Galera, Ruchtung Süden. Hier sind wir vor 15 Monaten schon mal entlang gesegelt.
    Und natürlich gibt es wiede wieder eine Flaute ;-). Direkt an den Felsen von Es Vedranell, der kleineren der beiden vorgelagerten Inseln an der Süd-Ostspitze von Ibiza hört der Wind einfach auf. Auch die große Hanse, die bis dahin mitgesegelt ist, und die Volker trotz erheblicher Größenunterschiede einholen konnte, hihi, dreht sich im nicht vorhandenen Wind um sich selbst. Nach mehreren Halsen und nicht druckbaren Aussprüchen des Skippers kommt der Wind wieder – mit 18-20 Knoten von vorne!

    Amwindkurs ist angesagt, ein kleines Mütze-über-Bord-Mannöver wird auch noch erfolgreich gefahren, die ausgeblichene, aber sehr geliebte rote Kappe einer Supermarktkette aus Frankreich wird nicht aufgegeben!
    Mit 16-17 Knoten am Wind segeln wir auf S’Espalmador zu, die Insel zwischen Ibiza und Formentea, wo wir heute Nacht ankern wollen. Auf dem Wasser sind unglaublich viele Yachten, Motor- und Segelboote, Katamarane, ein Renntrimaran. Und vor der langgezogenen Insel ankern sie – alle. Vor allem natürlich in der großzügigen Bucht, die auch wir anpeilten, sieht Volker durchs Fernglas Hunderte!

    Strandblumen
    Strandblumen

    Das wollen wir nicht, wir suchen eine etwas ruhigere Bucht, die gibt es auch direkt nebenan, nur muss die Hexe da am Eingang, vor der natürlichen Barre liegen bleiben, die Bucht ist an der tiefsten Stelle nur 1,29 m tief, und meistens unter einem halben Meter. Daher liegen hier nur Motorboote, davon aber viele hinter der Barre, die die Bucht vor dem schwelligen Wasser schützt. Egal, der Anker scheint zu halten, es ist zwar sehr schwellig von den Wellen der vielen vorbeifahrenden Schiffe, aber hier hat man Aussicht und Ruhe gleichermaßen.

    Nach einem großartigen Hundespaziergang am Strand, durch verlassene Dünenlandschaft mit unendlich vielen Rosmarinbüschen – Nico gefällt das, er läuft immmer weiter und weiter von uns weg, auf Erkundungsgang, aber dann geht er doch mit uns zurück zum Strand, legt sich in das türkise Wasser zum Abkühlen – motoren wir mit einem kleinen Umweg zurück zum Liegeplatz.
    Beim anschließenden Bade schaue ich nach dem Anker, und sehe, dass er an einer Steinkante liegt. Volker ist erst noch der Meinung, dass ich mich irre, und es weißer Sand ist, aber, nachdem er selbst hinab getaucht ist, ist auch er überzeugt. Außerdem schabt dieAnkerkette über eine Steinspitze, das ist nicht gut, wir müssen den einsamen Platz verlassen.

    Sonnenuntergang an Europas schönstem Strand
    Sonnenuntergang an Europas schönstem Strand

    Okay, dann gehen wir halt doch in die große Ankerbucht, in der alle anderen Yachten auch liegen, aber gegen Abend fahren die meisten davon weg. Nach zwei Anläufen finden wir einen sehr schönen Platz, machen einen weiten Spaziergang am Strand bis zu der kleinen Durchfahrt. Überall am Strand haben die Menschen Steine zu kleinen Steintürmen aufgeschichtet, tausende davon stehen wie Zwergensiedlungen, es sieht großartig aus, leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei.

    10. Juli 2016, Sonntag, Baro 1011, sonnig, warm, Wind O 2-3
    Playa Trocados 12:00 – Bucht vor Es Pujol 13:15, 8,5 sm

    Beim Hundespaziergang kann ich die Mission”Müll entsorgen” erfolgreich hinter mich bringen, Brot gibt es erst ab 09:30 Uhr. Volker fährt mit dem Dingy zu dem großen englischen Motorboot, das neben uns ankert, und bittet um ein bisschen Wasser. Den großen Einer hat er dabei, die Gießkanne und den Schnellkochtopf, da gehen schließlich auch fünf Liter rein. Mit einem selbstgebastelten Trichter aus einer großen Plastik-Wasserflasche füllen wir das kostbare Nass ein, noch viermal fährt Volker, der Engländer hat ihm versichert, dass sein Wassermacher schneller aus Salzwasser Trinkwasser macht, als Volker es per Beiboot abholen kann. Jetzt haben wir wieder einen halbvollen Tank, das reicht für ein paar Tage. Und gute Tipps hatte des Engländer auch parat. Wir sollen um die Landzunge herum, zur Ankerbucht vor Es Pujol segeln, das sei ein wunderschöner Ort und eine gute Bucht.

    Ehe all die Sonntagsausflügler in die Bucht kommen, gehen wir Anker auf und segeln die acht Seemeilen. Die Bucht ist großartig und nicht so voll, die Schönheit des Ortes werden wir gegen Abend erkunden.

  • Who let the sea in?

    08. Juli 2016, Freitag, Baro 1013, leicht bewölkt, warm Wind W 4-5
    Cala Xucla 12:00 Cala Salada 16:00, ca. 20 sm

    Nach morgendlichem Spaziergang, Kaffee, Schwimmen kommt nach elf Uhr langsam der Wind, wir machen uns fertig. Und als wir um 12 Uhr aus der Bucht segeln, hat der Wind auf WNW gedreht und weht mit bis zu 20 Knoten. Das hat kein Wetterbericht vorhergesagt, aber im Mittelmeer kann man sich halt auch auf die Wetterberichte nicht  verlassen.

    Zuerst bringt das etwas Hektik ins Schiff, denn eigentlich wollten wir bei achterlichem Wind langsam in eine der nächsten Buchten zockeln und hatten das Beiboot mit Benzinkanister nur hinten angebunden. Bei soviel Wind und der entsprechenden Richtung ist das aber nicht gut, wir rollen die Fock weg, ich halte die Hexe im Wind, und Volker zieht mit aller Kraft das wegen des vollen Benzinkanisters jetzt noch schwerere Boot an Deck. Wir kreuzen einfach schön entspannt bei leichter Bewölkung, später auch Sonnenschein. Nach 14 Uhr lässt der Wind etwas nach, die Richtung bleibt, dem Hund wird es schon wieder zu warm.

    Die Nordwestküste von Ibiza ist rau, sie erinnert eher an Korsika, es gibt nur wenige Buchten, die einen kleinen Sandstrand haben, aber beeindruckende Felsformationen.

    Wir hatten  viel zu sehen in unserer Cala Xuclà. Ein Boot nach dem anderen kam, um dort zu ankern.  Zuerst waren es zwei große Motorboote, eins schön, eins hässlich. Kaum war der Anker im Grund, wurden aus der Heckgarage der “CD2” die Spielzeuge herausgeholt, Motorboot, Jetski, ein Schwan und ein Einhorn, eine Tube, aber nur der Jetski wurde bewegt. Und Volker fährt mit unserem Beiboot hin, und fragt, ob man ihm vielleicht ein paar Liter Benzin verkaufe? Klar, das machen sie gerne und füllen unseren roten Kanister randvoll. Wir konnten zuschauen, als der Koch auf dem Oberdeck das Mittagessen grillte, es roch lecker bis zu uns hinüber. Neben vielen “kleinen” Segelbooten wie unserem kam gestern nachmittag eine wunderschöne Superyacht in die Bucht,  wie uns das Internet nach Recherchen verriet, steht sie zum Kauf. Der Preis ist gerade um 100.000 € gesenkt worden, auf schlappe 7,9 Mio.

    Der Wetterbericht bei Windfinder gibt Entwarnung, es soll am späteren Abend doch keine 7 Windstärken mehr sein, trotzdem wollen wir zum Fußball schauen in das kleine Restaurant in unserer Ankerbucht, anstatt mit unserem kleinen Beiboot die anderthalb Seemeilen in die nächste Bucht zu motoren. Aber Pustekuchen! Dort darf der Hund nicht einmal auf der Terrasse sein!

    Also machen wir uns doch auf nach Portinatx, finden einen Platz in einer von Franzosen und Deutschen gleichermaßen frequentierten Bar,  das sorgt für gute Stimmung zu jeder Gelegenheit, nee, ehrlich! Auch am Ende klatschen die Deutschen den Franzosen, genauso wie es in Palma die Italiener für die Deutschen getan haben.

    Und dann kommt die Rückfahrt! Kaum sind wir bei unserem kleinen Beiboot angekommen, schon legt der Wind zu, aber es geht noch ganz gut, weil wir im Windschatten der Felsen fahren. Nur, als wir dann in die Cala Xuclà hineindrehen, kommen ordentliche Böen von vorne, ich verstecke die Handtasche mit den Handys unter dem Sitz, hinter unseren Beinen, und wir sind alle drei klatschnass, als wir endlich auf unserer Hexe ankommen. Und das alles mur, weil die in dem Restaurant in unserer Bucht den Hund nicht auf die Terrasse lassen wollten!

    Heute ist es schönes Segeln, zwar müssen wir mal wieder kreuzen, aber es ist angenehm warm, die Sonne scheint, und beim Kreuzen wird es nicht so heiß. Man muss nur dran denken, sich gut mit Sonnenschutz einzucremen, damit man nicht verbrennt. Nach 16 Uhr sind wir in der Cala Salada, zwar nicht allein, aber es gibt viel zu schauen. Ein Ausflugskatamaran fährt durch, mit knapp einem Meter Abstand zu den ankernden Booten, das Wassertaxi kommt, Stand-up-Padler und Schwimmer kommen am Ankerplatz vorbei, und ganz viele Ausflugs-Motorboote zieht es in die schöne Bucht. Eines liegt ganz in unserer Nähe mit sechs englischen Girls, so zwischen Mitte Zwanzig und Mitte Dreißig, die für ein langes Wochenende hergekommen sind, und sich ein Motorboot mit attraktivem Fahrer gemietet haben. Eine von ihnen kommt vorbeigeschwommen, um unseren Hund zu begrüßen, sie alle haben viel Spaß, und am frühen Abend, als der Alkohol wirkt, springt die erste unter lautem Jubel nackt ins Wasser, drei weitere folgen, den spanischen Fahrer wollen sie auch animieren, aber der bleibt standhaft. Die Krönung bringt Blondie mit dem Spruch: “I let the sea in!”

    Nach 20 Uhr aber sind alle weg, nur noch ein paar ankernde Segler sind geblieben, und es kehrt Ruhe ein. (Bilder folgen)

  • we ‘re going to Ibiza

    4. Juli 2016, Montag, Baro , sonnig, warm, Wind s.u. 
    Paguera 09:30 – Cala Xucla 19:30 ca. 53 sm

    Die Bucht von Paguera
    Die Bucht von Paguera

    Heute wollen wir den letzten vorhergesagten Nordost-Wind ausnutzen und nach Ibiza segeln. Direkt nach dem Hundespaziergang an der Promenade gehen wir Anker auf und setzen Segel.

    Der Wind kommt genau von hinten, also wie vorhergesagt aus Nordost, mit 10-12 Knoten ist das angenehm. Aber er dreht dauernd, wir halsen, setzen die Fock, baumen sie aus, kaum sind wir aus der Bucht heraus, dreht der Wind wieder anders herum. Nach einer weiteren halben Stunde dreht der Wind um 180 Grad, kommt genau aus Südwest, daher, wo wir hinwollen, in eine kleine geschützte Ankerbucht an der Nordostseite von Ibiza. Der Bullenstander muss weg, die Fock wird auch erstmal weggerollt, der Spibaum verstaut, dann segeln wir halt am Wind 😉

    Nico hat sich ein Leinenbettchen gerichtet
    Nico hat sich ein Leinenbettchen gerichtet

    Das geht 45 Minuten gut, dann lässt der Wind auf 2-3 Knoten nach, der Motor muss her. Der Wind kommt aus allen möglichen Richtungen, dabei sind die Wellen hoch und kurz, es ist ein Geschaukel und Geschlage in den Segeln, das ist nicht mehr lustig.

    Um 11:45 Uhr stabilisiert sich ein leichter Ostwind, wir können wieder segeln, aber die Wellen sind immer noch unangenehm.

    Ab 13:00 Uhr versuchen wir, so viel wie möglich, drinnen zu sein, und nur alle zehn Minuten mal Ausschau zu halten, weil es soooooo heiß ist und die Sonne prall in unser Cockpit scheint.

    Um 14:00 Uhr ist der Wind wieder weg, der Hund wird kalt abgeduscht, der Motor wieder angemacht. Und die Wellen bleiben und bleiben und bleiben… unangenehm.

    Und der Wind dreht mal wieder auf West, bleibt aber schwach, und die Wellen bleiben hoch, als ob im Nordosten irgendwo ein Sturm gewesen wäre. Ich hab ja normalerweise – im Gegensatz zum Skipper – auch nichts gegen eine kleine Motorfahrt einzuwenden, aber bitte auf flacher See!

    Die Hexe in der Abendsonne
    Die Hexe in der Abendsonne

    Es bleibt bei der Motorfahrt bis zur Cala Portinatx, aber das ist wirklich eine kleine Bucht und es sind schon so viele Boot vor Anker, und Volker meint, dass in der nächsten Bucht die Wellen eventuell noch ein bisschen weniger sein werden. Also motoren wir noch eine Bucht weiter zur Cala Xuclà, da sind nur ein Motorboot, zwei Yacht und ein Katamaran in einer mehr als doppelt so großen Bucht.

    coole Slip-Bahn
    coole Slip-Bahn

    19:30 Uhr: Wir finden eine schöne Sandstelle in der Nähe des Motorboots und eines kleinen Strands, der Anker hält, auch als nachts die Wellen wieder stärker werden und das ganze Boot rollt, und wir immer wieder aufstehen, um nachzuschauen, ob wir wirklich noch am gleichen Platz liegen, und um herumrollende Gegenstände in den Schapps, den Regalen zu befestigen.

    Aber die Stille abseits der großen Städte ist schon gigantisch, hier hört man nur die Wellen und die Grillen, ganz selten mal ein Motorboot.

    Im Wald riecht es nach Pinien, Thymian und Rosmarin
    Im Wald riecht es nach Pinien, Thymian und Rosmarin
  • Operette vs. Elfmeterschießen

    3. Juli 2016, Sonntag, Baro 1014, sonnig, warm, wolkenlos, Wind NNO 11 – 3 Knoten
    Palma de Mallorca 12:00 – Bucht von Peguero 17:00, ca. 18 sm

    Schloss Bellver mit feierlich gekleideten Gästen
    Schloss Bellver mit feierlich gekleideten Gästen

    Und es wurde ein schöner Geburtstag! Mittags habe ich voller Freude die gerettete Festplatte mit al unseren Photos bei Tony abgeholt, und um viertel vor neun machen wir uns auf den Weg zum Schlosskonzert. Es ist immer noch fast 30 Grad, und da wir nicht ganz verschwitzt oben ankommen wollten, leisten wir uns ein Taxi. Die Taxifahrerin verlangt auch nur 6€, und fährt uns bis vor den Eingang von Schloss Bellver. Volker wettet schon, dass das eine trockene Feier wird, wird aber angenehm überrascht von einem kleinen, aber feinen, wohlsortierten Getränkestand, und wir genießen einen Drink mit dem sensationellen Blick über die Bucht von Palma, schauen auch schon mal auf dem Handy nach dem Spielstand des Viertelfinal-Spiels, des Klassikers Italien-Deutschland. 0:0

    Orchester mit Sängerin in historischer Kulisse
    Orchester mit Sängerin in historischer Kulisse

    Das Konzert ist sehr schön, es beginnt mit Jacques Offenbachs Ouvertüre zu Pariser Leben, dann folgen einige Arien mit der attraktiven jungen Sopranistin María Bayo von eher unbekannten (Operetten-)Komponisten wie Oscar Strauß, (kein Schreibfehler, er gehört weder zu Johanns noch zu Richards Familie), André Messager und Reynaldo Hahn, alles ungefähr Zeitgenossen von Sibelius. Manchmal hört man es.

    Eine Dreiviertelstunde Operettenarien, wenngleich sie musikalisch und optisch schön dargeboten waren, reichte mir, und Volker war ganz erstaunt, als ich in der Pause sagte, wir können jetzt auch gerne Fußball schauen gehen. Wir laufen im Dunkeln die vielen Stufen, die wir noch eine Woche zuvor im Schweiße unseres Angesichtes hochgestiegen sind, so schnell es geht hinunter, immer in der Hoffnung, dass das Tor unten geöffnet bleibt. Kurz bevor wir ganz unten sind, sagt Volker leise: „Oh nein“. Ich erstarre, und denke, ich muss wieder alles im Dunkeln emporsteigen, aber er hat es nur nicht gesehen, die Tore waren offen.

    Schnell sind wir auf der Straße, und schnell haben wir „El Pueblo“ gefunden, dort laufen mehrere Fernseher, wir stellen uns an eine improvisierte Bar. Beide Lager sind vertreten, italienische Fans mit blauen Perücken, deutsche Fans mit Hunden auf dem Schoß, wir sind in eine Schwulen- und Lesben-Kneipe geraten, die Stimmung ist grandios! Wir unterstützen stimmkräftig natürlich die deutsche Fraktion, und dann kommt das Elf-Meter-Schießen. Die Nerven liegen blank, am Schluss versagt Volkers Stimme, aber es ist geschafft. Die Fraktion der Italienerfans ist tiefen-entspannt, sie gratulieren uns per Handschlag, und wir holen Nico ab zum späten Gassigang.

    Was für ein toller Tag!

    Adeo Palma
    Adeo Palma

    Heute Morgen, bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Palma haben wir noch angenehme 11 Knoten raumen Wind. Leider lässt er immer weiter nach, sodass wir um 13 Uhr baden. Wir klappen die Badeplattform auf, hängen die Badeleiter ein, nicht ohne sie mit einem Gurt zu sichern, und benutzen die Achterleine, um uns daran festzuhalten, während die Hexe mit ca. zwei Knoten Fahrt dahin segelt. Das ist fast wie eine Ganzkörpermassage, es tut gut, in dem angenehm kühlen Wasser zu sein. Aber der Skipper, zuerst angenehm abgekühlt, ist schließlich doch genervt. “Dieses Sch…-Mittelmeer, kein Wind und Wellen von den Motorbooten!”

    Der Leuchtturm von Cap de la Cala Figuera
    Der Leuchtturm von Cap de la Cala Figuera

    Punkt 14:00 kommt der Wind, wie jeden Mittag, von Südwest, wir kreuzen freudig auf das Cap de Cala Figuera hin, dort allerdings verlässt uns die freundliche Brise wieder und wird zu einem lauen Lüftchen. Ich würde mal darauf wetten, dass tatsächlich unsere Tage im Mittelmeer gezählt sind 😉

    Um 17 Uhr haben wir die Bucht von Paguera erreicht, und freuen uns auf ein Bad im blauen Meer und das Spiel Island – Frankreich heute Abend.

  • Himmlische Ruhe

    Good dog - bad dog
    Good dog – bad dog

    Nach einem angenehmen Spaziergang um acht Uhr morgens am Hundestrand und einem Tag im Schatten hatte ich für Nico und mich für den späten Nachmittag einen wahrhaft biblischen Ort ausgesucht: Galilea. Ich denke dabei sofort an das Weihnachtsoratorium, sehr unpassend zur jetzigen Jahreszeit, aber man muss sagen: Galilea ist nicht Galiläa, aber trotzdem etwas ganz Besonderes. Und es ist unglaublich ruhig dort, ab und zu bellt ein Hund.

    Es gibt eine kleine Kirche, daneben eine Tapas-Kneipe, die, mit Balkon, sehr einladend aussieht, mir auch empfohlen wurde, wo aber leider keine Hunde erlaubt sind. Schade.

    Blick von Galilea
    Blick von Galilea

    Der Reihe nach: Am Ende eines heißen Tages in Palma machen Nico und ich uns auf, und fahren mit unserem geliehenen Fiat Punto („so klein und schon Auto“) Richtung Nordosten, zu dem Ort mit dem biblischen Namen Galilea. Meine Osteopathin aus Barcelona hatte mir das empfohlen, sie war ganz verliebt darin. Durch das Weltkulturerbe „Selva Tramuntana“ führt uns der halbstündige Weg, immer nach oben. Auf halber Strecke machen wir Halt, damit Nico auch einen richtigen Spaziergang ohne Leine und mit Rennen haben kann. Ich habe an der Straße ein Schild gesehen, dass auf dem kleinen Weg keine Autos, Fahrräder oder sonstwas fahren dürfen. „Perfekt“, denke ich, aber die Sache hat einen Haken. Das ist ein Weg, um Mallorca sozusagen mit Höhenmetern zu erwandern, es geht steil bergan, Nico läuft voraus, und ich weiß nicht, wann er die nächste Straße kreuzen wird. Ich hechte hinterher, mal sehen, wer länger durchhält. Nach einer halben Stunde sind wir einig, wir gehen wieder runter, keine Ahnung, wohin dieser Weg weiter führt.

    Im Restaurant: Fer Filmvorführautomat …
    Im Restaurant: Der Filmvorführautomat gestern …

    Zehn Minuten später erklärt das Navi, dass wir uns am Ziel befinden, ich parke den Wagen, und wir erkunden den Rest zu Fuß. Tatsächlich gibt es in Galilea kein Hotel, dafür eine Kirche, oben erwähnte zwei Kneipen  / Restaurants und viele hübsche Häuser, die fast alle als Ferienwohnungen vermietet werden, mit dem großartigen Blick bis zum Meer. Es herrscht eine wahrhaft himmlische Ruhe, man hört die Vögel singen, ab und an einen Hund bellen, aber sonst keine störenden Geräusche.

     … heute
    …und  heute

    Wir laufen eine gefühlt endlos lange Stunde die steilen Wege auf und ab, gönnen uns eine Pause mit einer „Caña“ und einem riesigen Eimer Wasser für den Hund auf dem Kirchplatz, ehe wir uns wieder in die Ebene bewegen. Hier ist heute Ausnahmezustand, morgen, Freitag, Johannistag, ist Feiertag auf den Balearen, in Santa Catalina, dem Viertel am Hafen, bebt die Erde.

    Und am Ende des Tages gibt es ein Feuerwerk beim Yachtclub, ich vermute wegen der Super Yachts Regatta, gestern war auch eins, aber auf der anderen Seite von Palma…

  • Am Hundestrand

    Der Vollmond ist noch nicht schlafen gegangen
    Der Vollmond ist noch nicht schlafen gegangen

    Heute Morgen haben Nico und ich Volker zum Flughafen gebracht, schon um halb sieben waren wir dort, irgendwie gehen ganz viele Flieger so früh ab Palma. Volker ist auf dem „Kiss-and_Fly-Streifen“ aus dem Auto gehüpft, und Nico und ich heben den Hundestrand „Es Carnatge“ gesucht. Google hat uns irgendwie hingebracht, wir haben das Auto geparkt und sind über ein struppiges Gelände zum Meer gelaufen. Tatsächlich, da stehen Schilder, dass freilaufende liebe Hunde erlaubt sind, nicht so liebe dürfen auch freilaufen, müssen aber einen Maulkorb tragen, und ganz böse Hunde müssen an die Leine. Aber an den Strand dürfen sie alle.

    fast windstill ist es in der Bucht von Palma
    fast windstill ist es in der Bucht von Palma

    Ich habe Nico mal ausnahmsweise als ganz lieben Hund eingestuft, er durfte eine ganze Stunde in der morgendlichen Kühle am sicher einen Kilometer langen, eher felsigen Strand mit kleinen Buchten rennen, schnuppern nach Herzenslust, mal ins Wasser gehen, um die qualmenden Füße abzukühlen, mit anderen Hunden spielen. Einen großen, (ob der so lieb war, obwohl er frei herumlief)-Hund haben wir auch getroffen, 5 Minuten gingen die beiden umeinander herum, der andere war mehr als doppelt so groß und nicht kastriert, aber schließlich haben sie sich – wahrscheinlich unter heimlichem Absingen schmutziger Lieder – voneinander verabschiedet.

    Kunst an der Cala Gamba
    Kunst an der Cala Gamba

    Der Hundestrand liegt in unmittelbarerer Nähe des Flughafens, und so sind alle Frühstarter direkt über meinen Kopf hinweggeflogen, und ich dachte auch, die Condor-Maschine mit Volker gesehen zu haben, aber die ist wohl erst um halb neun gestartet, da saßen wir schon wieder im Auto. Doch Volker ist fast pünktlich in Frankfurt gelandet und kann so auch am Geburtstagskaffeekränzchen für Larissa teilnehmen. Das war schließlich das Ziel.