Operette vs. Elfmeterschießen

3. Juli 2016, Sonntag, Baro 1014, sonnig, warm, wolkenlos, Wind NNO 11 – 3 Knoten
Palma de Mallorca 12:00 – Bucht von Peguero 17:00, ca. 18 sm

Schloss Bellver mit feierlich gekleideten Gästen

Schloss Bellver mit feierlich gekleideten Gästen

Und es wurde ein schöner Geburtstag! Mittags habe ich voller Freude die gerettete Festplatte mit al unseren Photos bei Tony abgeholt, und um viertel vor neun machen wir uns auf den Weg zum Schlosskonzert. Es ist immer noch fast 30 Grad, und da wir nicht ganz verschwitzt oben ankommen wollten, leisten wir uns ein Taxi. Die Taxifahrerin verlangt auch nur 6€, und fährt uns bis vor den Eingang von Schloss Bellver. Volker wettet schon, dass das eine trockene Feier wird, wird aber angenehm überrascht von einem kleinen, aber feinen, wohlsortierten Getränkestand, und wir genießen einen Drink mit dem sensationellen Blick über die Bucht von Palma, schauen auch schon mal auf dem Handy nach dem Spielstand des Viertelfinal-Spiels, des Klassikers Italien-Deutschland. 0:0

Orchester mit Sängerin in historischer Kulisse

Orchester mit Sängerin in historischer Kulisse

Das Konzert ist sehr schön, es beginnt mit Jacques Offenbachs Ouvertüre zu Pariser Leben, dann folgen einige Arien mit der attraktiven jungen Sopranistin María Bayo von eher unbekannten (Operetten-)Komponisten wie Oscar Strauß, (kein Schreibfehler, er gehört weder zu Johanns noch zu Richards Familie), André Messager und Reynaldo Hahn, alles ungefähr Zeitgenossen von Sibelius. Manchmal hört man es.

Eine Dreiviertelstunde Operettenarien, wenngleich sie musikalisch und optisch schön dargeboten waren, reichte mir, und Volker war ganz erstaunt, als ich in der Pause sagte, wir können jetzt auch gerne Fußball schauen gehen. Wir laufen im Dunkeln die vielen Stufen, die wir noch eine Woche zuvor im Schweiße unseres Angesichtes hochgestiegen sind, so schnell es geht hinunter, immer in der Hoffnung, dass das Tor unten geöffnet bleibt. Kurz bevor wir ganz unten sind, sagt Volker leise: „Oh nein“. Ich erstarre, und denke, ich muss wieder alles im Dunkeln emporsteigen, aber er hat es nur nicht gesehen, die Tore waren offen.

Schnell sind wir auf der Straße, und schnell haben wir „El Pueblo“ gefunden, dort laufen mehrere Fernseher, wir stellen uns an eine improvisierte Bar. Beide Lager sind vertreten, italienische Fans mit blauen Perücken, deutsche Fans mit Hunden auf dem Schoß, wir sind in eine Schwulen- und Lesben-Kneipe geraten, die Stimmung ist grandios! Wir unterstützen stimmkräftig natürlich die deutsche Fraktion, und dann kommt das Elf-Meter-Schießen. Die Nerven liegen blank, am Schluss versagt Volkers Stimme, aber es ist geschafft. Die Fraktion der Italienerfans ist tiefen-entspannt, sie gratulieren uns per Handschlag, und wir holen Nico ab zum späten Gassigang.

Was für ein toller Tag!

Adeo Palma

Adeo Palma

Heute Morgen, bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Palma haben wir noch angenehme 11 Knoten raumen Wind. Leider lässt er immer weiter nach, sodass wir um 13 Uhr baden. Wir klappen die Badeplattform auf, hängen die Badeleiter ein, nicht ohne sie mit einem Gurt zu sichern, und benutzen die Achterleine, um uns daran festzuhalten, während die Hexe mit ca. zwei Knoten Fahrt dahin segelt. Das ist fast wie eine Ganzkörpermassage, es tut gut, in dem angenehm kühlen Wasser zu sein. Aber der Skipper, zuerst angenehm abgekühlt, ist schließlich doch genervt. “Dieses Sch…-Mittelmeer, kein Wind und Wellen von den Motorbooten!”

Der Leuchtturm von Cap de la Cala Figuera

Der Leuchtturm von Cap de la Cala Figuera

Punkt 14:00 kommt der Wind, wie jeden Mittag, von Südwest, wir kreuzen freudig auf das Cap de Cala Figuera hin, dort allerdings verlässt uns die freundliche Brise wieder und wird zu einem lauen Lüftchen. Ich würde mal darauf wetten, dass tatsächlich unsere Tage im Mittelmeer gezählt sind 😉

Um 17 Uhr haben wir die Bucht von Paguera erreicht, und freuen uns auf ein Bad im blauen Meer und das Spiel Island – Frankreich heute Abend.

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