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  • Nächtliche Störung!

    Nachdem der gestrige Zahnarzttermin beim hiesigen lokalen Dentisten, gelinde gesagt, ein absoluter Reinfall war, haben Cornelia und ich das Internet bemüht und mit Erfolg einen deutschen Zahnarzt im 25 Kilometer entfernten Roquetas de Mar gefunden. Um 19.30 war noch der letzte Termin des Behandlungstages frei und so haben wir uns (Ralf, Inge, Cornelia und ich) auf den Weg gemacht. Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich mich vor dem Zahnarzt fürchte, und trotzdem war das Begleitteam nicht zu meiner persönlichen Verstärkung gedacht. Nein, die drei wollten einfach währenddessen den nahegelegenen Hafen anschauen und genüsslich Essen gehen.

    Man hat mich also abgesetzt und ist weitergefahren :-((

    Eine gute Stunde lang wurde meine Wurzel behandelt, der Wurzelkanal aufgefeilt, erweitert und gereinigt. Anschließend wurde der Zahn wieder verschlossen. Die nette Ehefrau vom Zahndoc hat mich dann noch zum Hafenrestaurant gefahren, guter Service. Mein Begleittross hatte schon ein ausgiebiges Mahl inklusive Nachttisch hinter sich, war aber so freundlich und hat die Limoncelli, die die Wirtin ausgegeben hat, sämtlich für mich aufgehoben. Mit einem kleinen Rausch, leichten Schmerzen im Kiefer und leerem Magen ging es zurück durch die stockfinstere Nacht nach Almerimar.

    Cornelia und ich führten Nico für eine nächtliche Runde aus und in einem nahegelegegen Pub bekam ich dann noch ein leckere Chili con Carne.

    Nico sturmumtost
    Nico sturmumtost

    Den ganzen Tag über hat es heftig geweht und in der Nacht legt der Wind nochmals kräftig auf. Windgeschwindigkeiten bis zu 90 Kilometern ließen unsere Hexe an ihren Leinen tanzen und rucken. Zudem erzeugen solch hohe Windgeschwinigkeiten in Häfen generell eine dermaßen laute Geräuschkulisse, dass an ruhigen Schlaf nicht zu denken ist. Der Wind, der um die Masten und Stage heult und kreischt, schwingt sich auf zu infernalischen Höhen. Heute weht es immer noch mit 50- 60 Stundenkilometern und vor der Hafeneinfahrt hat sich eine respekteinflößende brechende See aufgebaut. Kein Schiff fährt rein oder raus.

    Noch eine kurze Anmerkung: Seit gestern ist Jens mit seinem 8,5 Meter langen und 2,2 Meter breiten Schärenkreuzer Linda auch hier im Hafen. Jens haben wir in Lagos kennengelernt, er ist mit seinem Schiff in Deutschland losgesegelt und hat damit schon zahlreiche Abenteuer bestanden. In den Häfen schauen immer alle ganz neugierig nach “dem kleinen Boot”. Aber auch mit kleinen Schiffen sind bei guter Planung ausgiebige sichere Seereisen, ja sogar Weltumsegelungen möglich. So beschränkt nicht unbedingt das persönliche finanzielle Budget die Reiselust mit einem Schiff.

    Heute Abend wird mal wieder gegrillt, es ist schließlich Wochenende 😉

  • Adieu la France, Eviva España

    Nach einem weiteren Zwischenstopp in Perpignan und zwei sehr interessanten Werftbesichtigungen haben wir gestern Frankreich Adieu gesagt und die spanische Grenze kontrollfrei überquert. Frankreich hat seine Grenze in der Gegenrichtung dicht und kontrolliert jedes Fahrzeug, sie suchen ja auch immer noch nach Mittätern an dem Anschlag auf Charlie Hebdo. Wir freuen und erfreuen uns sehr über unsere Reisefreiheit, generell. Freiheit ist ein wichtiges Gut und muss doch manchmal beschützt, gehegt und gepflegt werden. Grenzenloses Segeln scheint in Europa sehr einfach, Kontrollen gibt es fast keine, hoffentlich werden das auch zukünftige Seglergenerationen so  genießen können wie wir. Klar, “Big Brother” oder wer auch immer, wacht über uns, solange sie uns weitestgehend in Ruhe lassen… Genug Politik, aber auch wir leben nicht in einem Kosmos der Glückseligkeit und sind von den aktuellen Ereignissen ganz mitgenommen.

    Ein Denkmal auf den Ramblas von Tarragona
    Ein Denkmal auf den Ramblas von Tarragona

    Die letzte Nacht vor Almerimar haben wir in der berühmten spanischen Stadt Tarragona verbracht, die zum Weltkulturerbe erklärt ist und die schon mal die Schlagzeilen der Weltpresse beherrscht. Ein Tanklastzug ist im Sommer1978 in der Nähe eines Campingplatzes explodiert und hat über 200 Menschen mit in den Tod gerissen. Cornelia konnte das noch gut erinnern. Die Stadt war, wie Nimes, von den Römern besiedelt, und entsprechende Bauwerke sind, noch heute gut erhalten, sichtbar. Die Altstadt ist klein und übersichtlich, aber versprüht einen Charme, der auch auf uns wirkt.

    Heute Morgen sind wir dann früh aufgebrochen,  haben die letzten 800 Kilometer abgespult und sind staufrei um 16 Uhr, bei unserer Hexe eingetroffen. Großen Dank an Inge und Ralf, die sind mit ihrem Leihauto im Gefolge mit zum 40 Kilomteter entfernten Flughafen gefahren, wo wir unseren Seat Ibiza an der Europcar Leihstation zurückgegeben haben. Und nicht nur das, die beiden laden uns heute Abend auch noch zum Abendessen ein, schön, dass es so viele gute Menschen gibt 🙂

  • Begegnung mit “Je suis Charlie”

    Wer kennt diesen Baum?
    Wer kennt diesen Baum?

    Gestern Morgen war es soweit, es hieß Abschied zu nehmen von unseren Freunden und von unseren Kindern. Die Skiwoche war zu Ende, die Zeit ist wieder mal dahingerauscht, gemeinsame schöne Stunden liegen hinter uns. Das Petit Chalet verschwindet schnell in unserem Rückspiegel, teils kahle, aber auch schneebedeckte Berge begleiten uns noch eine Weile. Auf einer mahezu leergefegten Autobahn fahren wir mit angeschaltetem Tempomat gemütlich Richtung Südfrankreich. Und dann, so plötzlich wie die Berge verschwinden, klettert das Thermometer nach oben und bleibt kurz vor Nimes bei traumhaften 19 Grad stehen. Nimes, die von Römern gegründete Stadt, mit ihren zahlreichen historischen römischen Ausgrabungsstätten und römischen Monumentalbauten ist unser heutiges Etappenziel. Cornelia hat im Vorfeld fleißig nach Hotels gesucht und für uns das alte und traditionsreiche Imperator Hotel zu einem sehr günstigen Preis gebucht. Ernest Hemingway, Ava Gardner und Jean Cocteau waren hier schon zu Gast und auch Jaques Chirac, der frühere französische Präsident hat schon im Imperator genächtigt.

    Der Jugendstil-Aufzug ist ein echter Hingucker!
    Der Jugendstil-Aufzug ist ein echter Hingucker!

    Der Glanz früherer Zeiten ist in diesem Haus überall spürbar. Der Jugendstil-Aufzug mit seiner sichtbaren Mechanik und Technik ist für mich das Highlight. Cornelia war von dem weitläufigen Loungebereich mit riesigem Spiegel über dem großen Kamin und dem weitläufigen Garten sehr angetan. Leider nagt der Zahn der Zeit ebenso deutlich spürbar und sichtbar an Gebäude und Einrichtung.

     

     

    Der Wasserturm in Montpellier
    Der Wasserturm in Montpellier

    Nimes selbst ist ebenfalls sehr prachtvoll mit seinen zahlreichen Prunkbauten, sehr gepflegten und weitläufigen Parks sowie drei herausragenden römischen Bauwerken.

    Nur ein Eindruck aus dem Inneren des Gebäudes von Norman Foster
    Nur ein Eindruck aus dem Inneren des Gebäudes von Norman Foster

    Der Palais d’Art wurde von Lord Norman Foster entworfen, der auch das Commerzbank-Hochhaus in Frankfurt gezeichnet hat, und ist, ebenso wie dieses, lichtdurchflutet und ganz offen. Kulinarische Köstlichkeiten gibt es allerorts in der Innenstadt auf relativ engem Raum.
    Da wir es nicht ganz so eilig haben, wollen wir noch eine weitere Nacht auf unserer Rückreise nach Spanien in Montepellier verbringen, das als die Perle des Languedoc schlechthin gilt. Da weite Teile der Innenstadt für den öffentlichen Verkehr schlecht zugänglich sind, und zudem ganze Straßenzüge wegen Pflasterarbeiten gesperrt sind, gestaltet sich die Anreise ähnlich schwierig wie ein Hindernissparcours. Kaum wähnten wir uns nahe beim Hotel, schon gab es wieder eine Umleitung. Unsere Dame vom Navi ist jedenfalls irgendwann total ausgestiegen und hat jegliche weitere Zusammenarbeit verweigert. Doch Ende gut, alles gut, wir sind im schön gelegenen Hotel angekommen.
    Umso neugieriger waren wir auf die Sehenswürdigkeiten, wie den Triumphbogen, die Kathedrale, den Place de la Comédie, der als einer der größten Fußgängerzonen Europas gilt, die Gärten, der Aquaeduct und vieles mehr.
    IMG_2268IMG_0080IMG_0059Aber was uns erstmal vielmehr gefesselt hat, war der heutige Marsch der Republik in Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris. Hier in Montpellier waren über 70.000 Menschen zu dem Solidaritätsmarsch in der Innenstadt unterwegs, zum Teil ausgestattet mit Plakaten und “Je suis Charlie”. So viele Menschen liefen durch die Dtraßen, junge und alte, mit Kindern, mit Gehhilfen, mit Plakaten und Fahnen, und immer wieder fing irgendwo eine Gruppe an zu klatschen, und das Klatschen setzte sich über die ganze friedliche Menschenmenge fort. Beeindruckend!

  • Wir würden nie wieder…

    …ohne diese 3 Dinge segeln, aus heutiger Sichtweise natürlich und auch passend zur Umgebung.

    Auch bei Schräglage bleiben die gefüllten Teetassen stehen
    Auch bei Schräglage bleiben die gefüllten Teetassen stehen

    Wir beginnen mal mit den Antirutschmatten. Jeder Segler kennt das, bei Schräglage und entsprechenden Wellen gerät alles in Bewegung auf einem Schiff, auch das, was sich partout nicht bewegen soll. Sind es die Teller, Tassen und Pfannen im Schapp (=Schrank für Nichtsegler), die Hafenhandbücher und Almanache auf dem Kartentisch und andere auch nur mal kurzzeitig abgelegte Gegenstände. Wir denken dabei an Fotoapparate, Sonnenmilch, die frisch gefüllte Tasse Tee, alles hat die Tendenz zum Rutschen, Stolpern und Umkippen. Wer von den Nichtseglern sich das nicht ganz so gut vorstellen kann, stelle einfach mal eine gut gefüllte Schale oder ein Glas mit egal welchem Inhalt auf einen Tisch und hebt diesen an einer Seite an. Die Scherben müsst ihr dann aber selbst zusammenkehren! Wir haben seit Beginn unserer Reise ca. 6 Meter Antirutschmatten an den verschiedensten Stellen in unserem Boot ausgelegt. kürzlich in Lagos kamen nochmals zwei neue Rollen dazu, und wir sind gespannt, wann der endgültige Bedarf gedeckt sein wird. Wirkt aber auch bei dem angehobenen Tisch, probiert es aus.

    Der nächste nützliche Helfer in dem klimatischen Übergang zwischen Herbst und dem nächsten Frühjahr ist unser geliebter Heizlüfter. Örtlich veränderbar erfüllt er unseren Anspruch nach Wärme und Geborgenheit im Schiff ohne Murren und Knurren, egal, wo wir uns gerade aufhalten. Nur Strom braucht er, den gibt es in den Yachthäfen, die Dieselheizung kann dann ausbleiben und wird nur gestartet, wenn es mal richtig feucht und kalt ist, oder eben auf hoher See, wenn der nächste Stromkasten weit entfernt ist.

    IMG_1979Und seit kurzem haben wir einen Wasserkocher mit 1,7 Liter Fassungsvermögen und den wollen wir auch nicht mehr missen. Klar kann das Wasser auf dem Gaskocher erhitzt werden, ganz einfach ist das, aber Gas und speziell unser Campinggas ist echt sehr teuer. Zwischen 17 und 30 Euro zahlen wir für die kleine 3,4-Kilo-Flasche. Platz für die deutlich günstigeren Propangasflaschen bietet unser Gasbehälter leider nicht und so kochen wir das Wasser für den Tee, die Nudeln und die Kartoffeln, zukünftig mit unserem froschgrünen Wasserkocher, natürlich auch nur, wenn wir am Strom hängen…
    Und das mit dem Strom und der Energie auf so einem Boot ist ein neues Thema, das wir dann auch mal in einem der folgenden Beiträge beschreiben werden.

  • Bohrende Zahnschmerzen!

    Am Montag hatten wir unseren wunderbaren “Chamois-Abend“, ein Restaurant mit typisch savoyardischen Spezialitäten. Dort kann man wählen zwischen Reblochonade, Fleisch auf dem heißen Stein, verschiedenen Fondues, Raclette oder Kartoffelspezialitäten. Alles sehr gehaltvoll und immer reichlich. Dieses Jahr gab es an unserem Tisch nur zwei Ecken, die Käsefondue-Ecke und die Tartarenhut-Ecke.

    Der Tartarenhut, vorher …
    Der Tartarenhut, vorher …
    … währenddessen …
    … währenddessen …
    … und nachher.
    … und nachher.

    Den hatten wir schon letztes Jahr entdeckt, es ist ein eiserner spitzer Hut, mit kleinen hinterhältigen Haken, der von einem dreiflammigen Rechaud erwärmt wird. An die Haken hängt man das dünn geschnittene Fleisch, vom Kalb, vom Rind und Entenbrust (mein Favorit); in die Hutkrempe kommt vorgegarter Reis, und ein bisschen Gemüse, wie Pilze oder Zwiebeln, und wenn das Fleisch an den kleinen hinterhältigen Haken baumelt, wird von ganz oben ein wenig Gemüsebrühe darübergegossen. Das gibt dem Fleisch einen wunderbaren Geschmack, und dem Reis, der dann in der Brühe gart, eine raffinierte Note.

    Am Ende fand noch der eine oder die andere Platz für ein kleines Dessert oder einen Café und hochbefriedigt stapften wir zum “Petit Chalet”. Nur Volkers Backenzahn, der sich am Nachmittag schon gemeldet hatte, wollte keine Ruhe geben, und so war ihm eine eher blöde Nacht beschert.

    Am Dienstag Morgen probierten wir dann, bei sämtlichen Zahnärzten in Saint-Jean-de-Maurienne einen Termin zu bekommen, die erste Nummer hatte zwar nichts frei, versprach aber einen Rückruf, falls sich etwas ergeben sollte. Die weiteren Nummern sahen überhaupt keine Chance auf einen Termin in den nächsten drei Tagen. Nach mehreren Nachfragen kam am Nachmittag der ersehnte Rückruf, und jetzt sitzt der Skipper auf dem Folterstuhl, und wird hoffentlich geheilt.

    Jetzt erzähl ich dann mal aus der „Patientenperspektive und, wie schon erwähnt, hat der üble Backenzahn die letzten 24 Stunden gepocht, pulsiert und geschmerzt. Beim Liftfahren und den anschließenden Abfahrten war es, wohl bedingt durch den unterschiedlichen Luftdruck, besonders schmerzhaft. Ursache des Übels war ein entzündeter Nerv mit Eiteransammlung unter einer alten Füllung. Die junge gutaussehende bulgarische Zahnärztin bohrte gekonnt die alte Füllung raus, reinigte und desinfizierte den Nerv und verschloss das Ganze gekonnt mit einer provisorischen Füllung. Ob die Zahnärztin gut aussieht oder nicht, ist natürlich in so einer schmerzhaften Notlage absolut nicht wichtig, es sei nur erwähnt. Ihr Handwerk hat sie in Bulgarien erlernt, ebenso ihre sehr guten französischen Sprachkenntnisse. Respekt!

    Am Ende bekam ich noch ein Rezept für Schmerzmittel und Antibiotikum, das wir in der nahe gelegenen Apotheke für günstige 7 Euro in Medikamente umtauschten.

    Aber auch sonst macht das eine oder andere Virus oder Bakterium vor unserer Skihüttentür nicht halt. Merle kämpft gegen ein Magen-Darm-Virus  und Max hat sich eine kräftige Erkältung mit Husten, Halsschmerzen und allgemeiner Schlappheit eingefangen. Die skifahrende Truppe ist jetzt so deutlich reduziert wie die diesjährige Schneehöhe. 

  • Viel Schnee…

    IMG_2134… ist hier im Moment leider nicht. Viele Pisten sind zwar offen, einige sind künstlich beschneit, aber in dieser Wintersaison ist der weiße Untergrund schon ziemlich dünn. So ist auch der eine oder andere Kratzer in der Lauffläche unserer Skier leider unvermeidlich.

    Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch, tagsüber scheint zu unser aller Freude die Sonne, abends werden die Spiele oder die Musikinstrumente ausgepackt und selbstgekochte Leckereien verwöhnen unsere Gaumen.

    Ein Weihnachtsbaum, umgekehrt aufgehängt in einer Skihütte
    Ein Weihnachtsbaum, umgekehrt aufgehängt in einer Skihütte

    Seit 16 Jahren ist La Toussuire “unser” bevorzugtes Skigebiet, seit 12 Jahren  sind wir im Petit Chalet untergebracht. 12 Menschen passen in diese kleine gemütliche Hütte mit ihrem urigen Interieur. Ehemals, das ist aber schon lange her, war das Gebäude ein Viehstall mit Wohnmöglichkeit für den Viehhirten.

    Das Skigebiet ist über die Jahre gewachsen und durch Verbindungslifte zu benachbarten Skiorten stehen insgesamt über 300 Pistenkilometer für uns Skifahrer zur Verfügung. In den überwiegend kleinen Restaurants auf der Piste gibt es nicht wie andernorts “Après Ski” mit Gaudimusik, es geht eher ruhig zu. Das angebotene Speisenrepertoire ist typisch savoyardisch – deftig mit kräftigen Käsen, Speck, und Kartoffeln. Schlange stehen an den Sessel- oder Schleppliften  kennt man hier nicht, zumal wenn man, wie wir, in der “3. hessischen” Winterferienwoche herfährt.

    IMG_2139Die Skifahrambitionen in unserer 12-er Gruppe sind unterschiedlich, der eine ist schon morgens um 9 Uhr auf der Piste, andere schlafen lieber ein bisschen länger, die ersten haben schon um 14 Uhr schwere Beine und andere fahren bis zur letzten Abfahrt weiter. Viele Abfahrten machen wir jedoch gemeinsam und das macht richtig viel Spaß.

    Schnee ist halt nur eben ein anderer Zustand des Wassers und abends brennen die Backen von der vielen Sonne, genauso wie beim Segeln. Nur den Wind, den brauchen wir beim Skifahren gar nicht und folglich sind wir sehr froh, wenn keiner weht.

  • Ab in den Norden, Teil 2

    Der erste Schnee taucht nach Grenoble auf
    Der erste Schnee taucht nach Grenoble auf

    Jetzt geht es weiter nach Norden, es ist ganz leicht bewölkt und immerhin noch 8,5 Grad warm. Das Navi sagt, dass wir um drei Uhr in La Toussuire sein werden.

    Hinter Barcelona haben ja die Laubbäume angefangen, den Kiefernwald zu durchmischen, und nach der französisch-spanischen Grenze wird die Landschaft immer weniger südlich. Palmen gibt es keine mehr, auch die Zypressen werden weniger, dafür gibt es Tannen und andere Nadelhölzer, und neben den Pappeln auch Buchen, Platanen und andere Laubbäume. Und die Berge sind voller Wälder, etwas, was wir die letzten Monate gar nicht mehr kennen, Wald.

    Die Savoier Alpen versprechen mehr
    Die Savoier Alpen versprechen mehr

    An der Ardeche kommen wir in die mediterranen Voralpen, hier sind aber noch keine schneebeckten Berge zu sehen, die Gipfel sind grün.
    12:00 Uhr, hinter Valence, 10 Grad, hier tauchen wieder schneebedeckte Gipfel auf, leider auch ein paar dunklere Wolken.
    13:00 Uhr, Grenoble, 6 Grad, leicht bewölkt, diesig, Schneereste am Straßenrand.
    13:40 Uhr, Saint-Jean-de-Maurienne, 6 Grad, leicht bewölkt
    14:00 Uhr, La Toussuire, 6,5 Grad, angekommen.

  • Auf, in den Norden!

    Die Dämmerung hinter Almeria
    Die Dämmerung hinter Almeria

    Heute morgen sind wir, noch im ganz Dunkeln, mit unserem geliehenen Seat Ibiza losgefahren. Das Meer der Costa del Sol hat uns mit einem traumhaften Sonnenaufgang verabschiedet, wir sind auf dem Weg nach La Toussuire zum Skifahren. Schon ein bisschen verrückt, 1.580 km (one way) in die Kälte zu fahren! Aber wir haben letztes Jahr mit Kindern und Freunden beschlossen, uns doch noch ein “allerletztes Mal” im “Petit Chalet” zu treffen, wo wir seit sechzehn Jahren mit großem Vergnügen und vielen Freunden diese hessische Ferienwoche verbracht haben.

    Ein Sonnenaufgang
    Ein Sonnenaufgang

    Hinter Almeria, nach der großartigen Dämmerung und dem anschließenden Sonnenaufgang wand sich die Straße langsam in die Berge, weg vom Meer, in eine total karge Gegend. Trotzdem gibt es hier einen Naturschutz-Park, und plötzlich war es nur noch zwei Grad kalt. Fünfzig Kilometer weiter, wieder in der Ebene, wird jeder Zentimeter Boden landwirtschaftlich genutzt, die Erde ist voll mit Mandarinenplantagen, Kohlfeldern und den hier unvermeidlichen Gewächshäusern. Diese sollen nicht etwa, so wie bei uns, die Wärme drinnen halten, davon gibt es eher genug, sondern die Feuchtigkeit, denn Regen ist Mangelware.

    Vorne die Gewächshäuser, hinten schroffe Bergehöhen
    Vorne die Gewächshäuser, hinten schroffe Bergehöhen

    Von Murcía Richtung Alicante scheint der Boden immer fruchtbarer zu werden, das ist wohl das große Obst- und Gemüseanbaugebiet, Felder mit Gemüse gibt es, aber vor allem Zitronenplantagen, massenweise hängen die gelben Früchte in den Bäumen. Und Palmen gibt es auch, dazu Olivenbäume und lange Reihen mit Rebenstöcken für die guten spanischen Weine. Aber so fruchtbar das Tal zu sein scheint, die Berge außen herum sind karg, voller schroffer Klippen und Abhänge und ganz wenig Vegetation, einzelne Flechten und Büsche halten sich verzweifelt an den Geröllhängen fest; insgesamt eine tolle Kulisse.

    Die futuristische Skyline von Benidorm
    Die futuristische Skyline von Benidorm

    Bei Alicante nähert sich die Autobahn wieder dem Meer, wir passieren Benidorm ganz nah, es sieht futuristisch aus mit seinen enormen Hochhäusern, wie Klein-Manhattan. Auf jeden Fall werden wir dort mal mit dem Boot anhalten, um uns den Mega-Touri-Ort aus der Nähe anzuschauen. Ab hier wird auch die Gegend insgesamt grüner, die Berge sind nicht mehr so kahl, dafür werden die Palmen weniger und machen Zypressen und Pinien Platz.

    "Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg"
    “Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg”

    Auf unserer Fahrt weiter nach Norden werden die Berge kleiner und weniger schroff, bewachsen mit kleinen Bäumen und Sträuchern. In der Mitte der Autobahn wachsen Oleandersträucher, die allerdings nicht, wie noch in Südportugal, in der Blüte stehen. In der Ebene rechts und links der Autobahn wechseln sich Olivenbaumplantagen mit den uns seit Almeria begleitenden Orangen-, Zitronen- und Mandarinenplantagen ab. Volker hat uns von einem wildwachsenden Baum direkt an der Autobahn ein paar Früchtchen geholt, die sind aber noch ziemlich sauer, am besten werden wir sie auspressen, und, mit Zuckerzusatz versehen, lieber trinken als essen.

    Da geht es in die weite Ebene Richtung Barcelona
    Da geht es in die weite Ebene Richtung Barcelona

    Ab Barcelona verändert sich die Landschaft noch einmal, Laubbäume mischen sich unter die Kiefernwälder und es gibt ganze Pappelplantagen in der flachen Ebene. In der Ferne sieht man schneebedeckte Berge, schon eine kleine Verheißung auf die kommenden Tage.

    Übernachtet haben wir in Perpignan, in einem sehr französischen Bistro hervorragend gegessen, und in einer sehr vollen Studentenkneipe zum Abschluss des Tages eine “Ouvrette” getrunken, das hatte jemand am Tresen neben mir bestellt und gemeint, ich solle das mal probieren es sei sehr lecker. Es ist Bier mit Grenadine und Kirschlikör, schmeckt super, und der Name bedeutet, wohl zu Recht, “Büchsenöffner”!

    Der Weihnachtsmarkt in Perpignan
    Der Weihnachtsmarkt in Perpignan
  • Leihautos…

    Auf unserer Fahrt nach Norden haben wir beim Fahren gegen den Sonnenaufgang bemerkt, dass kein Wischwasser kommt, um die Scheiben sauberzumachen. Also fahren wir in der Nähe von Murcía zu einer Tankstelle, um Wasser nachzufüllen. Dabei muss Volker jedoch feststellen, dass es nicht an Wasser mangelte, sondern dass die Pumpe kaputt sein muss. Also rufe ich bei Europcar in Almería an, wo wir den Seat geliehen haben, und frage, ob wir irgendwo an der Strecke den Wagen tauschen können. Das scheint problemlos möglich, in Valencia sollen wir am Flughafen ein neues Auto bekommen. Vamos a ver!

    Noch ein Exkurs: Zu Weihnachten hatten wir bei Goldcar in Malaga am Flughafen einen Citroen gemietet, damit wir die Kinder vom Flughafen abholen und sie auch wieder dorthin zurückbringen können. Da Volker ja zwei Tage so schnell und weit gesegelt ist, hatten wir das Auto am 30. Dezember in Almerimar stehen, und mussten von dort aus Larissa zum Flughafen nach Malaga zurückbringen, gute 150 km weit, das Auto dort abgeben und mit Bus und Bahn wieder zurück nach Almerimar.
    Da haben wir uns ganz schlau überlegt, dass wir den Wagen doch auch gleich für die Fahrt nach Frankreich behalten könnten, und später in Almeria zurückgeben. Also habe ich mit der Zentrale von Goldcar telefoniert, ob wir das so machen könnten, und was es kosten würde. Die ansonsten sehr freundliche Señorita am Telefon konnte das nicht beantworten, das musste sie mit der Verleihstation direkt besprechen, da ging aber niemand ans Telefon. Also wollte sie mich zurückrufen. Als nach drei Stunden kein Anruf gekommen war, rief ich wieder bei Goldcar an. Ja, wir könnten das Auto behalten, und ja, wir können es in Almeria zurückgeben, aber nein, einen Preis kann sie mir nicht sagen, da müsse ich zu einer Goldcar-Filiale fahren. Ja, irgendeiner.
    Larissa und ich machten uns auf den Weg zum Flughafen in Almeria, weil das wohl die nächste Filiale war, und wir ja auch dort das Auto abgeben wollten. Wieder ist dort eine sehr freundliche Señorita, die auch einen Preis machen kann, an einem anderen Ort abgeben kostet über einhundert Euro mehr, aber das Problem ist, dass wir mit dem Auto nach Frankreich wollen. Um die Auslandsversicherung abschließen zu können, müssten wir in Valencia oder Barcelona zur Zentrale fahren und die Versicherung dort abschließen. Nein, das geht nicht bei ihr und auch nicht im Internet. Na, dazu haben wir ja überhaupt keine Lust!
    Es gibt auch noch zwei andere Schalter: Hertz und Europcar. Bei beiden fragen wir nach, vergleichen Priese und Leistung und entscheiden uns schließlich für Europcar, wo uns Dolores schon im Computer findet und uns den Ibiza ausleiht. Leider hat der Tausch in Valencia nicht geklappt, sie hatten dort kein Auto, das mit Diesel fuhr und einen Tempomat hatte, auch in den umliegenden Stationen nicht, so sind wir weiter mit dem Ibiza unterwegs und müssen halt ab und zu die Windschutzscheibe abwaschen.
    Schade.

  • Besser mal nachgeschaut

    Welcher Prinz wohl hiermit sein Aschenputtel finden mag?
    Welcher Prinz wohl hiermit sein Aschenputtel finden mag?

    Als wir nach dem coolen Ritt vor drei Tagen das Schiff aufgeklart haben, ist uns eine abgebrochene sechs-Millimeter-Niete ins Auge gefallen. Das kleine Stück Metall lag unschuldig im allzeit mittransportierten Beiboot und dasselbige liegt normalerweise auf dem Vorschiff. Mit Ralph haben wir dann zusammen das Schiff sozusagen untenrum inspiziert. Die Verbindung Mast – Baum war tadellos, am Baumbeschlag / Niederholer gab es keine Auffälligkeiten, der Spibaumbeschlag war mit allen Nieten fest an seinem Platz, kurzum, wir haben nix gefunden. Aber nix gefunden heißt noch lange nicht, dass nicht irgendwo diese Niete herausgebrochen ist, mit der Gefahr größerer Folgeschäden. Das hat der Capitania und dem Skipper doch einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Die Tour in die Mastspitze und zwar bis ganz oben hin, war so leider unvermeidlich. Gestern war es dafür mit 13 Grad ein bisschen frisch, heute dafür von den Temperaturen her um so angenehmer.

    Ralph von der „Mal wieder“, der deutlich weniger wiegt als der Skipper, hat sich für den Aufstieg angeboten. Doppelt gesichert mit zwei Leinen und, neben dem Bootsmannstuhl, noch mit Klettergurt ausgerüstet, haben wir ihn in Windeseile auf 21,6 Meter Höhe in die Mastspitze gezogen. Inge, Cornelia und ich waren dabei sozusagen die Bodenkontrollstation an den Leinen und Hebelklemmen. Der komplette Mast, die Wanten, die Salinge und alle montierten Beschläge wurden einer ausgiebigen Kontrolle unterzogen. Doch die Stelle mit der abgebrochenen Blindniete wurde partout nicht entdeckt. Wenigsten haben wir jetzt die Gewissheit, dass unser Mast in Ordnung ist. Das Beiboot lag nun schon seit einigen Wochen ungenutzt auf dem Vorschiff, vielleicht ist das kleine Stück Metall von einem anderen Mast abgefallen, oder der Klabautermann hat sie dorthin gelegt um uns zur Mastkontrolle zu ermutigen, wer weiß…

    Heute hatten wir noch einen letzten Großwaschtag im alten Jahr, die 15-Kilogramm-Waschmaschine im nahegelegen Waschsalon war jedenfalls proppenvoll gefüllt. Acht Kilo gingen am Ende der Waschsession noch in den Trockner, der Rest flatterte danach, hübsch aufgereiht, an der gespannten Wäscheleine, bei frischem Wind, wild hin und her.

    Üppig tragende Orangenbäume sind in den Städten keine Seltenheit
    Üppig tragende Orangenbäume sind in den Städten keine Seltenheit

    Ansonsten haben wir „Klar Schiff“ zur Sylvesterfeier, das Bier ist kalt gestellt, ausreichend Grillfleisch eingelegt, Salate sind vorbereitet und ein Kuchen ist gebacken ( natürlich mit Arbeitsteilung). Das neue Jahr kann kommen, wir feiern nicht allein hinein und sind schon ganz gespannt, was 2015 so bereit hält. Mit Bernd und Birgit, und Ralph und Inge wollen wir jedenfalls einen gelungenen Neujahrsstart hinlegen.

    Wir wünschen Euch ebenfalls einen guten Start ins neue Jahr, Gesundheit, Glück und Wohlbefinden!

    Mit herzlichen Grüßen aus Almerimar

    Die Crew der HEXE
    Cornelia, Volker und Bordhund Nico

    12 Trauben, abgepackt für Jahreswechselmitternacht
    12 Trauben, abgepackt für Jahreswechselmitternacht