Neues aus Setúbal

Trevor hat gestern erst einmal die Touristeninformation gestürmt und massenweise Wissenwertes über unseren momentanen Aufenthaltsort mitgebracht. Setúbal war ein Zentrum des Sardinenfangs, es wurde hart gearbeitet in der Fischfabrik, auch Kinder mussten mit anpacken. Ruhetage zur Fangsaison gab es nicht, 16 Arbeitsstunden pro Tag waren die Regel, nicht die Ausnahme.

Sardinen ausnehmen, waschen, einlegen in Öl und Gewürzen, und schließlich in die teilweise sehr hübschen Sardinendosen verpacken, das war hier einmal der Haupterwerbszweig und bestimmte das tägliche Leben. Das Ganze wird anschaulich im Museo do Trabalho (Museum der Arbeit) dargestellt.
Heute sind es die Touristen, die wie der berühmte Sardinenschwarm hier in der Hochsaison einfallen und die Kasse klingeln lassen. Momentan ist absolute Nebensaison und auf der Shoppingmeile in der Innenstadt geht es eher entspannt zu.
Die Fußgängerzone ist wird den ganzen Tag mit Musik aus Lautsprechern beschallt, die im Abstand von 10 Metern an den Hauswänden hängen, das muss man mögen.
Gestern Abend haben wir den Bordgrill nicht bemüht und stattdessen einmal erste Klasse selbst gekocht. Es gab ein ganzes Hühnchen in einer leckeren Weißwein-Lauch- Ananassoße, leicht abgebundenden mit Maismehl, dazu Reis mit Olivenöl – hervorragend. Die Capitania, der Skipper und unsere englischen Gäste waren maßlos begeistert. Mit ein wenig Zeit und Kreativität lassen sich auch auf unserem Zweiflammengasherd leckere Gerichte zaubern.
Seit ein paar Tagen haben wir unsere trockenen Brötchen für einen weiteren kulinarischen Höhepunkt gesammelt. Heute Abend gibt es Schweinebraten mit selbstgemachten Semmelknödeln in einer Dunkelbiersoße, denn gestern haben wir in einem Supermarkt Köstritzer Schwarzbier gefunden.

Zwei volle Einkaufswagen auf dem Steg

Zwei volle Einkaufswagen auf dem Steg

Das war auch so eine Aktion, Mineralwasser, Bier, Cola und Säfte wurden langsam knapp. Ca. 10 Laufminuten entfernt gibt es einen großen Supermarkt und der Plan war eigentlich, dort groß einzukaufen und alles mit einem Taxi zum Boot transportieren zu lassen. Der Taxikilometer kostet hier nur 50 Cent.
Nachdem wir dann zwei Einkaufswagen, komplett voll bis oben hin, durch die Kasse geschoben haben, stand kein Taxi mehr an Taxihaltestelle. die Entscheidung fiel schnell und leicht, wir haben die prallvollen Wagen direkt und ohne Problem über die Straße zu unserem Schiff geschoben. Die letzte Hürde war dann der ziemliche steile Zugangsteg zum Hafen. Aber bald war auch diese Hindernis überwunden und die Beute wanderte in den prallen Bauch unserer “Hexe”, die kann ziemlich viel Ballast vertragen und liegt damit noch nicht mal tiefer im Wasser.

Die einsamen Einkaufswagenzurückschieber

Die einsamen Einkaufswagenzurückschieber

Heute geht es auf die andere Seite des Flusses auf die Halbinsel Troja. Warum die so heisst, haben wir noch nicht herausgefunden. Wir bekommen dadurch aber einen sprichwörtlich anderen Blickwinkel auf Setúbal und den Fluss Sado.
Ab morgen soll es dann für mehrere Tage Nordwind geben, also Wind von hinten für uns. Das wollen wir ausnutzen und zur Wochenmitte das Cabo São Vincente runden und in der Algarve ankommen.
150 Seemeilen Rückenwind, unglaublich, wir freuen uns sehr darauf ;-)) Dass es dabei ein bisschen kühler wird, können wir verschmerzen.

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