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  • Sundowner und ein Drama

    Rhea Silvias Torso, die von Mars geschwängerte Mutter von Romulus und Remus, den Gründern der Stadt Rom
    Rhea Silvias Torso, die von Mars geschwängerte Mutter von Romulus und Remus, den Gründern der Stadt Rom

    So ein Segelschiff hat nun mal keine Haustür mit Klingel und so ist es üblich, dass ein potenzieller Besucher anklopfen muss, um auf sich aufmerksam zu machen. Wo am Schiff angeklopft wird, hängt davon ab, wie das schwimmende Zuhause zum Steg liegt. Liegt es zum Beispiel mit dem Bug zum Steg, bietet sich der Bugkorb als “Anklopfer” an. Der ist aus Edelstahl, fest mit dem Bootskörper verbunden und überträgt schon zaghafte Anklopfversuche akustisch stark ins Schiffsinnere. Liegt das Schiff längsseits am Steg, so wie wir jetzt, wird meistens beherzt an die Bordwand geklopft. Da das Boot weitestgehend ein Hohlkörper ist, wird auch diese versuchte Kontaktaufnahme deutlich wahrgenommen. Schwierig wird es nur, wenn das Boot weit weg vom Steg liegt und die Gangway hochgeklappt ist, das ist dann beinahe so wie Klingelabstellen …
    Schaut man aber raus, blickt man eigentlich immer in freundliche, erwartungsfrohe bekannte Gesichter (außer, wenn es der Zoll oder die Hafenbehörde ist). Anregende Unterhaltungen folgen, Einladungen werden ausgesprochen, Gegenstände ausgetauscht, der neueste Hafenklatsch weitererzählt, das ließe sich jetzt endlos fortsetzen.

    Die Eule, Sinnbild von Minerva, der Göttin der Weisheit und, unter anderem, des Schiffsbaus!
    Die Eule, Sinnbild von Minerva, der Göttin der Weisheit und, unter anderem, des Schiffsbaus!

    Gestern nachmittag hat es jedenfalls bei uns geklopft und Walt und Joy, die beiden Amerikaner, haben uns auf ihren schönen Katamaran zum Sundowner eingeladen. Wayne und Barbie aus Australien, und Bernhard und Beate, unser befreundetes deutsch-österreichisches Paar, sind auch noch dazu gestoßen und haben die gesellige Runde komplettiert. Der Vorteil bei so einem Katamaran ist, dass es der hintere Außenbereich von der Größe her locker mit der Terrasse eines Einfamilienhauses aufnehmen kann. Gut zum Feiern, ideal für eine größere Anzahl Menschen, dazu noch überdacht und, so wie gestern, der untergehenden Sonne zugewandt. Wunderbar! Cornelia hat eine Flasche Apérol und Weißwein zum geselligen Beisammensein mitgebracht und so haben das australische und das amerikanische Paar, erstmals in ihrem Leben, Bekanntschaft mit Apérol Spritz gemacht. Das Getränk kam gut an, mir persönlich ist das viel zu sauer 🙁
    Die Sonne war schon längst hinter den Bergen verschwunden und die dünne Mondsichel stand sichtbar und hoch, als wir zu unserer HEXE zurückgekehrt sind.

    Ralf und Volker als Protagonisten auf den Brettern, die...
    Ralf und Volker als Protagonisten auf den Brettern, die…

    Heute haben wir mit Inge und Ralf von der “mal wieder” das römische Theater besichtigt. Für Cornelia war es bereits der zweite Besuch und sie konnte als “Museumsführerin” ihr Wissen gekonnt an uns weitergeben. Soviel neue Eindrücke haben uns vier hungrig gemacht, Kaffee und Kuchen im sonnendurchfluteten Cockpit der “mal wieder” waren mehr als willkommen.

     

    verdiNeben dem historisch- römischen Theater gibt es noch ein ” echtes” Theater in Cartagena, in einem neuen “Eventzentrum”, und das ist keine 50 Meter von unserem Liegeplatz entfernt. Nächste Woche wird hier Verdis Oper “Ein Maskenball” aufgeführt. Klar, da muss Cornelia hin, ich halt mich da mal raus, Opern sind nicht so mein Ding. Aber Cornelia ist nicht allein. Eine gemischte, englisch-amerikanisch-australisch- und natürlich deutsche Truppe wird sich das Verdidrama ansehen. Und für manchen in dieser Runde wird es dann auch der erste Opernbesuch überhaupt. Hoffentlich gefällt’s….

  • Rätselhafte Pflanzen und unheimlich gute Begegnungen

    IMG_2987Wir freuen uns immer wieder über Eure Rückmeldungen zu unseren Berichten, zu den Baum- oder Pflanzenrätseln, über Anrufe von lieben Freunden, Mails und natürlich über Besuch an Bord. So sind wir mittendrin im gesellschaftlichen Leben, ob in Deutschland, auf den Kanaren, in der Karibik und auch hier vor Ort. Das gibt uns ein gutes Gefühl mit betraubaren Bindungen und festen Wurzeln, ohne dabei die (Reise-) Freiheit zu verlieren. Großes Dankeschön an Euch!

    So nun zum Pflanzenrätsel:
    IMG_2455Das vorletzte Rätselbild mit den zwei Keimlingen war wohl ‘ne ganz harte Nuss. Noch keiner hat die Lösung beigesteuert und deswegen geben wir jetzt an dieser Stelle noch mal einen kleinen Hinweis, ohne Bild vom blühenden Baum, sonst wäre es zu leicht. Es geht nur um den größeren Keimling, der aus dem Kern erwächst, dessen Frucht zuckersüß schmeckt, größer als ein Apfel ist, als Tropenfrucht gilt, häufig aus Brasilien kommt, aber auch auch in Portugal geerntet wird. Das muss jetzt aber als Hinweis reichen, viel Spaß beim Rätseln. Der kleinere Keimling kommt in deutschen Breiten auch vor, ist aber eher ein Gemüse.

    Jaaaaa, und immer wieder reden wir in unseren Beiträgen vom Wetter. Seit Tagen weht es hier heftig aus Nordost, klar dort wollen wir hin, es ist kühl, es regnet zwischendurch immer wieder und der ersehnte Winddreher in der langfristigen Wettervorhersage fällt aus. Stattdessen ist mal wieder Sturm angesagt. Gut, dass wir hier in einer Großstadt mit vielfältigen Möglichkeiten und lieben Stegnachbarn liegen, so wird das Warten zur Kür und nicht zur Pflicht.
    In diesem positiven Sinne wünschen wir all unseren Lesern und Freunden ein schönes Wochenende mit inspirierenden Momenten und Dir, Detlef, eine schnelle Genesung.

  • Reisepläne

    So langsam wird es Zeit, dass der Mittelmeerwinter vorüber und unsere Reise weiter geht. Die letzten paar Tage haben jedenfalls schon mal ein wenig Mut gemacht. Wie war das nochmal, im Sommer 2016 bei der Eröffnung der Sommerolympiade in Rio de Janeiro dabei sein zu wollen und jetzt ” faul im Mittelmeer rumtingeln”? Keine Angst, wir haben das Ziel nicht aus den Augen verloren, aber auf den ersten Schritt folgt nun mal der zweite. Und in den zurückliegenden Mittelmeerwintertagen haben wir schon mal für die “heißen Tage” in südlichen Gefilden geplant.

    Hier ist der vorläufige Reiseplan, wer noch zusteigen will, der soll sich melden.

    Sobald es das Wetter zulässt, wollen wir zu den Balearen segeln. Die kleine Baleareninsel Formentera liegt zuerst auf dem Weg. Von dort aus geht es zur Nachbarinsel Ibiza, die im Frühjahr noch wohltuend ruhig daherkommt, mit bezahlbaren und freien Liegplätzen (hoffen wir). Danach setzen wir den Kurs ab nach Mallorca, von Palma de Mallorca aus wollen wir vor allem die Südseite der Lieblingsinsel zahlreicher deutscher Urlauber, entdecken. Viele einladende und gut geschützte Buchten warten schon jetzt auf uns. Menorca wird dann die letzte Baleareninsel, und auf die sind wir besonders gespannt. Vielversprechende Berichte von Seglern haben ihren Teil dazu beigetragen und schließlich, aber nicht endlich, wollen wir unsere Einladung einlösen. Die junge menorquinische Seglerfamilie, die wir in Mazarrón getroffen haben, freut sich schon auf unseren Besuch. Ausgiebige Erkundungen per Pedes und mit Leihauto stehen auf allen Baleareninseln an. Bus- und Zugreisen sind wegen unseres Vierbeiners Nico leider nicht möglich…
    Voraussichtlich Anfang April wollen wir die Baleraren verlassen und nach Südfrankreich segeln. Dort machen wir erst mal eine kleine Segelpause, reisen nach Deutschland, besuchen die Musikmesse in Frankfurt und feiern einen runden Geburtstag.

    Ende April heißt es dann wieder “Leinen los”, Südkurs liegt an und Korsika und Sardinien kommen bald in Sicht. Das Wasser dort ist tiefblau und einladend, und die Wassertemperatur im Mittelmeer wird bis dorthin die 20 Gradmarke spielend geknackt haben. Der Sommer steht vor der Tür. (Jetzt kommt aber erstmal der Frühling, hier blühen die Mandelbäume!) Ob wir danach noch tiefer ins Mittelmeer eintauchen, hängt massgeblich von Wind und Wetter ab. Denn ab Anfang September wollen wir in Gibraltar auf günstige Winde warten, um über die Blumeninsel Madeira zu den Kanaren zu schippern. Und im Dezember steht dann die Überquerung des zweitgrößten Ozeans der Welt, dem Atlantik, an.

    Viele noch ungeseglte Meilen liegen vor unserem Bug, wir sind neugierig auf jede einzelne. Der buchstäblich blaue Planet bietet dem Reisenden auf dem Wasser vielfältige Möglichkeiten. Soweit so gut der Plan, aber der ist, zumindestens bei uns, nicht in Zement gemauert.

  • Valentinstag

    IMG_2697 IMG_2696Es ist Valentinstag und Faschingsamstag, das wollen wir mit den vielen Bootsfreunden feiern. Um 17 Uhr kommen Bernhard und Beate mit Sohn Alexander, Martina und Jens mit den Freunden Helga und Günther an Bord. Der Berliner Jens hat mit seinem Schärenkreuzer „Linda” heute nachmittag im Hafen angelegt, vorher sind Ralf und Inge aus Almerimar angekommen, die die ganze Nacht durchgesegelt sind; auch sie kommen zu uns. Joey und Walt aus Amerika und Wayne und Babsi aus Australien vervollständigen die Runde auf unserer Hexe, wir trinken Cuba libre, bevor wir uns auf den Fastnachtsumzug begeben, der legendär sein soll. Ich hatte morgens bei meinem Lieblingsbäcker eine entzückende Valentinstorte gekauft, die essen wir dazu und mit einigen Schnittchen machen wir unseren Kühlschrank leer.

    Minnie-Mäuse mit Clown
    Minnie-Mäuse mit Clown

    Die Stadt ist voller Menschen Die Straßen, in denen der Zug vorbeikommt, sind mit langen Stuhlreihen bestückt, so einen Stuhl kann man für drei € für den ganzen Abend mieten. Viele Kinder sind verkleidet, bei den kleinen Mädchen herrschen – wie wohl überall – die Prinzessinnen vor, bei den Jungs sind es eher die Schwertträger. Aber auch Gruppen von Jugendlichen in identischen Verkleidungen sehen wir, drei Minnie-Mäuschen, eine schwarzgewandete Hexe fliegt mit ihrem Besen an uns vorbei; wer verkleidet ist, hat sich sichtlich Mühe gegeben.

    P1010815Es dauert noch eine ganze Zeit, bis der Zug „kütt“, wir warten geduldig an dem großen Platz, wo auch der Blumenmarkt ist; gut, dass es heute nicht kalt ist. Endlich ist es dunkel und dann hört man sie kommen. Ganz anders als bei unseren Fastnachtszügen kommen keine Themenwagen, sondern Gruppen hübsch ausstaffierter meist weiblicher Tänzer, die zu brasilianischer Musik ununterbrochen tanzen.

    Die tanzenden Briefumschläge
    Die tanzenden Briefumschläge

    Es gibt eine Gruppe von der Post, bei der die Tänzerinnen in stilisierten Briefumschlägen daherkommen, aus allen Stadtvierteln Cartagenas treten sie an, leicht bekleidete, solche mit farbenfrohem Federschmuck, kleine Kinder, alte Frauen, Engelchen, etc. Meist kommt am Ende einer Gruppe ein prächtiger hell beleuchteter Wagen mit einer Art Königin in schier unglaublicher Pracht  Der Zug scheint kein Ende zu haben. Noch Stunden danach ist die Stadt erleuchtet, und von dem großen Platz, auf dem im Anschluss an den Zug ein Ball stattfindet, wehen die Sambaklänge bis zum Hafen, wo wir den Abend mit einem „Schlenderbier“ auf der Maje ausklingen lassen.

    Und hier ein paar Impressionen vom Karneval, zuerst die tanzenden Fußtruppen:
    (wenn man die Bilder anklickt, werden sie größer angezeigt), danke an Birger für die Fotos

    Die Farbenfrohen
    Die Farbenfrohen
    Die Engelchen
    Die Engelchen
    Die Zwerge
    Die Zwerge

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    Und die prächtigen Königinnen zum Schluss:

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  • Spaßsegeln um Cabo Tiñoso

    Kirsten genießt das Segeln, in Berlin ist es kälter
    Kirsten genießt das Segeln, in Berlin ist es kälter

    An Bord sind – natürlich außer uns dreien – Kirsten und Birger aus Beelitz bei Potsdam. Der Skipper ist wieder gesund, man merkt es, denn da die Sonne scheint, muss die Hexe einfach mal bewegt werden, wie ein gutes Pferd, sie liegt schon viel zu lange im Hafen. Um wegfahren zu können, muss ich erst einmal die Monatsmiete für den Hafen bezahlen, sonst dürfen wir hier nicht einfach weg. Wir lassen unsere Leinen und den Hocker an Land liegen und stehen, damit uns ja keiner den wunderbaren Platz streitig macht. Denn wir wollen heute Abend ja wieder in Cartagena sein, es soll nur so ein kleines “Spaßsegeln” werden.

    Der Leuchtturm von Cabo Tiñoso im Sonnenschein
    Der Leuchtturm von Cabo Tiñoso im Sonnenschein

    Bilderbuchmäßig kreuzen wir aus dem Hafen heraus, draußen empfängt uns eine glatte See, ein schöner leichter Wind und einige große Frachtschiffe, die hier vor Anker liegen. Links sieht man die Cala Cortina, zu der wir letzten Sonntag hingewandert sind, und zur Rechten liegt Cabo Tiñoso, das wir zu dritt am Montag im Regen besucht haben.

     

    Das ist kein Bilderrätsel, nur Petersilie in der Cockpittischpersenning
    Das ist kein Bilderrätsel, nur Petersilie in der Cockpittischpersenning

    Übrigens: Das Pflanzenrätsel ist gelöst. Die drei eifrigen Blogleserinnen, die sich als Pflanzenexpertinnen ausgezeichnet haben, sind sich einig, dass es sich bei unseren rätselhaften Bäumen um riesige Gummibäume handelt. Aber niemand hat sich an das zweite Rätsel mit den zwei Keimlingen getraut!?

    Isla de las Palomas
    Isla de las Palomas

    Auf unserem Weg zu Cabo Tiñoso segeln wir an der kleinen unbewohnten Isla de las Palomas vorbei, aber offensichtlich gibt es dort keine Tauben mehr, nur Möwen fliegen um die steinigen Felsen herum.

     

    Cala Cerrada von außen…
    Cala Cerrada von außen…
    …innendrin…
    …innendrin…
    … und beim Rausfahren
    … und beim Rausfahren

    Wir kreuzen bis zu der kleinen versteckten Bucht “Cala Cerrada”, die uns Daniel, der Gitarrenbauer aus Mazarrón gezeigt hatte, sie ist wirklich sehr geschützt, nicht groß, aber wunderschön gelegen. Von hier aus segeln wir mit Spinnaker zurück nach Cartagena, plötzlich ist es viel wärmer, der Wind kommt von hinten, wir kochen und essen Suppe, hängen die Angel raus (erfolglos, was denn sonst), das war Segeln vom Feinsten.

    Birger beim Entspannen auf dem Vorschiff
    Birger beim Entspannen auf dem Vorschiff
  • Geschichte und Kultur versus Landschaft und Holland

    Das römische Theater
    Das römische Theater

    Am Dienstag war es richtig kalt, windig und unfreundlich, Volker weiterhin krank auf der Couch, also sind Kirsten, Birger und ich in die Museen gegangen. Angefangen haben wir mit dem römischen Theater, schließlich wollten wir auch einmal auf den Brettern stehen, die die Welt bedeuten… Zunächst haben wir aber erst einmal etwas über die Geschichte Cartagenas gelernt, es gab einen Film in Form einer Fernseh-Dokumentation, den haben wir uns einfach zweimal angeschaut, das half unserem Verständnis.

    So wurden die Säulen als Fundamente verbaut
    So wurden die Säulen als Fundamente verbaut

    Erst Ende des 20. Jahrhundert wurde das römische Theater entdeckt, da es im Laufe der Jahrhunderte mit Häusern aus den verschiedensten Epochen zugebaut wurde. Die alten Säulen wurden dabei als Fundamente für die neuen Behausungen benutzt, Steine zum Hausbau verwendet, usw. Nun kann man das Theater wieder in seinen Ausmaßen erkennen, zum Teil sind die alten Fundamente der Häuser erhalten, aber das Orchestrion und die Bühne dürfen auch betreten werden.

    Die Pfauen laufen frei in den Gärten des Museums herum
    Die Pfauen laufen frei in den Gärten des Museums herum

    Im Castillo de la Concepción lernt man noch mehr über die wechselhafte Geschichte Cartagenas, der Entstehung unter Hasdrubal, mit dem Namen Carthago Nova, später kamen die Vandalen, die Muslime, und die Römer und schlugen sich um die Stadt. Allerdings verschwand sie zwischendurch auch aus den Annalen der Geschichte, verkam bis zur Bedeutungslosigkeit, hatte nur noch 500 Einwohner unter den „allerchristlichsten Majestäten“ Ferdinand und Isabella, weil die lieber den Seeweg nach Indien gefunden hätten, als sich im Mittelmeer zu engagieren; erst im 17. Jahrhundert erlangte Cartagena wegen des geschützten Hafens und der umliegenden Silber- und anderen Minen seine Bedeutung zurück. Viele Bauten aus dieser Zeit zeugen von dem Großbürgertum, das sich etablierte. Im spanischen Bürgerkrieg war Cartagena mit Alicante die letzte Festung der Republikaner, die an General Franco fiel.

    Eine Bucht bei Cabo de Palos
    Eine Bucht bei Cabo de Palos

    Heute morgen versprach der Wetterbericht für einen Tag Sonne und warme Temperaturen, der Skipper ist immer noch malad, also machen wir zu dritt, nein, natürlich zu viert mit Nico, einen Ausflug zum Mar Menor, einer Bucht, die durch die Halbinsel “La Manga” vom Mittelmeer abgetrennt wird.

    Der Leuchtturm von Cabo Palo
    Der Leuchtturm von Cabo Palo

    Angefangen haben wir mit dem Cabo de Palos, der Landspitze mit Leuchtturm ganz am Anfang der Halbinsel, auf der einen Seite mit einer wilden und zerklüfteten Küste, auf der anderen Seite mit langen Sandstränden.

    La Manga
    La Manga

    Auf der langgezogenen Halbinsel selbst stehen „Bettenburgen“ neben netten Ferienhäusern; im Sommer ist hier bestimmt die Hölle los, jetzt war es ganz friedlich.

    Der Hafen Tomás Maestre am Eingang zum Mar Menor
    Der Hafen Tomás Maestre am Eingang zum Mar Menor

    An der Brücke kurz vor den Salinen sehen wir den großen Yachthafen, aber leider geht danach die Straße nicht mehr weiter, wir müssen umkehren, um zu der anderen Seite des Mar Menor zu kommen.

    …  met de Nederlandse flag!
    … met de Nederlandse flag!
    Bitterballen en Spanje…
    Bitterballen en Spanje…
    Fast wie am Ijsselmer, nur die Palmen stören
    Fast wie am Ijsselmer, nur die Palmen stören

    Dort finden wir bei einem Spaziergang an der Uferpromenade in “Los Alcátares“ ein kleines Café, das von einem holländischen Paar bewirtschaftet wird, wo wir uns mit Toasties und Bitterballen stärken, bevor wir uns wieder zu unserem „kranken Huhn“ begeben, wie Kirsten Volker nennt, aber dem geht es besser, er kann schon wieder Wasser einfüllen und am Kochtopf stehen, smile.

    Wenn es, wie versprochen, morgen grau ist und regnet, geht es mit der Kultur weiter.

    Hier kann man zwischen Heiß- und Kaltgetränken wählen?!
    Hier kann man zwischen Heiß- und Kaltgetränken wählen?!
  • Ausgeflogen

    Kirsten und Birger aus Potsdam zu Besuch
    Kirsten und Birger aus Potsdam zu Besuch

    Am Sonntag wollten wir ja eigentlich mit unseren Potsdamer Freunden in die verschiedenen Museen der Stadt Cartagena, insbesondere wollte ich in das Museum des römischen Theaters, aber es war so schönes Wetter, dass wir beschlossen haben, einen Ausflug zu machen, und zur Cala Cortina zu laufen. Kirsten und Birger aus Potsdam, unsere Freunde hier an Bord, müssen und wollen natürlich mit, Martina und Jens von der Maje kommen auch mit. Wir laufen zuerst ein längeres Stück durch Industriegebiete, aber Martina und ich haben uns ja länger nicht mehr gesehen, und so mussten wir mal locker drei Monate nachholen, so viele Wörter sind wohl selten diese Straßen entlang geströmt….

    IMG_2540 IMG_2541Oben bot sich ein großartiger Blick auf das Fort San Julian, eine der beiden Festungen, die die Stadt Cartagena bewachen, und rings um die Bucht gibt es noch viel mehr davon. Noch ein Stückchen weiter über Treppen und Felsen, und wir sind in der Cala Cortina.

    Cala Cortina
    Cala Cortina
    Rast in der Bucht
    Rast in der Bucht
    Die Sonne scheint aufs Meer
    Die Sonne scheint aufs Meer

    Da gibt es auch ein berühmtes Fischrestaurant, wir verkneifen uns das heute, Volker hat nämlich Bierdosen und Schokolade im Rucksack, Martina Weingummis, und so machen wir eine Rast auf den Felsen, Nico gefällt das auch, nachdem er sich mit den beiden anderen Hunden genügend angeschnüffelt hat.

    Am Abend grillen wir mal wieder, wunderbares Iberico-Schwein, gutes Rind und dazu einen herzhaften Salat und Fladenbrot, das ich am Sonntag Abend noch bei einem arabischen Laden gefunden habe. Martina und Jens kommen auf einen Schnack und wir beschließen die Regatta „Nixen gegen Neptun“, Martina und ich ich gegen Volker und Jens, über den Atlantik, die Jungs haben schon Angst vor den Nixen, haha!

    Heute, am Montag, war der Skipper krank. Mehrfach war er in der Nacht aufgewacht, hatte über Halsschmerzen, Husten und Ohrenschmerzen geklagt, und sich am Morgen mit Fieber krank und arbeitsunfähig gemeldet. Wir haben ihn umtüttelt, versucht, die Leiden zu lindern durch unsere mitfühlende Anwesenheit, aber er wollte lieber alleine sterben.

    Also haben wir drei (oder vier, mit Nico) uns aufgemacht, um den beiden Potsdamern das Cabo Tiñoso zu zeigen. Der Weg aus der Stadt ist dank des Navis schnell geschehen, nach dem steinigen Weg nach oben sind wir froh, dass heute, an einem wolkenverhangenen Montag, nicht viel los ist, und uns nur wenige Autos auf der schmalen Straße entgegen kommen, denen wir ausweichen müssen.

    Die Regenfront kommt aus Osten
    Die Regenfront kommt aus Osten

    Das Wetter wird leider immer schlechter, heute morgen zeigte Cartagena sich noch im Sonnenschein, aber jetzt wird es immer grauer, und bald fallen die ersten Regentropfen. Wir parken unseren Opel Corsa auf dem kleinen Parkplatz und schauen uns, schon auf dem Weg in die Festung, nach einem Ort um, wo wir uns vor dem annähernden Regen verstecken können. Wir finden auch einen Platz auf einem der heutigen Aussichtstürme, die früher offensichtlich für die Steuerung der beiden Kanonen zuständig waren.

    So sah die Bucht heute aus
    So sah die Bucht heute aus

    Zwei holländische Männer und zwei englische Paare haben sich auch dort eingefunden, gemeinsam warten wir das Ende der Regenfront ab, die da aus Osten über die Bucht schwebt. Ganz anders sah das aus, als wir vor zwei Wochen mit unserem belgischen Gitarrenbauer hier oben waren!
    Das gleiche Bild gibt es, mit anderem Wetter, bei:
    Mal etwas ausführlicher…

    Die Obstbäume fangen an zu blühen
    Die Obstbäume fangen an zu blühen

    Auf dem Weg nach unten fotografieren wir die ersten Obstbaumblüten, machen einen Abstecher nach Mazarrón zum Mittagessen am Hafen, essen leckere Pasta, und nach einem heißen Café con Leche wird mir auch wieder warm, nicht zuletzt von der schönen Stimmung in dem ziemlich voll besetzten Restaurant am Hafen. Das Boot von Daniel liegt wieder an seinem alten Platz, er selber ist aber nicht da, vielleicht baut er schon wieder eine neue Gitarre…

    Lauter Obstbaumplantagen
    Lauter Obstbaumplantagen
    Blick über die Ebene mit den Terrassen
    Blick über die Ebene mit den Terrassen

    Noch ein kleiner Abstecher auf dem Weg nach Cartagena, ein Hügel lockt uns mit einer unvergleichlichen Aussicht. Wir schauen über eine schier endlose Ebene mit Obstbaum- und Olivenplantagen, alten terrassierten Gegenden im Westen, und unglaublich viel Müll direkt um uns herum.

    Auf dem Heimweg liegt ein riesiger  Eroski-Supermarkt an der Strecke, mit ungefähr 25 verschiedenen Zauberstäben und 40 verschiedenen Föns im Angebot, daneben auch 35 verschiedene Pizzas, Butterpäckchen und Toilettenpapier. Was für eine Qual der Wahl, kein Wunder, dass wir die Hälfte der angeforderten Artikel vergessen. Wir suchen für Volker die gewünschten asiatischen Leckerbissen wie Mie-Nudeln (erfolgreich) und Ketchup Manis (leider nicht vorhanden, dafür gibt es aber bei den ausländischen Spezialitäten neben Shortbread und Kikoman-Sauce Sauerkraut und deutsches Müsli).

    Unser kranker Skipper liegt danieder auf dem Sofa, als wir ankommen, Ursel’s asiatisches Spitzkohl-Rezept muntert ihn nur ein bisschen auf, und der immer wiederkehrende Regen tut sein Übriges, ab morgen wird es, angeblich, besser!

  • Verdoppelt und Siedler an Bord

    Eine beeindruckende Statue für die Leidenden des Bürgerkriegs
    Eine beeindruckende Statue für die Leidenden des Bürgerkriegs

    Nach langer Planung,  Flugpreisvergleichen, und der notwendigen Urlaubsplanung mit Kollegen und Vorgesetzten haben unsere Freunde Birger und Kirsten aus Potsdam vor einiger Zeit entschieden, uns für mehrere Tage in Spanien zu besuchen.

    Wir unsererseits haben überlegt, wo wir uns treffen können, welcher Hafen gut vom Flughafen zu erreichen ist, wo es auch entsprechend schöne Dinge in der Umgebung zu finden sind zum gemeinsamen besichtigen und ob der Ankunftsflughafen auch geschickt ist für den Rückflug. Nur für den Fall, dass wir deutlich weiter segeln, während der gemeinsamen Tage an Bord. Es hat sich ergeben, dass wir in Cartagena bleiben und nicht bis Valencia segeln; da hatten sie aber schon den Flug dorthin gebucht, so sind wir eben 300 km gefahren, um sie abzuholen.

    Das sind die Blätter...
    Das sind die Blätter…
    Das ist der Stamm...
    Das ist der Stamm…
    ...und das ist der Baum
    …und das ist der Baum

    Noch ein paar Bilder zu unserem Rätsel, falls das weiter hilft, Sabine.

    Aber erst noch mal ‘ne kleine zeitliche Rolle rückwärts, seit gestern weht eine deutsche Flagge mehr im Hafen, unsere Segelfreunde Jens und Martina von der Maje sind hier im Hafen mit ihrer schönen Hallberg-Rassy 31 eingetroffen. Die Wiedersehensfreude war groß, Anfang Dezember haben sich unsere Wege in Lagos getrennt. Viel haben Jens und Martina seitdem erlebt, nicht alles war schön und so gab es viel zu bereden.

    Die gestrige Runde wurde von Bernhard, Beate und ihrem  Sohn Alexander komplettiert (die österreichisch-deutsche Familie besegelt schon seit sechs Jahren die sieben Weltmeere) und der frühe Abend wurde allzu schnell zur späten Nacht.

    Jetzt noch mal zum heutigen Tag, um 11 Uhr haben wir uns mit unserem Leihwagen aufgemacht, um Kirsten und Birger in Valencia vom Flughafen abzuholen, Die dreistündige Autofahrt verging fast wie im Flug, die Küstenautobahn bietet so viele schöne Aussichten auf das Meer, die Berge und endlos lange Orangenplantagen.

    Der Flieger landete pünktlich und “unsere neue” Crew kam recht bald durch die Zollkontrolle. Nach einer nur kurzen Begrüßung, wir haben etwas unglücklich geparkt und ein Kontrolleur gab Cornelia deutlich zu verstehen, dass sie bald ein dickes Strafgeld “una buena multa” zahlen muss, sind wir huschwusch ins Auto eingestiegen.

    und es fiel noch ein halbes Grad...
    und es fiel noch ein halbes Grad…
    Schnee auf der Autobahn 100 km vor Cartagena
    Schnee auf der Autobahn 100 km vor Cartagena

    Auf der Rückfahrt gab es viel zu berichten und noch mehr zu sehen als auf der Hinfahrt. Wir haben die deutlich weiter im Land liegende Autobahn dafür gewählt. Die Landschaft mit den wild zerklüfteten Bergen, den terrassenartigen Anbauflächen und den schier endlosen Ebenen hat uns in ihren Bann gezogen. Etwas überrascht hat uns nur das Wetter, die Straßen gehen auf und ab und plötzlich haben wir Schneefall. Die Temperatur ging in den Keller und die Außentemperaturanzeige unseres Leihwagens blinkte eindringlich. Der  Spuk war schnell vorüber, als wir uns Alicante näherten und und uns wieder auf Meeresniveau befanden.

    IMG_2539Als Gastgeschenk haben unsere lieben Freunde den Siedler mitgebracht, einen guten Gin, von der Werder-Havelregion. Kurzes Fazit von heute, Crew an Bord von zwei auf vier  verdoppelt und Siedler an Bord, was will man mehr.

  • Stark verwurzelt und elastisch verbunden

    IMG_2445In jedem Park sieht man sie, es gibt kein Waldstück ohne, und auch in städtischen Bezirken gibt es wahrhafte Riesen. Manchmal sehen die Wurzeln aus wie märchenhafte Gestalten aus einer anderen Welt, und hin und wieder sind die Stämme so verdreht, dass man meinen könnte, ein Riese hätte mit der ganzen Kraft seiner Hände den Stamm verdreht.

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    Uns faszinieren diese gigantischen Bäume, ihr Laubdach ist so dicht, dass nahezu kein Stück des Himmels sichtbar ist. Zuhause, also in Darmstadt, haben wir so ein Gewächs in herrlich klein und zierlich, mit der Bezeichnung Kirschlorbeer im Garten stehen. Wie diese wurzelnden Baumgiganten, die es auch bezüglich ihres Stammdurchmessers mit den amerikanischen Sequoias spielend aufnehmen können, heißen, wissen wir leider nicht. Kein Herkunftsschild verrät Namen oder Alter. Also, liebe Leser, wer die Bezeichnung dieser schönen Bäume kennt, möge sie uns bitte verraten! (Bei”Wikinger an Bord” gibt es einen Film, in dem man den Baum noch genauer sieht.)

     

    Oben neu, unten alt: Auf die Mischung kommt es an!
    Oben neu, unten alt: Auf die Mischung kommt es an!

    Auf jeden Fall fühlen wir uns hier in Cartagena sehr wohl und irgendwie stark verwurzelt. Einen Drang zur schnellen Weiterreise verspüren wir im Moment nicht, was sicherlich zum einen mit den extrem kühlen Temperaturen in Barcelona (dort schneit es im Moment) oder auf den Balearen zu tun hat. Aber zum anderen haben wir hier einige Segler kennengelernt, die mit ihren Geschichten, ihrer Lebensart und ihren Sichtweisen der Dinge, unseren Aufenthalt deutlich bereichern. Und über die Vorteile der Stadt haben wir ja schon mal berichtet… Wir bleiben also noch eine Weile!

     

    Hier breiten die Fischer ihre Netze zum Trocknen aus
    Hier breiten die Fischer ihre Netze zum Trocknen aus

     

    Die Verbindung von unserem Schiff zu dem jeweiligen Steg, Ponton oder Kai ist eine ganz andere Geschichte. Manchmal liegen wir längsseits an einem Steg und werden dann von insgesamt vier Leinen gehalten, oft liegen wir, seit wir im Mittelmeer sind, an einer sogenannten Muring. Eine Muring ist eine Leine, die an einer großen Kette in der Hafenmitte festgemacht ist und von dort aus zum Steg oder Kai führt. Die Muringleine greift man sich beim Anlegen und belegt diese dann straff gespannt auf dem Vorschiff. Zwei Achterleinen halten das Schiff zusätzlich hinten stabil zum Kai.
    Uups, das war lang, aber jetzt wird es spannend. Jedenfalls gibt es zahlreiche Häfen, die bei unterschiedlichen Wellenrichtungen ganz schön schwellig bzw. schaukelig sind. Das Schiff wird von den Wellen beschleunigt und von den Leine wiederum hart abgebremst, dieses ständige Rucken spürt Man (n) deutlich. Sehr unangenehm.

    IMG_2473IMG_2462Glücklicherweise gibt es in der heutigen Zeit zahlreiche Ruckdämpfer aus den unterschiedlichsten Materialien. Es gibt eiserne Federn, die effektiv, aber schwer sind, und wenn sie denn rosten, auch noch  quietschen.

    IMG_2471IMG_2464Es gibt gummiartige Ruckdämpfer mit Anlehnungen ans Phallische und pfiffige MC Gyver-artige Individuallösungen wie den abgebildeten Gummireifen.

     

    IMG_2461 IMG_2456Wir haben lange nachgedacht und uns für eine Gummiseillösung entschieden. Dazu wird die Gummileine mehrfach an die Festmacherleine angeknotet oder eingeflochten und fertig ist der günstige Ruckdämpfer. Gerade mal 8 Euro haben die 10 Meter Gummileine gekostet. Ein Stahlfederdämpfer schlägt hingegen mit ab 45 Euro zu Buche, der gummihaltige Ruckdämpfer mit ca. 25 Euro, nur der Altreifendämpfer ist noch billiger, dafür schwerer zu entsorgen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Unsere Seillösung funktioniert prächtig, die Bremsbewegungen der Leine sind jetzt viel sanfter, das Gummiseil erfüllt seinen Zweck.
    Wer noch gute Ideen zur Ruckdämpfung bei Schiffen hat, maile die uns bitte zu, vielen Dank.

    Und zum Schluss noch ein kleines Rätsel: Was sehen wir denn da?

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  • Seefahrerkulturen und andere

    Die Industrie- und Handelskammer ist hier auch für die Seefahrt zuständig
    Die Industrie- und Handelskammer ist hier auch für die Seefahrt zuständig

    Der Sturm ist vorbei, der Luftdruck steig stetig, der Wind hat auf Nordwest gedreht. Kühler ist es geworden, der Wind kommt jetzt aus den Bergen, das Gebläse unsere Dieselheizung fächelt warme Luft ins Schiffsinnere. Die Schiffe liegen wieder ruhig an ihren Liegeplätzen, die Wasseroberfläche ist nur noch leicht gekräuselt, und so manchem Schiffseigner ist der Schlafmangel der letzten Nächte noch deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Ruhe nach dem Sturm ist nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm, der schon ab Dienstag wieder die spanische Küste heimsuchen soll, ebenfalls mit Windspitzen bis 100 Stundenkilometern. Wir sind gespannt!

    Den heutigen ( Wind-) Ruhetag haben wir genutzt, um zwei ganz nahegelegene Ausstellungen des Nationalmuseums zu besuchen.

    Eine Goldfigur, wie sie die Eroberer fanden (woher genau, konnte man nicht sehen)
    Eine Goldfigur, wie sie die Eroberer fanden (woher genau, konnte man nicht sehen)

    In der Ausstellung „Pacifico”, die hier noch bis zum 5. Februar zu besichtigen ist, geht es um die spanischen Entdeckungen, Eroberungen und Handel der damaligen Seemacht im pazifischen Raum. Vasco Nuñez de Balboa war der erste spanische Eroberer und damit der erste Europäer, der vom amerikanischen Kontinent aus das „mär del sur“, den pazifischen Ozean erblickte. Er und seine Mannen, unter ihnen auch Francisco Pizarro haben von Kolumbien aus den amerikanischen Kontinent durchquert, bis nahezu dorthin, wo der heutige Panamakanal in den Pazifik mündet und brachten reichlich Gold und Edelsteine von dort mit.
    Ihm folgte Magellan, der Südamerika durch die später nach ihm benannte Magellanstraße durchsegelte. Seine Reise führte ihn weiter bis in die Südsee. Der Weg von Südamerika bis in die Südsee war geprägt von stetigen guten Winden und vor allem keinen Stürmen mehr, weshalb Magellan diesen Ozean Pazifik nannte, den friiedlichen Ozean. Magellan verstarb dann in der Südsee. Danach eroberten zahlreiche Seefahrer die Südsee. Die seefahrenden Nationen Portugal England und die Niederlande folgten und damit auch zahlreiche Zwistigkeiten zwischen den Mächten. Ein Gebietsverzicht von Spanien, das dafür von Portugal ein kleine Entschädigung von 350.000 Golddukaten erhielt, beendete diese nicht immer glorreiche Geschichte der Spanier im Pazifik zwischen 1515 und 1627.

    Phönizische Scherben
    Phönizische Scherben
    Modell der phönizischen Segler
    Modell der phönizischen Segler

    In den nächsten Kulturräumen ging es um Unterwasserarchäologie, mit dem Schwerpunkt historischer Entdeckungen unter Wasser. Funde aus dem 7. Jahrhundert vor Christus bis zum 19. Jahrhundert werden in den modernen Ausstellungsräumen gezeigt. Die Sammlung umfasst eine große Anzahl an phönizischen, punischen und römischen Amphoren, sowie ein außergewöhnliches Ensemble an von Elefantenstoßzähnen, zum Teil mit Inschriften, aus der phönizischen Zeit.

    Ein Modell zeigt, wie die Schiffe (ordentlich) gepackt werden sollten
    Ein Modell zeigt, wie die Schiffe (ordentlich) gepackt werden sollten
    Ob diese Schiffe jemals so ordentlich gepackt waren?
    Ob diese Schiffe jemals so ordentlich gepackt waren?

    Weiterhin beherbergt die Ausstellung Schiffsüberreste und damit wichtige schiffsarchitektonische Beispiele von den genannten Epochen.

     

     

     

    Ein Aufgang zur Altstadt
    Ein Aufgang zur Altstadt

    Wer nun denkt, dass damit schon alle Ausstellungen, Museen und kulturhistorischen Beschreibungen über Cartagena abgearbeitet sind, liegt falsch. Es gibt noch soviel mehr zu sehen in dieser schönen Stadt, das Augusteum, das römische Amphitheater, die punische Mauer und abends gibt es eine ganz andere Kultur, die nicht minder reizvoll ist, die Kneipenkultur. Bedingt durch die zahlreichen Bars, Restaurants, gibt es mit Studenten aus der ganzen Welt und den fröhlichen Spaniern ein herrlich frisches Nachtleben in Cartagena.