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  • Vlieland oder “Ich will wieder auf die Insel…”

    Eine Karte von Ibiza und Formetera, die wir als Tischset bekommen haben
    Eine Karte von Ibiza und Formetera, die wir als Tischset bekommen haben

    Inseln wirken gleichermaßen anziehend auf Segler und auf “Landratten”. Eine Insel muss erreicht werden. Dazu muss man planen, nachdenken und das gewohnte feste Land hinter sich lassen. Hat man erst einmal das “Anreisemedium“ gewählt, gibt man in der Regel mehr oder weniger viel Geld aus für das Fährboot, das Wassertaxi, den Autozug nach Sylt, das Flugticket nach Mallorca, oder die Brückenmaut, um auf manche bretonische Insel zu gelangen, nur um einige zu nennen. Sozusagen muss Mann oder Frau schon vorsätzlich und bewusst handeln, um auf die Insel zu kommen. Für uns Segler ist das nicht anders, mal segeln wir gegen den Wind, mal motoren wir, weil kein Wind ist, hin und wieder geht es sogar bei Kälte und strömendem Regen hinaus und das alles nur, um auf das geliebte Eiland zu gelangen.

    Die Dorpsstraat in Oost-Vlieland, Idylle pur
    Die Dorpsstraat in Oost-Vlieland, Idylle pur

    Eine Insel, die wir in den zurückliegenden Jahren immer wieder mit dem Boot besucht haben, ist die kleine westfriesische Insel Vlieland. Ein Idyll, eine Perle, eine stille Schönheit, Naturerlebnis pur, für Jung und alt, Segler oder Nichtsegler.

    Und Vlieland war Liebe auf den ersten Besuch, für uns, für unsere Kinder und für alle unsere Hunde, die an den endlos langen Stränden rumtoben konnten. Das langgestreckte Dorf mit seinen typisch holländischen Backsteinhäusern hat es uns gleich angetan, der Blick über das Wattenmeer ist buchstäblich horizonterweiternd, der Strand weiß und über 20 Kilometer lang, der Geruch vom Kiefernwald unglaublich intensiv. Kurzum, eine Insel zum Verlieben.

    Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb
    Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb

    Und manchmal passiert sie wieder, diese “Liebe auf den ersten Besuch”, heute und hier zum Beispiel. Wir sind abermals auf einer Insel angekommen, diesmal auf Formentera, wurden supernett vom Hafenmeister empfangen, das Wasser im Hafenbecken ist glasklar, ein Barracudaschwarm schwamm am Liegeplatz vorbei, die Sicht übers Meer grenzenlos, die nahen Sandstrände…, da kann man schon mal ins Schwärmen geraten. Das ist auch gut so. Deshalb sind wir hierher gesegelt, teilweise gegen den Wind, wir haben kurz motort, als der Wind weg war, sind mit dem Spinnaker gesegelt, als die Brise von hinten kam, während der letzten drei Stunden sogar bei bei pottendichtem Nebel.

    ...manchmal sind sie ganz in den weißen Dunst gehüllt.
    …manchmal sind sie ganz in den weißen Dunst gehüllt.
    Nur selten sieht man einen Tick Sonne an den Felsen...
    Nur selten sieht man einen Tick Sonne an den Felsen…

    Eine wahrhaft vorsätzliche Anreise. Jetzt bleiben wir auch ein paar Tage, leihen uns ein Auto, damit wir wirklich alles von Formentera  für uns und Euch sehen und entdecken können. Das Wifisignal ist ganz gut und wir werden sicher die ein oder anderen Bilder von der Insel hochladen, damit Ihr auch diese kleine Baleareninsel erleben könnt.

  • Große Inselrundfahrt

    Nico hat Durchfall, nachts um vier weckt er uns, weil er raus muss. Um acht Uhr gehe ich nochmal mit ihm, weil er schon wieder nervt.

    Nach dem Frühstück fahren wir mit unserem Leihwagen aus der Marina: Böses Erwachen, der Parkautomat will 39,65 € von uns! Gestern dachten wir noch, dass die maximale Parkgebühr 6 € beträgt, das sage ich auch den Marineros, die mir helfen, aber nein, ich muss die ganze horrende Summe bezahlen! Vielleicht kann ich mir morgen früh wieder was zurückholen, aber dazu muss ich mit den Jungs vom Parkautomat diskutieren, das sagt mir am späteren Nachmittag die junge Frau von der Rezeption.

    Wir lassen uns den Tag nicht verderben, und brechen zu der Inselrundfahrt auf. Wir haben Jens und Martina auf den engen Rücksitzen des Fiat Cinquecento mit dabei, die Stimmung ist gut, die Sonne scheint, die Insel will erobert werden.
    IMG_3316Die große Inselerkundung beginnen wir mit Sant Rafael de la Creu, einem kleinen verschlafenen Ort im Inneren der Insel, der jetzt wenig Spektakuläres aufweist, aber eine hübsche kleine Wehrkirche mit einem großen vergoldeten Altar, Mit einem Muschel-Weihwasserbecken und einem hölzernem Beichtstuhl. Außerdem hat man von hier aus einen großartigen Blick auf die mit Kiefern bewachsenen Hügel und auch nach Ibiza-Stadt und das endlos weite Meer.
    IMG_9577Der zweite Ort, ebenfalls im Inneren der Insel gelegen, ist Santa Gertrudis, ein Künstlerort, wieder mit Wehrkirche, schönem Friedhof und einem einladenden Dorfplatz, wo wir im Sonnenschein einen Cafe con leche trinken. Hier sieht man Intelektuelle, Althippies und Künstler, die beim frühen Bier sitzen. Santa Gertrudis ist ein besonderer Ort, der sehr viel Ruhe und Geborgenheit ausstrahlt, sehr zu empfehlen.

    IMG_3324Unser Weg führt uns weiter in den Norden der Insel. In San Miquel finden wir Hinweisschilder, die uns zu einem unglaublich schönen Aussichtspunkt oberhalb der Bucht und zu Tropfsteinhöhlen führen sollen. Der Blick auf die große gut geschützte Ankerbucht ist wahrhaft grandios, nur von dem Besuch der Höhlen, die von einem deutschen Ehepaar verwaltet werden, nehmen wir bei einem Eintrittspreis von über zehn Euro pro Person Abstand. Wir haben ja auch noch so viel anderes zu sehen!
    IMG_3328Die Cala Portinatx mit ihrem Hippiemarkt lassen wir aus, (es ist schon spät geworden, und der Hippiemarkt ist eh erst am Mittwoch) und fahren zur berühmten Cala Sant Vincent, mit einem ausladenden Strand im Nordosten der Insel, mit wunderbaren Buchten und aufsteigenden Hügeln. Wir begnügen uns mit einer kurzen Rast am Strand, bevor wir zu einem Mittagsnack nach Santa Eulalia, dem Hafen an der Ostseite der Insel aufbrechen. In Santa Eulalia angekommen, bemerken wir beim Aussteigen das Fehlen der Hundeleine. Das gibt Volker die Möglichkeit, ganz alleine mit maximaler Geschwindigkeit die 18 km hin und wieder zurück zu fahren. Wir anderen drei schauen uns den Hafen an, der von Motorbooten dominiert wird, und finden ein ganz entzückendes Lokal zum Mittagessen, das von Handwerkern gut besucht ist. Wir essen mit Volker, der bald wieder zurück ist, zusammen ein köstliches Mittagessen, bevor wir uns auf den Weg nach Ibiza-Stadt machen.
    IMG_3340Dort treffen wir noch einmal mit Wil Offermans und Junko Ueda zusammen, die nach dem anstrengenden Konzert gestern Abend sich ein bisschen erholen konnten und gehen gemeinsam zu einem wunderschönen Stadtrundgang durch die Altstadt von Ibiza.

    74 Meter müssen wir nach oben krabbeln, bis wir auf dem höchsten Punkt der Festung sind. Kurz davor treffen wir nicht nur die belgischen Segler mit den vier Kindern wieder, sondern auch zwei alte Damen, von denen zumindest die eine bereits achtzig Jahre zählt, und die sich ebenfalls an den beschwerlichen Aufstieg gewagt haben.

    IMG_3361Einmal oben angekommen haben wir einen sensationellen Rundumblick über das Meer, zahlreiche Ankerbuchten, die Altstadt mit ihren unzähligen Gassen, zum Flughafen und über das Inselinnere. Der Abstieg führt uns durch die verwinkelten Gassen der malerischen Altstadt, danach, nicht ohne Hindernisse wegen Bauarbeiten, am Ufer entlang über einen großen Platz aus der Altstadt raus und mitten in das geschäftige Gewussel der Neustadt Von Ibiza hinein.
    IMG_3367IMG_3368IMG_3377Inzwischen sind wir so voller Eindrücke, zudem wird es auch wieder kühler, sodass wir uns von Wil und Junko herzlich verabschieden und uns auf den Nachhauseweg zu unserem Schiff machen. Noch einmal quetschen wir uns zu viert in unsere kleine “italienische Sardinenbüchse” und 20 Minuten später sind wir bei unserem schwimmenden Zuhause angekommen.
    IMG_9582Wir hätten nicht gedacht, dass die Insel so grün daherkommt. Es gibt Wiesen und Felder, die so grün sind wie die in Deutschland, es blühen überall Blumen, z.B. Butterblumen, Margeriten, und Ringelblumen, um nur einige zu nennen und große Kiefernwälder im Inselinneren.
    Martina und Jens haben uns für den Abend zum Essen eingeladen. Wir genießen die mit viel Vorablob bedachte Hähnchenbrust mit Champignonrahmsoße. Das war sehr lecker, herzlichen Dank an dieser Stelle dafür!

  • Was für ein ereignisreicher Tag!

    Der Bus Nr. 3 wartet auf die Fahrgäste
    Der Bus Nr. 3 wartet auf die Fahrgäste

    Morgens habe ich beim Gassi gehen mit Nico den Busbahnhof gefunden, anschließend die Chefin des hiesigen Supermarkts auf der Straße angesprochen, wo denn hier der nächste offene Supermarkt sei. „Adelante“, gerade da vorne, sagt sie, und erklärt mir, dass es zufällig IHR Supermarkt ist, und sie nur eben mal bei der Freundin von der Bar an der Ecke einen Café getrunken hat. Bis ich mit Butter, Schinken, Milch und Baguette an der Kasse stehe, sitzt sie auch schon da und kassiert. Jetzt noch schnell nach dem Frühstück bei Europcar am Flughafen von Ibiza ein Auto reserviert, und schon kann der Tag beginnen.

    Mit dem Bus fahre ich um 12:30 Uhr von Sant Antoni nach Ibiza-Stadt. Überall blühen jetzt die Apfelbäume und die Kirschen, dabei treiben sie gleichzeitig kleine grüne Blätter. An der Straße stehen die riesigen Plakatwände mit der Werbung für die angesagten Clubs, allerdings meist überholt, werben sie doch für die Saison-Ende-Partys am 3./4./5. Oktober 2014. Aber manche  Clubs haben auch schon das neue Programm für 2015 plakatiert, mit großen Namen, die auf jeden Fall die Ibiza-Urlauber ansprechen werden.

    Der Bus hält in Ibiza-Stadt, die heute, am Sonntag, ziemlich ausgestorben scheint. Klar, es laufen ein paar Leute herum, aber die Geschäfte haben fast alle geschlossen. Eine sehr freundliche ältere Dame, die mit mir aus dem Bus von San Antoni ausgestiegen ist, hilft mir, den Airliner zu finden, erklärt mir auch, wieviel man dafür bezahlen muss, nämlich 3,50 € für zehn Minuten, während die Fahrt von San Antoni hierher mindestens doppelt so lang war und nur zwei Euro gekostet hat.

    Die Einwohner der balearischen Inseln sprechen „Catalan“, das ist eine Form von Spanisch, die für „Non-native-speakers“ kaum zu verstehen ist. Auf Spanisch heißt der Ort „San Antonio“, easy. Unser Navi aber sagt: „Sant Entonni“, das klingt fast wie „Stenton“ für St. Anton.

    Kristallklares Wasser in den Calas
    Kristallklares Wasser in den Calas

    Das Autoleihen geht heute ganz einfach, nach zwei Minuten steige ich in einen weißen Cinquecento ein, ein echtes Girlie-Auto, und fahre stolz über die Landstraßen, auf denen man nur 60 oder maximal 80 Stundenkilometer schnell fahren darf, zum Hafen zurück. Nach einer kurzen Verschnaufpause sind wir wieder on the Road, bevor wir nach Ibiza-Stadt fahren, wollen wir noch ein paar Calas und ein bisschen Natur sehen.

    Im Cala Bassa Beach Club
    Im Cala Bassa Beach Club

    Als erstes landen wir in der Cala Bassa, offensichtlich beliebt für sonntägliche Ausflüge, am Rand parken viele Autos, wir sehen Familien oder Freundesgruppen mit Picknickkörben. Die Cala ist wunderschön, kristallklares Wasser, ein schöner Strand, super Aussicht. Im Sommer ist hier sicher Highlife, ein großer Teil der Cala gehört zum „Cala Bassa Beach Club“ mit zwei Kiosken, Toiletten, Lounge Areas, es gibt dann sicher viel Musik, auf jeden Fall sieht es großartig aus, so, wie man sich halt das Strandleben in Ibiza vorstellt.

    Die Altstadt von Ibiza ist von der Marina aus gut zu sehen
    Die Altstadt von Ibiza ist von der Marina aus gut zu sehen

    IMG_3269Wir fahren noch zu einem kleinen Turm und einer weiteren kleinen Cala. An der berühmten Cala Tirada machen wir nicht einmal mehr Halt, es ist inzwischen leider auch sehr kalt geworden. Nach fünfzehn weiteren Fahrtminuten sind wir am Hafen von Ibiza-Stadt, dort gibt es mehrere Yachthäfen, wir parken direkt an der Marina, da liegen die großen fetten Motoryachten. Von hier hat man einen großartigen Blick zu der Altstadt. Es gibt auch schicke Designerläden, aber in der Wintersaison leben da nur die nackten Schaufensterpuppen…

    "Jungle Dance" für Flaschen und Flöten
    “Jungle Dance” für Flaschen und Flöten
    Die Kontrabassflöte ist ganz schön groß für kleine Mädchen
    Die Kontrabassflöte ist ganz schön groß für kleine Mädchen
    Wil Offermans
    Wil Offermans

    Jetzt wird es aber Zeit, das Conservatorio de Musica zu suchen, wo unser Autor Wil Offermans bei einem Querflötenworkshop unterrichtet hat. Dort ist heute Abend das Abschlusskonzert, und das möchten wir uns gerne anhören. Wil ist wirklich ein begnadeter Pädagoge, in dem Konzert zeigt er, neben seinen eigenen solistischen Fähigkeiten, wie wunderbar man Kinder und Jugendliche mit Intelligenz und Kreativität motivieren kann. Es waren Jungs und Mädchen von ca. zehn bis zwanzig Jahren, die hier mitspielten. Natürlich mit unterschiedlichem Können, aber allen gemeinsam war diese unbändige Lust am Musizieren und Ausprobieren, die Wil aus ihnen herauslockt. Wer will, kann sich hier oder da das eine oder andere Stück anschauen. Leider war es in dem Saal sehr dunkel, sodass die Bilder nicht immer so großartig sind wie die Performance.

  • We’re sailing to Ibiza

    Minusgrade im Cockpit?!
    Minusgrade im Cockpit?!

    07. März 2015, Samstag, Baro 1027,5, sonnig, 2 (oder -2?) Grad, Wind SO
    Denia 07:30 – Ibiza San Antonio 15:05, 56 sm in 7:45 Stunden!

    Wir wachen früher auf als der Wecker, Volker: “Es ist Wind, komm wir fahren.” Hopp, raus aus dem Bett, Hund füttern, schnell noch Wasser kochen für den Tee, Gassi gehen, Persenninge ab, Cornelia und Hund wieder an Bord, Motor an, Strom ab, Leinen los und raus aus dem Hafen.

    Die Sonne geht auf am Hafen von Denia
    Die Sonne geht auf am Hafen von Denia
    Der Vollmond über Denia
    Der Vollmond über Denia

    In dem Moment geht die Sonne auf, wie ein Feuerball taucht sie am östlichen Horizont hinter der Hafenmauer auf. Als wir aus dem Hafen raus sind, Kurs 80 Grad, zeigt der Blick zurück, dass der Vollmond, der gestern Abend riesig im Südosten aufgegangen ist, jetzt immer noch, unten rechts schon leicht angeknabbert, im Nordwesten untergeht.

    Wir motoren genau drei Seemeilen lang, dann frischt der Wind von zwei auf über sechs Knoten auf: “Schnell, Segel setzen!” Die alte Welle lässt den Großbaum hin und her schlagen, aber schon ist das Großsegel oben, die Fock ausgerollt, und um 07:50 Uhr segeln wir. Ibiza, wir kommen!

    Der Skipper auf Ausschau
    Der Skipper auf Ausschau

    Der Wind hat mittlerweile auf neun Knoten aufgefrischt und wir rauschen mit 6,5 Knoten Geschwindigkeit der Insel der Reichen und Schönen entgegen. Die Sonne steht jetzt schon höher und schickt ihre wärmenden Strahlen zu uns. Heute morgen hat das Thermometer kalte zwei Grad angezeigt. Bald gibt es Frühstück.

    09:20 Uhr: In der Ferne kann man die ersten Anzeichen von Ibiza erkennen. Es sind ziemlich viele Tanker und Frachtschiffe unterwegs, immer wieder schauen wir auf dem AIS nach, wann und in welcher Entfernung sie uns passieren werden.

    Besorgte Blicke nach dem Frachter
    Besorgte Blicke nach dem Frachter

    Schiffe, die unter Motor fahren sind ausweichpflichtig gegenüber Schiffen, die segeln, und so machen alle einen ausreichend großen Bogen um uns. Seit 10 Uhr haben wir noch etwas mehr Wind und wir segeln meistens über 7 Knoten, um 15.30 sollen wir schon, vorausberechnet in den Hafen von Saint Antoni einlaufen. Eigentlich schade, denn heute macht das Segeln so richtig Spaß, konstanter Wind von quer hinten, blauer Himmel, blaues Meer und die Sonne, Seglerherz, was willst Du mehr.

    11.20 Der Wind frischt weiter auf. Die Logge zeigt jetzt häufig mehr als 8 Knoten an. Eine entgegenkommende Segelyacht vom Typ Bavaria 36 kreuzt unseren Kurs, der Flagge nach ein Franzose. Ansonsten ist das Meer hier draußen leer gefegt. Das Thermometer zeigt jetzt 12 Grad im Schatten an.

    Der Wind ist noch kühl
    Der Wind ist noch kühl
    Nico auf dem Mittelmeer
    Nico auf dem Mittelmeer

    11:30 Uhr: Wachwechsel, ich bin fertig mit meinen Datenbank-Arbeiten und kann die Wache übernehmen, Volker legt sich zum Schlafen auf das Salonsofa, damit er in Rufweite ist, wenn ich ihn brauchen sollte. Den Tiefenmesser habe ich ausgeschaltet, der gibt bei 159 Metern auf, und hier sind es über siebenhundert.

    Der Fels von der Isla Vedrà
    Der Fels von der Isla Vedrà

    Ich habe mein Zeit-Kreuzworträtsel dabei, schaue aber, neben dem Kontrollblick auf Armaturen und nach anderen Schiffen, immer mal aufs Meer, in der Hoffnung, dass sich heute auch noch ein paar Delfine zeigen. Das Meer ist dunkelblau mit ein paar weißen Schaumkrönchen. In der Ferne sieht man im Dunst die Hügel und in 110 Grad einen großen schroffen Felsen, der gehört zu der Ibiza vorgelagerten Insel “Es Vedrà”.

    Allein im weiten Meer
    Allein im weiten Meer

    Der Wind bläst weiter mit guten 16-18 Knoten, wir kommen schnell voran. Ab und zu hebt eine Welle das Boot an, und lässt die Hexe schaukeln, dann wacht Volker kurz auf: “Alles o.k.?” “Alles o.k.” Bei dem Wind gurgelt das Heck der HEXE fröhlich durchs Wasser.
    Um 13:00 Uhr gibt es Mittagessen, Volker kocht eine schnelle Nudelpfanne, und danach ist auch der letzte Berg des Festlands verschwunden, während die der Insel immer näher kommen.

    Der Leuchtturm auf Cabo Blanco
    Der Leuchtturm auf Cabo Blanco

    Um 14:00 Uhr sind es nur noch zehn Seemeilen bis zum Hafen, wir sind sooo schnell vorangekommen, wie wir uns das gar nicht vorgestellt hatten. Leider erfahre ich beim Telefonat mit der Marina, dass sie um drei Uhr Feierabend haben, und wir sollen einfach in den benachbarten Club Nautico gehen, die seien 24 Stunden da. Der Wind hat wieder ein bisschen nachgelassen, aber wir kommen mit über sieben Knoten Fahrt immer noch sehr gut voran, nur bis um drei Uhr schaffen wir das nicht.

    Um fünf nach drei sind wir an der Hafeneinfahrt, rufen den Club Nautico und werden sehr nett empfangen von dem Marinero, der sogar deutsch spricht. Das Büro ist noch bis vier Uhr besetzt, deshalb bittet er mich, gleich mitzukommen, damit wir ordentlich einchecken können. Die “Maje” kündige ich schon an, die sind hinter uns hergefahren, und werden bis 19 Uhr hier sein.

    Klar, San Antonio hat die übliche Hochhäuser-Architektur von Südspanien, aber die Hügel sehen nett aus, die Felsen an der Einfahrt sensationell, und wir freuen uns, auf der Insel zu sein.

  • Am Horizont

    An dem schönen Platz liegt die Eisdiele
    An dem schönen Platz liegt die Eisdiele

    Denia ist ein beliebter Urlaubsspot für deutsche und englische Urlauber. Man spricht sozusagen ” deutsch“, ob beim Bäcker, im Supermarkt, im Hafenbüro und in der Eisdiele. Bei der letztgenannten waren wir gestern Morgen und haben heiße weiße Schokolade, leckeren Cappuccino getrunken und Käsekuchen gegessen. Die stolze Besitzerin des Eiscafés hat bei der Aufnahme der Bestellung sofort gemerkt, dass wir keine Spanier sind (wie denn wohl?!), dafür aber garantiert Deutsche. Sie selbst kommt von der italienischen Amalfiküste, ist mit 17 Jahren mit ihren Eltern nach Offenburg umgezogen und hat nun, in der Mitte des Lebens, noch mal einen Neuanfang gewagt.

    Was macht der Fisch denn da?
    Was macht der Fisch denn da?

    Mit einem schwäbisch- italienischen Akzent und viel Temperament erzählt die Eismacherin, wie sie ihr Lebensweg nach Spanien geführt hat, und dass sie sich hier in Denia pudelwohl fühlt. Es sei nicht immer alles leicht, aber damit hat sie auch nicht gerechnet, und sie ist spürbar glücklich über ihre Entscheidung.Mittlerweile haben wir noch mit anderen “Zugewanderten” sprechen können. Alle betonen, dass sie sehr gerne in Denia leben, nur in den Sommermonaten Juli und August sei es häufig viel zu heiß. Wer kann, flieht dann ins kühlere Deutschland.

    Ibiza in Sicht!
    Ibiza in Sicht!

    Heute haben wir neben dem sehenswerten historischen Zentrum von Denia noch die mittelalterliche Burganlage mit grandiosem Blick übers Meer besucht. Die Steinreste und zahlreichen Turmruinen lassen die giganitschen Abmessungen der ehemaligen Festungsanlage erahnen, Cornelia hat zu guter Letzt noch am fernen östlichen Horizont Ibiza entdeckt. Zwar nur als einen kleinen Fleck, da die Insel mehr als 100 Kilometer entfernt ist, aber doch deutlich sichtbar am Horizont.

    El Castillo de Dénia
    El Castillo de Dénia
    Die Kanonen
    Die Kanonen
    Dieser Tunnel geht unter der Burg durch
    Dieser Tunnel geht unter der Burg durch

    So blau ist der Himmel heute
    So blau ist der Himmel heute

    Für Samstag sagen die einen Wetterfrösche günstige Winde vorher, um nach Ibiza zu segeln, andere, mehr pessimistischere Wetterkundler, prognostizieren Flaute. Wir wollen auf jeden Fall los, ob mit oder ohne Win, daher glauben wir mehr den Optimisten…

    Ein Hotel wirbt bereits mit dem Silvestermenu Ende 2015
    Ein Hotel wirbt bereits mit dem Silvestermenu Ende 2015

    Morgen gibt es es was zu feiern, Jens (der mit dem kleinen Schärenkreuzer) wird 50 Jahre alt, seine Freundin Babara ist für alle überraschend extra zu diesen Anlass aus Berlin eingeflogen und morgen Abend geht es zum Feiern und Livemusik ins Irish Pub. Unser Geschenk für ihn, Entenbrust mit selbstgemachten Semmelknödeln zum Mittagessen, danach das Geschenk der „malwieder“: Kaffee und Kuchen, da werden wir wohl nicht hungern müssen…

    Über einen besonderen Luxus im Yachthafen muss ich doch mal ein paar Worte verlieren. Es gibt eine beheizte Schwimmhalle, die von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends geöffnet ist. Das Wasser ist mit 28 Grad richtig warm und lädt zum ausgiebigen Schwimmen ein. Jeden Tag ziehen wir so unsere Bahnen durch das klare Wasser, sehr wohltuend!

    Der Eintrittspreis ist mit zwei Euro fünzig mehr als moderat. Das Meer mit seinen 14 Grad kann uns noch nicht so richtig locken und muss wohl noch ein paar Wochen auf uns warten.

    Die Aussicht
    Die Aussicht
  • “Deutsche Kolonie”?

    Wo die deutschen Fahnen wehen…
    Wo die deutschen Fahnen wehen…

    Nachdem wir Sonntag Abend im schönen Hafen von Denia unsere Heckleinen an der Pier festgemacht haben und danach noch unser schönes Schiff sozusagen landfein aufgeräumt haben, stand einem opulenten Abendessen mit Ralf und Inge von der “malwieder” im nahegelegenen Restaurant nichts mehr im Wege. Steak, Fisch, Pizza und Hühnchen fanden ihren Weg in unsere leeren Mägen, die Aussicht aufs unendlich weite Meer gab es gratis obendrein. Zum Abschluss tranken wir noch einen Absacker im Cockpit. Unser Leben findet wieder nahezu ganztägig draußen statt und auch abends bleibt es lange warm. In der Nacht wurden wir gegen vier Uhr wach, Martina und Jens von der “Maje “haben neben uns festgemacht. Bedingt durch den allgemein schwachen Wind haben die beiden die 48 Seemeilen in 16 Stunden gesegelt, Hut ab!

    Aller guten Dinge sind normalerweise drei und manchmal eben auch vier, denn morgens um 7.30 Uhr hat Jens mit seinem kleinen Schärenkreuzer „Linda“ den Weg in den Hafen gefunden. Er hat, wegen eines Motorproblems sogar unter Segeln angelegt. Nun spiegeln sich vier Schiffe mit deutscher Flagge im stillen und glatten Hafenwasser. Wind gab es am Montag nicht, die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, und schon um neun Uhr morgens zeigt das Thermometer 22 Grad an.

    Die Bilge, jetzt wieder ganz rein
    Die Bilge, jetzt wieder ganz rein

    Dann war es soweit, wir haben unseren Keller geputzt oder, um es in der Seglersprache zu sagen, die Bilge. Die Bilge ist der tiefste Punkt des Schiffes und besteht aus mehreren kleinen Abteilungen, da hat sich in den letzten Monaten einiges an Staub und Dreck gesammelt. Ansonsten ist so eine Bilge bei einem Kunststoffschiff wie dem unseren glücklicherweise absolut trocken. Das ist aber nicht bei allen Schiffen so und manchmal steht das Kielschwein im Wasser. Und was das Kielschwein ist und macht, erklären wir in der nächsten Folge.

    Siesta espagnola
    Siesta espagnola

    Unser Schiffskeller ist jetzt wieder blitzblank. Um 14 Uhr sind es schon 25 Grad, und bei der Wärme machen wir erst mal eine kleine Siesta, man muss sich ja den Gegebenheiten des Gastlandes anpassen.

    Die Wetterberichte lügen zur Zeit das Blaue vom blauen Himmel, der vorhergesagte Wind bleibt weitestgehend aus, aber wir wollen nicht die ganzen 60 Seemeilen zur Baleareninsel Formentera motoren, wir haben schließlich ein Segelboot. Lieber warten wir noch ein paar Tage in unserer kleinen deutschen Kolonie auf Wind.

    IMG_3130Mit sonnigen Grüßen aus Denia!

  • 1. März 2015, Sonntag, Baro 1020, bedeckt, Wind SW 12-14 Knoten

    Alicante ist die Stadt der Löwenmäulchen. Als ich morgens, leider ohne Foto, mit dem Hund gehe, sehe ich, dass die Straßen gesäumt sind von Beeten mit Löwenmäulchen. Es gibt die rosa Beete, die bunten, die gelben, wunderschön.
    Wir allerdings legen gleich ab, die Stadt heben wir uns für ein andermal auf, denn noch ist der Wind günstig. Um zehn Uhr geht er mal wieder schlafen, dreht auch auf die Nase, also muss der Spi weg und wir motoren mal wieder.

    11:45 Uhr: Der Wind frischt auf und raumt ein kleines bisschen, Volker schläft, aber ich setze trotzdem die Fock und mache den Motor aus, jetzt segelt sie wieder, bei acht Knoten Wind, aus fünfzig Grad von rechts läuft sie locker über fünf Knoten.

    12:30 Uhr: Der Wind wird wieder schwächer, der Motor muss mitschieben.

    IMG_9508IMG_950912:42 Uhr: Wir überqueren den Nullmeridian, d.h wir sind ab jetzt wieder auf der Ostseite der Weltkugel, sozusagen rechts von Greenwich.

     

    IMG_9523 IMG_952216:00 Uhr: So langsam kommt der Wind wieder, wir können wieder segeln, vor allem bei den drei Cabos, die noch vor Denia liegen, frischt er ordentlich auf und wir fahren wieder mit den gewohnten sieben Knoten. Das bleibt so bis kurz vor Denia.
    Bei so entspanntem Segeln habe ich ein paar Fotos geschossen, und Volker hat wieder gefilmt, den Film gibt es hier zu sehen.

     

  • Endlich mal wieder auf See

    28. Februar 2015, Samstag, Baro 1020, sonnig, Wind West um 4 Beaufort
    Als wir am Morgen nach der spontanen Abschiedsfeier mit all den lieben Seglerfreunden aus der ganzen Welt um halb acht Uhr aufstehen, schläft der Wind noch tief und fest. Auch Ralf und Inge sind schon wach und schauen nach den stillstehenden Windmessern. Also jetzt müssen wir noch nicht ablegen, deswegen gehen Ralf und ich erstmal Brot holen. Aber, große Enttäuschung: Unser Lieblingsbäcker hat noch geschlossen! Dabei ist es inzwischen kurz nach acht Uhr! Gut, dann gehen wir eben zu dem Café, das sogar sonntags um acht Uhr öffnet. Aber offensichtlich nicht samstags, denn auch hier stehen wir vor verschlossenen Türen. Wahrscheinlich ist es so, dass die Cartagener freitags gerne ausgehen, da ist abends die Stadt immer voll, dann stehen sie Samstag Morgen einfach nicht so früh auf.
    In dem kleinen Sandwichladen ist das Brot gerade im Ofen, das gibt uns die Gelegenheit, einen Guten-Morgen-Café zu trinken, Ralf macht das ganz gerne auf dem morgendlichen Brötchengang.

    Die “malwieder” legt auch pünktlich un zehn ab, wir machen ihnen die Leinen los, gemeinsam mit Beate und Bernhard von den “Kentipi”. Nach einer Stunde kommt der Anruf: “Hier draußen sind elf Knoten Wind, wir segeln mit dem Blister.” Sofort bricht Hektik aus, ich gehe schnell Strom und Wasser bezahlen, der Hund darf nochmal Pipi machen, ein paar schnelle herzliche Umarmungen, und schon sind die Leinen los. Am Hafenausgang steht Walt von der Lagoon mit der Kamera und dokumentiert das Auslaufen, noch einmal winken, ade Cartagena.

    IMG_9474Der Wind hält, was Ralf versprochen hat, es sind 12 Knoten, und schon bald ist der Spinnaker oben. Die alte Welle lässt das Boot schaukeln, die Sonne scheint, der Rückenwind macht es angenehm warm, Volker sitzt mit kurzen Hosen und einer Kappe gegen die Sonne zufrieden im Heckkorb.
    Auch nach dem Cabo de Palos und den vorgelagerten Islas Hormigas bleibt der Wind, wir müssen nur immer mal schiften, d.h. die Segel auf die andere Schiffsseite stellen, manchmal vertüttelt sich auch so ein Spi dabei, dann muss er runter und neu eingepackt werden. Auf jeden Fall war es der Tag mit den meisten Spi-Manövern unserer bisherigen Reise. Aber die Hexe bringt uns schnell voran, bis zum Abend fahren wir einen Schnitt von 7,5 Knoten.
    Nach sieben Uhr schläft der Wind leider ein, wir müssen die letzten beiden Stunden bis Alicante motoren, und es wird saukalt. Im Hafen von Alicante werden wir von Jens und Martina von der “Maje” und von Jens von der “Linda” empfangen, wir kommen auf einen “Schnack” zu ihnen ins Cockpit, bevor wir müde ins Bett fallen.

  • Frühjahrsputz

    Es gibt Dinge, die schiebt man so lange vor sich hin, bis sie dann doch keinen Aufschub mehr dulden.

    So schön sieht der geschützte Bug aus
    So schön sieht der geschützte Bug aus

    Eines dieser aufgeschobenen Themen ist jetzt abgearbeitet, unser Bug ist endlich mit einer Edelstahlplatte gegen den unliebsamen Kontakt mit dem Anker geschützt. Die ganze Konstruktion sieht besser aus als gedacht, war auch nicht so leicht zu montieren, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Und wenn man(n) schon mal dabei ist und die Arbeitskluft angezogen hat, betet es sich geradezu an, noch mehr angestaute „Dinge“ abzuarbeiten.

    Der große Spiegel im Bad hat aus unerklärlichen Künden beschlossen, sich von seinem Untergrund zu lösen und wir haben ihn mit ultrastarkem doppelseitigen Klebeband erfolgreich wieder angeklebt.

    Edelstahl, frisch poliert
    Edelstahl, frisch poliert

    Das zahlreich an Bord vertretene Edelstahl hat an verschiedenen Stellen trotzige Rostnasen gezeigt, die durch den Kontakt mit Salzwasser leider immer wieder entstehen. Da hilft nur die gute alte Autosol Edelstahlpolitur und entsprechende Muskelkraft beim Polieren. Auch im Boot mussten der Backofen und die anderen Edelstahlteile daran glauben. Jetzt glänzt es wieder in allen Ecken, wenn die Sonne scheint.

    Das macht sie auch die ganzen letzten Tage. Hier ist nämlich buchstäblich der Frühling ausgebrochen. Tagsüber geht es über 20 Grad und auch die Nächte sind längst nicht mehr so kalt, wie in den zurückliegenden Wochen. Die Straßencafés und Kneipen sind sind nicht mehr innen gut gefüllt, das Leben findet wieder draußen statt. Auch in den nächsten Tagen soll das Wetter frühlingshaft warm bleiben. Wir erfreuen uns daran und haben unseren Abfahrtstermin aus Cartagena auf den Samstag gelegt. Bald heißt es wieder Leinen los, neue Ziele wollen entdeckt werden. Heute Abend wollen wir noch die Hafengebühren begleichen und sozusagen aushecken, um dann morgen früh in aller Herrgottsfrühe abzulegen. Die Reise geht weiter, Abschiede stehen an, neue Abenteuer warten auf uns.

    Morgen wollen wir nach Torreveja segeln, eine Reisedistanz von 48 Seemeilen. Für Sonntag oder Montag ist dann der Absprung zu den Balearen geplant. Der Wetterbericht verspricht günstige Winde, die See soll glatt sein, besser geht es nicht.

    A

    Die Spezialisten diskutieren
    Die Spezialisten diskutieren

    ber bevor es losgeht, wollen wir noch ein bisschen beim Thema“ Frühjahrsputz” bleiben. Gestern haben wir von der Hafenverwaltung den Hochdruckreiniger ausgeliehen und mit entsprechendem Wasserdruck und Geduld den eng geriffelten Decksbelag tiefengereinigt. Doch damit nicht genug. Wir haben dann noch die linke Rumpfseite geputzt, poliert und gewachst. Die ganze Hexe glänzt jetzt wie die buchstäbliche Speckschwarte.

    Und um dem noch einen obenauf zu setzen, legt Cornelia heute einen Waschtag ein und wird die großen 8 Kilogramm Waschmaschinen mit unseren Kissen und Decken füllen. Diese Industriewaschmaschinen sind echt praktisch und bieten mit ihrem riesigen Fassungsvermögen auch die Möglichkeit, größere Wäschestücke zu waschen. Ein Waschgang kostet vier Euro, günstig, wie wir finden.

    Die vier Wochen in Cartagena sind schnell vorbeigegangen, wir haben jeden Moment genossen, doch seit ein paar Tagen macht sich auch eine gewisse Unruhe breit, die man sicherlich als Reisefieber deuten kann. Die See ruft!

  • Tue Gutes, und rede drüber

    Die gefallene Schraube
    Die gefallene Schraube

    Heute morgen nach dem Frühstück, das Ralf und Inge mit uns im Cockpit (!) eingenommen haben, findet Ralf doch tatsächlich auf unserem Deck schon wieder eine Schraube! (Wir hatten vor Almerimar schon mal Nieten an Deck gefunden.) Diesmal ist die Schraube etwas größer, keine Ahnung, wie die da hin kommt.

    Als Volker später Ralf noch einmal in den Mast zieht, (das haben wir in Almerimar schon einmal exerziert und Ralf hat keine fehlenden Schrauben gefunden), checkt dieser mit akribischer Genauigkeit jede einzelne Niete an den Salingen (das sind die Querstangen, die den Mast stabilisieren), findet absolut keine fehlende.

    Ralf prüft die Nieten an der Saling
    Ralf prüft die Nieten an der Saling

    Auch bei den größeren Schrauben fehlt keine, aber da fällt Volker ein, dass er davon schon mal eine ersetzt hat. Vielleicht ist die damals fehlende Schraube jetzt erst aus dem Mast gefallen. Sehr rätselhaft, das Ganze!

    Wir lassen uns die Laune nicht verderben, und stärken den Kraxler und den Zieher und natürlich Inge und mich als Bodencrew mit leckerem Apfelkuchen von meinem Lieblingsbäcker.
    Vielen Dank an Ralf und Inge!

    Auch wir wollten behilflich sein und Volker hat für Joy und Walt aus Lake Tahoe die französischen Häfen abtelefoniert, um für die beiden und ihren Katamaran einen Liegeplatz für den Sommer zu ergattern. Das war auch ziemlich erfolgreich, danach mussten nur noch ein paar Mails auf französisch geschrieben werden, da konnte ich helfen, jetzt müssen sie nur noch auf die Antworten warten, die bald kommen sollen.

    Und ich habe heute morgen beim Ticketkauf für Verdis Maskenball, den sich ein paar ausgesuchte Kulturbeflissene aus der Seglergemeinde anschauen wollen, Mei aus Australien getroffen. Sie stand dort an der Kasse, die u.a. zu einer größeren Ticketverkaufsstelle gehört, und versuchte verzweifelt, Karten für die Alhambra zu bekommen, weil das mit ihrer Kreditkarte im Internet nicht funktionierte. Da die Karten aber nur in Granada oder im Internet verkauft werden, habe ich sie mit meiner Kreditkarte gekauft, Mai eine Vollmacht ausgeschrieben, damit sie die Karten in Granada abholen kann, damit hatte auch ich eine gute Tat getan.

    IMG_3043Jetzt brauche ich noch Hilfe von Euch: Leider mussten wir feststellen, dass der Reißverschluss von unserer Vorsegel-Persenning sich langsam verabschiedet, das Einfädeln klappt schon fast gar nicht mehr. Nun ist dieser Reißverschluss so lang wie unser Vorstag, also ca. 16 m, den wollen wir lieber nicht komplett austauschen. Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie wir das beheben können.

    Schon mal im Voraus vielen Dank für Eure Anregungen!

    IMG_3045Tut Gutes, und wir reden drüber!