Lange haben wir davon geträumt und jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Noch ein bisschen surreal, so als müssten wir uns gegenseitig in die Wange kneifen und uns immer gegenseitig versichern, dass wir dieses Teilziel erreicht haben. Gibraltar, von Mythen umrankt, vor ca. 175 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent abgetrennt, haben wir erreicht. Der Atlantik liegt hinter uns, seit über vier Monaten sind wir nun unterwegs, jetzt sind wir im Mittelmeer.
Vorgestern haben wir noch das Kap Trafalgar mangels Wind mit Motorunterstützung umrundet. Jener Ort, an dem Admiral Nelson 1805 seine ruhmreichste Seeschlacht gegen Frankreich und Spanien geschlagen hat, und dann doch tödlich verwundet wurde. Deshalb wird in Gibraltar (und in England) an zahlreichen Stellen dem glorreichen Admiral gehuldigt. Nelson wird heute bei Seglern auch als Beispiel genommen, wenn es um Seekrankheit geht, war er doch Zeit seiner Seefahrt von dieser Geißel befallen und ist trotzdem zur See gefahren (Gruß an Jürgen 😉 und zahlreiche andere Seefahrer, z.B. Wilfried Erdmann).
Gestern konnten wir mit leichten Winden, aber immerhin unserem Tagesziel entgegen kreuzen, Afrika recht, Europa links, was für eine Kulisse!
Heute haben wir fast nichts gemacht, außer den englischen Supermarkt geplündert. Wir grillen abends ein saftiges Sirloinsteak und Seeteufel. Die Auswahl bei Morrisons war schon gewaltig, das Stimmengewirr englisch dominiert, aber auch sehr viele Spanier sind auf dem “Rock”, wie die Einheimischen sagen, unterwegs.
Hier findet Ihr ein Video von Bord der Hexe, kurz vor der Einfahrt nach Gibraltar: Die Hexe vor Gibraltar
Und wie geht es mit uns weiter?
Wir wollen immer noch auf den Affenfelsen, der höchste Punkt Gibraltars mit 424 Metern. Heute war es uns zu diesig, die Fernsicht nach Afrika zu eingetrübt.
Affenfelsen heißt das übrigens, weil dort wilde Berberaffen leben. Wie die Primaten dort hingekommen sind, darauf weiß auch Wissenswiki keine eindeutige Antwort. Egal auch, nicht jedes “Geheimnis” muss gelüftet werden. Sobald das Wetter klar ist, geht es mit der Bergbahn nach oben.
Cornelia hat von unserem Nachbarboot, mit einer serbischen Frau, die auf Mallorca lebt und einem echten Amerikaner, der die Weiten des Meeres durchsegelt, eine Hochseeangelausrüstung bekommen (vielleicht, weil ich gestern ein paar Cuba libre spendiert habe). Den Rum und andere Getränke gibt es hier im Steuerparadies ziemlich günstig, genau so wie auf Helgoland. Künftig ziehen wir ein paar Meter Angelleine mit farbigem Köder hinter uns her.
Also Fische aufgepasst…
Soweit ist alles gut an Bord, wir sind zufrieden, alles im Lot auf’em Boot.
Anscheinend hat Marinetraffic.com irgendein Problem mit seinen Empfangsstationen. Aber, Joachim sei Dank für den Tipp, könnt Ihr bei www.vesselfinder.com unser AIS-Signal sehen und nachschauen, wo wir sind.
Das Gute daran ist, dass unser Gerät fehlerfrei arbeitet und wir somit nicht noch weiter forschen müssen. Joachim hat auch schon mal bei Marinetraffic angefragt, was das Problem ist, die Antwort steht noch aus ( siehe sein Kommentar zu “Kleine Korrektur”.
Nachdem wir das nun gelöst haben, die Welt wieder in Ordnung ist, machen wir uns heute auf den Weg nach Tarifa, dem Surferparadies. Wind ist nicht vorhergesagt, aber genug Diesel ist im Tank und somit steht der Weiterreise nichts im Weg. In Gibraltar werden wir denn Dieseltank wieder bis obenhin auffüllen, der Liter kostet dort nur 63 Cent, da macht das Tanken doch gleich mehr Spaß. Wir haben ja nur 110 Liter im Tank, was muss das für ein Gefühl sein bei einem größeren Motorboot mit mehreren tausend Litern Tankinhalt… Da kann die Liebste vom Ersparten schon mal ein schönes Collier zu Weihnachten bekommen, oder so ähnlich ;-))
Seit gestern können wir sehr deutlich die Ausläufer von Afrika sehen – ganz schön aufregend.
Der Liegeplatz zur Weihnachtzeit in Marbella ist reserviert, wir freuen uns aufs Mittelmeer. Mit herzlichen Grüßen “out of Afrika” von Bord der HEXE.
Also, so ganz stimmt das nun auch wieder nicht, was wir über Rota geschrieben haben. Das mit der toten Hose ist wohl ein wenig von der Uhrzeit abhängig, natürlich nicht nur in Rota, sondern wohl in ganz Spanien. Wir waren abends nochmal in dem Ort unterwegs und haben einige Menschen auf den Straßen und in den Gassen gesichtet. Es gibt einen Platz mit zahlreichen Kneipen, phantasievoller Weihnachtsbeleuchtung und abends offenen Geschäften.
Das Marktgebäude in Rota
Will meinen, es ist eine eher angenehme Betriebsamkeit, die den Segler/Tourist erfreut. So haben auch wir einen schönen Pub gefunden (O’Grady’s Irish Bar), in dem wir die leckersten Chicken Wings (14 Stück gesamt) unseres Lebens verspeist haben und dabei noch nett mit dem Besitzer, der aus Irland kommt, geschnackt haben. Gute Musik, nette Leute, angenehme Atmosphäre, die ideale Rezeptur für einen gelungenen Abend. Die Hafengebühr war mit die günstigste auf unserer Reise.
Heute haben wir dann mal versucht, ein paar Dinge in die Wege zu leiten. Weihnachten macht auch vor uns nicht halt und vieles muss geplant werden. Die Flugtickets für unsere Kinder wollen gebucht sein, der Liegeplatz für Schiff und Mannschaft nahe bei Marbella soll reserviert sein und das Leihauto zum Flughafen muss bei der Verleihstation angefragt werden. Alles nicht so einfach von Bord aus zu organisieren, schon gar nicht ohne das liebe Internet.
Und die Besichtigung von Cádiz steht auch noch aus und auf die will Cornelia absolut nicht verzichten. Ist ja auch eine Stadt mit viel Historie, über 3000 Jahre alt und wer war nicht alles schon da: die Römer, die Mauren, die Spanier natürlich und die Phönizier haben die Stadt gegründet. So viel Geschichte auf einem Fleck, also wirklich dicht beisammen und vieles ist davon auch sichtbar.
Ja, wir waren/bzw. sind dort, sind hingesegelt haben einen tollen Liegeplatz beim Real Club Nautico ergattert. Die Marinamitarbeiter sind so super freundlich, meine Sprachkenntnisse stoßen leider an Grenzen, aber Cornelia füllt die Lücke. Ach und ein super Internet gibt es auch noch dazu. In allen Hafenführern wird geschrieben, dass Gastyachten nicht gerne gesehen sind, aber wir wurden mit offenen Armen willkommen geheißen, perfekt.
Wandgemälde in den Straßen von Cádiz
Dann ging es in diese geschichtsträchtige Stadt (ca. 15 Laufminuten entfernt vom Hafen) mit den zahlreichen Parks und Gärten, monumentalen Bauten, der vielen Kunst, der Kathedrale, den alten Einkaufsstraßen, den maurischen Stilelementen, der alten Stadtmauer, der belebten Uferpromenade und noch viel mehr. Und es gab eine Kneipe, in die der Hund mit reindurfte, und wir konnten ein kühles Bier trinken!
Fünf Stunden sind wir durch Cádiz gewandert, haben viel bestaunt und gesehen, längst noch nicht alles, vielleicht hängen wir noch einen Tag dran. Die Füße sind platt, der Kopf ist voll von Eindrücken, Nico liegt faul auf dem Sofa, der Mond ist aufgegangen – gute Nacht.
Zum leidigen Thema AIS noch ein Satz, bei Marinetraffic.com werden wir immer noch in Faro/Portugal gelistet, echt keine Ahnung, was das soll, wenn jemand ‘ne Idee hat, schreibt uns. Wir sehen jedenfalls auf unserem Bildschirm alle Schiffe in unserer Umgebung mit AIS-Signal.
Und das hier ist eine Segler-Burka, getragen bei viel Wind auf der Fahrt nach Rota.
Übrigens: Bei “Adeus, Lagos” und “Weiter als gedacht oder Olà, España” und “Ankernacht vor Culatra” gibt es neue Fotos!
Gestern war eigentlich unser Plan, ins nahegelegene Ayamonte zu segeln, dem ersten spanischen Hafen am Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal. Doch der Wind hat einmal mehr unsere Pläne durchkreuzt. Statt Nordwind gab es einen kräftigen Nordostwind mit bis zu fünf Beaufort. Ein Plan beim Segeln ist aber nur so gut wie die “Wetterrealität” und allein schon deswegen veränderbar.
Sonnenuntergang auf See
Wir haben unser Ziel neu definiert, auch wenn es mit 79 Seemeilen deutlich weiter gehen sollte als angedacht. Nach 12 Stunden segeln mit sehr wechselhaften Winden sind wir abends um 22 Uhr (spanischer Zeit) im spanischen Rota angekommen. Das Segeln war in sofern anstrengend, als der Wind dauernd Stärke und Richtung geändert hat und damit sehr viel Trimm-/Einstellarbeit an den Segeln notwendig war – Segel anholen, Segel rauslassen, also nix mit erholsamem Dahingleiten. (Und der Skipper hat Muskelkater!)
Rota gehört zu Andalusien und liegt dicht bei Cadiz, hier ist so ein bisschen der Hund begraben oder klarer gesagt ” tote Hose”. Obwohl der Hafen gegen alle Wind- und Wellenrichtungen geschützt ist, die Stege sehr modern sind und der Ort recht hübsch ist, scheint kein Segler hier überwintern zu wollen. Wifi gibt es leider aucht nicht im Hafen und deshalb auch keine Bilder von hier, die folgen, wenn es wieder welches gubt.
Heute war erst mal großer Schiffs- bzw. Hausputz innen und außen angesagt. Die Temperaturen sind hier gefühlt nochmal milder als in Lagos, Nordafrika ist jetzt zum Greifen nah. Wahrscheinlich werden wir zum Ende diese Woche die Straße von Gibraltar passieren, damit den Atlantik hinter uns lassen und das Mittelmeer erreichen. Rechts werden wir dann, bei guter Sicht, die hohen Berge des marokkanischen Riffgebirges sehen.
Vorher wollen wir noch Cadiz besichtigen, das zu den ältesten Städten von Spanien zählt und dessen altes Stadtzentrum sehr ansprechend sein soll. Jetzt machen wir erstmal einen Bummel durchRota, und heute abend segeln wir vielleicht noch nach Cadiz.
Nachdem wir gestern morgen in Vilamoura abgelegt haben, ging es mit flotter Fahrt, teilweise über 8 Knoten, zügig in Richtung der spanischen Grenze voran. Bei flachem Wasser, Strand und Küste unmittelbar in Luv, Segeln wie auf einem Binnensee. Doch man soll den Tag, zumindest den gestrigen, dann doch nicht vor dem Abend loben. Kurz vor Faro dreht der Wind auf Ost, genau aus der Richtung, in die wir hinwollen und frischt unangenehm auf. Einelige kurze Welle stellt sich unserem Schiff in den Weg. Das alles bei absolut blauem Himmel, blauem Meer und guter Fernsicht. Naja, das mit dem Kreuzen ist nicht unser Ding, ein kurzer Blick in die Seekarte und den nautischen Atlas und schon sind wir kurzerhand in die Lagune von Faro abgebogen.
Als Ziel haben wir uns den Ankerplatz vor der Ferieninsel Culatra rausgesucht. Noch schnell die Segel geborgen und schon rasselt die Ankerkette,der Anker geht auf Tiefe und gräbt sich in den weichen sandigen Untergrund ein. Wir stellen den Motor aus und genießen andächtig die plötzliche Stille. Wir machen Peilungen zum Land, kontrollieren diese wieder nach einiger Zeit, um sicherzustellen, dass der Anker hält und somit unser Boot an seinem angestammten Platz bleibt. Alles ist gut und schon heißt es, das Beiboot klarzumachen und zur Inselerkundung zu starten.
Außer ein paar kleinen Häusern besteht Culatra vornehmlich aus Sand. Im Inselinneren wird diese Sandwüste von einer typischen Dünen/Marschlandschaft unterbrochen. Die Insel ist in ca. 15 Minuten durchquert und wir finden uns am Südstrand wieder. Die Aussicht über das Meer zur einen und der Blick in die nördlich gelegenen Berge ist gigantisch. Wir wandern ein bisschen umher, erfreuen uns an der einen oder anderen blühenden Pflanze und genehmigen uns noch ein Bier und einen Wein im regionalen einfachen Restaurant, bezahlen dafür insgesamt eineuroneunzig. Dann wird es Zeit für eine kleine Spätmittagsruhe und mit dem Beiboot geht es zur Hexe zurück. Um 17. 15 Uhr geht die Sonne unter und ein schönes Abendrot verspricht auch für den nächsten Tag wieder schönes Wetter – Abendrot Schönwetterbot’…
Kurz danach geht der Vollmond im Osten auf, beinahe kitschig.
Die Nacht ist kühl, aber ruhig, der Anker hält, und nach einem morgendlichen Ausflug mit Nico zum Gassigehen setzen wir unsere Fahrt Richtung Spanien fort. Leider schwingt der aufgehende Anker ziemlich und haut eine kleine Macke in den Bug, das müssen wir dann noch mal üben.
Samstag, 6. Dezember 2014, sonnig, fast wolkenlos, Wind ONO Der Nikolaus war da! Bei den Kindern hört man es schon, völlig begeistert haben die Mädels ihre Schuhe ausgeräumt. Obwohl ich meine Dchuhe garnicht rausgestellt hatte, waren sie plötzlich doch draußen und darin lagen ein wunderschöner Schlauchschal und eine Flasche portugiesischen Rosés! So ein lieber Nikolaus!
Wir legen um 10:30 ab, nach zahlreichen Abschieden, zuerst von Barbara, die heute nach Berlin zurückfliegt, und Jens, der sie zum Flughafen fährt, vielleicht treffen wir die beiden ja mal im Mittelmeer wieder, je nachdem, was Jens als weitere Route entscheidet, go west or go east. Noch mehr Umarmungen auf dem Steg, mit Heidi und Franz aus München, die jetzt erstmal ins kalte Deutschland fliegen;
mit Martina und Jens von der Maje, die treffen wir bestimmt Ende Januar nochmal in Spanien oder so;
und mit Monika und Carsten von der Namastee mit ihren bezaubernden Töchtern Hanna, Frida und Emma, die jetzt bald in die Karibik segeln werden. Monika und die Mädels stehen auch auf der äußersten Stegkante, um uns zu winken.
Draußen empfängt uns ein leichter nordöstlicher Wind, der oft dreht, aber die Hexe mit fünf bis sechs Knoten Fahrt angenehm vorwärts bringt. Und das großartige Gefühl, endlich mal wieder unterwegs zu sein, und das bei traumhaftem Wetter! Um 13:00 Uhr dreht der Wind plötzlich auf Südost, bevor er eine halbe Stunde später sich gänzlich schlafen legt und wir motoren müssen.
Lagos liegt in der Ferne
So ging das auch bis zum Hafen, kein Wind mehr, aber dafür Sonnenschein pur. Sogar eine Delfinfamilie haben wir gesehen, leider nur in der Ferne, die hatten gerade einen anderen Job, als mit uns zu spielen. Um 16:00 Uhr waren die Leinen fest in Villamoura, wir bekommen einen Platz an demselben Steg wie vor drei Wochen, und die “Orchestra” empfängt uns schon mit Titanic-Melodie und der großen Geste im Bugkorb… Dort werden wir auf einen Sundowner eingeladen, vielen Dank an Michael und Anne aus Irland und ihre musikalischen Gäste Michelle und Amy!
Und jetzt, am Sonntag, segeln wir mit traumhaftem Nordwind und 8 Knoten schneller Fahrt weiter nach Osten. Mal sehen, wo wir heute abend sein werden.
Waren wir doch heute morgen schon ganz bereit zum Ablegen, haben für Barbara von der Linda noch schnell das Flugticket ausgedruckt, da sagt Volker: „Es ist ja überhaupt kein Wind! Motoren will ich nicht!“
Also haben wir unser Gummiboot genommen und eine Tour bei Sonne zu den Grottas gemacht, wunderschöne Fotos mit Volkers Handy geschossen, aber das verbindet sich leider nicht über Bluetooth mit meinen Apple-Geräten, also hier nur ein kleiner Bericht. Aber morgen laufen wir aus!
Es gibt Probleme, die sollte man, oder besser gesagt wir, anpacken, wenn sie das erste mal auftreten. Konsequent wäre das schon, aber wer ist das schon immer… so ein Problem war, bzw. ist seit einiger Zeit unsere Webasto-Standheizung (länger als 6 Monate mindestens). Normal sollte diese praktische Warmluftheizung nach Betätigung des Anschaltknopfes zum Leben erwachen und dem Schiffsinneren, also unserem Lebensraum, warme Luft zuführen. Unsere Heizung hält, bzw. hielt davon nicht viel und ist normalerweise erst nach dem 2. oder 3. Versuch gestartet und auch nicht gleichmäßig gelaufen. Mit dem südlichen Winter vor der Tür, der zwar nicht soooo kalt, aber schon mal feucht ist, wollten wir, dass die Heizung tadellos funktioniert.
Eine Fliegender Holländer, auf dem Weg zu den Kanaren?
Das Drama mit der Reparatur dieser Heizung fing mit einem harmlosen Vorspiel am Freitag Morgen an. Da ging ich mit Nico zu Sopromar, dem hiesigen Bootsausrüster mit Werkstatt usw., um in Volkers Auftrag einen Monteur zu finden, der unsere Webasto-Heizung durchcheckt und wartet und herausfindet, warum sie immer erst beim zweiten oder dritten Mal startet. Montag Morgen tuckert ein kleines Motorboot in die Box neben der Hexe und Pedro (oder so ähnlich) begrüßt mich höflich. Er checkt professionell alle Verbindungen, ob die Pumpe richtig eingebaut ist, alle Kabel gut liegen und nimmt schließlich die Heizung selbst mit, um sie in der Werkstatt von Ruß und anderen Rückständen zu reinigen. Und wenn ein paar Teile fehlen sollten, dann seien die in spätestens zwei Tagen da, und dann könne er die Heizung wieder einbauen. Und er würde mich im Laufe des Nachmittags anrufen, und mir den Stand mitteilen. Tatsächlich ruft mich um 17 Uhr jemand an, teilt mir mit, sie hätten die Heizung sauber gemacht, aber es wäre ein Teil kaputt, das müssten sie bei Webasto bestellen und sie würden mich anrufen und mir einen Preis mitteilen. Was das defekt sei, könne er mir nicht sagen. Danach rufe ich noch mal dort an, gehe noch mal vorbei, mit dem Erfolg, dass sie mich abends um halb sieben anrufen, und sagen, sie hätten das Teil bei Webasto angefragt. Sie würden aber erst morgen eine Antwort erhalten, und dann wollten sie mich gleich wieder anrufen. Welches Ersatzteil sie angefragt haben, konnte mir der ansonsten sehr freundliche Mensch am Telefon leider nicht verraten.
Am nächsten Morgen hole ich Volker ja sehr früh am Flughafen ab (siehe „Good morning, Portugal“), kaum in Lagos angekommen, fahren wir bei Sopromar vorbei, um zu erfahren, was mit unserem „Teil“ passiert. Beharrlich fragt Volker nach und geht schließlich mit Ricardo unsere Heizung ansehen, erfährt, dass es die Glühkerze ist, die kaputt ist. Die Beschaffung derselben scheint schwierig, weil in Portugal nur eine ganz kleine Webasto-Vertretung beheimatet ist. Aber schlussendlich haben wir das Teil in Spanien gefunden, dort mit Expressversand über Blue Water Algarve geordert, mit mehreren Telefonaten nach Madrid und Portimao, und tatsächlich kam es heute (Donnerstag) bis Mittag an. Wir haben es mit dem Leihauto bei Blue Water Algarve abgeholt . Danke für die schnelle Bestellung und Lieferung!), zu Sopromar gebracht, und um 16 Uhr legte der freundliche Monteur (übrigens aus Georgien) abermals mit seinem Motorboot an, baute die Heizung ein, und sie sprang beim ersten Mal an und lief tadellos-guter Service
Den Ausflug zu Cabo Vincente den wir mit Alli und Löwe schon mal bei absolutem Mistwetter gemacht hatten, holten wir gestern dann bei strahlendem Sonnenschein nach (….ihr lieben zwei, da sieht auch alles gleich besser aus…). Blauer Himmel, blaues Meer, weite Sicht und wir haben Euch deshalb ganz viele Bilder mitgebracht.
Angefangen haben wir bei dem Kap direkt vor Lagos, an dem wir auch schon mit der Hexe und mit dem Beiboot vorbeigefahren sind. Von hier oben hat man einen grandiosen Blick auf die zahlreichen Höhlen (“Grottas” nennen sie die Portugiesen) und übers Meer, man meint, man könne Marokko in der Ferne sehen.
Weiter sind wir zu der kleinen Landzunge mit dem „Fortaleza de Sagres” gefahren, die sich vor Sagres in den Atlantik reckt, wunderschöne Wellenbilder kann man dort schießen.
Der mysteriöse Steinkreis im Fortaleza de Sagres
Am Eingang ist ein großer runder Steinkreis, der dort erst 1928 freigelegt wurde, und von dem sich die Archäologen und Historiker nicht sicher sind, ob er eine Windrose oder eine Sonnenuhr darstellen soll. Wegen der Nähe zu der berühmten Seefahrtsakademie Heinrich des Seefahrers liegt die Windrose schon nah.
Angler ganz ohne Höhenangst stehen auf den Klippen und lassen ihre Leinen ca. 40 m ins Meer baumeln. So ein Fisch stirbt doch schon an der Luftdruckveränderung, falls er wirklich mal an die lange Angelschnur beißen sollte, was wir allerdings in der ganzen Zeit nicht beobachten konnten. Vielleicht angeln die Männer da auch nur zum Spaß und nicht zum Fischefangen, keine Ahnung!
Sargres selbst gab uns keinen Anlass, es näher zu erforschen, das ist wohl nur ein Ferienort, der im Sommer den vielen Surfern eine Heimat bietet. Aber wir sind von da aus ganz unten über die allerkleinsten Straßen an der Küste entlanggefahren, waren in Tabual, sind immer mal wieder in die kleinen idyllischen Buchten abgebogen. In Salema (das ist die Schwesterstadt von Salem(b) am Bodensee?!? 🙂 ) haben wir ein paar Tapas gegessen, am Hafen, mit Blick übers Meer und auf die Felsen, großartig!
Die Bucht bei Salemaund noch ‘ne BuchtKegelbahn für Riesen?
Nach ein paar weiteren Buchten an den sich schlängelnden Küstenstraßen, die besonders Volker viel Spaß gemacht haben, wunderten wir uns über den Auflauf an Autos. Wir fuhren wir an der internationalen Schule vorbei, wo gerade viele Schulkinder abgeholt wurden. Und im nächsten Ort sahen wir einen zwei Meter hohen Weihnachtsstern. Das war echt ein Highlight, ich habe schon so viele schöne, noch jetzt blühende Pflanzen gesehen und fotografiert, aber das war die Krönung, Volker ist sogar die Straße ein Stück zurückgefahren, damit ich fotografieren konnte.
Es war ein wunderschöner Ausflug, wir hatten beide viel Spaß mit den kurvenreichen Straßen, den kleinen, idyllischen Buchten, auch der Zeit beim Rundgang im Fort, und mit den gefährlichen Ausblicken über den hohen Felsen.
So, der Skipper ist wieder da! Viel früher als erwartet ist die TAP ind Lissabon gelandet, aber es hat genau gepasst, so musste ich nicht einmal auf den Parkplatz fahren.
Nach unserem köstlichen Fischessen gestern mit Paukerts war ich trotzdem vor fünf Uhr wach und saß um viertel vor sechs schon in dem geliehenen Ford Fiesta, der Hafen lag noch in völliger Dunkelheit, und auch die Algarve war stockdunkel. Erst um halb sieben zeigte sich ein erster Lichtschein im Südosten, und um 07:40 Uhr kam der große gelbe Ball am Horizont empor. Die Störche in ihren Nestern auf den Telegrafenmasten begrüßten den neuen Morgen, der sich wieder von seiner besten Seite zeigte, mit einem fast wolkenlosem Himmel und Sonnenschein.
Grau in grau zeigt sich Darmstadt schon den ganzen Tag. Kein Sonnenstrahl schafft es durch die dicke Wolkendecke. Gestern habe ich noch ein Adventskranz- oder besser gesagt eine Adventsstange gebunden, damit Larissa und ich uns am heutigen Sonntag eine erste Adventskerze anstecken können.
Heute Abend haben wir uns (Larissa und Volker) bei einem österreichischen Restaurant angemeldet. Traditionell gibt es in den Linzer Stuben Gans oder Ente in der Vorweihnachtszeit. Wie es sich gehört mit reichlich Rotkohl, Klößen und Soße, soviel man will oder braucht. Ich habe für heute schon mal Ente vorbestellt, die war immer so kross und lecker… und der Nachtisch war wohl auch nicht von schlechten Eltern!
Passend zum Rückflugtag haben die Piloten der Lufthansa zum Streik aufgerufen und ich bin mal sehr gespannt, was mit der Flugnummer LH 1166, die mich wieder nach Portugal bringen soll, passieren wird. Rückfragen bei der Airline-Hotline, verbunden mit ewiger Wartezeit, haben noch kein Ergebnis gebracht. Zu neu ist die Nachricht und die genannten Streikzeiten. Und falls hier ein gewerkschaftlich organisierte Pilot mitlesen sollte; ich habe kein Verständnis für Eure Gewerkschaft und diesen unnötigen Streik. PUNKT!
Hier in Portugal zeigte sich der erste Advent von seiner schönsten Seite: Morgens ein paar kleine Wolken, ab mittags pure Sonne und jetzt steht der halbe Mond leuchtend über dem Hafenbecken. Nach dem Frühstück brachte Barbara aus Berlin allen am Steg kleine Weihnachtsmänner, danke!
Punkt drei Uhr sind alle Anlieger des Hafens in die Spinnaker-Bar gegangen, die Hände voll mit den leckersten Desserts, Tiramisu, Apple Pie, Apple Crumble, Ananas in Schokolade, Baiserkuchen, Herrencrème, Schwarzwälder Kirsch-Dessert, fruchtige kleine Becherchen, Crèpes, alles was des Süßschleckers’ Herz begehrt, stand auf dem von Lorraine und Jana schön gedeckten Billardtisch und viele verschiedene Sprachen schwirrten durcheinander. (Bild folgt, wenn Paukerts ihre Fenster festgeschraubt haben und mir das Foto schicken!) Sehr nette Idee, danke an Jana und Lorraine!