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  • Adiós Palma

    28.03.2015, Samstag, Baro 1020, sonnig, Wind um Süd, später West, 7-23 Knoten
    Palma de Mallorca 11:10 – Puerto Andratx 16:00 Uhr, ca. 25 sm

    Schweren Herzens reißen wir uns nach vierzehn Tagen in Palma los, bei schönstem Sonnenschein und leichtem Wind kreuzen wir aus der Bucht von Palma heraus, damit wir ein bisschen weiter nach Westen kommen, für den großen Absprung Richtung Barcelona. Mit dem leichten Wind kommen wir heute sicher nur bis Puerto Andratx, vielleicht morgen dann weiter nach Sóller, je nachdem, wie der Wind sich gebärdet.

    Astrid aus der Marina ist sozusagen die gute Seele einiger Segler hier, sie kümmert sich um deren Boote, hält sie sauber, und lüftet, während die Eigner nicht an Bord sind. Vorgestern Abend hat sie uns einen guten Tipp gegeben, sie war nämlich – mitsamt Hund – auf dem Weg zu ihrem Lieblingsitaliener, gleich hier in Santa Catalina. Das hätten wir mal früher wissen müssen, dass man da den Hund mit reinnehmen darf. Wir waren gestern Abend auch dort und haben köstliche Pasta und Pizza gegessen, und mussten uns nicht drum grämen, dass Nico allein an Bord bleibt.

    IMG_3839 IMG_3846Und weil ja Freitag DER Ausgehabend der Spanier ist, sind wir nach dem Essen noch in die Altstadt gegangen, um im English Pub einen „Good Night Drink“ zu nehmen. Wir haben auf dem Weg in die Ausstellung von Rebecca Horn geschaut, in einem wunderschönen Saal waren verschiedene Spiegelobjekte mit Totenköpfen platziert, wer’s mag, und ein großes, sich langsam drehendes Karussell-ähnliches Objekt, das ebenfalls mit Spiegeln operierte.

    13:10 Uhr liegt das Cap de Cala Figuera querab, der Wind dreht mit, sodass wir jetzt nicht schön abfallen können und Spi setzen, sondern es geht weiter mit der Kreuz. Johannes fotografiert alles, und Larissa lernt brav Chemie. Es dauert allerdings nicht mehr lange, dann muss sie damit aufhören, denn der Wind frischt ordentlich auf, geht oft auf über 20 Knoten, und die Wellen werden kabbelig. Da kommt Larissa lieber raus, damit ihr unten nicht schlecht wird. Volker refft zuerst die Fock und dann auch ganz bald das Großsegel, dadurch fühlt es sich wieder angenehmer an. Und weil die Sonne scheint, ist es sowieso eigentlich ganz toll.

    IMG_3849Und immer weiter dreht der Wind, immer kommt er genau aus der Richtung, in die wir wollen, so kreuzen wir die 19 Seemeilen, und es werden sicher über 25, nur unsere Logge (die misst die Fahrt durchs Wasser) hat sich verabschiedet. Als wir im Hafen an kommen, zeigt sie an, dass wir 0,0 Seemeilen zurückgelegt hätten. Was ein Unfug!

    IMG_3851Unter dem Schutz der Felsen werden die Wellen wieder kleiner, und der Wind etwas schwächer, so können wir kurz vor dem Anlaufen der Zielbucht wieder ausreffen, und segeln, immer noch bei strahlendem Sonnenschein, in die Bucht von Andratx hinein. Hier bieten sich spektakuläre Ausblicke auf die Felsen, auf die Häuser darauf und über die gesamte Bucht. Im Hafen werden wir von den Mariners, wie fast immer, nett empfangen, wir haben einen wunderbaren Platz mit Blick auf die Bucht, und stärken uns erst einmal mit einem kleinen Imbiss.

  • Das “Zuhause-Gefühl“

    27.03.2015, Freitag, Baro 1023, sonnig, Wind Nord um 5, Palma de Mallorca

    Nun sind wir schon fast zwei Wochen in Palma, und allmählich kommt wieder das „Zuhause-Gefühl“ auf.

    Auf dem Weg vom Hafen zur Stadt
    Auf dem Weg vom Hafen zur Stadt

    Man erkennt es daran, dass der Weg aus dem Hafen bis zum Park, der am Anfang so lang schien, immer kürzer erscheint, weil er zur Gewohnheit geworden ist, und man dabei an alles Mögliche andere denkt, und nicht daran, wie lange man denn wohl noch braucht, bis man endlich mit dem Hund auf der Wiese ist, oder beim Bäcker, oder in der Markthalle.

    Und man merkt es auch daran, dass die Bäckersfrau mich begrüßt mit: „Olá, como estas hoy día?“ (Wie geht es Dir heute?). Und der mallorquinische Olivenverkäufer weiß, welche Sorte Oliven man bevorzugt. Wenn er mir am Ende des Einkaufs eine Olive für den Weg mitgibt, dann weiß er, dass ich morgens die grünen und nachmittags die schwarzen Oliven mag. Heute Morgen habe ich dann gesagt, dass wir wahrscheinlich bald mit dem Boot wegfahren, und er fragte ganz betroffen, wann wir denn wiederkämen. Er ist sehr stolz auf seine Insel und ihre originalen Produkte, sodass er sich gar nicht vorstellen kann, dass man Mallorca freiwillig verlassen würde. Auch bei dem Obst- und Gemüsestand, wo ich morgens Tomaten oder Mango oder Mandarinen zum Frühstück kaufe, bekomme ich immer eine Erdbeere zum Kosten. Manchmal eine von den kleinen mallorquinischen, die sehen nicht so ansehnlich aus wie die großen gezüchteten Erdbeeren, schmecken aber viel besser.

    Uns gefällt es hier ganz ausgezeichnet. Natürlich ist es noch außerhalb der Saison, obwohl jetzt, zur „Semana Santa“, der Karwoche, viele Besucher erwartet werden. Die Parkplätze im Hafen werden langsam knapp, und viele Bootseigner fliegen ein zum ersten Frühjahrssegeln. Wahrscheinlich muss man die Monate Juli und August meiden, aber in der restlichen Zeit ist die Insel so schön, und es gibt noch sooo viel zu sehen.

    Die Cala Sa Nau
    Die Cala Sa Nau

    Viele Teile der Insel haben wir mit dem Auto erkundet. Wir waren bei Sprühregen in der sonst so idyllischen Cala Sa Nau, haben bei Regen am Ballermann ein Bier in einer hübschen holländischen Kneipe getrunken.

    Brandung in ÜPorto Cristo
    Brandung in Porto Cristo

     In Porto Cristo waren wir vor fast einer Woche, da hatten die Wellen ganz viel Dreck und Algen aus dem Meer auf die Uferpromenade gespült, es sah grauenvoll aus. Eine Gruppe Spanier wurde offensichtlich gerade zu Strandrettern ausgebildet, mit Sofortmaßnahmen und Training auf Surfbrettern und mit Rettungsbojen, um Ertrinkende zu retten. In Santanyi haben wir hervorragend (zumindest ich) einen Mittagsimbiss (Lammstrudel) bei einem deutschen Restaurant  genommen, ebenso Chipirones (kleine Tintenfische) am Paseo Maritimo in Palma und das traditionelle Pa Amb Oli (Brot mit Schinken, Käse, Oliven und eingelegten Algenzweiglein) in Puerto Soller auf der westlichen Inselseite.

    Kacheln, die das Leben der heiligen Catalina zeigen
    Kacheln, die das Leben der heiligen Catalina zeigen
    entzückender Durchblick
    entzückender Durchblick
    wunderschöne Eingänge
    wunderschöne Eingänge

    In Valldemossa haben wir gefroren, obwohl es uns dort so gut gefallen hat, es gibt ganz entzückende kleine Straße, wunderbar dekoriert, mit Kacheln von der heiligen Catalina, die hier geboren ist.

    Der hochgepriesene Mittwochsmarkt in Sineu war leider komplett verregnet und kalt, daher waren wohl auch die traditionellen Stände nicht da. Außer ein paar Unterständen, wo ein Esel, eine Kuh, Hundebabys (Larissa wollte gleich eines mitnehmen), zahlreiche Hühner und Hennen feilgeboten wurden, war der Markt von schwarzafrikanischen Ramschständen dominiert.

    Die Küstenstraße hingegen gehört den Radfahrern. In Pulks oder alleine strampeln sie die Berge hoch, fahren entspannt die Hügel wieder  runter, aber bei den schmalen Straßen ist das Überholen für Autos manchmal schwierig, dann wird die Weiterfahrt etwas langsamer. Dafür hat man von oben grandiose Ausblicke auf das Meer oder die Bucht von Palma.

    Und wenn wir jetzt weiterfahren, gibt es immer noch so viele Sehenswürdigkeiten, die wir nicht besichtigt haben. Wir waren noch nicht in dem Castello auf dem Hügel nahe des Hafens, wir waren auch noch nicht in der berühmten Kathedrale von Palma. Das Museo de Arte Moderna wartet ebenfalls noch auf einen Besuch. Das Gute daran ist, dass das ein hervorragender Anlass ist, wiederzukommen, vielleicht auf dem Rückweg in Richtung Westen.

    Aber ein bisschen wehmütig wird es schon sein, wenn wir Mallorca den Rücken kehren werden…

  • Markttag

    Ein älterer Hinweis auf eine Tankstelle
    Ein älterer Hinweis auf eine Tankstelle

    Mallorca ist so groß und hat so viele Orte, dass praktisch an jedem Arbeitstag irgendwo ein schöner Wochenmarkt stattfindet. Einer der bekannteren Märkte ist wohl der in Sineu, der jeden Mittwoch dort stattfindet und das aus gutem Grund. Sineu ist eine schöne kleine Stadt, mitten im Innselinneren mit einem alten Stadtkern, in dem man sich leicht mal verlaufen kann. Es gibt viele enge verwinkelte Gassen und Wege.

     

     

     

    Die schwarzen Schweine, aus denen die mallorquinische Spezialität "Sobresada" gemacht wird
    Die schwarzen Schweine, aus denen die mallorquinische Spezialität “Sobresada” gemacht wird
    Hennen zum Eierlegen
    Hennen zum Eierlegen
    Hennen zum Eierlegen
    Hennen zum Eierlegen

    Der Wochenmarkt bietet nicht nur die üblichen Gemüse- und Obststände, oder die landestypischen Wurst- und Käseangebote, nein, es gibt auch lebendes Nutzvieh und Haustiere werden feil geboten. Stolze galizische Hähne, Hühner, Küken, Schafe, schwarze Schweine, Esel, Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll, warten auf neue Besitzer.

    Larissa würde auch gerne wieder einen Hund haben…
    Larissa würde auch gerne wieder einen Hund haben…

    Es gibt auch verschiedene spanische Hunderassen.Ob man das mit dem Tierhandel gut findet, ist Geschmacksache, wir stellen uns da sicherlich nicht als Richter hin.

    Ein wunderschöner Seitenaltar aus dem 16. Jahnrhundert
    Ein wunderschöner Seitenaltar aus dem 16. Jahnrhundert
    Der heilige Christophorus, Schutzheiliger der Reisenden
    Der heilige Christophorus, Schutzheiliger der Reisenden

    Nach einem abschließenden Besuch in der gut gefüllten Kirche kehren wir Sineu den Rücken und machen uns auf den Rückweg nach Palma. Es regnet weiterhin, kühle acht Grad und ein stürmischer Wind laden nicht zu längerem Verweilen im Freien ein.

    Manu et Nino sind sehr goldig
    Manu et Nino sind sehr goldig

    Wir machen noch einen Stopp im Carrefour-Supermarkt und bunkern bestes Rindfleisch und Spezialitäten aus der Fischabteilung für die Grillsession mit unseren befreundeten jungen französischen Liegeplatznachbarn.

    Den Nachmittag gestaltet jeder, wie er will, Cornelia arbeitet ein bisschen, Larissa lernt für die Chemieklausur, Johannes unterstützt sie dabei und ich schlaf einfach zwei Stündchen.
    Heute Abend haben wir mal ganz ausführlich mit Ralf und Inge von der “malwieder” geschnackt. In Alicante, ihrem altuellen Standort, sind es zur Zeit muggelige 18 Grad und am Wochenende soll die Temperatur dort schon auf 26 Grad hochschnellen. Da werden wir hier im Eishaus schon ein bisschen neidisch. Aber die Heizung läuft, die Stimmung an Bord ist gut und die Aussichten aufs wärmere Wochenende machen Hoffnung.

    uninspiriert
    uninspiriert
    Kein Wunder, dass die so mürrisch schauen, bei der Aussicht
    Kein Wunder, dass die so mürrisch schauen, bei der Aussicht
    Fürs Foto, geht doch!
    Fürs Foto, geht doch!

    Bevor ich es vergesse, wir waren gestern am Ballermann, sind durch die Schinkenstraße promeniert, haben einen Blick in den “Bierkönig” geworfen, relativ schlechte Schnitzel gegessen und ansonsten die noch gähnende Leere dieser Partymeile bestaunt. Aber auch dort ist der Blick über das Meer und die Bucht von Palma wunderschön. Jeder bekommt, was er braucht, eben…

    Der Bierkönig aus der Schinkenstraße, heute leider leer…
    Der Bierkönig aus der Schinkenstraße, heute leider leer…
    Sieht schön aus, war aber leider zäh
    Sieht schön aus, war aber leider zäh
  • Sand aus der Sahara…

    hat der Regen mit sich gebracht. Auf allen Schiffen ist eine unansehnliche braun- sandige Staubschicht. Die Bootseigner, die einen Reinigungsvertrag mit einem der zahlreichen maritimen Dienstleister vor Ort haben, werden alsbald wieder saubere Schiffe vorfinden. Dafür sorgen im Hafen zahlreiche fleißige Hände, die unermüdlich die Schiffe auf Hochglanz halten, sprich reinigen und polieren. Kein leichter Job, aber alle, die wir getroffen haben, wirken entspannt und sind immer zu einem kleinen Plausch aufgelegt. Jetzt, so kurz vor Ostern, wird an zahlreichen Schiffen rumgewerkelt, damit dem erfolgreichen Start in die Segelsaison 2015 an Ostern nichts mehr im Wege steht. Motoren werden gewartet, Segel angeschlagen, Schiffe aus dem Wasser gekrant und mit einem neuen Unterwasseranstrich versehen, zusätzliche Ausrüstung wird montiert. So viele Dienstleister im Yachtsektor wie hier haben wir noch nirgends gesehen. Vielleicht liegt das u.a. daran, dass die meisten Bootseigner einige Flugstunden entfernt von ihrem schwimmenden Untersatz leben. Wenn sie für ein paar kostbare Ferientage auf die Insel kommen, bleibt eben keine Zeit mehr, um am Schiff rumzuschrauben und zu putzen. So gibt es hier einige Arbeitsplätze mehr, und die Bootskonjunktur brummt.

    Doch ansonsten herrscht auf Mallorca noch die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, auch wenn es der Touristenansturm ist. Gestern, bei unser sonntäglichen kleinen Inselrundfahrt, war von Massentourismus nocht nichts zu spüren, eher das Gegenteil war der Fall. Die Orte im Inselinneren wirkten wie ausgestorben.
    Nur die zahlreichen Radrennfahrer haben allerorten ihre Beinmuskeln gestählt und ihre Trainigskilometer abgespult. Mallorca gilt als Fahrradmekka für die sportlicheren Anhänger dieser Fortbewegungsart. Auch einige Rennställe aus dem Profisport, die bei der Tour de France mitradeln, trainieren auf den mallorquinischen Straßen auf dieses Großereignis hin. Wir haben bei unserer Ausfahrt bewusst die kleinen engen Landstraßen ausgesucht und sind abseits der Hauptverkehrswege über die Insel gefahren. Vorbei an Feldern, voll mit blühemden Margariten, vorbei an Bauernhöfen mit freilebenden Schweinen oder Schafen, durch historische Ortskerne, bis hin zu kleinen Fischerorten.
    Larissa und Johannes sind wohlbehalten in Palma angekommen. Nach einem ersten Rundgang durch die Altstadt und einer an Bord gekochten Paella, sind beide müde und frühzeitig ins Bett gefallen. Der Anreisetag war lang. Die nächsten beiden Tage soll der Himmel seine Schleusen öffnen, hoffentlich diesmal ohne Saharastaub. Danach sieht es so aus, als ob eine längerfristige Wetterberuhigung mit Temperaturanstieg den Frühling einläutet. Wird auch Zeit jetzt!

  • Hinzukommen ist eins…

    imagezurückzukommen, in unserem Fall zum Festland, ist das andere. Nahezu genau nördlich von Mallorca liegt in ca. 110 Seemeilen Entfernung Barcelona, oder um noch präziser zu sein, San Filu de Guixols. Ist eigentlich keine allzu große Entfernung für uns, für unser schnelles Schiff, auch nicht für den Hund. 110 Seemeilen können aber sehr lang werden, wenn der Wind genau aus der Zielrichtung kommt, denn dann muss gekreuzt werden. Das ist bei der ruppig-kurzen Mittelmeerwelle und entsprechend viel Wind zwar machbar, aber sehr unangenehm. Zumal es alles andere als warm ist und bei Gegenwind sich das Ganze noch viel kühler anfühlt.

    imageGeplant war, im Laufe der nächsten Woche, mit Larissa und Johannes als Verstärkung an Bord, nach Barcelona zu segeln, die Ostertage dort mit Allegra und Leonard zu verbringen und dann flux bis  in die Gegend von Toulon weiterzuschippern. Im Moment ist die vorherschende Windrichtung aber dauerhaft Nord. Ab der nächsten Woche soll sogar der berühmt-berüchtigte Mistral von der Rhonemündung aus wehen und das Mittelmeer zwischen Frankreich und Mallorca kräftig aufwühlen. Damit der Mistral entstehen kann, dafür ist ein Hochdruckgebiet über Westeuropa und ein Tiefdruckgebiet über Italien, häufig mit Kerntief über Genua, verantwortlich. Beide Druckgebiete stoßen im Rhonetal, genauer gesagt zwischen den Cevennen und den Alpen aufeinander, es entsteht ein kalter Nord-Nordwestwind, der Sturmstärke erreichen kann und meistens auch länger andauert.

    imageWir sind sehr gespannt, wie sich die weitere Wetterlage entwickeln wird und verfolgen die Wettervorhersagen aufmerksam. Wenn es ein Wetterfenster in der nächsten gibt, wollen wir es nutzen. Eventuell werden wir schon bald nach Soller aufbrechen, das ist der Hafen der Insel, der Barcelona am nächsten liegt. Andererseits gibt es schlechtere Orte als Mallorca zum Abwarten, und bis dahin genießen wir diese schöne Insel in vollen Zügen.

  • Klappe (auf?), die vierte

    Hier blühen erst die Mandelbäume
    Hier blühen erst die Mandelbäume

    Palma de Mallorca muss man echt gesehen haben, diese Inselstadt zu beschreiben, fällt nicht ganz so leicht. Wir wissen jetzt, dass Mallorca seit ca. 7000 Jahren besiedelt ist, und das alle ” Verdächtigen“, damit meine ich die alten Griechen, die Wikinger, die Cartager, die Vandalen, die Römer, die Phönizier, die Franken, die Engländer sowie natürlich das Königshaus von Aragon schon mal hier waren.

    Aragon

    (Von dem haben sie übrigens die Flagge, die Balearen haben eine eigene Flagge mit vielen gelb-roten Streifen, wie Aragon).Flagge_Balearen

    Aber egal wie, wir können mittlerweile alle gut verstehen, warum das so war. Mallorca ist einfach sehenswert und Palma ist einzigartig.

    Ein schöner Platz im historischen Zentrum von Mallorca
    Ein schöner Platz im Zentrum von Mallorca
    Herr und Hund im Torbogen
    Herr und Hund im Torbogen
    Faszinator, en masse
    Faszinator, en masse

    Es ist der passende Mix aus Historie mit den alten Monumentalbauten, moderner Architektur, spektakulären Landschaften mit hohen Bergen, Schluchten und Buchten, das Meer mit allen erdenklichen Assoziationen, aber auch, und das ist ganz wichtig, die vorherrschende gelassene, beschwingte Art der hier lebenden Menschen in der Stadt.

    Der Eingang der Kirche St. Eulalia
    Der Eingang der Kirche St. Eulalia

    Kurz gesagt, die Insel versprüht einen Charme, eine Freude. Die Freude hat auch uns gepackt und so gehen wir, oder, besser gesagt, so bummeln wir jeden Tag stundenlang durch die Altstadt, durch das nahegelegene Viertel Santa Catalina, am endlos langen Meeresboulevard, entlang der zahlreichen Yachthäfen. Abends rappeln wir uns auf, statt faul auf dem Sofa zu liegen, und stürzen uns in das bunte Nachtleben.

    Den Baum und seine Wurzeln kümmern doch keine Einfassungen
    Den Baum und seine Wurzeln kümmern doch keine Einfassungen

    Vor zwei Tagen  hat mich abends wieder mal der gleiche Backenzahn wie beim Skifahren und in Almerimar auf Trapp gehalten. Der ist nämlich genau von unten nach oben durchgerissen und das innere abgesplitterte Stück hat in meinem Mundraum hineingeragt, mehr als unangenehm.

    Das Gericht
    Das Gericht
    Der Seitenflügel vom Gericht
    Der Seitenflügel vom Gericht
    Noch ein schönes Stadthaus
    Noch ein schönes Stadthaus
    Ein ganz altmodischer Frisör mit Rasierutensilien
    Ein ganz altmodischer Frisör mit Rasierutensilien

    Die Osterdeko steht schon bei den Chocolatiers im Fenster
    Die Osterdeko steht schon bei den Chocolatiers im Fenster
    So schön kann ein Eissalon aussehen
    So schön kann ein Eissalon aussehen

    Man kann die Schaltkästen auch an Bäumen anbringen
    Man kann die Schaltkästen auch an Bäumen anbringen

    Gestern Morgen haben wir dann erst mal das worldwideweb bemüht und einen lokalen Zahnarzt rausgesucht und kontaktiert. Und was für ein Glück, der sprach deutsch, hatte Zeit und war gerade mal zehn Gehminuten vom Hafen entfernt. Der Zahnarzt scheint ein Meister seines Fachs zu sein und hat, nach Röntgenbild und ausführlicher Untersuchung, ganz einfach das abgesplitterte Stück mit seinem Werkzeug rausgebrochen, die Ränder glattgeschliffen und mich mit der Empfehlung entlassen, den Rest bei Gelegenheit überkronen zu lassen. Darüber bin ich ein bißchen erleichtert, weil ich gedacht habe, dass zukünftig eine unschöne Zahnlücke mein Kauwerk schmücken würde.

    IMG_3646 IMG_3639Daraufhin sind wir spät abends doch noch losgezogen (statt faul auf dem Sofa zu liegen), und haben in einem historischen Herrschaftshaus, mit riesigem Kamin, alten Gemälden, angeschlossenem Museum und ganz viel Charme, einen Stop für ein Getränk eingelegt, dessen Preis allerdings offensichtlich für den Erhalt des Herrenhauses dienen sollte.
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    Danach ging es noch in kleines Altstadt-Pub, Nico durfte überall mit rein ( geht doch!) und bald war der Zahn vergessen. Seit heute haben wir wieder ein Leihauto, um das Inselinnere zu erkunden. Vor einigen Jahren waren wir schon mal für eine Woche Urlaub auf Malle, sind viel rumgefahren, haben viel besichtigt und gesehen, aber es gibt noch weiße Stellen auf der Insellandkarte die noch erkundet werden wollen.

    Noch ein Satz zum Wetter, jeder, der hier lebt und mit dem wir sprechen, sagt, dass der letzte Winter mit Abstand der kälteste gewesen wäre, den er oder sie erlebt hat, und dass dieses Frühjahr dem kalten Winter in nichts nachsteht. Es ist meistens bewölkt, windig und kühl und über die Vorhersage wollen wir gar nicht schreiben. Das geht noch viel besser…

  • St. Patrick’s Day

    Also, hier und in England und vielleicht in Frankfurt und anderswo scheint St. Patrick’s ein irischer Feiertag zu sein.

    St. Patrick's mit Hut
    St. Patrick’s mit Hut

    In Mallorca ist es auf jeden Fall ein Spaß. Rechtzeitig um neun kommen wir in dem Irish Pub an, da sind schon ganz viele gut gelaunte Menschen, um 21:00 Uhr soll es losgehen mit der Life-Music, um halb elf fangen sie an. Aber es macht Spaß. Bei uns stehen vier spanische Frauen, die ihrerseits Spaß haben wollen, echt coole Mädels, ich würde schätzen, sie sind zwischen fünfunddreißig und fünfzig Jahren alt, alle attraktiv und nett. Am gleichen Tisch steht ein etwas verklemmt wirkender Mann, der aber durchaus versucht, seine Chancen bei den Damen zu versuchen.

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    Endlich, nach zehn Uhr, beginnen die balearischen Iren mit Musik und Tanz, daran können wir uns auch dank St. Patricks Hut erfreuen. Eine Lady mischt den speziellen Drink aus Sambuca (oder Brandy), Kaffeebohnen, Zucker und Limonen, bis die Jungs genug gesungen haben, und signalisieren, dass sie jetzt zur flüssigen Nahrungsaufnahme bereit sind…

    Und der Drink war so lecker, dass wir nicht widerstehen konnten, aber wir sind noch immer seriös nach Hause gekommen, natürlich nicht, ohne auf der Straße ein bisschen Blödsinn zu machen….

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  • Ständiges auf und ab – zum Schmunzeln

    Segelsport, besonders die zweite Worthälfte mit dem Sport, kann oder sollte man nicht immer ganz so ernst nehmen :-)). Viele Fahrtensegler essen beim Segeln besonders gern und viel, denn, ganz klar, die Seeluft ist appetitanregend und die ständige Bootsbewegung muss mit entsprechender Haltung- und Körperspannung ausgeglichen werden. An dieser Stelle sollte aber langsam ein Lächeln auf die Lippen treten. Denn meistens sitzt der Fahrtensegler, und um den geht es hier doch. Der Autopilot steuert die stolze Yacht, weht der Wind konstant, werden die Segel nur einmal passend eingestellt, nur die Schiffsbewegung muss – wie oben beschrieben – ausgeglichen werden.

    Blöderweise sehen die Wellen auf Fotos immer ganz harmlos aus
    Blöderweise sehen die Wellen auf Fotos immer ganz harmlos aus

    Bei viel Wind von vorne  und damit einhergehender Schräglage kann das Ganze auch schon mal in eine vorübergehende sportliche Anstrengung ausarten. Der Profisegler hingegen, der sein Schiff den ganzen Tag vorantreibt, die Segel über die Winschen ständig optimal zum Wind einstellt, viel selbst steuert, damit auch noch die letzten Zehntelknoten aus dem Boot herausgeholt werden, der alles, was schwer ist, an Bord ständig gewichtsoptimal umlagert (z.B Segel, Werkzeug, etc.), der Segeln wirklich als Sport betreibt, dieser Segeltypus muss schon genügend Kalorien zu sich nehmen, um nicht vom Stengel zu fallen, man spricht von einem Verbrauch beim Profi-Segler von bis zu 5500 Kalorien täglich.

    Hier hat man noch Schutz vor den Wellen
    Hier hat man noch Schutz vor den Wellen

    Aber trotz allem, so ein Schiff bewegt sich reichlich, egal, ob mit dem Wind von hinten oder von vorne, und diese Bewegung beeinflusst den sportlichen und den passiven Segler. Nehmen wir mal als Beispiel unsere über neun-stündige Fahrt von Ibiza nach Mallorca. In den Tagen vor unserer Abreise hat es kräftig aus Nord geweht, und eine entsprechende Welle aus der gleichen Richtung aufgebaut. Nach der kurzen Zeit im Schutz der Insel Ibiza trafen wir auf eine ungeschützte See, wo sich draußen eine ca. zwei bis drei Meter hohe Welle gebildet hatte. Die Wellenfolge oder Wellenperiode (die Zeit von einem Wellenkamm bis zum nächsten Wellenkamm) betrug kurze vier Sekunden.

    Das heißt, dass unser Schiff durch die Welle innerhalb von vier Sekunden zwei Meter angehoben und auch wieder abgesenkt wurde. In der Minute sind das 15 Auf- und Abbewegungen mit rund 60 “Höhenmetern”. In der Stunde kommen wir dann schon auf 1.800 Hoch-und-runter-Bewegungen mit 3.600 Metern.

    Und ab hier wird es auch wieder ruhiger
    Und ab hier wird es auch wieder ruhiger

    Wir wollen aus gegebenem Anlass nochmals darauf hinweisen, dass wir insgesamt neun Sunden nach Palma gesegelt sind, d.h. inklusive An- und Ablegen. Also ziehen wir an der Stelle einfach anderthalb Stunden für die An- und Ablegezeiten, sowie für die Bucht von Palma ab, nicht dass es heißt, wir spinnen zuviel Seemannsgarn.

    Wenn wir jetzt die 1.800 Schiffsbewegungen (s.o.) mit den 7,5 Stunden multiplizieren, kommen wir auf die fantastische Summe von 13.500 Hoch-und-runter-Bewegungen unserer segelnden Hexe, multipliziert mit zwei Metern Welle, oder umgerechnet 27.000 „Höhenmeter“. 27.000 „Höhenmehrmeter” ohne Sauerstoffflasche, aber mit “3 f” wohlgemerkt. Jetzt behaupte mal einer noch, Fahrtensegeln sei kein (Hoch)-Leistungssport.

    IMG_9604Da müssen wir jetzt erst mal noch ‘ne Tüte Chips aufmachen und ein paar Cola-Rum trinken. Denn die Seefahrt ist ja bekanntlich nah an den Alkohol gekoppelt, aber das ist eine andere Geschichte, Prost!

  • Rock ‘n’ Roll

    Rock ‘n’ Roll

    14.03.2015, Samstag, Baro 1019, bedeckt, kühl, Wind N um 5 Beaufort

    Um 06:30 Uhr klingelt der Wecker, wir wollen früh los, um die 65 Seemeilen nach Palma de Mallorca zu segeln. Es nieselt leicht, hört aber gleich wieder auf und am östlichen Horizont zeigt sich das erste Licht. In der Abdeckung der Küste ist der Wind noch eher schwach, aber nachdem wir uns durch die paar steinigen Inseln

    Das nördliche Ende von Ibiza
    Das nördliche Ende von Ibiza

    durchmanövriert haben, frischt er auf gute 16 Knoten auf.

    Bald haben wir auch schon die Fock ein bisschen verkleinert, und noch bietet Ibiza uns Schutz vor den Wellen. Dabei legt sich die Hexe schön auf die Seite und jeder Gang nach unten, in die Kabine, oder nach oben ins Cockpit gerät zu einer Kletterpartie.

    Nico in den Kissen: Nichts sehen, nichts hören
    Nico in den Kissen: Nichts sehen, nichts hören

    Wenn wir gleich aus der Abdeckunig der Insel raus sind, wird das noch wackeliger werden. Nico verkriecht sich in ein paar Kissenberge auf dem Sofa, schön auf der Leeseite, da liegt er und schmollt. So zu segeln, ist nicht seine Sache, er hat lieber die Vorwindkurse bei Sonnenschein, wer nicht?

    Rock 'n' Roll
    Rock ‘n’ Roll

    Volker jedoch sitzt am Rad und genießt. Zwar hat er sich dick in sein wames Ölzeug gemummelt, und auch noch einige warme Funktionswäsche darunter, aber er ruft der Hexe immer wieder ein fröhliches “Rock ‘n’ Roll” zu.
    In der Ferne sieht man schon die Berge von Mallorca und nach zehn Uhr soll der Wind ein bisschen nachlassen und weiter westlich drehen, dann müssten wir schneller werden, und vielleicht wird es ja auch ein bisschen weniger schaukelig.

    Um 08:30 Uhr nimmt der Wind aber erstmal zu, aus den 17-18 Knoten werden schnell über 20, dann über 25, wir binden das erste Reff ins Großsegel. Laut Wetterbericht liegt die Spitze der Windgeschwindigkeit zwischen 09:00 und 10:00 Uhr, das stimmt auch, denn der Wind nimmt immer weiter zu, um 09:15 binden wir das zweite Reff ins Großsegel. Ich hole Nico raus, dem ist offensichtlich schlecht, er leckt sich andauernd die Schnauze.

    Volker turnt auf dem Vorschiff herum
    Volker turnt auf dem Vorschiff herum

    Um kurz vor zehn sagt Volker am Steuer: “Ich kann sie (die Hexe) nicht mehr halten, das Großsegel muss runter.” Ich lasse die Leine fallen, Volker geht in der üblichen halsbrecherischen Aktion nach vorne, um das Großfall abzuschäkeln, damit es den Baum hinten stabilisiert bei all der Schaukelei, und bindet noch zwei Leinen um das schlackernde Tuch. Jetzt können wir zwar nicht mehr soviel Höhe gegen den Wind fahren, aber das Boot bewegt sich wieder etwas kontrollierter. Inzwischen haben wir deutlich über 30 Knoten Wind, und das nicht nur in Böen. Volker kommt mal kurz nach unten, um sich aufzuwärmen, der Hund ist auch schon wieder im Salon, aber wechselt dauernd zwischen Sofa und Boden, weil ihm das Ganze nicht wirklich geheuer ist.

    Alles fliegt auf den Boden
    Alles fliegt auf den Boden

    Ab und zu bricht eine Welle und schickt eine Ladung weißes Wasser über das Boot, aber wir haben alle Schotten dicht, und beobachten das Leben draußen über den Bildschirm, wo wir Windrichtung und -speed ablesen, unseren eigenen Kurs und die Geschwindigkeit sehen, und mit der Fernbedienung den Autopilot ändern können.

    Punkt zwölf Uhr lässt der Wind etwas nach, wir setzen wieder das Großsegel im zweiten Reff, das lässt die Hexe gleich wieder auf eine ordentliche Geschwindigkeit von über sieben Knoten klettern. Zwanzig Minuten später wird das Vorsegel ausgerefft, 13:00 Uhr bleibt nur noch Reff 1 im Groß. 13:15 Uhr reffen wir die Fock wieder ein bisschen ein, zehn Minuten später refft Volker sie wieder aus.

    Um 14:00 Uhr kommt auch das letzte Reff aus dem Großsegel, wir haben nur noch ideale 11-12 Knoten Wind. Die Wellen sind deutlich angenehmer geworden, kommen auch nicht mehr über, und schaukeln das Boot nur noch sanft.

    So unterschiedlich ist Seglers Leben: Gerade eben gab es noch so viel zu tun, dass ich gar nicht mehr hinterher kam mit dem Aufschreiben, jetzt geht es ruhig zu, ich konnte ein Brot aufbacken, und wir haben einen kleinen Imbiss gegessen. Und gleich gibt es eine Tasse heißen Kaffee oder Karamell-Kaffee mit viel Milch, ganz nach Geschmack.

    Kaum ist das Wasser gekocht, gibt es wieder Action: Der Wind macht Heia! Vorsegel wegdrehen, Großsegel dichtholen, gleichzeitig Motor an. Volker flucht, das kann er gar nicht leiden! Denn noch steht hier die alte Welle und lässt die Hexe – mal wieder – schaukeln. Ich übernehme auf Deck, Volker will sich hinlegen, da kommt der Wind wieder, zwar nur leicht und achterlich, aber das können wir segeln. Also Bullenstander gesetzt, damit das Großsegel nicht ungeplant umschlagen und jemanden verletzen kann, Fock wieder ausgerollt. Mittlerweile ist der Kaffee fast kalt, nein, gar nicht wahr, er wärmt noch schön, und kaum frischt der Wind ein bisschen auf, schon läuft sie wieder los, die kleine Rennhexe.

    Die Windmühlen am Hafen von Palma
    Die Windmühlen am Hafen von Palma

    15:35 Uhr: Das Cap de Cala Figuera, der Eingang zur Bucht von Palma de Mallorca, wird passiert, jetzt noch acht Seemeilen lang 42 Grad, fast halber Wind und daher schnell bis Palma, eine wunderschöne Bucht. Wir sind müde, waschen noch das Salz von allen möglichen Gegenständen ab, checken ein, super Service hier, großartige Marina, Spaghetti bolognese und bald ins Bett.

  • Plötzlicher Abschied

    Gestern haben wir Formentera per Pedes erkundigt, nicht so ausführlich, wie wir das gedacht haben, mit dem festen Vorsatz jedoch, für heute ein Auto zu leihen. Aber manchmal ist es, wie ist und kommt ganz anders als gedacht.

    Jetzt machen wir einen Zeitsprung zurück, um etwas präziser zu werden, mitten ins 16 Jahrhundert hinein. Der Ort der Handlung, Formentera, ist derselbe. Von der marokkanischen Küste aus segeln Korsaren mit ihren schnellen wendigen Schiffen zur spanischen Küste hin. Sie morden, rauben, erpressen, entführen, brandschatzen, an Land und zu Wasser, normale Piratentätigkeit eben. kein Ort an der spanischen Küste ist mehr sicher vor diesen Seeräubern. Mit der Gegenwehr ist das so eine Sache, sie wäre möglich, wenn man schnelle Schiffe mit guten Seglern und wenn es sein muss, mit willigen Ruderern hätte. Aber Sklaven als Ruderer haben es verständlicherweise nicht so eilig wie rudernde Piraten und so währte die Piraterei nahezu 200 Jahre im schönen Mittelmeer. Was heute davon noch allerorten zu sehen ist, sind Meldetürme, die an der Küste stehen und auf denen, bei einem drohenden Überfall durch die Freibeuter, ein Feuer zur Alarmierung angezündet wurde. Jetzt noch mal zurück zu Formentera, diese kleine Insel war während der Piratenzeit für 200 Jahre entvölkert, keiner wollte ohne entsprechenden Schutz und Sicherheit mehr dort leben.

    Ein Paar der berühmten Freibeuter werden hier aus wichtigem Grund namentlich erwähnt, nämlich die Gebrüder Murad Reis und Turgut Reis. Der Leser, der Cornelia kennt, weiß, dass ihr Mädchenname Reis ist und soeben hat sie wieder das Kopftuch und die Augenklappe angelegt… 🙂
    Jetzt drehen wir das Rad der Zeit wieder ein wenig nach vorne, und sind im Hier und Jetzt, ohne die Vergangenheit zu vergessen. Meiner Meinung nach ist es absolut wichtig, im Mittelmeer mit einem Schiff unterwegs zu sein, das auch bei wenig Wind schon los segelt, ebenso wie es die kleinen Galeeren und Galeonen der Kosaren vorgemacht haben, denn willige Ruderer für große Schiffe sind auch heute eher selten. Und welcher echte Segler will schon ständig wegen der im Mittelmeer häufig schwachen Winde mit dem lärmenden Dieselmotor unterwegs sein?

    Leichte Winde haben auch heute unsere Segel gebläht und unsere Hexe – früher als geplant – wieder auf die See hinaus geschoben. Die Wettervorhersage verspricht in der nächsten Woche äußerst ungünstige Winde, um nach Mallorca zu segeln. Deswegen wollen wir die positive Windprognose für Samstag nutzen. Freitag auf Samstag Nacht verbringen wir noch in Santa Eulalia auf Ibiza. Ab Samstag früh werden wir die 65 Seemeilen bis nach Mallorca in Angriff nehmen. Wir wünschen allen LeserInnen von hier aus ein schönes und erholsames Wochenende!