Kalt war es irgendwie schon, aber Begeisterung lässt Kälte dann auch vergessen. So war das bisher und so war es vorgestern auch. Beim Fußballspiel von Darmstadt 98 gegen den Karlsruher SC ging es teilweise ganz schön heiß und hoch her. Weniger beim Spiel, das war in der ersten Halbzeit relativ ruhig und verhalten, in der zweiten Halbzeit dann deutlich bewegter und die radikalen Fußballfans von Karlsruhe haben mehrfach Bengalos angezündet und das Stadion eingeraucht. Glücklicherweise lief alles ohne Polizei ab. Über 15.200 Zuschauer folgten gespannt dem Spiel. Sieben begeisterte Fans aus unser Allee standen wie immer in der Nordkurve, friedliches Miteinander, wenig Radikalinskis in der Fankurve, zahlreiche Kinder, ganz familiär dort und das passt gut zu uns.
In der Pause wollte ich mir dann ein Halbzeitbier holen, wurde aber von Axel, Gerhard und Edwin daran gehindert. Ich habe das erst mal nicht gepeilt, was das jetzt soll, fügte mich aber der freundlich-bestimmten Aufforderung.
Und dann gab es kurz vor Pausenende eine Durchsage vom Stadionsprecher, die mich total vom Sockel gehauen hat. Über 15.200 Zuschauer hörten das “Käpt’n Volker Mandler ist extra aus Portugal angereist, um das Fußballspiel der Lilien zu sehen…”
Der Rest der Ansage ging im gegenseitigen Jubel unter, super Feeling, danke an Gerhard, Axel, Julia und Larissa. Ihr seid immer für ‘ne Überraschung gut!
Ach ja, der Spielstand war ein einvernehmliches 0 zu 0. Ein Punkt für Darmstadt 98, angemessen, Fussball kann auch schön sein.
Danach haben wir noch gegrillt und gechillt, Larissa und Johannes haben ein paar leckere Cocktails gemixt, Doro, Matthias, Andy und Cecile sind noch dazugekommen, was für ein Abend, was für ein Erlebnis! Lecker gegessen, gute Gespräche, gute Drinks, Danke….
Soweit das Update aus der Darmstadt.
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Grüße aus der Nordkurve
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Abschiede und leere Plastiktüten
Morgens laufe ich in relativ grauem Wetter mit Nico zum Strand, um ihm ein Salzwasserbad zu verpassen. Das soll gut sein gegen Flöhe und Ungeziefer aller Art. Sein Körbchen habe ich auf dem Weg dorthin auch schon mal vorsorglich in die Waschmaschine gesteckt. Die läuft an, aber nicht durch, wie wir später feststellen werden.
Am Strand kann ich den Hund zum Wasser locken (es wird tendenziell immer wärmer) und ich bin gerade dabei, ihn so richtig schön mit Salzwasser zu benetzen, da höre ich die Welle kommen, leider zu spät, so schnell ist sie da und ich bin nass bis an die Hüften, kann gerade noch den Hund am Halsband festhalten, dass er nicht weggeschwemmt wird: Mission completed!
Das Wetter wird dabei immer besser, wir traben zurück zum Schiff, kämmen Nico, reiben ihn mit Süßwasser ab, die Hose trocknet auch, die Dusche ist heiß, das Körbchen immerhin gewaschen, beim Spülen blieb allerdings die Maschine stehen, ein Wasserrohrbruch legt die Wasserversorgung im Hafen seit Tagen lahm.
Martina steht schon bereit für den Gang zum Markt, heute gibt es dort Frühlingszwiebeln, Pfifferlinge und frische Champignons, Bio-Tomaten und -Paprika, kleine Feigennachtische für die Kellys, bei denen ich abends zum Essen eingeladen bin und zum letzten Mal ein Einkauf bei meinem liebsten Markstand, einem alten Mann, der getrocknete Feigen und ein paar kleine Gemüse aus seinem Anbau verkauft, und immer so nett lächelt.
Der Tag im Paradies vergeht so schnell, es ist warm und schön, man trifft sich zu einem Tee im Cockpit, Hanna, Frida und Emma sind immer präsent, Martina kommt zum Tee, Joachim und seine Frau verabschieden sich, sie wollen sich morgen auf den Weg zu den Kanaren machen, später kommen auch Ralph und Inge zum Adieu, sie wollen morgen Richtung Gibraltar aufbrechen. Ralph sieht beim Tee im Cockpit sofort, dass an unserem Tisch eine Schraube locker ist, und bringt mir ein entsprechendes Ersatzstück vorbei, vielen Dank!
Beim Shoppen in Pingo Doce, Lidl und Aldi (ich musste sie alle aufsuchen bei der Jagd nach Kirschen für mein Dessert zum morgendlichen Festessen anlässlich des 1. Advent) bekam ich am Eingang immer eine Plastiktüte in die Hand gedrückt. „Nett“, dachte ich, „da hab ich mir die 2 Cent für ‘ne Tüte gespart“. Bei Pingo war ich so aufgebracht, dass die alles, was ich brauchte, nicht hatten, dass ich beim Bezahlen nicht mehr an die Tüte dachte. Bei Lidl war ich schon rücksichtsvoller und dachte, ich pack mal alles in die mir offerierte Tüte, wenn sie schon so nett sind. Als ich aber rausgehe, hält mich jemand an, und sagt, ich könne die Sachen nicht in der Tüte lassen. „Oh, verfilxt“. denke ich, „jetzt hab ich aus Versehen bei Lidl die Pingo-Tüte benutzt!“ Also pack ich alles in meine normale Tasche und will auch noch die Tüte reinstecken, aber die wird mir auch abgenommen. „Seltsam“, denke ich, als ich wieder auf mein geliehenes Fahrrad steige, „das war ja eine komische Aktion.“ Die Auflösung bekomme ich bei Aldi. Hier wird mir nicht kommentarlos eine Plastiktüte in die Hand gedrückt, sondern die Frau erklärt mir in tadellosem Englisch, dass das eine Spendentüte ist, für die armen Leute an der Algarve, und ich kann irgendwelche gut haltbaren Dinge einkaufen, ganz normal bezahlen, in die Tüte tun, und diese am Eingang abgeben. Hätten die mir das in den anderen Supermärkten auch erklärt, hätte ich dort vielleicht auch dort schon ein Kilo Nudeln oder Reis oder Kekse gespendet!
Aber schließlich radel ich glücklich mit Lebkuchen und gefrorenen Früchten (fast so gut wie Kirschen im Glas) für meinen Nachtisch zurück zum Boot, bekomme ein köstliches und wie immer sehr lebendiges Abendessen bei Monika und Carsten und ihren süßen drei Mädchen. Danke! -
Und es regnet doch wieder
Gestern Nacht hat es noch ordentlich gestürmt und ganz schön viel Wasser vom Himmel geschüttet, ab und an erschienen vermummte Gestalten auf ihren Booten, um nach den Leinen zu schauen, oder noch ein Fall durchzuholen. Und das Barometer befand sich auch im freien Fall, gestern Nacht war es bis 979 gefallen, aber auch heute über Tag ist es nicht weiter als 982 gestiegen. Über Mittag zeigte sich auch mal die Sonne für vier Stunden, mit nur einzelnen Wolkenfeldern, aber jetzt schüttet es wieder aus Kübeln, wenn Ihr nachschauen wollte, dort gibt es ein kurzes Video, wie der Regen im Dunkeln an die Scheibe prasselt: Regen in LagosMorgen soll es aber besser werden, verspricht der Wetterbericht:

Und wer es wissen will, da hat mich doch ein Weihnachtslied erweicht: Band Aid 30, 2014
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Südwest-Portugal-Rundfahrt
Volker fliegt für ein paar Tage in die Heimat, und die Flüge, die ab Faro gehen, sind gezählt. Also buchen wir einen Flug ab Lissabon, behalten das Leihauto, mit dem wir Allegra und Leonard zum Flughafen gefahren haben. Martina von der Maje und Monika von der Namastee sind mit von der Partie, wir bringen Volker nach Lissabon zum Flughafen und machen dann eine Mädels-Rundreise durch Südwest-Portugal.
Auf dem Weg zum Flughafen empfangen uns die ersten Regenschauer, aber auch schaurig-schöne Regenbogen, einer mit Anfang und Ende, und wir sehen, mal wieder, unzählige Störche, diesmal haben sie ihre Nester in Stromleitungen errichtet, manche sogar als Mehrfamilienhäuser.
Ein Renovierungsobjekt in Alcazér Nachdem wir Volker sicher in Lissabon abgeliefert haben, machen wir uns auf den Rückweg nach Süden, mit einem Café-Stop in Setúbal, einem Gang durch die Altstadt von Alcázer do Sal, mit vielen sehr verfallenen, einstmals prunkvollen Häusern, und der entzückenden Fahrt über Land nach Santiago do Cacém.

Mehrere Storchennester, diesmal auf einer Kirche Überall kann man sowohl die Storchennester als auch Unmengen von Störchen auf den Feldern sehen. Korkeichen, Pinienwälder und Eukalyptusbäume breiten sich neben den relativ gut ausgebauten Straßen aus. Einige allerdings sind durch die unterwuchernden Baumwurzeln zu argen Stolperfallen geworden. Manchmal kann man von einer Anhöhe aus das Meer sehen, oder erahnen, wenn Nebel und Regen es verdecken.
Santiago do Cacem ist eine ziemlich große Stadt. In der Nähe des Castelo, oberhalb der schönen Altstadt hätte man normalerweise einen großartigen Blick auf die Küste, wenn sie nicht gerade im Nebel verschwinden würde. Eigentlich wollten wir hier zu Mittag essen, aber wir verschieben den Stop auf Zambujeira do Mar, der letzten Etappe, die wir noch im Hellen erreichen können.
Die Küste vor Zambujeira do Mar Der Blick über die Felsenküste hier ist großartig, wir stehen hoch oben, wo auch ein Angler seine lange Leine nach unten in die See hängen lässt (wir fragen uns, wie der wohl die Fische ohne Höhenschock mach oben bekommt), unten brechen die Atlantikwellen, oben bläst uns der kalte Wind ins Gesicht.
„15 Grad wärmer und es wäre genial hier“, man kann sich richtig vorstellen, wie schön es hier im Sommer ist, wenn zu der Sonne die frische Atlantikbrise weht.
In einem kleinen Café werden wir freundlich aufgenommen, bestellen auf portugiesisch Wasser, Sandwiches und Café und schnacken über Gott, Ulla Popken und die Welt.
Die restliche Fahrt müssen wir leider im Halb- bis Dunkel zurücklegen, über Aljezur nach Lagos, wo wir gerade noch rechtzeitig vor dem großen Regen und Wind eintreffen, der jetzt mit bis zu 33 Knoten die Schiffe swingen und die Leinen schlagen lässt. -
1A-Ausflugtipp

in 2009 geschälte Korkeiche Liebe Leser, heute bekommt Ihr von uns mal einen Ausflugtipp. Heute morgen haben wir uns früh auf den Weg nach Aljezur gemacht. Das liegt ca. 25 Kilometer nordwestlich von Lagos. Auf dem Weg dorthin haben wir einige Korkeichen bewundert, bei denen die ertragreiche Rinde vom Stamm entfernt war. Alle neun Jahre kann der Kork “geerntet” werden. Der so genutzte Baum wird ca. 100-150 Jahre alt und liefert in seinem Baumleben 100 Kilogramm Kork zur geplanten Weiterverarbeitung. Das Hinterland von Lagos ist hügelig, überwiegend mischbewaldet, manchmal auch karg. Die Straße nach Aljezur ist kurvig und schmal und wenig befahren. Aljezur durch einen Fluss in zwei Teile geteilt.

Medronhe-Früchte im Baum Beide Altstadtteile liegen an einem Hügel und bieten eine gute Aussicht auf die umliegende Landschaft. Direkt neben der Kirche stehen mehrere Bäume, prall gefüllt mit Früchten, aus denen der landestypische Medronhe-Schnaps hergestellt wird. Nachdem wir die kleinen hübschen Ortskerne erwandert haben, sind wir an die raue Westküste Portugals gefahren und haben die anrollenden Wassermassen des Atlantik bewundert. Nach der Fahrt durch dasValle da Telha, ein landschaftlicher Augenschmaus, sind wir abermals über Aljezur nach Monchique gefahren. Eine Staße mit zahlreichen Serpentinen führte auf teilweise über 500 Höhenmeter zu dem tief im Inland liegenden beliebten Ausflugsort Monchique. Die Aussicht auf tiefliegende Schluchten, Zitronen- und Apfelsinenplantagen, einsame Gehöfte und einen großen Granitsteinbruch liessen die Fahrt wie im Flug vergehen.

Der Bullerofen im Restaurant “Palmeirinha” In Monchique angekommen goss es leider wie aus Kübeln, glücklicherweise hatten wir aber unseren neu erstandenen Regenschirm mit. Nach einem kurzen und feuchten Ortsrundgang bei ungewohnt kühlen 11 Grad sind wir in das Restaurant Palmeirinha eingekehrt. Dessen Spezialität sind Piri-Piri-Hähnchen. Also frisch, über offenem Hozkohlefeuer gegrilltes Hähnchen, die dabei ständig mit einer feurig scharfen und zugleich minzigen Soße eingepinselt werden, absolut lecker. Der halbe Hahn mit Beilagen kostet fünfeinhalb Euro, die Aussicht inn Tal ist gandios und gratis, der Service wirklich freundlich. Da wollen wir wieder hin!
Nach dem Festmahl hatte es sich so eingeregnet, dass unser Entdeckerwille nicht mehr so groß war und wir deshalb beschlossen haben, die Rückfahrt zum Schiff anzutreten.
Die Strecke dorthin hat uns dann aber noch einiges geboten. Das war ein Gemisch aus Rallystrecke mit Schlaglöchern, Haarnadelkurven, Schotterweg und breiter Piste. Für jeden, der gerne mal flott mit dem Auto unterwegs, ist ein echter Adrenalinkick. Das ganze führte uns durch einsame Wälder, Täler, kleine Ortschaften und vorbei an einsamem Gehöften, echt abenteuerlich.
Insgesamt haben wir 140 Kilometer zurückgelegt, mit Ortsbesichtigungen und Essen dafür 5 Stunden gebraucht, bei schönem Wetter wäre das sicher ein Ganztagesausflugtipp.
Die nächsten TAGE !!! soll es mal wieder regnen, stürmen und gewittern. Und gerade fallen dicke Hagelkörner aus dem rötlich-gelben Nachthimmel! -
Sunny Sunday Morning
Ein kleiner Nachtrag zum letzten Sonntag: Da das Wetter sich endlich von seiner besten Seite zeigte, sind die drei Großmanns nach dem sonnigen Frühstück im Cockpit zum Strand getigert, mit Hund Nico selbstverständlich, haben Frisbee gespielt, dem Hund die Stöckchen geworfen, sich am Strand gelümmelt und geschwommen.Allegra und Leonard haben eine im Sand befestigte Fischerboje zum Spielzeug erkoren und allen erdenklichen Blödsinn damit veranstaltet, bis die von Volker ausgeliehene Hose und später der ganze Leonard in Salzwasser gebadet waren und die beiden schließlich sich in die Wellen stürzten.
Und das bei ca. 17 Grad Wassertemperatur Mitte November, ohne dass es sich zu kalt anfühlte. Ein herrlicher Tag!
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Kreisende Störche, startende Flugzeuge und die Knochenkapelle

Haus in der Altstadt von Faro Heute war es leider soweit, die Abreise von Leonard und Allegra stand bevor. Allegra musste relativ früh am Flughafen in Faro sein, Leonard erst am späteren Nachmittag. Und so haben wir mehrere Fliegen mit der berühmten Klappe erschlagen. Allegra haben wir um 10 Uhr am Flughafen abgesetzt und nur zu dritt die naheliegende Altstadt von Faro besucht.

Ein Blick über die Lagune Cornelia und Leonard haben die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und ein 35-minütiges Fado-Konzert in einem alten Klostergemäuer besucht. Ich hätte natürlich auch mit reingedurft, Nico leider nicht, manche Wahl ist dann eigentlich keine und fällt dann folgerichtig auch nicht so schwer. Anschließend sind wir zusammen durch die bezaubernde Altstadt gebummelt, haben ins an den alten Gemäuern erfreut, den sichtbaren maurischen Einfluss bewundert und den Block über die weitläufige Lagune schweifen lassen.
Faro ist u.a. für seine Bauwerke berühmt, eins davon ist die Kirche Nossa Senhora de Carmen mit einer Knochenkapelle. Es gibt Kapellen, Kirchen, und Mahnmale in denen Knochen lagern, klar, aber die kleine Knochenkapelle ist nahezu einzigartig. In die Wände, an der Decke und auch am Eingang sind tausende Knochen eingemauert, noch mehr stechen jedoch die Schädel deutlich hervor. Ein Mönchsorden soll die Knochen von einem nahen Friedhof ausgraben- und diese dann in der Kapelle eingemauert haben. Bizarr, aber gar nicht schaurig (naja).
Auf den Giebeln des Kirchturmdaches nisten und brüten zahlreiche Störche. Der eine oder andere Landeanflug auf die Nester geht schon mal schief, die Landebahn ist gerade mal ca. 1 Meter lang. Und so ein Storch hat auch sooooooo lange Beine. Ein lustig schönes Schauspiel!Zum Mittagessen waren wir in Olhao, einem Nachbarort von Faro, der an der gleichen Lagune liegt. Wir haben den Eindruck, dass hier in Portugal mehr Menschen mittags essen gehen als abends. Preisgünstige einfache Gerichte zwischen 3 und 8 Euro schonen den Geldbeutel.
Um 15 Uhr hat Leonard für seinen Flug eingecheckt, ein kurzer herzlicher Abschied, und wir waren wieder in Richtung Lagos mit unserem Leihwagen unterwegs. Auf dem Rückweg haben wir kurz in Alvor gestoppt, ein kleiner Ort direkt am Meer mit hübscher Altstadt und sicheren Ankerplätzen direkt davor.
Jetzt sind wir wieder zu zweit allein auf unserem Schiff, ein bisschen ruhig, ein bisschen ungewohnt, im Moment. -
Strand, Land und Leute
Heute haben wir die Regenpause genutzt, um uns ein wenig am Strand zu bewegen und den Aktivitäten der Wellensurfer zuzuschauen. Surfen ist in Portugal fast schon Volkssport. An allen Stränden, die eine surfbare Welle haben, stürzen sich Menschen mit ihren Brettern in die brechenden Wellen. Zu dieser Jahreszeit mit schützendem Neopren, das Wasser hat im Moment 17 Grad.
Wir haben Frisbee gespielt, Nico fand die fliegende Scheibe auch lustig und ist ihr einige Male hinterhergerannt. Irgendwann war ihm das aber zuviel und das Frisbee gehörte uns wieder allein. Der Sand an Portugals Stränden ist grobkörnig, das einzelne Sandkorn rund, Bauwerke von Kinder sind deshalb nicht sehr durabel.
Joachim von der “Atanga” hat heute Geburtstag und ab 14 Uhr haben wir zusammen mit ihm gefeiert. Sabine und Joachim leben auf und segeln mit ihrem schönen Schiff, einer Hanseat 42, um die Welt. Mit viel Zeit und ohne Druck.
Jens und Martina von der “Maje” sind nach Alvor gesegelt, um ein paar Tage in der Lagune zu ankern und die Ruhe dort zu genießen. Die Lagune erstreckt sich über mehrere Kilometer und ist nur über eine schmale Einfahrt erreichbar. Dadurch ist der Ankerplatz bei allen Windrichtungen und -stärken gut geschützt.
Allegra und Leonard genießen die Zeit an Bord. 500 Meter entfernt ist eine große Kirmes mit Fahrgeschäften aller Art und die Stimmen der Fahrkartenverkäufer geleiten uns im Moment allabendlich in den Schlaf. Heute mittag ist ein ganzer Bündel Luftballons hoch über den Hafen Richtung Meer geflogen, den hat wohl eine Böe losgeworfen, nicht schön für den Luftballonverkäufer, aber es sah cool aus, zuerst dachten wir, da käme Münchhausen auf der Kanonenkugel. -
Von oben betrachtet
Wir haben die Gelegenheit und das schlechte Wetter genutzt und sind gestern mit unserem Auto zum südwestlichsten Punkt von Europa gefahren. Von unten betrachtet hat das Cabo Sao Vicente schon einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen, als wir es mit unserer Hexe umrundet haben. Gleichzeitig war diese Umrundung auch ein wichtiger Meilenstein unserer atlantischen Reise. So ist denn nach der Rundung des Kaps einiges angenehmer für den durchreisenden Segler? Die Wellen sind weniger hoch, die Lufttemperatur ist meistens 2 bis 3 Grad höher als an der offenen atlantischen Küste und der Wind weht deutlich weniger aus Süd, wo wir gerne hinwollen. Gestern am, bzw. auf dem Kap war von besser und angenehmer aber keine Rede. Um es kurz zu machen, es hat geschüttet und gestürmt. Wir sind von oben bis unten klatschnass geworden und nicht nur Nico war froh, als wir wieder im Auto saßen, natürlich mit aufgedrehter Heizung. Der Blick von oben war schon gigantisch! Das Brechen der Wellenberge an den Steilwänden, die zurückgeschleuderte, aufgeworfene weiße Gischt, das laute Getöse der Brandung, aber auch die bescheidene Vegetation von Flechten und kleinen, zum Teil blühenden Pflanzen und der Blick hinaus auf die ewige See.Nach der Wiederankunft auf unserer schwimmenden Herberge hat sich der Himmel nochmal so verdunkelt und ein Gewitter, mit allem was dazugehört, ist über den Hafen hinweggefegt. Wassermassen haben sich über unser Schiff ergossen und der stürmische Wind hat kräftig an der Regenplane gezerrt. Der hier ins Meer mündende Fluss bringt mittlerweile allerlei Sediment, Holz und Gestrüpp mit sich und hat durch die Regenmassen deutlich an Breite zugelegt. Das Wasser im Hafen ist dreckig braun statt klar, und vor der Hafeneinfahrt hat sich eine ansehnliche Welle aufgebaut.
Auch heute bleibt die versprochene und vorhergesagte Sonne leider aus, dunkle Wolken wechseln sich mit nicht ganz so dunklen Wolken ab.
Das Leihauto haben wir zurückgegeben. Generell ist hier auf den Straßen nicht viel Verkehr, weder auf der Autobahn noch auf der Landstraße, Hektik und Gedränge gibt es folglich nicht, entspanntes Dahincruisen ist angesagt.
Wir haben die besten Kapbilder zusammengestellt und wünschen viel Spaß beim Anschauen.Und hier noch ein paar Bilder aus Lagos Beach:
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Sundowner
Leonard und Allegra sind gut angekommen, der eine morgens, die andere spät abends um 23 Uhr. Leonard wurde noch mit portugiesischer Sonne in Faro begrüßt, Allegra mit Regen und Starkwind. Der letztgenannte Wetterteil hat heute den ganzen Tag unser Handeln bestimmt. Es regnet wie aus Kübeln und dazu weht ein stürmischer Wind, der kraftvoll an unserer Cockpitplane zerrt. Selbst Nico war nach 3 Minuten Morgenspaziergang bedient und ist in einem Affentempo zum Schiff zurückgerannt. Und amit der graue Tag nicht grau endet, haben wir zur Sundownerparty eingeladen. Ein Sonnenuntergang ist zwar nicht sichtbar, aber dunkel wird es trotzdem. Und irgendwie hat das auf Schiffen ja auch eine gewisse Tradition mit dem standesgemäßen Drink bei einsetzender Dunkelheit. Für die Kinder gibt es was Alkoholfreies und für die Erwachsenen Cuba Libre.
Mit netten Menschen ist das schlechte Wetter dann aich gleich besser zu ertragen. Für morgen ist wieder Regen angesagt und dann lädt sicher jemand zum abendlichen Drink ein. Und jetzt noch mal ein Spruch von Martina zum beinahe Ende des Abends: “Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, hat die Badehose schuld”.






















