Seit gestern Abend schweigen die Dieselmotoren, mit der Kraft des Windes in den Segeln, geht es beständig in nordöstlicher Richtung voran. Heute Morgen gegen 10 Uhr haben wir die Genua gegen den Code D getauscht. Mit seinen kräftig-bunten Farben leuchtet das Segel in der gleißenden Sonne. seitdem hat der Bootsspeed zugelegt und hin und wieder erreichen wir zweistellige Werte. Die Sonne in Verbindung mit den Sollarzellen und der Hydrogenerator haben tagsüber die Batteriespannung zurück auf 100 Prozent gebracht. Wir freuen uns sehr, dass der Batteriehaushalt jetzt perfekt stimmt.
Gegen 17 Uhr haben wir dann mit einem kleinen Bier auf 200 zurückgelegt Seemeilen (ein Drittelmdess Weges) angestoßen, als ein lautes Klong-Geräusch uns ganz schnell aus der Feierlaune rausgeholt hat. Was ist da mit so einem hässlichen Geräusch kaputt gegangen? Es hat eine Weile gedauert, doch dann war die Bescherung offenbar. Die obere Hälfte des Bolzens, der den Großbaum mit dem Mast verbindet, war abgebrochen. Jetzt war schnelles Handeln angesagt, denn ein potenziell führungsloser, herumbaumelnder Großbaum, zumal mit dem Seegang und dem Wind, die wir im Moment haben, stellt allein mit seiner Masse eine große Gefahr für Schiff und Mannschaft dar, wenn der restliche Bolzen rausfallen sollte. So einen riesigen Bolzen haben wir auch nicht als Ersatzteil anBord. Mit Gurtbändern haben wir den Bolzenrest fixiert und anschließend eine Manschette aus fünf Metern Panzerband geflochten. Wir hoffen, dass dieses Provisorium bis nach Gibraltar hält, andernfalls ist es Essig mit der Segelei, und der kiloschwere Baum, samt 80 kg schwerem Großsegel muss sicher an Deck verzurrt werden. Aber jetzt glauben wir mal ans Positive.
Hingegen den Glauben ans Positive kann man bei denjenigem verlieren, die das Großsegel angebaut haben. Der hat nämlich unsinniger- bzw. fahrlässigerweise den Unterliekstrecker des 127 Quadratmeter großen Segels mit dem Auge des Bolzenoberteils mit einem Dyneemalasching verbunden. Bei jedem Großsegelsetzen und während der Segelei selbst kamen somit sehr große Zugkräfte auf den Metallring, der dafür aber nicht konstruiert ist.
Es ist wirklich ein fortlaufendes Ärgernis und mal wieder fragen wir uns: Wie man nur so viele Fehler in ein Schiff einbauen kann??? Bilder folgen, wenn wir wieder Netz haben.
Kategorie: Leben an Bord
-
Schadensmeldung
-
Der erste Tag
Seit 14:00 Uhr sind wir aus der Abdeckung der Insel heraus, die leichte Atlantikdünung lässt die Hexe jetzt ein bisschen mehr schaukeln, aber es ist immer noch sehr sanft. Samy schläft und schläft, erst als Volker sich ein Brötchen mit Leberkäse macht, wird er wach und folgt ihm auf Schritt und Tritt. Mein erster Versuch, einen Position Report einzustellen ist gescheitert, vielleicht klappt es gleich einmal. Eben habe ich noch die letzten Gribfiles über das Internet geholt, heute Abend werde ich es über das Pactormodem versuchen.
Es ist relativ kühl, kleine Schleierwolken verdecken die Sonne, sodass wir in langen Hosen und mit Jacke segeln. Noch kann man am Heck Lanzarote und La Graciosa gut erkennen, nur voraus liegt der weite Atlantik.
20:00 Uhr Baro 1014. Die Wellen haben ein bisschen zugenommen, nur der Wind bleibt immer unter acht Knoten, der Motor läuft weiter mit. Der Himmel ist eher bewölkt. Volker bereitet die Grillspieße zum Abendessen vor, und auch der Hund hat seinen Teil vom Fleisch gekocht bekommen.
Nachmittags habe ich im Funk plötzlich deutliche Stimmen gehört, als ich eigentlich nur mails verschicken und Gribfiles anfordern wollte. Die Stimme kenn ich doch! Tatsächlich war Ralf von der Malwieder am schnacken mit einem Wolfgang aus Tarragona. Frech hab ich mich mal kurz in die Unterhaltung eingemischt, und wir haben noch einmal bekräftigt, dass wir heute Abend uns in der Intermar-Funkrunde treffen wollen, 20:00 Uhr UTC auf 14.313, mal sehen, ob ich hier auf dem Meer gut hören werde.
20:40 Sonnenuntergang. Wir stellen fest, dass der Hund glücklicherweise, heimlich still und leise am Steuerbord-Heck gepinkelt hat, Super! Intermarfunkrunde klappt super, es sind wieder die gleichen wie vorhin, Wolfgang und Ralf, wir schnacken ein bisschen über unsere jeweiligenStrecken- und Windverhältnisse und Wolfgang erzählt Schauergeschichten von Walen im Mittelmeer.
23:00 Uhr. Der Wind hat sich stabilisiert und Volker segelt, während ich versuche zu schlafen. Danach geht das viel besser, das Schlafen, meine ich.Donnerstag 24. Mai 2018, 01:99 Uhr, Baro 1015, Wind 12 – 15 Knoten, TWA 105, DTW 510 sm
Auf See, Position 30°04.58 N / 012°22.24 W, Speed 7 – 8 Knoten
04:00 Uhr: Der Wind raumt weiter, es sind jetzt eher 135° Windeinfallswinkel, geht gerade noch so mit der Genua. Volker schläft im Salon. Am Abend haben die den Tisch herabgesenkt, und so gibt es dort eine große Liegewiese, Platz genug für Herr und Hund!
08:00, Position 30°42.54 N / 011°44.41 W, Sonne-Wolken-Mix, Wind 14-16 Knoten WsW
Nachdem es mir in der Nacht soooo kalt war, konnte ich mich heute morgen von 06:00 bis 08:00 mit zwei Decken im Bettchen aufwärmen. Nun darf der Skipper schlafen, der die ganze Zeit den Segeltrimm übernommen hat. Bei diesem unstetigen Wind ist andauern was zu zubbeln, die Segel fieren, die Segel trimmen, der Großbaum hat einen Bullenstander bekommen, damit er nicht umschlagen kann. Noch 457 Meilen bis Gibraltar, ein Etmal von 154 Meilen am ersten Tag, wenn das weiter so geht sind wir Sonntag morgen angekommen. -
Tierischer Sonntag

Taubenformation Früh war Cornelia am heutigen Pfingstsonntag auf den Beinen, um 8.000 Reisetauben beim Start zuzuschauen. Die fliegenden Friedensbringer, Palmzweigträger und Hochzeitsvögel stammten allesamt aus Gran Canaria und sollten auch wieder dorthin wieder zurück fliegen. Ca. zweieinhalb Stunden brauchen die meisten Tiere für diesen fast 200 Kilometer langen Flug, über den offenen Atlantik, einige kommen sogar schon nach 100 Minuten an. Cornelia war beeindruckt, wie sich die Vögel zu Staffeln zusammengefunden haben, die sich in Form, Ausdehnung und Aussehen immer wieder verändern, bis alle Tauben ihre Flugformation gefunden haben.
Warum werden heute die Tauben fliegen gelassen? Klar, weil Pfingsten ist, und der Heilige Geist in Form einer Taube den Jüngern Jesu 50 Tage nach der Auferstehung erschienen ist. Die Jünger verloren dabei ihre Sprachbarrieren und konnten sich plötzlich in allen möglichen Sprachen miteinander unterhalten. Cornelia braucht in diesem Fall derlei himmlischen Beistand nicht, weil sie richtig gut spanisch spricht, mit oder ohne Taube, und so konnte sie den Züchtern die nötigen Informationen entlocken.

So viele Ziegen, und alle wollen prämiert werden Weil heute Sonntag ist, hat sie wieder einen Ausflug geplant, der unerwarteter Weise zu einem tierischen Erlebnis wurde. Angedacht war, in Uga, einem kleinen Dorf, ca. fünf Kilometer entfernt von Puerto Calero, einen Bauernmarkt zu besuchen.
Der Bauernmarkt entpuppte sich als überwiegender Viehmarkt mit volksfestähnlichem Charakter. Es gab Ziegen, junge und alte Kamele, Esel, Eulen, Jagdvögel, Pferde, Hühner und kanarische Schafe und kanarische Schafe hautnah zu bestaunen. Zu alledem sang und spielte lautstark der örtliche Gitarrenchor aus Yaiza und wir bummelten natürlich an allen Obst-, Gemüse-, Käse- und Handwerksständen vorbei, die der Markt so zu bieten hatte. (Mehr Tierfotos gibt es ganz am Ende des Beitrags.)

Papas arrugadas, in enorm viel Salz gegarte Pellkartoffeln, lecker! Viele der Tiere standen zum Verkauf und uns hat es besonders das kleine braune Eselchen angetan, wobei die Capitania genauso von dem stolzen Hahn und auch von den Perlhühnern fasziniert war.Danach sind wir zu viert (Kathrin, Peter, Cornelia und ich) in den hochgelegenen Ort Femes gefahren und haben bei schönster Aussicht typisch kanarische Küche mit Knoblauchgarnelen, Linsensuppe und geschmorten Kaninchen genossen.

Was für ein schönes Schiff Seglerisch gesehen können wir noch ein schönes Erlebnis von gestern nachschieben, denn wir sind zu einem Tagesausflug auf einem sehr hübschen, in Deutschland erbautem Alussegelboot eingeladen gewesen. Bei der schwimmenden Segelschönheit handelt sich um eine Nordsee 65, die bei der berühmten und legendären Alubauwerft Dübbel und Jesse auf der friesischen Ferieninsel Norderney entstanden ist. Das 33 Tonnen wiegende Schiff segelt sehr behände, garnicht träge, bei 20 Knoten Wind und flachem Meer erreichten wir eine sehr gute Maximalgeschwindigkeit von 9,5 Knoten über Grund. Das Eignerpaar erhält das Schiff, das 1987 gebaut wurde, in einem bemerkenswert guten Zustand, man könnte denken, dass das Schiff neu oder komplett refittet ist, die Schiffswerft Dübbel und Jesse hingegen baut leider schon seit vielen Jahren keine Yachten mehr.

wollige Schafe 
Die Sau mit ihren Ferkeln 
Perlhuhn im Ausgehkleid 
So ein schöner Esel! 
Dromedarschönheit 
Dromedarmama mit zwei Kälbern 
Hedwig auf Abwegen? 
… und ein stolzer Hahn dabei! 
zu verkaufen – wir hätten ihn fast mit genommen -
Ausprobiert

Der Aufbau hat geklappt Seit Oktober fahren wir es auf dem Geräteträger spazieren, nur einmal kam es ins Wasser, was auch schon wieder einige Wochen her ist, noch kein Mal mit Segel obenauf, unbenutzt. Die Rede ist vom neuen Surfbrett.
Dabei war der Gedanke, dass ich hin und wieder die tägliche Nähe zum Wasser oder Strand nutze, um eine Stunde unbeschwert mit dem BIC Windsurfer übers Wasser zu gleiten. Mal war zu viel Wind, mal war der Liegeplatz fernab vom offenen Meer, mal war der Wind auflandig mit entsprechend hohen Wellen, dann war kein Strand in der Nähe, um sicher anzulanden, mal war es mir zu kalt – Ausrede über Ausrede.

Als kleiner Punkt auf dem Meer Doch mit den Ausreden hat es seit gestern ein Ende. Der Wind war mit 4-5 Beaufort ideal und ablandig, Wellen gab es somit keine, die Sonne schien warm vom blauen Himmel und alle Jobs an Bord der Hexe, die ich abarbeiten kann, waren erledigt. Also rundum ideale Bedingungen fürs erste Mal Windsurfen seit gut 18 Jahren. Woher ich das weiß? Damals hatten wir Larissas 5. Geburtstag in Biblis am See gefeiert und mein altes F2-Stratos-Board mit dabei. Seitdem und heute klafft also die große Surflücke.

und wieder angelandet Der erste Teil, Riggaufbau, hat dann auch länger gedauert als gedacht, doch am Ende konnte sich das Ergebnis sehen lassen und es ging ab aufs Wasser. Da ich jetzt keine 30 Jahre jung bin, war auch das etwas zeitaufwändiger, und das Brett unter mir hat erstmal ordentlich gewackelt, sodass ich an meinen Fähigkeiten gezweifelt habe. Nach einer Eingewöhnungsphase lief es besser und los ging es, aufs Meer hinaus. Dort habe ich ein paar Runden gedreht, gewendet und gehalst, und nach der ersten Windsurfstunde ging es zurück in den Hafen. Die Capitania hat die ersten Meter auf dem Brett gefilmt, wie gesagt, das sieht da noch ziemlich hilflos aus. Ein paar echte Surfs bei stärkeren Böen waren auch drin und der Spaß hat sich schnell wieder eingestellt – Fortsetzung folgt.
-
Falsche Richtung

Die Surfer lieben die Wellen (Photo: Peter Schröder) Zwischen Teneriffa und Gran Canaria wurden in den letzten Tagen gut 200 kleine, allerdings für uns nicht spürbare Seebeben registriert. Der Meeresboden zwischen den beiden Inseln zählt zu den vulkanisch aktivsten Stellen im kanarischen Inselarchipel und die momentane vulkanische Tätigkeit des „Volcan de Enmedio“ bewegt sich wohl im normalen Maße. Man geht daher davon aus, dass tektonische Verschiebungen die Ursache für die Beben sind.
Wie ich jetzt eine gescheite Überleitung zum Thema Fußball bekomme, weiß ich nicht – daher gibt es nur die gute Fußballnachricht, dass der SV Darmstadt 98 beim letzten Spiel in der Rückrunde den Klassenerhalt in der zweiten Liga geschafft hat. Ich freue mich riesig und danke allen Gratulanten, die Anteil genommen und eine kleine Whatsapp geschickt haben. Wir haben das Ereignis würdigend und angemessen begossen.
Nicht so freudig, aus unserer Sicht, ist die Wetter, vor allem die Windentwicklung in den nächsten Tagen. Nachdem seit Freitag eine Starkwindzone mit nordöstlichen Winden und kühlen Temperaturen über Lanzarote hinweg gezogen ist, hat der Wind seit ein paar Stunden auf ziemlich exakt Nord gedreht, ohne signifikant weniger zu werden. Als Maximalwert haben wir heute immer noch flotte 25 Knoten Windgeschwindigkeit gemessen. Dazu meldet Windfinder eine Wellenhöhe von 3,6 Metern nördlich von La Graciosa und eine nordwestliche Wellenrichtung. Das ist alles Mist für uns, um es mal deutlich zu sagen. Auf einen K(r)ampf gegen Wind und Atlantikwellen, nur um ins Mittelmeer zu kommen, haben wir, und da sind wir uns so was von einig, absolut keine Lust. Wir warten jetzt nochmal eine Woche ab. Wenn sich dann der Wind nicht in die richtige Richtung dreht, fliegen wir halt von hier aus Anfang Juni nach Deutschland, und die Hexe bleibt in Puerto Calero liegen. Der Hafen hier ist so ruhig und sicher und zählt für mich zu den besten auf den Kanaren. Dank Segelfreund Horst und seiner guten lokalen Kenntnisse haben wir auch schon jemanden gefunden, der zwischendrin mal nach unserem Kat guckt – Danke dafür.Die zweite fußballerische Nachricht in diesem Blogbeitrag: Wir wollen zur Fußballweltmeisterschaft in Darmstadt sein und entweder in der Innenstadt, im Dieburger Biergarten oder bei unseren Freunden in der Alleeeee die Spiele des deutschen Teams verfolgen. Denn wer weiß schon, welche Begegnungen hier auf Lanzarote oder einer anderen Kanareninsel, in den regionalen spanischen Bars oder englisch/irischen Pubs übertragen werden. Nee, da wollen wir kein Risiko eingehen, und werden uns in heimischen Gefilden das Sommerspektakel anschauen.
-
„Natürlich kann man ohne Hund leben,

So ein Hundeblick! es lohnt sich nur nicht“ schrieb schon in frühen Jahren in wahrscheinlich leicht überzeichneter Form der bekannte deutsche Schauspieler Heinz Rühmann. Und so wollen wir nach über vier Wochen mit Samy an Bord mal eine kleine Zwischenbilanz ziehen.

keine Angst vor dem schwankenden Netz Samy hat sich prächtig eingelebt, es gibt keinen Platz an Bord, den er nicht schon erkundet hat und er lässt sich auch in das doch durchsichtige Trampolin aufs Vorschiff locken, obwohl unter ihm das blaue Meer schimmert.

Das Hundekörbchen Nachts schläft er in seinem Körbchen, das in der Backbordkabine vor unserem Bett steht. Enterversuche unseres Bettes hat er sich abgewöhnt, da wir das eheliche Schlafgemach konsequent gegen ihn verteidigt haben. Einen Ansturm aufs Sofa gibt es hin und wieder, doch ein kleiner Schubs und ein paar Worte genügen, um die Vorherrschaft aufs menschliche Polstermöbel zu verteidigen. (Nur wenn wir nachts segeln, darf er mit einer untergelegten Decke auf dem Sofa schlafen.)

Bereit zum Übersteigen Wenn es zum Gassigang geht, stellt er sich ganz nahe an die Ausstiegstreppe, hebt dann seine linke Vorderpfote auf unsere jeweilige Schulter und lässt sich, sozusagen mithelfend, von Bord heben. Beim Segeln verhält sich unser vierbeiniger Freund total ruhig und besonnen. Egal ob wir reffen und die Segel im Wind schlagen, der Dieselmotor lärmt, oder irgendwas auf dem Vorschiff zu tun ist, Samy bleibt meistens im Salon liegen und wirkt nie ängstlich oder aufgeregt. Als echter Terrier scheint ihm sowieso sowas wie Angst oder Schreckhaftigkeit völlig fremd zu sein.

Wo sind die Fremden? Mittlerweile verteidigt er bellend sein Schiff, wenn jemand an den Rumpf klopft, den er nicht kennt, oder Personen in der Nähe zu aufgeregt und laut reden. Eine Attitüde, die wir nicht immer begrüßen, wir können ihn jedoch leicht beruhigen. Dann lässt der Hund jeden an Bord und begrüßt Ihn oder sie schwanzwedelnd und freudig.
In übersichtlicher Umgebung spazieren wir mittlerweile ohne Leine mit Samy. Nur wenn Restaurants, Kneipen oder Bars, die Essen servieren, in der Nähe sind, wird er angeleint.

Samy trainiert in der Flugbox zu liegen Da sind wir nun schon bei einem kleinen Negativpunkt von Samy angekommen, er wittert Essbares bereits aus unglaublich weiter Entfernung, und ehe man es sich versieht, hat er irgendetwas Gefundenes schon halb heruntergeschlungen. Dieses Verhalten, von dem wir schon am Anfang berichtet haben, lässt sich leider bis jetzt kaum korrigieren und uns hin und wieder dazu, zu rennen, kämpfen, schimpfen, oder ganz selten zu fluchen. Letzteres nur, wenn er mal wieder etwas total gammliges, stinkendes oder verfaultes gefunden hat.

„Papa“ und Hund im Netz Die positiven Momente mit Hund überwiegen in 99,9 Prozent aller Fälle und wir stimmen dem eingangs erwähnten Statement von Heinz Rühmann zu 100 Prozent zu. Oder wie Pablo Picasso es einmal formuliert haben soll: „Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an. Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen. Menschen , die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben. Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte. Er tut es einfach. Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.„
Wer kann so einem felligen Schmusehund wie Samy schon widerstehen – wir jedenfalls nicht.
-
Vorführeffekt?
Eigentlich müsste dieser Blogbeitrag mit vielen gesetzten Fragezeichen beginnen. Typisch Vorführeffekt, könnte man auch sagen.

Der Bösewicht:
Dieselvorfilter mit GrundplatteJedenfalls kam heute Nachmittag der Inhaber des Volvo Penta Services auf Lanzarote mit dem Mechaniker an, der bei uns den Motorservice durchgeführt hatte, um sich von uns die genauen Umstände des leckenden Dieselfilters erklären zu lassen. Nach dem Überwinden einiger kleiner Sprachbarrieren waren alle Details berichtet und alle versammelten sich um die geöffnete Motorkammer. Die Dieselzuleitungen waren geöffnet und der Steuerbordmotor wurde gestartet, der Mechaniker stieg in die Tiefen des Motorabteils hinab und tastete den (ehemals) leckenden Dieselfilter mehrmals ab. Nach jeder gründlichen Untersuchung zeigte er uns seine trockenen, dieselfreien Finger. ??? Jetzt kommen doch noch die Fragezeichen, weil die wohl am besten die Situation beschreiben. Wieso hält der Dieselfilter jetzt dicht? Keiner kann es erklären, am ratlosesten bin wohl ich, … und die Capitania.

Oben der Ölfilter und unten der Dieselfeinfilter,
der am Anfang auch geleckt hatDer Chef vom Betrieb erwähnt, dass es manchmal die Grundplatte sei, an die der Dieselfilter angeschraubt ist, die nicht ganz plan oder angerissen sein könnte. Aber bei uns sei ja alles bestens und wir sollten einfach das ganze, bei bis morgen geöffneten Dieselzuleitungen, im Auge behalten. Beide gingen dann von Bord und ließen uns verdutzt zurück. Mit einem kleinen Lächeln zu Cornelia gewandt, bemerkte ich nur leicht zynisch, dass ich dann ja ein guter Mechaniker sei, der den leckenden Dieselfilter beim Segeln fachgerecht eingeschraubt und repariert habe. Aber warum der dann bis in den Hafen auf der Rückseite leck war und jetzt nicht mehr, entzieht sich meiner Kenntnis…
Kurz danach haben wir Petra zum Flughafen gebracht, die heute geplant nach Düsseldorf zurückfliegt. Das Wetterfenster, um nach Gibraltar zu schippern, ist für die nächsten Tage fest verschlossen. Der Wind dreht auf Nordost zurück und wird zum Wochenende hin lebhaft bis stürmisch, mit entsprechenden Wellenhöhen.
Zum Schluss gibt es noch einen positiven Nachtrag zu unserem samstäglichen Segelausflug. Unser Hydrogenerator arbeitet jetzt erstmals, seit wir ihn an Bord haben, fehlerfrei und tadellos, die Batterie war von Anfang bis Ende zu 100 Prozent voll geladen. Die letzten „Bausteinchen“, die wir repariert hatten, waren ein nicht korrekt angeschlossenes Zuleitungskabel und einen defekter Gerätestecker, den wir ausgetauscht haben. Jetzt lädt das Ding endlich so, wie es soll!
-
Vorbildlich

Hund auf Ausschau integriert sich Samy ins Bordleben, egal ob die Capitania das Edelstahl poliert, ich in der Küche rumwerkel oder ob jemand von uns die drei Stufen in den Seitenrumpf runtergeht, der Hund ist immer interessiert mit dabei. Außerdem ist Samy ein echter Schmuser und genießt es, gedrückt und gestreichelt zu werden. Bindungsmäßig fühlt es sich an, als ob er schon ganz lang bei uns ist und wir hoffen, dass Samy noch eine kleine Ewigkeit bei uns bleiben wird. Es macht echt viel Spaß mit diesem tollen Hund zusammen zu sein.

Volker am Rad der Dragon – ein bisschen Fremdgehen ist erlaubt Spaß hat es mit heute auch gemacht, auf einem besonderen Schiff mit zu segeln, einem sehr schnellen Katamaran, der noch ein paar Zentimeter länger ist als unserer und den passenden Namen „Dragon“ am Heck führt.

Dragon in voller Schönheit Wenn man an Drachen denkt, kommen fliegenden Saurier aus der Urzeit in den Sinn, doch Dragon ist ein supermodernes Schiff in Vollkarbonbauweise mit allem Higtech, das es braucht, um so ein schnelles Gefährt, das gute 4,5 Tonnen weniger wiegt als die Hexe, sicher mit kleiner Crew durch die Wogen des Meeres zu segeln. Meistens zeigte die Geschwindigkeitsanzeige zweistellige Werte an und wir waren fast immer schneller als der Wind unterwegs. Topspeed am heutigen Tag waren fantastische 19 Knoten Speed over Ground und das mit der kleinen Stagfock und einem Reff im Großsegel bei flacher See. Der Unterschied zur Hexe, die ja nun nicht wirklich langsam segelt, war deutlich zu spüren.

Sauber läuft das Wasser am Heck ab So ein schnelles Schiff braucht eine professionell erfahrene Schiffsführung und die hat es mit Gary und Tina, die die Trimmklaviatur, bestehend aus Traveller, Großschot, drehendem Mast und Schwertern, die Auftrieb produzieren, bestens beherrschen. Herzlichen Dank für den coolen Tages-Trip.

Freitag, der dreizehnte! Heute Abend waren wir bei Monika und Walter zum Abendessen eingeladen und haben super leckeres Osso Buco mit Polenta gegessen. Es war zudem ein erstes Zusammentreffen an Bord von deren super liebem Bordhund Gipsy und Samy, den wir mitbringen durften. Die Hunde haben sich gut verstanden – oder in Ruhe gelassen, wir haben uns gut unterhalten, vielen Dank an euch für den schönen Abend. Besser als heute kann ein Freitag, der dreizehnte, nicht vorüber gehen…
-
Punktlandung

Der Teide, deutlich sichtbar beim Anflug Sanft setzt die Boing 737 auf der Asphaltpiste des Flughafens auf, Applaus von den Fluggästen gibt es diesmal nicht. Irgendwie scheint es bei den Passagieren der Flugzeuge kein erkennbares System zu geben, ob nach einer glücklichen Landung geklatscht wird oder eben nicht –Zufallsprinzip anscheinend. Nur Cornelia wollte applaudieren, weil es eine ganze sanfte Landung der weiblichen Copilotin nach wirklich wackeligem Anflug war. Frauensolidarität eben.
Simone mit Jochen und Sohn Reik, die die Osterferien auf Teneriffa verbringen, holen uns vom Flughafen mit deren Leihwagen ab. Los geht es zum Schiff. Die Hexe liegt weiß glänzend im Hafenbecken und sieht hübsch aus. Cristino, unsere „Putzfee“ hat in unserer Abwesenheit ganze Arbeit geleistet, ohne das geht es auf den Kanaren nicht. Einfach so mal das Schiff wochenlang ohne Reinigungsfee liegen zu lassen, ist nicht empfehlenswert. Zu sehr setzt der Wüstensand der Sahara, der schwarze Staub aus dem Anagagebirge und der Ruß von den Armasfähren der weißen Gelcoatoberfläche zu.
Unser kleines Handgepäck ist schnell eingeräumt, die Cockpitpolster im selbigen plaziert und das Cockpitzelt eingezippt. (Es grüßen die Camper die Pastis :-). Danach geht es zu fünft in die Altstadt und Einkaufsgassen von Santa Cruz und endet in unserem Lieblingstapasbarrestaurant mit lokalen Köstlichkeiten.

Total veralgt Der heutige Tag begann recht früh für die Capitania und mich. Gemäß dem Motto, „es gibt viel zu tun, packen wir es an“, starten wir in den Tag. Die Springfestmacherleine hat in unserer Abwesenheit im Hafenwasser geschleift und war zum Kleinbiotop, mit dickem Algenbewuchs, mutiert, da half nur schrubben mit der Wurzelbürste, die Capitania packt die Bettwäsche für einen Auffrischungswaschgang in die Waschmaschine, fährt mit Simone zum Supermarkt, damit im Kühlschrank das Licht nicht umsonst brennt und serviert uns allen ein leckeres spätes Pizzafrühstück.

Ausflug zum Strand Las Teresitas Ab der Mittagszeit bekommen wir noch mehr Besuch an Bord des Hexenkat. Wolfram und Malgiosa, eine Seglerfamilie, die wir auf La Gomera kennengelernt haben, kommen mit ihren zwei Söhnen auf einen Kurzbesuch nach Santa Cruz.
An Tagen wie diesen geht die Zeit so schnell vorbei, nach einem kleinen gemeinsamen Nachmittagsausflug und dem abendlichen Lotusgrillen mit Simone, Jochen und Reik liegen wir faul auf dem Salonsofa rum und lassen den Tag Revue passieren. An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit…
-
Krabbelt da was?
Eine gewisse Ruhe ist wieder im Hafen eingekehrt. Das Geschaukel der Boote in den letzten Tagen hat nicht nur an den Leinen, sondern auch an unseren Nerven gezerrt. Jetzt ist der Schwell aus dem Süden verschwunden, der Wind hat sich gelegt Frieden im Schiff und im Hafen. Nur über eine Sache sind wir seit gestern mehr als beunruhigt und hoffen inständig, dass es nur ein bedeutungsloses Kleintier war, das ich gesehen habe.
Die Kanaren sind leider unter Fahrtenseglern dafür bekannt, dass sie die Heimat der gefürchteten Küchenschaben oder auf spanisch Cucarachas sind. In jeder Pappverpackung oder in Salat und Obst können Eier oder Larven der Plagen hängen, und unentdeckt mit den Einkäufen an Bord gelangen.

La Cucaracha gibt es auch als Lied… Jedenfalls, gestern Nacht, in den frühen Morgenstunden, krabbelt ein kleines rötliches Krabbeltier an der Innenverkleidung von unserer Kajüte lang. Noch halb im Schlaf versuche ich, das „Tierchen“ mit der flachen Hand zu erschlagen, erwische es aber nicht richtig, und das Insekt rutscht zwischen Matratze und Bordwand nach unten. Ich war sofort aus dem Bett, die eilig geweckte Capitania kurz danach. Wir haben die Lattenroste aufgestellt, alles abgesucht und abgeleuchtet, doch das vermaledeite Tier war nicht zu finden. Nachdem alles zurück am Platz – und die Capitania wieder eingedöst war, habe ich im Netz nach Bildern von Küchenschaben gefahndet. Soviel sei gesagt, rötlich sind sie fast alle, doch ob das nur ein harmloser Käfer oder eine Cucaracha war, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Gelesen habe ich jedenfalls, dass es leider auch kleine fliegende Kakerlaken gibt. Im Tageslicht haben wir dann alle Bilgenabteile durchsucht und nix tierisches gefunden, außer vielen möglichen Verstecken, in Kabelrohren und nicht erreichbaren Durchbrüchen.

Fallen extra für Cucarachas gibt es zu kaufen Nicole hat heute fünf Cucaracha-Fallen im Supermarkt gekauft und an verschiedenen Stellen im Schiff aufgestellt. Doch die Unsicherheit bleibt. Was, wenn das Krabbeltier irgendwo seine Eier abgelegt hat, kurz bevor es verendet ist, und die gefürchteten Schaben sich epidemieartig im Schiff verbreiten? Wenn wir nur eine in den aufgestellten Fallen finden, wissen wir, dass wir ein super ernstes Problem an Bord haben. Jetzt heißt es abwarten und die Nerven bewahren. Im schlimmsten Fall muss ein Kammerjäger das Schiff, bzw. die Plage ausräuchern…
