Autor: Skipper Volker

  • klein und fein

    Bisher waren die Kneipen und Restaurants rund um den Yachthafen von Estepona ziemlich leer. Das hat sich gestern schlagartig geändert und die große Fiesta Espagnola nahm schon zum frühen Nachmittag mächtig an Fahrt auf. Es wirde gegessen, musiziert, gesungen und gelacht. Ein fröhliches Stimmengewirr. Und so haben wir uns dann am frühen/späteren (?) Abend auch in den Trubel gestürzt. Erstmal zum “warm up” in einer englischen Kneipe und dann später in einer Art Diskothek mit DJ. Wir haben viel getanzt, gelacht und gefeiert. Unsere Stimmung und die der Spanier war ausgelassen. Der Grund für den ganzen Trubel sind wohl die bevorstehenden Feiertage und für die meisten war der gestrige Tag auch der letzte Arbeitstag des Jahres, also eigentlich mehr als ein Grund…
    Irgendwann waren nicht nur unsere Beine vom Tanzen müde, der neue Tag angebrochen und die Stimme etwas rau vom Mitsingen, also eindeutig Zeit zum Heimgehen. Wer feiern kann, kann auch segeln, so heißt das doch? Deshalb sind wir, nachdem wir die Hafengebühren beglichen hatten, auf einem spiegelglatten Meer unserem nächsten Ziel entgegenmotort. Sechs Seemeilen vor Marbella, unserem heutigen Tagesziel, hat es dann doch ein bisschen Wind gegeben und wir sind mit zwei bis drei Knoten Fahrt unserem Ziel entgegengezockelt. Langsam kann auch mal schön sein, zumal wenn, so wie heute, die Sonne vom Himmel lacht.
    Wir liegen hier fünf Gehminuten nah zur Unferpromenade von Marbella im Ortsteil Bajadilla, ruhig und geschützt und doch ein bisschen ab vom Lärm, sehr schön.
    Die Altstadt von Marbella ist klein aber wunderschön, es gibt nur ein paar eng verwinkelte Gassen, aber das lohnt sich allemal. Das hier ist mit das Schönste, was wir bisher an historischen Zentren gesehen haben. (Aber Estepona und Cádiz waren auch sehr schön)
    Der Rest von Marbella entspricht in der Tat eher dem Klischee der spanischen Touristenhochburg mit zum Teil fragwürdiger Architektur. Ab dem Strand ist der Blick auf das Meer aber in jedem Fall unverbaut und Schönheit ist ja auch Ansichtssache.
    Morgen segeln wir, wenn der Wind weht, nach Fuengirola oder nach Benalmádena, wo wir dann im Prizip auch zur Weihnachtszeit liegen werden. Der Flughafen von Malaga ist von dort nicht mehr weit entfernt, das ist in so fern praktisch, als der Nachwuchs zu jeweils unterschiedlichen Zeiten angeflogen kommt und wir mehrmals zum Flughafen mit dem Leihauto pendeln werden.
    Am 25. Dezember sind hoffentlich alle Mann, bzw. Kinder an Bord und unser Weihnachtsfest startet dann so richtig.

  • Sommer, Sonne, Sonnenschein und noch eine nette Familie

    Orangenbäume in der Altstadt von Estepona
    Orangenbäume in der Altstadt von Estepona
    Alle Straße sind so schön geschmückt
    Alle Straße sind so schön geschmückt
    Die Blumentöpfe gib es in allen Farben
    Die Blumentöpfe gib es in allen Farben
    Der Leuchtturm von Estepona
    Der Leuchtturm von Estepona

    Estepona, unser momentaner Standort an der Costa del Sol, sieht auf den ersten Blick sehr modern und touristisch aus. Ist es auch sicher in der Saison. Aber da es auch eine typisch andalusische Altstadt gibt, fühlen wir uns hier in Estepona rundum wohl. Und in der Altstadt findet auch das typisch spanische Leben statt, so wie man es kennt, mit spätem Abendessen, mittags bis spätnachmittags sind alle Läden dicht wegen der Siesta und ab 17 Uhr sind die Gassen wieder belebt. Ein anderer Rhythmus, ein anderes Lebensgefühl.

     

    Palmen am langen Strand von Estepona
    Palmen am langen Strand von Estepona

    Seit 2 Tagen strahlt die Sonne vom makellos blauen Himmel mit dem blauen Meer um die Wette, kein Wölkchen ist zu sehen und heute ist das Thermometer auf 25 Grad geklettert. Kurze statt lange Hosen sind wieder angesagt und Sonnencreme statt Regenschirm. Das Gute ist, dass das auch erst mal so bleiben soll, so haben wir es uns ja vorgestellt. Und für die Zeit um Weihnachten, in der unsere Kinder zu Besuch kommen, soll es auch so schönes Wetter und keinen Regen geben.

    Deutlich zu sehen: Der Felsen von Gibraltar und links davon, wolkenverhangen,  Dschebel Musa, die beiden Säulen des Herakles
    Deutlich zu sehen: Der Felsen von Gibraltar und links davon, wolkenverhangen, Dschebel Musa, die beiden Säulen des Herakles

    Der Blick vom Cockpit aus ist grandios, wir können noch Gibraltar und Afrika sehen. Seit gestern haben wir auch wieder neue Nachbarn, eine belgische Familie mit vier Kindern, die für ein Jahr durch die Gegend segeln und danach wieder ins normale Leben zurückkehren werden. Die Kinder, drei Jungs und ein Mädchen, sind zwischen sechs und elf Jahren alt, sprechen französisch in einem ziemlich schnellen Tempo. Wir versuchen, so gut es geht, zu folgen.

    Die geplante Route der Belgier ist die gleiche wie die unsere, ab Mitte Januar soll es zu den Balearen gehen. Nachher gibt es dann auch einen gemeinsamen Kennenlerndrink, zwischendrin waren wir, um das Eis zu brechen, Frisbee spielen. Ein von uns spontan mitgebrachtes Eis aus dem Supermarkt wurde schon mal gerne angenommen, logisch!
    Der Elfjährige hat uns heute morgen auch schon mal erklärt, dass man bei einer Aluminiumyacht immer auf galvanische Ströme achten muss, damit das Schiff nicht korrodiert. Das haben wir zwar schon gewusst, hat er aber sauber erklärt, Respekt.

    Was ist das für ein Baum?
    Was ist das für ein Baum?

    Weihnachten naht ja nun mit großen Schritten, wir sind bis jetzt von dem ganzen Trubel noch verschont geblieben. Das einzige, was wir schon mal besprechen, ist das geplante Abendessen an Heiligabend und den Feiertagen, denn am 25. und 26. Dezember haben auch hier die Geschäfte zu.

  • Da sind wir…

    Lange haben wir davon geträumt und jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Noch ein bisschen surreal, so als müssten wir uns gegenseitig in die Wange kneifen und uns immer gegenseitig versichern, dass wir dieses Teilziel erreicht haben. Gibraltar, von Mythen umrankt, vor ca. 175 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent abgetrennt, haben wir erreicht. Der Atlantik liegt hinter uns, seit über vier Monaten sind wir nun unterwegs, jetzt sind wir im Mittelmeer.
    Vorgestern haben wir noch das Kap Trafalgar mangels Wind mit Motorunterstützung umrundet. Jener Ort, an dem Admiral Nelson 1805 seine ruhmreichste Seeschlacht gegen Frankreich und Spanien geschlagen hat, und dann doch tödlich verwundet wurde. Deshalb wird in Gibraltar (und in England) an zahlreichen Stellen dem glorreichen Admiral gehuldigt. Nelson wird heute bei Seglern auch als Beispiel genommen, wenn es um Seekrankheit geht, war er doch Zeit seiner Seefahrt von dieser Geißel befallen und ist trotzdem zur See gefahren (Gruß an Jürgen 😉 und zahlreiche andere Seefahrer, z.B. Wilfried Erdmann).
    Gestern konnten wir mit leichten Winden, aber immerhin unserem Tagesziel entgegen kreuzen, Afrika recht, Europa links, was für eine Kulisse!
    Heute haben wir fast nichts gemacht, außer den englischen Supermarkt geplündert. Wir grillen abends ein saftiges Sirloinsteak und Seeteufel. Die Auswahl bei Morrisons war schon gewaltig, das Stimmengewirr englisch dominiert, aber auch sehr viele Spanier sind auf dem “Rock”, wie die Einheimischen sagen, unterwegs.

    Hier findet Ihr ein Video von Bord der Hexe, kurz vor der Einfahrt nach Gibraltar:
    Die Hexe vor Gibraltar

    Und wie geht es mit uns weiter?
    Wir wollen immer noch auf den Affenfelsen, der höchste Punkt Gibraltars mit 424 Metern. Heute war es uns zu diesig, die Fernsicht nach Afrika zu eingetrübt.
    Affenfelsen heißt das übrigens, weil dort wilde Berberaffen leben. Wie die Primaten dort hingekommen sind, darauf weiß auch Wissenswiki keine eindeutige Antwort. Egal auch, nicht jedes “Geheimnis” muss gelüftet werden. Sobald das Wetter klar ist, geht es mit der Bergbahn nach oben.
    Cornelia hat von unserem Nachbarboot, mit einer serbischen Frau, die auf Mallorca lebt und einem echten Amerikaner, der die Weiten des Meeres durchsegelt, eine Hochseeangelausrüstung bekommen (vielleicht, weil ich gestern ein paar Cuba libre spendiert habe). Den Rum und andere Getränke gibt es hier im Steuerparadies ziemlich günstig, genau so wie auf Helgoland. Künftig ziehen wir ein paar Meter Angelleine mit farbigem Köder hinter uns her.
    Also Fische aufgepasst…
    Soweit ist alles gut an Bord, wir sind zufrieden, alles im Lot auf’em Boot.

  • Guckst Du!?

    Anscheinend hat Marinetraffic.com irgendein Problem mit seinen Empfangsstationen. Aber, Joachim sei Dank für den Tipp, könnt Ihr bei www.vesselfinder.com unser AIS-Signal sehen und nachschauen, wo wir sind.

    Das Gute daran ist, dass unser Gerät fehlerfrei arbeitet und wir somit nicht noch weiter forschen müssen. Joachim hat auch schon mal bei Marinetraffic angefragt, was das Problem ist, die Antwort steht noch aus ( siehe sein Kommentar zu “Kleine Korrektur”.
    Nachdem wir das nun gelöst haben, die Welt wieder in Ordnung ist, machen wir uns heute auf den Weg nach Tarifa, dem Surferparadies. Wind ist nicht vorhergesagt, aber genug Diesel ist im Tank und somit steht der Weiterreise nichts im Weg. In Gibraltar werden wir denn Dieseltank wieder bis obenhin auffüllen, der Liter kostet dort nur 63 Cent, da macht das Tanken doch gleich mehr Spaß. Wir haben ja nur 110 Liter im Tank, was muss das für ein Gefühl sein bei einem größeren Motorboot mit mehreren tausend Litern Tankinhalt… Da kann die Liebste vom Ersparten schon mal ein schönes Collier zu Weihnachten bekommen, oder so ähnlich ;-))

    Seit gestern können wir sehr deutlich die Ausläufer von Afrika sehen – ganz schön aufregend.
    Der Liegeplatz zur Weihnachtzeit in Marbella ist reserviert, wir freuen uns aufs Mittelmeer. Mit herzlichen Grüßen “out of Afrika” von Bord der HEXE.

  • Kleine Korrektur!

    IMG_1586Also, so ganz stimmt das nun auch wieder nicht, was wir über Rota geschrieben haben. Das mit der toten Hose ist wohl ein wenig von der Uhrzeit abhängig, natürlich nicht nur in Rota, sondern wohl in ganz Spanien. Wir waren abends nochmal in dem Ort unterwegs und haben einige Menschen auf den Straßen und in den Gassen gesichtet. Es gibt einen Platz mit zahlreichen Kneipen, phantasievoller Weihnachtsbeleuchtung und abends offenen Geschäften.

    Das Marktgebäude in Rota
    Das Marktgebäude in Rota

    Will meinen, es ist eine eher angenehme Betriebsamkeit, die den Segler/Tourist erfreut. So haben auch wir einen schönen Pub gefunden (O’Grady’s Irish Bar), in dem wir die leckersten Chicken Wings (14 Stück gesamt) unseres Lebens verspeist haben und dabei noch nett mit dem Besitzer, der aus Irland kommt, geschnackt haben. Gute Musik, nette Leute, angenehme Atmosphäre, die ideale Rezeptur für einen gelungenen Abend. Die Hafengebühr war mit die günstigste auf unserer Reise.

    Heute haben wir dann mal versucht, ein paar Dinge in die Wege zu leiten. Weihnachten macht auch vor uns nicht halt und vieles muss geplant werden. Die Flugtickets für unsere Kinder wollen gebucht sein, der Liegeplatz für Schiff und Mannschaft nahe bei Marbella soll reserviert sein und das Leihauto zum Flughafen muss bei der Verleihstation angefragt werden. Alles nicht so einfach von Bord aus zu organisieren, schon gar nicht ohne das liebe Internet.

    IMG_1610Und die Besichtigung von Cádiz steht auch noch aus und auf die will Cornelia absolut nicht verzichten. Ist ja auch eine Stadt mit viel Historie, über 3000 Jahre alt und wer war nicht alles schon da: die Römer, die Mauren, die Spanier natürlich und die Phönizier haben die Stadt gegründet. So viel Geschichte auf einem Fleck, also wirklich dicht beisammen und vieles ist davon auch sichtbar.

    Ja, wir waren/bzw. sind dort, sind hingesegelt haben einen tollen Liegeplatz beim Real Club Nautico ergattert. Die Marinamitarbeiter sind so super freundlich, meine Sprachkenntnisse stoßen leider an Grenzen, aber Cornelia füllt die Lücke. Ach und ein super Internet gibt es auch noch dazu. In allen Hafenführern wird geschrieben, dass Gastyachten nicht gerne gesehen sind, aber wir wurden mit offenen Armen willkommen geheißen, perfekt.

    Wandgemälde in den Straßen von Cádiz
    Wandgemälde in den Straßen von Cádiz

    Dann ging es in diese geschichtsträchtige Stadt (ca. 15 Laufminuten entfernt vom Hafen) mit den zahlreichen Parks und Gärten, monumentalen Bauten, der vielen Kunst, der Kathedrale, den alten Einkaufsstraßen, den maurischen Stilelementen, der alten Stadtmauer, der belebten Uferpromenade und noch viel mehr. Und es  gab eine Kneipe, in die der Hund mit reindurfte, und wir konnten ein kühles Bier trinken!

    Fünf Stunden sind wir durch Cádiz gewandert, haben viel bestaunt und gesehen, längst noch nicht alles, vielleicht hängen wir noch einen Tag dran. Die Füße sind platt, der Kopf ist voll von Eindrücken, Nico liegt faul auf dem Sofa, der Mond ist aufgegangen – gute Nacht.

    IMG_1619 IMG_1618 IMG_1613

    Zum leidigen Thema AIS noch ein Satz, bei Marinetraffic.com werden wir immer noch in Faro/Portugal gelistet, echt keine Ahnung, was das soll, wenn jemand ‘ne Idee hat, schreibt uns. Wir sehen jedenfalls auf unserem Bildschirm alle Schiffe in unserer Umgebung mit AIS-Signal.

    IMG_1490Und das hier ist eine Segler-Burka, getragen bei viel Wind auf der Fahrt nach Rota.

    Übrigens: Bei “Adeus, Lagos” und “Weiter als gedacht oder Olà, España” und  “Ankernacht vor Culatra” gibt es neue Fotos!

  • Weiter als gedacht oder Olà, España

    Gestern war eigentlich unser Plan, ins nahegelegene Ayamonte zu segeln, dem ersten spanischen Hafen am Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal. Doch der Wind hat einmal mehr unsere Pläne durchkreuzt. Statt Nordwind gab es einen kräftigen Nordostwind mit bis zu fünf Beaufort. Ein Plan beim Segeln ist aber nur so gut wie die “Wetterrealität” und allein schon deswegen veränderbar.

    Sonnenuntergang auf See
    Sonnenuntergang auf See

    Wir haben unser Ziel neu definiert, auch wenn es mit 79 Seemeilen deutlich weiter gehen sollte als angedacht. Nach 12 Stunden segeln mit sehr wechselhaften Winden sind wir abends um 22 Uhr (spanischer Zeit) im spanischen Rota angekommen. Das Segeln war in sofern anstrengend, als der Wind dauernd Stärke und Richtung geändert hat und damit sehr viel Trimm-/Einstellarbeit an den Segeln notwendig war – Segel anholen, Segel rauslassen, also nix mit erholsamem Dahingleiten. (Und der Skipper hat Muskelkater!)IMG_1532

    Rota gehört zu Andalusien und liegt dicht bei Cadiz, hier ist so ein bisschen der Hund begraben oder klarer gesagt ” tote Hose”. Obwohl der Hafen gegen alle Wind- und Wellenrichtungen geschützt ist, die Stege sehr modern sind und der Ort recht hübsch ist, scheint kein Segler hier überwintern zu wollen. Wifi gibt es leider aucht nicht im Hafen und deshalb auch keine Bilder von hier, die folgen, wenn es wieder welches gubt.

    Heute war erst mal großer Schiffs- bzw. Hausputz innen und außen angesagt. Die Temperaturen sind hier gefühlt nochmal milder als in Lagos, Nordafrika ist jetzt zum Greifen nah. Wahrscheinlich werden wir zum Ende diese Woche die Straße von Gibraltar passieren, damit den Atlantik hinter uns lassen und das Mittelmeer erreichen. Rechts werden wir dann, bei guter Sicht, die hohen Berge des marokkanischen Riffgebirges sehen.
    Vorher wollen wir noch Cadiz besichtigen, das zu den ältesten Städten von Spanien zählt und dessen altes Stadtzentrum sehr ansprechend sein soll. Jetzt machen wir erstmal einen Bummel durchRota,  und heute abend segeln wir vielleicht noch nach Cadiz.

  • Erster Advent

    IMG_1390Grau in grau zeigt sich Darmstadt schon den ganzen Tag. Kein Sonnenstrahl schafft es durch die dicke Wolkendecke. Gestern habe ich noch ein Adventskranz- oder besser gesagt eine Adventsstange gebunden, damit Larissa und ich uns am heutigen Sonntag eine erste Adventskerze anstecken können.

     

    IMG_1397Heute Abend haben wir uns (Larissa und Volker) bei einem österreichischen Restaurant angemeldet. Traditionell gibt es in den Linzer Stuben Gans oder Ente in der Vorweihnachtszeit. Wie es sich gehört mit reichlich Rotkohl, Klößen und Soße, soviel man will oder braucht. Ich habe für heute schon mal Ente vorbestellt, die war immer so kross und lecker… und der Nachtisch war wohl auch nicht von schlechten Eltern!IMG_1396

    Passend zum Rückflugtag haben die Piloten der Lufthansa zum Streik aufgerufen und ich bin mal sehr gespannt, was mit der Flugnummer LH 1166, die mich wieder nach Portugal bringen soll, passieren wird. Rückfragen bei der Airline-Hotline, verbunden mit ewiger Wartezeit, haben noch kein Ergebnis gebracht. Zu neu ist die Nachricht und die genannten Streikzeiten. Und falls hier ein gewerkschaftlich organisierte Pilot mitlesen sollte; ich habe kein Verständnis für Eure Gewerkschaft und diesen unnötigen Streik. PUNKT!

    Hier in Portugal zeigte sich der erste Advent von seiner schönsten Seite: Morgens ein paar kleine Wolken, ab mittags pure Sonne und jetzt steht der halbe Mond leuchtend über dem Hafenbecken. Nach dem Frühstück brachte Barbara aus Berlin allen am Steg kleine Weihnachtsmänner, danke!

    Punkt drei Uhr sind alle Anlieger des Hafens in die Spinnaker-Bar gegangen, die Hände voll mit den leckersten Desserts, Tiramisu, Apple Pie, Apple Crumble, Ananas in Schokolade, Baiserkuchen, Herrencrème, Schwarzwälder Kirsch-Dessert, fruchtige kleine Becherchen, Crèpes, alles was des Süßschleckers’ Herz begehrt, stand auf dem von Lorraine und Jana schön gedeckten Billardtisch und viele verschiedene Sprachen schwirrten durcheinander. (Bild folgt, wenn Paukerts ihre Fenster festgeschraubt haben und mir das Foto schicken!) Sehr nette Idee, danke an Jana und Lorraine!

  • Grüße aus der Nordkurve

    lilienKalt war es irgendwie schon, aber Begeisterung lässt Kälte dann auch vergessen. So war das bisher und so war es vorgestern auch. Beim Fußballspiel von Darmstadt 98 gegen den Karlsruher SC ging es teilweise ganz schön heiß und hoch her. Weniger beim Spiel, das war in der ersten Halbzeit relativ ruhig und verhalten, in der zweiten Halbzeit dann deutlich bewegter und die radikalen Fußballfans von Karlsruhe haben mehrfach Bengalos angezündet und das Stadion eingeraucht. Glücklicherweise lief alles ohne Polizei ab. Über 15.200 Zuschauer folgten gespannt dem Spiel. Sieben begeisterte Fans aus unser Allee standen wie immer in der Nordkurve, friedliches Miteinander, wenig Radikalinskis in der Fankurve, zahlreiche Kinder, ganz familiär dort und das passt gut zu uns.
    In der Pause wollte ich mir dann ein Halbzeitbier holen, wurde aber von Axel, Gerhard und Edwin daran gehindert. Ich habe das erst mal nicht gepeilt, was das jetzt soll, fügte mich aber der freundlich-bestimmten Aufforderung.
    Und dann gab es kurz vor Pausenende eine Durchsage vom Stadionsprecher, die mich total vom Sockel gehauen hat. Über 15.200 Zuschauer hörten das “Käpt’n Volker Mandler ist extra aus Portugal angereist, um das Fußballspiel der Lilien zu sehen…”
    Der Rest der Ansage ging im gegenseitigen Jubel unter, super Feeling, danke an Gerhard, Axel, Julia und Larissa. Ihr seid immer für ‘ne Überraschung gut!
    Ach ja, der Spielstand war ein einvernehmliches 0 zu 0. Ein Punkt für Darmstadt 98, angemessen, Fussball kann auch schön sein.
    Danach haben wir noch gegrillt und gechillt, Larissa und Johannes haben ein paar leckere Cocktails gemixt, Doro, Matthias, Andy und Cecile sind noch dazugekommen, was für ein Abend, was für ein Erlebnis! Lecker gegessen, gute Gespräche, gute Drinks, Danke….
    Soweit das Update aus der Darmstadt.

  • 1A-Ausflugtipp

    in 2009 geschälte Korkeiche
    in 2009 geschälte Korkeiche

    Liebe Leser, heute bekommt Ihr von uns mal einen Ausflugtipp. Heute morgen haben wir uns früh auf den Weg nach Aljezur gemacht. Das liegt ca. 25 Kilometer nordwestlich von Lagos. Auf dem Weg dorthin haben wir einige Korkeichen bewundert, bei denen die ertragreiche Rinde vom Stamm entfernt war. Alle neun Jahre kann der Kork “geerntet” werden. Der so genutzte Baum wird ca. 100-150 Jahre alt und liefert in seinem Baumleben 100 Kilogramm Kork zur geplanten Weiterverarbeitung. Das Hinterland von Lagos ist hügelig, überwiegend mischbewaldet, manchmal auch karg. Die Straße nach Aljezur ist kurvig und schmal und wenig befahren. Aljezur durch einen Fluss in zwei Teile geteilt.

    Medronhe-Früchte im Baum
    Medronhe-Früchte im Baum

    Beide Altstadtteile liegen an einem Hügel und bieten eine gute Aussicht auf die umliegende Landschaft. Direkt neben der Kirche stehen mehrere Bäume, prall gefüllt mit Früchten, aus denen der landestypische Medronhe-Schnaps hergestellt wird. Nachdem wir die kleinen hübschen Ortskerne erwandert haben, sind wir an die raue Westküste Portugals gefahren und haben die anrollenden Wassermassen des Atlantik bewundert. Nach der Fahrt durch dasValle da Telha, ein landschaftlicher Augenschmaus, sind wir abermals über Aljezur nach Monchique gefahren. Eine Staße mit zahlreichen Serpentinen führte auf teilweise über 500 Höhenmeter zu dem tief im Inland liegenden beliebten Ausflugsort Monchique. Die Aussicht auf tiefliegende Schluchten, Zitronen- und Apfelsinenplantagen, einsame Gehöfte und einen großen Granitsteinbruch liessen die Fahrt wie im Flug vergehen.

    Der Bullerofen im Restaurant "Palmeiras"
    Der Bullerofen im Restaurant “Palmeirinha”

    In Monchique angekommen goss es leider wie aus Kübeln, glücklicherweise hatten wir aber unseren neu erstandenen Regenschirm mit. Nach einem kurzen und feuchten Ortsrundgang bei ungewohnt kühlen 11 Grad sind wir in das Restaurant Palmeirinha eingekehrt. Dessen Spezialität sind Piri-Piri-Hähnchen. Also frisch, über offenem Hozkohlefeuer gegrilltes Hähnchen, die dabei ständig mit einer feurig scharfen und zugleich minzigen Soße eingepinselt werden, absolut lecker. Der halbe Hahn mit Beilagen kostet fünfeinhalb Euro, die Aussicht inn Tal ist gandios und gratis, der Service wirklich freundlich. Da wollen wir wieder hin!
    Nach dem Festmahl hatte es sich so eingeregnet, dass unser Entdeckerwille nicht mehr so groß war und wir deshalb beschlossen haben, die Rückfahrt zum Schiff anzutreten.
    Die Strecke dorthin hat uns dann aber noch einiges geboten. Das war ein Gemisch aus Rallystrecke mit Schlaglöchern, Haarnadelkurven, Schotterweg und breiter Piste. Für jeden, der gerne mal flott mit dem Auto unterwegs, ist ein echter Adrenalinkick. Das ganze führte uns durch einsame Wälder, Täler, kleine Ortschaften und vorbei an einsamem Gehöften, echt abenteuerlich.
    Insgesamt haben wir 140 Kilometer zurückgelegt, mit Ortsbesichtigungen und Essen dafür 5 Stunden gebraucht, bei schönem Wetter wäre das sicher ein Ganztagesausflugtipp.
    Die nächsten TAGE !!! soll es mal wieder regnen, stürmen und gewittern. Und gerade fallen dicke Hagelkörner aus dem rötlich-gelben Nachthimmel!

     

  • Kreisende Störche, startende Flugzeuge und die Knochenkapelle

    Haus in der Altstadt von Faro
    Haus in der Altstadt von Faro

    Heute war es leider soweit, die Abreise von Leonard und Allegra stand bevor. Allegra musste relativ früh am Flughafen in Faro sein, Leonard erst am späteren Nachmittag. Und so haben wir mehrere Fliegen mit der berühmten Klappe erschlagen. Allegra haben wir um 10 Uhr am Flughafen abgesetzt und nur zu dritt die naheliegende Altstadt von Faro besucht.

    Ein Blick über die Lagune
    Ein Blick über die Lagune

    Cornelia und Leonard haben die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und ein 35-minütiges Fado-Konzert in einem alten Klostergemäuer besucht. Ich hätte natürlich auch mit reingedurft, Nico leider nicht, manche Wahl ist dann eigentlich keine und fällt dann folgerichtig auch nicht so schwer. Anschließend sind wir zusammen durch die bezaubernde Altstadt gebummelt, haben ins an den alten Gemäuern erfreut, den sichtbaren maurischen Einfluss bewundert und den Block über die weitläufige Lagune schweifen lassen.


    IMG_1350Faro ist u.a. für seine Bauwerke berühmt, eins davon ist
    die Kirche Nossa Senhora de Carmen mit einer Knochenkapelle. Es gibt Kapellen, Kirchen, und Mahnmale in denen Knochen lagern, klar, aber die kleine Knochenkapelle ist nahezu einzigartig. In die Wände, an der Decke und auch am Eingang sind tausende Knochen eingemauert, noch mehr stechen jedoch die Schädel deutlich hervor. Ein Mönchsorden soll die Knochen von einem nahen Friedhof ausgraben- und diese dann in der Kapelle eingemauert haben. Bizarr, aber gar nicht schaurig (naja).

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    IMG_1338Auf den Giebeln des Kirchturmdaches nisten und brüten zahlreiche Störche. Der eine oder andere Landeanflug auf die Nester geht  schon mal schief, die Landebahn ist gerade mal ca. 1 Meter lang. Und so ein Storch hat auch sooooooo lange Beine. Ein lustig schönes Schauspiel!

    Zum Mittagessen waren wir in Olhao, einem Nachbarort von Faro, der an der gleichen Lagune liegt. Wir haben den Eindruck, dass hier in Portugal mehr Menschen mittags essen gehen als abends. Preisgünstige einfache Gerichte zwischen 3 und 8 Euro schonen den Geldbeutel.
    Um 15 Uhr hat Leonard für seinen Flug eingecheckt, ein kurzer herzlicher Abschied, und wir waren wieder in Richtung Lagos mit unserem Leihwagen unterwegs. Auf dem Rückweg haben wir kurz in Alvor gestoppt, ein kleiner Ort direkt am Meer mit hübscher Altstadt und sicheren Ankerplätzen direkt davor.
    Jetzt sind wir wieder zu zweit allein auf unserem Schiff, ein bisschen ruhig, ein bisschen ungewohnt, im Moment.