Kategorie: Uncategorized

  • Am Strand

    Den gestrigen Tag haben wir nicht, wie sonst üblich, mit Frühstück und dem einen oder anderen Schnack mit den Nachbarn begonnen, wir haben uns gleich darangemacht, die To-Do-Liste abzuarbeiten. Vorgestern ist beim Segeln eine Edelstahlschraube gebrochen und in der Folge ist ein Beschlag aus dem Deck ausgerissen. Beim Reparaturversuch sind uns drei Edelstahlbohrer abgebrochen, was nicht gerade zur Stimmmungserheiterung beigetragen hat. Aber nach eingen Versuchen, saß die kurzfristig entheimatete Fockleitöse wieder an ihrem angestammten Platz. Neue Edelstahlschrauben und reichlich Epoxid werden hoffentlich dafür sorgen, dass die Leitöse dauerhaft dort bleibt. Mit dem überschüssigen angemischten Epoxid haben wir auf unserem und den Nachbarsbooten die eine oder andere lose Schraube dauerhaft befestigt.

    Ab und an, zufällig gerne auch mal sonntags, haben wir mittags einen Riesenhunger, Bärenhunger wäre das treffendere Wort. Da reicht kein Sandwich oder Obst, es muss was Handfestes Warmes her. Gestern war so ein Tag, wir haben unsereGemüsevorräte geplündert und ein leckeres Gemüserisotto gekocht, fein abgeschmeckt mit Brühe, Olivenöl und einem Schuss Limoncello. Und damit wir die volle Pfanne nicht alleine leeressen müssen, hatten wir noch tatkräftige Unterstützung von Martina und Jens angefordert. Das Risotto war dann auch sooooooo lecker!
    Wir wissen nicht wer, aber irgendwer hatte die super Idee, den Nachmittag am Strand zu verbringen, mit Grillen und anschließendem Lagerfeuer. Der Blick zur Hafeneinfahrt über die Bucht und auf die untergehende Sonne war schon richtig gut. Kleine brechende Wellen am endlos langen Strand bildeten die akustische Untermalung zu dem fast schon kitschigen Ambiente – Postkartenidylle pur. Die Kinder, die Erwachsenen und auch Nico hatten ihren Spaß an diesem kleinen Strandausflug. Danach sind Cornelia und ich noch zur Saxophon-Livemusik ins Irish Pub und schon war auch dieser Sonntag vorbei.
    Morgen kommen Allegra und Leonard nach Faro geflogen, wo wir sie mit dem Leihauto abholen werden. Beide bleiben ein Woche hier, eigentlich war angedacht, dass wir hier gemeinsam rumsegeln und ein paar neue Häfen und Ankerbuchten erkunden. Leider wird das Wetter nicht mitspielen, Sturm, hohe Wellen und Starkregen stehen auf dem Programm. Ein Sturmtief über dem Atlantik wirbelt alles durcheinander und bleibt ein paar Tage stationär. Ab acht vorhergesagten Windstärken dürfen wir auch nicht mehr auslaufen, sonst würden wir unseren Versicherungsschutz verlieren. Wenn uns Starkwind draußen unverhofft trifft, ist das kein Problem, die Vorhersage ist der Kernpunkt in den Versicherungsbedingungen!
    Wir bleiben noch einige Tage hier in Lagos liegen, die Stadt ist schön, das Livemusikangebot ist super und wir haben soooooooo nette Segelfreunde hier am Steg.
    Der Hafen selbst ist absolut schwellfrei und bietet guten Schutz bei Sturm und Unwetter und ist garantiert frostfrei ;-)) Ein guter Platz zum Abwettern und zum Bleiben.
    Anfang Dezember wollen wir dann mit großen Schritten ins Mittelmeer segeln und dort das diesjährige Weihnachtsfest mit unseren Kindern feiern. Portugal rüstet auch schon auf für das anstehende Weihnachtsfest, entsprechende Straßenbeleuchtung, meist künstliche Tannenbäume, weihnachtlich dekorierte Geschäfte wollen für die entsprechende Stimmung sorgen. Bei 20 Grad Tagestemperatur kommt zumindest bei uns noch keine besinnliche vorweihnachtliche Stimmung auf.
    Also eher Cocktail statt Glühwein und Shorts statt langen Baumwollunterhosen.

    gestrigen Tag haben wir nicht, wie sonst üblich, mit Frühstück und dem einen oder anderen Schnack mit den Nachbarn begonnen, wir haben uns gleich darangemacht, die To-Do-Liste abzuarbeiten. Vorgestern ist beim Segeln eine Edelstahlschraube gebrochen und in der Folge ist ein Beschlag aus dem Deck ausgerissen. Beim Reparaturversuch sind uns drei Edelstahlbohrer abgebrochen, was nicht gerade zur Stimmmungserheiterung beigetragen hat. Aber nach eingen Versuchen, saß die kurzfristig entheimatete Fockleitöse wieder an ihrem angestammten Platz. Neue Edelstahlschrauben und reichlich Epoxid werden hoffentlich dafür sorgen, dass die Leitöse dauerhaft dort bleibt. Mit dem überschüssigen angemischten Epoxid haben wir auf unserem und den Nachbarsbooten die eine oder andere lose Schraube dauerhaft befestigt.
    Ab und an, zufällig gerne auch mal sonntags, haben wir mittags einen Riesenhunger, Bärenhunger wäre das treffendere Wort. Da reicht kein Sandwich oder Obst, es muss was Handfestes Warmes her. Gestern war so ein Tag, wir haben unsereGemüsevorräte geplündert und ein leckeres Gemüserisotto gekocht, fein abgeschmeckt mit Brühe, Olivenöl und einem Schuss Limoncello. Und damit wir die volle Pfanne nicht alleine leeressen müssen, hatten wir noch tatkräftige Unterstützung von Martina und Jens angefordert. Das Risotto war dann auch sooooooo lecker!
    Wir wissen nicht wer, aber irgendwer hatte die super Idee, den Nachmittag am Strand zu verbringen, mit Grillen und anschließendem Lagerfeuer. Der Blick zur Hafeneinfahrt über die Bucht und auf die untergehende Sonne war schon richtig gut. Kleine brechende Wellen am endlos langen Strand bildeten die akustische Untermalung zu dem fast schon kitschigen Ambiente – Postkartenidylle pur. Die Kinder, die Erwachsenen und auch Nico hatten ihren Spaß an diesem kleinen Strandausflug. Danach sind Cornelia und ich noch zur Saxophon-Livemusik ins Irish Pub und schon war auch dieser Sonntag vorbei.
    Morgen kommen Allegra und Leonard nach Faro geflogen, wo wir sie mit dem Leihauto abholen werden. Beide bleiben ein Woche hier, eigentlich war angedacht, dass wir hier gemeinsam rumsegeln und ein paar neue Häfen und Ankerbuchten erkunden. Leider wird das Wetter nicht mitspielen, Sturm, hohe Wellen und Starkregen stehen auf dem Programm. Ein Sturmtief über dem Atlantik wirbelt alles durcheinander und bleibt ein paar Tage stationär. Ab acht vorhergesagten Windstärken dürfen wir auch nicht mehr auslaufen, sonst würden wir unseren Versicherungsschutz verlieren. Wenn uns Starkwind draußen unverhofft trifft, ist das kein Problem, die Vorhersage ist der Kernpunkt in den Versicherungsbedingungen!
    Wir bleiben noch einige Tage hier in Lagos liegen, die Stadt ist schön, das Livemusikangebot ist super und wir haben soooooooo nette Segelfreunde hier am Steg.
    Der Hafen selbst ist absolut schwellfrei und bietet guten Schutz bei Sturm und Unwetter und ist garantiert frostfrei ;-)) Ein guter Platz zum Abwettern und zum Bleiben.
    Anfang Dezember wollen wir dann mit großen Schritten ins Mittelmeer segeln und dort das diesjährige Weihnachtsfest mit unseren Kindern feiern. Portugal rüstet auch schon auf für das anstehende Weihnachtsfest, entsprechende Straßenbeleuchtung, meist künstliche Tannenbäume, weihnachtlich dekorierte Geschäfte wollen für die entsprechende Stimmung sorgen. Bei 20 Grad Tagestemperatur kommt zumindest bei uns noch keine besinnliche vorweihnachtliche Stimmung auf.
    Also eher Cocktail statt Glühwein und Shorts statt langen Baumwollunterhosen.

  • Lehrgeld und Live-Musik

    Vor zwei Tagen ging der Thermostat von unserem Kühlschrank kaputt. Die Folge davon war, dass der Kühlschrank nur auf höchster Leistungsstufe gekühlt hat und die Butter von streichzart in steinhart verwandelt hat. Die einzige Möglichkeit, um unser Kühlmonster zu zähmen, war, es dann komplett auszuschalten – auch keine dauerhafte Lösung. Also haben wir erst mal Joachim angerufen und uns technisch beraten lassen, wie denn so ein Thermostat funktioniert und wie er von innen aussieht. Dann kam noch Carsten dazu und zusammen haben wir den Übeltäter in seine Einzelteile zerlegt und wieder gangbar gemacht, leider ist dabei das Kapillarrohr mit dem Kühlgas gerissen, und dadurch war das eigentlich reparierte Kühlthermostat ein Totalschaden. Dumm gelaufen, aber nicht mehr zu ändern, wenn einmal das Gas aus dem Kapillarrohr raus ist, ist buchstäblich die Luft raus.

    Gestern morgen sind wir hier zum gut ausgestatteten Händler gepilgert, haben unser Lehrgeld bezahlt und ein neues Thermostat erstanden. Zwar von einem anderen Hersteller als das Original, aber mit gleicher Funktionsweise. Mit Jens zusammen haben wir dann das Ersatzteil auch noch an einem besseren Platz im Kühlschrank eingebaut als den Vorgänger. Jetzt kühlt der Kühlschrank wieder, wie er soll, Operation geglückt, der Patient lebt! Herzlichen Dank an alle Helfer.

    Und um das Wochenende einzuläuten, sind wir gestern abend dann so richtig schön auf die Piste gegangen. Erster Stopp war eine Kneipe hier im Hafen, in der von der Band “The Bottles” Musik von den Beatles dargeboten wurde. Nach zwei Bier oder zahlreichen Beatlessongs mit Mitsingeffekt sind wir dann zu einem Irish Pub mit Gesangsduo gepilgert. Dort wurden zahlreiche Klassiker der Musikgeschichte von Armstrong bis Madonna dargeboten. Jens und Martina haben auch gekonnt getanzt und einen Extraapplaus von Publikum und Künstlern bekommen. Auf dem Rückweg zum Hafen sind wir dann noch in einer Cocktailbar mir handfester Rockmusik hängengeblieben. Aller guten Dinge sind bekanntlich 3! Nico noch kurz Gassi geführt und ab in die Koje.
    Heute scheint hier wieder die Sonne, es weht ein angenehmer Wind dazu und wir wollen mit ein paar Freunden unsere HEXE ein bisschen bewegen. Einfach ein paar Meilen aufkreuzen und mit Spinnaker zurücksegeln, ohne festes Etappenziel – just for fun. Einige Segler hier am Steg konnten dazu nur den Kopf schütteln: “Wie, Ihr geht zum Spaß segeln?” Uns macht es immer noch soviel Spaß, dass wir nach ein paar Hafentagen irgendwie Hummeln im Hintern haben und unbedingt ein bisschen segeln müssen. Es waren dann fast 25 Meilen, und es hat uns allen vieren sehr viel Spaß gemacht, es gab Westwind bis 18 Knoten, und wir sind zum Erstaunen von Jens und Martina in der Spitze 8,7 Knoten geschafft.

  • Gutes Timing

    13. November 2014, Donnerstag, Baro 1010, wind S um 4 Beaufort
    Vilamoura – Lagos 28 sm
    Punkt halb neun kommt das Taxi für Trevor und Kay, die jetzt zum Flughafen fahren, um nachhause ins kalte England zu fliegen. Wir überlegen, ob wir in Vilamoura waschen, und morgen nach Lagos kreuzen, weil für heute Nachmittag soviel Regen angesagt ist. Aber erst für heute Nachmittag, wir haben ja ein schnelles Boot, da könnten wir schon im Hafen sein. Punkt neun haben wir abgelegt, die Zugangskarten zurückgegeben, und segeln mit halbem Wind zurück Richtung Lagos. Geiler Segeltag, nicht ganz so heiß wie gestern, aber wunderschön.
    Und dann haben wir an Jens und Martina geschrieben, dass wir nach Lagos kommen, und ich dachte, sie würde meine Nummer kennen, und hab keinen Namen hingeschrieben. Dann kam eine SMS zurück, dass sie sich endlos freuen, und dass auch noch eine nette Familie hier ist, die den Weg nach Madeira noch nicht geschafft haben. Ich frage, ob es die “Kellys” oder noch eine andere Familie ist, ja, es sind die Kellys, und in Lagos ist es so schön, es gibt samstags einen Bauernmarkt und am Sonntag Livemusic im Pub. Da wird mir klar, dass Martina annimmt, ich sei Jens Schimmelpfennig, von dem sie nicht wissen, wo er im Moment ist, nun, da müssen wir sie leider enttäuschen, wir sind nur die “Hexe”. Sie empfangen uns trotzdem freundlich, und wir bekommen auch gleich den “Schietwettertee” auf der Maje, denn kaum haben wir angelegt, öffnen sich die Himmelsschleusen.

  • Abschied und Wiedersehen

    Abzulegen, die Leinen vom Steg zu lösen, aufzubrechen zu neuen und manchmal bekannten Zielen, bedeutet oft viel mehr für uns, als einfach nur loszufahren. Es ist auch der bewusste Abschied von einem liebgewonnenen Ort, der Abschied von Freunden und Bekannten, aber auch eine gewisse Nervosität und Anspannung vor dem Bevorstehenden. Sei es ein anspruchsvolles Seestück, das Wetter, navigatorische Hindernisse und Schwierigkeiten und am Ende des Reiseabschnittes wartet der unbekannte Hafen.
    Gestern war wieder einer der zuvor beschriebenen Momente. Wir haben uns von Jens und Martina, von Carsten, Monika, Hanna, Frieda und Emma und von Udo und Regin verabschiedet, bevor wir unsere Leinen losgeworfen haben. Bewegende Momente, den einen oder anderen werden wir im Laufe der nächsten Wochen wiedersehen, wir freuen uns schon darauf, andere eher nicht mehr.
    Seglerisch war die kurze Fahrt nach Portimao nicht sehr anspruchsvoll, das Ziel war direkt ansteuerbar, Untiefen und andere Unbillen gab es nicht, der Wind wehte nicht zu stark und im Hafen von Portimao gab es genügend Raum zum Manövrieren.
    Die Hexe liegt mit vielen Leinen verspannnt am Steg, fast wie in einem Spinnennetz, es ist mal wieder Starkwind angesagt.
    Und bei soviel Abschieden darf das Wiedersehen natürlich auch nicht fehlen und gestern war es dann soweit. Unsere Segelfreunde Anke und Wolfgang mit Katze Flöcki, die im April mit ihrer Segelyacht “Lili” von Hoorn zu einer mehrjährigen Reise um die Welt aufgebrochen sind, liegen hier mit uns im Hafen. Wir hatten in den letzten Wochen schon regen E-Mail-Kontakt und jetzt konnten wir zwei Tage lang Erfahrungen austauschen und einander über die anstehenden Pläne informieren.
    Natürlich darf auch der Spaziergang in die Stadt nicht fehlen, Volker war nicht wirklich begeistert von ihr, es gibt keine schöne Altstadt, aber viele verwahrloste Gebäude und auf der anderen Seite eine eher prachtvolle Uferpromenade und große Plätze. Wir stellen uns vor, dass es hier im Sommer nur so von Touristen wimmelt, die die kleinen Andenkenläden stürmen, oder Taschen, Portemonnaies und Schuhe aus Kork kaufen. Der Stadtteil auf der anderen Seite des Flusses sieht viel hübscher aus, dort sollte man einmal mit dem Dingy hinfahren,
    Heute Morgen haben wir uns auch von der Lili verabschiedet und die Leinen losgeworfen, noch im Hafen Großsegel gesetzt, auf 110 Grad Richtung Vilamoura. 12:20 Spi gesetzt, 12:35 Uhr Spi wieder geborgen, der Wind lässt immer weiter nach, und die Wellen, die vom gestrigen Starkwind noch auslaufen müssen, schaukeln Boot und Segel so sehr, dass es dem Tuch nicht gut tut. 13:10 Uhr der Spi steht wieder, es sind zehn Knoten Wind und der Skipper ist glücklich. Mal sehen, wo wir heute Abend sind….

  • Deutschland in Portugal

    Am Samstag Nachmittag machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden, laufen an der Flussmündung entlang zur Kirche Sta. Maria, die ganz anders ausgestattet ist als die Kirchen, die wir bisher angeschaut haben, die fast alle über prächtige Barockaltare und goldene Säulen verfügten, aber außen schrecklich verfallendes Mauerwerk hatten. Diese hier war sehr gut erhalten und innen ganz schlicht, aber hell, es gab eine Empore, die sich rund um das ganze Kirchenschiff zog und eine schöne Decke.
    Ein paar Straßen weiter fanden wir den deutschen Bäcker, von dem man uns schon im Hafen erzählt hatte, tranken Filterkaffee, Bitburger Bier und aßen Biskuitrolle, Schwarzwälderkirschtorte und Apfelstrudel. Außerdem gab es für die Capitania Kürbiskernbrot!
    Am Samstag hatten wir uns mit der Darmstädter Vorhang-auf-Gruppe zum Abendessen verabredet, Treffpunkt sieben Uhr an der lustigen Statue des Infanten. Gerade als wir losgegangen waren, fing der Regen an, und hörte auch nicht mehr auf. Wir versuchten, unter den Vordächern der Läden Schutz zu finden und trafen, halb durchweicht, an der Bushaltestelle auf dem Infatenplatz auf eine Gruppe mit bekanntem Dialekt, ja, das mussten die Darmstädter sein. Auf der anderen Deite des Platzes stand dann auch Pippo, der Reiseleiter, völlig ohne Regenschutz im triefend nassen Hemd. Aber all das war im Restaurant schnell vergessen, wir haben Freunde getroffen, neue Bekannte gemacht, köstlich gegessen und getrunken.
    Und am Sonntag Morgen sitze ich mit Kay gemütlich im Cockpit, als Jana vorbeikommt, Jana, die schon ein paar Jahre in der Gegend mit dem Boot unterwegs ist und aus Berlin kommt, sie will wissen, ob wir uns bewusst sind, was für ein besonderer Tag heute ist. Ich sage: “Ja, Sonntag. ” Aber sie meinte das 25-jährige Jubiläum des Mauerfalls, und lud uns alle ein, am Abend in das Pub “O Artista” zu kommen, um es dort zu feiern. Im Endeffekt waren es viel mehr Engländer als Deutsche, die der Aufforderung gefolgt sind, sodass der Mauerfall ein bisschen in den Hintergrund geriet, aber wir hatten einen großartigen Abend mit Luis, dem Saxophonisten, der zu später Stunde, nach vielen Rock-, Pop- und Jazz-Klassikern, extra für uns eine Bach-Toccata im Stil von Jacques Loussier spielte.

  • Alle Mann an Bord

    Trevor, Kay, Martina, Jens, Carsten und Monika mit ihren Kindern Hanna, Frieda und Emma, Udo und Regin haben gestern Abend mit uns gegrillt, reichlich Fleisch, Fisch, leckere Salate und Gemüse genossen. Auch in der kleinsten Hütte ist bekanntlich Platz für viele! Und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Es gibt hier in Lagos eine deutsche Bäckerei mit erlesener Kuchenauswahl und davon hatten wir reichlich, wunderbar.

    Die Höhlen von Lagos
    Die Höhlen von Lagos

    Jetzt machen wir noch mal einen kleinen Zeitsprung: Bereits vor zwei Tagen haben wir zu viert mit unserem Schlauchboot, einen Ausflug zu den beeindruckenden Felsen und Grotten direkt vor der Küste gemacht. Bizarre Felsformationen, steile Felsabrüche, Bögen umd Höhlen haben wir uns angeschaut und waren davon total beeindruckt. Manches erinnert fast an Mondlandschaft. Leider habe ich dabei mein betagtes Handy gewässert, schade vor allem um die verlorenen Telefonnummern, die waren alle auf dem Telefon und nicht auf der Simkarte gespeichert.

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    Heute ist hier großer “Darmstädter Tag”, die Reisegruppe des Darmstädter Veranstaltungsmagazins “Vorhang auf” kommt nach Lagos, um den hiesigen Fischmarkt, die attraktive Innenstadt, den ehemaligen Sklavenmarkt und eine folkloristische Musikveranstaltung zu besuchen. Mit dabei sind ein paar liebe Freunde von uns, die wir auf diesem Weg, weit entfernt von der Heimat treffen wollen. Ein gemeinsames Abendessen in einem Restaurant, zusammen mit der Gruppe aus der Heimat wird dann der krönende Abschluss sein. Morgen fliegen die Darmstädter zurück.

    Zur Zeit ist das Wetter hier sehr unbeständig, Wolken wechseln sich in kurzen Abständen mit der Sonne ab, Regen gibt es immer mal und die Temperaturen bewegen sich zwischen 17 und 23 Grad. Ein wechselhafter herbstlicher Mix! Die Blätter bleiben dennoch an den Bäumen, es wachsen hier überwiegend Hartlaubgewächse, die auch im Winter grün bleiben. Ein paar Palmen stehen dazwischen rum und damit wirkt das Ganze recht freundlich.

  • Bis die Wolken wieder lila sind

    05. November 2014, Baro 1003, sternenklar, Wind Nord um 4 Beaufort
    Sines – Lagos, 76 sm in weniger als 10 Stunden! Top-Speed waren 11,4 Knoten!

    Ablegen in Sines um 06:00 Uhr Ortszeit, noch ist es stockfinstere Nacht, der fast volle Mond ist um halb fünf untergegangen. Jetzt darf uns keine Fischerboje in den Weg kommen, wir würden sie einfach nicht sehen. Kurz nach der Hafenausfahrt gehen wir auf Kurs 189 Grad, für die nächsten 55 Seemeilen. Langsam wird der Himmel im Osten rötlich, konkurriert noch mit den Lichtern der Orte an der Küste, aber schon bald hat er gewonnen, und es ist nur noch eine Frage von dreißig Minuten, bis der rote Feuerball der Sonne hinter den Hügeln an der Küste auftauchen wird. Die Wellen kommen aus Nordwest, also von rechts hinten und sind ca. dreimagei Meter hoch, die eine oder andere auch etwas höher. Das ist ein bisschen schaukelig, aber wir haben alles gut festgemacht, in den Fächern das Geschirr mit extra Handtüchern gesichert, sodass nichts kaputt geht.
    Trevor und Volker erfreuen sich an der See und dem guten Wind von hinten, Kay und Nico haben sich ins Bett verkrochen, und gleich sind die Wolken wieder lila und die Sonne ist da. Und das Ganze bei einem Speed zwischen acht und elf Knoten!
    08:45 Uhr, der Wind hat zugelegt auf um die zwanzig Knoten, Volker ist am Ruder und steuert uns duch die schaukelige See. Nach weniger als drei Stunden haben wir schon über zwanzig Meilen gemacht!
    Der Wind frischt noch mehr auf, und auch die Wellen haben mittlerweile eine Höhe von mindestens vier Metern erreicht, Volker ist glücklich über die Geschwindigkeit, mit der die Hexe die Wellen runtersurft. Dabei scheint auch noch die Sonne.
    13:00 Uhr, wir runden den südwestlichsten Punkt Europas, das Cabo São Vicente, langsam werden die Wellen kleiner, leider fließt der Ebbstrom gegen uns, sodass wir nicht mehr sooo schnell sind. Die Delfine haben sich heute auch nur einmal ganz kurz gezeigt, ich glaube, die springen lieber bei weniger Welle.
    Nach dem Cabo lassen die Wellen deutlich nach, der Wind allerdings nicht und so machen wir weiterhin schnelle Fahrt bei strahlendem Sonnenschein. Wenn man sich hinter der Sprayhood verkriecht, sodass der Wind und die manchmal überkommende Gischt der Wellen einem nichts anhaben können, ist es unglaublich warm.
    Heute haben wir an einem einzigen Tag so viele Segelboote auf dem Wasser gesehen, wie sonst in einer ganzen Woche nicht. Darunter so ein berühmtes Boot, wie die Whitbread-Gewinnerin “Flyer”, das Boot des legendären holländischen Skippers Corneliusz van Ritschoten, offensichtlich auf dem Weg zu den Kanaren.

    Jetzt liegen wir sicher in Lagos im Hafen, haben schon Elisabeth und Pippo aus Darmstadt zum Apéritif hier an Bord begrüßen können und freuen uns auf eine schöne neue Stadt.

  • Die Lady braucht Unterhalt

    Sines Waterfront
    Sines Waterfront

    Heute war das Wetter deutlich besser als sein Wetterbericht, kein Regen, kein Sturm, dafür Sonne-Wolken-Mix und ein strammer Wind aus West. Wir hätten weitersegeln können, ganz klar, diese Bedingungen hätten uns sicher sehr viel Spaß gemacht. Der Wind weht aber noch die nächsten sieben Tage aus dem nördlichen Quadrant und mit dieser guten Windrichtung werden wir auch immer entspannter. Heute, morgen, übermorgen, egal, es gibt nur wenig, was uns verpflichtet, die Leinen loszuwerfen. Ende nächster Woche werden Trevor und Kay abmustern und auf ihre große Insel zurückfliegen, das ist so ein wichtiger Termin. Bis dahin wollen wir in Vilamoura sein, 85 Seemeilen entfernt von hier, genug Zeit, um dahin zu segeln.

    Gestern hatten wir noch ein kleines technisches Problem, eine unserer Winschen, auf der die Großschot (Schoten sind die Leinen, mit denen ein Segel von einer auf die andere Seite bewegt wird, Großschot = Schot vom Großsegel) drüber läuft, gab nur noch ein quietschendes Geräusch von sich und dreht sich fast nicht mehr. Trevor hat die lahmende Winsch heldenhaft zerlegt, das alte Fett entfernt und ein festgefressenes Teil mit Öl und Gleitspray wieder gangbar gemacht. Heilende Hände am richtigen Ort können wahrhaft “Wunder” vollbringen, ich war dabei nur der Lehrjunge. Falls das wieder mal vorkommt, weiß ich nun, was ich tun muss.

    Der Taucher
    Der Taucher

    Das Wasser ist so klar, dass wir uns entschieden haben, hier im Hafen die berühmt-berüchtigte Opferanode zu wechseln. Dafür habe ich mich heute in meinen engen Taucheranzug gezwängt, Tarierweste und Tauchflasche klargemacht, noch Flossen und Maske dazu, fertig war der Taucher.

    Volker taucht ab, und Trevor hält den Eimer mit dem Werkzeug fest
    Volker taucht ab, und Trevor hält den Eimer mit dem Werkzeug fest

    Cornelia und Trevor standen sehr hilfreich zur Seite und ordneten die Ersatzteile und Werkzeuge. Nach einem kurzen Tauchgang war die alte Anode ab und die neue Zinkanode angeschraubt (zwei Schrauben und ein kleiner Imbussschlüssel haben uns leider verlassen und auf dem Hafengrund hoffentlich eine neue Heimat gefunden). Das muss jetzt für ca. 1 Jahr reichen – hoffentlich.
    Noch ein bisschen das Unterwasserschiff vom Algenschleim ( erster Anwuchs) befreit, schwupps war auch schon die Luft in der Flasche alle und die Arme schwer und es war an der Zeit wieder an die Oberfläche zurückzukommen.

    Nico lässt das ganze Treiben kalt
    Nico lässt das ganze Treiben kalt

    Kleines Mittagessen, kurze Mittagsruhe, mit Nico ‘ne Runde gedreht, Hafengebühr bezahlt, Tauchflasche im Tauchshop aufgefüllt, Martina und Jens von der Maje begrüßt, die heute hier angekommen sind und schon ist der Tag wieder fast rum.

    Abends spielen wir häufig Karten, im Moment steht es ganz klar 3:1 für Cornelia und mich. Früher war das meistens umgekehrt, Cornelia und ich finden das deutlich besser so!

  • Katzenjammer

    Gegenüber von Setúbal gibt es eine sechs Jahre junge Retortenstadt mit Ferienwohnungen, Yachthafen, ein paar Restaurants, aber rundherum und das ist echt wunderschön, ganz ganz viel Strand und Vegetation. Wir sind dann alle zusammen zum Strand getigert. Nico ist wie ein junger Hund auf und ab gerannt, hat Haken geschlagen wie ein Hase und ist total abgegangen.

    Sand, Meer und Sonne
    Sand, Meer und Sonne

    Wir waren im Meer schwimmen und haben danach im weißen Sand gefaulenzt. Das portugiesische Fernsehen hatte dort in der Nähe gerade eine Serie gedreht, um die Region ein bisschen zu fördern. Danach sind wir die Retortenstadt abgegangen und haben die meist hübschen Appartmentanlagen positiv beurteilt und die wenigen weniger hübschen Häuser mit Kopfschütteln bedacht.

    Not a Fox on the Run
    Not a Fox on the Run

    Beim Sundownerdrink in der Hafenanlage kam noch ein wohlgenährter Fuchs vorbei, der von den Restaurantbesitzern gefüttert wird, was wohl die meisten Gäste auch beeindruckt und zum Fotografieren animiert.

    Die arme schwarze Katze
    Die arme schwarze Katze

    Ja, und dann gab es da noch drei süße Babykatzen in der Hafenanlage, zwei davon wohlgenährt und proper und ein Kätzchen, das wirklich erbärmlich aussah. Das Kleine war offensichtlich blind und wir maßen ihm wenig Überlebenschancen zu – blödes Gefühl. Nico hat dann großzügig zwei Dosen seines Hundefutters für die Samtpfoten gespendet, aber das wird die Kleine auch nicht retten, zu groß ist der Unterschied zu den dominanten Geschwistern, zu erbärmlich das Aussehen.
    Heute war der Tagesplan, mit Rückenwind die 35 Seemeilen nach Sines zu segeln. Aber dem Gott des Windes ging die Puste aus und so wurde es bis kurz vorm Ziel eine Motorfahrt bei Sonnenschein. Die letzten zwei Stunden konnten wir segeln, mit Wind von hinten, Spinnaker oben und reichlich Welle – perfekt. Jetzt liegen wir hier in Sines und wähnen uns beinahe in Frankreich. Außer uns gibt es zahlreiche französische Schiffe mit überwiegend jungen Seglern, teilweise schon mit jungem Nachwuchs – gut zu sehen.
    Wegen angekündigten Sturms in den nächsten Tagen werden wir wohl ein paar Tage hier bleiben. Aber ist gibt viel schlechtere Plätze, um den Durchzug der Front abzuwarten.

  • Neues aus Setúbal

    Trevor hat gestern erst einmal die Touristeninformation gestürmt und massenweise Wissenwertes über unseren momentanen Aufenthaltsort mitgebracht. Setúbal war ein Zentrum des Sardinenfangs, es wurde hart gearbeitet in der Fischfabrik, auch Kinder mussten mit anpacken. Ruhetage zur Fangsaison gab es nicht, 16 Arbeitsstunden pro Tag waren die Regel, nicht die Ausnahme.

    Sardinen ausnehmen, waschen, einlegen in Öl und Gewürzen, und schließlich in die teilweise sehr hübschen Sardinendosen verpacken, das war hier einmal der Haupterwerbszweig und bestimmte das tägliche Leben. Das Ganze wird anschaulich im Museo do Trabalho (Museum der Arbeit) dargestellt.
    Heute sind es die Touristen, die wie der berühmte Sardinenschwarm hier in der Hochsaison einfallen und die Kasse klingeln lassen. Momentan ist absolute Nebensaison und auf der Shoppingmeile in der Innenstadt geht es eher entspannt zu.
    Die Fußgängerzone ist wird den ganzen Tag mit Musik aus Lautsprechern beschallt, die im Abstand von 10 Metern an den Hauswänden hängen, das muss man mögen.
    Gestern Abend haben wir den Bordgrill nicht bemüht und stattdessen einmal erste Klasse selbst gekocht. Es gab ein ganzes Hühnchen in einer leckeren Weißwein-Lauch- Ananassoße, leicht abgebundenden mit Maismehl, dazu Reis mit Olivenöl – hervorragend. Die Capitania, der Skipper und unsere englischen Gäste waren maßlos begeistert. Mit ein wenig Zeit und Kreativität lassen sich auch auf unserem Zweiflammengasherd leckere Gerichte zaubern.
    Seit ein paar Tagen haben wir unsere trockenen Brötchen für einen weiteren kulinarischen Höhepunkt gesammelt. Heute Abend gibt es Schweinebraten mit selbstgemachten Semmelknödeln in einer Dunkelbiersoße, denn gestern haben wir in einem Supermarkt Köstritzer Schwarzbier gefunden.

    Zwei volle Einkaufswagen auf dem Steg
    Zwei volle Einkaufswagen auf dem Steg

    Das war auch so eine Aktion, Mineralwasser, Bier, Cola und Säfte wurden langsam knapp. Ca. 10 Laufminuten entfernt gibt es einen großen Supermarkt und der Plan war eigentlich, dort groß einzukaufen und alles mit einem Taxi zum Boot transportieren zu lassen. Der Taxikilometer kostet hier nur 50 Cent.
    Nachdem wir dann zwei Einkaufswagen, komplett voll bis oben hin, durch die Kasse geschoben haben, stand kein Taxi mehr an Taxihaltestelle. die Entscheidung fiel schnell und leicht, wir haben die prallvollen Wagen direkt und ohne Problem über die Straße zu unserem Schiff geschoben. Die letzte Hürde war dann der ziemliche steile Zugangsteg zum Hafen. Aber bald war auch diese Hindernis überwunden und die Beute wanderte in den prallen Bauch unserer “Hexe”, die kann ziemlich viel Ballast vertragen und liegt damit noch nicht mal tiefer im Wasser.

    Die einsamen Einkaufswagenzurückschieber
    Die einsamen Einkaufswagenzurückschieber

    Heute geht es auf die andere Seite des Flusses auf die Halbinsel Troja. Warum die so heisst, haben wir noch nicht herausgefunden. Wir bekommen dadurch aber einen sprichwörtlich anderen Blickwinkel auf Setúbal und den Fluss Sado.
    Ab morgen soll es dann für mehrere Tage Nordwind geben, also Wind von hinten für uns. Das wollen wir ausnutzen und zur Wochenmitte das Cabo São Vincente runden und in der Algarve ankommen.
    150 Seemeilen Rückenwind, unglaublich, wir freuen uns sehr darauf ;-)) Dass es dabei ein bisschen kühler wird, können wir verschmerzen.